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BASLER CHRONIKEN
HERAUSGEGEBEN
VON DER ' t / ^ > ' '
HISTORISCHEN üND ANHQUABISCHEN GESELLSCHAFT
IN BASEL.
SECHSTER BAND.
BEARBEITET VON
AUGUST BERNOÜLLI.
LEIPZIG
VERLAG VON S. HIRZEL
1902.
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BASLER CHRONIKEN
HERAUSGEGEBEN
VON DER HISTORISCHEN UND ANTIQUARISCHEN GESELLSCHAFT
IN BASEL
SECHSTER BAND
BBARBEITBT VON
AUGUST BERNOULLI.
LEIPZIG
VERLAG VON 8. HIRZEL
1902.
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Vorrede.
JJei TOili^ende Band hat lange auf sich warten lassen.
Doch will ich den Lesei nicht mit dei Aufzählung der viel-
fachen Unteibiechungen eimiiden, welche die Arbeit zu er-
leiden hatte. Noch weniger jedoch wäre hiei der Trost des
Sprüchworts am Platze: *wbs lange währt, wird gut«. Denn
zu den unerlässliohen Vorbedingungen einer guten Quellen-
ausgabe gehören vor allem gute Handschriften, und diese fehlen
hier leider zum grösseren Theil. Die meisten Stücke dieses
Bandes sind uns nämlich nur noch in Compilationen oder in
Auszügen erhalten, so dass eine irgendwie vollständige Ueber-
lieferung des ursprünglichen Textes vorweg ausgeschlossen ist.
Auch in dieser verstümmelten Gestalt jedoch enthalten sie noch
manches, was wir an andern Orten vergeblich suchen würden,
und so lohnt es sich wohl der Mühe, das noch Vorhandene
wenigstens zu sammeln, wiewohl es theil weise nur einer
Scherbensammlung gleicht.
Nach seinem Hauptinhalt umfasst dieser Band den Zeit-
raum vom Ausgang des XV bis gegen die Mitte des XVI Jahr-
hunderts. Er bildet somit die unmittelbare Fortsetzung zum
vorhergehenden Bande, zugleich aber eine Ergänzung zum
ersten, welcher ebenfalls die Reformationszeit behandelt. Da
übrigens die im vorliegenden Bande verwertheten Handschriften
theilweise auch in die ältere Zeit zurückgreifen, so folgen die
betreffenden Stücke hier ebenfalls, und zu diesen gehören z. B.
die Grössern Basler Annalen, welche auf Grund der früher be-
kannten Handschriften allerdings schon im vorigen Bande ver-
öffentlicht wurden. Da jedoch diese wichtige Quelle in der
früher unbeachteten Schnittischen Handschrift besser und auch
verhältnissmässig vollständiger erhalten ist als in allen bisher
bekannten, so erschien eine neue Ausgabe auf Grund dieses
bessern Textes als eine nicht zu umgehende Nothwendigkeit.
IV Vorrede.
Da gerade die letztgenannte Handschrift eine umfangreiche,
aber grossentheils aus alten Druckwerken geschöpfte Compila-
tion bildet, so war es für die Bearbeitung dieses Bandes von
grossem Werthe, dass sowohl die Kgl. Hof- und Staatsbiblio-
thek in München als auch die Stadtbibliothek von Zürich mir
in liberalster Weise die Benutzung einei Reihe zum Theil sehr
seltener Inkunabeln ermöglichten. Ausser dem hiesigen Staats-
archiv und der Oeffentlichen Bibliothek, deren Vorsteher Dr.
Rudolf Wackernagel und Oberbibliothekar Dr. Karl Chr« Ber-
noulli mich in gewohnter Weise aufs beste unterstützten , war
ich bei diesem Bande auch öfter im Fall, die nie versagende
Gefälligkeit des Vorstehers der Vaterländischen Bibliothek,
Prof. Rudolf Thommen, in Anspruch zu nehmen. Ferner ver-
danke ich manche werthvoUe Mittheilung dem derzeitigen Präsi-
denten der Historischen Gesellschaft, Dr. Karl Stehlin, sowie
auch den Herren Dr. August Burckhardt und Dr. August Huber,
während in sprachlichen Fragen ich guten Rath mir mehrfach
bei Prof. Adolf Socin holte. Auch wurde mir für den letzten
Theil des Bandes die Arbeit wesentlich erleichtert durch die
sorgfältigen, von Herrn Archivschreiber L. Säuberlin gefertigten
Textcopien. Das am Schluss beigefügte Glossar aber, das bei
diesem Bande besondere Schwierigkeiten bot, verdanke ich der
Gefälligkeit von Dr. Wilhelm Brückner, Privatdozent an hiesiger
Universität.
Sofern nicht weitere handschriftliche Funde den bis jetzt
gesammelten Stoff in unerwarteter Weise vermehren, so werden
mit dem VH Bande die Basler Chroniken ihren endgiltigen
Abschluss finden. Neben einer Reihe kleinerer Schriften aus
älterer Zeit wird dieser Schlussband als Hauptstück das Tage-
buch des Pfarrers Joh. Gast aus der Reformationszeit enthalten,
das uns übrigens nur noch in Auszügen erhalten ist. Da je-
doch zu diesem Bande erst einige Vorarbeiten gemacht sind,
so lässt sich der Zeitpunkt seines Erscheinens noch nicht mit
Bestimmtheit ankündigen.
Basel, im August 1902.
AagQgt BernoaLU.
Inhaltsyerzeichniss.
Seite
Vorrede III
L Die Anonyme Chronik des Schwabenkiieges 1492 — 1&04.
Einleitang 3
Text 5
n. Die Anonyme Clironik der Mailftnderkrie{;e 1507 — 1516.
Einleitung 23
Text 30
Beilagen:
I. Zum Zuge gegen Dijon 1513 74
n. Venmtehte Nachriehten 1489—1531 78
HL Die Chronik Konrad Schnitts 1518 — 1533, sammt Fortsetiung
bia 1537.
Einleitung 89
Text HO
Beilagen :
I. Die Sohnittisohe Handiehrifl 165
IL Die Aussagen der Rathsbücher Ober Schnitts Chronik . 175
ni. Zur Wassersnoth und Theurung von 1529 und 1530 . . 176
IV. Die KaiserkrOnung su Bologna 1530 179
IV. Die Anonyme Chronik bei Schnitt, flammt Fortsetsung 1495 — 1541.
Einleitung 187
Text 191
Beilagen:
L Zerstreute Nachrichten des XV Jahrhunderts 1410—1481 224
II. Famsburg 232
V. Die Grossem Basler Annalen nach Schnitts Handschrift 238— 1 416.
Einleitung 239
Text 245
Beilagen:
I. Schnitts Aufseiehnungen aus Basels ältester Zeit . . . 276
n. Die Spätem Basler Annalen 1421—1480 278
III. Zerstreute spätere Einträge in Berlin gers Etterlin . . 287
VI InhaltSTenaichniss.
Seit«
VI. Die gpätorn Aufseichnungen bei Schnitt 1400 — 1487.
Einleitung 293
Text 296
Beilage:
Die Beschreibung zweier alter Bräuehe 307
VII. Die Anon3rme Chronik bei Cosmas Ertiberg, aammt dessen
eigenen Aufseiohnungen 1431^1532.
Einleitung 313
Die Anonyme Chronik . .- 323
Ertibergs eigene Aufs eichnun gen 333
Beilage :
Verse und spätere Aufieiehnungen in Ertsbergs Hand-
schrift 339
Vill. Die Aufseichnungea Adelberg Meyers 374 — 1542.
Einleitung 345
Text 354
IX. Die Familienchronik der Meyer zum Pfeil 1533 — 1656.
Einleitung 381
Text 391
Beilagen :
I. Der Meyer Jahrseit und Begr&bniss 408
II. Der Meyer Wappentafel 413
X. Die Chronik in Ludwig Kilchmanns Schuldbuch 1468 — 1518.
Einleitung 425
Text 443
XI. Heinrich Ryhiners Chronik des Bauernkrieges 1525.
Einleitung 463
Text 470
Allgemeine Beilage: Die Rathsbesatzungen der Jahre 1482 — 1532 . 525
Berichtigungen und Nachträge 551
Personen- und Ortsverzeichniss 559
Glossar 587
Verzeichniss einiger Werke, welche meistens
unter abgekürztem Titel citiert werden.
Vgl. das Verseiehnist im Bd. I, S. XXI ff.
Anshelm — Die Bemerchronik des Valerius Anshelm, herausgeg. yom
Historischen Verein des Kantons Bern. Bd. I — VI. Bern 1884 — 1901.
Anieiger — Anzeiger ffir Sohweiserische Geschichte, herausgeg. yon der
Allg. Geschichtsforschenden Gesellschaft dar Schweiz. Jahrg. 1870
—1902.
Beitrftge — Beiträge zur yaterl&ndischen Geschichte, herausgeg. yon der
Historischen Gesellschaft lu Basel. Bd. I— XV. Basel 1839—1901.
B. Biogr. — Basler Biographien, herausgeg. von Freunden yaterl&ndischer
Geschichte. Bd. I. Basel 1900.
B. Jahrb. — Basler Jahrbuch, herausgeg. von Alb. Burckhardt u. R. Wacker-
nagel. Jahrg. 1882—1902.
B. Taschenb. — Basler Taschenbuch, herausgeg. yon W. Th. Streuber und
D. A. Fechter. Jahrg. 1850—1864.
B. Urkb. — Urkundenbueh der Stadt Basel, herausgeg. yon der Histor.
u. Antiquar. Gesellschaft zu Basel. Bd. I— VIII. Basel 1890—1901.
Boofl, Urkb. — Urkundenbueh der Landschaft Basel, herausgeg. yon
Heinrich Boos. Bd. I— IIL Basel 1881—1883.
Brückner — Versuch einer Beschreibung historischer u. natürlicher Merk-
würdigkeiten der Landschaft Basel. Bd. I— XXm. Basel 1748— 1763
(Verf.: Daniel Brückner).
Bollinger — Heinrich Bullingers Reformationsgeschiohte ; s. B. Chron. I,
8. XXL
Dierauer — Geschichte der Schweizerischen Eidgenossenschaft yon Johannes
Dierauer. Bd. I— U. Gotha 1887—1892.
Eidg. Absch. — Amtliche Sammlung der altem Eidgenössischen Abschiede;
s. B. Chron. I, S. XXL
Fechtars Top. — Topographie, mit Berücksichtigung der Cultur- und
Sittengeschichte, yon D. A. Fechter, in »Basel im XIV Jahrhundert«;
s. B. Chron. I, 8. XXL
Feitachrift 1901 — Festschrift zum yierhundertsten Jahrestage des ewigen
Bundes swisehen Basel und den Eidgenossen, 13. Juli 1901, im Auf-
trage der Regierung herausgeg. yon der Histor. und Antiquar. Ge-
sellschaft zu Basel.
Vni VeneiohniM der oitierten Werke.
Qeering. — Handel und Industrie der Stadt Basel bis lum Ende des
XVII Jahrhunderts, aus den Archiven dargestellt von Traugott
Geering. Basel 1886.
Heusler — Verfassungsgeschiohte der Stadt Basel im Mittelalter, Ton
Andreas Heusler. Basel 1860.
Histor. Festbuch 1892 — Historisches Festbuch zur Basler Vereinigungs-
feier 1892.
Blittheilungen — Mittheilungen der Gesellschaft für vaterlftndische Alter-
thflmer in Basel (später Antiquar. Gesellschaft). Heft I — X. Basel
1843—1867.
Ochs --* Geschichte der Stadt und Landschaft Basel; s. B. Ohron. I,
S. XXIII.
Schönberg — Finansyerhftltnisse der Stadt Basel im XIV und XV Jahr-
hundert, Ton Gustav Schönberg. Tübingen 1879.
Tonjola — Basilea sepulta; s. B. Chron. I, S. XXm.
Tronillat — Monuments de Thistoire de Tancien 4y6ch6 de B41e, reoueillis
et publi6s par ordre du conseil ex6cutif de la r^publique de Beme,
par J. Trouillat. Bd. I—V. Porrentruy 1852—1867.
Wurstisen — Basler Chroniken, su samengetragen durch Christian Wurstisen.
Basel 1580.
Wurstisens Münsterbesohreibung — Beschreibung des Basler Münsters und
seiner Umgebung, yon Christian Wurstisen, herausgeg. durch Rudolf
Wackemagel in den Beiträgen zur Vaterland. Geschichte Bd. XII.
Wurstisens Analekten, Handschrift A II 14 der Oeffentl. Bibliothek.
Zürcherchron. — Chronik der Stadt Zürich, herausgeg. von Joh. Dierauer.
Bd. XVni der Quellen zur Seh Weisergeschichte.
Rathsbücher im Basler Staatsarchiv:
Decreta — Decreta und Mandata l.
Erkb. — Erkanntnissbücher des Raths.
Fertigungsb. — Fertigungsbücher des Stadtgerichts.
Lb. — Leistungsbücher.
Missivenb. — Missivenbücher.
Geb. — Oeffnungsbücher.
Rothb. — Rothes Buch.
Rufb. — Rufbüchlein.
Schwarzb. — Schwarzes Buch.
Stadt Urk. — Regestensammlung der städtischen Urkunden.
Urtheilb. — Urtheilbücher des Stadtgerichts.
Wochenausgabenb. — Wochenausgabenbüoher.
Zinsb. — Zinsbücher.
■»«<■
I.
Die
Anonyme Chronik des Schwabenkrieges
und der nächstfolgenden Ereignisse.
1492—1504.
BmIst Gkrenikm. YI.
Einleitung.
Maben wir den Torigen Band mit einer Chionik dei Bui- ünToUiUbi.
gunderkriege geschlossen, die uns sowohl in der Beinheimischen ' ^
Handschrift als auch in Berlingers Etterlin erhalten ist, so be-
»ginnen wir den vorli^enden mit einer gleichfalls anonymen
Chronik der Jahre 1492 bis 1504. Dieselbe ist uns jedoch
einsig in Berlingers Etterlin erhalten i), und auch hier, gleich
der Chronik der Burgunderkriege, nur in Gestalt von hand-
schriftlichen Zusätzen zum gedruckten Texte Etterlins, also
10 jedenfalls sehr unvollständig'). *
Diese Chronik, deren Bruchstücke über Etterlins Bl. 102^ iniiaii
— 121 zerstreut sind, beginnt mit einigen spärlichen Nachrichten
von 1492 und 1493, und auf diese folgt sofort der Schwaben-
krieg von 1499, der etwa die Hälfte des ganzen Inhalts bildet.
ioAls zweite Hälfte folgen sodann die Ereignisse von 1500 bis
1504, als deren Mittelpunkt die Aufnahme Basels in die Eid-
genossenschaft erscheint Schon beim Schwabenkriege zeigt
sich der unbekannte Verfasser über die Begebenheiten in unsrer
G^end ungleich besser unterrichtet als über diejenigen in
2oGTaubünden oder am Bodensee, und noch deutlicher ergibt
sich aus seiner Erzählung des Bundesschwurs von 1501, dass
er jedenfeJls in Basel schrieb. Das Jahr 1504 aber, womit er
schliesst, darf wohl als das Entstehungsjahr dieser Schrift be-
trachtet werden, die wir in Ermanglung einer bessern Benen-
& nung als »Anonyme Chronik des Schwabenkrieges« bezeichnen
können. So mager nun im Ganzen ihr Inhalt auch sein mag,
so erscheint sie doch einigermaassen beachtenswerth schon da-
durch, dass sie nahezu die einzige Aufzeichnung dieser Art ist,
welche speziell über diesen Zeitraum uns aus Basel erhalten
1) Eine Ausnahme bildet einzig die kurze Nachricht yom Zuge von
1503 nach Locamo, welche wenigstens theUweise mit einer Randbemerkung
auf BL 193^ der Beinheimischen Hs. übereinstimmt; s. unten S. 19
und TgL die Vermischten Nachrichten i. d. Beilage IE zur Chron. der Mai-
linderkriege.
2) VgL B. Chron. V 458.
1*
4 Schwabenkrieg.
ist. Veröffentlicht wurde aus ihr bis jetst einxig der Bericht
über Basels Eintritt in die Eidgenossenschaft, und swar durch
R. Thommen in seiner hierauf bezüglichen Festschrift des vori-
gen Jahres^).
Awgabe. Da Bcrlingor aus dieser Chronik durchweg nur dasjenige ^
abschrieb, was er nicht schon bei Etterlin vorfand, so kann
es nicht befremden, wenn wir namentlich über den Schwaben-
krieg öfter nur auf dürftige Bruchstücke stossen, welche —
für sich allein genommen — nicht einmal einen Satz bilden.
So wenig wir demnach an eine Herstellung des ursprünglichen lo
Textes denken dürfen, so sind wir immerhin genöthigt, diese
Bruchstücke wenigstens insoweit zu ergänzen, dass sie in ihrem
richtigen Sinn und Zusammenhang können au^efasst werden.
Diese Ergänzungen aber, bei denen wir nach möglichster Kürze
streben, unterscheiden wir vom ächten Texte durch Cursiv- 15
Schrift.
Der letzte Theil dieser Chronik, welcher Basels Eintritt
in die Eidgenossenschaft erzählt und verhältnissmässig am
besten erhalten scheint, trägt noch eine Ueberschrift, die wir
beibehalten. Im übrigen jedoch sind uns die Ueberschriften 2«
nur noch bei zwei kurzen Abschnitten z. J. 1493 und 1499
erhalten, und da solche vereinzelt stehengebliebene Ueber-
schriften die Uebersicht eher stören als erleichtem, so ver-
weisen wir sie unter die Varianten.
Wiewohl wir uns hinsichtlich der Rechtschreibung auch 2»
bei dieser Chronik möglichst genau an die Handschrift halten,
so ist immerhin zu den überschriebenen Vokalen hier noch
einiges zu bemerken. Vom einfachen u, das in der Hand-
schrift durchweg ein halbes Ringlein trägt, unterscheidet Ber-
linger wohl den Diphthongen ue, den er mit A schreibt. Zwi- 30
sehen u und uo hingegen macht er keinerlei Unterschied,
sondern er setzt in beiden Fällen auf das u durchaus dasselbe
Zeichen, nämlich das schon erwähnte halbe Ringlein, und
deshalb setzen wir auch im Druck dafür durchweg ein ein-
faches u , gleichviel ob die Aussprache ein uo fordern würde 35
oder nicht Den Umlaut von u sodann gibt die Handschrift
bald durch ü, bald durch ü, während wir im Drucke hiefur
stets nur letzteres Zeichen setzen. Das gedehnte a hingegen,
welches Berlinger mit ä schreibt, das aber in Basel immer wie
o gesprochen wurde, geben wir durchweg durch ä. 40
1) S. K. ThommeD, Der Basler Bundesbrief yon 1501, S. 2151
[102^] ^nno 1492 viel ein stein vom himel^) ztüüschen Ensisz- 14&2
ieim und Battenhein, noch by der Hart^); und was inwendig,
als ob es eins schmits schlagen wei oder ertz. Und yom fallen
erbidmeten zu Basel alle glassfenster, glych ob es ein ertbidem
&wer gesin.
Anno 1493 uff sant Lux abent wart die bapstglocken 1^
gössen') uff Burg neben dem münster.
[103] Darnach^), als der R&misch küng Maxaemilian des
hertsogen von Meylands Schwester nam^), uff sant Andres tagNoT. 30
to im 93. jar ward sy zu Meyland im münster gekrönt, und ward
im gon Inszpruck gesant mit yrem volok, junckfrowen und
le.
Als man zalt 1499 jar was der Grow Pund und die En-uw
gendiner^^), deszglichen der biscboff von Chur^}, zu den Eyd-
t^ gnoasen in büntnüsz kommen.
6. üebenehrift: Ton der bapstglocken la Bm«1.
1) Hierüber ygL unten Ertzberg, s. J. 1492, und Wurstisens Baslei-
cbronik S. 475.
2) Die Untere Hardt, die Waldung in der Ebene des OberelsasB.
3) D. h. umgegossen. Ueber diese schon 1442 yon Papst Felix V.
geschenkte Glocke s. unten die Spätem Basler Annalen, ferner Wurstisens
MüDsterbeschreibung, i. d. Beiträgen Xu 425 ff.
4) Das Folgende schliesst sich in der Hs. an EtterUns Bericht über
den Vertrag yon Senlis, yom Mai 1493.
5) Bianca Maria, Lodoyico Moro's Schwester.
6) Das ewige Bündniss der Eidgenossen mit dem Grauen Bunde
wurde schon am 21. Juni 1497 geschlossen, und dasjenige mit den Enga-
dinem, d. h. mit dem Gotteshausbunde, am 13. Dec. 1498; s. Eidg. Ab-
schiede m 1, S. 745 ff. Jedoch folgte im Urtexte dieser Chronik hier yer-
muthlich der mit letzterm Bündniss zusammenhängende Ausbruch der
Feindseligkeiten im Münsterthal, und für diese ist 1499 allerdings richtig.
7) Ueber die zweideutige Haltung Heinrichs yon Höwen, des Bischofs
yon Chur, s. die irrthümlich unter Tschudis Namen herausgegebene Chro-
nik Heinrich Brennwalds, in Balthasars Helyetia IV 495. Ueber diese
Chronik s. O. yon Wyss, GescL d. Historiographie in der Schweiz, S. 155
L d. Anm.
6 Schwabenkrieg.
[104^] DafTioch, ah der Schwebisch pundt und die Kün-
gischen sich an die Steyg^ ouch gon Gutenberg, gon Fuduiz
und gon Veltkilch geleyt hatten^), do ward [105] die Steyg
durch die Eydgnossen gewunnen und uff dei widerpart sytten
vil erschießend), ^
(Febr. 12) Uff den andem tag') zugent die Eidgnossen dem von
Brandisz fiii sin schlosz, Fudutz genant; das gab sich uff und
ward von ynen verbranf, und tiI guts im schlosz verderpt, und
der von Brandisz gon Zürich gef&rt^).
Also wart das selb angestelt uff yedermans verhörung, wer io
recht oder unrecht hett, und solt jeder teyl heim ziechen^).
[105^] Als nun die Eidgnossen abzugent wider über Ryn,
do spotteten die, so uff dem schlosz Gutenberg waren, der Eid-
gnossen mit unchristenlichen werten und Schüssen ynen ein
berftmten man zu tod^j. Do fieng der unwill wider an, mar is
denn vor gsin was. Also karten sich die Eidgnossen wider
umb, und zugent hinder Veltkilch in das WalgSw, ist by
Pluditz').
Damach zugent sy für Bregentz^), doLseIhs sich ein merck-
Z FaduU fehlt i. d. Hs., weU der Band toh B1. 104 beschAdigt ist
1) Sie hatten schon Anfang Febr. alle festen Orte längs des rechten
Rheinufers bis hinab zum Bodensee besetit, also namentlich Ghitenberg
bei Baisers, auch Vadus und Feldkirch, und hierauf am 10. Febr. die von
den Bündtnem besetzte St Luziensteig eingenommen; s. Brennwald a. a. O.
S. 496 u. 497.
2) Die Rückeroberung der St Luziensteig erfolgte Montags den
11. Februar; s. Brennwald S. 497.
3) Also am 12. Febr.; s. die Torige Anm. und ygl. Anshelms Bemer-
Chronik U 116ff.
4) Zürich steht in der Hs. als Correctur für > Werdenberge, wie
Etterlin hat Jedoch wurde Ludwig von Brandis nach der Uebergabe von
Vaduz zunächst nach Rapperswil geführt, von dort aber nicht nach Zürich,
sondern über Luzern nach Bern, wo er Bürger war; s. Anshebn H 117
und 134.
5) In der Hs. schliesst sich diese Nachricht an die Uebergabe von
Vaduz. Wie jedoch das Folgende zeigt, so ist hier der schon am 2. Febr.
geschlossene Vertrag zu Glurns gemeint Ueber diesen Vertrag s. Dier-
auer, Gesch. d. Schweizer. Eidgenossenschaft II 335, auch Brennwald S. 494.
6) Diese Verhöhnung durch die Besatzung yon Gutenberg geschah
kurz nach dem 2. Febr., als die Eidgenossen gemäss dem Vertrage yon
Qlums wieder heimziehen wollten; s. Dierauer a. a. O., und Brenn wald
S. 495, auch Edlibach S. 209.
7) D. L in das Thal der III, bis nach Bludenz. Dieser Zug erfolgte
nicht unmittelbar auf die eben erwähnte Verhöhnung, sondern auf die
Einnahme von Vaduz, also nicht ror Mitte Febr.; s. Brennwald S. 499fr.
8] D. h. sie zogen gegen Bregenz; doch das hier folgende Treffen»
1499. 7
ÜcAer züg der vygenden gesamlet hatt Der selb siig in
Bregents aoch henisz g^^n den Eidgnossen, und hatten ein
grossen graben gemacht, und zngent über den graben, das
fuszYolck gegen den Eidgnossen i). Und beachach ein strenger
» angriffe und wurden vil uff beden sytten erschlagen. Doch so
ßukent die fygend^ und harnen ir vil umb im graben 2) und er-
(runden im see, oho, das sy uff 3000 erschlagner gerechnet
wurden. Und ward da vü gute geunmnen und ettlich schlangen.
[110^] Vor mitvasten^), als vil vom Schwebschen pundt^[j^^
10 tind von den Osterricheren im Hegow lagent, zugent die Eid-
gnoseen usz von Zürich, Bern, Lutzern ^), Friburg und Solaturn.
Aber es beschach kein gross schlaohen^). Doch so gewunnent
ey vü schhsZj und was vil guts in den schlössen, das alles ver-
brant wait^}. Also sugent die Eidgnossen wider heim; dann
1» es wart vast kalt, das man nit mocht im veld blyben vor
kelty.
[105^] Also in mitler sitt zugent die von Waldshut und
ir helffer über den Byn und verbranten by 12 d&rfferen den
Ton Bern und den Eidgnossen 7), und brauten bisz gon Brugg
20 an die statt in einer nacht, und zugent darmit widerumb
heym.
[106] Uff das, als die Waldshuter über Ryn gebraut
hatten, zugent die von Solaturn herab gon Dornach mit fünff-
Tom 20. Febmar, fand 1 St. westlich yon diesem Orte statt, bei Hard, un-
weit Tom Bodensee; s. Anshelm n 132 ff.
1) D. h. die Hauptmacht yerliesa ihre feste Stellung hinter dem Gra-
ben bei Hard und sog gegen Höchst, ihrer angegriffenen Vorhut su Hilfe;
s. Brennwald S. 504.
2) Der Graben hielt die Fliehenden auf; s. ebend.
3} Wie schon dieses Datum seigt, bezieht sich das Folgende auf den
ersten Zug ins Hegau, yom 19. bis 25. Februar; s. BrennwaJd S. 501 und
506ff.y u. Tgl. Anshelm II 124 ff. In der Hs. jedoch steht diese Nachricht
irrigerweise als Zusatz zu Etterlins Bericht über den viel spätem Zug ins
H^pau und bis Stockach, welcher erst im Mai erfolgte; über diesen s.
Anshehn n 202ff:
4) Luxem wird hiebei yon keinem andern Berichte genannt, statt
setner aber Schaffhausen; s. Brennwald S. 501.
5) Die feindliche Hauptmacht blieb unthätig zu Ueberlingen, und bis
dorthin zogen die Eidgenossen nicht; s. Anshelm II 127.
6} Die Namen der eroberten Burgen s. bei Brennwald S. 507.
7) D. h. im bemischen Aargau und in der Grafschaft Baden; s. ebend.
S. 508 und Anshelm II 132.
8 Schwabenkrieg.
zechenhundert mannen^). Dkemoln was ouoh der adel hie
im land by einander su Altkiroh, uff 400 pferd gesohetst, und
das fussYolck uff 4000 num^) usz dem Suntgäw und von Ryn-
lUn 22 felden, Seokingen, Louffenberg. Und uff frytag vor dem palm-
tagy vor tag, warent die Ei^^ossen') von Domach gesogen &
gon Häsingen und Blätehein, meinten den adel da ze finden
und etlich zu fusz ouch. Also was der adel mit ettliohen zu
fusz in der selben nacht gon Domach zogen, und vermeinten
die Eidgnossen im läger ouch zu finden. Uff das fiEuid kein
teil den andern im ISger. Also verbrant der adel den Eid- lo
gnossen das dorff Dornach, Grempen und ander dArffer, so gon
Domaoh gehorten. Und als der tag kummen was und die
Eidgnossen hindersich Sachen, do Sachen sy das fhär zu Dor-
nach, und überal ir d&rffer brennen. Also karten sich bed
teyl umb und zugent gemach gegen eynander, das was uff die i&
zechende stund vor mittag. Also greyff der adel die Eid-
gnossen redlichen an und meinten, die fuszknecht selten ouch
also gthon haben; aber die fuszknecht gaben von stund an
die flucht^). Also ward von adel erschlagen') herr Conradt
von Ampringen ritter, wart geschossen mit einer handtbüchsen; !2o
M&n 31 aber er starb erst uff den ostertag in der statt Ba^el. Aber
im feld bleyb junckher Hans Ulrich Meyer, ein starcker man<^),
und Juncker Conradt von Hercken^, und von fuszvolck Hans
Rosenblat und ettlich mer, uff 80 man, [106^] die fürt man
gon Sant Jacob zur Birsz und vergrub sy. 25
[108] Damach griffen die Eidgnossen die Schtoebiechen an^),
so usz Costantz waren kommen, [108^] und gewannen ob 14
1) Von diesen unternahmen 300 am 17. Mfirs einen Streifsug bis
Kembs, am 1. Rheinufer, unterhalb Basel; s. Brennwald 8. 512 und Anshelm
n 150. Diejenige Schaar jedoob, welche am 22. M&n das nachfolgend
ersShlte Treffen am Bruderhola lieferte, bestand aus 800 Mann, meistens
Solothumem; s. die Briefe an Solothum yom 22. M&rs , bei Tatarinoff,
Festsehrift s. Schlaoht bei Domach, Urkunden S. 52.
2) Beim Treffen waren es im Qansen gegen 3000; s. ebend.
3) N&mlich jene 800; s. oben Anm. 1.
4) Ueber das Gefecht s. namenüioh Anshelm 11 154 und vgl. Tata-
rinoff a. a. O., 8. 107 ff. des srsählenden Theils.
5) Nach der Flucht des Fussrolkes kämpfte die Reiterei noch fort;
8. Anshelm a. a. O.
6) Vgl B. Chron. V 322, Anm. 1.
7) Vgl. ebend.: Jacob yon Heroken.
8) Der Text Etterlins, an welchen in der Hs. diese Zusätse sich an-
schliessen, ersfthlt das Treffen Tom 11. April im Sehwaderloch.
1499. 9
grosser schlangen und houptstuok ^). Do ward erschlagen herr
Burekart von Bandeck und ettliche sinei fründen'], und der
Mundbiott von Gonstants, und sunst uff beden teylen 300 man.
Damach zugent die Eidgnoseen gon Tüngen\ geumnnen daSj
s tmd nament gefangen junckher Hansen von Baldeck, den wald-
Togt von Griessen^) und ander edellüt, uff 10 mann; wurden
gon Obern Baden gef&rt und in den thurn geleit.
Also darnach zugent die Eidgnossen gon St&lingen') und
gon Sossneck^^), gewunnen sy, und schleifiten sy mit brand
10 und serst&rten sy. Und Küssenberg das schlosE^) gab sich uff,
uff gnäd, gnedigelich.
[110^]. Damach zugent die Eidgnossen in das Walgöto^
brantschatztent das umb 8000 rynscher guldin^) und nament
darumb ettlich man, nämlich 10 die besten^], ze bürgen ge-
isfangen mit inen heim,
[111] üff mentag vor der uffart im 99 jar zugent die von lui 6
Solatum herab mit dem baner, und zugen gon Häsingen ^<^).
Do gab sich das sohlosz uff; das verbranten sy, schlosz und
1) Ueber diese Beute ygl. Brennwald S. 523 und Anahelm II 169.
2) Vor aUen sein Bruder Heinrich ; Ober beide b. Brennwald S. 524
und Anahelm II 164 u. 167.
3) Thiengen bei Waldahut Ueber diesen Zug, der Mitte April er-
folgte, vgl. Anghelm 11 185 ff. und Brennwald S. 532 ff.
4) Rudolf Ton Grieaen, östreichischer Vogt auf dem Bchwanwald.
TgL Brennwald S. 532.
5) Btfihlingen a. d. Wutaeh, 3 St. oberhalb Thiengen.
6) Gemeint ist das dem Freiherm Ton Roseneck gehörige St&dtchen
Blumfelden (jetxt Blumegg) a. d. Wutach, 2 St oberhalb Stahlingen; s.
Anshelm IL 190.
7) Küasenherg, 2 St. östl. t. Waldahut; a. Brennwald S. 533.
8) Dieae Brandaehatsung dea Wallgauea erfolgte auf daa Treffen yom
19. April bei Fraatens; a. Anahelm IE 173 ff.
9) Laut Anahelm 11 174 waren ea 8.
10) Das hier atehende Datum (6. Mai) bezieht aioh auf daa weiter unten
erzählte Gefecht an der Bira bei Brüglingen; a. unten S. 10 A. 5. Der Aua-
zug der Solothumer aua ihrer Stadt hingegen erfolgte achon am 18. April,
und die Uebergabe dea Weiherachloaaea Heaingen am 21.; a. die Briefe
Yom 19. bis 22. April an Baael, mitgeth. von H. Witte i. d. Zeitachrift f.
Geaeh. d. Oberrheins, N. F. XIV S. m 105 ff., femer den Brief yom 22.
hei Tatarinoff, Featachrift, S. 60 der Urkunden. — Der Schloaaherr yon
Besingen, Bernhard se Rin, ein Sohn Friedricha und Neffe Biaohof Kaapara,
hatte früher durch Prahlereien die Eidgenoaaen gereist; a. Anahelm II 197.
10 Schwabenkrieg.
dorff^]. und zugent wider gon Domach mit iiem paner und
volcky und lagen da ettlich tag. Also macht sich der adel uff
mit vil Tolcks zu rosz und fuaz, und spiszten das schlosz
PfSffingen^), und Schüssen g^en einander über die Birss; aber
es ward kein schlacht'). Und in dem zugen die Eidgnossen &
USB dem Hegow, und zugent Bern und Fryburg herab zu denen
von Solatum^). Und als sy zu der Birszbrucken zugent^), da
waren ettliche reysige pferd im feld, wol by 60, und schar-
mützleten mit eynander. Da wart graff Ebins von Ortenberg
erschlagen, lyt zu Basel by den Barfussen im chor begraben, lo
und macht in Werlin Saler usz*); und sunst bliben by 10 mann
uff beiden teylen.
Also Iflgen die Eidgnossen ^j die selbe nacht zu Muttentz,
und ein h&r lag in der matten hie dissit der Birszbrucken am
lui 7 tych^]. Und morndes am zinstag zugent sy gon Bl&tzhein, und i»
verbranten das schlosz und dorff.
luis Am mitwuchen zugent sy hinab, brauten Barttenhein,
Sierentz, Schlierbach, und leytten sich gon Hapsen') und
1) Diess geschah gegen den Willen der Hauptleute, und unter Ver-
letiung der bei der Uebergabe ertheilten Zusage; s. den in der yorigen
Anm. erwähnten Brief bei Tatarinoff.
2) Diese Burg gehörte den Brüdern Oswald und Heinrich, den letzten
Grafen Ton Tierstein; über diese s. M. Birmann in B. Jahrbuch 1883,
S. 84 ff., femer Tatarinoff, S. 70 ff. des enihlenden Theils.
3) Am 30. April fand ein Scharmütiel an der Domacher Brücke statt
Doch schon am 4. Mai sog der Feind sich aus dem Birsthai wieder in den
Sundgau zurück; s. die Briefe vom 30. April und 1., 2. u. 4. BCai bei Ta-
tarinoff, S. 62 u. 67 ff. der Urk.
4) D. h. ausser denen, die im Hegau gewesen, kam nach Domach ein
neuer Zusug von Bern; s. Anshelm H 194, femer die Briefe vom 4. u.
5. Mai bei Witte, 8. m 121 u. 122.
5) Bei St Jakob. Laut Wurstisen 8. 486 geschah das hier folgende
Gefecht vom 6. Mai bei Brüglingen, also oberhalb dieser Brücke, auf dem
L Ufer. Auch waren es nicht die Bemer, welche hier auf den Feind
stiessen, sondem nur eine Freischaar von 300 Mann; s. Brennwald 8. 535
und TgL den Brief der HaupÜeute zu Dornach, bei Witte, S. m 125.
lieber dieses Gefecht, das am 6. Mai erfolgte. Tgl. noch Anshelm H 195,
ferner den Brief Graf Heinrichs von Fürstenberg, bei Tatarinoff S. 70
d. Urk.
6) D. h. er sog ihn aus. W. Saler, aus Basel gebürtig, jedoeh Bürger
Yon Solothum, wurde selber verwundet; über ihn s. Brennwdd S. 513 u. 515,
Anshelm II 153 und Ochs IV 683 ff., femer Beitr&ge XII 264 u. 270 ff.
7) D. h. sowohl die Bemer als die aus dem Hegau kommenden Zu-
züge; vgl. oben Anm. 4.
8) Also auf der Wiese zwischen der Birs und dem Mühlteich von
St Jakob.
9) Ueber diesen Zug bis Habsheim bei Mülhausen vgL Anshelm 11 196.
1499. 11
brauten das selb ouch. Und zugent widei beruff, und sugen
die panei alle heym in ii land, mit iiem züg und lütten ; doch
besatacten die von Solaturn ir schloss Dornach mit lütten.
[114^] Im 99 jar, ungevorlich by 10 tagen vor pfingsten, ▼^
»kam die Welsche gard^), die vor zu Tann waren gelegen, und
die fryen knecht. Aber die Welsche gard namen den Bünden
und den fyenden ettlich ross^), und hielten sich, das man nit
▼il guts von ynen seyt, von eim und dem andern.
Uff sant Ulrichs tag im 99 jar engen die Welsche gardJ«U4
10 und die fryen knecht mit ettlichen uss dem Suntgow in das
Münstertal; das was eins bischoffs von Basel, aber es hatt sich
an die von Bern gehenckt und ynen geschworen 3). Also wart
das Münsterthal gantz uszgebrant uff den obgeschribnen tag,
und ein grosser roub mit vych und anderm uss dem Münster-
IS thal gefftrt. Die Eidgnossen von Solaturn und Bern zugen
in der selben nacht hinnäch^), aber sy mochten nüts schaffen.
Der roub kam in das Suntgow.
[115] Unlang vor sant Marien Magdalenen tag im 99 jar
nam der Schtoebüch punt zu im die Wehche gard und die fryen
tt knecht, das yro also ob 10 000 man wurden, mit yil guter
grossen büchsen, houptstucken, carthonen und einer meicklichen
zal schlangen, und lagen also in guter hut bisz uff sant
Marien Magdalenen tag. Ja]i22
Als der tag anbrach, hub sich der züg uff mit macht, zu
isrosz und zu fusz, und zugent für Domeck das schlosz^) und
weiten das gewinnen mit macht, und leyten die grosse büchsen,
und tetten zwen schütz darin. Also kamen die Eidgnossen
uff 6000 man, das was Zürich, Bern, Zug, Solaturn, Lutzern,
die tetten den angriff®). Do kam erst Fryburg und Under-
9. üelMndarift: Ton b«roQb«ng ond Twbranniug das MüBstertals.
1) Ueber diese burgundisehe Söldnerschaar s. Brennwsld S. 545 und
Ansbelm II 226.
2) Vgl Basels Brief vom 13. Mai, bei Ochs IV 588.
3) Das Münsterthal hatte mit Bern ein Burgrecht seit 1486; 8. Eidg.
Abseh. m 1, S. 235 und Anshelm I 290 ff.
4) Vgl den Brief Tom 7. Juli, bei Tatarinoff S. 98 d. Urk.
5) Sie kamen aus dem Sundgau und zogen neben Basel vorbei.
6) Diese 5 Orte z&hlten wohl zusammen 6000 Mann. Jedoch trafen
die Banner Ton Lusem und Zug erst später ein und führten die Entschei-
dung herbei, nachdem die Schlacht wohl schon 2 bis 3 Stunden gewfihrt
hatte; s. Brennwald S. 562 ff. und ygL unten S. 12, A. 3.
12 Schwabeiücrieg.
walden, üry, Switz^), das ir hindernooher wol 12000 wart.
Aber die tetten den angriff, wie obstat, und die überfielen sy
by den büchsen^), uff denselben sant Marien Magdalenen tag
uff die sechste stund noch mittag, was umb vesperzitt'). Do
gewunnen die Eidgnoaaen dero von Fryburg und Enszheim ^
fenly^ und erachlugent der fygenden vor nacht by 1200% under
toelchen was gräff Heinrich von Fürstenberg, gräff Eckrich von
Bitsch, ein herr von Castelwart'^), herr Conrät von Uetenheim <^),
und einer von Kageneck von Strfiszburg^), und der schultheisz
von Ensiszheim, und sunst vil guter lütten. Und lagen die lo
Jvii 24 Eidgnoasen im veld bisz uff den mitwochen.
jidi 25 Damach am donstag zugent sy herab für Basel mit macht,
und legerten sich gon Sant Jacob an die Birsz und in den
selben matten herab bisz zu der Birszbrucken, und lagen de,
und must man ynen zuf&ren win und brott; und wolten in is
das Suntgäw, oder in des Margrafen land über Ryn gezogen
sin. Also bäten die von Basel so ernstlichen und ermanten
sy all der alten liebe und früntschafit, das sy umb der statt
von Basel willen wider heim zügen^}. Das tetten sy, und uff
Juli 27 den samstag zu nacht noch sant Marien Magdalenen tag ward 20
das veld gerumpt von den Eidgnossen, und zugen heym.
[117] Damach ward ein tag angesetzt gon Basels fridens
1) Freiburg, Uri und Unterwaiden kamen erst folgenden Tages, und
der Zuzug von Schwyi, vom Schwaderloch her, erst am 24. Juli; s. Brenn-
wald S. 565 und Ansbeim II 231.
2) Aus dem Walde unterhalb der Behartenfluh gegen 4 Uhr Nach-
mittags hervorbrechend, stiessen die Zürcher, Bemer imd Solothumer zu-
erst auf das gegen das Schloss Dorneok aufgestellte Belagerungsgeschütz;
s. Anshelm 11 228.
3) Nachdem der Angriff schon gegen 4 Uhr erfolgt war, erschienen
erst gegen Abend die Lusemer und Zuger, deren Eingreifen die Schlacht
entschied; s. Anshelm U 230 und ygl. oben S. 11, A. 6. VgL femer den Brief
der Bemer Hauptleute yom Abend nach der Schlacht, wonach die Luzemer
und Zuger erst zwischen 7 und 8 Uhr erschienen; s. diesen Brief bei
GIutz-BIotzheim, Forts, zu Müllers Schweizergesch. V 2, S. 524. — Ueber
die Schlacht überhaupt ygl. Tatarinoff S. 166 ff. des erzählenden Theils.
4) Diese Zahl, als die niedrigste Schätzung, ergänzen wir aus B.
Chron. V 322.
5) Mathias von Castelwart; s. Brennwald S. 564.
6) Vgl. B. Chron. V 322 : Claus y. Utenheim.
7) Arbogast yon Kageneck, Fähndrich der Strassburger; s. Brenn-
wald S. 565.
8) VgL B. Chron. V 323, A. 3.
1499. 13
halb^). Dahin kam des lUmischen küniga hoUschaffl und
hetten ob 100 pfezden, oiich aller Eidgnossen hotten^ on Ury
was nit uff dem tag; und waren die usz dem Giäwen Pund
euch uff dem tag, desz glichen von Schäffhusen, Sant Gallen,
& Obern Baden, und usz anderen irer landtsohaffit, ouoh uff
hundert. Und des kiinigs von Franckriohs bottschafft kam
ouch dar.
[119] Aho ward der krieg gericht zu BaseP). Und was
uff die selbe zitt burgermeister zu Basel herr Hartman von
10 Audio, das was der nüwe; so was herr Hans Tmer von
Gilgenberg alt burgermeister'), und wolt ir keiner zu dem
loblichen ampt des fridens kummen. Darnach bald gaben die
rädt der statt Basel herr Hans Ymer urlob vom burgermeister-
ampt^). So nam Herr Hartman selber urlob; er sach wol, wie
15 es gon wolt.
[119] Also do man zalt 1499, ungevorlichen umb s^^t^
Verenen tag^), wart küng Elogius von Franckrioh, der im
nechsten jor vor vorgenantem jor hertzog zu Orlyentz gewesen
was^), bewegt mit macht in das hertzogthumb von Meyland ze
2oziechen. Und als der hertzog^) weich, do zoch der küng von
Franckrich fiirsich und gewann das gantz land von Meyland,
stett und sohlosz an allen enden im land, necher denn in
6 wuchen^); und besatzt die stett und schlosz mit sim volck,
mit Frantzosen ^), und nämlich das schlosz Meyland und das
« sehlcK» Nawerri Als er nun das gant. land gewonnen und
besetzt hatt, zoch er wider heym^^^).
1) Ueber diesen Friedenstag, der am 18. Aug. begann, b. Eidg. Absch.
m 1, S. 630, auch Wurstisen 8. 493 und B. Chron. V 323 ff.
2) Ben Friedensyertrag, yom 22. Sept. 1499, s. Eidg. Absch. m 1,
S. 758 ff.
3) Ueber diese beiden s. Heusler S. 416 ff., und über Gilgenberg ins-
besondere s. Vischer-Merian, i. d. Beiträgen XII 251 ff. Sie waren mitein-
ander verwandt durch Gilgenbergs erste Gemahlin, Barbara von Andlau.
4) Wahrscheinlich schon im Oct. d. J.; s. Ochs IV 684 ff. Er zog
hierauf nach Ensisheim; s. Beiträge Xu 290.
5) Ende August sog Ludwig XII. über die Alpen; s. Anshelm IL 268ff.
6) Bevor er 1498 König wurde, war er Henog von Orleans. »Elogius«
beruht auf Verwechslung Ton Loys (Louis) mit Eloys.
7) Ludwig Sfona.
8) Von Ende August bis zum 6. Oet., wo er in Mailand einzog; s.
Anshelm a. a. O.
9) Er hatte in seinem Heere auch Schotten und Eidgenossen; s.
Anshehn n 270 ff.
10) Im Dec. 1499; s. ebend.
14 Schwabenkrieg.
[119^] Darnach bald bracht der herizog van Meyland uff
ob 10000 Eidgnossen knecht^); desz glichen zugent im alle
die fryen knecht usz disen landen^) und die Welsohe gard
noch, und gab er eim fuszknecht 5 guldin den monat. Aho
da er ein grosz volck ze rosz und ze fusz zewegen bracht, &
zach er damit in sin land und gewan die statt Meyland'), euch
cUe 2 stett Kum und Nawenen^), und sunst ril ander statt
und Bchlftsser. Doch behielten die FraiUzoeen das achlcsz zu
Meyland und das schlosz zu Nawerren dozemalen und euch
nftchhSr all zitt. lo
Also in mitler zitt, do der käng von Franckrich vemam,
das sich Meyland wider umbgeworffen hatt und sich wider an
den hertzogen ergeben, do macht sich der küng wider uff mit
grosser macht ze rosz und ze fusz, und zoch wider gegen
Meyland; und schickt sin bottschafft zu gemeinen Eidgnossen i5
Von ort zu ort, und bracht eine grosse zal Eidgnossen uff, ob
12000 man oder mer, und zoch wider in Meylandt mit macht.
Und in der zitt beschachen vil Scharmützel an eim und am
andern ende, aber kein grosse Schlacht.
Und also ward der kling von Franckrich <^) innen, das der 20
hertzog zu Nawerren in der statt was mit grossem volck, vil
fryer knechten, vil Eidgnossen, die Welsche gard und vil
Betzen % und mit sim eignen volck ein grosse zal, und hatten
aber nit vil zu essen. Das wuszt der küng; denn er hatte
das schlosz stätigs innen. Also machten sich des küngs houptlüt 25
mit macht uff, und belegerten die statt Nawerren, und fiengen
an zu stürmen. Und was des Frantzosen züg in nott kommen,
und verlurent vil guter lütt; aber sy behielten dennocht das
veld mit macht ^). Also musten sich die in der statt ergeben,
oder sy hetten sunst all müssen sterben; denn sy hatten nit 30
spysz zu leben, so vil volck was in der statt. Und uff das
seytten die Frantzosen: sy wfilten die Eidgenossen knecht ab
lossen ziechen mit irer hab; aber [120] was der fryen knechten,
oder Welschen garden oder Reizen weren, oder ander, die
1) Vgl. Brennwidd S. 579: ob 5000, und Anshelm 11 282: bi 6000.
2) Die Landsknechte.
3) Am 5. Februar 1500.
4) Como und Noyara.
5) Ludwig Xn war nicht persönlich bei diesem Feldxuge.
6) Raizen, d. h. Serben , dienten als Söldner, seitdem ihre Heimat
von den Türken erobert war.
7) D. h. sie yertrieben am 9. April die Vertheidiger aus einem Kloster,
welches vor der Stadt lag; s. Brennwald S. 5S7.
1500. 15
mftsten all aterben. Also gaben die Eidgenossen den Frantsosen
die antwoit: »Das well goU niemeimer, das wir von den fryen
kneehten wychen; denn sy sind mit uns und wir mit ynen
in dise statt kummen. Also wellen wir by einander sterben,
soder sy mftssen mit uns hinuss kummen mit irer hab, wie
wir!« Und uff das seytten die Frantiosen das selb ynen zu^),
und also wart Nawerren dem küng von Franckrich übergeben^).
Doch wart in disem abzieohen vil von der Welschen gard,
desK glichen von Retzen erstochen'). Der Eidgenossen knecht
10 hatten den hertzogen under sich gemischlet, als ob er ein
ander fuszknecht wer, gaben im ein hallebarten in sin hand.
Do9k 80 ioart er von den Frantzosen erkennt und gefangen^
gefbrt gon Leon^].
[119] Der anfang, wie und worumb ein statt Basel ein
IS ort der Eidgenoschafft ist worden.
Als man zalt 1499 jor und der friden gemacht ward zu i4W
Basel zwuschen dem Bfimschen kiing, den churfürsten und
den stetten, so in anhiengen mit dem krieg an eim teyl, desz
glichen gemeiner Eydtgnoschafilb des andern teyls, und in disem
»fiiden bestimpt was mit uszgedingten werten^): dwyl ein statt
von Basel mit beden teylen in vereyn und büntnusz, und still
gesessen were, und keim teyl hett wellen anhangen, sunder
ire brieff und sigel so trüwUchen gehalten betten, so wölte
kiinglich majestet und churfürsten, stett, und sin anhang, desz
K glichen gemein Eidgnoschafft wolt, das ein statt von Basel
und die iren in disem firiden euch begriffen sin selten, und
kiingliche majestet hett ein gut benftgen an irem stillsitzen,
so sy gethon betten. Desz hielt sich ein statt von Basel und
die yren; es wart aber übel an ynen gehalten. Denn sobald
7. tb«rg»bflB i. d. Hl. corr. mu: wider geben.
1) Auch der Welschen Garde wurde freier Absug bewilligt, nicht
aber den Lombarden ; s. Brennwald S. 588.
2) Am 10. April.
3) VgL Brennwald S. 589, sowie auch den Brief vom 15. April von
Geofcey Carles, suerst edirt bei Piollet, Etüde sur Geoffirey Carles, und
daraus abgedr. im Anzeiger f. Schweia. Gesch. 1884 S. 279 ff.
4) Von Lyon wurde er nach Loches in der Touraine gebracht, wo er
im Gef&ngnisa starb; s. Anshelm 11 300.
5) Vgl. den betreffenden Artikel des Friedensvertrages, Eidg. Abech.
m 1, 8. 761.
16 Sehwabenkrieg.
Yoibestimptei &id angenommen wart, do wären die von Basel
nienenmer sicher usserthalb der statt, und in der Herrsohafft
land allenthalb: [119^] Man beroupt und erstach sy; darnoch,
wen es geschaoh, so wolts nieman gethon haben. Denn sy
wären allenthalben verhaszt, und sang man schentliche lieder &
von ynen, die unohristenlichen und unmanlichen waren.
Es waren ouoh 12 knecht zu Rynfelden, die hatten ettlich
▼on Basel erstochen im friden. Aber dennocht ward es noch-
gelassen von einer statt Basel, umb fridens willen, und wart
betragen zu Rynfelden und gericht, und darumb brieff und lo
sigel uffgericht^). Des hielt sich ein statt von Basel; es mocht
aber alles nitt gehelffen. über allen semlichen friden wurden
die 7on Basel von ettlichen usz der statt Seckingen gefangen,
ynen das ir genommen, geschetst und übel gehandlet ^). Also,
wiewol man denen von Basel vil zuseyt und schreib, man i»
wolt sy straffen, dennocht enthielt man sy zu Rynfelden und
allenthalben in der Herrschajflft lande, wo es was^'). Solche
deren von Basel nott weret mer denn 2 gantzer jären lang^).
Febr [^^^] ^^^ ™^^ ^^ ^^^^ j^ ^°^^ faszuacht^), do wart ein
statt von Basel zu radt; ir treffliche bottschaffb ze gemeinen 20
Eidgnossen gon Zürich uff den tag, so dozemäl do gehalten
ward, ze schicken. Und waren disz die hotten mit nammen:
Lienhart Grieb, Hans Hiltbrand, Walter Hämischer^); welchen
befolhen wart an gemeine Eidgnossen ze bringen: Dem-
nach und ynen wol wissen, ein statt von Basel in den ge- 25
machten friden beschlossen wer, würden sy nit destminder
beroupt, erstochen und erschlagen, und wolts doch nieman ge-
thon haben, und begerten desz iren trüwen rädt
Uff semlichs seytten gmein Eydtgnossen: So ferr es einer
stat von Basel gelegen wer, so weiten sy von allen orten ir 30
M&n 21 bottschafit uff mittfasten zu Basel haben, und mit einer statt
1) Biesen Vertrag s. im St Archiv, St&dt. Urkunden 1499 Sept. 26.
2) N&heres 8. bei Ochs IV 709, wo jedoch statt Seckingen Rheinfelden
genannt wird.
3) Ueber weitere Gewaltthaten^ 1. J. 1501, b. ebend. S. 742 ff., femer
Brennwald S. 597.
4) D. h. bis sum Sommer 1501, wo der Bund mit den Eidgenossen
geschlossen wurde.
5) Die eidgenössische Tagsatsung, an welche diese Botschaft abge-
ordnet wurde, begann in Zürich am 15. Febr.; s. Eidg. Absch. in 2, S. 99*
6) Der Achtbürger L. Orieb d. ältere war 1484 Oberstsunftner ge-
wesen; Hans Hiltbrand war Zunftmeister zum Bftren, und W. Harnisch
Rathsherr der Metsgersunft.
1501. 17
von Basel led haben und so vil verschaffen, das villicht die
yren hinfiir sicher wurden sin. Das wart zugeseit von den
botten, usz bevelch eins grossen und kleinen rädts von Basel.
Also uff mittvasten kamen die Eidgnossen gon Basel ^), Kiri 21
5 und ward ynen vil zucht und eer bewisen, und kam man in
red und in geschrift. Solichs namen die Eidtgnossen hinder
sich zu bringen; und wart deszhalb aber ein ander tag gon
Lutsern angesetzt uff die pfingstfürtag^), von gemeiner Eydt- (Jimi 2)
gnoechaffty wytter mit einer statt von Basel red zu halten dber
to büntnusz halben.
Also uff vorgesetzte zitt wurden von der statt Basel wegen
gon Lutzem geschickt dise naohgeschriben hotten: junckher
Peter Offenburger oberister zunfitmeister '), Niolaus Bysz alter
znnflftTneister^), Hans Hiltbrand, Walther Uarnischer, mit vollem
IS gewalt zu handien in der verbüntnüsz, die artickel ze minderen
und zu meeren, noch irem guten bedunoken der statt Basel
halb, doch das ein statt Basel wolt und solt ein ort der Eyd-
gnoschafit geheyssen sin in lieb und in leyd, und by ynen
sitzen als ein ander ort, euch was sich nun hinfürer, begeben
20 mdcht noch dato des büntnuszbrieffs, glych macht und gewalt
haben s51te und m&chte, nüts uszgenommen, wie ein ander
ort der Eydgnoschafft. Uff disem tag wart vil gehandlet,
ettlich artickel gemindert und gemeert. Yedoch zu letst sachent
die 8 ort an ^ das die von Basel sich so erlichen und redlichen
3s m zUt des krieges gehalten hatten^ und nament sy uff zu einem
ewigen ort. Und wart solichs verbriefft und beschlossen zu
Lutzem uff sant Medardus tag umb die 5. stund ^). Juni s
Nachdem alle ding und Sachen von beden parthyen be-
schlossen und zugeseyt, ward ein tag angesetzt gon Basel, das '
1) Ueber diesen Tag zu Basel, vom 21. M&rz, s. Eidg. Abseh. III 2,
S. 105.
2) Auf Mittwoch nach Pfingsten (2. Juni). Diese Tagsatiung in Lu-
xem, deren Abschied verloren ist, wurde nicht am 21. Man verabredet,
sondern erst auf einem späteren Tage zu Basel, der bis zum 19. Mai
währte; s. Eidg. Absch. lU 2, S. 117 ff. Zudem übergeht der Verf. die
daswischen gehaltenen Tage zu Luzem und Schwyz, vom 19. u. 28. April,
auf welchen ebenfalls in dieser Sache unterhandelt wurde; s. ebend. S. 109 ff.
3) Der spätere BOrgermeister ; über ihn s. B. Chron. V 309, A. 2,
auch unten S. 19.
4) N. Busch, der frühere Stadtsohreiber. Die Schreibung »Rysz«
entspricht der mundartlichen Aussprache.
5) An diesem Tage (8. Juni) erfolgte der endgiltige Besohluss. Der
ausgefertigte Bundesbrief jedoch trägt das Datum des 9. Juni; s. Eidg.
Absch. ni 2, S. 120 ff. und ebend. S. 1291 ff. den Worthiut der Urkunde.
Baaler Gironikett. YI. 2
18 Sohwabenkrieg.
die Eidgnossen mit ToUem, gewalt solten kummen, und solt
ein statt von Basel und ir buigei ynen die büntnuss schweren.
Dess glychen so solten die Eydgnossen einer statt von Basel
und den yren oueh schweren. Diss geschach, wie hernach
stott 1). &
Juli 13 Als man salt 1501 jar uff sant keyser Heinrichs tag hat
ein statt von Basel bevolhen ein löblich ampt su haben im
miinster, gott dem allmechtigen su lob und eer; und waren
hieby gemeiner Eydgnossen bottschafiten'), desz glychen bed
rädty nüw und alt, der statt Basel. Darnach giengen die Eid- lo
gnossen mit den rädten herab [121^] an den Kornmerckt uff
ein brüge, was gemacht von der Wynlütten husi an biss an das
husz cum Hasen'). Und gieng die brüge uff dem Kornmerckt
bisz über das grSblin^); daruff stunden die Eidgnossen und
bed rädt von Basel. Und uff dem merckt^) stunden die i5
gemein, und burgers sün, was über 14 jor alt was, und uss
den ämptern die v> und die aroptlüt, pfleger etc.*).
Und also ward der büntnussbrieff gelesen, und schwur
ein statt Basel gemeinen Eydtgnossen, disen eewigen bundt
ze halten. Und gab der burgermeister von Zürich, hiess»
Heinrich Rösch 7), ynen den eyd. Und do ein statt Basel
mit sampt den yren geschworen hatt, do gab der stathalter
junckher Peter Offenburg ^) gemeinen Eidgnossen ouch den
eyd; den schwuren sy ouch. Und do uff beiden teylen ge-
schworen was, do fieng man an zu lütten mit der rätsglocken, »
und mit allen glocken in der statt, in allen kilchen und
closteren, und lutt man £roid überal.
Und also fürt man gemein Eidgnossen zum Brunnen, und
• bed rädt von Basel, und assend do by eynander zu imbisz und
1) Ueber den hier folgenden BundeMchwur vgl. B. Chron. V 324,
auch Brennwald S. 597. Ueber die periodische Erneuerung des Schwurs
s. B. Chron. IV 88 ff. und unten den Anonymus bei Schnitt, s. J. 1526.
2) Ihre Namen s. bei Wurstisen, S. 497.
3) S. B. Chron. V 324, A. 3.
4) Vermuthlich die Rinne, welche die Fahrstrasse iwischen der Freien
Strasse und Sporrengasse vom übrigen Marktplatz trennte. Die Bühne
nahm also diese Fahrstrasse ein.
5) D. h. auf dem ganzen Platz, soweit ihn die Bühne f^ei Hess.
6) Also die gesanmite Bürgerschaft, vom 14. Jahr an, sammt den
Amtleuten des Landgebietes.
7) H. Röist.
8) Vorher Oberstzunftmeister, war er bei der diessj ihrigen Raths-
wahl in Ermanglung eines wirklichen Bürgermeisters zum Statthalter des
Bürgermeisterthums ernannt worden; s. Heusler S. 417.
1503. 1504. 19
SU nacht mit giOBsen firoiden. Und nam man von nieman
keyn ürtten; ein ladt von Basel bezalt es alles ^),
Anno 1503 jar zugent gemein Eidgnoeeen für Luggarw^), i503
Also zoch ouch ein statt von Basel usz mit 600 mannen, und
s was oberster houptman junckher Peter Offenburger und Friderich
Hartman'), und ward ein mechtige letzen gewunnen von den
Eidgnossen dem selben land ab^). Aho ward die each gericht%
und wurden die capitel wider uffgericht des zols hidb<^), das
gemein Eidgnossen mit sampt denen von Bellents irj selten
10 wandlen im land von Meyland, noch lut der berichtbrieff.
Und uff das zoch yederman wider heym mit froiden.
Anno 1504 j&r hielten die Eidgnossen von den 12 orten 1604
ein fasznacht zu Basel mit yren 12 zeychen und farwen, was
lustlich ze sechen^).
12. Hfl. yn orten, tUtt JH.
1) Die diessbesüglichen Ausgaben 8. in der Fronfastenreclmung von
1501, abgedr. bei Thommen, Der Basier Bundesbrief, S. 25 ff.
2) Ueber diesen Zug nach Locamo vgl. unten Ertiberg u. Adelberg
Meyer, s. J. 1503. — Das hier Folgende, bis »land ab«, findet sich wört-
lich auch in der Beinheimisohen Hs. Bl. 193^; ygl. unten Beilage 11 sur
Chronik der Mailänderkriege.
3) Offenburg war seit Juni 1502 Bürgermeister, und Hartmann Alt-
Oberstsunftmeister.
4) Ueber diese Letie, am Langensee oberhalb Locamo, s. Wurstisen
S. 499. W&hrend die Basler am 14. Man aussogen, wurde diese Ver-
schanzung schon Yor dem 20. Man erobert; s. den Brief Basels an seine
Hauptleute im Felde, vom 22. Mftrs, im Missivenb. XXH 113.
5) Im Friedensvertrag von Arona, vom 11. April 1503; s. Eidg.
Absch. m 2, S. 1305 ff.
6) Das alte mit Mailand geschlossene sog. Capitulat wurde erneuert;
s. ebend. 8. 224 u. 1308 ff.
7) Dieser Besuch w&hrte Yon Sonntag dem 21. bis Donnerstag den
25. Januar; s. Näheres bei Edlibach S. 237 ff., der jedoch die irrige Jahr-
sahl 1503 hat
n.
Die
Anonyme Chronik der Mailänderkriege.
1507—1516.
Einleitung.
Die bb 1504 reichende Chronik de« Sohwabenkrieges,
deren Bruchstücke über den leisten Theil von Berlingers Etterlin
als Zusätze zerstreut sind, ist nicht so umfangreich, dass die
betreffenden Blattränder damit ausgefüllt wären. Der haus-
5 hälterische Berlinger benützte daher jeden noch frei gebliebenen
Kaum zu weiteren Eintragungen, imd so finden wir s. Th. auf
denselben Blättern, welche diese Beschreibung des Sohwaben-
kri^es enthalten, noch weitere, von 1507 bis 1537 reichende
Auüseichnungen. Im Gegensatz zur genannten Chronik finden
10 sich jedoch diese auch in der Beinheimischen Hs. ^), und
ausserdem ist uns ihre zweite Hälfte, von 1518 an, noch in
einer dritten Hs. erhalten, nämlich in einer umfangreichen
Compilation, welche um 1537 von dem Basler Maler Konrad
Schnitt gefertigt wurde'). Wie wir nun später noch sehen
» werden, so ist diese mit 1518 beginnende zweite EQUfte nichts
andres als die bisher verloren g^laubte Chronik des genannten
Bfalers']. Es .tritt uns daher vor allem die Frage entgegen,
ob nicht auch der erste Theil der vorliegenden Aufieeichnungen,
schon von 1507 an, als das Werk Konrad Schnitts zu be-
30 trachten sei.
Ein greifbarer unterschied zwischen diesem ersten und dem ^"^|^^^
zweiten Theil ist weder in sprachlicher Hinsicht noch in der Be- g^^^
handlnng des Stoffes nachzuweisen, und wenn an zwei Stellen
Angehörige von Constanz in auffalliger Weise erwähnt werden^),
s so werden wir unwillkürlich daran erinnert, dass auch Schnitt
aus dieser Stadt gebürtig war. Nicht minder stimmt es zu
seiner Eigenschaft als Heraldiker ^), wenn beim Zuge von 1513
1) S. B. Chron. V 450 u. 458. Die Beinheimisehe Hs., frflher ohne
Signator, ist jetst H 1 1 signirt
2) Ueber diese Hs., jetzt Cod. S 2 der Vaterländischen BibUothek in
Basel, s. unten Beüage I zu Schnitts Chronik.
3) 8. unten die Einleitung zu Schnitte Chronik.
4) Beim Pavierzug von 1512 und beim Dijonerzuge von 1513; s. unten.
5) Hieraber a. unten die Einleitung zu Schnitte Chronik.
24 Mail&nderkriege.
gegen Dijon alle Fahnen und Fähnlein beschrieben werden,
welche man damals durch Basel ziehen sah. So deutlich nun
diese Merkmale auf ihn su weisen scheinen, so dürfen wir
doch andrerseits nicht übersehen, dass schon in diesem ersten
Theil unverkennbar ein in Basel lebender Zeitgenosse berichtet^ «*>
was er damals gesehen und gehört hatte. Zudem lässt s. B.
die Erzählung der Gesandtschaften von 1512 nach Venedig,
Rom und Mailand nur auf einen VerGEtsser schliessen, welcher
entweder selber dem Bath angehörte oder doch wenigstens
mit einzelnen Bathsgliedern persönlich verkehrte. Von Schnitt lo
aber wissen wir nur, dass er erst 1519 in Basel in eine Zunft
aufgenommen wurde. Vorher also, um 1512, kann er hier
wohl nur als Malergeselle gelebt haben, obschon er später zu
Ehren und Ansehen gelangte und 1530 Zunftmeister wurde ^).
Noch zweifelhafter erscheint jedoch Schnitts Autorschaft \h
hauptsächlich dadurch, dass in jener schon erwähnten, von
seiner Hand geschriebenen Compilation von diesem ersten
Theile, bis 1516, auch nicht die mindeste Spur zu entdecken
ist Wohl sind die Feldzüge jener kriegerischen Jahre audi
dort verzeichnet, jedoch nach einer andern, viel kürzern Quelle, 20
die uns auch bei Cosmas Ertzberg noch erhalten ist 2). Wenn
wir nun beachten, wie Schnitt in dieser Compilation sich be-
mühte, die theilweise unbestimmten Daten dieser seiner Quelle
zu ergänzen, indem er einige dürftige Notizen aus dem Rothen
Buche seiner Zunft herbeizogt], so dürfen wir hieraus wohl 25
mit Sicherheit schliessen, dass er die vorliegenden Aufzeich-
nungen von 1507 — 1516 jedenfalls benutzt hätte, wenn sie ihm
irgendwie bekannt gewesen wären. Diese gehörten also
niemals zu seiner Chronik, sondern sie sind das Werk eines
unbekannten Verfassers, welcher zwar ebenfalls, wie Schnitt, 30
einen ausgesprochen Sinn für Heraldik und vielleicht auch
irgendwelche Beziehung zur Gegend am Bodensee hatte, der
aber schon um 1512 mit Basels regierenden Kreisen verkehrte
und überhaupt einer altem Generation angehörte als Schnitt.
Immerhin bleibt dieser Verfasser für uns ein Unbekannter, und 33
so müssen wir uns bescheiden, sein Werk nur allgemein nach
seinem Hauptinhalte als »Anonyme Chronik der Mailänder-
kriege« zu bezeichnen.
Die Erzählung dieser Kriege und der damit verbundenen
Unterhandlungen reicht bis zum Abschluss des ewigen Friedens 40
1) S. unten die Einleitung zu Schnitts Chronik.
2] S. unten Beilage I 2u Schnitts Chronik
3) S. ebencL
Einleitung. 2Ö
mit Fxankieioh, also bb 1516, und hieran sohliesst sioh noch
dei Bund von 1515 mit Mülhausen. Was nun weiter folgt,
handelt Ton der Beformation und findet sich grössten Theils
aucsh in Sohnitts Compilation. Wir dürfen daher den Abschnitt
» vom Bunde mit Mülhausen wohl als den Schluss dieser Anonymen
Chronik betrachten, während alles Folgende dem Werke
Konrad Sohnitts sucuweisen ist
In der Beinheimisohen Hs. nimmt die Anonyme Chronik Y*'^^
Bl. 200 — 216 ein, während sie in Berlingers Etterlin über die iciurifteiL
(•Bänder von Bl. 99 — 112 und 59 vertheilt ist^]. Diese zwei
Hss., die wir fortan mit B und £ beseichnen, stimmen nicht
nur im Wortlaut überein, sondern auch in der Entstellung
einzelner Namen und Zahlen. Sie beruhen mithin auch für
diese Chronik, wie für andre, auf einer gemeinsamen Vorlage,
» welche jedenfalls nicht die Urschrift des Verfassers war.
Wohl ähnlich wie mit solchen Schreibfehlern mag es sich
auch mit allen jenen Stellen verhalten, welche in beiden Hss.
in EJammem stehen. In den meisten Fällen zwar lassen sich diese
Klammem als einfache Interpunktionszeichen auffassen, welche
20 Zwischensätze umschliessen. Doch finden sich auch einzelne
solcher Stellen, die wir kaum für etwas anders halten können
als für nachträgliche Zusätze: so z. B. wenn z. J. 1513 zur
Stärke des vor Dijon versammelten Heeres bemerkt wird:
>oder nach ettlicher cronicken anzeigung 46000.« In der
»gemeinsamen Vorlage von B und E — oder vielleicht schon
in der Urschrift des VerfEUsers — standen derartige Zusätze wohl
nur am Bande. Berlinger jedoch, der Schreiber unsrer beiden
Hss. 2), behielt nicht nur aUe Klammern bei, welche in seiner
Vorlage einzelne Zwischensätze umgaben, sondern er unter-
30 schied durch dasselbe Zeichen auch alle jene Bandbemerkungen,
die er bei der Abschrift in den Text hereinzog. Die ursprüng-
lichen Zwischensätze und die Bandbemerkungen sind daher
in den beiden Hss. äusserlich nicht mehr zu unterscheiden, und
so erscheint es rathsam, auf eine solche Ausscheidung über-
3s hanpt zu verzichten. Wir behalten daher diese eingeklammerten
Stellen im Text alle bei, wie die beiden Hss. sie haben.
Stimmt nun im Granzen der Text der beiden Hss. genau
überein, so bemerken wir immerhin in E verschiedene Stellen,
welche in B fehlen. Erscheint demnach der Text der letztem
mHs. theilweise gekürzt, so dürfen wir wohl daran erinnern,
1) Auf Bl. 59 steht einzig die Winterkftlte Yon 1514, als Zusati zu
Etteriins Bericht über den strengen Winter von 1408. .
2) S. B. Chron. V 442 u. 456.
26 Mail&nderkriege.
dass dieselbe im Auftrage des BiiigermeiBters Adelberg Meyer
gefertigt wurde ^), der also Kürsungen vorschreiben konnte,
während für E eine derartige Beschränkung nicht vorhanden
war. In der Tbat erscheint es sehr b^eifUch, wenn Meyer
im reformierten Basel es für überflüssig hielt, in seinem Buche ^
die seither werthlos gewordenen Privilegien au&uzählen, welche
die Stadt 1512 von Papst Julius IE. erlangt hatte, und ebenso,
wenn er beim Feldzuge von 1515 sich mit Nennung der
Hauptleute begnügte und die Namen der übrigen Kriegs-
beamten überging. Noch weniger kann es befremden, wenn to
er kurz darüber hinweg gieng, auf welche Weise 1516 auch
Basel zur Annahme des schimpflichen Friedens mit Frankreich
gebracht wurde. Wir haben somit keinen Grund, derartig
Stellen, weil sie in B fehlen, in E als spätere Zuthaten
aufiEufassen. is
Ausser diesen zerstreuten Stellen, deren ursprüngliche
Zugehörigkeit sich kaum bezweifeln lässt, bemerken wir in £
auch eine Gruppe von 4 Abschnitten, welche zwischen die
Ereignisse von 1513 und 1514 eingeschaltet sind, aber in B
gänzlich fehlen. Jeder derselben handelt von Bauernunruhen, ^
und zwar die drei ersten von den Aufständen von 1514 in
Würtenberg, Solothurn und Bufach, der vierte hingegen vom
AuÜBtande von 1513 im Breisgau. Dieser letztere Abschnitt
ist nun allerdings nichts andres als die bekannte, von Pamphilus
Gengenbaoh gleich nach dem Ereigniss verfasste imd im Druck s
verbreitete Erzählung dieser Begebenheit^). Er ÜEmd also in
E seine Stelle hinter den Aufständen von 1514 wohl nur
deshalb, weil er einen ähnlichen Gegenstand behandelte. Die
3 vorausgehenden Abschnitte hingegen vermögen wir auf keine
bekannte Quelle zurückzuführen, und ebensowenig bemerken m
wir beim Vergleich mit dem sonstigen Inhalte der vorliegenden
Chronik irgendwelche greifbare Verschiedenheit. Wir stehen
daher nicht an, diese 3 Abschnitte als einen ächten Bestand-
theil dieser Chronik zu betrachten, obschon wir die Gründe
nicht kennen, weshalb sie in B gänzlich übergangen wurden, ss
Unter den oben erwähnten Zusätzen in Klammem
ist es gerade der umfangreichste, welcher in B fehlt und
einzig in E sich findet. Derselbe handelt von den Unruhen,
welche 1513 in der Eidgenossenschaft durch den keines-
wegs grundlosen Verdacht &anzösischer Bestechung hervor- 40
1) S. B. Chron. V 452.
2) Vgl. E, BL 108b— 110, mit dem alten Druck oder mit Gödeckes
Gengenbaoh S. 28 ff.
Einleitung. 27
gerufen wurden. Da er jedoch schon durch seinen Umfang
den Zusammenhang des ursprünglichen Textes der Chronik in
sehr fühlbarer Weise stört, so scheiden wir ihn aus und ver-
weisen ihn unter die Beilagen^],
d Wiewohl diese Chronik mit dem Mülhauserbunde von Eni-
1515 sohliesst, so kann sie ihre jetiige Gestalt doch frühestens seit
um 1522 erhalten haben. Denn in der Ertiihlung vom
würtembergischen Bauernaufstände von 1514, die uns aller-
dings nur in der Hs. E erhalten ist, wird noch die Zuweisung
10 Wärtenbergs durch Karl V. an seinen Bruder Ferdinand er-
wähnt, welche erst 1522 erfolgte. Zugleich aber nöthigt uns
%. B. die genaue AuMhlung aller im August 1513 durch
Basel gesogenen Kriegsschaaren su der Annahme, dass der
Verfasser schon damals sich seine Notizen gemacht habe, die
15 er dann ein Jahrzehnt später in seinem Werke verwerthete.
Da die Chronik mit dem Jahre 1507 beginnt, so darf
wohl gefragt werden, ob sie nicht ursprünglich als eine
baslerische Fortsetzung zur gedruckten und damals weit ver-
breiteten Chronik Etterlins gemeint war. In der That zeigt
20 z. B. der Abschnitt vom Mülhauserbunde gewisse stylistische
Anklänge an das Werk dieses eidgenössischen Chronisten.
Andrerseits aber spricht gegen diese Annahme schon der Um-
stand, dass z. B. die 1513 erfolgte Aufnahme Appenzells als
dreizehnter Ort der Eidgenossenschaft hier mit keiner Sylbe
25 ermhnt wird.
Schon oben sahen wir, dass der unbekannte Verfasser, v«rfu6er.
gleich dem Maler Schnitt, einen ausgesprochenen Sinn für
Heraldik zeigt, sowie auch einige Kenntniss von Land und
Leuten am Bodensee ^). Weiter lassen uns seine Bemerkungen
30 über die päpstlichen Geschenke von 1512 vermuthen, dass in
Zürich und Einsiedeln, wo sie aufbewahrt wurden, er selber
sie nachher gesehen habe. Dagegen zeigt uns sein Bericht
über den Durchzug der Eidgenossen von 1513 durch Basel,
dass er z. B. im Gebiete von Luzem sehr wenig bewandert war.
3& Hinsichtlich seiner Gesinnung aber lassen seine Äusserungen
über den Genueserzug von 1507 und über den Frieden von
1516 keinen Zweifel darüber, dass er ein entschiedener Gegner
Frankreichs und seiner Jahrgelder war. Er war also möglicher-
weise einer jener eilf Rathsherm und Sechser, welche nachher,
40 d. h. 1521, den auf sie entfallenden Antheil an den französi-
1) S. unten Beflage I.
2) Vgl. oben S. 23.
28 Mailftnderkri^^.
sohen Jahrgeldem surück wiesen und dadurch den Unwillen
dei vom fremden Grolde geblendeten Mehrheit sich zuzogen^).
Doch fehlt uns bis jetzt jeder Anhaltspunkt, um diese M^lioh-
keit irgendwie zur Gewissheit zu erheben.
^v h^ri^' Wiewohl nun diese Chronik namentlich in Bezug auf die s
Benfitcnng. diplomatischen Unterhandlungen nicht immer frei ist Ton Irr-
thiimern, so bildet sie immerhin für die zwei ersten Jahrzehnte
des XYI. Jahrhunderts eine der wichtigsten baslerischen Ge-
schichtsquellen. Besonders gilt dies für die italienischen Feld-
züge Ton 1512 und 1513, über welche der sog. Fridolin Ryffio
schweigt^). Doch auch über das Jahr 1515, z. B. über
Marignano, werden durch die vorliegende Chronik einzelne
Irrthümer Byffs berichtigt'). Wie der ganze Inhalt der
Beinheimischen Hs., so wurde denn auch diese Quelle sowohl
von Wurstisen in seiner 1580 gedruckten Baslerchronik als i5
von Ochs in seiner Geschichte der Stadt und Landschaft
Basel verwerthet, und ebenso finden wir einzelne Stücke aus
ihr in Buxtorf- Falkeisens 1863 erschienenen Baslerischen
Stadt- und Landgeschichten ^).
Aiisg»i>«. Der vorliegenden Ausgabe dieser Chronik legen wir die 20
Beinheimische Hs. zu Grunde, indem wir alle diejenigen
Stellen, welche nur in Berlingers Etterlin sich finden, durch
eckige Klammern unterscheiden. Die ebenfalls nur dort vor-
handenen 3 Abschnitte z. Z. 1514 jedoch lassen wir ohne
Klammern, setzen aber bei jedem derselben vor die Über-»
Schrift ein eingeklammertes E. Zudem unterscheiden sie sich
vom übrigen Texte schon sehr bestimmt durch ihre ganz
andern Blattzahlen (107—108, statt 200—216). Alle jene
Zwischensätze sodann, welche in beiden Hss. eingeklammert
sind, bezeichnen wir mit runden Klammern. 30
Die Überschriften, die in beiden Hss. über jedem Ab-
schnitt stehen, behalten wir bei, obschon sie schwerlich aus
der Urschrift des Verfassers stammen, sondern wohl eher erst
von Betlinger. Hingegen geben wir die in der Beinheimischen
Hs. durchweg in Worten ausgeschriebenen Zahlen auch hier, ss
wie in frühern Fällen, einfach in Ziffern, und zwar in arabischen^).
1) ß. B. Chron. I 214.
2) 8. B. Chron. I 20 ff.
3) Vgl unten den Text s. J. 1515 mit B. Chron. I 21 ff.
4) Buxtorf kannte sie nur aus Berlingers Etterlin, den er bald als
»Handschrift ohne Namen des Chronisten«, bald als >Chronik ohne Namen«
oder > Anonyme Chronik« citirt; s. ebend. 1 19 ff.
5) S. B. Chron. V 345.
Einleitung. 29
Die den beiden Hss. gemeinsamen Entstellungen von Zahlen
und Wörtern behalten wir, soweit sie auf einem Irrthum oder
Missverständniss des Verüassers zu beruhen scheinen, im Texte
bei. Diejenigen hingegen, welche offenbar nur durch einen
^Lesefehler des Abschreibers entstanden sind, verweisen wir
unter die Varianten. Hinsichtlich der Rechtschreibung gilt
auch für diese Chronik genau dasselbe, was schon oben sur
Chronik des Schwabenkrieges bemerkt wurde ^].
Als Beilage lassen wir zunächst einen amtlichen, doch Beilagen.
10 leider unvollendeten Bericht über den Dijoner Zug von 1513
folgen, der uns im Staatsarchiv noch erhalten ist ^),* und diesem
fogen wir den oben erwähnten, an diesen Zug anknüpfenden Zu-
satz in Berlingers Etterlin noch bei^}. Sodann aber sahen wir
schon früher, dass unserer Chronik in der Beinheimischen Hs.
»auf BI. 193^ — 199 eine Reihe von Abschnitten vorausgeht, von
welchen mehrere aus noch vorhandenen Rathsbüchem stammen,
während die übrigen unbekannten Ursprungs sind^). Die Auf-
zeichnungen letzterer Art betreffen die Jahre 1489 bis 1531,
und da wenigstens der umfangreichste von ihnen, z. J. 1512,
tt einige Ergänzungen zum Inhalt der vorliegenden Chronik bietet,
so mag dieser Umstand es einigermassen rechtfertigen, wenn
wir sie alle — soweit sie nicht in andern Hss. besser erhalten
sind — als zweite Beilage hier folgen lassen.
1) S. oben S. 4.
2) Im Bd. St 91 (10).
3) S. oben S. 26.
4) S. B. Chion. V 448 £f.
[200] Von einem sug gon Gennow.
1507 Im 1507 j&r schickt man von allen filtern der Eidgnoschafft
lüt usz, und gab ein yeoklichs ort, nachdem es vermocht.
Also schickten die von Basel 500 man^), deren houptman
was herr Hans Kilchman^], und Jacob Meyer, oder den man »
nampt zum Hasen, fänrich^); zugent gon Meyland zu^), und
darnach mit den fryen knechten, der eben vil was, mit den
andern firteren. Und wurden yro zusamen mit denen, die der
küng von Franckrich hat, lackeyen^}, Stradioten*) und Hispa-
nier und anderem Tolck, ob den 70 000 7), und gewunnen ein lo
Schlacht vor Gennow uff dem berg^). Und Genow ergab sich
dem küng von Franckrich. Als bezalt er die knecht wol;
dann er forcht, sy betten sunst die statt geplünderet. Und
zugent wider heym.
Wie alle örter der Eydgnoschafft ein verein mit dem i5
bapst machten.
1610 Im 1510 jär wart bäpst Julius durch den bischoff von
1) Diese Zahl ist um die Hälfte zu hoch. Denn die Eidgenossen
insgesammt sollten 4000 Mann stellen, wovon Basel 250, und in der That
zogen von hier nur 252 aus; s. Eidg. Absch. III 2, S. 362 ff. und vgl. im
StA. Bd.St. 91 (2) den Auszugsrodel vom 18. April d. J., welcher nur 252
Namen aufweist.
2) Ueber ihn s. B. Chron. IV 88, A. 1.
3) Der sp&tere Bürgermeister, der im Hause zum Hasen (Areal des
jetzigen Rathausthurmes) wohnte. Die Besetzung der übrigen Aemter auf
diesem Zuge s. im Bd.St. 91 (10), im Musterrodel vom 22. M&rz.
4) D. h. über den Qotthard nach Varese, von dort aber nicht nach
Mailand, sondern nach Alessandria; s. Anshebn III 43 ff.
5) Französische Fussknechte. Ueber die Etymologie dieses ursprüng-
lich arabischen Wortes, das die Franzosen von den Spaniern entlehnten
und in laquais umformten, s. den Artikel in Littr6, Diotionnaire raisonne
de la langue fran9aise.
6) Eine Art leichter Reiterei, welche ursprünglich, d. h. im XV. Jahr-
hundert, aus griechischen Söldnern bestand; daher ihr Name.
7) Hans Kilchmann, in seinem Briefe vom 12. April, im Bd.St. 91 (10),
schätzt die Eidgenossen auf 6000 und das Heer des Königs nur auf 20000,
8) Ueber diesen Sturm, vom 25. April, s. ebend.
1507—1510. 31
Wallis^) geuisachety das er begerte ein büntnuaz mit den
Eidgnoflsen, nemlich den 12 örtem und was su ynen gebort,
zu machen. Also wart sy im verwilliget und mit im gemacht
5 jar lang, doch also, das sy im schicken solten ein summ
^lüten, wenn er yren begerte, in sim costen. Des giengen sy
yn. Darumb solte er geben alle jftr yeglichem ort 1000 guldin^).
Uff solich beger zugent dero von Basel knecht hinweg am
zinstag [200^] nach sant Laurentzen tag obgemelts järs, und ^^s- ^3
zugent gon Bern, von Bern gon Friburg in Oechtland, von
loFriburg in Wallis, gon Sitten s). Darnach zugent sy von
Wallis über hoche, scharpffe, b6se berg und gon Bellentz zu^).
Von Bellentz zugen sy über den Montkenel^) gon Lowertz*)
und gon Kum zu ''). Da betten sy nienen bulffer ze schiessen,
euch kein lyferung, und wurden die knecht hungerig ^). Darzu
i&tetten ynen die Frantzosen grossen schaden, erstachent die
knecht; so warent euch die wasser verleit mit den Frantzosen').
Also kament sy wider heym am 16. tag nach sant Yerenen
tagi®}. Und was Jacob Meyer, den man nampte Jacob zum 8«pt. n
17. Beide Hm.: am VI tag, statt XVI.
1) Mattb&uB Schinner, Bischof von Sitten, welcher 1511 Kardinal
inirde.
2) Diesen Vertrag, vom 14. M&rs 1510, s. Eidg. Absch. DI 2, S. 1333ff.
Ueber die Zahlung dieses Jahrgeldes an Basel s. Stadt. Urk. 1512 April 7.
3] Mit Bern und Freiburg zogen sie diesen Weg in der Absicht, über
den St Bernhard nach Italien zu gelangen. Als sie jedoch yemahmen,
daM das Thal von Aosta von den Franzosen besetzt sei, wandten sie sich
von Martigny nach Sitten und dem Oberwallis zu ; s. den Brief der Basler
Hauptleute, vom 17. August aus Freiburg, im Bd.St. 91 (9), und vgl. Anshelm
m 221 ff.
4) Yermuthlich den n&chsten Weg, über den Nuffenenpass ins Liyinen-
thal. In Bellinzona, wo sie spätestens am 30. August eintrafen, waren sie
Yon den Waldst&dten erwartet; s. den Brief der Basler Hauptl., Yom 1. Sept.,
im Bd. St 91 (9), und vgL Anshelm a. a. O.
5} Der Monte Cenere bildete von 1503 bis 1512 die Grenze zwischen
der Eidgenossenschaft und dem Herzogthum Mailand.
6) Lugano.
7) Von Lugano zogen sie zuerst südwärts über die Tresa bis Varese,
und dann erst gegen Como; s. den Brief der Basler Hauptl. yom 1. Sept.,
Ton der Tresa, im Bd.St. 91 (9), und ygl. Anshelm III 222, auch Dierauer
n 404, A. 3.
8) Hierüber s. den Brief Jakob Meyers, vom 11. Sept. aus Bellinzona,
im Bd.St 91 (9).
9) Schon der Uebergang über die Tresa musste erkämpft werden; s.
den oben in Anm. 7 erwähnten Brief. Ueber die tieferen Beweggründe
sur Heimkehr s. Anshelm III 222.
10) S. den oben in Anm. 8 erwähnten Brief, wonach die heimziehenden
32 Mailbiderkriege.
Hasen, kouptman, und Bernhart Meyer, Claus Meyers sun,
fänriohi). Und bleib man ynen den sold schuldig yom bftpst').
Wie nach gemachter yereinung mit dem bapst euch
andere, nämlich ettliche küng, fürsten und herren
»nsuehten und würben an gemeine Eidgnosohafft s
umb ein yereyn, welche euch mit ynen Tolstreckt
wart, alles wider ein krön von Franckrich angesechen.
1512 xjff solichs im 1512 jär vor mitelfasten') wart von allen
M&n 21 orten der Eydgnoschafit und von yedem in sunderheit ein
eersamy bottschafEt yerordnet gon Venedig ze ryten, daselbst lo
se erfaren des hertzogen von Venedigs^) willen und meinung
der vereynung halb^). Und geschach solichs mit verwilligung
keyser Maxemilians; gab ynen geleit, durch sin land [201]
der Etsch se ryten. Als wart von einem eerlichen ort und
statt Basel gesant Jacob Meyer, den man nampte Jacob sum is
Hasen, mit andern Eidgnossen der 12 örteren dahin se ryten.
Da sy nun schier gon Venedig kamen, füren die uss der
statt herusE mit 40 schiffen*) ynen entgegen, empfiengen sy
mit unsäglichen grossen eeren. Und nament die 12 factores^)
die obersten on der hertzog in der statt, die botten yeglicher 2u
einen zu im, bewisen ynen grosse zucht und eer, darvon nit
zu sagen was. Also fürten sy darnach die botten in den
8. B«id« Hm.: 1511. 21. Hi.: jefliclier einv; E: yagUek«? «iBtiL
Basier am 10. Sept Belliniona erreichten und Dienstags den 17. in Basel
einsutreffen hofften. Das Datum im Texte hat somit nur einen Sinn, wenn
wir lesen: >am 16. tag nach sant Verenentag€ (1. Sept), also am 17. Sept.
1) Bernhard, ein Bruder des sp&tem Bürgermeisters Adelberg Meyer
cum Pfeil, wurde im Febr. 1529 Rathsherr und 1548 Bürgermeister. Als
Sohn Nikiaus Meyers wird er hier beseichnet tum Unterschied von Hans
Bernhard Meyer von Baldersdorf , welcher Ton 1513 bis 1529 mehrmals
Rathsherr war.
2) Ueber die Ursache, warum der Sold nicht reohtieitig ausgeiahlt
wurde, s. Wurstisen S. 501.
3) Auf Mittfasten, Sonntags den 21. Mftrs 1512, traf die hier erwfihnte
Gesandtschaft in Venedig ein; s. Eidg. Absch. m 2, S. 604 ff.
4) Leonhard Loredan.
5) Mit Julius II, dem Verbündeten der Eidgenossen, hatte Venedig
schon im Oct 1511 die »heilige Liga« geschlossen. Ueber den eigentlichen
Zweck dieser Gesandtschaft s. Dierauer 11 409 ff., femer Gh. Kohler, Les
Suisses dans les guerres dltalie, S. 288 u. 311 ff.
6) Vgl Eidg. Absch. III 2, S. 604: mit fün&ig gedeckten schiffen.
7) Sollte heissen: die 6 procuratores. Diese 6 nahmen jeder 2 Ton
den 12 Gesandten der Eidgenossen in Empfang, um sie su Schiff in die
Stadt SU geleiten; s. ebend.
1511, 33
besten palaat, usigenonimen des hertaogen palast, gaben ynen
gelta gnug se veneren. Lebten wol, und lagen wol 16 tag
dft^). Do sy dannen sohyeden, loazt man sy von der herberg,
und fiuen widei heym.
^ Von einem grossen Ryn.
Im 1511 jär uff Sant Marien Magdalenen tag was der isii
Ryn ani Basel so grosz worden , das man von den sünfiten
kneoht nam und ynen bot by dem eyd, das salts im saltihuss
uss den underen kästen inn die oberen zu tragen. Dann der
io Ryn wuchs so heStig, das man besorgte, es wurde gesohechen,
wie 31 j&r darror in der wassergrössi ouok beschaoh^). Und
meint man, es wurden dxy joch an der Rinbruoken hinweg
faren'); aber sy bleiben. Und gieng der Ryn an der Schiff-
läten pfyler, d& der encker an stftt^), das man den schilt nit
13 Sechen mocht; imd werte wol 10 tag an einander, das er
underwylen fiel und denn wider wuchs.
[201^] Von der Eidgnossen zug gon Bellentz, wider
einen küng Ton Franckrich.
Im 1511 jär, 14 tag nach sant Martins tag^), zugent die mi
a) Eidgnossen wider den küng von Franckrich gon Bellentz zu*) nTt. n
und über den Montkenel, verbranten das land allenthalben
bisz gon Meyland zur statt. Und wolt nieman mit ynen
schlachen^). Doch so verlurent die Länder^) etwo manchen
man, so die Frantzosen uffriben, in dem als sy kisten fegen •)
^ wolten. Desz glichen tetten ynen die Eidgnossen widerumb.
Aber die Ton Basel rerluren nie kein man. Under welchen
1) Vom 21. M&n bis 5. April; 8. Eidg. Absch. III 2, S. 604.
2) Am 23. Juli 1480; 8. B. Chron. V 531 ff.
3) Dieses war 1480 geschehen; s. ebend. S. 532.
4) Der Anker im Wappenschild der Schiffleuteniunft , deren Haus
neben der alten Bheinbrüoke stand.
5) Genauer 10 Tage, nfimlich Freitags den 21. Nov.; s. den Ausiugs-
rodel im StA., Bd.St 91 (9). — Ueber die Ursache dieses Zuges s. imten
Beilage 11.
6) In Bellinsona, wohin die Schwyser yorausgesogen waren, sollte das
Heer sich sammeln; s. den Brief der Basler Haupti. yom 25. Not. im St. A.,
Bd. 91 (9).
7) Vgl. Anshelm HI 260 ff.
8) Die L&nder, d. h. die Waldstädte, bildeten yor Mailand die Nach-
hut and sogen auch auf dem Rückiuge, der am 20. Dec. begann, den übri-
gen Orten yoraus; s. ebend.
9) D. h. priyatim auf Raub ausgehen.
Baalflr Chroniken. YI. 3
34 Mailänderkriege.
wa8 junckhei Henman Offenburg bouptman^), Hans Brattelei
der metsger Abrieb^), Hani Sibmacher') und Ulricb Yaenflamm
j^^^^ liferberren^}. Und kament n&cb wyehenaobten wider heym^).
Von der Eidgnossen zug durcb Italiam, wider einen
küng von Franokricb, als er bapst Julium under- 5
stund ze vertriben.
ifti2 Im 1512 jär, domstagi nocA des heiligen cräts tag n&ch
osteren *), zoch ein statt von Basel usz mit allen andern Artem
der Eidgnoschafft wider den kiing von Franckrich. Was
Jacob Meyer, den man nampt Jacob zum Hasen, houptman, lo
Hans Heinrich Gebhart fänricb, herr Melcher Hütsch lütener,
Conradt David der kouffman und Balthasar zum Roten Fan^)
lyferherren s). Zugent von Basel gon Zürich, von [202] Zürich
gon Chur, von Chur durch das Engendin und für Maiser heyd
gon Meron*), von Meron gon Trient, von Trient gon Ruferyt^^), is
von Rufery t durch die Clus ^^], von der Clus gon Dieterichsbern.
Daselbst zugent sy mit 32 £&nlin^) [yn.] Do was es so heysz,
7. Beide Ebb.: dorasUge Tor dee heiligen erftts Ug.
1) Ueber ihn s. B. Chron. V 309, A. 10.
2) Seit 1509 Zunftmeister.
3) Vennuthlich ist hier Hans Toppenstein gemeint, der Zunftmeister
der Maurer und Zimmerleute; denn su dieser Zunft gehörten als Holz-
arbeiter auch die Siebmacher; s. die folgende Anm.
4) Der Aussugsrodel dieses Zuges, im St A., Bd. St 91 (9), nennt Hana
Toppenstein und Ulbrich Ysenflamm als den Hauptleuten beigegebene
Rathsherren, imd neben diesen noch 3 als Lieferherren, nämlich Bartholo-
mäus Briefer, Diebolt von Arx und Heinrich von Geringen, unter welchen
jedoch einzig Briefer dem Kath angehörte.
5) Genauer am 31. Dec; s. unten L. Kilchmann s. J. 1511.
6) Dieser Aussug erfolgte Donnerstags, aber nicht vor, sondern nach
dem Kreustag, also am 6. Mai; s. das Rothe Buch der Zunft zum Himmel,
Bl. 221, sowie auch die Rechnung über diesen Feldzng, im St. A., Bd. St
91 (14).
7) Balthasar Jugent, der im Hause sum Rothen Fahnen wohnte (jetat
Freie Strasse 43).
8) Alle die hier Genannten waren Rathsglieder. Der AuBiugsrodel
dieses Feldxugs scheint verloren su sein.
9) Von Chur, wo gemustert wnrde, zogen sie über den »Elbling«
f Albula) ins Engadin, dami über den Ofenpass nach Glums, u. weiter durch
das Vintschgau nach Meran; s. die oben in Anm. 6 erwähnte Rechnung,
welche für den gansen Feldzug, abgesehen vom Heimweg, ein voUst&ndiges
Itinerar bietet
10) Roveredo.
11) Die Veroneser Klause.
12) Der Einzug in Verona, das die Franzosen ohne Schwertatreich
1512. 35
das des bischoffs Ton Constantz fäniich erstickte^}. D&rnoch
ngen ej gon WiUefrancken^), von Willefrancken gon Mantua
und gon Presz su'); denn yien wol 30 000 was^).
Und uff den heiligen pfingstag früe zugent sy gegen den ibi so
^fyenden^), und darnach an ein grosse starcke pasz, heyszt
Valesa^}, als gut als Bellentz, mit dry grossen schlossern und
mit einem grossen wasser. Aber alsbald sy dar k&men, do
fluchent die vygent über das wasser ^j, und Schüssen su den
Eidgnossen, und sy zu ynen, und yertreibent sy [bisz in die
10 statt Cremona]^] und gewunnen die pasz; und hatten die
Eidgnossen den vorzug, und gieng ynen wol.
Witter zugent sy aber zween tag, und am dritten tag
kament sy aber an ein pasz, heiszt Pantowiga*). Do hatten
sy aber den vorzug, und was ein grosz starck scblosz und ein
isgrosz wasser; aber sy fluchen abermals.
Witter zugent sy an die dritty pasz, heyszt Pitzigdon^®),
die was noch stercker, ein grosz schlosz und ein veste statt.
9. Bm EingeUAmmert« nnr in E, B1. 100, und nrar als Znsatx.
riamten, erfolgte am 25. Mai; s. den Brief der Basler Hauptl. yom 29. Mai,
im St A., Bd. St 91 (10).
1) Üeber den Zusug des Bischofs von Constanz vgl. den Brief der
Basier HauptL yom 29. Juni, im St A., Bd. St 91 (9).
2) Von Verona sogen sie nach YiUafranca am 30. Mai; s. unten Anm. 6.
3) D. h. nachdem sie Ton Villafranca am 2. Juni nach Valeggio ge-
langt waren (s. unten), sogen sie folgenden Tags nach Castiglione, welches
an der Strasse nach Brescia liegt und sum mantuanisehen Gebiet gehörte.
Auf ihrem Weiteisuge jedoch berOhrten sie Brescia so wenig als Mantua;
s. den oben in Anm. 1 erwähnten Brief vom 29. Juni.
4) Diese St&rke erreichte das Heer, nachdem su den Eidgenossen bei
Villafiranea am 1. Juni die Venesianer gestossen waren. Die Eidg. allein
sählten 23000 Mann; s. ebend. und vgl. den Brief yom 29. Mai.
5) An diesem Tage sogen die Eidg. aus Verona nach Villafiranca, wo
die Venezianer sn ihnen stiessen; s. ebend.
6) Von Villafranca sogen sie am 2. Juni westw&rts gegen Valeggio,
wo eine Brücke über den Mincio führt; s. ebend.
7) D. h. sie räumten sofort das Sohloss auf dem linken Ufer und
zündeten es an; s. ebend.
8) D. h. der Feind sog sich am 4. Juni nach Cremona zurück, wäh-
rend die Eidg. erst am 6. in der Nähe dieser Stadt erschienen ; s. Ch. Koh-
ler, Les Suisses dans les guerres dltalie, S. 366 u. 368, YgL xmten Anm. 10.
9] Ueber Castiglione siebend, erreichten sie am 4. Juni Ghedi, 3 St.
lüdl. Ton Brescia, und eroberten am 5. Ponterioo am Oglio; s. den Brief
der Basler HaupÜ. Tom 29. Juni.
10) Von Ponterico sogen sie am 6. Juni nach San Martino, wo sie am
7. die Unterwerfung von Gremona entgegennahmen, und am 8. weiter gegen
Hzzighetone an der Adda; s. ebend. und ygL Kohler S. 368 u. 371.
3*
36 MaiUnderkriege.
Waren! die fyent, nämlich landsknecht und Frantsosen, staick
darinn als in andern passen. Aber die Eidgnossen sagen oben
am Wasser^), machten ein brück mit schiffen, und Schüssen
mit grossen schütsen hinüber, und sy herwiderumb. Aber die
Eidgnossen rertriben sy, und erschussen ynen by 52 mannen ^
zu tod und wund^).
Witter zugent sy durchs land und dfirffer, und ein schlosz
das [202^] plündert man; wart der herr im schlosz erstochen,
wann er Frantzftsisch was^].
Witter zugen sy gon Angalm ^}, und do dannen [mit sampt io
der Venediger hör, darzu ouch yrem geschütz]^), gon Pafy.
Juni 14 Dahin kament sy uff mentag*) umh den äbent, und lagent da
Jimi 18 bisz uff fntag umb den äbent, Schüssen in die statt, und sy
herwider usz. Aber am £ritag uff den äbent ward die statt
gewunnen'^), die fyend erschlagen, und by 800 landsknechten is
erstochen und ertrenckt^). Wurden ettlich Frantzosen ouch
erstochen, und ynen alles ir geschüts abgewunnen, by 18 grosser
carthonen') und sunst vil büchsen, und 4 fänlin den lands-
knechten abgewunnen, und die fyent bisz gon Ast getriben ^®).
Aber sy wichen ouch do dannen, und weiten weder die^o
10. Dm EingeUMumerte nnr in B, BL 100^, ab Zuati.
1) SoUte heissen: unden am wasser. Denn über die Adda wurde
eine Brücke geschlagen bei Orotta, also unterhalb Pissighetone; s. den
Brief der Basler Hauptl, Yom 29. Juni.
2) Das hier Enählte, worauf die Uebergabe von Pissighetone folgte,
fällt in die Zeit yom 9. bis 12. Juni; s. Kohler S. 375.
3) Ueber die Plünderung dieser (hegend s. ebend. S. 369.
4) San Angiolo erreichten sie am 13. Juni; s. ebend. S. 375.
5) Die Venesianer waren schon bei Villafranoa su ihnen gestossen;
s. oben S. 35, A 5.
6) Sie lagerten sich vor Payia Montags vor St Veitstag (14. Juni) ;
s. Kohler S. 376.
7) Die Belagerer schritten zum Sturm, sobald sie merkten, dass die
Franzosen angefangen hatten die Stadt su räumen; s. Kohler S. 378. —
Ueber die Haltung der Basler, die bei diesem Sturm 2 Todte und einige
Verwundete hatten, s. den Brief der Basler Hauptl. yom 29. Juni.
8) Vgl. im St A., Bd. St 91 (9), die Briefe der Basler Hauptl yom
29. Juni und 8. Juli, welche den Verlust des Feindes »ob 600« sch&tzen.
Viele ertranken auf der Flucht, weil die Brücke über den Grayelone, einen
Nebenarm des Tessin, einstürzte; s. Kohler, S. 380.
9) Vgl. im St A., Bd. St 91 (9), den Brief der Basler Hauptl. yom
26. Juni : 16 houpstuck bucbsen.
10) Laut dem Brief der Hauptl. yom 8. Juli, der auch die eroberten
4 F&hnlein erwähnt, yerfolgten die Reisigen der Venesianer sammt einigen
Eidgenossen den Feind bis in die Nähe yon Alessandria.
1512. 37
Frantsosen noch die landsknecht der Eidgnossen nienen beyten,
sunder fluhen keit^).
Und wurden dise namhafftige stett under andern ge-
wiinnen, nemlich Cremona, Placentz]^), Parma, Loden, Ast
^und Alexandria, Nawerren, Meyland, Kum'}, und andere stett
und achlosa. Doch blibent noch ettliche schlosz FrantzSsisch^);
aber man umbleyt sy mit knechten.
Also zugen die Eidgnossen durch Italien^), und gab sich
das gantz land uff. Und werte diser zug 3 monat und
10 4 tag lang^].
Und gab der bapst und der cardinaP] denen von Basel
ein nüw paner mit einem wyssen damast und einem guldinen
baselstab, und den engelschen grusz oben by der Stangen, den
sy vor nye gef&rt hatten^]. Gabs ynen zu eynem zeichen,
15 das sy die w&en, die dem heiligen stul zu Rom gehulffen
hetten; denn er sunst versuncken und von dem küng von
Franckrich yertriben was*).
Deaz glychen schanckt er gemeinen Eidgnossen eyn hüpsoh
[203] cleynät, nämlich ein guldin schwert und ein hut, und
» den heiligen geist oben uff dem hut, mit berlin und anderen
dingen kostlich gestickt, zu einer gedechtnusz der gereohtig^
keit, die zu handthaben. Das schwert (schätzt man allein für
500 ducaten) und der hut ligen zu Zürich, als hinder dem
obersten ort; do findt mans.
9. Beide Hm.: HII monAt und mi Ug lag.
1) Von Asti sogen sie sich aber den Montcenis nach Frankreich zu-
rück ; 8. den Brief der Baaler HauptL vom 26. Juni.
2) Piacensa.
3) Die hier genannten Städte ergaben sich alle, noch beyor das Heer
Tor ihnen erschien; s. den Brief der Basler HauptL vom 29. Juni.
4) Vgl. unten S. 43.
5) D. h. durch die Lombardei. Von Pavia zogen sie am 9. Juli über
San Nazaro, CastelnuoTO und Tortona nach Alessandria, das sie am 13. Juli
erreichten, und yon wo sie am 24. den Heimweg antraten; s. die Briefe
der Basler HauptL yom 9., 15. u. 19. Juli, im St A., Bd. St. 91 (9), ferner
Köhler S. 411.
6) Vom 6. Mai bis 2. August, also 88 Tage; s. im St. A. das Rothe
Buch der Zunft zum Himmel, Bl. 220i>. — Der Monat wird hier genau zu
4 Wochen oder 28 Tagen gerechnet, und so ergeben sich 3 Monate imd
4 Tage.
7) Matthäus Schinner, seit 1511 Kardinal yon St. Potentiana.
8) lieber diese Auszeichnung s. im St A., Stadt Urk. 1512 Juli 24,
ferner die Briefe der Basler HauptL yom 30. Juni und yom 2., 8. u. 15. Juli,
im Bd. St 91 (9), auch unten Beilage 11. — Ueber weitere päpstliche Privi-
legien für Basel s. Stadt Urk. 1512 Sept. 10.
9) In Folge der Niederlage bei Rayenna, yom 11. April d. J.
38 Mailänderkriege.
Deaas glichen gab er ouch gemeiner Eidgnoechafit swey
hüpsch baner su einer gedeohtnusz, das eine gemeine £id-
gnosohaSt mit der hilff gottes sant Peters schifflin wider nff-
gekolffen hatt, das so gar versuncken was. Darumb hienck
man die swey paner zu unser lieben frowen zu den Einsidlen; &
da sieht maus hangen^).
Also gaben die Eidgnossen dem bapst und den Yenedigem
all ir biiehsen wider, do sant Marx uff stund ^), die sy Tor
Buferyt und an andern orten verloren hatten in dem lang-
werenden krieg mit dem keyser und mit dem küng von lo
Franckrich.
Wie der hertzog von Meyland an statt sins yatters,
so von dem küng von Franckrich gefangen, von den
Eidgnossen yngesetzt wart.
Als von einer Ifibliehen Eidgnoschafft der 12 orten hotten, i»
ouoh einem ort und statt Basel herr Hans Stoltz ein wynman,
^^^^IJim 1512 jar umb sant Laurentzen tag gon Meyland zum
cardinal von Wallis') (so da was in nammen bftpst Julii, mit
dem sy in einer verein stunden) ze ryten verordnet, mit dem
cardinal r&tig ze werden, nach dem jungen [203^] hertiogen 3o
von Meilandt^) (den man nampte den Mftren^), und des
vorderigen hertzogen, den der küng von Franckrich gefangen,
und by im in Franckrich sterben must, sun was) ze schicken
und in ynzesetzen — wurden uff das hernach uff sant Andres
Not. 30 tag*) abcrmUen von der statt Basel andere, mit namen Jacob»
Meyer, den man nampte Jacob zum Hasen, und Heinrich
Meltinger^), mit andern Eidgnossen der 12 orten zu gedachtem
1) Ueber diese päpstlichen Geschenke vgl. Eidg. Absch. III 2, S. 632,
638, 648 u. 650.
2) Vgl Kohler S. 382.
3) Am 10. August begab sich keine Gesandtschaft nach Mailand; son-
dern auf diesen Tag hatte Kardinal Schinner, einer Aufforderung der Eid-
genossen folgend, eine Tagsatzung nach Baden angesetzt, um über das
Hersogthum Mailand zu beschliessen, und deshalb erschienen dort am
11. Aug^t neben den Boten der 12 Orte auch die Gesandten der aus-
wärtigen Mächte ; s. Eidg. Absch. m 2, S. 629b, ßzt^ u. 638 ff., femer
Kohler S. 433 ff. u. 470 ff. Der Kardinal selber jedoch kam nicht dorthin.
4) Maximilian, der Sohn des 1508 in französischer Gefangenschaft
gestorbenen Herzogs Ludwig Sforza.
5) Diesen Beinamen hatte nicht Maximilian, sondern sein Vater.
6) An diesem Tag erfolgte die Abreise aus Basel, da alle Gesandten
am 2. Dec. in Altdorf zusammentreffen sollten, um von dort nach Maüand
zu reiten; s. Eidg. Absch. III 2, S. 662 c.
7) Der spätere Bürgermeister.
1512. 39
hertsogen von Meyland se lyten veioidnet, vorgemeltem an-
schlag und willen statt ze thund.
Als sy nun dahin kamen, machte es sich der zitt, das
der megedftcht hertiog (so nit fen von dei statt Meyland in
5 einem closter gelegen) kam ^]. Da wurden die Eidgnossen von
den 12 orten mit sampt iren zuveiwanten von Sant Gallen der
statt und euch von dem gotzhusz daselbst, item von Apentzel,
under eynandei rStig, das man usz ynen verordnen solte, die
den hertaogen empfiengen und in namen gemeiner Eidgnoschafit
10 ynsatstent
Also wurden darsu verordnet: herr Ulrich von Sax fry-
herr'}, Felix Schmid burgermeister von Zürich, aman Büntner^}
von TJry, und aman Schwartzmure von Swyts^); welcher aman
von SwitE die red vor dem hertzogen in nanimen gemeiner
IS Eidgnossen tette. Und ward also der hertzog in die statt
Meiland eerlichen gefftrt, und im die Schlüssel in eym guldinen^)
becki entgegenbracht zu einem Wortzeichen und anzeigung,
das er darinn gewaltiger herr sin solte in aller wysz und ge-
stalte wie vor und ee ims der küng von Franckrich ab-
ao gewunnen hatt. Und fürt [204] man yn under einer himeltzen
mit grossen eeren und &6iden in sin pallast <^).
Do nun die sach also volendet was, fieng der hertzog an
den Eidgnossen zu dancken irer grossen guthat und eeren,
so sy im bewisen hatten ^), und fertiget die hotten wider hey m
25 mit grossen schenckinen^]. Also kamen die gesanten von
1) Die Gesandten kamen nach Mailand Bckon am 12. Dec. Der Her-
zog hingegen kam erst am 22. nach Chiarayalle, 1 8t. yon Mailand, dann
am 29. ins Kloster St Eustorgio, yor den Thoren der Stadt, und dort
wurde er von den Gesandten abgeholt, um seinen festlichen Einzug su
halten; s. Köhler S. 534 £
2) Dieser hatte auf dem Feldsuge den Oberbefehl geführt; s.'Anshelm
m 314.
S) Hans Püntiner.
4) Hans Schwaxsmurer war nicht Landanmiann von Schwyz, sondern
Ton Zug. — Die 4 hier Genannten empfingen den Hersog am Thor und
überreichten ihm die Schlüssel ; s. Kohler S. 539.
5) Sollte heissen : silberin ; s. den Brief des Gesandten von Solothum,
vom 31. Dee. 1512, in R. Gluts-BlosheimB Forts, su Joh. y. MüUers Gesch.
d. Eidgenossen, S. 544.
6) Dieser Palast wurde jedoch ans dem noch immer yon den Fran-
zosen besetzten Kastell so heftig beschossen, dass der Hersog gleich nach-
her ein andres Quartier beziehen muzste; b. Anshelm UI 364.
7) Vgl Eidg. Absch. HI 2, S. 674«.
8) Der Stadt Basel yersprach er ein Jahrgeld yon 500 Dukaten; s.
Stadt. Urk. 1513 Jan. 7.
40 Mail&nderkriege.
1513 Basel uff sant Anthonien tag, • was uff einen mentag, mit £rfti-
den Wider heim.
Wie Hoohenkreyen das schloss gewunnen ward.
1512 Im 1512 jar vor sant Martins tag^) wurden die Ton
Mev.^ii Hochenkreyen im Hegow^j übermütig und stolts; meinten,
es wer niemant so frisch , der jEür sy ziechen dörste; seyten
den von Kouffbüren und andern Swebschen stetten ab^). Also
wurden die ryohsstett mit den Swebsohen stetten su radt^),
zugen mit yren büchsen darfür und Schüssen daryn. Aber
die im schloss warent nit einer butten wert, fluchent hinden lo
daruBZ^), liessent nit mer volcks darinn dann einen priester
und einen, was geschossen worden, euch die kdchinn darinn.
Da gabent die selben das schlosz uff. Also ward es ver-
brennt und geschleyfil, das es nüt mer solte schaden.
Von einem friden, so die Eidtgnossen in der Christen- 15
heit understundent anzestellen.
1512 Im 1512 jar uff sant Gallen tag®) ward von der statt
Basel verordnet herr Lienhart Grieb oberster zunfitmeister^),
mit andern [204^] Eidtgnossen der 12 orten ^) ze ryten zu dem
14. Sdutden fehlt in beides Hu. IS. ZusaU un Bude^ Ton spftterer Hd.: und
Alban Chnüer der ritten.
1) Diese Zeitangabe besieht sich auf die Belagerung yon Hohenkrähen,
welche am 10. Not. begann und schon am 13. die Flucht der Besatzung
bewirkte; s. Chr. F. v. Stalin, Wirtembergische Qesoh. IV 1, S. 89.
2) Inhaber der Burg war Hans Benedikt von Fridingen, dem sich
jedoch allerlei Abenteurer zugesellt hatten, so namentlich Christoff Huser
yon Kaufbeuren, der mit dieser Stadt yerfeindet war; s. ebend. S. 88 ff.
3) Ueber diese Fehde, die im Sept. d. J. begann, s. ebend., auch
Anshebn m 378 ff.
4) D. h. mit dem Schwäbischen Bunde, dem diese Reichsstädte an-
gehörten.
5) Die Uebergabe erfolgte am 13. Nov., nachdem in der Nacht vorher
die Besatiung das Schloss heimlich verlassen hatte; s. Stalin a. a. O.
6) Die Boten der einselnen Orte sollten am 18. Oct. in Altdorf zu-
sammentreffen, um von dort aus gemeinsam nach Rom zu reiten; s. Eidg.
Absch. III 2, S. 652 c.
7) L. Grieb d. jüngere ; s. B. Chron. IV 89, A. 2. — Der in der Hs.
von späterer Hand beigefügte Alban Oemler (s. Varianten) war 1509 nach
St. Jago de Compostella gepilgert; s. Stadt. Urk. 1509 Aug. 14. In den
Rath gelangte er erst 1529; doch mag er 1512 lum Gefolge der Gesandt-
schaft gehört haben.
8) Ihre Namen s. Eidg. Absch. III 2, S. 674.
1512. 41
bftpst Jttlio^), einen friden (so verr ynen möglich) in dei
Chiistenheit ze machen 2); dann es lang über das Christenblut
gangen und des selben yil veigossen woiden duich die Hoch-
tiiisehen, die man nempt Switsei, Ostemchei und landsknecht.
s Do nun die Eidgnossen von den 12 orten schier gon Rom
uff ein gutti tütsche myl darvon kamen , schickte der bapst
sin bottschafft ynen entgegen, liesz sy eerliohen empfahen').
Und also ritten sy mit den herren vol gon Rom zu.
Als sy gon Rom in die statt kämen, gab man ynen gut
1« herberigen; wurden do mit einander r&tig, mit dem bapst ze
reden von rorgemeltem friden. Und ward von gemeinen
Eidgnossen herr lienhaidten Grieb, hotten von Basel, em-
pfolhen ynen die red ze thund; das dann geschach in latin,
alles das sy im ze reden empfolhen hatten^). Welcher reden,
i&do sy usz was, sich der bäpst bezügte und protestierte und
gar fui ein grossen danck annam, wann sy eben gar lang
geweret hette; und danokte ynen gar früntÜchen der guthat
und lieby, so im ein Eidgnoschafft in sinen nöten bewisen
hatt. Wann er bekante wol, das sant Peters schiff lin umb-
^ gefallen und versuncken wer, wenn nit vorab gottes hilff und
darn&ch ein gemeine Eidgnoschaffb (als liebhaber der gerechtig-
keit und sine lieben sün, die er für siin haben und sich
gantz zu ynen setzen wolte) im ze hilff kommen were^).
Darnach giengent die Eidgnossen wider in ire herbergen, da
2stett man ynen grosse zucht und eer.
Do sy nun ein lange zitt da gelegen^} und der Sachen
eins worden, darumb sy dann [205] uszgeschickt warent''), und
yeder bott an den b&pst brächt, was im denn von sinen herren
»
28. Beide Hn.: an den blpst brlchten.
1) Er hatte die Eidgenossen su dieser Gesandtschaft aufgefordert; s.
Eidg. Absch. HI 3, S. 652 c.
2) Vgl; ebend. 8. 652 o. u. 672 b.
3) Da sie unterwegs mehrfach sich angehalten, erreichten sie Rom
erst am 20. Nov. ; s. L. Griebs Briefe vom 2. u. 27. Nov., im St. A., Bd. St
91 (9), und vgL den Brief an die Tagsatzung, in Eidg. Absch. III 2, S. 670.
4) Ueber diese in öffentlicher Audiens am 24. Nov. gehaltene Rede
B. Griebs Brief vom 27. Nov., a. a. 0. Ihren Wortlaut s. Eidg. Absch.
m 2, S. 673. Grieb hatte, wie übrigens noch manche Basler Rathsglieder
jener Zeit, in jungen Jahren die Universität besucht; s. die Matrikel z. J. 1476.
5) Ueber des Papstes Antwort vgL Griebs Brief vom 27. Nov. '
6] Die meisten Gesandten verliessen Rom erst am 27. Dec, und Grieb
blieb noch länger; s. seinen Brief von diesem Tage, im St. A, Bd. St. 91 (9).
7) Sie erreichten keineswegs alles, was sie gewünscht hatten; s. ebend.
und TgL Eidg. Absch. m 2, S. 672.
42 Mailänderkriege.
und oberen empfolhen was^], do begäbt er tugentlidien ein
yedes ort, n&ohdem und es begert hett^).
[Alflo hett herr Lienhart Grieb, bott von Basel, an den
bapst begert, das er ein statt Basel hiemit begabte: Welcher
ein Baselkind und doctor were und ein gratias oder p&und &
zu Rom überkftme, das dann die uff der hoohen stifft im
münster zu Basel den selben uffnemmen mAsztend, und nit
einen allein, sunder 6, die doctores werent und pfrunden zu
Rom erlang^nt; das wart nochgeben und erloupt'). Wyter
wart denen von Basel euch erloupt, guldin ze schlaohen^). lo
Item, das sy mAchten das Römisch gericht besetzen und ein
yeden buren, er wer woher er wetty, daran citieren^). Aber
erloupte er ynen, in der fasten kesz, zigern und milch ze
essen bisz an den palmabent^), und andere ding mer^), als
den das die bullen uszwyset]^]. i&
Do nun alle ding Tolzogen warent, do fertiget der bftpst
die hotten mit grossen schenckinen wider heym *j. Also ritten
sy gon Meyland; do wurden sy Ton dem hertzogen ouch
eerlichen empfangen und begabt ^^). Und ann der pfaffen fasi-
1613 nacht kam der bott von Basel wider heim. »
Febr. S
Von Nawerren schlacht, wie sich die erhub und
zugieng.
1513 Nach yil tagleystungen zu Lutzern, im 1513 jar^^), b^gerte
3. Dm Eingeklunmerte nur in E, Bl. 102.
1] Ueber die spesiellen Wünsche Basels s. Ghriebs Instruction im St
A., Bd. St. 91 (10), und vgL das Eingeklammerte.
2) VgL oben S. 41, A. 7.
3] S. Stadt. Urk. 1512 Dec. 20. Doch ist dort nur von 4 Pfründen
die Rede, und nicht von 6.
4) S. Stadt. Urk. 1512 Dec. 29.
5) Die Urk. hierüber finde ich nicht Dass aber ein derartige« Privi-
leg betr. die geistliche Gerichtsbarkeit wirklich ertheiit wurde, ergibt sich
aus Eidg. Absoh. III 2, S. 81 Iq.
6) Diese Erlaubniss, welche Basel schon 1463 erlangt hatte, wurde
durch eine Bulle Tom 10. Sept 1512 bestätigt; s. St&dt Urk. No. 2687,
u. vgl. B. Chron. IV 342 u. V 438.
7) Ueber weitere Privilegien s. Stftdt Urk. No. 2693 u. 2694, beide
vom 20. Dec. 1512.
8) Der Verf. weiss also nicht, dass für jedes Privileg eine besondere
Bulle ausgestellt wurde.
9) S. Griebs Brief vom 27. Dec, im St A., Bd. St 91 (9).
10) Vgl. oben S. 39, A. 8.
11) Ueber die Verhandlungen su Lusern, auf den Tagsatxungen vom
1513. 43
der Frantsoss all weg undez anderem an gemein Eidgnossen:
sy solten so wol thun und yn das schloss Meyland lassen
spysen ^), und ein verein mit im machen. Als die Eidgnossen^
cQe rechten hertzen, solichs so ofil von im horten, wurden sy
»zuletst zornig und meinten, er spottet iren; weiten nüt darmit
ZQ schaffen haben, fiengen an, kunten im das geleyt ab^), und
seit sich usz dem land machen; denn das wer ynen nit
empfolhen von yren herren. Und seyten im mit kurtsen
Worten: das sy von ^keiner verein oder richtung nüt weiten
10 hören sagen, es weren dann vor und ee die sohlosz, nämlich
Meyland, Cremonen, Genow und Nawerren^), gerumt; daizu
das er sich mit sampt dem berlament^) verschrib, verbrieffte
mid versiglete, kein anspruch niemerme weder an gemelte
schlosz noch an das gantz Meyland ze haben ^).
13 Uff solichs gab der küng von Franckrich den Eidgnossen
witter kein antwurt me*), sunder [205^] fieng sich an ze
rüsten, samlet vil landsknecht und zoch über den Montanisz^)
gon Ast zu. Des wurden die Eidtgnossen und der hertzog
von Meyland innen. Dann ein teil der grossen Meyländischen
» herren, so noch dem Frantzosen heimlichen anhiengen, weiten
den hertzogen gefangen, verraten und verkoufft han, und was
gar schier gesohechen^). Do das der hertzog vemam, schickt
er zu allen orten der Eidgnoschafi);, und begerte im do
8000 knecht in sim costen ze schicken. Das seyt man im zu^).
2& Und wart von einer statt Basel uszgeleit 400 man mit
11. u. 25. Februar, und Tom 15. März und 1. April, 8. Eidg. Absch. HE 2,
S. 684 ff., 688 ff., 694 ff. u. 699 ff.
1) S. ebend. S. 695.
2] D. h. seiner Gesandtschaft. Für diese Oeleitskündung stimmten
mehrere Orte, doch nicht alle; s. ebend. S. 695 u. 701.
3) Das Schloss von Noyara hatte sich schon Ende 1512 ergeben, und
auch Genua hatte sich von Frankreich wieder unabhängig gemacht; s.
Kohler S. 541. Die Schlösser Ton Mailand und Cremona hingegen wurden
erst im Not. und Dec. d. J. übergeben; s. Eidg. Absch. in 2, S. 745, 748,
755 u. 763.
4) Das Parlament Ton Paris.
5) Ueber diese Antwort TgL Eidg. Absch. HI 2, S. 694 ff. u. 699 ff.
6) Seine Gesandtschaft verliess jedoch Bern erst am 7. Mai; s. den
Brief der Baaler Hauptl. Tom 8. Mai, im St. A, Bd. St. 91 (10).
7] MontCenis.
8) VgL hierüber den Brief der Bemer Hauptl. an Bern, Tom 5. Juni,
in einer Abschrift im Basler St. A., Bd. St 91 (10), auch Anshelm III 417
und 421.
9] Der erste Zuzug, welcher auf der Tagsatzung Tom 18. April be-
willigt wurde und am 4. Mai aufbrach, betrug noch nicht 8000 Mann wie
der spätere, sondern nur 4000; s. Eidg. Absch. in 2, S. 705.
44 Mail&nderkriege.
den ämptem^). Und was herr Hans Stolts houptman, Ulrich
Falokner lätener'}, Hans Bondorff fS&nrich^), Baitholme Schott
der nestlet vorf anrieh, Anthoni Oechlin sobriber, Hans Her
]Ui4 furierer^). Und zugent also nsz uff der uffart äben, ob-
gemelts j&rs^}. &
Mai 23 Darnach uff mentag nach der heiligen dryvaltigkeit er-
schall ein red^), wie das der küng Ton Franckrich Ast und
Alexander yn hett genommen und Meylandt euch wider w51t
Mfti 27 han. Also wurden die Eydgnossen 9eu r&dt und schickten am
&itag nach der heyligen dryvaltigkeit^ noch 8000 hinweg in lo
Meylandt, den andern noch^); und was under denen von Basel
junckher Heinrich Meltinger houptman, meister Mang Schnits
3. Beide Hse.: Haiie Ber ftirierer.
1) Zur Gesammtsahl von 4000 hatte Basel auf den t. Mai nur 200 lu
stellen, und Ton diesen waren, wie gewohnt, die Hälfte aus den Aemtem,
also 100; s. ebend. und ygl. den Brief des Raths an die LandTögte, Tom
22. April, im 8t A., Missivenbuch XXV 16 1».
2) Der spätere Oberstzunftmeister.
3) Zunftmeister der Sehiffleute.
4) »Hans Herr der furrier« wurde nach der Schlacht bei Noyara aus
dem Heere ausgestossen, weil er die Flucht ergriffen hatte; s. einen Bei-
settel Bum Brief des Hauptmanns Hans Stoltf Tom 6. Juni, sowie auch die
Kundschaften über die Schlacht, beides im St A., Bd. St 91 (10). Den
Beisettel s. abgedr. bei Fechter, Die Schlacht von Noyara, im R Taschen-
buch 1863, S. 128.
5) Sie sogen über Bern und Freiburg, durch das Wallis und über den
Simplon nach Domo d'Ossola, wo sie am 17. Mai sich mit den Bemem,
Freiburgem und Solothumem vereinigten, und von dort weiter nach No-
yara, wo sie die übrigen Orte trafen; s. die Briefe der Basler HauptL vom
8. u. 22. Mai, im St. A., Bd. St 91 (10), beide abgedr. bei Fechter a. a. O.,
S. llOff. u. 113ff.
6) Nämlich auf der Tagsatsung bu Zürich, welche am 18. Mai be-
gonnen hatte; s. Eidg. Absch. lU 2, S. 714 u. 716n, und TgL Anshelm
m 416.
7) An diesem Tage erfolgte der Aufbruch jedes Ortes; s. Eidg. Absch.
a. a. O. und ygL den Brief der Basler HauptL vom 2. Juni, im St A., Bd.
St 91 (10).
8) Von diesen 8000 stellte Basel 400; s. Eidg. Absch. IH 2, S. 716n
und ygL den Aussugsrodel im St. A., Bd. St 91 (10), femer im Bd.
St 91 No. 3 die Instruction des Hauptmanns. Sie zogen über den Oott-
hard nach Arona und Varese, wo das Heer sich yersammelte, um yon dort
aus am 5. Juni Noyara su erreichen; s. den Lieferungsrodel dieses Zug^,
femer den Brief der Bemer HauptL yom 5. JunL sowie denjenigen des
Basler Hauptmanns Heinrich Meltinger yom 6. Juni, alles im St A., Bd.
St 91 (10).
1513. 45
latenei^), Hans Baltamer der oberist kneoht, fänriob^), Matheus
Wents Torfänrich').
Also zngent die knecht streng fiiisioh, denn es tett nott.
Wann uff fiitag vor Medardi hett der Frantsosz die Eidgnossen Juiü 3
s belegeret in Nawerra^}, mit einem grossen yolok und gesohütz,
und uff samstag £riie angefangen 9eu schiessen, desz glichen Jam 4
kein Eidgnosz nie gesechen hat. In eym tag hat er vier tiirn
und die muren hundert [206] schritt lang abzerschossen und
als eben gemacht^ das sy zu rosz wol hinyn werent geritten^).
loDesz die Eidgnossen grosse not leyden; denn der Frantzosz
die sach gern uszgemacht hett, ee dann die andern Eidgnossen
denen in der statt zu hilff kommen weren. Aber der all-
mechtig gott, der alle ding vermag, kam ynen zu hilff; wann
die Eidgnossen vil mit den Frantzosen erlitten hatten. Aber
15 eins erschrackt die Frantzösischen, nämlich das die Eidgnossen
das recht thor nye vor ynen beschlussen. Am sampstag umb Jnni 4
die fiinffi fielent sy mit gewalt ins thor^); also gieng es den
Eidgnossen wol, tribent ire find wider bindersioh. Do wurden
uff beden sytten ettliche erschlagen; denn die Eidgnossen
20 stunden ein nacht und ein tag^) in der Ordnung.
1) Mang Schmtier, Rathsherr der Webersunft.
2) VeTmnthlieh ein Sohn des gleichnamigen Oberstrathsknechta Ton
1471; vgL B. Chron. IV 75, A. 2.
3) Hans Baltheimer der F&hndrich erkrankte achon am f weiten Marseh-
tage (28. Mai} am >kalten Weh«. £r blieb deshalb in Zofingen mrück,
und an seine Stelle trat der YorlShndrieh Wents, der sieh nachher in der
Schlacht Tom 6. Juni so sehr bew&hrte, dass der Rath befahl, ihm das
Fähnlein auch femer su lassen, nachdem Baltheimer wieder hergestellt und
beim Heere eingetroffen war; s. den Brief der Basler Hauptl. Tom 29. Mai,
im St. A.9 Bd. St 91 (10), und denjenigen des Raths Tom 13. Juni, im
MissiTenb. XXV 26, abgedr. bei Fechter a. a. O., S. 129 ff. VgL auch unten
8. 47, A. 8.
4) Nfimlich jene 4000, welche schon am 4. Mai ausgesogen waren; s.
oben S.44, A.5. Diese waren, Tom Simplen herabk'ommend, am 19. Mai Ton
NoTara nach Casale su Hersog Maximilian gesogen, der jedoch, durch un-
günstige Nachrichten beunruhigt, am 30. Mai sie nach NoTara surückführte;
s. den Brief der Basler Hauptl. Tom 22. Mai, sowie denjenigen des Ffthn-
drichs Bondorff Tonf 7. Juni, beide im St. A., Bd. St 91 (10), und abgedr.
bei Fechter S. 113ff. u. 119ff., wo übrigens S. 119 statt »23. Maie su lesen
ist: 30. Mai. Femer Tgl. den Brief der Solothumer HauptL Tom 6. Juni,
bei Gluts-Blosheim in J. Müllers Schweisergesch. V 2, S. 546, sowie auch
Anshelm HI 419.
5) VgL die Briefe Ton Stols und Bondorff, Tom 6. tmd 7. Juni, bei
Fechter S. 119 ff., femer Anshebn HI 420.
6) Ueber den Kampf um das Thor >wider Fyeffen« (gegen VigcTsno)
B. Bondorff und Stolts, bei Fechter a. a. O.
7) VgL ebend. S. 120: den samstag zu oben und die gantse nacht
46 Mailinderkriege.
Juni & Uff Sonntag fiüe brachen die Frantzftsischen an und weiten
gestüimpt han, waient ettliche über die muren. Sy Sachen
aber die Eidgnossen in der mäsz an end stän. das sy abzugent.
Und lagent die von Basel mit irem fänlin zu nechst an der
muren y und die von Zürich by ynen^). Und uff den selben s
Sonntag zugent die andern Eydtgnossen denen in der statt zu^).
Also wurden sy mit eynander zu rädt, witter an die
Frantzfisischen ze ziechen^), ruckten damit von Nawerren
hinuBZ, 16000 starck^). Do hatten yre fyend ein liger ge-
schlagen, kum ein halbe myl<^) von den Eydtgnossen, ynen lo
onwissen. Also zugent die Eidgnossen dfthSr. D& richtet der
Frantzosz sin geschütz inn sy, die landsknecht in eyn huffen,
und dry huffen kürisser. Also machten die Eidgnossen zwen
huffen <^), gerieten mit ISren buchen 7} ann sy hin und schlugen!
mit ynen. t5
(206^] Do was grosse not, und gieng fast ernstlichen zu.
3. Beide Hes.: in der m&sz sn nnd attn.
1) Vgl Bondorffs Brief, bei Fechter a. a. O., S. 120.
2) Sie trafen Abends ein, nachdem die Fransosen schon Mittags ab-
gesogen waren; s. ebend., sowie auch die Briefe von Stolts und Meltinger,
beide Tom 6. Juni, im St A., Bd. St 91 (10), und den erstem auch bei
Fechter S. 121.
3) D. h. am folgenden Morgen, Montags den 6. Juni.
4) Diese Zahl scheint auf der irrigen Voraussetzung zu beruhen, dass
beide Heere der Eidgenossen je 8000 Mann gezfihlt hAtten; s. oben S. 43,
A. 9. Nun zogen allerdings schon neben dem ersten Zuzüge von 4000 Mann
noch gegen 2000 sog. Freiknechte mit; s. Eidg. Absch. in 2, S. 716d. Da-
gegen trafen Tom zweiten Zuzüge die Zürcher sammt andern östlichen
Orten erst am Tage nach der Schlacht ein ; s. Anshelm III 420. Auch
spSter wurde das Heer von den Basler HauptL nicht höher als 15000 Mann
gesch&tzt; s. ihren Brief yom 19. Juni, im St A., Bd. St 91 (10).
5) D. h. Vi deutsche Meile, wie auch Bondorff hat Nach Stolts und
Melünger hingegen, und auch nach Anshelm, war es nur 1 italienische,
d. h. Vi einer deutschen Meüe. Die französische Stellung lag zwischen
Noyara und Trecate, also östlich von der Stadt, auf der Strasse nach Mai-
land; s. den Brief Herzog Maximilians an Bern, vom 6. Juni, bei Anshelm
III 425.
6) Nur zwei Haufen unterscheidet auch Anshelm III 421. Laut dem
Brief des Solothumer Hauptmanns Nikiaus Konrad jedoch, yom 5. Juli,
waren es ihrer drei; s. Qiutz-Blozheim S. 549.
7) Sie waren Morgens frühe ausgezogen; s. Bondorff, b. Fechter
S. 1 24. — lieber die Schlacht Überhaupt ygl. die Briefe yon Meltinger und
Bondorff, yom 6. u. 7. Juni, bei Fechter S. 123 ff., femer die nachträglich
in Basel aufgenommenen Kundschaften, in St. A., Bd. St 91 (10), und die
Briefe der Solothumer Hauptl. yom 6. Juni und 5. Juli, bei Gluts-Blozheim
S. 546 u. 549.
1513. 47
Also gab gott sin steroke, das die Eydgnossen gesigten und
mit gfittlicher hilff das veld behielten; erschlugen der fyenden
6000 landsknecht, 800 kürissex^), und mer dann 400 I^antsfi-
aischei fonknechten: gewunnen dem Frantasosen alles sin ge-
sschütx ab, desE onmSssen vil was, wol 17 grosser notschlangen,
4 grosser oarthonen^], 400 hocken^) und vil handtbüchsen,
ouch vil stügzüg und was zum stürm gehört, on ander vil
guts, das da gewunnen und alles uff 16 wägen geladen wart^).
Do hatt ouch ein burger von Basel, mit namen Caspar Rapp,
10 einen knecht, der gewann ein hüpsch fänlin^). Dargegen uss
der gantaen Eidgnosohafft und firyen knechten^} kamen umb
by 1000 man 7). Es wurden ouch vil wund,^). Die von Basel
allein verlurent usi yren beden stetten^), ämptern und mit-
soldnem^®) 75 man^^}. Die andern käment wider heim ^2) und
1. B: Also gab gott gnld, dM. 3. Boido Hu.: Tm M kftriMer, itstt Ym G.
6. Beid« Ew.: Vnn C hocken, statt im C. 11. E: kamen nmb nnd wurden Ter-
loron Vy 1000 man. 12. E: Und in minderkeit die Ton Baael Torlvrent
1} Die meisten Berichte schätsen den Gesammtrerlust des französischen
Heeres auf 8000 Mann; 8. Gluts-Bloiheim S. 322, A. 174. Denmach dürfte
>8000 Küiisaer«, vie unser Text in beiden Hss. hat, entstellt sein aus 800.
2} YgL Meltinger, bei Fechter S. 124, und ebenso Stolti, im St. A.,
Bd. St. 91 (10): 3 earthonen und 17 notschlangen.
3) VgL den Brief der Bemer Hauptl. vom 7. Jimi, bei Anshelm III
427: ob 400 hagkenbflehsen. Es scheint daher Ymi«:, wie beide Hss. haben,
entstellt in sein aus DIK
4) VgL die in Anm. 2 erwfthnten Briefe.
5) Dieser Knecht, welchem deshalb das Bürgerrecht geschenkt wurde,
hiess Georg TrCLbelmann yon Bamlach. Das Fähnlein war weiss und blau
getheilt; s. Fechter S. 127 u. 142, femer im St. A., Oeb. VII 150b. _ Ueber
einen Andern, dem wegen seines tapferen Verhaltens ebenfalls das Bürger-
recht geschenkt wurde, s. B. Chron. IV 146, A. 1. — Ueber Trübelmann s.
sneh Oeb. VIU 80^ und B. Taschenbuch 1858, S. 83.
6) Ueber die freien Knechte s. oben S. 46, A. 4.
7) VgL den Brief der Basler HauptL Tom 1. Juli, im St. A., Bd. St.
91 (10), wo der Verlust der Sieger an Todten auf 900 bis 1000 9ium höchsten«
gesch&tit wird.
8) Unter diesen war auch der Basler Fähndrich Wents; s. seine Aus-
sage in den Kundschaften über die Schlacht, im St A., Bd. St. 91 (10).
Ueber andere yerwundete Basler s. ebenfalls diese Kundschaften.
9) Aus Gross- und Klein-BaseL
10) Zu diesen gehörten namentlich einige Mülhauser. Schon beim
ersten Zuzug vom 4. Mai hatte Basel sich anerboten, unter sein Fähnlein,
das nur 200 Mann sählen durfte, 6 Mülhauser aufzunehmen; s. im Missi-
Tenb. XXV 18 den Brief yom 27. April an Mülhausen.
11) Ein jetzt verlorenes Verzeichniss dieser 75 Gefallenen wird als Bei-
lage'erwShnt im Briefe der Basler Hauptl. Tom 2. Juli, im St A., Bd. St 91 (10).
12) Nach der Schlacht brach das Heer am 10. Juni auf und zog zuerst
48 MaiUnderkriege.
jau 17 sugent yn am sontag nach sant keyser Heinrichs tag umb die
yiery, des järs wie obstat.
Von dem h6izug gon Dysion.
Als dei Bfimisoh keysei Maxemilian an den küng von
Franckrich im das gants hertEOgthumb Boigund (daruff er im 5
aber ein summ golds gelüchen)^) wider zu sinen banden ze
stellen begerte, und sich der küng solichs ze thund widerte,
do mante der keiser die Eidgnossen, das sy im nach lut der
verein^) zu weiten ziechen und den küng von Franckrich
helffen [207] schädigen. Solichs wurden die Eidgnossen rätig lo
ze thund, und seyttents im zu'). Daruff ward angeschlagen
mit hörszcrafft für Dysion ze ziechen^}.
i&t3 Also im 1513 jar, [domstags] des nechsten tags vor sant
^' Ludwigen tag ^), zugent die von Bern usz mit dem houptbaner
und 2700 mannen, und die von Solaturn mit dem houbtbaner \b
und tOOO mannen, und die von Friburg usz Oechtland euch
mit dem houbtbaner und 1000 mannen<^], und mit zweyen
£ryen fänlin^); zugent durch Timerstal ^) den nechsten gon
Bisantz zu^). Die Walliser zugent euch dahin mit irem
houbtbaner ^^), 20
6. E: eiUieli tiLonen golds. 13. Hs.: des neduten tags; B: donutsgi.
bis lyrea, dann südwfirts bis Asti und Alessandzia, um hierauf erst nach
dem 4. Juli von dort aus heimwärts su liehen; 8. Anshehn HL 430 £
1) Nämlich 200000 Kronen; s. unten 8. 56, A. 3.
2) Auf Grund der sog. Erbeinigung vom 7. Febr. 1511; s. Eidg.
AbBCh. III 2, S. 1343 ff.
3) Ueber diese Verhandlungen, yom 27. Juni und 20. Juli, s. ebend.
S. 722 u. 726 ff.
4) Ueber diesen Beschluas, vom 1. August, s. ebend. S. 830 ff.
5) Nämlich St Ludwigs des Bischofs. Dieser Heiligentag (19. August)
steht nicht im Basler Kalender; s. B. Chron. IV 476.
6) Die Zahl der ausgesogenen Bemer ist richtig, während Solothum
und Freiburg nur 700 und 600 zu stellen hatten; s. den allerdings nicht
ToUständigen Anschlag bei Anshelm III 480.
7) Laut Anshehn in 481 sogen neben den 16000 Angebotenen noch
9000 sog. Freiknechte mit, worunter 4000 Bemer. Diese sollten jedoch,
laut den Tagsatsungsbeschlüssen yom 1. u. 12. August, nicht in besonderen
Schaaren ziehen, sondern jeder unter dem Panner des Orts, zu welchem er
gehörte; s. Eidg. Absch. lU 2, S. 730 u. 732.
8) Durch das St Immerthal. Zur Namensform im Texte vgl. das
dialektische Dalben für St. Alban, Delsbethen für St. Elsbethen, Durs für
St. Ursus, auch umgekehrt die Schreibung Sant Joder für St Theodor.
9) Von St Imier weiter über Pontarlier ziehend, trafen die Bemer
in Besannen schon am 24. August ein; s. Anshelm III 481.
10) Mit 1400 Mann; s. ebend.
1513. 49
Utf sant Ludwigs tag giengent des keyseis biichsen hin- Ang. 19
weg^), was ein grosz und ein klein houptstuck, 4 klein car-
tonen, ein gutti grosse notsohlangen und 6 fakünlin, ein wagen
mit spiessen, ein wagen mit hallebaxten, und sunst vil wagen
s mit bulffer und mit steinen, und was daizu gehört. Und vor
gemelten biichsen und dem, das darzu gehört, giengent
210 rosz.
Uff den selben tag (wie obstat) zugen die buntgnossen von
Mülhusen^) mit irem fäniin, wysz und rott, und 80 mannen
10 zu Basel yn: was Martin Brüstlin fänrioh, und Hans Geltner
vorfanrich.
Amm nechsten tag noch sant Ludwigs tag, was sambstag ^j, Aag^. 2)
zugen die von Basel usz mit dem fäniin, wysz und schwartz^j^
und 700 mannen!^}, gon Bisantz zu^). Was herr Lienhart
15 Grieb houptmann, Jacob Meyer, oder den man nampte Jacob
zum Hasen, liitener. Andres Bischoff [207^] fänrich?), Bartolme
zum Sternen, Martin von Liestals sun^), vorfanrich. Und
wurden ynen von den raten zugeben meister Simon Glaser,
meister Thoman Hertenstein, meister Martin zum Schwartzen
2n Sternen in der Hutgassen *), und meister Hans Grasz.
Am selben sambstag zoch ein fry fäniin^®) durch Basel,
was rott und wysz, zwen Schlüssel darinnen ^^) und ein seh wert
1) Nämlich von Basel aus; s. unten Beilage I. Ueber dieses Geschüti
TgL Eidg. Absch. m 2, S. 731.
2) Zwischen Basel und Mülhausen bestand seit 1506 ein Bündniss
auf 20 Jahre; s. Stadt. Urk. 1506 Juni 5, auch Mossmann, Cartulaire de
Mulbouse IV 444 ff.
3} Nachmittags; s. unten Beilage I.
4] Auf der Tagsatzung vom 12. August waren die Meinungen darüber
getheilt, ob jeder Ort mit seinem Panner oder nur mit einem Fähnlein
ausziehen sollte, und deshalb handelte jedes nach Gutfinden; s. Eidg. Absch*
m 2, 8. 732.
5) Basel war nur auf 600 Mann veranschlagt; s. Anshelm ni 480,
and YgL die Instruction der Basler HauptL, im St A., Bd. St. 91 (10).
6) Ueber ihren Weg bis dorthin s. unten Beilage I.
7] Ueber ihn s. B. Biographien I 81. Er war der Sohn jenes Andreas
Bischoff, welcher 1476 bei Grandson war; s. B. Chron. II 357.
8) »Zum Sternen € nannte er sich yermuthlich nach dem Gasthause
d. N. in der AeschenTorstadt, jetzt No. 44.
9) Dieses Wirthshaus, jetzt Hutgasse No. 15, gehörte demRathsherm
Martin von Dachsfelden; Tgl. unten Beilage I. Die Hutgasse wird hier
erwähnt, weil es noch andere Häuser >zum Schwarzen Stern« gab, nämlich
Gerbergasse No. 3 und Schwanengasse No. 6.
10} Ueber die Freif&hnlein überhaupt s. oben S. 48, A. 7.
11) Da die Franzosen als Abzeichen weisse Kreuze trugen wie die
Eidgenossen, so hatten letztere auf der Tagsatzung vom 1. August be-
BmIct Chroniken. Tl. 4
50 Mailänderkriege.
darduroh, mit vil hüpscber knechten. Und noch eins hieng
zur Cronen^}, zooh ouch uff den tag hinweg.
Aag. 21 Am Sonntag früe zooh ein fry fAnlin zu Basel durch, was
grien und wysz und zwen silber Schlüssel darinnen, wol mit
300 mannen; deren houptman was Rottengatter der würt von s
Constantz^).
Am selben sontag zoch ein fry fäniin durch, was wysz,
brun und rott versetzt, wol mit 400 mannen.
Item grad darnftoh kamen zwey fry fänlin; was das ein
wysz, rott und giien, und Schlüssel darinnen; das ander was io
ouch alsOf denn das es ein rott port umbher hatt. Die bedy
hatten 300 man.
Aug. 31 Aber uff sonntag nach sant Ludwigs tag zugen die von
Schaff husen zu Basel yn mit dem houbtbaner, was gel und
ein schwartzer wider darinnen, wol mit 500 mannen ^j. is
Uff den selben sonntag kam das fönlin von Obern Baden,
was oben by der Stangen gar schier halber rott, und unser
lieby fräwen in der sunnen darinnen, und ir liebs kind am
arm, und ein silberer mon under yren f&ssen, und underhalb^j
ein schwartzer pfol herab durchuszhin; hatten 330 mann. 20
Grad darnach kam das fenlin von [208] Hellingen, hatt
ein blutrot feld und ein grossy wysse kugelen in der mitty,
und in der kugelen zwen guldin Schlüssel^]; wol mit 100
mannen.
Grad uff die selben kamen die von Gryffensee, mit einem 3
gantz gr&nen fänlin und einem grossen silberin gryffen, und
ein Züricher schilt darinnen; hatten wol by 150 mannen.
Uff den selben sonntag zugen zu Basel yn des bischoffs
von Constantz lütt mit irem baner, was schnewysz mit guldinen
Sternen, und unser lieby fräwen in einer guldinen sunnen, 30
und ir liebs kind an irem arm und den m&nen under iren
schlössen, auf diesem Feldzuge neben den Kreuzen noch weisse Schlüssel,
das Zeichen des Papstes, zu tragen; s. £idg. Absch. III 2, S. 731.
1) Das Gasthaus zur Krone, jetzt Schifflände No. 5.
2) Lienhard Rotengatter. Nach amtlicher Schätzung zählte seine
Sohaar 500 Mann; s. Eidg. Ahsch. m 2, S. 731 u. 1030.
3) Dieser und alle folgenden Zuzüge erscheinen durchweg stärker als
im Anschlag, weil sie durch Freiknechte verstärkt wurden; s. Anshelm
ni 480 ff. und Eidg. Absch. m 2, S. 730.
4) D. h. in der untern, weissen Hälfte des Fähnleins.
5) In Folge des Pavierzuges Ton 1512 hatten manche Landschaften
der Eidgenossen das Vorrecht erlangt, in ihren Pannem die päpstlichen
Schlüssel zu führen; s. Th. t. Liehenau, über die Siegel der luzemischen
Landschaft, im Schweizer. Archiv für Heraldik 1897, S. 5 ff.
1513. 51
f&ssen; und halten by den 500 mannen. Es lüffen euch sunst
die obgemelten diy tag ob 2000 knechten durch.
Amm mentag zugen die von Winterthur mit irem baner zu Aug. 22
Basel yn; darinn stunden zwen rot löwen ob eynandei in
s einem wyssen feld, und ein roter strich zwiischen den l&wen
duichhin, und denn im wyssen feld eyn grosz guldin criitz,
oben mit der dornin cronen, an einer sytten die geyszlen, ann
der andern die ruten, wie der allmechtig gott ab dem crütz
genommen wart, und oben im wyssen feld zwen guldin
{«Schlüssel; und hatten wol 150 man.
Grad in zweyen stunden darnach zugent die von Sant
Gallen zu Basel yn mit yrem zeichen, was wysz und ein
schwartzer her darinnen uffrechtig, mit einem guldinen halsz-
band, mit guldinen kläwen an allen fieren, und guldin zeen,
15 so vil er im mul hatt; und zugen wol mit 200 mannen.
Uff den selben mentag zugent die von Zürich yn gon
Basel, wol mit 4000 mannen und fast wol gerüst mit 4 [208^]
Schlangenbüchsen, und mit irem zeichen, was blo und wysz,
und zu oberest ein roter strich dem baner noch uszhin, und
20 by der Stangen obnen die heilige dryvaltigkeit mit der be-
krönung der würdigen muter gottes. Und ir schützenfänlin
gieng Yoranhin, was ouch wysz und blo, ein guldine handt-
büchsen und ein guldin armbrust darinnen.
Es kam ouch mit ynen das ampt Begenspurg^), so zu ynen
:25 gehört, mit yrem fänlin, was gantz wys und ein grAner berg
darinnen, und ein hüpscher regenbogen über den berg.
Sy brachten ouch mit ynen das ampt Gr&ningen mit irem .
baner, was gantz gr6n und ein wysser Idw darinnen.
Sy braditen witter ouch die von Steyn, so unter sy gon
v) Zürich gehörent, mit irem fänlin; in welchem was ein grosser
hocher grower felsz oder stein, obenuff eben und grien wie
ein klein mätlin, doruff knüwte ein junckfrow, und under dem
felsen stund sant Jörgen figur, als er den lindwurm stach, und
stund ein wysz crütz am felsen.
^ Uff den selben tag kam die gräffschafft von Kyburg; was
ir zeichen also: ein rouchfarwer tamast, darinn zwen guldin
löwen ob einander, und ein guldiner strich zwüschen den
löwen hindurch, und oben by der Stangen sant Niclaus und
vor im ein bapsthut; gehört gon Zürich.
40 Darnach kamen die von Eglisow, so ouch under die von
1) Regensberg.
4*
52 Mail&nderkriege.
Zürich gehftrent, mit irem fönlin, was gantz gel und darinn
ein schwartzer hiitz uff einem grAnen feld.
Nach denen kamen die von Angelingen ^}, so denen von
Zürich angehörig ; deren fänlin was rot, darinnen zwen guldin
löwen über einander und ein geler strich zwüschen den 15wen ^
hindurch.
[209] Mäch denen allen käment die von Archa^), so euch
denen von Zürich zugeh&rent, mit einem roten i^nlin, in wel-
chem unden dry schwartz rfldenkftpff stunden mit guldinen
halszbanden, ouch mit guldinen zenen und kläwen, und in der lo
mitty die Veronica.^)
Des selben mentags zugent ouch zu Basel yn die gotts-
huszlüt von Sant Gallen, wol mit 600 mannen und mit irem
zeichen, was gel und ein schwartzer ber uffrecht darinn.
Darnach über ein stund zugent zu Basel yn die von »
Frowenfeld und Diessenhoffen mit yren zeichen. Was Frowen-
felds zeichen ein schnewysz feld, und ein roter Uw darinn
mit einem guldinen halszband und einer guldin ketten, den
ffirt ein hüpschs fröwlin in einem roten rock; es waren ouch
zween guldin Schlüssel darinn. Diessenhoffen fürt eyn rot 20
baner, zwen guldin löwen darinn, und ein guldin strich
zwüschen den ISwen durchnider. Hatten under den beden
zeichen wol 1200 mann. ,
Ang. 23 Uff zinstag kamen die usz dem Byntal, von Fudutz, Ra-
gatz und Ryneck^j zu Basel ynziechen mit irem zeichen, 2s
was wysz und ein guldiner stern darinn; hatten ob den 500
-mannen.
Uff den selben zinstag kament die von Raperschwyl am
Zürichsee mit eym wyssen fänlin, und zwo grosz rott rosen
darinnen mit esten; hatten wol 150 man. 30
Des selben zinstags kament die von Lutzern mit irem
houbtbaner, was blo und wysz, und oben by der Stangen
unser lieber herrgott am Oelberg, und ein engel uff dem Oel-
berg mit dem crütz. Und gieng das schützenfänlin vor, was
ouch blo und wisz, und dry guldin handtbüchsen darinnen. 35
4. Beide Hsi. : diren fSnlin. 26. Hs.: wm wja; E: was wjn.
1) Andelfingen.
2) Vermutfalich ist Elgg gemeint; denn zu diesem stimmt das nach-
folgend beschriebene Fähnlein mit den drei Radenköpfen.
3) D. h. das Tuch der Yeronica mit dem Antlitz Christi.
4) D. h. aus der Vogtei Kheinthal, zu der auch Rheineck gehörte. Vaduz
aber, jenseits des Rheins, gehörte nicht dazu, und Ragaz zu Sargans.
1513. 53
Mit [209^] denen von Lutzein kamen die usz Rotten-
buigei ampt, so zu ynen gehörent, mit einem houbtbaner, was
gantz wysz, darinn ein rotte bürg und zwen guldin Schlüssel
ob dei bürg, und ein bäpsthuti].
& Aber zoch ein baner mit Lutzern yn, was goldgel und
ein grosser roter ISw darinn ^j.
Aber zugen mit den Lutzerneren yn die von Sursee mit
eim houptbaner, was wisser und roter damast.
Item mit ynen zugen yn die von Seelbach mit irem fänlin,
10 was rott und ein wisser weg dardurch ^).
Aber zugen mit ynen yn die von Waglingen^) mit eym
roten fänlin, darinn stund ein grosz ecklin^). Also warent der
Lutzerneren und ir zuverwanten, so zu Basel ynzugen, wol
2300 man.
IS Darnach des selben tags kamen die von Buszwyl mit eim
baner, was rot, und sant Mauritz mit sinem schilt, ouch die
Veronica^] darinnen, und zwen guldin Schlüssel ob der Yeronica;
gehörten ouch under die von Lutzem.
Bald nach denen zugent zu Basel yn die usz dem Fryen
2«)Ampt, so gemeinen Eidgnossen der syben orten zugehörent,
mit einem grossen fänlin, was halb goldgeler und halb blower
damast, darinn unsers herren gots sül, als er gegeyszlet wart,
und was die sül guldin; brachtent wol 200 mann.
Uff vorgenanten zinsztag zugent die von Zug zu Basel yn
25 mit yrem houbtbaner, was wysz und in der mitty ein blower
strich dardurch; kament wol mit 600 mannen.
Uff den selben zinstag zugent die von Ury zu Basel yn
mit yrem fänlin, was gel und schwartz, und im schwartzen
ein wysz crütz; hatten wol 600 mann.
30 Aber des selben [210] zinstags zugent die von Glaris zu
Basel yn mit yrem baner, was rott und oben an der Stangen
ein wysser strich; stund sant Fridlin mitten im baner uff einem
1) Vgl. Th. y. Liebenau, Ober die Sigel der luzemischen Landschaft,
im Schweizer. Archiy für Heraldik, 1897, S. 9.
2; .Das Wappen der Grafschaft Willisau; s. ebend. S. 5.
3} Das hier beschriebene Fähnlein entspricht genau dem Wappen der
nahe bei Sursee gelegenen Vogtei Büren; s. ebend. Der Name »Seelbach«
hingegen kann wohl nur eine Entstellung sein für das ebenfalls unweit
Sursee gelegene Sempach, das jedoch im Wappen den rothen Löwen in
weissem Felde führte.
4) Vermuthlich ist Weggis gemeint.
5] Egli heisst eine Art Fische, und einen solchen, im roten Felde,
führte die Vogtei Weggis im Wappen.
6} Vgl. oben S. 52, A. 3.
54 Mailänderkriege.
giAnen mittlin. Es zooh mit ynen yn ein blo fänlin mit
guldin Sternen, und im fänly stund sant Uisz^]. Die hatten
wol ob 600 mannen.
Aug. 24 Uff mitwochen, was sant Baitolomeus tag, zugent die von
Switz gon Basel yn mit yrem vierecketen fänlin, was blutrot. &
Und zoch das ampt von Dockenburg mit inen yn, ouch mit
irem vierecketen fänlin, was sehne wysz und ein grosser
schwartzer rAd darinnen, mit einem sylberin halszband und
mit silberin kläwen an allen fieren und silber zeen, und zwen
Silber sohlüssel oben by der stangen; brachten ob 2000 mann. io
Uff den selben sant Bartholomeus tag zugent die Gräwen
Pündter yn mit Chur. Und was deren von Chur^) zeichen
ein schnewisz vierecket baner, ein schwartzer Steinbock darinnen
in eym silberin schilt, und an der anderen sytten unser lieby
frow in der sunnen. Und das f^inlin vom andern pund^) was is
gräw und wysz versetzt als ein schachzabel, und gieng ein
gräw und wysz criitz dar durch, ouch versetzt. Das dritt
fänlin^) was rott und grfln, von acht färben der längi noch
durchuszhin, und ein wysz crätz darinnen. Die dry zeichen
hatten wol 2000 man. 20
Grad uff den selben tag zugent ouch die von Appentzel
zu Basel yn (waren die letsten) mit einem gefierten baner;
was ein hiipscher schnewisser damast, darinn ein uffrechter
schwartzer hit mit einer roten zungen, roten oren und klftwen;
hatten [210^] wol 700 mann^). 25
Als nun alle ort der Eidgenoschafft mit yren zuverwanten
vor Dysion zusammen kamen ^}, wurden sy (on des keysers
volck, und die under ettlichen ungezelten £ryen f&nlin zugent)
für 25 860 man 7) (oder nach ettlicher croniken anzeigung für
1) Dieses Wappen kenne ich nicht
2) D. h. des Gotteshausbundes.
3) Des Oberen oder Grauen Bundes.
4) Des Bundes der Zehn Gerichte.
5) Die hier für die Durchzüge yom 19. bis 24. August angegebenen
Zahlen, welche allerdings nur auf oberflächlicher Schätzung beruhen, er-
geben mit Einschluss der 700 Basler, sowie auch aller Freischaaren, eine
Summe von naheiu 18000 Mann Nach dem jetzt Terlornen Rodel der
Basler »Losiermeisterc jedoch waren es über 20000 Mann, welche vom 19.
bis 25. August durch Basel zogen; s. den Brief des Raths an die Haupt-
leute im Felde, Tom 26. August, im St A., Bd. St. 91 (10).
6) Am 6. Sept.; s. den Brief der Basler Hauptl. vom 13. Sept, im
Anzeiger f. Schweizergesch. 1898, S. 98ff.
7) Mit dieser Zahl stimmt Anshelm III 481, laut welchem zu den 16000
Ausgezogenen noch 9000 Freiknechte kamen. Vgl. übrigens Eidg. Absch. III
2, 8. 954, wo eine amtliche Zusammenstellung 16400 Ausgezogene ergiebt
1513. 55
46000) geachetzt; leyten sich mit sampt den Keyseiischen füi
die statt, fiengen an treffenlichen darin ze schiessen^).
Von einei rachtung, so vor Dysion gemacht ward.
Nachdem die statt Dysion gantz abgeschossen wart, das
s man sy wol gewannen hett, rafften die in der statt herusz
und begerten eins fridens^); der wart ynen (nach langem radt)
zugeseyt. Also kament des küngs von Franckrich bottschafft^)
und die Eidgnossen mit einander in red. (Nitdestminder schosz
der keyser in die statt, wann er hiipsch geschütz do hett.)
10 Und erbott sich der küng von Franckrich ^) gemeinen Eid-
gnossen ze geben 4 thonen golds^^), 2 zu sant Michels tag, ^^^^ ^^
und die anderen 2 zu sant Martins tag obgemelts 13. jars. not. ii
Darzu so solte der Frantzosz die zwey schlosz Meyland und
Cremonen rumen^], und an alles das, so zum hertzogthumb
IS Meyland gehörte, weder ein cron von Franckrich noch das
berlament (wie im dann vor Nawerrenschlacht euch zugemutet)
kein anvorderung noch anspruch niemerme ze haben. « Ouch
solte er sich Ast (welches von den sinen har sin erbgerechtig-
keit ist) verzychen. Das im dann schwer und hert angelegen,
iti [211] ouch sich solichs ze thund lang widerte^). Ye doch ze
12. Hb.: die andere; E: die uidery,
1} Die Beschiessung begann am 10. Sept; 8. den Brief der Basler
HauptL vom 13. Sept, a. a. O., und Tgl. Anshelm lU 485.
2) Die Unterhandlungen begannen nicht erst in Folge der Beschiessung,
sondern schon am 7. Sept., gleich nachdem das Heer vor Dijon erschienen
war, sandte Ludwig von La Tr^monille, französischer Landvogt des Herzog-
thums BuTgund, an die Eidgenossen einen Brief und anerbot sich zu
Friedensunterhandlungen. Nachdem ihm am 8. Sept. die Eidgenossen ihre
Bedingungen schriftlich zugesandt hatten, antwortete er am 9. Sept. in
einem Briefe, und hierauf begannen am 10^ — gleichzeitig mit der Be-
schiessung — die weiteren Verhandlungen, aus welchen am 13. der Friedens-
vertrag hervorgieng; s. den Brief der Basier HauptL vom 13. Sept., a.a.O.
Die am 8. Sept. von den Eidgenossen gestellten Bedingpingen , sowie auch
den Friedensvertrag vom 13., s. Eidg. Absch. III 2, S. 734 u. 1359 ff. Den
Brief La Tr^monilles vom 9. hingegen s. im Anzeiger 1898, S. 101 ff.
3) D. h. La Tr6monille, der sich bevollmächtigt erklärte, im Namen
Ludvrigs Xn Frieden zu schliessen; s. den Brief der Basler Hauptl. vom
13. Sept
4] Die hier folgenden Bedingungen wurden nicht von Frankreich an-
geboten, sondern gleich am 8. Sept. von den Eidgenossen gestellt; s. die
8 Artikel in Eidg. Absch. III 2, S. 734 ff.
5} D. h. 400000 Kronen; vgL ebend. S. 735 u. 1360.
6) Vgl. oben S. 43, A. 3.
7) VgL La Tr6monilles Brief vom 9. Sept, a. a. O.
56 Mail&nderkriege.
letst ward es im von den Eidgnossen an ein büschelin ge-
bunden i] und gesprochen: wend ir das thun, so thunds; wend
iis aber nit thun, so syg es nüt. Do verwilligten erst sine
rät, solichs ze thund^). Witter so solte der Frantzosz ouch
widergeben alles, das er dem bapst oder der kilchen genomen r>
hett^). Desz zu merer Sicherheit namen die Eidgnossen vier
mann usz der statt Dysion gefangen für ein pfand, under
welchen was der eyn (als man seyte) des kiings schwester-
sun^). Und also ward es gericht der Eidgnossen halb^}.
Darnach hiesz man des keysers rädt für iren costen ouch 10
heischen, und was sy hieschen, darby wölten die Eidgnossen
den keyser handthaben ^]. Do sprächen des keysers rädt: sy
hetten kein andern empfelch, dann den küng ze schädigen,
oder aber das man dem keyser das gantz hertzogthumb Bur-
gund zu sinen banden stalte. Do sprächen des küngs von 1.^
Franckrioh rädt: warumb sy das ervordern dftrsten? der keyser
wüst doch wol, das der küng im ein summ golds, nämlich
zwo thonen^), daruffgelühen bette; wenn er im die widergebe,
denn wolt er darzu lassen reden. Do sprächen des keysers
r^dt: syther dem tag, so er das gelt empfangen, hett es nie 20
nutz getragen. Sprachen die von Franckrich: solt einer ein
ding verpfänden und verkouffen, und wölts darnach wider
han, wenn es yngenommen würd, wer manchem biderman zu
schwer. Darumb solte der keyser dry unparthiische mann
nemmen; desz glychen wolt der küng ouch thun, und dem 25
keyser vor gemeinen Eidtgnossen zu recht werden, und was
die sprachen, [21L^] darby wolt er bliben. Sölichs gefiel dem
keyser nit, und meint, er w<s nit halten.
Also kament die Eidgnossen wider von Dysion^}, zugent
1) D. h. es ward ihm nur die Wahl gelassen.
2) Dies geschah am 13. Sept.; s. £idg. Absch. III 2, S. 1359 ff.
3) S. ebend. S. 1360 den ersten Artikel des Friedensvertrages.
4} Ren^ yon Anjou, Herr von M^ziöres, der hier gemeint ist, war
nicht des Königs, sondern nur La Tr^monilles Neffe; s. des Letztem Me-
moiren, Cap. XV. Die ührigen 3 Geiseln waren einfache Bürger von Dijon ;
s. Anshelm III 488 und vgl £idg. Absch. III 2, S. 755 u. 763.
5) D. h. der Vertrag vom 13. Sept. wurde- nur zwischen Frankreich
und den Eidgenossen geschlossen; s. Eidg. Absch. III 2, S. 1359 ff.
6) Ein ähnliches Anerbieten wurde von den Eidgenossen auch Herzog
Ulrich von Würtemberg gemacht, den sie erst kurz zuvor zum obersten
Feldherm erwählt hatten, und dieser nahm es an; s. den ihn betreffenden
Artikel im Friedensvertrag vom 13. Sept., Eidg. Absch. HI 2, S. 1360.
7) Also 200000 Kronen; vgl. oben S. 55, A. 5.
8) Der Aufbruch zur Heimkehr erfolgte schon am 14. Sept.; s. den
Brief der Basler Hauptl. vom 13. Sept und vgl. B. Chron. I 21.
1513—1514. 67
ZU Basel yn uff den 19. tag herbstmonats, was mentag nach sept. v.
des heiligen crütz tag, umb die dry noch mittag; warent ein
monat und zwen tag uszgesin^).
Als nun die tag und zil, daruff dann der küng von Franck-
5 rieh den Eidgnossen das gelt ze geben verheyssen, veisohinen
warenty stund ynen das halb gelt noch usz, und gieng eine
gemeine red: der Frantzosz w< die richtung nit halten ^j,
Do ward angeschlagen, wenn er das gelt nit geb, wölt man
wider in ziechen 20 000 starck und drob^); und ward daruff
10 denen von Basel uffgeleit 600 man^).
Also fieng der küng an mit den Eidgnossen ze tagen,
wert l&nger dann jftr und tag, dazwüschen dann maniger tag
gehalten wart Nun in mitler zitt kam der recht herr under
den gefangnen (so dann dem küng verfründet solt sin) usz
IS und hinweg^); ward doch von herr Melchern von Rynach
wider gefangen und uff Schatelloun das schlosz ^j gefArt, da von
im umb 2000 cronen geschetzt [davon den Eidgnossen nüts
ward] und darnach wider lidig gelassen''].
Darnach schickte der küng sin Presidenten herusz; den
30 wurffen die Eidgnossen nider uff recht, leyten yn gon Bein
gefangen^). Do embott der küng den Eidgnossen: er wolte
16. S: uff Schftttelaii. 17. Dm Eingekl. mir in E, Bl. 106^, and Ewar in Klammern.
1} D. h. 30 Tage, da unter einem Monat stets nur 4 Wochen yer-
standen sind. Vgl. oben S. 49 den Aufbruch am 20. August.
2) Dieses Gerücht, das schon auf der Tagsatzung Tom 25. Oct. um-
gieng, fand wenige Monate später seine yoUe Bestätigung; s. Eidg. Absch.
m 2, S. 740, 755 u. 763.
3] Am 18. Nov. beschloss die Tagsatzung, 16000 Mann bereit zu halten,
und diese Zahl wurde am 30. Jan. 1514 auf 20000 erhöht; s. ebend. S. 744
u. 766.
4) Diese Zahl entspricht nur dem ersten Anschlag von 16000.
5) Der Herr von M^zi^res sammt den 3 andern Geiseln blieben zu
Zürich gefangen bis im September 1514, wo sie gegen Lösegeld entlassen
wurden; s. Eidg. Absch. III 2, S. 814 u. 847, und vgl. unten S. 58, A. 4ff.
6} Chätillon bei Estayayer?
7] Melchior yon Reinach Hess allerdings einen ungenannten Franzosen,
der im Schloss Chfttillon gefangen lag, Anfangs Februar 1514 entfliehen.
Das8 dieser jedoch wieder sei eingefangen und nachher gegen Lösegeld
entlassen worden, finde ich nirgends bestätigt; s. Eidg. Absch. III 2,
S. 769 u. 811.
8) Humbert yon Villeneuye, Präsident des Parlaments yon Dijon,
erhielt als Gesandter seine Instruction in St. Denis am 17. Noy. 1513 und
wurde schon Anfangs Dec., als er in Genf auf einen Cteleitsbrief wartete,
yon einigen Bemem y erhaftet und nach Bern geführt, wo er in einem
Wirthshause gefangen gehalten wurde; s. Eidg. Absch. III 2, S. 755 ff.,
auch Anshehn lU 490.
58 Mailänderkriege.
die richtung, vor Dysion geschechen, halten und ynen mer geben
dann vor ^), [und wölte deszhalben für die gemeinden, und nit für
die im das gelt abgenommen betten] ^). Und liesz ynen däby sagen :
das gelt lege ; aber man solte mit dem keiser, und mit dem küng
von Engellandt und andern me (mit welchen die Eidguossen 5
in vereinung und [212] buntniisz stundent^), als er dann wol
wuszte) nüt ze schaffen haben. Tetts darumb, das er gern
Unglück gestifftet und gemacht hette. Und verzochs so lang,
das ye die herren, so man für ein pfand für die 4 thonen
golds geben hatt, verstunden und nit gel5szt wurden^). Do er- 10
zürnten ettliche Eidgnossen und meinten, man solt sy tötten^).
Also wurden sy doch erbetten, und ward gemacht, das sy
13 000 cronen solten geben®), und wann [die] geleit würden,
w< man sy dann lydig lassen. Und der president, so zu
Bern gefangen lag, ward euch dozemaln umb 2000 cronen is
geschetzt und darnach lidig gelassen^). Witter warent 7000
2. Das Eingekl. nnr in E, aber ohne Klammern. 13. Ha.: wann sy geleit;
E: wann die geleit.
1) D. h. im April 1514 liess Ludwig XII durch eine savojrische Ge-
sandtschaft den Eidgenossen eröffnen: er wünsche mit ihnen einen ewigen
Frieden su schliessen und sei alsdann bereit zur Zahlung der ausbedungenen
400000 Kronen. Zugleich jedoch erklärte er, dass er auf Asti nicht ver-
lichten könne; s. Eidg. Absch. III 2, S. 785 und ygl. Anshelm IV 9ff.
2] In Berlingers Etterlin, Bl. 106^ folgt hier in Klammern noch eine
längere Einschaltung über die Bestechungen beim Zuge nach Novara; s.
unten Beilage I, und vgl. oben S. 26 u. 29.
3) Mit Heinrich VIII wurde im Frühjahr 1514 wegen eines Bünd-
nisses unterhandelt, und deshalb wurden Ton der TagsatEung am 4. April
Mauritz Hurus Ton Stein und Hans Stoltz von Basel nach England gesandt,
welche im Juni zurückkehrten; s. Eidg. Absch. lU 2, S. 782 ff und Ans-
helm IV 12 ff. Da jedoch am 7. August Heinrich VIII mit Ludwig XII
Frieden schloss, so fiel dieses Bündniss noch vor seinem Abschluss dahin.
4) Am 13. Sept. 1514 war seit dem Friedensvertrage die Frist eines
Jahres verstrichen, während die völlige Abzahlung schon am 11. Nov. 1513
hätte erfolgen sollen; vgl. oben S. 55. Schon am 4. April 1514 hatten die
Geiseln gebeten: man solle sie gegen ein Lösegeld freilassen, »da doch
der König sie nicht lösen wolle«; s. Eidg. Absch. IH 2, S. 783.
5) Vgl. ebend. S. 814 den Abschied vom 25. August 1514, wonach
über diese Gefangenen „wieder vieles geredet wurde«, während einige Orte
beantragten, sie gegen eine Schätzung freizulassen.
6) Nämlich 10000 Kronen für den Herrn von M^ziöres, und 3000 für
die 3 andern Geiseln. Dieser Vorschlag wurde am 18. Sept. 1514 zum Be-
schluss erhoben; s. ebend. S. 814 . 819.
7) Wiewohl seine Freilassung schon am 31. Juli 1514 beschlossen
wurde, so erfolgte sie doch erst am 22. Sept. nachdem die Schätzung be-
zahlt war; s. ebend. S. 811 u. 822, und vgl. Anshelm HI 490ff.
1514. 59
cronen oben im land verhalten worden ^j, kamen! ouch doze-
mäl herfiir. Also traff sich die summ, so man teylen must,
22000 cronen. Beschach nach sant Michels tag im 14. jar^). i5i4
Aber die 400 000 cronen, so vor Dysion zugesagt^), wurden nit stpt 29
s geben.
[212] Von grosser keltin und gefrüst.
Do man zalt 1514 jär am 11. tag jenners überfror der 1514
Syn^) zu Basel wyt für die Pfaltz hinuff, und underhalb der
brücken wyt für Üttingen badstuben^j hinab, das man am
10 andern tag mocht darüber gon. Es lüffen die lüt hinüber und
herwider uff dem blossen Ryn, von einer stat zu der andern.
Am donstag zugen die in der Kleinen statt und ouch ettliche J»o. 12
usz der Grossen mit drummen und pfiffen über den Ryn, ob
der brück und unden [212^] der brücken, hatten ein tisch, assen
\b und truncken, spilten im brett. Und am fritag, was sant Ja&. 13
Hilarien tag den man nempt den zweyntzigsten tag^), gieng so
vil volcks hinüber, jung und alt, fräwen und kinder, das nit
darvon zu sagen was. Sy giengent drymäln umb das capellin^),
für das zeenwee. Und am vierden joch bym capellin gegen
^der Grossen statt zu^} hatten sy ein kegelrisz, kegelten umb
gelt. Und ward des gonds so vil und gemein mit den lüten,
das hinnach ouch ir ettliche anfiengent und weiten hinüber
ryten uff den rossen. Und reit einer ^) hinüber; so er mitten
uff den Ryn kam, do fiel er mit dem hengst yn, und wer
14. E: und nnder der brnck. 19. E: darfür, dM ynen die zeen nit mer wee
solten ihiui.
1) Nämlich 7600 Kronen, die man im Sept. 1513 beim Abzug von
Dijon erhalten hatte; s. Eidg. Absch. III 2, S. 848.
2) Auf diese Zeit gingen diese Summen ein; s. oben S. 58, A. 6 u. 7.
Ihre VeTtheüung jedoch erfolgte erst im Januar 1515; s. Eidg. Absch.
a. a. O.
3) Vgl. oben S. 55.
4) Dieses Datum wird bestätigt durch Kilchmann Bl. 317, Brilinger
5. 122 und Wnrstisen 8. 515, während einzig Kyff in B. Ghron. I 20 den
6. Januar angibt.
5) Diese Badstube, die schon im XIV Jahrhundert diesen Namen
trug, lag am Blumenrain, jetzt No. 12; ygl. Fechters Top. S. 82, A. 2.
6) Nämlich der 20. Tag nach Weihnachten.
7) Die Kapelle stand bis 1854 nicht auf dem äussersten Steinjoche
der alten Brücke, sondern auf dem zweitäussersten.
8) Also an einem der hölzernen Joche zwischen der Kapelle und
Oross-BaseL
9} Vgl. B. Chron. I 20: ein mOller usz der Kleinen Stat.
60 Mailänderkriege.
man im nit ze hilff kommen, so mflst er und das rosz ver-
Jan. 14 dorben sin. Also uff sampstag nach dem zweyntzigisten tag
verbot man by eim pfund pfenning, das niemant mer, weder
jung noch alt, grosz noch klein, hinüber solte gän^].
Jan. 25 Am mitwucheu noch sant Paulus bekerung tag ^ bot man &
den Fischeren, den Schiff lüten und von yeder zunfft dry
mannen mit äxen uff den Rin, und wurdent yren wol 100^);
fiengent unden by den Predigern an zu howen, und hflwent
das ysz uff, und hatten denn grosz hebel und sparren, und
lange seyl hinden dran, und wegten denn ein grossen ysz- lo
Schemel hinweg, der als grosz was als ein Stuben. Und
mänigmol begab es sich, das einer uff dem schemel bleyb und
hinweg für, so warent denn die Fischer da und reichten in
wider mit weydlingen. Also huwent sy den selben tag bisz
für die brück hinuff. is
Jan. 26 Morgcus am donstag huwent sy voll hinuff untz an den
rechten runsz, gar schier bisz ann der Zibeler hoff, den [213]
man nempt das collegium ^]. Und gewan der Ryn under zwey
joch lufft, und fiel warm wetter an, das sich das ysz von tag
zu tag hinweg schleysz^j. Und hett man yn nit uffgehowen, 2i>
so wer er noch lang nit uffgangen, und wer der brücken
grosser schad geschechen. Also was er 14 tag gantz be-
schlossen^], und was so kalt, das die mülen gestunden, und
man die roszmülen und die im werckhoff zu must rüsten.
[E107] Von dem Würtenbergischen krieg, so genempt 2.%
wart der arm Cuntz.
1&14 Im 1514 jar umb osteren^j entstund ein grosser widerwill
April 16
18. Beide Hes.: der Rjn und swey joch.
1) S. dieaea Verbot im Rufbuch II 58»».
2) Vgl. BrUinger S. 122, laut welchem der Rhein vom 11. bis 24. Ja-
nuar aberfroren blieb. Das richtige Datum ist daher Mittwoch der 25. Ja-
nuar, und somit ist hinter »mitwuchenc das »noch« su streichen, wiewohl
beide Hss. es haben.
3) N&mlich etwa 60 Fischer und Schiffleute, und aus den übrigen
14 Zünften je 3 Mann.
4) Das Universit&tsgebäude am Rheinsprung, der frühere Wohnsits
des Geschlechtes Zibol.
5) Die Kfilte währte überhaupt nur bis Ende Januar; s. unten Kilch-
mann s. J. 1514.
6) Vom 11. bis 25. Januar; vgl. oben S. 59 u. die vorige Anm.
7) Samstag vor Ostern (15. April) erfolgte der erste Ausbruch des
Aufstandes zu Beutelsbach a. d. Rems, nahe bei Schorndorf; s. Stalin,
Wirtemberg. Gesch. IV 1, S. 99.
1514. 61
und gemuimel under dem Wüitembeigischen volck wider
hertz(^ Ulrichen iren eignen herren. Was einer unbillichen
schatKiing halb, damit die armen lüt überladen, und nit er-
liden mochten. Dann er ynen, des ersten, in sim land von
5 husz ze husz ein stür uffgeleyt hat, nämlich etwo eym 3 guldin,
eym 2 guldin, eim ein guldin, eym Y2 guldin, eym 10 s.,
eym 5 s., eym 3 s., und yedem etwas, noch dem er hatt^);
das gaben sy gern. Und grad in 2 monaten dam&ch must
einer von yedem hundert, so vil er hat, 2 dick pfennig geben
io und ein eyd schweren dem amptman , sich selb zu schetzen
by eim pfennig. Zem 3. macht er ein yeden centner 20 Ib.
lychter, und musten sy den nitdestminder verungelten, als
wer er gerecht gsin. Zem 4., wer wyn ynleit, must von eim
som 8 s. geben. Zem 5. so must ein yeder von eym malter
IS körn 6 s. geben, er säsz wo er wett in sim land. Zem 6.
dorst niemand kein ku, stier, kalb noch suw in sim husz
schlachen, er hetti denn das ungelt vorhin dem amptman in
sin husz geschickt; und was das ungelt von eim rind ein
guldin, eym kalb 12 s. Das alles was ynen zu schwer, und
20 mochtents nit erlyden.
Also stund es untz zu sant Johans tag, do tratt die ku den Juni 24
kubel umb^}. Wart eyn fest der kilchwyhung in einem
dorff^}, do kämen die Würtenbergische buren dar, klagten
eynander yr not, wie es ynen gieng mit irem herren, und
25 wurden zu rädt, wie sy das nit w<en lyden, sunder einen
buntschuch uffwerffen^) und über den herren ziechen. Und
16. Beide Ha.: in sin Imaz sdilAcheiL
1) Ueber diese und die nachfolgende Vermögenssteuer, sowie über
die Verringerung von Mass und Gewicht, und über das Ungeld auf Wein,
Mehl und Fleisch, vgl. Stalin a. a. 0., S. 97 ff. Die erste dieser Steuern
reicht ins Jahr 1513 zurück.
2) D. h. am 25. Juni, also am Tage nach Johannis, versammelten sich
die würtembergischen Stände in Tübingen ku einem Landtag, um über die
vielfachen Beschwerden ku berathen und mit dem Herzog zu- verhandeln.
Jedoch waren die aufstfindischen Bauern, denen sich inzwischen immer
weitere Landestheile anschlössen, dabei nicht vertreten; s. ebend. S. 102 ff.
3) Die Kirchweihen, welche vielfach gerade in diese Jahreszeit fielen,
waren allerdings ein erspriessliches Mittel zur Verbreitung des Aufstandes;
s. ebend. S. 100 ff. Speziell zum 24. Juni jedoch finde ich kein solches
Fest erwähnt, welches für diese Bewegung eine besondere Bedeutung ge-
habt hätte.
4) Der Bundschuh, im Gegensatz zur Fussbekleidimg der höheren
Stände, war das Abzeichen des Bauernstandes. Auf einer Stange getragen,
oder auf eine Fahne gemalt, war er das herkönmiliche Feldzeichen jeder
Bauemempörung; vgl. z. B. B. Chron. V. 440.
r
62 Mailänderkiiege.
was ein altei armer man, hett gar vil kinden, hiess der arm
Conradt^); denselben fragten sy euch radts, wie sy die Sachen
an solten schicken. Also ryet er ynen under anderem, sy
sollen sant Conrad! an das fenly machen, diewil er doch
Jaii°:S Conradt hiesz; das tetten sy. Und umb sant Jacobs tag zugent 5
sy über yren herren vorgenant 2); der must ynen von Stut-
garten gon Tübingen in das schlosz entwychen ^). Do reyt der
pfaltzgraff Ludwig darzwüschen, und wart gericht^). Aber bald
darnoch liesz der hertzog vil purqn fahen und enthoupten^);
ettlich entwichen usz dem land^^j. 10
Solichs ward aber an im wol gerochen. Dann noch
keyser Maximilians tod fieng er aber an, sich ungebürlichen
halten, zoch für ettliche rychstett, [107^] understund die selben
under sich zu bringen ^j. Do erzürnte der Schwebisch pundt
und die ryohsstett, zugent mit gantzer macht wyder yn, und is
vertryben yn usz sinem land^). Darnoch nam Ferdinandus
ertzhertzog von Osterrich, keyser Carolus bruder, das gants
Würtenbergisch land yn under sinen schirm^).
*"4 [E] Von einer uffrur, under denen von Solaturn ent-
Xai 25 standen. 20
Im 1514 jat vor sant ürbans tag erhub sich ein grossy
1) Was hier folgt, ist nur eine Sage zur Erklärung des Namens »Armer
Konrad«. Ueber diesen Namen s. Stalin a. a. O., S. 99, A. 3.
2) Der Tübinger Vertrag vom 8. Juli, welcher zwischen dem Hersog
und seinen Landständen war vereinbart worden, brachte das Land nur
theilweise zur Kühe, und so zog noch am 23. Juli ein Haufe von 1500
Aufständischen von Schorndorf aus über Beutelsbach bis gegen Waiblingn,
wo die Streitkräfte des Herzogs standen. Nach längeren Unterhandlungen
kam jedoch am 27. ein Vergleich zu Stande, der die Aufständischen zur
Heimkehr bewog; s. ebend. S. 109£f.
3) D. h. er wurde von den Aufständischen persönlich bedroht und
gerieth in Lebensgefahr, als er — noch Yor dem 23. Juli — im freien
Felde bei Schorndorf mit ihnen unterhandelte; s. ebend.
4) D. h. Kurfürst Ludwig von der Pfalz wirkte durch eine Gesandt-
schaft beim Tübinger Vertrage vom 8. Juli mit und sandte nachher dem
Herzog bewafTnete Hilfe; s. ebend. S. 103 u. 109.
5) Ueber das Strafjgericht zu Schorndorf, Anfangs August d. J., s.
ebend. S. 111 ff.
6) Namentlich in das Gebiet der Eidgenossenschaft; s. ebend. S. 113.
7) Nachdem er schon bei des Kaisers Lebzeiten zweimal in die Reichs-
acht gefallen war, befehdete er gleich nach dessen Tode, im Januar 1519,
die Reichsstadt Reutlingen und zwang sie zur Unterwerfung; s. ebend.
S. 158 ff.
8) Im Frühling 1519; s. ebend. S. 170ff.
9) Nachdem KarlV das Land 1520 für sich in Anspruch genommen,
1514. 63
ufiiir ^) (als sich dann im jar darvor ouch begeben) ^j zu Solaturn,
zwüschen den landlütten im 65w ^) und dem rädt in der statt,
U8Z dei uisach: Die heuen in der statt hatten ynen u£fgesetzt
ein nachstüi, was also: wenn eym sin vattei, oder muter, oder
sein anderer nocher fründ sturby, so solt alsdan der, so yn
aibte, 3 jar lang die stür hinnäch [geben ^). Das wolten die *
uff dem land nit thun, ruchleten zusamen, wolten ynen für
die statt ziechen und ee all darumb erstochen werden, ee sy
das thun wolten.
to Also schickt man von allen orten bottschafft dar^], die
Sachen zu vertragen; leytten sich in die Sachen und retten
das best darzu. Es halff aber alles nüt: sy musten sy der
stür und ouch des bösen pfennigs lidig Ion, item der eygen-
schafft, das sy wyben und mannen möchten, wo es ynen ge-
isliepte^}; und darumb solt sy ouch niemann zu stroffen han^j.
Das doch ein schwere sach was ; dann eygen erkoufft liit also
lidig zu lassen, was nit vil me gehört worden. Darzu wolten
sy nüts verbanets han, sunder in allen wasseren fischen. Das
alles musten die in der statt nächlossen, wann der gewalt
20 was do. Das bracht die nächstür ze wegen.
Darumb, sollichs witter zu verhfiten und zu verkhomen,
so lasz man yederman by siner gerechtigkeit blyben, so gädt
es gar göttlich zu. Wenn man aber ze vil wil, wirt eim
hindernäch gern ze wenig. Also wart die sach gestillet, musten
2s die in der statt die nusz bissen, für yederman wider heym.
[E] y on einer andern empörung, zu Rufach entstanden.
Im 1514 jar, in der wuchen vor sant Laurentzen tag, er- ▼or
'' ' ®' Aug. 10
übergab er es 1522 bei der Erbtheilung des Hauses Habsburg seinem
Bruder, uud erst 1534 wurde es Ton Herzog Ubich zurückerobert; s. Stalin
S. 198 ff.
1) Ueber diesen Aufstand, der schon am 13. Mai durch einen Vertrag
beigelegt wurde, s. Anshelm III 473, auch Qlutz-Blozheim S. 367 ff. u. Eidg.
Abseh. Ul 2, S. 972.
2) Ueber diesen früheren Aufstand, yom Sommer 1513, s. Anshelm
in 454 u. 471 ff., auch Wurstisen S. 512 und Olutz-Blozheim S. 341 ff.
3) So heisst noch jetzt die östliche, zu Solothum gehörige Hälfte der
einstigen Landgra&chaft Buchsgau.
4) Im Ausgleich yom 13. Mai (s. oben Anm. 1) wird diese Steuer nicht
erw&hnt; s. Eidg, Absch. III 2, S. 972.
5) D. h. von Bern, Basel, Freiburg und Biel; s. ebend.
6) D. h. im Vertrage wurde das Becht zugestanden, durch Erfüllung
gewisser Bedingungen sich yon der Leibeigenschaft loszukaufen ; s. ebend.
7) D. h. es wurde den Aufständischen Amnestie zugesichert ; s. ebend.
64 Mailänderkiiege.
hub sich ein grosser uffirui, zwüsohen dem gemeinen volck der
statt Ruffach und dem landvolck in der Muntat^) eins teyls,
und dem vogt, schulthessen und iSten daselbst anders teyls.
Kam darzu, das der vogt, sohulthesz und rate in das schlosz^)
mit gewerter hand fluchen und sich understunden zu weren. ^
Also kam das landvolck hinyn^) und leyten sich für das schlosz,
euch mit yren geweren, weiten die vorgenanten usser han.
Geschach därumb, das der schulthesz, wo er ein hüpschy
frowen sach, umb sy warb, mit im sins willens ze pflegen;
[108] wolt sy dann solichs nit thun, so lugt er, das er yrem lo
eemann etwas zufugte, es wer durch sin gewalt oder durch
andere ding, dadurch er yn inn lyden bracht; und sunst vil
anderer stücken halben meer, hie nit not ze melden. Item
das der vogt uff* die stür, so sy irem herren dem bischofi' von
Sträszburg gend, 3 s. mer geschlagen hett dann vor, on wissen is
und geheysz des bischoffs^). Desz glychen hatt er mit dem
wyn und allen dingen gethan. Und ward ein grosz geschrey ;
machten, das ein statt Basel ir bottscha£Et, mit nammen junckhem
Wilhelmen Zeygler burgermeister und herrn Hansen Trutman^),
hinab schickten, in der Sachen das best ze handien. Des was 20
das gemeyn volck fast fro. Und kam euch der bischofi* von
Sträszburg gon Marckoltzheim ^)j wolt nit under sy in die statt
Rufach, wann er im forchte. Aber die von Basel ritten zu
ynen hinyn, denen beweysz man zucht und eer. Das verdrosz
den adel, sprächen: sy selten wider heym rytten, man be-2s
dörflle iren nit. Geschach darumb, das der adel den Eyd-
gnossen nit hold, und usz dem gemeinen volck, besorgten sy,
Eydgnossen mächten ^j.
[213] Von einer vereyndung.
1514 Im 1514 jär, als der küng von Franckrich den Eidgnossenso
embotten, sy selten mit dem keyser und mit dem küng von
1) Die Obere Mundat, das bischöflich strassbuigische Gebiet im
Ober EUass, mit dem Hauptorte Ruffach.
2) Die Isenburg über dem Stadtchen Kuffaoh.
3) In das Städtchen.
4) Bischof Wilhelm von Hohnstein.
5) Zeigler war seit Johannis d. J. alter Bürgermeister, und Trutmann
alter Obezstsunftmeister.
6) Markolsheim liegt bei Schlettstadt, also weit von der Mundat
entfernt.
7) D. h. der Adel besorgte, die Basler könnten das Landvolk sum
AnschluBS an die Eidgenossen bewegen.
1514—1515. 65
Engellandt 1), ouch mit andern mer nüt ze schaffen haben, uff
das wtixben die selben an ein Eidgnoschafft der 13 orten 2),
begerten ein verein mit ynen ze machen wie vor. Daruff
wart maniger tag angesetzt und darumb gehalten ^j. Yedoch
5 ze letst, vorgemelten järs, wart ein verein mit ynen angenom-
men und beschlossen, und mit bapst Leo dem X von Florentz^)
BontagS' nach Andree^} versiglet, aber mit dem Römischen
keyser Maxemiliano von Osterrich und dem küng von Engel-
landt*) erst im 1515 jar versiglet 7). Des hertzogen von Mey-i&is
iolands halb bleib es by der alten vereyn, wie die vor langem
ufl^ericht und versiglet was worden. Und ward dise vereyn
fiast angesechen wider den küng von Franckrich.
Von einer Schlacht zu Meiland, zwüschen dem küng
von Franckrich und den Eidgnossen beschechen.
15 [213^] Es hatt der hertzog von Qenow^] ein bunt mit dem
nüwen küng von Franckrich, Francisco Angelow genant^], ge-
macht und sich begeben, dem küng Genow wider ynzegeben.
Dargegen hatt sich der küng ouch begeben, dem hertzogen
alle jär 14 000 ducaten^<^) ze geben und im behülffig ze sin in
20 sinen Sachen, und solt der hertzog von Genow im 20 glenen
halten ^1). Des wurden die Eidgnossen innen, leyten daruff
knecht usz^^) und schickten dem küng von Franckrich ein
absagbrieff.
1) Der König von England ist hier yerwechselt mit Ferdinand von
Aragon; 8. Eidg. Absch. III 2, S. 831 ff.
2) Zu den bisherigen 12 Orten kam seit Dec. 1513 noch Appenzell.
3) lieber die Verhandlungen vom 7. Nor. 1514 su Zürich s. Eidg.
Absch. a. a. O.
4) »Von Florenz c heisst hier Leo X nur nach seiner Herkunft.
5) An diesem Tag begann zu Zürich die Tagsatzung, auf welcher der
Bund mit Leo X beschlossen wurde. Die Urkunde jedoch wurde erst am
9. Dec. ausgestellt; s. Eidg. Absch. III 2, S. 837, 843 u. 1365 ff.
6) Statt England lies Aragon; s. oben A. 1.
7) Der Bundesvertrag mit dem Kaiser, dem König von Aragon und
dem Herzog von Mailand ist vom 8. Febr. 1515; s. Eidg. Absch. HI 2,
S. 852 u. 1393 ff.
8) Octavian Fregoso.
9) Franz I, der vor seiner Thronbesteigung den Titel eines Grafen
von Angoul^e geführt hatte.
10) Vgl. Eidg. Absch. III 2, S. 870: 10000 Kronen; oder Anshebn
IV 79: 10000 Dukaten.
11) VgL Eidg. Absch. und Anshelm a. a.- 0., wonach umgekehrt Frank-
reich für Glenua 100 Qleyen halten sollte.
12) Nämlich 4000, laut Beschluss der Tagsatzung vom 25. April; s.
Eidg. Absch. a. a. 0.
Basier Cliroiuken. TL 5
66 Mailänderkriege.
1515 Also uff mitwuchen vor der ciütiwuchen im 1515 jai zoch
ein statt Basel usz mit andern Eidtgnossen, in Meyland gon
Nawerren zu^}, mit 200 mannen und eim £änlin2); was junckher
Henman Offenburg houptman, Hans Lützelman der metzger
jQLnrich, [Lienhart Billig, oder den man nampt zum Hirtzen^), 5
lüttener, Martin von Seltz der schnider lüferherr, Anthoni
Gebelin der schiffman vorfönrich^), Hans apothecker weibel^).
Velty Ritter schriber, und Damian Yrmi dollmetsch<^)]. Und
waren all Eidgnossen uff 4000 starck^).
Bald darnach kam wamung, wie der küng von Franckrich lo
mit macht über den Montanisz züg % das ist ein grosser be^,
nit wyt von der statt' Ast^); welche statt sin gsin was und
sins vatters erbgut^^^); darumb er sy wider wolt han, und das
Juni 26 gantz Meylaudt. Also zoch ein statt Basel wider usz, mentags
noch sant Johans des touffers tag, was uff sant Elegien tag des is
vorgemelten jars, mit 600 mannen ^^j; was herr Hans Trutman
5. Daa EingekL nur in E, Bl. 110 1>. 9. Beide Hss.: Um M, statt im IL
1) Bei NoYara yersammelte sich das Heer am 20. Mai; 8. Eidg. Absch.
ni 2, S. 870, und Anshelm IV 80ff.
2) lieber diesen Zuzug Tgl. den Bodel im St. A., Bd. St. 91 (4), BL 11 ff.,
und ebend. Bl. 24 die Instruction für die Hauptleute. Durch diese amt-
lichen Quellen werden die im Texte folgenden Namen der Hauptleute be-
stätigt; die z. Th. abweichenden Angaben bei Byff, in B. Chron. I 21 ff.,
beruhen somit auf Verwechslung.
3} Dieses Wirthshaus (jetzt Diakonenhaus, Aeschenvorstadt 50) ging
1521 auf Jakob Meyer, den spätem Bürgermeister, über, welcher Bülings
Wittwe heirathete und sich fortan nach diesem Hause »zum Hirsen«
(Hirschen) nannte; s. im St. A. das Meyersche Geschäfts- und Oeschlechts-
büchlein, Bl. 7.
4) Dieser wurde 1524 Bathsherr.
5) VgL Stadt. Urk. 1510 April 19: Hans Gharomellis, gen. Apotheker.
6) Ueber diesen Enkel des Bathsherm Hans Yrmi d. älteren, einen
Sohn Baltasars, s. F. Holzach, in B. Biographien I 44 u. 55.
7) Zu diesem ersten Auszuge, vom 9. Mai, wurden nur 4000 aus-
gehoben; s. Eidg. Absch. lU 2, S. 870 u. 872. Die Zahl 14000, welche
beide Hss. haben, erscheint mithin entstellt.
8) Diesen Uebergang über den Mont Cenis befürchtete allerdings die
Tagsatzung schon im Juni; s. Eidg. Absch. IH 2, S. 886. Derselbe erfolgte
jedoch erst Ende Juli oder Anfang August; vgl. Anshelm IV 92 ff. u. 99.
9) Vom Fuss des Mont Cenis bis Asti sind es über 20 Wegstunden.
10) Die Ansprüche Franz I auf Asti beruhten auf der Heirath seines
Urgrossvaters, des 1406 ermordeten Herzogs Ludwig von Orleans, mit
Valentine, der Schwester Philipp Marias, des letzten Herzogs von Mailand
aus dem Geschlechte Visconti.
11) Dieser zweite Auszug, laut Beschluss der Tagsatzung vom 14. Mai,
betrug im Ganzen 12000 Mann aus der Eidgenossenschaft und 1600 aus
Wallis und Graubündten; s. Eidg. Absch. HI 2, S. 877, und vgl. ebend.
1515. 67
alter zunfftmeyster [houptman ^), Hans Galitzion lütenei,] Hans
Bei fönrich^); [junckher Hans Bemhart Meyer ^) und Hans
Murer, den man nampt zum Silberberg ^), waren zugeben vom
radt;] zugent ylends zu den andern^).
s An sant Bartolomeus abent zugent die von Mülhusen gon Ang. 23
Basel yn mit 100 mannen und eym fänlin, ouch gon Meylandt
zu<^). Darnach uff sant Bartolomeus tag des vorgenanten jarsAng. 24
zoch aber ein statt Basel des [214] dritten mals usz mit 800
mannen ^j, den andern, so vor dussen wärent, noch in Meyland
].> gon Nawerren zu ^) ; was junckher Heinrich Meltinger houpt-
man, Hans Maser der wynman^) ßnrich, Bartolme Schmid
der tuchman lütener, [Gregorius Sch&lin der metzger vorfänrich,
meister Hans Zschudy der gerwer und meilter Jacob Suraoher
der Schumacher von den raten zugeben.]
15 Also hatten die von Basel uff den selben tag dry fäniin
im feld mit 1600 mannen, on das nebenzu liiff und nit usz-
geleit was ^% Kamen zu andern Eidgnossen, das sy geschetzt
S. 886, zum 12. Juni, ferner Anshelm IV 82. — Im St. A. finde ich über
diesen zweiten Auszug, im Gegensatz zum ersten und dritten, kein amt-
liebes Verzeichniss. Doch werden die Yorliegenden Angaben bestätigt
durch Ertzberg.
1) »Alter« Oberstzunftmeister war Trutmann erst seit der Kathswahl
vom 17. Juni d. J.
2) lieber Hans Bär den jüngeren s. B. Biographien I 59 ff.
3) Hans Bernhard Meyer von Baldersdorf, ein Achtbürger.
4} Ueber dieses Haus, jetzt Utengasse No. 11, 8.1t. Wackernagel im
Histor. Festbuch von 1892, S. 311.
5) Diese Zuzüge versanmielten sich bei Vercelli; s. Anshelm IV 85 if.
6} Dieser Zuzug Mülhausens, welches erst seit Anfang dieses Jahres
ein »zugewandter Ort« der Eidgenossenschaft war, gehört zum dritten
Auszuge d. J., der von der Tagsatzung am 20. August beschlossen wurde
und 15000 Mann zählte; s. Eidg. Absch. III 2, S. 905 u. 954, auch Anshelm
IV 124 ff.
7) Ueber diesen dritten Zuzug Basels vgl. den Rodel und die In-
struction im St. A., Bd. St. 91 (4), Bl. 26 ff., ferner B. Chron. I 22.
8] Novara war zimi allgemeinen Sammelplatz bestimmt ; s. Eidg. Absch.
a. a. O.
9) Hans Richart gen. Maser, Zunftmeister der Weinleute; vgl. unten
Ertzberg z. J. 1515, auch Oeb. VU 1591». Wegen seiner Feigheit als
Fähndrich in der Schlacht vom 14. Sept. wurde er nach der Heimkehr
gefangen gelegt und am 9. Juni 1516 zu einer Oeldbusse verurtheilt und
auf Lebenszeit von allen Ehrenämtern ausgeschlossen; s. Erkanntnissb.
U 125ff.
10} Wiewohl die Tagsatzung schon beim ersten Auszug das Mitlaufen
der Kichtausgehobenen verboten hatte, so zogen dennoch schon damals
viele sog. Freiknechte mit; s. Eidg. Absch. III 2, S. 870 u. 877, auch
Anshebn IV 80 u. 81.
5*
68 Mailänderkriege.
wurden uff die 50000 starck^); ISgen in Bemont^) wider den
kung von Franckrich, der dann 80000 starck was^j. Und indem
sy also gegen einander lagen, wart allerley practiciert und ge-
handlet, ein £riden betreffend^). Das gelt was lieb ^); erwuchs
daruss, das Bern, Friburg, Solathum und die Walliser abzugent, 5
wol 14000 starck^); zeigten an: der küng von Franckrich hett
einen &iden mit der Eidgenoschafft gemacht ^j, den w51ten sy
halten.
Und als die hinweg kament; darnach griffen die überigen
Eidgnossen den küng inn sim läger an^), uff des heiligen lu
Sept. 13 crütas abent, do die sunn schier su gn&den wolt gftn*); schlugen
des küngs volck in die flucht und erschlugen im ein grosse
summ lüten. Besunder die vom schwartzen huffen ^®) giengen
2. E : olF SOOOO.
1) Vgl. Brilingei Bl. 139: 40000. Die Auagehobenen der 3 sich fol-
genden Auszüge, ohne die Freischaaren, zählten zusammen 33000 Mann; e.
£idg. Absch. III 2, S. 954, und Anshelm IV 173, und vgl. oben S. 66, A. 7
u. 11, und S. 67, A. 6.
2] Aus Piemont zogen sich die beiden frühem Auszüge wieder zurück
nach Vercelli, noch bevor der dritte eingetroffen war; vgl. Anshelm IV
118ff. u. 125, femer Eidg. Absck Ul 2, S. 902 ff.
3) Auf 74000 schätzt dieses Heer eine »Zeitung« im Anseiger f.
Schweiz. Qesch. 1872, S. 252. Vgl. jedoch Eidg. Absch. lU 2, S. 894, 898
u. 900, sowie auch einen Brief bei Anshelm IV 91 , wo derselbe durchweg
auf 45 bis 48 000 Mann geschätzt wird.
4) lieber diese Unterhandlungen s. Eidg. Absch. III 2, S. 902 ff. u. 907 ff.,
femer Anshelm IV 104ff., 118ff. und 130ff.
5) Vgl. in den Vertragsbedingungen, Eidg. Absch. III 2, S. 907 ff., die
von Frankreich zu zahlenden Summen. — Ueber den Verdacht, dass Be-
stechung mitgewirkt habe, ygl. Brilinger BL 139.
6) Die Zuzüge der hier genannten Orte bildeten zusammen in der
Regel einen Drittheil des eidgenössischen Heeres; s. z. B. das Verzeichniss
zum Dijoner Zuge, bei Anshelm in 480. Wenn nun hier das Oesammt-
beer mit Einschluss der Freischaaren über 40000 Mann zählte (ygL oben
Anm. 1), so erscheint mithin die Zahl 14000, die auch Edlibach S. 250 hat,
kaum noch zu hoch. Für das Heer, welches nachher an der Schlacht war,
ergibt sich demnach eine Stärke Yon etwa 25000 Mann.
7) Ueber diesen am 9. Sept. zu Gallerate (jetzt Galliate) geschlossenen
Vertrag s. Eidg. Absch. HI 2, S. 907 ff., und vgl. Anshebn IV 133 ff.
8) Bei Marignano (jetzt Melegnano), 4 St südöstlich von Mailand.
Ueber die Schlacht vgl Anshelm IV 139 ff., Schodeler im Anzeiger f. Schweiz.
Oesoh. 1885, S. 357 ff., und Wemher Steiner in Balthasars Helvetia VH 239 ff.,
auch B. Chron. I 22 ff.
9) Vgl Brilinger Bl. 139: die advesperascente ; ferner B. Chron. und
Anshelm a. a. O. : zu vesperzit. Laut Brilinger waren sie von Mailand um
Mittagszeit aufgebrochen.
10) Ueber diese wegen ihrer schwarzen Kleider und Rüstungen so ge-
1515. 69
fast ze grund. Und erschlugen ouch den besten adel ans
küngs hoff, darzu ettlich landsfürsten , nämlich den henen
Yon Burbun^) und andere mer, und gewunnen vil gesohütz^].
Behieltent den abent das veld, meinten, die sach wer gar
& hinüber; schickten ylends posten herusz, was yederman fro^).
In der • selben nacht rüste sich der küng wider mit 4
firischen huffen ze rosz [214^] und ze fusz, und ungewarneter
sach an die Eidgnossen hin (die dann mfld und hellig waren sopt. i4
und die gantze nacht in der Ordnung gestanden, ouch ettliche
10 ßnly von ynen in der nacht hinweg gezogen^);) geriet mit
grossem unsäglichem geschütz ann sy, wol mit 5000 hocken-
bachsen^) und vil schlangen, ouch sunst mit vil anderem ge-
schütz on zal. Und wurden der mässen vom treffenlichen ge-
schütz zertrent, das sy hindersich wichen musten und das
15 veld verlon.
Als halff ynen gott ellendigclichen mit der Ordnung wider
gon Meylandt in die statt ^), und bliben vil uff der walstatt
und sunst ouch an andern orten, das man sy schätzt uff die
7000 Eidgnossen 7). Do kam umb Hans Ber der fänrich^),
20 Bartolme Schmid lii teuer, Hieronimus Stähelin^), Bartolme
zum Sternen, Martin von Liestals sun, und sunst vil guter
burger mer von BaseP^). Do wart Henman Offenburg, desz
glichen Heinrich Meltinger uff den tod wund^^).
Zu disem hörzug solt keyser Maxemilian sin reysigen züg
nannte Schaar von 6000 geldiischen Landsknechten vgl. Eidg. Absch. III 2,
S. 901 und Anshelm IV 91 u. 140, auch Schodeler a. a. 0. S. 659.
1) Frans von Bourbon, Herzog von Ch&telleraud, ein Halbbruder
Herzog Karls von Bourbon; s. Anshelm IV 140.
2) Vgl. Schodeler a. a. O. : 16 stuck büchsen uf rederen.
3] Ueber die verfrahte Siegesnachrioht vgl. die Briefe in Eidg. Absch.
ni 2, S. 919, und die »Zeitung« im Anzeiger f. Schweiz. Oesoh. 1872,
S. 252 ff., auch Anshelm a. a. O. Ueber die wirkliche Stimmung der Sieger
s. Steiner a. a. O., S. 240 ff.
4) VgL den Zusatz bei Anshelm IV 141.
5) Statt »hockenbüchsen« eher: hantbüchsen. Schodeler a. a. O. S. 359
schätzt die feindlichen Handbüchsenschützen auf über 6000.
6) Ueber diesen Rückzug vgl. Anshelm IV 142 ff. und Schodeler S. 361.
7) Damit stimmt Schodeler a. a. 0.; vgl. auch Anshelm rV142: ob 6000.
8) Ueber seinen Tod s. Wurstisen S. 521.
9] Ueber ihn vgl. unten S. 76.
10) B. Chron. I 23 nennt noch den Fähndrich Hans Lützelmann. Die
Zahl der gefallenen Basler finde ich nirgends überliefert
11) Beide genasen jedoch, und Offenburg starb in hohem Alter erst
1559; 8. B. Chron. V 314.
tu
70 ' Mailänderkriege.
geschickt haben, nämlich 800 pferd^), darzu järgelt^). Das
hielt er nit; liesz die Eidgnossen im veld ligen ob 20 wuchen^).
Ei liesz ouch die sinen, giäfen, fryen, rittet und knecht ein
grosse zal, zum küng von Fianckrich ziechen^]; dann der küng
sunst ein solliche macht nit hett mögen bekommen.
Zu solichem unfal hat ouch zum teyl die Eidgnossen
bracht die zwytracht, so under ynen entstund; nämlich das
ettlioh den friden annemmen weiten, der zu Galleran abgeredt
was, und uff das selbig hinwegzugen, und yn die anderen nit
annemmen weiten, sunder den küng (wie gemeldet) darüber
[215] angriffen <^]. Mag ein yegklicher wol gedencken, wo sy
by einander bliben weren, das es, ob gott hett geweit, nit also
ergangen wer. Gott wöU sy fürter behf^ten!
Wie der küng von Franckrich ein friden und verein
mit den Eidgnossen begerte ze machen. 10
Nach ergangner Schlacht zu Meyland begerte der küng
von Franckrich abermals (wie er zu Galleran ouch gethon
hatte) ein friden und verein mit den Eidtgnossen zu machen
und halten^); solt weren des küngs leben lang und 10 jär
nach sim tod. Wer ouch sach, das im yemant Meylandt wider i*
abgewinnen w51t, so selten die Eidgnossen im knecht geben
in sim sold, und yn helffen beschirmen ; darumb weite er den
Eidtgnossen sampt und sonders [10 mal 100 000 cronen von
jar zu jar geben bisz zu voller bezalung^).]
25
23. Daa EingeU. in E, BI. 111b. Statt desBen hat die Es. nur: ettUch thonen gold
geben.
1) Genauer 600; s. Eidg. Absch. III 2, S. 1394 den Bundesvertrag
vom 8. Febr. d. J.
2) Das scbon in der erneuerten Erbeinung von 1511 festgesetzte
Jahrgeld von 200 Oulden für jeden Ort war im Vertrage vom 8. Febr. 1515
bestätigt worden; s. ebend. S. 1347 u. 1396.
3) Vom 9. Mai bis Ende September; s. oben S. 66.
4) D. h. im framsösisohen Heere dienten über 20000 Landsknechte;
vgl. Eidg. Absch. III 2, S. 894 u. 898, auch Anshelm IV 91.
5) Vgl. oben S. 68.
6) Ueber die Friedensunterhandlungen, welche am 29. Oct. in Genf
begannen, s. B. Chron. I 200 ff., auch Eidg. Absch. III 2, S. 928 ff., und
vgl. Anshelm IV 160 ff. Die nachfolgenden Bedingungen sind diejenigen
des in Genf vereinbarten Vertrages; s. Eidg. Absch. S. 930 ff. u. 1398 ff.,
und vgl. unten S. 71, A. 5.
7) Nämlich in 5 jährlichen Raten von je 200000 Sonnenkronen; s.
Eidg. Absch. S. 931 u. 1400.
1515. 71
Do begaben sich 11 ort^) dei Eidgenoschafft, ein friden
mit im anzenemmen, aber kein verein anders dann die alte
yereinigung, so vormals zwüschen eim küng von Franckrich
und ynen gewesen wer^]. Aber die von Basel und Switz
5 meinten: sy wölten weder in den friden noch verein ver-
willigen, sonder gar nüt darmit ze schaffen haben ^]. Doch
lagen ynen die andern 11 ort (die dann nit mer kriegen
weiten) so hefftig an und baten sy so offl, das sy ye zu letst
noch langer handlung den &iden euch verwilligten mit dem
iokiing ze halten^). Also ward die richtung oder frid gemacht
und beschlossen zu Jenff, uff zinstag nach aller seelen tag ^) 1515 1
im 1515 jftr. ^°' *
Darnach im 16. jär, als die zitt kam, das man solt ver-me
«glen, weiten ,5 [215^] ort, nämlich Zürich, Ury, Switz, Basel,
15 Schaff husen^), darzu der Graw Pundt^) und die Wallisser^j
nit versiglen, ettlicher Ursachen halb, nit not hie zu melden^).
Do das der küng vemam, wolt er das gelt nit geben, es
wurde dann von allen orten der frid angenommen und ver-
siglet, darzu euch ein verein mit im gemacht. Also begaben
2a sich Bern, Lutzern, Underwalden, Zug, Glaris, Friburg, Solaturn,
2. Beide Haa.: die alten Tereinignng.
1) Es werden hier 11 Orte gezählt, weil nachher als Gegner des Ver-
trages emzig Sohwyz und Basel genannt werden; vgl. jedoch unten Anm. 3.
2) Im Gegentheil nahm die Mehrheit den Genfer Vertrag an, wie er
war, also auch das Bündnis«, imd einzig dieses letztere war es, was die
Spaltung Terursachte; s. Eidg. Absch. S. 929.
3} Basel und Sohwyz yerwarfen nur das Bündniss, nicht aber den
Frieden, und zudem waren sie schon in Genf nicht die einsigen Orte,
welche diesen Standpunkt einnahmen, sondern Zürich, Uri und Schafifhausen
stinunten ebenso; s. ebend. und vgl. unten S. 72.
4) Dieses ist wohl richtig für den weiter unten erwähnten Frieden
vom 29. Not. 1516, nicht aber für den hier zunächst folgenden Genfer
Vertrag Tom 7. Nov. 1515, welchem nur 8 Orte zustimmten; s. Eidg. Absch.
in 2, 8. 937 ff., und vgl. die Torige Anm.
5) Die Urkunde ist vom folgenden Tage, Mittwoch d. 7. Nov.; s. ebend.
S. 1398 ff.
6) Diese 5 Orte hatten den Genfer Vertrag vom 7. Nov. überhaupt
nie angenommen; s. ebend. 8. 947 ff. und vgl. oben Anm. 4.
7) Vgl ebend. S. 937 u. 946 ff., auch Anshehn IV 174.
8) Wallis trat schon im Januar 1516 dem Genfer Vertrage bei; s.
Eidg. Absch. S. 952 und vgl. unten. Statt >die Wallisserc ist wohl eher
zu lesen: die stat Sant Gallen; vgL ebend. S. 961, auch Anshelm IV 174.
9) Sie wollten kein Bündniss mit Frankreich; s. oben Anm. 2 u. 3,
und vgl. ihre späteren Antworten vom 3. Juni und 23. Juli, in Eidg. Absch.
S. 978 u. 990.
72 Mailänderkriege.
Apentzel, und ir zuveiwanten die Wallisser, der apt von Sant
Gallen, Botwil und die von Mülhusen, den friden ze halten
und euch das gelt se nemmen mit der verein. Und wart
solichs von yetzgemelten orten gelopt und u£f das heilig evan-
gelion geschworen und veisiglet^]. &
Aber die andern 5 ort weiten nüt darvon hören sagten,
sunder entschlussen sich kurtz: mflsten sy in die verein
(welche was, das ein Eidgenoschafft dem küng mit den zeichen
zuziechen mflste^), so w<en sy sich mit gott bezügt han, das
es ii will nit weie^). [Do aber nun die 8 firter das gelt vom lo
küng genommen, im sigel und brieff, die verein mit im ze
halten, geben hetten, hieng er stättigs hinnach, hatt kein ruw
so lang, bisz er die 5 ort, so wider yn warent und kein
verein mit im annemmen weiten, durch ettlich tagsherren und
heimliche pensioner (der selben orten] deren nammen wol i5
wissen sind, euch ze letst — gott erbarms < — in die suppen
bracht Die 8 ort vorgemelt waren zu tieff inn die sach
gangen und komen. Hetten sy thon als die 5 ort, und werent
all mit eynander eyns bliben, so wer dem küng von Franck-
rich ein gutty schlappen worden. Aber das b&sz gelt was so
meyster.
Wenn Mülhusen ein zugewant ort der Eidgnoschafft
worden syg.
1514 Do man zalt 1514 jär, gefiel den buntgnossen von Mül-
husen der Eidgnossen sach so wol, das sy euch anfiengen ann 25
nach sy Werben, und des selben järs nach sant Andres tag^) desz-
halben zu Zürich uff [216] eim tag vor gemeinen Eidgnossen
erschinen [und] do ann sy begerten, das man sy euch als ein
ander zugewant ort zuliesz und anneme. Also darnoch im
10. Das Eingekl. nur in £, fil. 111 20. £: Aber das boss gelt^ dl« cronen,
brachten semlicha zn wegen.
1) Auf der Tagsatsung Tom 14. Januar; b. Eidg. Absch. S. 950 u. 953 ff.,
auch Anahelm IV ITlfif.
2) Gemeint ist hier der Artikel des Genfer Vertrages über das Bund-
niss; s. Eidg. Absch. S. 1401.
3) D. h. sie traten, wenn auch ungern, dem Vertrage bei, nachdem
derselbe durch neue Verhandlungen, die vom August bis October währten,
sehr wesentliche Aenderungen erlitten hatte; s. Eidg. Absch. S. 99Sff.,
1008 ff. u. 1017 ff., und ygl B. Chron. I 201 ff. Seine endgiltige Fassung,
Yom 29. Not. 1516, s. Eidg. Absch. S. 1406ff.
4) Genauer Dienstags nach Andreae [5. Dec.); s. Eidg. Absch. S. 842.
Ihre Bewerbung hatte übrigens schon im Juli d. J. begonnen; s. ebend.
S. 810, 818 u. 834.
1515. 73
1 5. jär in der crützwochen ^j , nach langem rädt, wurden sy ze i»i&
letst (wiewol es gar kum zugieng) von allen orten der Eid- ^"
gnoschafft, glicher gestalt wie Sant Gallen und andere zu-
▼erwanten, ze ewigen Eidgnossen uffgenommen^). Und wart
5 solichs verbrieffb und versiglet, uff jär und tag wie vorstat^}.
1) Die Awfaahme wurde von der Mehrheit der Orte schon Mitte
Jannar 1515 beschlossen, und desshalb trägt der Bundesbrief das Datum
des 19. Januar; s. Eidg. Absch. S. 847ff. u. 1379ff. Jedoch gab Schwyz —
und wohl ebenso auch Uri — seine Zustimmung erst am 29. April; s. ebend.
S. 874 und vgl. S. 848. »In der crützwochen« bedeutet daher hier nicht
wie gewöhnlich die drei Tage der litaniae minores (zw. Sonntag Rogate
und Himmelfahrt), sondern eher die Woche, in welche die litania major
(25. April) fiel, und diese sohloss 1515 mit Samstag dem 29. April. Ueber
die Pioiession, welche in Basel alljährlich in dieser Woche am 25. April
stattfand, s. Brilingers Ceremoniale.
2) Der förmliche Bundesschwur erfolgte erst am 12. Juni d. J.; s.
£idg. Absch. S. 885.
3) S. oben Anm. 1.
Beilagen«
I.
Zum Zuge gegen Dijon.
1513.
Ueber die ErlebniBie der Basler auf dem Zuge gegen Dijon s
ist uns im St. Archiv im Bd. St 91 (10) ein leider unvollendeter
Bericht erhalten, der mit dem Aufbruch vom 20. August beginnt,
aber schon beim 27. abbricht. Derselbe nimmt nur 2Y2 Seiten
eines Doppelblattes ein, das im übrigen leer blieb| und ist von der
Hand des Oberstzunftmeisters Lienhard Grieb geschrieben, der auf 10
diesem Zuge die Basler als Hauptmann befehligte ^), und somit jeden-
falls auch von ihm verfasst. So unyoUst&ndig dieser Bericht nun
ist, so bildet doch schon das Wenige, was er enthalt, eine werth-
volle Ergänzung zu dem, was die Anonyme Chronik über diesen
Zug erzählt. is
Weiter lassen wir hier noch aus Berlingen Etterlin, Bl. 106^
jenen Zusatz folgen, welcher, wie wir schon früher sahen, in der
Anonymen Chronik an die Erzählung des Dijonerzuges anknüpft ^),
jedoch nur von den Bestechungen handelt, welche in demselben
Jahre 1513 beim Zuge nach Novara yorgekommen waren. 20
a) Acta expeditionis Gallice.
Ane^io ^^ sampstag vor Bartolomei sint wir ze Basel umb die
2. stund noch mittag im nammen gottess usszgezogen, die selb
nacht ze Waltikofen beliben^). Do hat Peterman von Eptingen^)
21. Ueber der Seite steht : JliesQS Maria.
1) S. oben S. 49.
2) S. oben S. 26 und 58, A. 2.
3) Waltighofen, 5 St. westL von Basel.'
4) Dieser besass in Basel den Eptingerhof bei St. Martin, jetzt Mar-
tinsgasse No. 2, und war yermuthlich ein Sohn jenes Jakob y. £., vom Zweige
Beilage I. 75
unaz, so in miner herren liferung sint^), dasz nachtmol und
momdesz den imbisz in sinem slossz geben und geschenkt.
Dogmen haben wir siner frowen 5 gl. in die kindbette ge-
schenkt.
5 Uff sundag sint wii noch imbisz gen Dattenriet komen^j. Aug. 21
Doselbest vor nacht 3 ufflöuff gehabt von desz von Tachsz-
felden^) hofsz wegen, den unsre knecht plünderen weitend,
doTumb das er by dem kunig von Frankrich was^); dogegen
aber keiserlich majestet all sin gut in haffb genomen^). Desz-
10 halb, wo die plunderung fuisich gangen, hettent wir keiser-
licher majestet das ir genomen, die unser helffer sin solt.
DoTumb haben wir Galle Murer von Liestal und Hans Wagger ^)
von Mutetz morndesz ze Mumpelgart in ein turn über nacht Ang. 22
gelegt, an ein recht geweit stellen; darnoch, uff bitt, sy gewolt
IS heim ze ziehen schweren lossen, und doh, uff bitt der Keiser-
schen, Mulhusen und unser empter, lossen zum zeihen schweren
und, so wir heim komen, sich für rot ze stellen, wyter miner
herren stroff oder beschaid ze erwarten.
Item ze Dattenriet sagt unsz min her graff N. von
20 Furstenberg?), das keiserlich majestet im gegönt etUch desz
margrofen von Dynesz^) land inzenemmen, alsz euch beschehen.
Das woltent aber unser eidgnossen von Friburg nicht dester
minder berouben. Mit beger, das best darzü, wo esz sich
schikt, ze reden ^].
12. In d. Hb. Lficke gelusen f&r Hans Wagger.
Yon Blochmont, welcher 1476 bei Muiten den Ritterschlag empfing; vgl.
im St.A., Lehenarchiv Eptingen, die Urk. 1490 April 17 und 1523 März 10,
sowie auch B. Chron. III 16.
1) D. h. die Hauptleute äammt allen zum Stabe gehörenden Beamten
und Dienern; b. das Verzeichniss in der Instruction vom 20. August, im
St-A., Bd. St. 91 (10).
2) Delle. Von Waltighofen führte der Weg dorthin über Feldbach
und Sept.
3) Ueber dieses Adelsgeschlecht s. Wurstisen S. 6 und B. Chron. V 312.
4) Vgl. hierüber den Brief der Basler Hauptleute vom 22. August,
im Bd.St. 91 (10).
5) D. h. die kaiserlichen Hauptleute und Räthe , welche an diesem
Zuge theilnahmen, legten Beschlag darauf; s. ebend.
6] Diesen Namen, der in der Hs. fehlt, s. ebend.
7) Graf Wilhelm von Fürstenberg, ein Neffe des 1499 bei Domach
gefallenen Grafen Heinrich.
8) Ich lese Dynesz, doch ohne einen Ort d. N. zu kennen.
9; D. h. wohl, der Graf von Fürstenberg bat die Basler \mi ihre Ver-
mittlimg gegenüber den Freiburgem.
76 Maüänderkriege.
Inf;, n Uff mendag sint wir gen Bmimendrut >) komen. Doselb
den Keiseilichen reisigen sug, nämlich min herren von Zorn
nnd ander doh, Wirtenbergiflch'] by 300 pferden, und doby
das Keisersch geschutz, so se Basel gewesen^), gefunden, die
sich yil güts gen unsi erbotten. &
hMg. 23 Uff sistag zimbisB sint houptlut und vil andere gen lil
komen ^). Aber das fenlin hat desi wegsi gefeit, gen Clenra
komen ^], doselbs vor den reisigen Keiserschen nit mSgen be-
liben. Deszbalb wir desz selben tags von Mumpelgart gen
Bam^ gemuszt sieben, was mer den 6 tutsch mil^]. Desshalb lo
▼il knechten über naht im holts in allem regen bliben müstend,
und das geschutz zum fenlin desz selben obensz nit komen
mocht.
Do kam H. Stehelin unser furier*) von Bisantz, den wir
von Waltikofen dohin geschikt hattent. Sagt unsz, das man is
alle Eidgnossen ze Bisantz nit weit inlossen, denn allein die
houptlut ^^}. Deszbalb bette min her von Warse maischalk in
Burgund^i), in nammen keiserlicher majestet, und die von
Bisantz alle örter in bestimpte dorfer, imd unsz von Basel
usz sundrer lieby in ein dörflin genant Bolonin^') gelosiert; 20
den selben nammen er an einem brieflin gescriben bracht
Avf. 24 Uff mitwuch sint wir gen Bolonin komen, ist 3 tusch mil
4. Hl.: dM keber gtadivts.
1) Da sie von Delle kamen und naohher nach Lisle sogen, so ist
der Umweg über Pruntrut schwer su erklären. Vennuthlich ist daher
Pnmtrut hier yerwechselt mit Mömpelgard.
2) Den >Qrafenc yon Zorn erwähnen aueh die Zürcher Hanptleute
in einem Briefe vom 28. Aug. ; s. Olutz-Bloiheim 8. 345, A. 278.
3j Ueber Herzog Ulrichs von Würtemberg Betheiligung an diesem
Zuge 8. oben S. 56, A. 6, auch unten A. 11.
4} S. oben S. 49.
5, L'Isle am Doubs, 4 St. von Montb^liard.
6) Clenral am Doubs, 3 St. yon L'Isle.
7) Baume-les-Dames, 3 St yon ClenraL
8) Oder 10 Wegstunden.
9, Hieronymus Stehelin, der 1515 bei Marignano fiel; s. oben S. 69.
10; Vgl. Anshelm DI 482.
11; Peter yon Vergy, Marschall der seit 1493 dem Kaiser gehörenden
Freigrafschaft Burgund, war >oberster Feldherrc über das ganze Heer,
jedoch nur bis zum 8. Sept, wo er durch Herzog Ulrich yon Würtemberg
ersetzt wurde; s. den Brief der Basler Hauptleute vom 13. Sept, im StA.
Bd.St 91 (10).
12) Vermuthlich BonboiUon, zwischen Gray und Besan9on, 6 St. yon
letzterer Stadt
Beilage I. 77
von Bisantz. Doselbs 3 neoht gelegen i); den lutenei^) und
Martin von Tachszfelden^) in der von Bein legei, so wol 1
grosse tusche mil von Bisantz lag^], geschikt. Doselbs sy vei-
nomen, wie wol by 1700 fiyer kneht gensit dem wassei
^ legend^). Deszhalb Bern, Basel, Fribuig und Soloturn ir bot-
schaflFl zu inen geschikt^).
b) Aus Berlingers Etterlin.
^S. oben S. 58, A. 2.)
Denn es giengen ettliche reden usz, es werent 50 000 cronen
10 Tox Dysion ettlichen personen geben worden^). Als dann vor
der Nawerrensohlacht ouoh geschechen was, do ettliche, näm-
lich von Zürich, Bern, Lutzern, Solathurn und andern orten
me, welcher nammen noch uffgezeichnet und in gedechtnüsz
sind, gelt vom küng von Franckrich nammen^), wo man ettwas
15 meren solt, sy uff siner sytten waren und im allwegen heim-
lichen zuschriben, was uff den tagen gehandlet ward. Davon
grosse uffruren an vorgenanten orten entstunden ^), und ettliche
darumb lyden und mit der hut bezalen musten^^j, ouch ettliche,
so schon by leben bliben, grosz gut geben, ouch von allen
30 eeren gestossen ^^) und in das blutbuch geschriben worden.
Darumb syg meugklich gewarnet, sich hinfur vor solchen
gschichten ze verhflten.
1) Am 27. August erfolgte der Aufbruch; s. den Brief der Basler
Hauptl. Tom 3. Sept., im Bd.St. 91 (10).
2) Jakob Meyer zum Hasen; s. oben S. 49.
3) Dieser gehörte nicht lum Adelsgeschlechte d. N., sondern war
Ratluherr der Qartnerzunft.
4) Bei Boche am Doubs; s. den Brief der Bemer Hauptl. vom 26. Au-
gust, im StJL. Bd.St 91 (10).
5) Jenseits des Doubs.
6) Hier bricht der Text ab, und das übrige Blatt ist leer.
7) Ueber den Verdacht, dass beim Vertrage von Dijon Bestechung
mitgewirkt habe, vgl. Anshelm III 486.
8) S. ebend. S. 438, femer Eidg. Absch. III 2, S. 713 k, und Wemher
Steiner, Ausg. in Balthasars Helvetia VII 235.
9) 8. Anshebn lU 442, 450 u. 463 ff., femer Basels Brief an Mül-
hausen vom 12. Juli 1513, bei Mossmann, Cartulaire de Mulhouse IV 501 ff.
10) S. Anshelm lU 440 u. 454 ff., auch W. Steiner a. a. O.
11) S. ebend. S. 452 ff. u. 457 ff.
78 Maiiänderkriege.
n.
Vermischte Nachrichten.
1489—1531.
Die Aufzeichnungen ans den Jahren 1489 bis 1531, welche
der Chronik der Mailänderkriege in der Beinheimischen Hs. Yoraus- b
gehen i), bilden unter sich in keiner Weise ein zusammenhängendes
Qanzes. Schon der erste Abschnitt, der auf BL 193^ unmittelbar
auf den Schluss der Abschriften aus Ettexlins gedruckter Chronik
folgt ^) und den Zug von 1489 gegen Heitersheim erzählt, erscheint
von den übrigen getrennt durch einige Nachrichten von 1439 bis lo
1493, welche aus noch erhaltenen Rathsbüehem stammen'], und
Yon denen wir schon früher sahen, dass sie im engsten Zusammen-
hang mit einigen weiter vom in der Hs. eingehefteten Blättern
stehen 4]. Erst auf diese Einschaltung, welche Bl. 194 — 195 ein-
nimmt, folgt sodann ein längerer Abschnitt Über den Feldzug yon is
1512, und das einzige Zwischenglied zwischen letzterem Jahr und
1489 bildet eine kurze Notiz über den Zug von 1503 nach Lo-
camo, welche sich auf dem Rande von Bl. 193^ als Zusatz zum
entsprechenden Berichte aus Etterlins gedruckter Chronik findet.
Auf den Feldzug von 1512 folgt zunächst die Seuche von 20
1517, und hierauf die eingehende Beschreibung der alten, 1521
und 1524 abgeschafften Bräuche bei der alljährlichen Rathswahl
und beim Bezüge des Martinszinses. Weiter folgt die Pulver-
explosion von 1526, und erst hierauf jener Bericht von 1521 über
die Abschaffung der französischen Jahrgelder, welcher uns im 2s
Staatsarchiv noch erhalten und auch schon längst gedruckt ist^).
Den Schluss aber bilden drei kurze Nachrichten über eine Seuche
von 1529, über das Erdbeben von 1523 und über die neu er-
bauten Bollwerke von 1531.
So weit nun diese unter sich sehr verschiedenartigen Auf- 30
Zeichnungen die Jahre 1521 bis 1531 betreffen, sind sie uns
grossentheils auch in einer andern, von Konrad Schnitt gefertigten
Hs. erhalten •). Jedoch gehören dort die Nachrichten von der Elx-
plosion Von 1526 sammt dem Erdbeben von 1523 zum älteren, um
1) S. oben S. 29.
2) S. B. Chron. V 448 ff.
3) Nämlich aus dem Liber Diversarum Rerum der Brief von 1443,
abgedr. im B. Urkundenb. VII 58 ff., und aus dem Rothcn Buch aUes
übrige, abgedr. in B. Chron. IV 40 ff.
4) S. B. Chron. V 449 ff.
5) S. B- Chron. I 212 und vgl. ebend. S. 31.
6; Ueber diese Hs. s. oben S. 23, femer unten die Einleitung zu
Schnitts Chronik, und ebcnd. in der Beilage I ihre Beschreibung.
Beilage U. 79
1537 gefertigten Theile dieser Hs. Die Beschreibung der 1521
und 1524 abgeschafften Bräuche, hingegen, sowie auch der amtliche
Bericht Ton 1521 über die französischen Jahrgelder, findet sich
erst unter den später hinzugefagten Nachträgen, welche durchweg
& auf anderen Quellen beruhen als der ältere Theil^j. Diese letzt-
genannten Abschnitte sind also jedenfalls anderen Ursprungs als
die vorher erwähnten. Zugleich aber bietet Schnitts Hs. in der
Beschreibung jener alten Bräuche einen besseren Text als die Bein-
heimische, während umgekehrt z. B. für die Nachricht vom £rd-
10 beben Ton 1523 diese letztere Hs. unbedingt den Vorzug verdient^].
Jene zwei Abschnitte von den alten Bräuchen unterscheiden sich
somit von den übrigen nicht nur dadurch, dass sie etwas alljährlich
Wiederkehrendes beschreiben, sondern wir sind auch genöthigt,
für sie allein einer anderen Hs. zu folgen, nämlich derjenigen
IS Schnitts. Wir scheiden daher diese Beschreibungen aus, um sie
erst später im Anschluss an andere Aufzeichnungen aus Schnitts
Hs. folgen zu lassen ^j, während wir den Bericht über die französi-
schen Jahrgelder im Hinblick auf dessen bereits vorhandenen Druck
hier gänzlich übergehen können^).
20 Nach dieser Ausscheidung bleiben uns von 1489 bis 1531
noch 8 Abschnitte, imd für diese sind wir gänzlich auf die Bein-
heimische Hs. angewiesen. Denn während wir diejenigen von 1523
bis 1531, wie schon bemerkt, in Schnitts Hs. nur mangelhaft ver-
treten finden, fehlt dort von den früheren, von 1489 bis 1517,
2S überhaupt jede sichere Spur. Diese zwei Qruppen sind also
schwerlich gemeinsamen Ursprungs, und ebenso fraglich bleibt es
auch, ob innerhalb der ersteren Gruppe z. B. die beiden Abschnitte
von 1489 und 1512, die in der Hs. durch Auszüge aus den Raths-
büchem getrexint sind, vorher jemals zusammengehörten. Wir ver-
30 ziehten daher auf jede weitere Vermuthung über die Herkunft und
die Verfasser dieser verschiedenen Aufzeichnungen und bemerken
nur noch, dass sie alle auch in Berlingers Etterlin sich vorfinden ').
Der dortige Text bietet jedoch zu demjenigen der Beinheimischen
Hi. nur ganz unwesentliche, d. h. rein formelle Ergänzungen;
36 hingegen stimmen beide Hss. in der Entstellung einzelner Zahlen
genau überein. Hinsichtlich der runden und eckigen Klammem
gilt auch hier das in der Einleitung Bemerkte®].
1) S. unten Beilage I zu Schnitts Chronik.
2) In Schnitts Hb., Bl. 389^ ist die Jahrzahl entstellt in 1533.
3) S. unten die Beilage zu den Späteren AufEeichnungen bei Schnitt.
4) S. oben S. 78, Anm. 5.
5] Den Abschnitt z. J. 1489 s. dort Bl. 99, und alles übrige zerstreut
über Bl. 40—46.
6) S. oben S. 28.
gO Mailänderkriege.
[193^] Von deren von Basel zug gon Heyterszheim.
1489 Als man zait 1489 jar, umb sant Michels tag^), kamen bede
Sept. 29 buTgeimeistei von Basel, mit nammen hen Hans von Bären-
fels, her Hartman von Andlo, und vil ander burger von Basel,
ob 20 pferden^), und vil edler frawen^j, ab des vorgenanten ^
herr Hansen von Bärenfels dochters hochtzit^). Und da sy
by Grissen^) heruff kamen, do [194] hielt der comenthür von
Heyterszheim^) wol mit 40 pferden geriist, und ob 40 fusz-
knechten, ungewarnet siner eeren, und bewisz ein hochmut,
iiberrant die vorgenanten von Basel mit gewerter hand. Do lo
wart herr Hartman durch ein backen gerant, und Rudolff
Schlierbach '') durch den Kopff gehowen in hochmuts wyse.
Darnach, ee dry tag ein end namen^), do warent d&en von
Basel ob 2000 man im Briszgow, zu Schliengen. Also ward es
getädinget im feld mit grosser nott, das die von Basel ein i^
rachtung uiFnammen^) und schickten der yren wol 80 dar
in das schlosz ^% zu bewaren. Und warent Heinrich von Sen-
hein und Hans Hiltprand^^) houptlüt in dem schlosz. Also
ward es doch zuletst getädinget, das die von Basel wider ab-
zugent 12). 2!j
2. Beide Hss.: 1490 jar. 14. Beide Hss.: ob XX M man, statt n H.
1) lieber den hier erzählten Ueberfall vgl. B. Chron. V 31 8 ff. Dass
er nicht 1490 geschah, wie beide Hss. haben, sondern am 1. Oct. 1489,
darüber s. ebend. A. 4.
2) Vgl. ebend. S. 318: by 30 pherd.
3] lieber diese Frauen s. Näheres im Missivenb. XVII 199 u. 205.
4) Sie kamen nicht unmittelbar von dieser Hochzeit, welche Samstags
d. 26. Sept. zu Basel war gefeiei^t worden, sondern waren auf der Rückkehr
vom Geleite, das sie dem Hochzeitspaar bis zu seinem Wohnsitz (im Kl>
sass) gegeben hatten; s. B. Chron. V 318, A. 13, femer Wurstisen S. 475.
5) Griesheim, am r. Rheinufer, unweit Heitersheim. Der Ueberfall
geschah zwischen Griesheim und Neuenburg, auf östrcichischem Boden;
s. Missivenb. XVII 198 ff.
6) Graf Rudolf von Werdenberg-Trochtelfingen, einer Nebenlinie der
Grafen von Werdenberg-Sargans; s. Stalin, Würtemberg. Gesch. III 689.
7) Früher Rathsherr der Schlüsselzunft, wurde er 1474 Achtbürger
und sass als solcher im Rathe bis 1492. Vermuthlich war er ein Bruder
des Ritters Hans Schlierbach; s. B. Chron. V 310, A. 9.
8) Der Aufbruch zu diesem Zug erfolgte am 3. Oct.; s. Missivenb.
a. a. O.
9) lieber diesen Vertrag s. ebend. S. 201.
10) Nämlich in das Ordenshaus Heitersheim; s. ebend.
11} Beide des Raths.
12) Nämlich die oben erwähnte Besatzung. Die übrige Streitmacht
Beilage II. 81
[193^] Atmo 1503 zinsziags nach Giegori zugent die von isos
Basel U8Z mit 600 mannen für Luggarus^)^ und was obiistei
houptman junckher Peter Qffenbuig und Friderich Hartman;
und ward ein mechtige letzen gewunnen von den Eydgnossen
& dem selben land ab'). Und kament die von Basel wider heim
£Dtag8 nach ostern. Disz was der erst zug, den die von Basel Apru 21
tetten, als sy Eydgnossen waren worden.
[195^] Von einer grossen uneynigkeit zwiisohen dem
küng von Franckrich und den Eydgnossen.
10 Anno 1512 3) wart grosz uneynigkeit zwüschen den Eyd- 1512
gnossen und dem küng von Franckrich von wegen eins hotten,
so die von Swytz in Meyland zu dem küng von Franckrich
geschickt^); der ward von des küngs volck erhenckt^]. Dann
zu der zitt hatt der küng von Franckrich Meyland in besitzimg;
15 dann die Eydgnossen hatten im das helffen gewinnen^); und
kriegt euch der küng uff die zitt hefftig wider den bäpst in
Italia^. Also ward vil tagleystung gehalten zwüschen dem
1. Ha. : Alao zioBtogt nftch Oregori.
kehrte schon am 5. Oct nach Basel zurück; s. unten Ertzberg z. J. 1489.
— Ueber den weitem Verlauf und den schliesslichen Ausgleich dieses
Handels s. B. Chron. Y 319, A 6. — Auf diesen Abschnitt folgen in der
Hs. auf BL 194 — 195 verschiedene Ausztlge aus den Rathsbüchem; s. oben
S. 78.
1) In der Hs. geht dieser Abschnitt noch demjenigen z. J. 1489
Toraus, indem er sich nur als Randbemerkung an den Bericht Etterlins
über diesen Zug von 1503 anschliesst. Aus Etterlin stammt daher das
hier in Gursiv Erg&nzte.
2) Bis hier stimmt dieser Abschnitt wörtlich mit der Chronik des
Schwabenkrieges; s. oben S. 19. Das Folgende hingegen stimmt genau
mit Adelberg Meyers Aufzeichnungen.
3) Diese Jahrszahl gilt nicht für das Nächstfolgende, sondern nur
für den Hauptinhalt dieses Abschnitts.
4) Es waren 3 Lftufer, von Schwyz, Bern und Freiburg, welche wäh-
rend des Feldzugs vom August 1510 Briefe ihrer Hauptleute an ihre Obrig-
k^ten trugen und bei Lugano yon den Franzosen aufgefangen wurden;
s. Anshelm HI 256 und ygL Ch. Kohler, Les Suisses dans les guerres
dltaHe, S. 231.
5) Sollte wohl heissen: ertrenckt YgL Kohler a. a. O., ferner im
Anzeiger f. Schweiz. Oesch, 1891, S. 291, die Zürcherische Chronik der Mai-
Underkriege.
6] Schon 1500; s. oben S. 14..
7) Der Streit zwischen Ludwig XTT imd Julius U brach offen aus,
nachdem letzterer gegen Frankreich im Oct 1511 die >heilige Liga« ge-
hildet hatte.
Buler Chroniken. VI. 6
821 Mail&nderkriege.
küng und den Eydgnossen i), und kam dohin, das der küng
von Fianckrich den Eydgnossen wolt geben 1500 cronen^] für
die hAltzene bäohsen, die der bott an im tragen hat^); dan er
Tor umb den man mit der früntschaffi verkomen^). Aber die
Eydgnossen wolten das nit thun, und zugen usz ^) und manten &
(iMO alle Eydgnossen, Basel und andere <^), und zugen usz 8 tag nach
Not. 11 Martini 7), und den nechsten uff Meyland zu. Und waren usz
uff die 6 [196] wochen^)) und zugent darnach wider heym.
1512 Darnach uff den firfliing zugent die Eydgnossen und ein
stat Basel wider usz^); und als der bäpst euch mit dem lo
Frantzosen uneyns was, und der RAmisch küng zum teyl
euch, darumb liesz der RAmsch kiing (was erweiter keyser]^^]
sy ziechen durch das Etschland ^i). Und als sy hinyn kamen
in Meyland, was der küng von Frankrich nit persönlich
do, aber das land sunst mit grossen herren wol besetzt ^'). i&
Und die Venediger gaben den Eydgnossen yil grosses geschütz
. und büchsenmeister darzu^^). Und also gewunnen sy Meyland
und das gantz land mit gar wenig schaden, und ward des
kängs Tolck usz Meiland vertriben. Und ward dem bapst
ouch geholffen; darumb er dann alle ort der EydgnoszschafEl »
7. Beide Es.: ym tag Tor Martini 9. Es.: Und darnlch; B: Darnlch.
1) S.£idg. Absoh. UI 2, S.579a, 584 e, 585g u. 587b, auchKohlerS.233ff.
2) Diese Angabe finde loh nirgends best&tigt.
3) Ueber diese Läuferbüchse s. Anshelm HI 256.
4) Die Widerlegung dieser Angabe, die auch noch andere Chronisten
haben, s. bei Kohler S. 233, A. 1.
5) Diess gilt speziell von Schwyz, das schon am 14. Nov. mit 1500
Mann auszog, um auf die übrigen Orte in Bellinzona zu warten; s. Anshelm
III 258 ff. u. Eidg. Absch. lU 2, S. 587.
6) Den Mahnbrief von Schwyz an Basel, vom 10. Nov. 1511, s. im
StA., Bd. 91 (9).
7) Auf Freitag den 14. Nov., also 3 Tage nach Martini, war der Aus-
zug von Schwyz angesetzt worden ; s. Eidg. Absch. m 2, S. 587 b. Der
Auszug der übrigen Orte erfolgte jedoch erst spftter, und zwar derjenige
Basels Freitags den 21. Nov., während die Berner erst am '27. auszogen;
s. oben S. 33, femer Anshelm lU 259.
8) Die Basler vom 21. Nov. bis 31. Dec. ; s. die vorige Anm. u. oben
S. 34, A. 5.
9) Am 6. Mai ; s. oben S. 34, A. 6.
10) Diesen Titel führte Maximilian seit der misslungenen Romfahrt
von 1508.
11) Er stellte ihnen am 13. Mai einen Qeleitsbrief aus; s. Eidg. Absch.
III 2, S. 617.
12) Die französischen Streitkräfte waren im Oegentheil ungenügend.
13) Ueber das venezianische Heer, welches am 1. Juni bei ViBafranca
mit den Eidgen. sich vereinigte, s. den Brief der Baaler Hauptl. vom 29. Mai
1512, im StA., Bd.St. 91 (10).
Beilage II. 83
begobet mit zeichen in die panei. Als nämlich ein statt Basel
begäbet [er] mit dem engelschen grusz, zu f&ren in iiem panei
bim baselstab; daizu begäbet [ei] sy euch, das sy nun hinfür
möchten ffiren ein guldinen baselstab ^), Do liessen die houpt-
& liit und mitihät von stunden an zu Meyland machen ein wysz
damasten paner mit eim guldinen baselstab, und ein engel-
schen giusz mit b&rlin gestickt 3) oben im paner by der Stangen.
Und brächtens also heym mit dem fänlin^), und trugs der
ßnrich Hans Heinrich Gebhart in die statt; und was Jacob
10 zum Hasen houptman, und wären usz gsin 15 wochen^). Man
zochynen entgegen, die junge weit von 13 und 14 jären, dem
was uff 900^), darnach burger uff 500; was grosse fröid, und
gab man y^klichen knaben ein mutschellen <^).
[196^] Also uff die zitt hatten die Eydgnossen grossen sig
IS und rhum erlangt, und was der bapst, keyser und Eydgnossen
wol eins, und satzten hertzog Maxemilian von Meyland von
y^klichem ort zwen rätsfründ, und die sin rhät sin selten
ettlich zitt lang^).
Von einer seltzamen kranckheit.
20 Anno 1517 kam zu Basel ein kranckheit, die brüny ge- isi?
nant, das den lütten die zungen und rächen als wysz wurden
als ein wysz tuch; und was eben, wie ein beltz oder schimmel
uff wyn würt, das die lüt weder essen noch trincken mochten.
Und kam zu dem selben ein grosz houptwee, das die lütt von
20. »die Irftny genaiit€ fehlt in E, and in B nur als Zosats am Bande.
1) VgL oben S. 37.
2) Diese Stickerei, der einzig noch erhaltene Ueberrest des Panners,
befindet sich jetzt im Histor. Museum. — Zur Bestellung des Panners
irurden am 30. Juni von Pavia aus Melchior Hatschi und Hans Oberriet
nach Mailand gesandt ; s. den Brief der Basler Hauptl. vom 30. Juni, im
St.Au, Bd.St 91 (9).
3) D. h. mit dem Fähnlein, unter welchem sie ausgezogen waren.
4} Der ganze Feldzug währte far die Basler vom 6. Mai bis 2. August,
also nur 12 Wochen und 4 Tage; s. oben S. 37, A. 6. >15 wochen«, wie beide
Hss. haben, mag daher auf einem Schreibfehler beruhen (XV statt XII).
5) Für eine Oesanuntbevölkerung von etwa 15000 Seelen, wie sie
Basel damals hatte, sind 900 Knaben von 13 und 14 Jahren viel zu viel.
Es mag daher diese Zahl, welche beide Hss. haben, durch Entstellung
entstanden sein [IXC aus IVC oder IIC).
6) Eine Art Wecken. Ausser diesen Mutschelen erhielten die Knaben
noch Obst, und beides zusammen kostete 16V2lb.; s. Wochenausgaben b.
Xni 108.
7) Vgl. oben S. 38 ff.
6*
84 Mail&nderkiiege.
sinnen komen, und stürben vil doran^). Und wem man zu
hilff komen wolt, dem must man die zungen und den rächen
bisz in Schlund gantz suber schaben und fegen, das wysz gantz
hinweg, so liiff darnach das hell blut harusz; darnach must
maus bestrichen mit rosenhonig. Das must man tag und nacht s
12 mol thun.
Dise pläg weret ein halb jär^), und kam glich daruff ein
grosser sterbet der pestilentz, und starb vil volck^).
[198] Von einem unversechenlichen grossen donder-
schutz, davon ein statt Basel grossen schaden em-i€
pfieng.
1526 Uff mitwochen in der fronvasten zu herpst anno 1526^}.
umb die 5. stund ^) nach mittag, kam on eynich wetterleichen
und woicken, und on einig regen^ ein grosser donderschuts,
und schosz ob Eschenmar thor gegen sanct Alban thor zu in is
den dritten thurn<^) an der stattmuren, darinn dan vil bulffer
und swebel lag. Und nam disen thurn und die muren [198^]
darneben usz dem ertrich, das die steyn vom thurn und muren
dermässen Schüssen hin und här, ins feld hinusz bisz zum
cSppelin vor Eschenmar thor, desz glichen in die Maltzgassen, 20
sanct Alban vorstat und in die reben''), das ob 21 personen^)
uff der wallstat ze ring umbher tod bliben ligen, die es umb-
brächt, on die sunst geschädiget wurden, das man sy heim
5. Beide Hbs.: mit roazhonig.
1) Vgl. B. Chron. I 23.
2) VgL Wurstiseii S. 527: 8 Monat Die Seuche hörte noch vor dem
Sept 1517 auf, da in diesem Monat die Lustfahrt der Basler sur Kirch-
weih der Waldstädte erfolgte; vgl. B. Chron. I 23 und das Handbuch I
der Geltenzunft, S. 436 ff.
3) Ueber diese Pest vgL B. Chron. I 23. — Den weitem Inhalt der
Hs. auf BL 196i> — 198 s. unten L d. Beilage eu d. Spätem AufEeichnungen
bei Schnitt
4) Vgl. B. Chron. I 54 u. 412, auch unten Ertsberg.
5) Ebenso Ertcberg; vgl. jedoch B. Chron. a. a. O., wo beide Stellen
6 Uhr angeben.
6) Also in den mittleren der 5 Thürme, welche zwischen dem Aeschen-
und St Albanthor standen. Vgl. Ertsberg: in den lugthum. Er hiess
auch der Schneiderthurm, weil im Kriegsfall die dortige Wache von der
Schneiderzunft versehen wurde; s. B. Chron. I 413 und vgl. die Wacht-
ordnung von 1425, im StA., Liber Diversar. Herum, Bl. 118.
7) Sowohl in den Vorstädten als vor den Thoren wurde Wein gebaut;
e. den Stadtplan in Wurstisens Baslerchronik.
8) Die Angaben schwanken zwischen 8 und 24 Todten; vgl. B. Chron.
I 54 u. 413.
Beilage H. 85
tragen mugt. Und was ein sollicher dunst, das er in Eschen-
mar vorstat, und an andern orten ettlich starck thüren uff-
stiesE mit gewalt, und grossen schaden thet in sanct Alhans
Yorstat, bisz zum Tütschen Husz^), an glasfensteren. Item
5 von sollicher ungestimmigkeit zerbrachen ouch die fenster in
sanct Theodors kilchen in der deinen Statt ^).
[199^] Von einer ungewonlichen kranckheit, der
Engelsch schweysz genempt.
Anno 1529 kam ein kranckheit den Rhin haruff, das 1529
lonempt man den Engeischen schweysz'); und so bald es ein
menschen anstiesz, so must er geschloffen han. Darumb, eeh
man wuszt, wie im ze hilff ze kommen was, stürben vil lütten
im schloff. Dann dajs was die hilff: wann es einen anstiesz,
so must man in warm zudecken und kein luSt zu im gon Ion,
15 und ISssen schwitzen 8 oder 10 stund, und nit schloffen, so
halff es sy. Ettlich liessents im anfang 15 stund [oder] 20
stund schwitzen; darumb dann vil stürben.
Von einem erdbidem.
Uff sanct Johans tag zu wyhenachten^) anno 1523 kamen 1523
7dry grosz erdbidem nach einander. Und darnach im summer ^524
wart ein gut jär; galt nach der ernd ein vierntzel kom 15 s.,
und nach herpst ein som wins ein guldin.
Bollwerck.
Anno 1531 wurden zu Basel die zwey bollwerck, eins an 1531
sSpalen^), das ander über Ryn zu sanct Clären*] angefengt.
1. Beide Hes.: in Eeeheiunw ToraUt etüieh sUrok thflren imd u Andern orten nff
fltieeaL 10. E: die nempt man. 16. He.: in enfluif.
1] Also aber die St Albanvorstadt hinaus und bis in die Rittergasse,
wo das Deutschoidenahaus lag.
2) Vgl. B. Chron. I 413. — Hier folgt in der Hs. der Bericht von
1521 über die Abschaffung der französischen Jahrgelder; s. oben S. 78.
3) Vgl. B. Chron. I 105, auch Anshelm Y 396 ff.
4) In der Nacht vor dem 27. Dec. 1523, gegen 1 oder 2 Uhr; vgl. B.
Chron. I 47 u. 387.
5) D. h. in der Nähe des Spalenthors. Gemeint ist das WasenboU-
werk, auch >der hohe Wall« genannt, auf dessen Areal jetst das Bex-
noulUanum steht, lieber den Bau s. B. Chron. I 117.
6] Das St Clarabollwerk in Klein-Basel, hinter der Eirohe d. N.
m.
Die Chronik Konrad Schnitts
1518—1533
sammt Fortsetzung bis 1537.
Einleitung.
Auf die bis 1516 reichende Chronik der Mailänderkriege
folgt in der Beinheimischen Handschrift, wie wir früher sahen,
noch eine Beihe weiterer Aufzeichnungen, welche die Jahre
1518 bis 1537 umfassen^). Diese aber sind uns ausserdem
i nicht nur in Berlingers Etterlin erhalten, sondern zum grössern
Theil auch in einer umfangreichen Compilation, welche den
Hauptinhalt der Handschrift S. 2 der Vaterländischen Biblio-
thek in Basel bildet. Wie die Schriftzüge zeigen, so ist diese
letztere Handschrift ein Werk des 1541 verstorbenen Kaths-
10 herrn Konrad Schnitt, von welchem uns auch ein reichhaltiges
Wappenbuch noch erhalten ist^). Sie ist somit älter als die
Beinheimische Handschrift, welche erst 1545 gefertigt wurde ^)
und schon deshalb verdient sie in Betreff der vorliegenden
Aufzeichnungen unsre volle Beachtung. Bevor wir jedoch zu
15 diesen letztern uns wenden, schicken wir zunächst noch das
Wenige voraus, was wir über den Schreiber dieser Handschrift
und über seine sonstigen Werke bis jetzt wissen.
Konrad Schnitt war kein geborner Basler, sondern kam f^^^^
hierher von Conatanz^). Auch wissen wir nicht, wann er
»hiesiger Bürger wurde ^), sondern nur, dass er 1519, Sonntags
1) S. oben S. 23.
2) Auf die Uebereinstixnmung der Schriftsüge wurde ich aufmerksam
gemacht durch Dr. R. Wackemagel.
3) 8. B. Chron. V 451.
4) S. das Kothe Buch der Zunft zum Himmel, Bl. 45b, z. J. 1519.
Es ist diess die einzige Stelle, wo Constanz als der Ort seiner Herkunft
genannt wird.
5) Unter den Bürgeraufiiahmen findet sich nur ein »Conradt Schmidt
Ton Ebingenc, und zwar zum 24. Dec. 1509; s. Oeb. VH 135 b. Dass nun
hier Schnitts Name entstellt sei, wfire an sich wohl möglich, und ebenso,
dass er in Ehingen geboren w&re und in Constanz |nur seine Jugendzeit
Terlebt hätte. Jedoch erscheint es kaum denkbar, dass er, der erst 1519
zünftig wurde, schon 10 Jahre vorher das Bürgerrecht erworben hätte.
90 Konrad Schnitt
den 10. Juli, als Maler auf der Zunft zum SLimmel das Zunft-
recht erlangte^). Im Februar 1525 bewarb er sich um das
Amt eines Kornschreibers, jedoch ohne Erfolgt). Bald nach-
her aber, d. h. jedenfalls noch vor 1528'), verheirathete er sich
mit Clara Oesy^), der Stieftochter des Metzgers Martin Dampf- s
rion^). Dieser war ein angesehener Mann, der schon seit 1503
als Vertreter seiner Zunft im Rathe sass*}, und wohl seincmi
Einfluss hatte Schnitt es zu verdanken, dass im Januar 1528
ihm das einträgliche Amt eines Schaffners im aufgehobenen
Augustinerkloster verliehen wurde ^). Denn bezeichnenderweise lo
heisst er in der betreffenden Rathserkanntniss nur: Konrad der
Maler, Martin Dampfirions Stieftochtermann ^). Zugleich aber
zeigt schon die Zuwendung dieses Amtes, gerade um diese Zeit,
dass Schnitt zu den Anhängern der Reformation gezählt wurde.
Bei den Unruhen jedoch, welche bald nachher, im Februar is
1529, dieser Bewegung in Basel zum völligen Siege verhalfen,
wird sein Name nirgends genannt.
Als nun schon im Juni dieses Jahres das reformierte Basel
sich genöthigt sah, zum ersten Kappelerkriege einen Zuzug
von 500 Mann zu stellen, da war unter den hiezu Au^»
gehobenen auch Schnitt ^]. Die Theilnahme an diesem thaten-
losen Feldzuge, der mit einem baldigen Frieden endigte, hatte
für ihn die günstige Folge, dass er zum nächsten Zuge vom
October 1531 kein Aufgebot erhielt, und dadurch entgieng er
der blutigen Niederlage auf dem Gubel, in welcher manchem
Basler umkamen.
Inzwischen war unser Maler im Juni 1530 in seiner Zunft
zum Zunftmeister gewählt worden, und damit trat er in den
Rath, dem er fortan bis Juni 1536 angehörte ^^). Dass er in
dieser obersten Behörde eine geachtete Stellung einnahm, ao
das ersehen wir schon daraus, dass er mehrmals dem für das
1) S. das Eothbuch der Zunft cum Himmel, a. a. O.
2) S. Oeb. Vn 205.
3) S. ebend. BL 228 b, zum Januar 1528, wo er bereits verheirathet ist.
4) S. im Gerichtsarchiv das Fertig^ngsbuch , Iro sie sutti 13. Juni
1542 als seine Wittwe erscheint.
5) S. Oeb. VII 228 b, wo Schnitt als Dampf rions Stieftoohtermann
erscheint
6) S. die Rathsbesatsungen im Oeb. VIII 95 ff.
7) 8. Oeb. vn 228b, und vgl. R. Waokemagel i. d. Beiträgen XIII 95.
8) 8. ebend. Bl. 228 b.
9) S. Rothbuch der Zunft zum Himmel, Bl. 212 b.
10) 8. im St. A., Schwanes Buch, Bl. 21, 26 und 32.
Einleitung. 91
Finanzwesen bestellten Aussohuss der Siebnei angehörte^).
Ausserdem aber wurde er noch mit allerlei Aufträgen betraut,
welche alle mehr oder weniger darauf absielten, die Sache der
Beformation zu fordern. Schon wenige Monate nach seiner
»Wahl, im November 1530, finden wir ihn neben Sebastian
Krug als Abgesandten Basels in Solothurn^). Der dortige
Rath nämlich hatte die Zusicherungen, die er früher den An-
hängern der Reformation gegeben, nicht gehalten, und des-
halb machte nun eine Gesandtschaft von Zürich, Bern und
10 Basel ihm hierüber YorsteUungen. Diese Sendung blieb je-
doch TÖUig erfolglos, und die Gesandten mussten unverrichteter
Dinge heimkehren').
Elaum war Schnitt wieder in Basel, so wurde er noch
im December d. J. in den neu errichteten Kirchenbann der
15 Münstergemeinde gewählt^}, und als Mitglied dieser Behörde
hatte er fortan die Kirchenzucht zu handhaben, d. h. die
Lasterhaften zu warnen und nöthigenfalls zur Bestrafung zu
verzeigen. Bald nachher, im April 1531, wurden die Banne
angewiesen, auch gegen diejenigen einzuschreiten, welche dem
20 kirchlichen Abendmahl fem blieben^), und so kam Schnitt
noch in demselben Jahre in den Fall, einem einstgesinnten
Manne wie Bonifacius Amerbach gegenüber — wenn auch nur
vorübergehend — die Rolle des Inquisitors zu übernehmen^].
Schon vorher, im Februar d. J., Hess er sich übrigens zu einem
25 noch widrigeren Auftrage brauchen, nämlich zur Verfolgung
der Wiedertäufer, welche damals auf der Landschaft noch
immer ihr Wesen trieben ^j, und zu deren Ausrottung die Tag-
satzung soeben sehr scharfe Beschlüsse gefasst hatte ^). In Be-
gleitung des Rathsherrn Sebastian Krug und der beiden Pfarrer
30 Johann Gast und Hieronymus Bothanus begab er sich ins
Amt Homburg, wo im Schloss einige Wiedertäufer gefangen
lagen, und von diesen wurden zwei am 10. Februar im nahen
Bache ertränkt^). Eine neue Sendung zu demselben Zweck
1] 8. die Siebnerlisten in dem nicht paginirten letiten Theile von
Oeb. Vn.
2) S. Schnitts Aussagen vom 23. Dec. 1530, im St. A., Kirchenakten
A 4, No. 2.
3) 8. Eidg. AbBch. IV Ib, S. 835, 838 g, 840 und 847.
4) 8. im St. A., Decreta et Mandata 1 70 b.
5] S. Th. Burckhaidt-Biedermann, Bonifacius Amerbach, S. 80 ff.
6) S. ebend. S. 89 und 269.
7) lieber das Folgende Tgl. Paul Burckhardt, Die Basier Täufer, S. 40 ff.
8) 8. Eidg. Absch. IV Ib, 8. 842 b, aum 17. Nov. 1530.
9) S! P. Burckhardt, S. 41 ff.
92 Konrad Schnitt
eifolgte noch im Oktober^dieses" Jahres^), nachdem Schnitt
kurs zuvor, am 26. September, als Abgeordneter des Raths auch
einer Synode der baslerisohen Geistlichkeit beigewohnt hatte >).
Auf das für Basel vielfach stürmische Jahr 1531 folgte
das verhältnissmässig ruhigere von 1532, welches zur weiteren s
Durchführung der Beformation und zur Wiederherstellung der
seit 1529 völlig darniederliegenden Universität benützt wurde').
Am letzteren Werke hatte jedenfalls auch Schnitt einen
wesentlichen Antheil, da er einer der drei »Deputaten« wai^],
welche die vom Rath über die Universität gesetzte Behörde lo
bildeten. In Folge dei Beformation wurde diesem Ausschuss
auch die Aufisicht über die Kirchen zu Stadt und Land zu-
gewiesen <^), und so geschah es wohl in seiner Eigenschaft als
Deputat, dass Schnitt im Juli 1532 mit seinem Amtsgenossen
Theodor Brand beauftragt wurde*), auf der Landschaft zu is
Händen des Kirchenguts sämmtliche durch die Beformation
entbehrlich gewordene Kapellen zu veräussem, sowie auch die
rückständigen Zinse einzutreiben ^). Nachdem hierauf der Rath
am 27. August zur völligen Durchführung der Beformation ein
scharfes Mandat erlassen hatte, welches allen Angehörigen 20
Basels den Besuch auswärtiger Gottesdienste zum Zweck des
Messehörens bei hoher Strafe verbot^), da war es wiederum
Schnitt, der mit dem Bathsherrn Fridolin Byff auf die Land-
schaft gesandt wurde, um das strenge Verbot der Obrigkeit zu
»verkünden«^), d. h. um sowohl den Beamten als den Unter-»
thanen seine Durchfühnmg und Befolgung einzuschärfen.
Als Deputat wirkte Schnitt im Frühjahr 1533 auch mit
bei der Errichtung des Alumneums für Studirende der Theo-
logie^®), und der junge Uieronymus Schnitt, welcher unter
den ersten 8 Zöglingen dieser Anstalt erscheint ^^), war ohne so
1) S. WochenauBgabenb. XV 233, sum 7. Oot 1531.
2) S. Th. Burokbardt, Bonifaoius Amerbach, S. 345, A. 2.
3) S. Thommen, Gesch. d. Universität Basel, S. 6 ff.
4) Da Schnitt im Schwaribuch, Bl. 28, sum 1. April 1533 als Depu-
tat erscheint, so bekleidete er dieses Amt mindestens seit Juni 1532, wäh-
rend die Neugestaltung j der Universität erst im Herbst d. J. vollendet
wurde; s. Thommen a. a. O. S. 13.
5) S. B. Wackemagel, i. d. Beiträgen XIII 87.
6) Th. Brand war gleichfalls Deputat; s. Schwarzb. Bl. 28.
7) S. ebend. BL 26 b.
8) S. Deoreta et Mandata I 75 ff.
9) Er kehrte Mitte October nach Basel zurück; s. Wochenausg. XV
365, zum 19. Oot
10) S. die Verordnung vom 1. April d. J., im Schwarzb., Bl. 27 ff.
11) S. ebend. Bl. 28.
Einleitung. 93
Zweifel sein Verwandter, vielleicht ein Neffe. XJeberhaupt
aber scheint er in seine Thätigkeit als Deputat mit Vorliebe
sich eingelebt zu haben, da er in diesem Amte blieb, auch
nachdem er 1536 aus dem Bath geschieden war^). Im letzteren
Uahr erscheint er übrigens auch als Pfleger des au%ehobenen
Klosters Schönthal ^j, und einzig an einer hierauf bezüglichen
Urkunde ist uns noch sein Sigel erhalten. Ueber seinem
Wappenschilde, das einen Stern unter einem Halbmond auf-
weist, steht dort die kurze Inschrift: S. Kunrat Schnitz ^j.
10 Wir kennen die Gründe nicht, welche 1536 die Sechser
der Zunft zum EQmmel bewogen, ihren bisherigen Meister
nicht wieder zu wählen. Von einem Zerwürfniss zwischen
ihnen und Schnitt finden wir jedoch keine Spur, und so dürfen
wir wohl annehmen, er habe aus irgendwelcher Ursache eine
15 Wiederwahl abgelehnt. Dass er aber im Bathe auch bei den
Höchstgestellten in Gunsten stand, das ersehen wir schon
daraus, dass Bürgermeister Adelberg Meyer ihn 1534 zum Tauf-
pathen seines erstgeborenen Sohnes Jakob nahm^). Seinen
eigenen Hausstand hatte Schnitt, wie wir sahen, mit Clara
soOesy schon vor 1528 gegründet^), und mit dieser seiner Ehe-
frau kaufte er im Februar 1541 um 300 Gl. das Haus zum
Bothen Bock an der Freien Strasse, jetzt Nr. 63 <^). Schon im
November desselben Jahres jedoch starb er ^) , vermuthlich an
der damals in Basel herrschenden Pest^). Schon im Juni 1542
2s verkaufte deshalb seine Wittwe mit ihren beiden Kindern,
Augustin und Susanna, das nur so kurze Zeit bewohnte Haus^].
Die Tochter verehelichte sich bald nachher mit dem Gold-
schmied Vergilius Warinschlager^^j, während der Sohn den Be-
ruf des Vaters erlernte und als Maler 1546 in die Zunft zum
30 Himmel angenommen wurde ^^).
1) Als Deputat erscheint er noch im Mars 1538; s. Thommen a.a.O.,
S. 219, A. 1.
2) 8. im St A., Sohönthal, Urk. No. 63, vom 23. Mai 1536.
3) Ueber sein gemaltes Wappen in der Hs. S. 2 s. unten Beilage I.
4) S. unten die Meyerische Familienchronik, z. J. 1534.
5) S. ohen S. 90.
6) S. im St. A, Fertigungsb., zum 22. Febr. 1541.
7) S. Oeb. Vin 81.
8) Ueber diese s. B. Ghron. I 162.
9) S. Fertigungsb., zum 13. Juni 1542.
10] S. ebendL zum 17. August 1545 und 19. März 1558. Dieses Ge-
schlecht scheint 1625 erloschen zu sein mit der 1546 geborenen Frau
Margaretha Warenschlagerin; s. Tonjola S. 268.
11) S. Rothb. d. Himmelzunft, Bl. 55.
94 Komad Schnitt.
Schnitts Im täglichen Verkehr wuide Schnitt oft kurzweg »Konrad
sciülfuiche Maler« genannt^). Wie sehr er jedoch die Malerei nur als
ThAtigkeit. Broderwerb auffasste, das ersehen wir schon daraus, dass im
August 1532, als der Kaufhausschreiber Cosmas Ertzberg wegen
vorgerückten Alters sein arbeitsreiches Amt aufgab >), Schnitt 5
sich um dessen Stelle bewarb, doch allerdings ohne Erfolgt).
Auch ist uns von seiner Beru&thätigkeit als Maler in der That
nichts überliefert, was in ihm einen über das Handwerk hinaus-
reichenden Künstler vermuthen liesse^J. Wohl aber erweist
er sich in seinem noch erhaltenen, im August 1530 an- lo
gefangenen Wappenbuche als ein tüchtiger Heraldiker und
Genealoge^) ; und ebenso zeugt für seine genealogischen Kennt-
nisse, dass er gemeinsam mit dem gelehrten Nikiaus Briefer
eine Genealogie der Grafen von Habsburg zusammenstellte,
welche Wustisen in seinen Analekten uns erhalten hat ^). Dass u
er überhaupt ein eifriger Geschichtsfreund war, das zeigt uns
schon die von ihm gefertigte Handschrift S 2, deren Inhalt,
wie wir später noch sehen werden, aus einer Reihe verschieden-
artiger Geschichtswerke zusammengestellt ist^). Unter diesen
seinen Quellen finden sich auch mehrere lateinische, wie 20
Nauclerus, Mathias von Neuenburg und die Annales Col-
marienses, von welchen damals noch keine Uebersetzungen
vorhanden waren, und ebenso schrieb er in die genannte Hs.
auch einzelne lateinische Verse ab^). Es lässt sich daher kaum
bezweifeln, dass Schnitt auch einige Kenntniss des Lateinischen 2s
besass, und das wollte für einen Malermeister in jener Zeit
doch etwas heissen. Seine heraldischen und genealogischen
Forschungen brachten ihn denn auch in wissenschaftlichen
Verkehr mit Gelehrten wie Gilg Tschudi^) und Johannes
Stumpf, und dieser Letztere nennt ihn in seiner 1548 erschie-30
neuen Chronik »ein besonderer fleissiger Ergründer der alten
Geschlächten Waapen und allerhand Antiquitetenc ^oj.
1) S. 2. B. bei Th. Buickhardt, Bonlf. Amerbach, S. 269 u. 346, auch
oben S. 90.
2) S. unten die Einleitung zu Ertzberg.
3) S. Oeb. Vni 20 b.
4) S. hierüber K Wackernagel, im Deutschen Herold 1891 No. 11.
5) Ueber dieses Wappenbuch s. ebend.
6) S. Wurstisens Analekten, Hs. X II 14 der Oeffentl. Bibl., S. 449 ff.
7) S. unten Beilage I.
8) S. unten im Anonymus bei Schnitt, z. J. 1530 und 1531.
9) S. Wackernagel a. a. O.
10) S. Stumpf, Buch VII, Cap. 8.
Einleitung.
95
So werthvoll Schnitts Wappenbuch nicht allein in ^*j^J^.
heraldificher, sondern auch in genealogischer Hinsicht ist, so i>qo1i.
hat es immerhin als Geschichtsquelle im engeren Sinne für
uns kaum noch irgendwelche Bedeutung. Allerdings enthält
ses z. B. auf Bl. 254 ein ausführliches Verzeichniss des bei
Sempach erschlagenen Adels ^), doch ist dieses nur eine Wieder-
holung der noch in mancher Handschrift erhaltenen und auch
mehrfach gedruckten sogenannten Breisgauerliste^). Auch be-
treffen die sonstigen Nachrichten, welche aus diesem Wappenbuch
10 in die Hs. S 2 überg^angen sind, durchweg nur die Standes-
erhohiingen einzelner deutscher Fürstenhäuser, wie z. B. die
Erhebung Mecklenburgs zu einem Herzogthum ^j. Wir finden
daher in diesem Buche nichts, was sich zur Veröffentlichung
in den Basler Chroniken besonders eignen würde.
15 Dass Konrad Schnitt neben seinem Wappenbuche auch ^h^uf.
eine Chronik hinterliess, das bezeugt schon Stumpf, indem er
im alphabetischen Quellen Verzeichnisse seiner schon erwähnten
Chronik unter B auch die »Baszier Chronicken, Conrad
Schnitten«, anfuhrt. Aus den Basler liathsbüchern aber er-
io fahren wir, dass 1553 der Kath zwei von Konrad Schnitt
hinterlassene Schriften von dessen Sohn Augustin käuflich er-
warb^). Diesem wurden nämlich zuerst am 2. September 15 Ib
bezahlt »von wegen sins vaters seligen wappenbuch, welches
min gnädig herren hinder sich genommen haben«. Schon am
25 25. Nov. jedoch erhielt er weitere 12Yj Ib »von wegen des
wapenbuchs und der cronica, die sin vater selig gemacht und
min gnedig herren hinder sich genommen habend«. Die
letztere Zahlung geschah als Aufbesserung des früheren Kauf-
preises von 15 Ib, und zwar in Folge einer Kathserkanntniss
30 vom 22. Nov., deren Wortlaut uns noch erhalten ist, und in
welcher ebenfalls neben dem Wappenbuche noch ausdrücklich
»die cronica« genannt wird. Laut diesem Beschluss aber
nahm der Rath diese beiden Bücher nicht nur »hinder sich«,
sondern er befahl zugleich ihren Verschluss im Archivgewölbe,
»und dass sie fortan Niemanden sollten »unter banden gegeben«
werden. Für gewöhnliche Sterbliche, die nicht dem Kath an-
1) Abgedr. bei Th. yon Liebenau, Die Schlacht bei Sempach, S. 222 ff.
2) Ueber diese ÜBte s. Anzeiger f. Schweizergesch. 1882. S. 9. Ihre
Wiederholungen s. bei Liebenau a. a. O., S. 139, 142, 165ff.
3] S. unten Beilage I.
4) S. unten Beilage II, die Kathserkanntniss vom 22. Kot. 1553, sammt
den Einträgen im Wochenausgabenb. XVII, zum 2. Sept. und 25. Not. d. J.
96 Xonrad^Schnitt
gehörten y sollten sie somit unzugänglich bleiben, und diese
strenge Massiegel wurde begründet mit der Erwägung: »diewyl
sich aber befändet, das inn disen beden biiechern allerlei Sachen
verzeichnet standt, darusz der statt, wan die selben andren lüthen
khundtbar werden sollten, gar bald irrung und naohtheil ent- 5
ston möchten '.
^Sktt!» Nach der Auffassung des Rathes enthielten also diese
Bücher allerlei Sachen, deren weitere Verbreitung für die Stadt
nachtheilig werden konnte. Nun ist das eine dieser Bücher,
das Wappenbuch, im Staatsarchive noch jetzt vorhanden, und 10
wohl Niemand wird darin auch nur eine einzige Stelle finden,
deren Inhalt für die Stadt Basel irgendwie »Irrung und Nach-
theil« hätte bringen können. Es war also jedenfalls der Inhalt
des anderen Buches, nämlich der Chronik, welcher den Rath
zu jener strengen Massregel bewog. Diese Chronik aber ist ü
aus dem Staatsarchive schon längst verschwunden, und an ihre
Stelle tritt für uns einzig die von Schnitt gefertigte Hand-
schrift S 2 der Vaterländischen Bibliothek, welche wir fortan
nur kurzweg mit S bezeichnen. Auch in dieser ist über Basel
zwar nichts zu finden, was nach jetzigem Begriff irgendwie als 20
staatsgefährlich erscheinen könnte. Doch dürfen wir nicht ver-
gessen, dass jene Zeit hierin ganz anders dachte, und dass
z. B. in Basel nicht nur der Stand der städtischen Finanzen
als Staatsgeheimniss galt, sondern dass man sogar Bedenken
trug, die gesammte städtische Streitmacht zum Zwecke der 25
Musterung auf einem öffentlichen Platze zu vereinigen, weil
dadurch den Feinden der Stadt Gelegenheit gegeben würde,
sich einen sicheren UeberbUck über deren Stärke zu ver-
schaffen ^).
Bei dieser ängstlichen Vorsorge, welche allerdings in den 30
Zeitverhältnissen zum Theil ihren guten Grund hatte, erschien
es als etwas Selbstverständliches, dass auch die städtische Ge-
Schichtschreibung durchaus nichts enthalten dürfe, was der
Ehre der Stadt, und namentlich dem Ansehen ihrer Obrigkeit,
irgendwie nachtheilig werden könnte. Dahin aber gehörten 35
vor allem die innern Unruhen, und besonders solche, bei
welchen der Bath, wenn auch nur vorübergehend, hatte nach-
geben müssen. Deshalb schweigen über derartige Vorfälle nicht
nur die Bathsbücher, sondern z. B. auch der Bathsherr Briig-
linger, der um die Mitte des XV. Jahrhunderts im Zunft- 40
buche der Brodbecken den St. Jakoberkrieg beschrieb, übergeht
1) S. B. Chron. IV 101, z. J. 1540.
Einleitung* 97
mit Stillschweigen die stürmische Bewegung, welche während
der Schlacht, die jenem lüriege den Namen gab, den Rath zur
Anordnung des Auszuges zwangt). Das Wenige, was wir über
diese und ähnliche Unruhen wissen, verdanken wir denn auch
s durchweg den Aufzeichnungen von Privatleuten, deren Schriften
keine weitere Verbreitung erlangten und eben dadurch der
obrigkeitlichen Censur entgingen.
Blicken wir nun auf die Zeiten Konrad Schnitts, so erfolgte
1525 der Bauernaufstand, welchen der Bath nur durch Zu-
10 geständnisse zu beschwichtigen vermochte, die er später wieder
aufhob. In der Stadt aber erregte die Reformation mehrfache
Unruhen und bewaffnete Zusammenrottungen, denen der Bilder-
sturm von 1529 die Krone aufsetzte. Alle diese Thatsachen
waren sicher nicht geeignet, das Ansehen der Obrigkeit zu
isfördem, und wenn sie in Schnitts Chronik mit einiger Un-
befangenheit beschrieben waren, so genügte das schon, um
dem Käthe gegen dieses Buch Bedenken einzuflössen. Nun
fehlt in der That sowohl in der Beinheimischen Hs. als in S
weder der Bauernkrieg noch der Bildersturm. Wenn aber in
20 S z. B. beim Bildersturme getreulich erzählt wird, wie der
Henker es war, der den Zerstörern als Führer voranschritt,
und wie das grosse Crucifix aus dem Münster von der Gassen-
jugend unter höhnischem Gesang auf den Marktplatz geschleift
wurde, so suchen wir in der Beinheimischen Hs. derartige
25 Stellen umsonst, wiewohl im übrigen der Text in den beiden Hss.
meistens genau übereinstimmt. Der Schreiber der Beinheimi-
schen Hs. — oder vielmehr ihrer Vorlage — hatte somit diese
Stellen absichtlich unterdrückt, weil ihr Inhalt ihm bedenklich
erschien. Umso mehr aber konnte an ihnen der Rath Anstoss
30 nehmen, sofern sie sich in jenem Buche vorfanden, das er als
die Chronik Konrad Schnitts erworben hatte. Der Verschluss
dieses Buches im Archivgewölbe erklärt sich daher genugsam,
auch wenn dasselbe nichts anderes enthielt, als was uns noch
jetzt in der Hs. S erhalten ist.
ij
Diese von Konrad Schnitt gefertigte Handschrift, deren Die Hand-
eingehende Beschreibung wir unten als Beilage folgen lassen, 'and da«
erscheint nach ihrem Hauptinhalt als eine umfangreiche, von ^sacb"^
den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung bis z. J. 1541
reichende Weltchronik. Bis in des Verfassers Zeit herab, oder
1« genauer bis 1533, ist dieses Werk aus einer Reihe theils ge-
druckter, theils handschriftlicher Quellen compiliert, von welchen
1) S. B. Chron. IV 177, und vgl. unten Adelberg Meyer s. L 1444.
Baaltr Chroniken. Tl. 7
98 Konrad Schnitt.
die meisten noch erhalten sind^). Zu den wenigen Befitanil-
theilen aber, welche sich auf keine bekannte Quelle xurückführi 'i
lassen, gehören vor allem jene Abschnitte aus der Reformatioi. ^-
zeit, welche diese Handschrift mit der Beinheimischen gemcn
hat. Hätte sie nun dieser letztem Hs., die wir fortan nur mit H &
bezeichnen, hier als Vorlage gedient, so wäre es sicher höcl ^'
auffallend, dass wir in B von ihrem umfangreichen sonstig i-
Inhalte gerade nur diesen Theil verwerthet finden, und nameii*:-
lich auch, dass schon nach 1533 die letzte Spur von Ueberei?^-
Stimmung verschwindet, während doch die Hs. S schon in ihrci ^
ersten Anlage über dieses Jahr hinausreicht. Wir sind daher
genöthigt, für die beiden Handschriften S und B eine gemein-
same Vorlage vorauszusetzen, also eine ältere, jetzt verlorene
Hs., deren Inhalt nur die Reformationszeit bis 1533 umfasste.
Wenn nun Schnitt in seiner compilirten Weltchronik neben i&
zahlreichen sonstigen Quellen auch diese Chronik der He-
formationszeit ausschrieb, so ist damit keineswegs ausgeschlossen,
dass diese letztere Schrift von ihm selber verfasst sei. Denn
auch aus seinem Wappenbuche, das er schon 1530 begonnen
hatte, finden wir in der Hs. S mehrere Abschnitte wörtlich^
wiederholt. Er verwerthete somit in seiner Weltchronik seine
eigenen früheren Schriften, so gut als die Druckwerke seiner
Zeitgenossen.
Da der Inhalt der Hs. S. genügt, um die Bedenken des
Raths gegen Schnitts Chronik zu erklären, so könnte unter 25
jener »Chronik«, welche 1553 im Archivgewölbe verschlossen
wurde, zur Noth allerdings die genannte Hs. verstanden werden,
von deren Schicksalen wir in der That von Schnitts Tode bis
zu Anfang des vorigen Jahrhunderts nichts Sicheres wissen.
Doch liegt es wohl ungleich näher, in jener seit 1553 ver-w
schlossenen Chronik die oben erwähnte und gleichfalls ver-
lorene Vorlage der beiden Hs. S und B zu vermuthen, also
die nur bis 1533 reichende Urschrift von Schnitts Chronik der
Reformationszeit.
Können wir somit in der Hs. S auf keinen Fall das 1 553 35
vom Rath erworbene Buch erblicken, so darf wohl gefragt
werden, warum sie denn in der Rathserkanntniss von 1553
gar nicht erwähnt wird. Dabei ist vor allem zu beachten, dass
als Verkäufer jener zwei von Schnitt gefertigten Bücher einzig
dessen Sohn erscheint. Und doch hinterliess Schnitt auch 40
eine Tochter Susanna, von der wir oben sahen, dass sie schon
1) Näheres s. unten i. d. Beilage I.
Einleitung. 99
1545 mit dem Goldschmied Wärinschlagei sieh yerehelichte ^ j.
Wie nun bei der Eibtheilung nach des Vaters Tode der Sohn
Angustin in den Besitz des Wappenbuches und der Chronik
gelangte, so erhielt sicher auch die Tochter ihren Antheil an
ides Vaters litterarischem Nachlass. Betrachten wir nun den
ansehnlichen Umfang der Hs. S, so konnte in der That schon
dieses eine Buch gegenüber jenen beiden andern, welche der
Sohn erhielt, als ein annähernd gleichwerthiges Erbstück für die
Tochter gelten.
10 Das Vorhandensein dieser verschiedenen Bücher war jeden-
falls schon bei Schnitts Lebzeiten für den Rath kein Geheim-
niss, und wenn ihr Ankauf erst im Sept. 1553 erfolgte, so lag
der Grund wohl einfach darin, dass eben Schnitts Sohn erst
in diesem Jahre sie zum Kauf anbot. Erst zwei Monate
»später^}, nachdem inzwischen einzelne Räthe die Bücher näher
angesehen hatten, stiegen dem Bathe jene Bedenken auf,
welche in der Rathserkanntniss vom 22. Nov. zum Ausdruck
gelangten und den Verschluss im Arohivgewölbe herbeiführten.
Der ganze Handel ist also keinesfalls so zu verstehen, als ob
20 der Rath dem Sohne Schnitts die Bücher gleichsam durch einen
Zwangsverkauf abgenommen hätte, um sie durch strengen
Verschluss fortan unschädlich zu machen. Sondern er kaufte
sie zunächst nur, weil sich die Gelegenheit bot, und um zu
verhüten, dass sie durch einen Verkauf nach auswärts der
2s Stadt entfremdet würden. Nach erfolgtem Kaufe jedoch liess
die nähere Besichtigung des Inhalts es rathsam erscheinen,
sie der OefFentlichkeit zu entziehen. Die Hs. S hingegen kam
überhaupt nicht in Frage, so lange ihre Besitzer, die Eheleute
Warenschlager, sie nicht zu veräussem wünschten. Sie blieb
30 daher im Privatbesitz und hat sich dadurch bis auf unsre Zeit
erhalten 3], während Schnitts ältere Chronik unter staatlicher
Obhut verloren gieng^). Glücklicherweise jedoch ist uns in
den Hss. S und B der Inhalt dieses verlorenen Buches wohl
zum grösseren Theil noch erhalten.
::& XJeberblicken wir den gemeinsamen Inhalt dieser zwei Yttrhutnin
Handschriften , so finden wir in beiden zunächst die Basler ^teiirm«n^
Reformation erzählt, und zwar vom ersten Auftreten Oekolampads "™ ^'*®**'
1) S. oben S. 93.
2) S. oben 8. 95.
3) Ueber ibre spftteren Schicksale s. unten Beilage I.
4) Schon gegen Ende des XVIII. Jahrhunderts galt sie als Iftngst
verloren; s. Ochs VI 523.
406546\
100 Konrad Schnitt
bis zum Bildersturm von 1529. Erst hierauf folgen die Unruhen
von 1525 auf der Landschaft, auch Einiges über die Wieder-
täufer, imd weiter noch die beiden Kappelerkriege sammt der
damaligen Theurung, sowie auch der sogenannte Galgenkrieg
von 1531 zwischen Basel und Solothurn. Den Anfang des 5
Ganzen aber bilden zwei Abschnitte z. J. 1518 und 1519, über
das erste Auftreten Luthers und über die Reformation in
Zürich, welche in den beiden Hss. allerdings nur theilweise
übereinstimmen. Des gemeinsamen Textes letzte Spur hingegen
bildet die kurze Nachricht von einem Unwetter vom Februar lo
1533, so dass die übereinstimmenden Theile der beiden Hss.
den Zeitraum von 1518 bis 1533 umfassen.
Neben diesem gemeinsamen Lihalte, der sich hauptsächlich
auf Basel bezieht, enthält der betreffende Theil der Hs. B
noch verschiedene Abschnitte über auswärtige Ereignisse^}, über t&
die wir in S statt dessen die meistens ausführlicheren Berichte
jener Druckwerke finden, aus welchen Schnitt überhaupt seine '
Weltchronik zusammensetzte^). Unser Compilator gab also hier
diesen gedruckten Quellen, vor seinem eignen früheren Werke
den Vorzug. Immerhin finden sich unter diesen Abschnitten 2v
zwei, nämlich vom Bauernkriege in Deutschland und vom
Augsburger Reichstage von 1530, welche auf solche bekannte
Quellen sich nur theilweise zurückführen lassen^]. Wie wir
jedoch später noch sehen werden, so sind überhaupt die in
Schnitts Weltchronik verwertheten Quellen noch keineswegs 2&
alle ermittelt^}. Sofern aber die fraglichen Stellen in S auf
solch unbekannter Quelle beruhen, so dürfen wir die ent-
sprechenden zwei Abschnitte in B wohl gleich den anderen
dem Urtexte von Schnitts Chronik zuweisen.
In ähnlicher Weise wie bei diesen ausländischen Nach- 30
richten verfährt übrigens Schnitt auch bei der Schlacht bei
Kappel, indem diese in S mit einem ausführlichen Yerzeichniss
der gefallenen Zürcher schliesst, an dessen Stelle wir in B
nur einige wenige Verlustziffern finden, welche denjenigen in
1) Solche sind der Bauernkrieg in Deutschland, die Bemer Refor-
mation, der Augsburger Reichstag Ton 1530, die Krönung Ferdinands L,
der Türkenzug von 1532 und der Comet Ton 1531.
2) S. oben S. 97, und vgl. unten Beilage L Die hier benützten Quellen
sind die gedr. Augsburger Weltchronik, Seb. Francks Zeitbuch und Joh.
Carion.
3) Beim Bauernkriege ist in S ausserdem noch der Wortlaut der be-
kannten 12 Artikel beigefügt, und xwar im Anschluss an einen Ausiug
aus Joh. Carion, wo diese Artikel nur beUäufig erwähnt werden.
4) S. unten Beüage I.
Einleitung. 101
S zum Theil widerspiechen. Yeimuthlioh hatte Schnitt dieses
Veneichniss aus Zürich erst nachträglich erhalten, d. h. erst
nach 1533, als seine Chronik schon vollendet war, so dass er
es nur noch in der Hs. S verwerthen konnte. Der Ursprung*
bliche Wortlaut seiner Chronik aber, der durch dasselbe ver-
drängt wurde, ist uns ohne Zweifel in der entsprechenden
Stelle in B noch erhalten. Diese aber dürfen wir hier wohl
umso eher beibehalten, da das fragliche Yerzeichniss schon
anderwärts veröffentlicht ist^).
10 Sehen wir in der Hs. S die auswärtigen Nachrichten durch
Herbeiziehung reichhaltigerer Quellen erweitert, so finden wir
umgekehrt einige baslerische Begebenheiten von mehr localer
Bedeutung, welche doit viel kürzer erzählt werden als in B.
Hieher gehört zunächst der schon erwähnte Galgenkrieg,
15 über welchen aus der eingehenden Darstellung, wie sie B
bietet, in S nur ein kurzer Auszug sich findet. Von den aus-
führlichen Erzählungen hingegen, welche B über die beiden
Birsigüberschwemmungen von 1529 und 1530 und über einen
Selbstmord von 1532 enthält, erweisen sich die entsprechenden
20 kurzen Berichte in S durchaus unabhängig, so dass wir sie
nicht aus jenen ableiten können. Zudem enthält letztere Hs.
aus denselben Jahren, welche Schnitts Chronik umÜEtsste, noch
manche weitere Nachrichten aus unbekannter Quelle, die sich
auf Basel beziehen. Diese aber, meistens kurz gefasst, betreffen
25 theilweise dieselben Ereignisse, welche viel ausführlicher schon
in den mit B übereinstimmenden Abschnitten dieser Hs. er-
zählt werden, so z. B. den Aufstand der Basler Bauern von
1525, den Bildersturm und die beiden Kappelerkriege von
1529 und 1531. Sie können somit keinenfalls aus Schnitts
yo Chronik stammen, sondern bilden offenbar ein Ganzes für sich,
das wir etwa als »Anonyme Chronik bei Schnitt« bezeichnen
können 2).
Wie wir hier vor der schwer zu erklärenden Thatsache
stehen, dass Schnitt in der Hs. S über ein und daBselbe Er-
3seignis8 neben der ausführlichen Erzählung aus seiner eigenen
Chronik noch eine kurze Nachricht aus anderer Quelle auf-
nahm, so erscheint es allerdings auch denkbar, dass er seine
eigenen Erzählungen jener oben erwähnten Localereignisse,
statt sie zu kürzen, durch kürzere Berichte aus anderer Quelle
10 ersetzt habe. Demnach könnten die ausführlichen Erzählungen
1) S. Anzeiger f. Schweizergescb. 1899, S. 201.
2) S. unten die Einleitung zum Anonymus bei Schnitt.
102 Konrad Schnitt.
der Birsigüberschwemmungen und des Selbstmordes von 1532,
wie sie uns in B erhalten sind, sehr wohl noch dem Urtexte
seiner Chronik angehören, während die kurzen Nachrichten,
welche S hierüber enthält, der Anonymen Chronik zuzuweisen
wären. Erscheint somit die Möglichkeit keineswegs aui^e- &
schlössen, dass alles, was B von 1518 bis 1533 enthält, noch
von Schnitt herrühre, so folgt dort immerhin auf 1533 noch
eine kurze Fortsetzung bis 1537, von welcher in S keine Spur
sich findet, obschon der Inhalt dieser Hs. ebensoweit herab-
reicht. Diese Fortsetzung kann also nicht von Schnitt her- lo
rühren, sondern sie hat jedenfalls einen anderen Verfasser.
Umso mehr können wir es daher nur als eine Möglichkeit be-
zeichnen, und nicht als eine Gewissheit, dass der ganze Inhalt
von B, von 1518 bis 1533, ausnahmslos noch zum Urtexte von
Schnitts Chronik gehöre. »
Mag übrigens dieser Fortsetzer auf jede sonstige Zuthat
verzichtet haben, so können immerhin wohl nur von ihm
einige sehr bezeichnende Streichungen herrühren, welche der
Text von B beim Vergleiche mit S aufweist. Aus begreiflichen
Gründen fehlt in ersterer Hs. zunächst die einzige Stelle, wo 30
in S der Verfasser, also Schnitt, sich mit »ich« einführt, in-
dem er bei der Theurung von 1530 zu dem damals bereiteten
Kleienbrod bemerkt: »wellichs ich selbs gesechen und vers&cht
habe An anderer Stelle hingegen, wo in S nach der gewalt-
samen Rathsänderung von 1529 alle Neugewählten mit Namen»
genannt werden, da tritt umgekehrt in B der streichende
Ceüsor hervor in den Worten: »lasz ich umb friden willen ire
namen bliben«. Wie er nun hier aus Schonung diese Namen
verschweigt, während in S sie genannt werden, so sahen wir
auch oben schon, dass in B namentlich beim Bildersturm die^o
ärgerlichsten Auftritte übergangen werden i).
Fragen wir nach dem Urheber dieser gutgemeinten
Streichungen, dem wir ohne Zweifel auch die kurze Fort-
setzung verdanken, so dürfen wir ihn wohl am ehesten im
Besteller der Hs. B vermuthen, also in dem mit Schnitt be- »
freundeten Bürgermeister Adelberg Meyer 3). Genau mit den-
selben Aenderungen ist uns übrigens Schnitts Chronik auch
in Berlingers Etterlin erhalten'}. Auch in diesem Theil also
1) S. oben S. 97.
2) S. B. Chron. V 452 und vgl. oben S. 93.
3) Nämlich aerstreut über BL 112—123, 40—41, 48b— 51 u. 54b. Der
Text ist insofern unyollständig, als BL 124 fehlt. Vgl auch B. Chron.
V458.
Einleitung. 103
müssen wir für diese beiden Hss. eine gemeinsame Vorlage
▼oranssetzen, d. h. eine seither verlorene Abschrift von Schnitts
Chronik, welche sowohl jene Streichungen als auch die Fort-
setzung bereits enthielt, und deren Schreiber wohl kein andrer
»war als der schon genannte Bürgermeister, von dessen Hand
eine andere Schrift dieser Art uns noch jetzt erhalten ist^).
Ungeachtet der engen Verwandtschaft zwischen der Hs.
B und Berlingers Etterlin, so enthält letztere Hs., die wir
fortan kurzweg mit £ bezeichnen, doch zunächst einzelne Zu-
lonitze z. J. 1529 und 1531, welche nicht nur in S fehlen,
sondern auch in B, und die wir daher weder Meyer noch
Schnitt zuschreiben dürfen, sondern wohl einzig dem Schreiber
dieser Hs., also Berlinger. Dasselbe gilt auch von einem
kurzen Abschnitt über die Winterkälte von 1531, der sich
15 ebenfjEÜls * ma in E findet. Noch weniger jedoch gehören zu
Schnitts Chronik zwei erst auf den Schluss folgende Abschnitte
z. J. 1525 und 1530. Denn der eine, über die Schlacht bei
Pavia, ist lediglich ein Auszug aus dem in verschiedenen alten
Drucken verbreiteten Berichte Georgs von Frundsberg, und
»auch der andere, über Karls V. Kaiserkrönung zu Bologna,
ist unverkennbar die Beschreibung eines Augenzeugen und
kann daher so wenig von Berlinger herrühren als von Meyer
oder Schnitt.
Ausser der schon erwähnten Fortsetzung bis 1537 findet Fort-
n sich noch eine weitere, die wohl ebenfalls nur von Meyer her- ^ ^^*°'
rühren kann') und die Jahre 1537 bis 1542 umfasst, in jenem
letzten Theile der Beinheimischen Hs., welcher auf einer von
diesem Bürgermeister gefertigten, jedoch nicht mehr vollständig
erhaltenen Hs. beruht^]. Auch von Schnitt selber ist in der
30 Hs. S eine bis 1541 reichende Fortsetzung seiner compilierten
Weltchronik vorhanden. Zu seiner alten, nur bis 1533 reichen-
den Chronik jedoch steht diese Fortsetzung in keiner nähern
Beziehung, sondern vielmehr hängt sie, wie wir später noch
sehen werden, aufs engste zusammen mit der oben erwähnten
föund von ihm ausgeschriebenen Anonymen Chronik^). Wir
1) S. unten Anm. 3.
2) Wenn dort Meyer s. J. 1540 als Bürgermeister mit vollem Namen
erw&hnt wird, doch ohne mit einem »ich« hervorzutreten, so ist diess sicher
kein zwingender Grund, um deshalb einen andern Verfasser vorauszusetzen.
3) S. B. Chron. V 451 und vgl. unten die Einleitung zu Adelb. Meyer.
4) S. unten die Einleitung zum Anonymus bei Schnitt, und vgl. oben
S. 101.
104 Konrad Schnitt.
lassen daher diese Fortsetzung erst später im Verein mit letz-
terer Schrift folgen, und ebenso findet diejenige Meyers, yon
1537 bis 1542, ihre passende Stelle wohl am ehesten bei dessen
sonstigen Aufzeichnungen.
Ent. Wie der Inhalt und die ganze Anordnung sowohl in S &
'zdt^nd als in B zeigen, so schrieb Schnitt seine Chronik nicht Jahr
WürdigiiBg. £^^ Jahr, sondern im Zusammenhang, also frühestens 1533,
nachdem er schon 1530 sein Wappenbuch gefertigt hatte ^).
Zu seinem umfangreichsten Werke aber, zur compilierten Welt-
chronik in der Hs. S, entschloss er sich wohl erst im Sommer io
1536, nachdem sein Austritt aus dem Rath ihm die hiezu
nöthige Müsse verschafft hatte ^). Als hierauf nach Jahresfrist
diese Arbeit vollendet war 3), fügte er fortan noch Jahr für
Jahr die Zeitereignisse hinzu bis 1541, wo er starb.
Während sowohl diese Weltchronik als das Wa'ppenbuch t&
noch in der Urschrift des Verfassers erhalten sind, ist uns
Schnitts alte Chronik, wie wir sahen, in den vorhandenen
Hss. nur mangelhaft überliefert^), und eine völlig sichere Her-
stellung ihres ursprünglichen Textes ist daher nicht mehr
möglich. Immerhin dürfen wir aus der Uebereinstimmung von 2v
S und B schliessen, dass diese bisher verloren geglaubte Chronik
wenigstens nach ihrem Hauptinhalte uns noch erhalten ist.
Dieser aber umfasst den für Basel so bedeutsamen Zeitraum
von 1518 bis 1533, und da Schnitt den damaligen Bewegungen
selber sehr nahe stand, so bildet sein Werk in mancher Hin- 2&
sieht ein werthvoUes Seitenstück zu der schon im ersten Bande
veröffentlichten Ryffischen Chronik.
fienfttnog Schou bei Schnitts Lebzeiten wurde sein Werk, wie wir
8pit«r«. sahen, von Adelberg Meyer abgeschrieben, und auf dieser
längst verlorenen Abschrift beruhen die um 1545 gefertigten :(o
Hss. B und E^}. Eine andere Abschrift hingegen, welche
Cosmas Ertzberg hinterlassen hat, beruht lediglich auf der Hs.
S und wurde demnach wohl erst nach Schnitts Tode geferti^,
also zwischen 1541 und 1550, wo auch Ertzberg starb <^). Immer-
hin enthält dieselbe z. J. 1529 einzelne Zusätze, die wohl erst3s
von Letzterem herrühren. Der Erste aber, welcher Schnitts
Chronik in einem grösseren Geschichtswerk als Quelle ver-
1) S. oben S. 94.
2) S. oben S. 93.
3) Im August 1537; s. unten Beüage I.
4) S. oben S. lOOfil
5) 8. oben S. 103.
6) S. unten die Einleitung zu Ertzberg.
Einleitung. 105
werthete, ist der schon oben er «mahnte Johann Stumpft), dessen
Chionik schon 1548 im Druck erschien.
Wiewohl seit 1553 Schnitts Urschrift im Archiygewölbe ver-
schlossen war, so nennt immerhin noch Wurstisen im Quellen-
^Verzeichnisse seiner 1580 gedruckten Chronik neben andern
auch »Conrad Schnitt«. Er mag also neben der Hs. B, die er
jedenfalls kannte 2), auch noch S gekannt und nebenbei ge-
wusst haben, von wem diese Hs. herrührt, obschon sie nirgends
den Namen ihres Schreibers nennt, sondern nur dessen Wappen
10 toägt *).
unter den späteren Geschichtschreibern kannte Ochs zwar
aus der Hs. B den Inhalt der Chronik, von Konrad Schnitt
jedoch wusste er nur aus der Rathserkanntniss von 1553, dass
er der Verfasser einer seither verlornen Chronik sei^). Um
^^ die Mitte des vorigen Jahrhunderts aber war es namentlich
Buxtorf- Falkeisen, der in seinen > Baslerischen Stadt- und
Landgeschichten« Schnitts Berichte fleissig ausschrieb, und zwar
auf Grund derselben Hs. E, aus der er schon seine Auszüge
aus der Anonymen Chronik der Mailänderkriege schöpfte ^). Aus
20 eben dieser Hs. hat sodann in neuerer Zeit Th. von Liebenau
— wenn auch ohne den Namen des Verfassers zu kennen —
im Anzeiger für Schweizergeschichte Schnitts Bericht über die
beiden Treffen des zweiten Kappelerkrieges veröffentlicht <*).
Da Schnitts Chronik weder in S noch in B völlig unver- Ausgab«.
2^ ändert oder irgendwie vollständig erhalten ist, so müssen wir
in der vorliegenden Ausgabe auf eine genaue Herstellung des
ursprünglichen Textes vorweg verzichten imd uns auf eine
möglichst getreue Wiedergabe des Vorhandenen beschränken.
Wiewohl nun der Text von B verhältnissmässig der vollständigere
oist, so hat immerhin die Hs. S den Vorzug, dass sie von
Schnitt selber gefertigt ist, also der Urschrift dieses Verfassers
in gewisser Hinsicht doch näher steht als B. Für alle die-
1) & oben S. 94 u. 95.
2) S. B. Chron. V 346.
3) S. unten Beilage I.
4) S. Ochs VI 522 ff.
5) Vgl. oben S. 28, A. 4.
6) S. Anseiger 1884, S. 342 ff. Die dortige Ueberschrift »Von einem
anderen mort€ steht allerdings in der Hs., auf dem Bande von 61. 123;
jedoch bezieht sie sich nicht auf den diesen Rand füllenden Text von
Schnitts Chronik, sondern vielmehr auf den gedruckten Inhalt dieses
Blattes, d. h. auf Etterlins Erzählung Ton einer Mordthat su Zürich Tom
Jahre 1503.
106 Konrad Schnitt.
jenigen Abschnitte, welche in S ohne wesentliche KüisuDg
erhalten sind, legen wir daher den Text dieser Hs. su Grunde,
während wir für alle übrigen vorweg auf B angewiesen
sind.
Obschon in beiden Hss. die Ereignisse nach der Zeitfolge 5
geordnet scheinen, so ist immerhin die Reihenfolge der Ab-
schnitte nicht durchweg dieselbe. Da nun in S unsere Chronik
mit anderen Quellen compiliert und deshalb mehr auseinander-
gerissen ist als in B, so dürfte die Reihenfolge in letzterer
Hs. wohl eher die ursprüngliche sein, und deshalb geben wir lo
ihr hierin den Vorzug. Auch trägt in B jeder Abschnitt seine
Ueberschrift, während S nur kurze Inhaltsangaben am Rande
aufweist. Obschon nun diese Ueberschriften in B wohl erst
von Meyer oder von Berlinger herrühren^), so erleichtem sie
immerhin die üebersicht, und deshalb behidten wir sie durch- n
weg bei, also auch bei solchen Abschnitten, für deren Text
wir der Hs. S folgen.
Um nun jeden Abschnitt nach seiner Herkunft zu be-
zeichnen, setzen wir vor jede Ueberschrift einen eingeklam-
merten Buchstaben, welcher die zu Grunde gelegte Hs. angibt, 20
also ein S bei den Abschnitten aus S, ein B bei jenen, welche
nur in B vorhanden sind, und ein BS bei solchen, die zwar
in beiden Hss. sich finden, jedoch in S nur in verkürzter Ge-
stalt, so dass wir für sie der Hs. B den Vorzug geben müssen.
Nebenbei gibt sich übrigens die verschiedene Herkunft der 25
einzelnen Theile schon durch die im Text eingeklammerten
Blattzahlen der betreffenden Hs. zu erkennen, indem diese bei
den Abschnitten aus S stets auf die 300 lauten, bei solchen
aus B hingegen auf die 200. Drei Abschnitte aus B, zu wel-
chen die Hs. E einige Ergänzungen liefert, bezeichnen wir mit 30
BE^], während wir vor die Nachricht vom strengen Winter
von 1531, welchen einzig diese letztere Hs. hat, in gleicher
Weise ein E setzen.
Wo nun zum Texte von S die Hs. B eine Ergänzung
bietet, oder umgekehrt die Hs. S zu einem Abschnitt aus B, »
da unterscheiden wir solche Stellen oder ganze Sätze stets
durch eckige Klammern, und ebenso verfahren wir bei jenen
drei mit BE bezeichneten Abschnitten, welche aus E ergänzt
werden. Zugleich aber bietet E auch einige Zusätze zu zwei
1) Sie finden sich übereinstimmend auch in £.
2) S. unten die Abschnitte von den Birsigübenchwemmungen von
1529 und 1530, und vom Selbstmord von 1532.
Einleitung. 107
Abechnitten, fdi welche der Text von S die Grundlage bildet %
und hier unterscheiden wir die Ergäneungen aus E von den-
jenigen aus B durch Cursivschrift, jedoch gleichfalls in eckigen
Klammem. Zu eineiti dieser beiden Abschnitte, über die
i Domherren von 1529, enthält übrigens auch die Abschrift
Cosmas Ertsbergs einen Zusatz, und diesen schalten wir eben-
falls in Cursiv und mit eckigen Klammern ein, jedoch mit
einer Anmerkung unter den Varianten. Ausserdem finden
sich schon in den Hss. einzelne eingeklammerte Stellen, näm-
10 lieh eine in S und eine andere in B^), und diese unterscheiden
wir Ton den obigen Einschaltungen durch runde Klammern.
Die einzige Kürzung, die wir uns erlauben, betrifil den
sog. Landfrieden von 1529, durch welchen der erste Kappeler-
krieg beigelegt wurde. Von diesem Vertrage nämlich findet
15 sich sowohl in S als in B und E ein dürftiger Auszug, und
diesen lassen wir weg, da wir für den Tollständigen Wortlaut
dieses Friedensschlusses auf die Sammlung der Eidgenössischen
Abschiede verweisen können'). BSngegen ergänzen wir bei
den nachfolgenden Verhandlungen einen aus diesem Vertrag
2D abgeleiteten Streitpunkt, der in allen drei Hss. fehlt, und zwar
mit Hilfe einer theilweisen Wiederholung des betrefienden Ab-
schnittes, die sich einzig in S weiter hinten auf Bl. 416^ findet ^).
Doch auch diese Ergänzung fassen wir in eckige Klammern.
Soweit unser Text der Ton Schnitt gefertigten Hs. folgt, ,^^{^^
25 entspricht auch die Rechtschreibung zweifellos derjenigen des
Verfassers, also der Urschrift. In allen jenen Abschnitten hin-
gegen, für welche wir auf den Text von B angewiesen sind,
haben wir ganz dieselbe Rechtschreibung Berlingers vor uns,
welche wir aus den Chroniken des Schwabenkriegs und der
90 Mailänderkriege bereits kennen ^). Da nun möglicherweise diese
Abschnitte nur zum Theil von Schnitt herrühren®), so hätte es
keinen Sinn, auch hier dessen Rechtschreibung durchführen zu
wollen. Wir lassen daher die beiden Schreibarten hier unver-
ändert neben einander bestehen, und da diejenige Berlingers
1) S. tinten die Abschnitte über den Kappelerkrieg Ton 1531 und
über die Domherren Ton 1529.
2) In S lum Kappelerkriege, und in B zum Reichstage von 1530.
3) S. Eidg. Absoh. IV Ib, S. 1478 ff.
4) Diese Wiederholung, im letzten tmd jüngsten Theü der Hs. S,
schliesst sich an eine Sammlung von Verträgen an, unter welchen dort
auch der besagte Landfriede auf BL 413ff. in seinem ToUen Wortlaute sich
findet; Tgl. unten die Besehreibung der Hs. in der Beilage I.
5) Vgl. oben S. 4 u. 29.
6) S. oben S. 102.
108 Konrad Schnitt
schon früher genugsam erörtert wurde, so bleibt uns nur noch
über Schnitt in dieser Hifisicht einiges zu bemerken.
Vor allem schreibt Schnitt nicht nur bei weitem nicht so
schön und deutlich wie Berlinger, so dass z. B. die Vokale o
und e bei ihm oft kaum zu unterscheiden sind, sondern über- 5
haupt ist er viel nachlässiger, so dass Schreibfehler jeder Art bei
ihm sehr häufig sind. Da er nun überdies in der Hs. S seine
Weltchronik aus den verschiedensten Quellen compilierte, so
konnte diese Mannigfaltigkeit auf seine Rechtschreibung nur
verwirrend einwirken. Und in der That schwankt er selbst 10
in denjenigen Abschnitten, die aus seiner eignen Chronik
stammen, zwischen den alten, ihm geläufigen Formen und den
neuen, wie er sie in seinen gedruckten Quellen fand, indem
er zwischenein z. B. statt buren auch bauren schreibt, oder
Rein statt Rin, u. s.w. is
Ungeachtet dieser Verwirrung tritt Schnitts eigene Recht-
schreibung immer noch deutlich genug zu Tage, und diese
unterscheidet sich von derjenigen Berlingers am greifbarsten
in der Bezeichnung der verschiedenen u. Während Letzterer
vom einfachen u zwar den Umlaut ü unterscheidet, den Diph- 20
thongen uo hingegen nicht, setzt Schnitt im Gegentheil für
den Umlaut ganz dasselbe Zeichen wie für das einfache u,
nämlich ein u mit halbem Ringlein darüber. Den Diphthongen
uo hingegen unterscheidet er deutlich durch ein ganzes Ring-
lein, also durch ü, welches Zeichen ihm jedoch auch fui die 2s
weiteren Diphthongen üe und ou dienen muss, also z. B. nicht
nur für gut, sondern ebenso für gütlich und selbst für
gl 0 üben. Ebensowenig unterscheidet er bei a den gedehnten,
im Dialekt wie o gesprochenen Vokal vom einfachen a, son-
dern einzig der Umlaut wird mit ä bezeichnet. 3n
So wenig wir an diesen überschriebenen Vokalen etwas
ändern möchten, so wirkt es hingegen nicht nur störend, son-
dern oft geradezu missverständlich, wenn Schnitt den Diph-
thongen ie theilweise wie ei schreibt, also z. B. zeichen für
ziechen, eyder für yeder, speissen für spiessen, er-ss
beitten für erbietten u. s. w., sodann umgekehrt z. B. viel
für veil. Wir halten uns daher im Druck nicht an diese
Schreibung, sondern setzen überall ie, wo die Sprache es verlangt.
Hinsichtlich der Consonanten sind zunächst verschiedene *
scheinbare Schreibfehler zu erwähnen, welche jedoch ihren i»
Grund in der mundartlichen Aussprache haben. So schreibt
Schnitt z. B. für sich oder sych zuweilen nur sy, und ebenso
fehlt hin und wieder in Wörtern wie nacht, merokt, stifft
Einleitung. 109
oder ersetzt das auslautende t, während er umgekehrt etwa
auch gemacht für gemach schreibt, oder angrifft statt an-
griff. Dahin gehört auch die Verwechslung von ck und ch
in Wörtern wie ruchten für ruckten, oder starch für
istarck, oder wenn Schnitt ausnahmsweise nn für ng schreibt,
also z. B. anhennig statt anh engig. Sowohl diese als auch
sonstige Fehler, die sich meistens aus der Mundart erklären,
würden wir als sprachliche Merkmale gerne durchweg im Texte
stehen lassen. In allen Fällen jedoch, wo dieselben su Missver*
10 ständnissen führen oder wenigstens das Verständniss des Textes
erschweren könnten, verweisen wir sie unter die Varianten.
Unter den Consonantverdopplungen, welche wir im Druck
übergehen, sind zunächst diejenigen von n und von t im Aus-
laut zu nennen, und ebenso nn vor d, also z. B. unnd, wofür
15 wir stets nur und setzen. Am häufigsten aber ist die Ver-
dopplung von t hinter ch, 1, n und r, also in Wörtern wie
verachtten, haltten, mantten und wartten, und diese
lassen wir durchweg unberücksichtigt; wie wir denn auch für
ratht, wie Schnitt immer hat, stets nur rath setzen. Das
2 1 doppelte ff hingegen glauben wir durchweg beibehalten zu
sollen, da schon die oben erwähnte Schwankung zwischen ff
und fft zeigt, dass diese Verdopplung keineswegs ohne Be-
deutung für die Aussprache war. Weiter jedoch ist nur noch
zu bemerken, dass Schnitt mit seltenen Ausnahmen seine
25 Zahlen in römischen Ziffern schreibt, welche wir, wie immer,
im Druck durch arabische ersetzen.
Während die Hss. B und E schon im vorigen Bande be- Beilagen.
schrieben wurden ^j, geben wir die Beschreibung von S hier als
erste Beilage, als zweite sodann die auf Schnitts Chronik be-
M zügliche Rathserkanntniss von 1553, sammt den entsprechenden
£linträgen im Wochenausgabenbuche dieses Jahres 2). Als dritte
Beilage folgt der im Eingang zur Wasserordnung von 1531 ent-
haltene Bericht über die Birsigüberschwemmungen von 1529 und
1 530, sowie auch eine Notiz des Schwarzen Buches über die Theu-
3'> rung des letztern Jahres, welche Aufzeichnungen zur Ergänzung
der entsprechenden Abschnitte von Schnitts Chronik dienen
können. Den Schluss aber bildet als vierte Heilage die oben
erwähnte Beschreibung der Kaiserkrönung von 1530 zu Bologna,
welche einzig in der Hs. E sich vorfindet, aber schon dort
40 auf Schnitts Chronik gleichsam nur als Beilage folgt ^).
1) 8. B. Chron. V 442 ff.
2) S. oben 8. 95.
3) S. oben 8. 103.
108 Konrad Schnitt.
schon früher genugsam erörtert wurde, so bleibt uns nur noch
über Schnitt in dieser Hi^icht einiges zu bemerken.
Vor allem schreibt Schnitt nicht nur bei weitem nicht so
schön und deutlich wie Berlinger, so dass z. B. die Vokale o
und e bei ihm oft kaum zu unterscheiden sind, sondern über- »
haupt ist er viel nachlässiger, so dass Schreibfehler jeder Art bei
ihm sehr häufig sind. Da er nun überdies in der Hs. S seine
Weltchronik aus den verschiedensten Quellen compilierte, so
konnte diese Mannigfaltigkeit auf seine Rechtschreibung nur
verwirrend einwirken. Und in der That schwankt er selbst lo
in denjenigen Abschnitten, die aus seiner eignen Chronik
stammen, zwischen den alten, ihm geläufigen Formen und den
neuen, wie er sie in seinen gedruckten Quellen fand, indem
er zwischenein z. B. statt buren auch bauren schreibt, oder
Rein statt Rin, u. s.w. is
Ungeachtet dieser Verwirrung tritt Schnitts eigene Recht-
schreibung immer noch deutlich genug zu Tage, und diese
unterscheidet sich von derjenigen Berlingers am greifbarsten
in der Bezeichnung der verschiedenen u. Während Letzterer
vom einfachen u zwar den Umlaut ü unterscheidet, den Diph- ^
thongen uo hingegen nicht, setzt Schnitt im Gegentheil für
den Umlaut ganz dasselbe Zeichen wie für das einfache u,
nämlich ein u mit halbem Ringlein darüber. Den Diphthongen
uo hingegen unterscheidet er deutlich durch ein ganzes Ring-
lein, also durch ü, welches Zeichen ihm jedoch auch für dies
weiteren Diphthongen üe und ou dienen muss, also z. B. nicht
nur für gut, sondern ebenso für gütlich und selbst für
gl 0 üben. Ebensowenig unterscheidet er bei a den gedehnten,
im Dialekt wie o gesprochenen Vokal vom einfachen a, son-
dern einzig der Umlaut wird mit ä bezeichnet. 30
So wenig wir an diesen überschriebenen Vokalen etwas
ändern möchten, so wirkt es hingegen nicht nur störend, son-
dern oft geradezu missverständlich, wenn Schnitt den Diph-
thongen ie theilweise wie ei schreibt, also z. B. zeichen für
ziechen, eyder für yeder, speissen für spiessen, er-3^
beitten für erbietten u. s. w., sodann umgekehrt z. B. viel
für veil. Wir halten uns daher im Druck nicht an diese
Schreibung, sondern setzen überall ie, wo die Sprache es verlangt.
Hinsichtlich der Consonanten sind zunächst verschiedene *
scheinbare Schreibfehler zu erwähnen , welche jedoch ihren le
Grund in der mundartlichen Aussprache haben. So schreibt
Schnitt z. B. für sich oder sych zuweilen nur sy, und ebenso
fehlt hin und wieder in Wörtern wie nacht, merckt, stifft
Einleitung. 109
oder ersetzt das auslautende t, während er umgekehrt etwa
auch gemacht für gemach schreibt, oder angrifft statt an-
griff. Dahin gehört auch die Verwechslung von ck und ch
in Wörtern wie ruchten für ruckten, oder starch für
3 8tarck, oder wenn Schnitt ausnahmsweise nn für ng schreibt,
also z. B. anhennig statt anh engig. Sowohl diese als auch
sonstige Fehler, die sich meistens aus der Mundart erklären,
würden wir als sprachliche Merkmale gerne durchweg im Texte
stehen lassen. In allen Fällen jedoch, wo dieselben zu Missver-
10 sUndnissen fuhren oder wenigstens das Verständniss des Textes
erschweren könnten, verweisen wir sie unter die Varianten.
Unter den Consonantverdopplungen, welche wir im Druck
übergehen, sind zunächst diejenigen von n und von t im Aus-
laut zu nennen, und ebenso nn vor d^^so z. B. unnd, wofür
15 wir stets nur und setzen. Am häufigsten aber ist die Ver-
dopplung von t hinter ch, 1, n und r, also in Wörtern wie
verachtten, haltten, mantten und wartten, und diese
lassen wir durchweg unberücksichtigt^ wie wir denn auch für
ratht, wie Schnitt immer hat, stets nur rath setzen. Das
2 > doppelte ff hingegen glauben wir durchweg beibehalten zu
sollen, da schon die oben erwähnte Schwankung zwischen ff
und fft zeigt, dass diese Verdopplung keineswegs ohne Be-
deutung für die Aussprache war. Weiter jedoch ist nur noch
zu bemerken , dass Schnitt mit seltenen Ausnahmen seine
25 Zahlen in römischen Ziffern schreibt, welche wir, wie immer,
im Druck durch arabische ersetzen.
Während die Hss. B und E schon im vorigen Bande be- Beilagen,
schrieben wurden ^}, geben wir die Beschreibung von S hier als
erste Beilage, als zweite sodann die auf Schnitts Chronik be-
30 zügliche Rathserkanntniss von 1553, sammt den entsprechenden
Einträgen im Wochenausgabenbuche dieses Jahres^). Als dritte
Beilage folgt der im Eingang zur Wasserordnung von 1531 ent-
haltene Bericht über die Birsigüberschwemmungen von 1529 und
1530, sowie auch eine Notiz des Schwarzen Buches über die Theu-
3^ rung des letztern Jahres, welche Aufzeichnungen zur Ergänzung
der entsprechenden Abschnitte von Schnitts Chronik dienen
können. Den Schluss aber bildet als vierte Heilage die oben
erwähnte Beschreibung der Kaiserkrönung von 1530 zu Bologna,
welche einzig in der Hs. E sich vorfindet, aber schon dort
49 auf Schnitts Chronik gleichsam nur als Beilage folgt ^).
1) S. B. Chron. V 442 ff.
2) S. oben S. 95.
3) 8. oben S. 103.
112 Konrad Schnitt.
ouch nüt8 anders dann das hell evangelion, ouch von sünden
abzeston, das leben zu besseren. Er verwarff ouch die mesz,
der pfaffen opffer, orenbicht^ yolgenen, waldfert und anders
derglychen, wie es dann däzemol gehalten ward. Dann stund
einer ouch uff im Augustineroloster uff sanct Martins berg ^), s
darnach einer im spital der armen dürfftigen^), damftch einer
im Harfussercloster^), darnach einer zu sanct Lienhard^), und
predigten all glych dem doctor hievor gemeldt].
1526 Da reisz sich die sach dermassen in, das im 1526 [jär'
zft sant Martin, zu den Augustineren, im spital und e& sant lo
Lienhart kein mesz noch kilchengepreng gehalten ward^). In
den anderen kilchen hielt man alle bepstliche cerimonia. Da-
durch [was] ein grosse zweyung under gemeiniger burger-
schafft <^), [desglychen nie gehört was worden. Dan ein teyl
gieng zu den Torbemelten predieanten und hört das gotswort is
verkünden, verschmachten und verachteten die alten ceremonien
vorbemelt. Die anderen giengen zu der mesz und bliben by
den ceremonien, und verachteten den anderen ir predig und
singen und anders, so sy dann an dhand nämen]. Und ver-
meint ein yeder, er were uff dem rechten glühen, und der ^
ander were des tuffeis. Dadurch man alle stund und tag ein
ufilouff in der statt [must] erwarten. Dan yeliche party hieng
sinnem predieanten an.
Dec^^^ Do begab es sich in der wienacht nacht anno 1528, vor
mitternacht umb die zechenden stund , erhüben sich [beyde ^
14. Statt des Eingekl. hat S nur: Dbd ye ein teyl den anderen mit tclimafclnrorten
?eraehtet nnd tntzet. 15. B: du gotworte. ^ 26. 8: erh&ben sieh die ulT
dem alten gl&ben nnd Inffent znsammen. ■ B erwihnt znent das Zvaammenlavfen
der Neuglinbigen, dann erst da^enige der Altglinbigen.
Hauptpfarrer wurde Oekolampad lu St. Martin erst 1526; s. Stadt. Urk.
1526 Febr. 25.
1) Thomas Qeyerfalk, als Prediger dieses Klosters; B. Chron. I 37
u. 409.
2) Wolfgang Weissenburger, Spitalpfarrer; s. ebend. S. 35.
3) Konrad Pellikan, als Guardian; s. ebend. S. 37, A. 4.
4} Marcus Bersy, der dortige Leutpriester; s. ebend.
5) Eine Folge dieser neuen Verhältnisse war das Mandat vom 23. Sept
1527, welches den Qeistliehen der oben genannten Kirchen freistellte, die
Messe zu halten oder nicht, aber zugleich für alle andern Kirchen zu Stadt
und Land den Priestern bei Verlust ihrer Pfründen das Messelesen Yor*
schrieb; s. im St. A., Decreta et Mandata I 21b ff. — Für die genannten
Kirchen, wo die Messe freigegeben war, wurde nachher durch Baths-
besohluss Tom 15. April 1528 auch die Entfernung aller Bilder angeordnet;
8. ebend. Bl. 16ff.
6) Auf diese Spaltung besieht sich schon das Mandat des BAthes Tom
22. April 1525,' s. ebend. Bl. 4 b.
. 152^-1528. 113
parthyen von der gemeind in der statt] ^]. Und luffent die uff
dem alten glüben susammen über Rin^), so luffen die uff dem
nuwen gl&ben uff das zunffthusz der Gärtner s). Und waren
z& beiden sitten in harnesch und geweren wol gerust, und
«sonderlich so hatten die über Bin das geschutz, so in der
Kleinnen Stat [under dem richthuss] ^} stbnd, herfurzogen.
Also ward ein rath ylentz versamlet^). Der schickt ir bot-
schafft zu beyden teillen, und manet und bott innen allen ab-
süziechen und A &iden sin. Also warent sy zu beiden teillen
id gehorsam und ztigent ab von stund an.
Also do es ward nach mitternachts zügent, die uff derDee.26
Gärtner husz gelegen warent ^ wider z&sammen. Dan sy ver-
nammen, wie etliche in der geselschafft zftr Kreigen in Spalen-
Torstat<^) by einanderen werent und sy allerley bAsser werten
i&h&ren liessent. Deshalb die uff dem nuwen glüben wider zu-
sammen kamen, und ye einner den anderen sins glübens uff-
wackt. Und kämmen die uff dem alten glüben wider über
Rein zusammen, und warent zu beden sitten mit harnesch
und geweren wol gerust^).
% In sollicher handlung und enbftrung kamen die Eydgnossen
von Zürich, Bem^}, Lutzern, Ury, Schwitz, [Zug,] SoUu-
4. S: io haniMeli nad gewerennt wol genuL 7. 8: der seldck ir boUohaflt.
13. S: in der gaselMlfft zftr kregen. 16. 8: affvaeht.
1) Schon am 23. Dec. hatte die erangelische Partei sieh Tersammelt,
jedoch unbewafhet, und hatte dem Bath eine Bittschrift überreicht, welche
dieser binnen 2 Tagen lu beantworten versprach; s. B. Chron. I 67 ff. Zu-
gleich aber hatte diese Partei im Namen Ton 12 Zünften insgeheim die
Vermittlung von Zürich und Bern angerufen ; s. ihren Brief Tom 23. Dea,
b Eidg. Abseh. IV la, S. 1475 ff., und Tgl. Beiträge V 313.
2) VgL B. Chron. I 72 ff.
3) Dieses Zunfthans. lag an der Qerbergasse, zwischen G^npfahlgasse
und Gerberbrunnen.
4) Ueber das Kleinbasler Richthaus, an der Stelle des jetsigen Oesell-
Khaftshauses neben der alten Bheinbrüeke, s. B. Wackemagel im Histor.
Festbuch Ton 1892, S. 242 ff.
5) Auf das Bathaus am Marktplatz. Der Rath blieb die ganze Nacht
hindureh Tersammelt; s. den Brief der Zürcher Gesandten Tom 28. Dec,
in Eidg. Absch. IV la, S. 1476 ff.
6) Die Yorstadtgesellschaft zu Spalem hatte ihren Sitz im Hause zur
Krähe, jetzt SpaleuTorstadt No. 13.
7) lieber die sehr ungleiche Stärke der Parteien 0. in den Beiträgen V
300 den Brief der Berner Gesandten Tom 28. Dec.
8) Die Gesandten Ton Zürich und Bern trafen am 25. u. 26. Dec. in
Basel ein, und auf ihr Zureden ging endlich Nachts 9 Uhr Ton beiden
Parteien jedermann nach Hause; s. die Briefe Tom 28. Dec. in Eidg.
BmUt Chroniken. VL 8
114 Konrad Schnitt.
tum^) und Sohoffhussen und andeie^), und leitten sich in den
handel [zwÜBchen bede paithien, und betten vil mfig und arbeit,
wie sy yereinbaret möcbten werden]. Also teüten sieb die Tom
alten glAben zb. den Predigeren, und die vom nuwen glüben
x& den BarfAsaeren'), und maobt [362^] yeder teyl ein usa- s
schuts^). Also z& lest ward die saoh durcb die schidbotten
der Eydgnosohafft vertragen, namlicb<^): Das alle messen in
allen kilcben, oucb alle oerimonien, yesper, complet, salve,
und derglicben brucb, so man bissber in den kilchen geübt
und gebrucbt hatt. hin und anweg [sin selten], deren nit mer lo
gebrucben, sonder an allen orten teglicb predigen das gots-
wort; und sottent sieb die alten predicanten mit den nuwen
[des predigen] verglicben. Darsü ward abgerett, das man alle
tag zu beiden stetten *), als namlicb im mimster, e4 sant Petter,
über Bein zb. sant Theodor, an den dryen orten alle tag ein u
fronampt und mesz haben [solt] und sunst nienen; wellieher
da wolt, mocht dahin gan. Und solt sollichs also gehalten
^werden biss uff pfinsten nechst kunfftig im 1529 jar"^]. Und
üMi 1« wan die selbig zeit kem, so selten dan z& beiden stetten ^) in
allen zunfften und geselschaflften ire rathsheren und meister a»
1. 8: imd litUn sich in den bandel tft Tertngoi. 8. 8: vesper, compelt.
19. 8: M solt dan b& beid«& sitton; B: so solten dann zn bedan ttettan. 30. S:
ira ratlüiaren.
AbBob. IV la, 8. 1476 ff. und in den Beiträgen Y 300, und vgl. B. Chion.! 73,
auch oben S. 113, A. 1.
1) Die Gesandten dieser altgl&ubigen Orte trafen erst am 28., 30. u.
31. Deo. ein; s. Beitr&ge V 302 u. 304.
2) Nftmlich Molhausen und Strassburg; s. ebend. 8. 304 u. 306.
3) In diesen beiden Kirchen yersammelten sich die Parteien auf An-
ordnung des Raths zuerst am 4. Januar 1529, um über einen Vermittlungs-
Vorschlag absustimmen, und als dieser Terworfen wurde, wiederholten sich
diese Versammlungen am 6. Januar, wo nun ein neuer Vorschlag, den der
Rath am 5. beschlossen, zur Annahme gelangte; s. B. Cfaron. I 74ff. u. 446 ff.
femer Beitr&ge V 506 ff. u. im St A. Decreta I 30 ff.
4) Die Evangelischen hatten ihren Aussohuss schon am 23. Dec. er-
wählt, und die Altgläubigen am 25. Dec; s. B. Chron. I 72 ff., auch Bei-
träge V 300.
5) D. h. der nachfolgende Vorschlag, den der Rath am 6. Januar
besohloss, wurde in den Versammlungen vom 6. durch die (Gesandten der
Eidgenossen zur Annahme empfohlen; s. in den Beiträgen V 309 ff. den Brief
der Bemer Gesandten vom 6. Januar. — Den Wortlaut dieses Vorschlages
8. K Chron. I 76 ff.
6) In Gross- und KleinbaseL
7) Genauer bis nächsten Bonntag nach Trinitatis (30. Mai); s. B.
Chron. I 77, auch Beiträge V 309.
8) Die Urkunde spricht an der betr. Stelle weder von »beiden stetten«
noch Ton »beiden sitten« ; s. B. Chron. I 78.
1529. 115
und sechs und ganize gemeine sunfit zftsammen gan ^) und
darumb led halten, ob sy die mess lenger haben und behalten
weiten oder gai abthün; und was dan ein mers wurde, solt
darby blipen. Und von disser abred ward yeder sunfft ein
igeschrifil geben und mit dem statsecrett zd halten versiglet, uff
sinstag den 5. tag january anno 1529 jar^). Jan.s
Nach dissen dingen, garnach in einnem monat darnach,
erh&b sich ein xweyung under den predicanten, der verglichung
in verfcundung des gotssworts halb, das die Ton dem alten
1« glühen [sich] nit wolten verglichen mit den nuwen predicanten ').
Usz sollichem enstünd ein gross gemurmel under der gemeind
%ä beyden stetten, und vermeinten, man were den vertrag nit
witter schuldig sb halten^); und was euch ein grosse zwitracht
im regiment^). [363] Daruss enstünd, das uff zinstag an der
»jungen fassnacht^^) anno 1529, nach mittag um die 5. stund^), i&^
die party des nuwen glübens uffbrach [in irem hamist] mit
spiessen und hallenparten, und gantz wol gerust. Und zügent
den nechsten für das radiusz, do dan ein gantzer rath ver-
samlet was^), und begerten an ein rath, das man innen das
Zogeschutz, so unden im richthusz st&nd, zu banden geben
[wölt], warent 6 halbe schlengly; das ward innen geben. Do
schltiigen sy ir leger an den Kornmarckt % und hatten die vier
12. lU« Em.; md reimtiBt mui were. 16. S; nffbnekt mit speissea.
1} D. h. jede Zunft sollte darüber abstimmen,
2) Dieses Datum trägt die Urk.; s. B. Ghron. I 78,
3) Näheres hierüber s. B. Chron. I 79 ff.
4} Diese Meinimg wurde geäussert in einer Versammlung, welche die
Evangelischen am 8. Februar früh Morgens in der Barfüsserkirche hielten;
ft. ebend. S. 82,
5) D. h. 12 Bathsglieder waren als Anhänger des alten Glaubens
bekannt, und deshalb forderten die Ausschüsse der Evangelischen den
Ausschlosa der Betreffenden aus dem Rathe; s. ebend., sowie auch die
Antwort des Baths, vom 8. Febr., im St A., Deereta I 34 ff
6) Dieses Datum ist richtig für den Bildersturm; s. unten S. 116, Was
jedoch hier zunächst ersählt wird, geschah Tags zuvor, also Montags den
S. Februar; s. B. Ohron. I 85. Ueber alles, was an diesem Tage voraus-
gegangen war, 8. ebend. S. 81 ff.
7) VgL ebend. S. 85: umb die sechste stund. Um 5 Uhr wurde die
Bathssitsung, welche von Morgens 7 Uhr an gewährt hatte, aufigehoben,
ohne dasB der Rath über eine Antwort auf die Forderungen der Evange*
lischen schlüssig geworden war, und dieses war die Ursache der bewaffaeten
Erhebung; s. ebend. S. 84 ff.
8) Erst in Folge dessen, Abends spät, versammelte sich der Bath aufs
neue; s. ebend. S. 85.
9) Der jetzige Marktplatz, welcher bis 1890 nur die Hälfte seines
heutigen Umfiings hatte.
8*
116 Konrad Schnitt.
Strassen 1), so zftm Kommerckt gan, wol verwart mit iiem ge-
schütz, und warteten da mit ir macht, ob die widerparthy an
sy wett'). Aber sy namen sych ir nut an, dan sy der Sachen
sü schwach warent, wiewol sy übel zftfiriden warent.
Fein; 10 (9) Also momist an der eschenmitwüchen ') machten sy ein s
uszschutz, nämlich [uff] 400 man wol gerust, und zugent nach
mittag den nechsten uff Burg in das munster^). Und loch
meister Jacob der hencker vor innen allen ^), und zerschlügent
im munster alle bylder und altar und daffelen, und was sy
funden*), und trügentz uff den Munsterplatz, und machten 5 lo
fiir und yerbranten alle gfttzen^), [darzft ein für im chor, do
yerbranten sy ouch]^). Und das crutzsyfix, so im munster uff
dem letner stund, ward abbrechen, und zochens ein grosse sal
junger kinden uff den Kommarck und sangen den psahnmen
»in exitu Ysrahelc darzü. Das ward am Kommerck verbrant, i&
und wajrmbten sych die wechter darby^].
1 8: wartton; B: wurtcUiL 3. 8: sy buimi bj ir nut &&. Ift. S: des
psUmmen in exita ysarhal dand. Der ward.
1) Nämlich die Freie Strasse, die Oerbergasse, die Hutgasse und die
Sporrengasse. Diese Letztere, welche 1890 in Folge der Yergrössening
des Marktplatzes yersch wunden ist, reichte vom Rathause bis sur
Eisengasse.
2) VgL hierQber den Brief des Vogtes Urs Hugi von Dornach an
Solothum, Tom 9. Febr., in Eidg. Absoh. IV Ib, S. 47. — Wiewohl der
Rath in seiner bis Nachts 9 Uhr währenden Sitiung den Forderungen der
Evangelischen wenigstens theilweise willfahrte, blieben diese dennoch über
Nacht beisammen, indem sie yerschiedene in der Nähe des Marktplatses
gelegene Massenquartiere belogen; s. B. Ghron. I 85. Die Antwort des
Rathes s. im St A., Decreta I 34 ff.
3) Dieses Datum ist richtig für die nachträgliche Verbrennung der
Bilder ; s. B. Chron. I 88. Der eigentliche Bildersturm jedoch , d h. daa
hier enählte Eindringen ins Münster, erfolgte schon Dienstag« den
9. Februar; s. B. Chron. I 86 ff. und yrI. oben S. 115, A. 6.
4) VgL B. Chron. I 86. Demnach erschienen am Naohmittag des
9. Febr. auf dem Münsterplatz luerst nur 40 Mann, welche nach kursem
Besuche des Münsters sich wieder entfernten. Als ihnen jedoch am Münster-
berg eine Schaar von 200 begegnete, kehrten sie mit diesen wieder sum
Münster zurück, und nun erst beg^n die allgemeine Zerstörung der Bilder.
5) Ueber die Mitwirkung des Henkers TgL B. Chron. I 448.
6) Vgl. ebend S. 86 ff. u. 447 ff., femer Hans Stotsens Chronik Ton
Gebweiler, Ausg. von J. See, S. 46 ff.
7) Das Verbrennen folgte erst Mittwoch den 10. Februar, s. B. Chrota.
I 88 und Hans Stolts a. a. O., S. 47, und vgl. oben Anm. 3. — Ueber die
Zahl dieser Feuer auf dem Münsterplatie schwanken die sonstigen Berichte
zwischen 8 und 12; s. 6. Chron. I 88, A. 2.
8) Ueber dieses Feuer im Chor Tgl. ebend.
9) Ueber dieses Crucifix und den damit getriebenen Unfug vgL B.
i
1529. 117
Disz yeibiennen der bilder in allen kilchen weiet uff
swen tag ^) [und zwo nScht. Und zugen des ersten vom
münster darnach in all kilchen und clftster zu beden stetten,
und zersohlugents als samen].
5 [In disen dingen kämen unser eydgnossen, Zürich, Bern,
Schäffhusen, Solothurn und andere 2), und leyten sich darin.]
Do wart die sach z4 lest vertragen zwuschet dem rath und
der gemeind, nämlich: [Diewyl es allein über die götzen gangen,
8olt mans darby bliben Ion, und solt der gemeind verzychen
10 werden, und die gemeind der oberkeit wider schweren ^j, als
ouch beschach].
[CTff mentag darnach *) giengen die Eydgnossen mit sampt Febr. (is)
ettUchen der rhäten vom rhät yerordnet von zunfft zu zunfft,
und schwur die gemeind eim rhät wider ^). Doch bleib es
15 därby,] das [zu statt und land] alle bepstliche cerymonien und
b. Statt des EingekL Itat S nur: nämlich das alle bepetlielie eeiymonien und kilchen-
pmch n. B. w. 13. B n. £: ettUchen den rhiten.
Chion. I 447 u. Y 36 u. 46, ferner Hans Stoltz S. 46 ff. Laut letzterm blieb
das Kreuz über Nacht auf der Qasse liegen und wurde erst am 10. Febr.
verbrannt.
1) Vermuthlich ist hier mit »Yerbrennenc die Zerstörung überhaupt
gemeint, also das Zerschlagen vom 9. und das Verbrennen vom 10. Febr.;
vgl. B. Chron. I 86 ff., auch oben S. 116, A. 7.
2] Diese Gesandten kamen Donnerstag den 11. Februar, und zwar in
Folge eines dringenden Gesuches, das der Kath am Abend des 9. in höchster
Eile an die genannten Orte hatte abgehen lassen; s. die betr. Schreiben in
£idg. Abseh. IV Ib, S. 47 ff. — Laut B. Chron. I 89 yersammelten sich
am 11. Febr. auch die Zünfte. Während nun ebend. gesagt wird, sie hätten
auf diesen Tag die Ergänzungswahlen in den Rath getroffen, zum Ersatz
für die ausgeschlossenen Anhänger des alten Glaubens, erfolgten laut einem
amtlichen Berichte diese Wahlen in Wirklichkeit erst Freitags den 26. Febr.
i. unten S. 119, A. 8. Wohl aber mochte am 11. Februar die Wahl jener
sog. Zuboten erfolgt sein, von welchen in jeder Zunft 4 gewählt wurden,
tind die schon in der Grossrathssitzung vom 15. Febr. als Mitberathende
erscheinen; s. im St. A., Bd. St. 2a, das Protokoll vom 15. Februar, und
vgl Heufller S. 443, femer unten S. 119.
3) Dieser Vorschlag wurde Freitags den 12. Febr. Tom Grossen Rathe
angenommen; s. im St. A., Decreta I 36bff., und TgL den Brief der Bemer
Gesandten vom 13., in den Beiträgen V 311.
4} DaB hier erwähnte Schwören der einzelnen Zünfte erfolgte Sams-
tags den 13. Febr.; s. die Briefe der Bemer und Zürcher Gesandten vom
letztem Datum, in Beitr. V 311 und Eidg. Absch. IV Ib, S. 48, femer
Decreta I 39. Montags den 15. Febr. hingegen yersammelte sich wieder
der Grosse Rath und wählte einen Ausschuss von 10 Rathsgliedem imd
10 Sechsern, zur Vorberathung einer neuen Verfassung; s. im St A., Bd.
St 2 a, das Protokoll dieses Tages.
5} Die Eidesformel s. Decreta I 41.
118 Konrad SchniU.
kilchenpiuch, als mess halten und horas singen, und was mit
heiliger geschrifit nit m&cht erhalten werden, gantz und gar
abgethon, und alle bildnuss und gemeld in den kirchen ver-
wiszget, und die kilchen mit den altaren und g&tsen [363^]
gerlimbt wurden^). h
Darzü wurden ettliehe uss dem rath, so für und für dem
alten glftben anhengig gewessen, uss dem rath gethon, doch
iren eren in alweg sunst unsohedlich '] ; und so sy uss g&t-
lichem wort das ewangelium, wie das yetz geprediget, an-
nemmen, so selten sy hernach wider gepr&cht werden '). Und lo
warent disse, so usz dem rath kämmen 4):
Juncker Hennrich Meltinger, biirgermeister^).
Juncker Lutz Zeigler, oberister zunfEtmeister*), was zur
selbigen zitt in bottschaffwisz von einnem rath uszgesant
zum hertzog von Saffoy mit allen orten ^j. i»
Juncker Egly von Offenburg^).
Juncker Bemhart Meyer ^).
Frantz Ber^o).
Hansz Schaffner, genant von Brunn.
5. »worden« feUt in allen Hss. 6. B: In disen din|^ wolt ein gemeind etilieb
im rillt nit haben; wolt ein rldlt xe friden ein, to matt man vj nu dem rh&t Uiiuk.
7. S: anliennig geweieen. 8. Statt »doch iren eren« u. b. w. haben B nnd E
nur: und beeatsten dam&ch ander an ir gtatt, lau ich nmb friden willen Ire namen
bliben.
1) Diesen BeschluBs hatte der Rath schon am 10. FebT. gefasst; s. den
Brief der Beraer Gesandten vom 13. Febr., in Beitr. V 311.
2) Ihr Ausschluss erfolgte schon am Abend des 9. Febr.; s. De^eta
I 35bff.
3) Diese Zusicherung wurde schon am 9. Febr. gegeben und am 12.
durch den Grossen Bath erneuert; s. ebend.
4) Im nachfolgenden Verzeichniss fehlt Andreas Bischoff, Rathsherr
der Zunft zum Bären, der in diesem Amtsjahr dem alten Rath angehörte^
8. ebend. Bl. 36, auch B. Chron. I 82 ff.
5) Dieser hatte sich mit Egloff Offenburg schon am Abend des
8. Februar zu Schiff aus der Stadt geflüchtet; s. B. Chron. I 85, und in
Eidg. Absch. IV 1 b, S. 47, den Brief Urs Hugis an Solothum, vom 9. Febr.
6) Lukas war ein Sohn des Bürgermeisters Wilhelm Z., und in diesem
Amtsjahr Alt-Oberstzunftmeister; s. Wurstisen S. 513.
7) Ueber diese Gesandtschaft der Eidgenossen, welche im Februar zu
St. Julien mit den Bevollmächtigten Herzog Karls III Ton Savoyen wegen
Genf unterhandelte, s. Eidg. Absch. IV Ib, S. 43 ff.
8) Hans Egloff O. war ein Sohn des späteren Bürgermeisters Hen-
mann 0. und wurde bald nachher bischöflicher Vogt su Pfefflngen; s. St&dt
Urk. 1534 Juli 6 und B. Chron. V 311, A. 4, und TgL oben Anm. 5.
9] Hans Bernhard Meyer ron Baldersdorf.
10) Ueber diesen älteren Bruder des 1515 bei Marignano gefallenen
Hans Bär d. j. s. B. Biographien I 67 ff. u. 84 ff.
1529. 119
Her Hans Muiei, genant Silberberg.
Hans Obeiriet.
Lux Yssely *).
Caspar Thurnissen
5 und her Hans Stoltz.
Darnach uff donrstag naoh invocavit ') haben beyd reth, Pebr. is
nuw tind alt, sampt den sechssen imd gemeynner zunfft zü-
botten'), ein nuwe Ordnung gemacht^ wie man ratiherren,
meister und sechs furhin setzen und erkiessen solt^), [das vor
!• nie in der statt gehört was worden;] und ward darumb ein
Ordnung in alle zunfft geben b). Aber die weret nit lenger dan
bisz anno 1532 jar®), ward widerumb abgethon [und bleib (i&33)
darbj, wie von alter har gebrucht worden].
Und diewil eben yil usz dem rath, wie ietzunder gehört,
IS ouch ettliche mit tod abgangen ^j, und der nuw rath gantz
blosz und sin zal der rethen nit hatt, ward uff den frytag }^^
nach inTOcayit^) anno 1529 die stett der abgangen nach lutt
der Ordnung wider ersetzt^]. Und ward in rath gesetzt ^<^):
8. fsrnftcht fehlt in aUen Hn. 18. 8: eneU. B: gMeti.
1) Hans Lucas Iselin sasB erst seit 1528 im Rath als Meister der
SafranzunfL Er kam 1542 wieder in den Rath und starb 1560; s. Wur-
stiaen 8. 572.
2} Ueber diese Grossrathssitzung s. das Protokoll im St A., Bd. St. 2a,
auch B. Chron. I 90.
3] Ueber diese Zuboten s. oben S. 117, A. 2.
4] Diese neue Verfassung, die am 18. Febr. Tom Grossen Rathe be-
stätigt wurde, beruhte auf den Vorschlägen jenes Ausschusses der 20,
welcher am 15. hierzu war bestellt worden ; s. im Bd. St. 2 a die Protokolle
Tom 15. u. 18. Februar, und Tgl. oben S. 117, A. 3.
5) Ihren Wortlaut s. B. Chron. I 92 ff.
6) Genauer bis 1533; s. ebend. S. 98 und Tgl. Heusler S. 44.
7] Der einsige Verstorbene war Peter Ryff, der durch seinen Sohn
Fridolin ersetzt wurde; s. unten Anm. 10.
8) Statt »invocayit« (19. Februar) sollte es heissen: nach reminiscere.
Denn laut Bd. St 2 b wurden in der Grossrathssitzung Tom Donnerstag
naeh reminiscere, also am 25. Febr., diese Ergänsungswahlen auf »Freitags
den 28. Februar« gesetzt, d. h. nach richtigem Datum auf Freitag den 26.
9] D. h. nach der neuen Verfassung yom 18. Februar; s. oben Anm. 4.
10) Unter den 12 Ausgeschlossenen gehörten zunächst 4 dem »alten«,
d. h. 1527 gewähltem Rathe an und wurden schon deshalb am 19. Febr. 1529
noch nicht ersetzt. Unter den 8 übrigen, welche alle dem 1528 gewählten
»neuen« Rath angehörten, waren 1 Bürgermeister, 1 Mitglied der Hohen
Stube und 6 Vertreter der Zünfte. Nur diese letztem 6 wurden ersetzt,
und ebenso der Bürgermeister; der Vertreter der Hohen Stube hingegen
fiel Torläufig weg. Es wurden mithin von den 12 ausgeschlossenen Raths-
gliedem zunächst nur 7 ersetzt, und ihre Amtszeit währte nur vom
120 Konrad Schnitt
[364] Juncker Balthasar Hilprand^).
Her Bernhart Meyer 2).
Her Hans Rüdolff Fry 3).
Jörg Schweiger der goldschmid 4).
Ludwig Züricher^). s
Her Hans [Frtdlin] Yrmy«).
RüdolfF Schenck der yssenkremer ^j.
Hennrich Grebly der gremper.
Fridly RyfiF der weber®).
FebT. (27) Und wurden uff samstag nach invocavit^} in rath gefürt lo
6. Dm Eingekl. nur bei ErUb. S. 78.
Febr. bis Juni 1529, worauf sie dann für das folgende Amtsjahi dem »alten«
Rath angehörten und auf Johannis 1530 wieder in den »neuen« gewählt
wurden; ygl. die Rathsbesatzungen Ton 1528 u. 1530 im Schwanbudi,
Bl 16 u. 21. Von den 2 weiteren Namen, die am Schluss des vorliegenden
VerEeichnisses auf jene 7 noch folgen, wurde der eine, Fridolin Ryff, an
Stelle seines inzwischen verstorbenen Vaters Peter Ryff gewählt; s. B.
Chron. I 3 ff. u. 580 ff. Der andere hingegen, H. Orebly, gelangte erat in
den Rath bei der ordentlichen Neuwahl auf Johannis 1529, und sein Amts-
vorgänger Fridolin Grasz gehörte ebensowenig lu den Ausgeschlossenen
wie Peter Ryff. Wohl aber war Grebly neben den am 19. Febr. 1529 Ge-
wählten das einzige Mitglied jenes Verfassungsausschusses vom 15. Febr.,
welches ebenfalls in diesem Entsoheidungsjahre in den Rath gelangte.
1) Er war Mitglied der Hohen Stube und wurde Oberstzunftmeister, als
Ersatz für Jakob Meyer zum Hirzen, welcher an Stelle des ausgeschlossenen
H. Meltinger nun Bürgermeister wurde; s. die Rathsbesatzungen von 1528
u. 1530, auch B. Chron. V 314.
2] lieber ihn s. oben S. 32 A. 1. Er wurde Rathsherr der Schlüssel-
zunft an Stelle seines Schwagers Franz Bär, dessen Stiefschwester Helena
er ziir Frau hatte; s. B. Biographien I 82.
3) Er wurde Zunftmeister zum Schlüssel an Stelle Hans Schaffners
gen. von Brunn.
4) Er wurde Rathsherr der Bärenzunft an Stelle Hans Murers gen.
Silberberg, scheint jedoch bald nachher gestorben zu sein, da er schon in
der Rathsbesatzung von 1530 nicht mehr erscheint.
5) Dieser, der schon früher als Zunftmeiser zur Gelten im Rathe ge-
sessen, wurde jetzt Rathsherr dieser Zunft an Stelle von Hans Stoltz.
6) Ein Sohn Balthasars und Enkel des 1487 verst Rathsherm Hans
Irmy; über ihn s. B. Biographien I 42 ff. Er wurde Zunftmeister zum Safran
an Stelle von Hans Lukas Iselin.
7) Dieser wurde Rathsherr der Sohmiedenzunft an Stelle von Kaspar
Thurneisen. Neben dem Oberstzunftmeister Hiltprand ist er unter den Neu-
gewählten der einsige, der nicht schon dem am 15. Febr. ernannten Ver-
fassungsaussohuss angehört hatte.
8) Ueber Grebly und Ryff s. oben S. 119, A. 10.
9) Sollte heissen: nach reminiscere (27. Febr.); vgl oben S. 119, A. 8.
1629. 121
[SB] Wie sich die thumbheiTen und caplanen in disen
dingen hielten.
Nach dissei endening der kilchen [als die götsen gestürmpt
wurden] zügent die thünibheren uff Burg [all butz an herr Siff-
imund von I^rt]^) mit vil capplannen usz {riem willen, un-
zwungen und untrungen, hinweg gon Friburg^); do richteten
Bj ir stiffb und wessen uff wie xh Basel. Doch so blipen
etliche capplannen by der stat, und verglichent sich mit innen
und wurden verpensiniert. [Deszglichen zugen ouch ettliche
\^stiffiherren und caplanen zu sant Peter hinweg^ und bliben ett-
liche in der etat.
[SB] Wie die closterlüt gehalten wurden.
Vor disser enderung der kilchen schickt ein ersamer rath
zu Basel in alle frouwen- und manscloster, und gab innen ein
15 wal uff 3): Wer da wolt, der mocht iry onne alle entgeltnusz
usz dem closter gan; darzü wolt man yedem syn inbracht gut
widerumb heruszgeben. Da giengen vil &ouwen und man usz
den closteren und vereelichent sich.
Nach disser enderung der kilchen wurden alle mans- und
2u frouwencloster uffgethon, der gestalt das sy* ire cleider und
orden und Statuten verlassen müsten, und müsten weltliche
kleider anlegen und herusz an die predig gan^). Doch zwang
man niemand gar usz dem closter zti gan, es were dan sin
gutter wil ^). Wer aber freys willens herusz wolt gan, dem
2sgab man sin inbracht gut, und sin leben lang ein [364^] lib-
ding, und liesz in faren. Do giengen man und frouwen fil
herusz und griffen zu der ee®).
4. Dm EiBgeU. ftber 8. t. Pflrt nur bei Eitzb. ($. 8: imxinuuieD. 7. 8: ttiff.
9. Dm Eiagekl. ftber St Peter nu in K 13. Diesen Abichniti bie »Tereelichetent
sieh« lut einzig S.
1) £r nahm, wiewohl Dompropsti die Beformation an. Ueber ihn a*
Wuntisens Betchreibung des Münaters, in Beitr. XII459 .lu 51 2 ff. Ferner
s. seine Eheabrede in St&dt. Urk. 1539 Juli 14.
2} Nach Freiburg. i. B.
3) Dies geschah schon 1525, s. die Mandate vom 13. Febr. u. 26. Sept.
d. J., im Bd. Decreta I 2 u. 7, femer B. Chron. I 388 ff., 399 ff. u. 439, sowie
auch MiUheilungen d. B. Antiquar. Gesellschaft VI 15ff. u. YIU 32 ff.
4) Ueber die Schritte, welche der Rath im M&rs 1529 eu diesem
Zwecke that, s. B. Chron. I 448ff:
5) Aus dem Kloster Eüngenthal ging die letzte Nonne erst 1557,
and in der Karthause starb der letzte Mönch 1564; s. Mittheilungen VIII 33
a. B. Chron. I 530.
6} Einige Beispiele s. Stadt. Urk. 1537 April 20 u. Dec 28, ferner in
den Mittheüungen a. a. O.
122 Konrad Schnitt
[SB] Wie man mit dem kilchengut gebandlet.
15^ Uff fritag vor Nicolay^) anno 1529 fieng man zu den
Augustineren vü dem ersten mal an, die oxnatten und kilchen-
sierd veikoufFen^); welliches darnach in allen kilchen besehach.
Und waa darun erlöst ward, das gab man dem almüssen und &
wart den armen mitteilt
[B] Was nach disen dingen im rhät erkant wart
D«cl*i2 [219^] Uff mentag vor Lucie anno 1530 wart von eim
eersamen rhät erkent und geordnet ein christenlioher bann^).
Nämlich wurden darzu verordnet uff Burg, sanct Lienhard, lo
sanct Peter, sanct Theodor über Byn*), von y^klichem ort
zwen vom rhät, einer von der gemeind^), das die selten in
erfarung haben, welcher in lästern leg, es wer im eebruch,
hury, spilen, suffen und derglichen, solt durch iren einen von
[220] disen beschickt imd gewarnet werden, dar von abzestän. is
Thet ers nit, solt er dann für die dry beschickt werden; hülff
dann das selbig euch nit, solt er dann dem lütpriester in der
kilchen angezeigt werden, das er yn verbaute öffentlich*).
Kurtze zitt darnach wart der bann euch mit denen an
dhand genomen', die nit zum tisch gottes giengen^). Woltsc»
einer nit zugon, ward er zum ersten gewarnet, und darnach
must er des banns uff der cantzel erwarten oder must hin und
hinweg ziechen.
2. B: Uff sMDttag Tor pfingston.
1) Das Datum »samstag vor pfingsten« (15. Mai 1529), wie die Hss.
B. u. E. haben, finde ich nirgends bestätigt. Mit dem Datum des Textes
hingegen stimmt B. Chron. I 106 ff.
2) Vgl. ebend. S. 107.
3) Die betr. Verordnung trägt das Datum von Mittwoch dem 14. Dec.;
8. Decreta I 64 ff. Immerhin mag das Datum im Texte, das Eum 12. Dec.
stimmt, den Tag der Rathssitzung bezeichnen, wo diese Verordnung be-
schlossen wurde. — Kuri vorher, am 16. Nov., hatten sich in Basel die
evangelischen Orte über gleicharmige Einrichtung des Kirehenbannes be-
berathen, jedoch ohne Erfolg; s. Eidg. Abseh. IV Ib, S. 839k.
4) Nämlich in den 4 Kirchgemeinden, wie sie für die Stadt durch
die gedruckte Reformationsordnung vom 1. April 1529 festgesetzt waren.
Ein Exemplar dieser letzteren s. im Bd. Decreta I 42 ff.
6) Das Verzeichniss der ersten 12 Bannherren s. ebend. Bi 70^.
6) D. h. er sollte unter öffentlicher Bekanntmachung vom Abendmahl
ausgeschlossen werden. Doch wurde die Veröffentlichung, d. h. der An-
schlag des Namens an der Kirchthüre, schon 1531 wieder abgesehafit; s.
Hersog, Leben Oekolampads II 20 5 ff.
7) Die betreffende Verordnung, vom 23. April 1531, s. bei Th. Burok-
haidt-Biedermann, Bonifacius Amerbach und die Reformation, S. 375 ff.
1529—1531. 1525. 123
[B] Von dem eegericht.
In diser zitt nam ouch ein statt ann dhand das eegericht^),
und besätet das mit zweyen vom rhät^j, zweien von predi-
canten, zweyen von dei gemeind'), und verhörten die eesachen.
5 Und welcher teil under den eelüten eebrüchig befunden, wur-
den gescheiden, und zu zitten dem unschuldigen erloubt, sich
wider zu verelichen und ann dhand ze nemmen.
[B] Von pürischer emp5rung und uffrur.
Anno 1525 erhüben sich allenthalben in Tütscher nation i52ft
10 die underthanen wider ire oberkeiten, als nämlich die in der
Marggräffschafft ^) wider iren herren marggräff Ernsten von
lUtelen^), und namen im yn sine schlosz, Rfitelen*) und andere
flecken. Deszglichen die im Fricktal und Melybach^) namen
dem commenthür von Bütken das husz Biitken yn^) und
15 [220^] verganten alles, das do was. Deszglichen erhüben sich
die im Sundtgäw mit grosser macht wider das regiment zu
Ensiszheim, und zerbrächen yil clfister. Deszglichen des
bischofEs von Str&szburg volck^), deszglichen des bischoffs von
Basel volck im Louffental und sunst^^), und zerstörten alle
1] Eine vollständige Ehegerichtsordnung wurde iwar erst am 27. Okt.
1533 erlassen. Jedoch wurde das Ehegerieht in seiner hier folgenden
Zasanunensetiung schon durch die Reformationsordnung vom 1. April 1529
vorgesehen; s. Eechtsquellen von Basel I 261 ff.
2) ffier ist der jeweilige Alt-Oberstzunftmeister vergessen, der den
Vorntjs Bu führen hatte; s. ebend. S. 262.
3) D. h. 2 Mitglieder des Grossen Raths ; s. ebend.
4) D. h. in der obem Markgrafschaft Baden, noch jetzt »Markgrafen-
land« genannt, welche die 4 Herrschaften Hochberg, Röteln, Sausenberg
und Badenweiler umfasste.
5) Markgraf Ernst von Baden, der Begründer der Durlacher Linie,
residierte gewöhnlich auf Hochberg; »von Röteln« heisst er hier nur als
Erbe der schon 1503 erloschenen Linie Hochberg-Röteln.
6) Diese Burg besetzten die Aufständischen Anfangs Mai; s. B. Chron.
I 49 u. Wurstisen S. 550, femer den Brief vom 16. Mai 1525 bei Schreiber,
Urkunden z. Bauernkrieg, 241.
7] Das Thal des Mölinbaches, zwischen Rheinfelden und dem Frickthal»
8) Diese Verheerung des Deutschordenshauses Beuggen erfolgte Anfangs
Mai. Ueber den damaligen Gomthnr Ludwig von Reischach, der als An-
hänger der Reformation sieh bald nachher verheirathete, in Basel 1529
das Bürgerrecht erwarb und 1564 starb, s. Klentschi u. Zeller, Das Deutsch-
ordenshaus Beuggen, S. 42 ff., femer Oeffnungsb. VII 236 u. Tonjola S. 20.
9) Ueber den Aufstand im Elsass s. Hans Stoltzens Chronik von
Oebweiler, Ausg. von J. See, S. 25 ff., auch Wurstisen S. 548 ff. u. B.
Chron. I 48ff.
10) Vgl. B. Chron. I 52. — Basel vermittelte zwischen Bischof Christoff
124 Konrad Schnitt
mans- und fiowencl&ster uff dem land, zerrissen und yerbianten
die b&cher in den kilchen, deszglichen alle zinsziegiestei und
uibei, die inen werden mochten.
Disz geschach nit aliein an gemelten orten, sonder in
aller Tütscher nation. Des rufit der bischoff von Sträszburg <) ^
den hertzogen von Lutringen an. Der schickt im^) harusz
4000 landsknechty 3000 pferd; die griffen die puren zu Zaberen
an, was des bischoffs, und schlugen ir by den 20 000 ze tod').
Dan ynen vil buren zuzogen wären und verliessen sich vast
uff sy; dann sy hiessen der hell huffen. lo
Also usz diser Schlacht entstund, das die anderen ent-
b&rten puren usz diser niderlegy demfltig wurden. Dann
solche niderlegi dermftsz erschall, das sy schrecken darab
empflengen ; wiewol sy nit allein an disem ort gelitten hatten,
sonder an vil orten, das man worlich gerechnet hat in diser is
purenempörung, die nit über ein jär geweret hat, das ob
100 000 puren erschlagen worden sind, und deren, die sy er-
schlagen band, wenig umkommen. Sy haben ouch nächmäls
alles, das sy zerbrochen, verbrent und zerteilt hand, es syge
wenig oder vil, den geistlichen und weltlichen thür müssen»
bezalen; desz sich ein grosse mächtige summ gelüffen in disen
landen^). Und darzu der anfanger vil gewichen [221] und,
wo sy ergriffen wurden, vil gerichtet, alle, die do rhät und
thät darzu geben betten. Dann entlich ir fürnemen was, kein
oberkeit zu haben, und weder zinsz, zechenden, stür, noch 25
gewerff, noch anders nit ze geben; weiten ouch die stett und
Schlösser nit beschlossen haben, sonder alles offen zu sin.
[SB] Empörung der landtschafften, so der statt Basel
angehörig.
1^^ [370] Anno 1525 [am meytag brächen uff deren von Baseiso
April 2» underthänen ^). Also] uff samstag vor dem meytag vemamen
▼on Utenheim und seinen Unterthaoen einen Vergleich; s. Stadt. Urk. 1525
Mai 26.
1) Wilhelm von Hohnstein.
2) Henog Anton von Lothringen führte selber dieses Heer ins Elsass*
3) Ueber dieses Blutbad , das am 17. Mai nach der Uebe^abe yon
Zabern erfolgte, vgl. B. Chron. I 49, auch Hartfelder, Zur Gesch. d. Bauern-
krieges, S. 130ff.
. 4) Vgl. B. Chron. I 53.
5) An diesem Tage kam ein Haufe junger Burschen, welche Tags
lUYor das Kloster Olsberg geplündert hatten, nach Liestal, plünderten den
dortigen Pfrundkeller des Basler Domstifts und beriefen auf den folgenden
Tag (2. Mai) eine Landsgemeinde. Ueber diesen Aufstand s. den Bericht
1525. 125
die von Basel, wie irre underthonen ouoh unriiwig werent und
wolten uffbrechen ^]. Des ordnet ein ersamer rath zu Basel
her Adelberg Meyer burgermeister und her Hansen Graffen
und Caspar Kochen den maller, Hans Bratteler pannerher, die
^solten von stund an in alle empter ritten und vememmen,
was innen angelegen were ^). Und als sy den selbigen tag mü (2)
venitten ^) und die nacht gon Liechstal kamen, do kamen [die
selbe nacht] die bauren von allen empteren, jung und alt, gon
Liechstal, und mantent einanderen by Verbrennung der husseren,
10 und gaben für, es were der oberkeyt befelch; domit [370^]
wurden sy all uffbracht.
Also momest am tag^) liessent die rathsbotten die under-iui(3)
thannen all berüffen^) und zeigten inen allen sampt und son-
ders iren befelch von einnem ersamen rath an, und erzalten
i& inen , worumb sy vü innen verordnet werent: Wie das einer
oberkeit furkommen, wie das sy etwas anligen gegen der
oberkeyt betten; das wolt ein rath von innen vernommen.
Diewil sy aber gon Liechstal kommen, do betten sy jung und
alt hie funden. Darab sy ein grosz beduren trf^ent, das sy
«) also ir oberkeyt hindan satzten, und nit bedencktent die vil-
faltigen gütthit, so innen ein ersamer rath vü dem dickeren
mal gethon und bewissen bette, alsz nemlich zft vil mallen in
branden, in kriegen und thurinen, in lichung gelt und kom ^)
und anders, so innen biszhar beschechen were und, ob gott
35 wil, furterhin beschechen solt. Mit bit und beger, sampt und
sonders wider heim vü ziechen, so wet man ire beschwerden
vememmen und demnach einnem ersamen rath anzeigen; die
wurden innen darin nach aller billykeit begegnen.
4. »Hau Bntt«ler pumerlMrc nur alt Zuatx un Buide, mit bllMerer Tinte. Ifi. 8 :
da« ein obtrkait ftarkomman. 20. S: nit bedaektent.
des damaligen Bathsehreibers H. Ryhiner, in der Hs. 0 9 der Vaterlftnd.
Bibliothek, und ygL Paul Burckhardt, Die Politik der Stadt Basel im
Bauernkrieg yon 1525 (Basier Dissertation 1896) 8. 15 ff.
1) Auf diese erste Nachricht yon der Gährung beschloss der Bath
sogleieh am 29. April, es seien Ausschüsse der Landleute, nftmlich 4 yon
jedem Dorfe, auf den 3. Mai nach Sissach zu berufen; s. P. Burckhardt
a. a. O.
2) Die hier genannten 3 Ratheherren wurden erst am 2. Mai ab-
gesandt, um die auf den 3. angesagte Versammlung der Ausschüsse lu
besuchen; s. ehend. 8. 16.
3) Nfimlioh am 2. Mai; s. die yorige Anm.
4) Also am 3. Mai; s. oben Anm. 2.
5) Ueber diese Verhandlung yom 3. Mai ygl. P. Burckhardt 8. 31 ff.
6} Letsteres war noch im Januar d. J. geschehen; s. ebend. 8. 32, A. 1.
126 Konrad Schnitt
Also nach allei eizellung verliessen sj die botschafft, und
gaben innen kein antwuit uff iren fuitiag und begeren. Und
liessen ein trochne trommen^] umbsohlagen, und butten yon
stund an menglichen für das ober thor uff das weit feld, tind
schwüren do erst den eyd zusammen und berietten sich, was sy »
der bottschafft für ein antwurt geben weiten. Und was die
antwurt: das sy nach dem ymbismal ir besohwerd und anligen
der botschaff uberantwurten weiten.
[Also sugen sy wider zu Lyeohtstal yn, imd zöigten der
bottschafft das an.] Darby es die hotten blipen liessen und lu
wolten [371] des erwarten. Und do es in allem ymbismal
was, schlüigen sy mit einer trochnen trommen in der stat
Liechstal umb, und ermanten alle die, so vor dem oberen
[thor] geschworen hatten, das sy by dem selbigen eyd von
stund an zft dem underen thor usz ^ der stat Basel zu siechen i&
selten ; und liessen die bottschaff on ein antwurt. Also
schickten die betten einnen soldner, Uolrioh Wiglin^), ylentz
in die stat Basel; wellicher z&m oberthor hinusz ritte und by
FuUystorff am berg herumb^), das er Tor den buren in die
statt kam. Also ward ein stat Basel by gütter zitt gewamet, 20
und schlt^ent alle thor z&, und z&gent die burger alle in
harnisch^).
Also kämmen die bauren bisz zu dem cappelin vor
Eschamerthor^j, und als die stat verschlossen, zügent sy zer-
strouwt gen Muttentz; da blipen sy über nacht. Es luffen^s
euch yil bauren für die stat und meinten, die thor weren
offen. Deshalb die burger in der statt vermeinten: man solte
sy usz der stat lassen, so wolten sy die buren angriffen und
mit innen schlachen. Das weit ein rath nit gestatten, wolt
euch keineswegs lossen under sy schiessen ^); [dann man vilsd
hett m&gen umbringen.]
24. 8: EMhaiauUior.
1) Trocken, d. h. ohne Pfeifenbegleitung.
2) Sptäter wurde er städtischer Marchstaller,. s. unten die Meyerisehe
Familienchronik, s. J. 1537.
3) D. h. Ton Fülinsdorf nach Äugst, und Ton dort durch die Hardt
nach Basel.
4) Vgl. B. Chron. I 51.
5) Ueber diese Kapelle, an der Stelle des jetsigen St. Jakobdenkmals,
s. ebend. IV 177, A. U.
6) Im Oegentheil versuchte der Rath, mit den Aufständischen lu unter-
handeln, doch vorläufig ohne Erfolg ; s. P. Burckhardt S. 34.
1525. 127
Dan es hatt her Steffan St&r^), der ein lippriester zA
Idechstal was gewessen und euch mit den bauren soch^), ein
biieff by Fetter Dischmacher von liechstal in die stat ett-
liehen bürgeren sriigeschickt ^j, darin sü verstan geben, das sy
5 uff die seyt also kommen weiten« Ouch hatte er die banren
▼erwent, sy wurden die thor offen finden. Es was der pauren
meinnung, so sy in die stat kommen weren, weiten sy die
dosier und pfaffen geplunderet haben ^) und darnaoh an etliche
burger geratten sin.
to Es was ouch ein pfaff zu Buss^), hiesz her [371^] Matheus
Empsser, der hatt den bauren die Torgeschribnen artickel der
pauren*] usz dem Schwabenland bracht. Doch so hatten die
pauren mer artickel darzü gesetzt, als mit dem saltzkouff und
anderem ^). Disses pfaffen handgeschrifft lit hinder einnem
i5rath zu Basel ^.
In sollichem kamen uff dissen tag die von Zürich, [Bern]
SoUutum, Schoffhussen ylentz geritten ^). Den was der handel
in truwen leid, und ritten noch die nacht zu der stat hinusz
z& den bauren gon Müittentz und retten dermassen mit innen,
2» das sy momyst frü all hin und enweg und heim z&gent ^^). (Mai 4)
13. 8: dvzfi gesetz. 18. S: ritten nach die nach.
1) Ueber ihn 8. P. Burckhardt S. 13 ff. u. 66 ff.
2) Stör sog am 3. Mai niobt mit, sondern blieb in Liestal; s. ebend.
S. 33 u. 36.
3] Ueber Störa Brief an die Zünfte 8. ebend. S. 20 ff. Ueber Feter
'nschmaeher 8. eine Kundschaft in Stadt. Urk. 1526 Febr. 3.
4) An den Klöstern der Landschaft führten sie diese Absicht aus; 8.
B. Chron. I 51.
5) Buus, Ffarrdorf südöstlich Ton Sissach.
6) In der Hs. gehen BL 366 b ff. die bekannten 12 Artikel der auf-
ständischen Bauern im AUg&u voraus; ygl. oben S. 100, A. 3, und unten die
Anonyme Chronik bei Schnitt, z. J, 1525. In B. u. E. iehlt die betr. Stelle
aber M. Empser und die 12 Artikel gfinzlieh.
7) S. die Fordenmgen der einzelnen Aemter, bei F. Burckhardt 6. 44 ff.
8) Dieses Schriftstück ist im St. Archiv nicht mehr zu finden.
9) Am 3. Mai traf in Basel einzig von Solothum eine Gesandtschaft
ein, und zwar wegen andrer Geach&fte, und erst am 8. tagten zu Liestal
die Gesandten der hier erwfihnten Orte, ausgenommen von Schafihausen.
Die Nennung letztem Orts scheint auf Verwechslung zu beruhen mit jenem
Tage, welcher zu Basel am 4. Juli d. J. zur Vermittlung zwischen den
Els&sser Bauern und ihrer Herrschaft gehalten wurde. Vgl. F. Burckhardt
S. 35, 40 u. 93 ff., femer B. Chron. I 53.
10) Sie zogen am 4. Mai nur bis Liestal , und erst am Abend des 5.,
auf ein Schreiben des Rathes hin, lösten sie sich auf; s. F. Burckhardt S. 36.
128 Konrad Schnitt
Doch machten sy ein ussschutz von innen, der mit der ober-
keit handien solt^).
In dissen dingen griff ein rath darin, und leitten zä Basel
und Liechstal vil gefangen und handletten ruch mit innen 2).
Aber der pfaff Steffan St&r, der entran'). Und im fliechen &
entpfiel im sin barett vom houpt, darin waa der pauren artickel-
brieff; der ward der oberkeyt uberantwurt ^).
In dissen dingen bewilget ein oberkeit den Eydtgnossen
gütlich zu handien ^}. Und nachdem etliche tag gehandlet,
ward die sach gericht und vertragen *) onne alles blütvergiessen, lo
und wart menglichem vendgen, onne allein dem pf äffen "j.
Und ward den pauren milterung in vil stucken gethon^), das
es an jerlieher nutzung dem gemeinnen gut ob 300 Ib. ab-
gieng. Und schwürent die pauren wider, und wurden vertr^
darumb u%ericht*). u
In disser zit wurden alle thor zftthan, und nit mer dan
dry thor an beiden stetten offen, und grosse h&t, [372] und
all glocken abgestelt zu lütten, den allein die ratzglooken;
weret by 14 tagen ^% Den ein rat sich nit allein for den
pauren, sonder euch vor etlichen bürgeren forchten müst^^), i»
wiewol der argwon grosser den die sach an ir selbs was. Das
thetten die zweyerlein glüiben.
1532 In dem jar als man zalt 1532 kamen die vorbemelten
empter, die sich wider ein stat Basel gesetzt, brochten die
10. 8: dl» iMh g«rie]L 21. 8: «n ir mIIm war. . 24. 8: geMti, tooekton
die Tertregsbrieffk
1) Das Schreiben dieses Ausschusses an den Rath s. P. Burekhardt S. 37.
2) Vgl B. Chron. I 52 u. 397, auch F. Burekhardt S. 29 ff. u. 54.
3) Vgl. P. Burekhardt S. 36 u. B. Chron. I 394.
4) Dieses Schriftstück scheint verloren su sein.
5) Sie nahmen am 8. Mai zu Liestal die Forderungen der einseinen
Aemter entgegen und machten VermittlungsyorschUge; s. Eidg. Absch.IV la,
S. 641 ff., und TgL F. Burekhardt S. 38 u. 40 ff.
6) Auf die Vermittlungsvorschlftge vom 8. Mai folgten bis lum 29.
lange Verhandlungen zwischen dem Rath und den Ausschüssen; s. ebend.
S. 52 ff.
7) Ueber weitere Ausnahmen neben dem flüchtigen Stör, und über
die Art, wie die Amnestie nachher gehalten wurde, s. ebend. S. 58 u. 69 ff.
8) Doch gingen die Zugestftndnisse des Raths hierin nicht so weit wie
die Vermittlungsyorschläge der eidgenössischen Boten; ygL ebend. S. 47ff.
u. 52 ff.
9) Die Freibriefe für die einzekien Aemter s. Stadt Urk. 1525 Mai 30
bis Juni 2. Femer s. F. Burekhardt S. 57 ff.
10) S. B. Chron. I 395 ff.
11) Vgl. ebend. S. 393 ff. u. F. Burekhardt S. 24 ff.
1526. 129
rertragsbrieff und uberantwurtten die eiimem ersamen lath und
hatten umb gnad und Teizeichung, und m&chten wol erkennen,
das nndeithonnen nit also gegen iien obeien stan selten ^).
Also wurden die brieff zu banden genommen, und wart alles,
i§o innen vormals nacbgelassen, wider abtbon^); und blipen by
dem, das sy von alter bar zu tbün schuldig warent.
[SB] Von einer sect, genant die Widert&iffer.
[372^] Anno 1526 hat die sect der Widertouffer ange- »26
ÜELngen'}. und sind das die ersten anfenger gewessen: Thomas
10 Mtintzer hat in Döringen und Saxen angehept, zu Zürich Felix
Mantz und Conradus Grebel, Lorentz Höchrutner, Blaurock*),
der Schwitzer ^], Hans Pfister Meyer z& Arouw*), doctor Bal-
dasar von Waltzhfit^), Jacob Kutz von Wurms, Johannes
Denck^), Ludowicus Hetzer^), Nicolaus Frey von Straszburg i<^),
15 Meilcher Hoffman. Disse und noch vil mer haben mit iren
wunderbarlichen und seltzsamen artickel, darvon vil bücher z&
schriben weren, vil armer &omer einfaltiger lütten verfürt,
und die den tod williglich gelitten hand^^).
8—18. Statt diases Absehnltt« haben B und B nur: Anno 1527 eThabm rieh in ril
landen Tüteeher nation tU toIcI^ die man nampt die Widert&iffer.
1) Diese scheinbar freiwillige Unterwerfung der einzelnen Aemter, bei
welcher die Landvögte für die Unterthanen das Wort führten, erfolgte vom
10. Februar bis 3. AprU d. J., und einzig im Dorfe Muttenz, das sich
zuletzt unterwarf, protestierten 19 Bauern gegen die Rüekgabe des Frei-
briefes; 8. Schwarzbuch BL 23^ ff.
2] Doch blieben einige Erleichterungen bestehen, wie z. B. die Ab-
schaffung des sog. Ettersehntens auf Gemüse; s. ebend. Bl. 24.
3) 1526 erliess in Basel der Rath gegen die Wiedertäufer die ersten
Verbote; s. Faul Burokhardt, >Die Basler T&ufer, S. 16.
4) Georg Blaurock, ein gewesener Mönch aus Graubünden; s. ebend.
S. 48 u. StSbelin, Huldr. Zwingli I 471.
5) Fridolin Abyberg von Schwyz wurde 1526 in Basel eingekerkert
and nachher yerbannt; s. F. Burckhardt S. 15.
6) Sowohl dieser als alle Obgenannten hielten sich zeitweise auch in
Basel auf; s. ebend. S. 13 ff.
7) Balthasar Hubmaier war nicht von Waldshut gebürtig, aber bis
1525 dort Ffarrer.
8) Dieser kam nach Basel 1527 und starb hier im Nov. 1529 an der
Pest; s. Anshekn V 75, und vgl. F. Burckhardt S. 18 ff:
9) Er wurde 1529 zu Constanz wegenBigamie enthauptet ; s. AnshelmV75.
10) Vermuthlich einer jener Verbannten aus Strassburg, welche im
Januar 1527 nach Basel kamen; s. F. Burckhardt S. 18.
11) In Zürich fand die erste Hinrichtung eines Täufers 1527 statt, in
Basel im Januar 1530, und einige weitere noch 1531; s. ehend. S. 37 ff.
u. 122 ff;
Baaler Chroniken. YI. 9
130 Konrad Schnitt
Sy verwaxffen den kindertouff und vermeinten, man soll
nieman touffen, er kund denn den glüben selbe bekennen.
Sy hielten euch, das alle ding gemein sin selten, es were
Hb oder gut, desglichen wiber.
Sy hielten, es mocht kein oberer ein Crist sin, man solt &
ouch kein zinss noch zechenden geben.
Sy weiten sych gegen niemant weren; darumb sy ouch
kein tegen noch gewer trügent
[Sy weiten kein statt noch schlosz beschlossen han, sonder
alles offen, und weiten ouch wider nieman sin; und gott derio
herr wer der allmechtig, der sy wol schützen und schirmen
k&ndt.]
[Etlich hielten: dwyl Christus gnug für uns thon hett,
d&rfften wir darumb niits thun, dann das dem lyb wol thät.]
Etliche hielten Cristum für ein prophetten und nit für u
gott, und glüibten, der tuffel wurd [ouch] sellig.
[Etlich hielten: das rych der himeln wer beschlossen.
Darumb schieden sy sich von iren wyberen und horten uff ze
arbeiten, warteten des jüngsten gerichts.]
luo [In diser zit, anno 1530, wart ein Töiffer, genant Conrad»
In Gassen by Hellprunn, zu Basel verbrent^). Der hielt luid
gloubt nit, djM Christus Hjesus unser einiger seligmacher wer
und erlöser, noch gott imd mensch gewesen. Er hielt uff
betten nüt, und wann man zu im sprach, Christus hett doch
gebettet am Oelberg, seyt er : wers geh&rt hett, die junger s
hetten geschloffen. Gloubt ouch nit, das die junck&ow Maria,
die muter gottes, Christum Hjesum under irem hertzen ge-
tragen hat.]
(1583) [373] Es lag ein £rouw zu Basel uff Spalenthor >) gefangen,
was einnes zimlichen alters, und was der heren libeigen, so
hiesz mfttter Gyssin, was von Gelterkingen, was ouch ein
Widertoufferyn 3) ; die wolt in 14 tagen weder essen noch
trincken. Und wann man sy fraget, warumb sy nit esz oder
trunck, diewil doch gott alle ding dem menschen z& gut und
7. 8 : gegen niemant werent
1) Ueber ihn 8« Näheres unten im Anonymus bei Schnitt, i. J. 1530.
Das Folgende beruht auf seinem Verhör; s. im St. A., Criminalakten I G 1.
2) Auf dem innem Spalenthor.
3) Anna Gysin^ welche 1531 war geschwemmt worden, lag gefangen vom
Frühjahr 1532 bis Man 1533; s. P. Burokhardt S. 42 u. 45, femer Wodien-
ausgabenb. 1533 S. 415 ff., z. 22. Mftrz. Laut letsterer Quelle war sie Ton
Sissaoh. Ueber 2 andere gefangene Wiedertäufer s. ebend. S. 413 u. 415.
1528. 131
dammb erschaffen , das mans mit dancksagung niessen soll,
sprach sy: gott der her kunt sy wol speissen; starb also am
15. tag im keffy, ungessen und untrunoken ^).
Sy wellend ouoh kein eyd schweren, und wan man sy
&yon stat und land weist, so sprechen sy: das ertderich das sy
des henen, und weichen nit.
[Die und derglychen mann und frowen, die soUichs uss
einfisdt theten und meinten gott dem herren zu dienen, deren
wurden vil abgethon, ertrenckt oder sust gerichtet Wann es
10 dann kam ziun end, giengen sy &&lich in dott und lobten
gott, das die stund komen wer^)].
[B] Zu welcher sitt die von Bern das evangelion an-
genommen').
[223^] Anno 1528 im hornung, als die von Bern das »28
16 evangelion angenommen hatten, die mess und alle ceremonien,
wie die von alter har gebruoht woren, alles dannen thon und
sich vereinbaret mit irer landschafil, darby ze bliben, des
wurden dacemal die von Hinderlappen und Sewen^) funden,
das sy nit weiten annemmen, von der mesz noch eerimonien
20 nit ston, triben vil b&ser reden ^j. Des wurden die von Bern
verursacht und zugen usz mit irem paner und macht gon
Hinderlappen und Sewen*); dann die zu Hinderlappen und
Sewen waren ouch gerüst. Also wurden sy gestrafft von iren
herren von Bem^).
2. 8: in 15. tag; B n. B: un 15. tag. 4. Dae Folgende nnr In 8.
1) Nachdem sie 10 Tage nichts genossen, wurde sie aus dem Oefäng-
niss in den Spital Terbracht, wo sie bald starb; s. Qast, De anabaptismi
exordio S. 277. Ihr Tod scheint noch vor dem 22. Man erfolgt su sein;
8. Wochenausg. S. 416.
2) Vgl P. Borckhardt S. 121 ff.
3) Statt dieses Abschnitts hat S. nur den Bericht der Augsburger
Weltchronik über die Bemer Reformation.
4) D. h. die Leute su Interlaken und an den beiden Seen. In Folge
der Reformation hatte das dortige Chorherrenstift sein Gebiet, welches
ausser Lauterbrunnen und Grindelwald auch theilweise die Ufer des Thuner-
und Briensersees umfasste, im M&rs d. J. an Bern abgetreten; s. Ans-
hekn V 259 £
5) Nachdem ein erster Aufstand im FrOhjahr durch Unterhandlungen
war beigelegt worden, brach im September 1528 ein neuer aus, der sich
über einen grossen Theil des Oberlandes Terbreitete ; s. ebend. S. 296 ff.
6) Ueber diesen Zug, welcher Ende October erfolgte, s. ebend. S. 303ff.
7) Ueber die Unterwerfung s. ebend. S. 311 ff.
132 Konrad Schnitt
[BE] Von einem grossen Birsseck.
jud^H [^^^] Mentags den 14. tag biächmonats anno 1529, uff die
9. stund vor mittag, ward der Birszeok ^) das wasser an Steinen
so grosz, das alle hüser an Steinen, am Birsseck gelegen und
dargegenüber, euch das closter an Steinen, alle im wasser s
stunden. Das selbig wasser liiff 2um Eselthümlin^) harin,
ouch durch das Barfüszercloster, und liiff die Gerwergassen
für den SchnabeP) ab, gegen dem Kornmercktbrunnen zu^),
und hinder der Schäl ^) durch die hüser, und bim Imbergäszlin
die gassen durch, den Fischmerckt durchnider *), bim Blumen ^j lo
und by der Cronen ^} abhin in Byn. Und was von hxiseren
was zu beiden sitten*), yom Eselthürnlin durchnider, am
Kornmerckt und am Fischmerckt, bisz in Ryn, was alles gar-
1 B V. E: MentagB den Xm tag.
1) Ueber diese Ueberschwemmung durch den Birsig ygl. B. Chron. I
102 ff. u. 485, femer unten Beilage III, auch den Anonymus bei Schnitt u.
denjenigen bei Ertzberg, s. J. 1529.
2) Das Eselthörlein war ein Durchgang durch die innere Stadtmauer,
neben dem jetiigen Stadtcasino, zur Verbindimg der innem Stadt mit der
Steinenvorstadt. Neben diesem Durchgang stand ein halbrunder Thurm,
das Eselthürmlein, und daneben floss der Birsig in die Stadt durch das
sog. Wasserthor; s. Fechters Top. S. 99.
3) Dieses Gasthaus, jetzt Gerbergasse No. 16, lag gegenüber dem
Kaufhaus (jetzt Fostgebäude).
4) Dieser Brunnen, der bis in die Mitte des XIX. Jahrhunderts sehr
gutes Quellwasser hatte, lag an der westlichen Ecke des Kommarktes,
gegen die Sattelgasse hin, und zwar ziemlich tiefer als der übrige Marktplatz.
5) Die Schalen, oder im Dialekt >die Sohool«, hiess das Lokal, wo
die Metzger ihre B&nke zum Fleischverkauf hatten, und in Verbindung
damit stand das Schlachthaus; s. Fechters Top. S. 50. Die School lag mit
ihrem Haupteingang an der Sporrengasse, gegenüber dem St Martins-
gässchen, also auf dem Areal des jetzigen Marktplatzes, und reichte über
den Birsig bis zur Sattelgasse. Der Zugang yom Kommarkt au dieser
Gasse heisst deshalb »hinter der School« , imd eben hier stand der Kom-
marktbrunnen.
6) Das Wasser ergoss sich also durch die Sättelgasse und am Ein-
gang des bergansteigenden Imbergässchens yorbei durch die Krämergasse
[jetzt Schneidergasse) und durch die jetzige Stadthausgasse gegen den Fisch-
markt; ygl. unten Beilage DI.
7) Das Gasthaus »zum Blumen« (nicht zu yerwechseln mit der sp&tem
Weinschenke d. N.) bildete mit der St Brandolfskapelle eine freistdiende
BUluserinsel mitten auf dem Areal des jetzigen Blumenrains.
8) Dieses Gasthaus bildete die Ecke der nach ihm benannten Kronen-
gasse und der Schifflfinde.
9) Nämlich zu beiden Seiten des Birsigs bis an die Hüg^l an. Doch
wurde wenigstens yon der Freien Strasse nur der untere Theil über-
schwemmt; 8. unten S. 133, A. 3 u. 4.
1529. 133
nftch mailshoch vol wasser. Was so gross und starok, das es
ein geladen schiff het tragen ^). Es fürt euch am Kommerckt
den brunntrog und tachgerüst^) hinder die Sch&l. Es lüff
euch durch der Brotbecken husz^) gegen des apt von Lutzels
5 hoff über^), daselbst durchnider für das kouffhus^) hinab an
Kommerckt, für das richthusz nider, g^en der Sch&l zur
Brotlouben zu^), in Birszeck^.
[Die Schäl was so vol wasser, das die fleischbenck und
die trog alle entbor schwummen. Es hat das besetzt®) uff dem
10 Fisohmerckt umb den brunnen umbher uf^eflAtzt und hinweg
fressen, das man die gewelb^) sach blosz stän. Item die
xwerchmuren by Emerich des scherers husz ^®) hat es gar hin-
w^ gestossen, und an menigem ort in der statt vor den
hüsem grosse Iftcher in das besetz oder pflaster fressen. Es
is wollen ettliche by Steinenthor den rechen ^^) uffdechen, das
das wasser dester basz sinen louff hett mögen haben. Do
4. E: dei apt ron Lfttzela liiig.
1) VgL unten Beilage IIL
2) Vermuthlich das Gerüst lur Aufrichtung des neuen steinernen
Brunnatocks; ygl. unten 8. 135, A. 1.
3} Das ZunfthauB der Brodbecken an der Freien Strasse, jetzt No. 26.
YgL unten Beilage III, wonach die Ueberschwemmung der Freien Strasse
schon beim Zunfthause lum Bftren (No. 34) begann. Der obere Theil der
Strasse aber, Tom Bftren aufwärts, blieb mithin Terschont.
4) Dieser Hof bildete einen Theil des jetsigen Gasthofs zum Wilden
Mann (No. 35).
5) Dieses lag auf dem Areal des jetzigen Fostgeb&udes und reichte
Ton der Freien Strasse bis zur Gerbergasse.
6) Die Brodlaube lag zwischen dem untern Ende der Sporrengasse
und dem Birsig, also auf dem Areal des jetzigen Marktplatzes, gegenüber
dem jetzigen Hause »zur Brodlaube c.
7) Der Birsig, am Kommarkt überwölbt, war damals bei der Brod-
Uube noch offen. Die Eisengasse blieb also Terschont, und das um so
mehr, da sie bis zur Correction yon 1839 theilweise höher lag als jetzt.
8) Das Strassenpflaster.
9) Nämlich die UeberwOlbung des Birsigs, worauf der Fischmarkt ruht.
10) Emmerich Wurzgarter der Schärer wohnte schon seit 1495 im
Hause zum Lachs, welches am obem Ende des Fischmarkts zwischen
diesem und dem Birsig die Hnksufrige Ecke bildete und bei Erstellung
der Marktgasse abgerissen wurde. Die hier erwähnte Zwerchmauer be-
grenste also das den Fischmarkt tragende Gewölbe gegen den damals
noch offenen Theil des Birsigbettes, welcher jetzt von der Marktgasse
bedeckt wird.
11) Neben dem Steinenthor war die Ringmauer yon 2 mit Schutzgattem
Teraehenen Bogen durchbrochen, unter welchen der Birsig hindurch floss,
und zwischen diesen 2 Bogen stand ein Thurm.
134 Konrad Schnitt.
brach das gewelb under inen, und fielen sy in das waaser;
ettlioh schwumen uss, und ettliche ertrancken. Es ertrancken
ouch in ettlichen hüsem rosz, sohwyn und hflner; und ettliche
hflner, so das wasser empor trug, saoh man also lebendig uff
dem Kommercktplatz umbeynander schwimmen]. ^
Und in disem ürok, was hüser am Birszeck-sitten stun-
den 1], lüff das wasser durch und durch. Und was liiten in
dhüser oben uff waren komen, musten bliben, möchten nit
harusz komen. Die anderen hüser, gegen sanct Martins berg
zu, Yom Himel^) harab biss zu der Schäl '), waren alle gamäch lo
manshoch yoI wasser^). Es thet [224^] im kouffhus grossen
schaden^). Söllich wasser thet der statt an muren, ge weihen
und brücken grossen schaden. Es thet ouch den bürgeren in
iren hüseren, geworben und handtwercken grossen schaden;
wart ynen als samen nasz , und fürt das wasser vil hinweg, is
Dann sollichs wassers hett sich nieman versechen, was vor nie
gehört worden. Wiewol, eeh das wasser kam, regnet es ein
tag und ein nacht on underlftsz ^). Und weret die ungestimmy
des wassers von morgen an umb die niinde stund vor mittag
bisz uff mittag ^j, do liesz es n&ch. Was ein erschrockenlich 30
wasser.
[BE] Von eim andern grossen Birszeck.
Dai]
JoU 4
1530 Darnach uff den 4. tag hAwmonats, was sanct Ulrichs tag,
des 30. järs, umb die 4. stund n&oh mittag, ward der Birszeck
abermals so grosz^], wie vorstät, [das er vor Steynenthor aber 2s
Yon einem berg an den anderen gieng,] und thet abermals
treffenlichen grossen schaden der statt und den bürgeren.
Dann er lüff durch die hüser und in die hüser, wie vorstät.
Man hat ouch erst in kurtzem am Kornmerckt uff den brunn-
6. E nur: Dun w»8 hAMt am BiiBMck-ntten.
1) D. h. rings um den Kommarkt und den FiBchmarkt.
2) Diefles Zunfthaus der Maler und BatÜer ist das jetEige No. 33 an
der Freien Strasse.
3) Also bis zum Eingang des St. Martinsg^sschens ; Tgl. oben S. 132, A. 5.
4) Vgl. die Gedenktafel am Rathaus, welche die Höhe des damaligen
Wasserstandes beseichnet
5) VgL unten Ertcberg 1. J. 1529, femer B. Chron. I 103, und Hans
Stoltz, Chxon. yon Gebweiler, S. 49.
6) Vgl. Stolti a. a. O.
7) Dies wird bestätigt dureh Beilage III, w&hrend B. Chron. I 104
nur 2 Stunden angeben.
8) Vgl. B. Chron. I 111 u. 485.
1530. 135
stock ein kAstlichen gewäpneten haniischen man gesetst, hat
ein paner in bänden; gieng alles zu stucken i). Des worlioh
ein statt und ein burgerschafft grossen scbreoken empfiengen
also xwey mU uff einander.
5 Also nftcb sollicben dingen betracbtet ein ersamer rbät, ob
er mer so gross wurde, das er nit ein sollicben schaden thäte,
wiewol dem wasser kein widerstand ze thund ist. Und Sachen
an 2), das man das grien im Birszeck vom Sbyn an bisz an
Steynenthor am schütz 3), do der Birszeck [225] haryn £alt^),
louszf&ren seit untz uff den rechten owweg^). Dann das wasser
▼il grien in die statt gef&rt bat, lag wol eins mans hoch disen
zirck hinweg % Also wurden noch in dem selben summer usz-
geffiit ob 20 000 trögkarren 7) vol, wurden in Rhyn geschütt.
Darnach erkant ein rhät, das man vor Steinenthor bisz
15 gon Biningen ^) zu beden sitten den wasserstaden ^) mit zweyen
kripffen^<^) yegklichs ort starck ynfassen solt, und den owweg
zwüschen den kripffen, do wasser loufft, das selbig grien hin-
der die kripffen f&ren, d&mit das wasser kein grien mer von
beiden staden und orten in die statt fürt, als euch beschechen
2D ist. Und musten all zünfft und geselschafften fronen , mit
laden die karren und hinweg fflren i^). Es musten euch der
12. B: nlch in d«m selben; E: noch in dem selben.
1) Wohl eine getreue Wiederholung dieseB Standbildes ist das noch
vorhandene, welches seit Aufhebung des Kommarktbrunnens auf denjenigen
bei St. Martin Tersetst ist
2) Den betreffenden Bathsbeschluss finde ich im St Archiv nicht Hin-
gegen findet sich dort unter den Bauakten, W 1, der Bericht über einen
im Juli 1530 genommenen Augenschein, welcher die vorgefundenen Be-
schädigungen und Uebelst&nde im einseinen aufeAhlt.
3} Ueber den dortigen Eingang des Birsigs in die Stadt s. oben
S. 133, A. 11.
4) Noch jetzt bildet der Birsig an der Stelle, wo die lUng^mauer über
ihn Mnliel^ einen starken Fall.
5) >Oweweg€ heisst innerhalb eines Flussbettes die schiffbare Wasser-
Btrasse, und so bezeichnet dieser Ausdruck hier das natürliche, vom Ge-
schiebe befreite Bachbett
6) VgL B. Ghron. 1112.
7) D. h. Schubkarren. Dieses für Erdarbeiten so wichtige Qeräth war
erst in der zweiten H&lfte des XV. Jahrhunderts an die Stelle des einfachen
Troges getreten.
8) Vgl. B. Ghron« 1 112: >bisz zum wurhusz«, also bis zum Wehr bei
Binningen, wo der Bümelinbach aus dem Birsig abgeleitet wird.
9) Die Uferböschung.
10) D. hu Uferbefestigungen aus Holz.
11) VgL B. Chron. 1112.
136 Konrad Schnitt
statt landtschafilben in allen ämpteren &onen, mit trögkairen
das grien hinder die geschlagenen kripffen zu füren. Bs
wnrden ouch uff dise ritt ann beiden sitten die staden Yom
thor an biss gon Biningen mit jungen wjdstAcken besetzt,
damit die staden mftchten erhalten werden. Ward ouch dem s
thorwächter under Steynenthor ein fronvastengelt geben, ein
uffsechen daiuff ze haben. Und gieng ein sollicher grosser
costen daruff, vom Byn an den Birszeck uff bisz gon Biningen,
von rumen, muren, holtzwerck, landtvestinen zu machen, das
maus geachtet hat uff 8000 guldin i). to
Es ward ouch uff dise ritt ein wasserordnung angesechen ^)^
mit Sturmglocken, und yolck darzu ze louffen mit hocken,
äzen und seyl wie zum fhür, wie dann das in alle zunfft
geben ist.
[SB] Von dem krieg mit den 5 orten, des evangelions 15
halb.
[377^] Demnach und die von Zürich das euwangelium
hievor vor etlichen jaren angenommen hatten^), underwunden
sy sich dozftmallen aller deren, die das euwangelium ouch be-
gerten, es were im Turgouw, Tockenburger ampt^), im Castel, so
Wesen ^), Mellingen, Bremgarten, Beinthal, graffschaffl Baden,
und ander derglichen enden, do sy und die von Bern mit den
funff orten teil hatten. Und wer da begert das euwangelium,
dem halffen sy darzü und seytten innen z&, sy duby zu
handthaben und lib und g&t by innen zft lassen. 25
Do trüg sich nach und nach z&, das die yon Zürich die
empter^) vast dahin brachten, das das euwangelium [378] an den
orten angenommen ward, und die mesz und cerymonien, wie
die von alter har gebrucht warent, ward alles hin und hinw^
gethon. Es vermeinten ouch die [irorbenampte] flecken, syst
weiten keinnen obenrogt mer haben noch annemmen, er were
dan irs glübens. Daidurch den funff orten an ir gerechtigkeyt
30. 8: oncli di« flecKen. 31. 8: er wenn dan.
1) Vgl B. Chron. a. a. O.
2) S. die WaBBerordnung vom 4. April 1531, im Erkanntnissb. IV 87bff.
Ihre Einleitung b. unten Beilage III.
3) Nftmlich 1525; s. oben S. 111.
4) Diese LandBchaft Btand unter Oberhoheit des AbtB von St« Ghdlen.
5) Ueber die Landschaft Gaster, sammt dem St&dtchen Wesen, regierten
gemeinsam Schwyz und Glarus.
6] Die oben genannten Landschaften.
1529. 137
der Togtyen und r^erungen ein grosser abbruch geschach.
Dan die underthonnen gaben nit fil mer umb sy, weder umb
yerbott noch bott. Dardurch zwtischet den funff orten und
Zürich und Bern ein grosser unwil enstünd, und wurden vil
5 grosser schmachreden gebraucht, und trügent die underthonnen
rä beiden Bitten yeder sinner oberkeyt vil zft oren, wurden
vil sprach und lieder, so nit zu friden diennen. gemacht.
Zu lest brachent beyd teyl uff mit macht ^), nämlich die
Ton Zürich mit irem houptpanner, und zoch innen das Tur-
10 gouw zu, Tockenburg und andere empter, darzü die von Bern
mit irem houptpanner, die von Basel mit 500 mannen^), ein-
nem fenly, [tpos Anthoni Gebelin /anrieh,]^) und Mulhussen,
Sant Grallen, Biel, yeglichs mit einnem fenly, und zügent uff
Cappelen zu und schlügen da ir leger. Es zügent euch die
15 funff ort usz mit ir macht, und yeglichs mit sinnem panner,
darzü die Wallisser mit 800 mannen, und schlügen ir leger zu
Bar, nit wit yon dem closter Cappellen. Und lagen zu beiden
Sitten treffenlich starck gegen einanderen, und wartet man
alle stund, wan sy einanderen angriffen weiten. Also ritt
vornan mit yll darzwuschet, die von Straszburg, Glaris, Schaff-
huasen, Appentzell, Friburg und SoUuthum, und die Grauwen
Puntder^). Und ward die sach uff Johannis baptiste^] anno 1&29
1529 [37S^] gericht und vertragen, und wurden artickel gesteh, jui 24
wie man sich zu beyden sitten hinfuro halten solt, und ward
»der lantz&iden genempt. Und zoch man zu beiden sitten
wider ab*).
[379] Damach kurtz verrückter tagen nach dissem lands-
&iden hat sich zutragen miszhelung des landfridentz halb,
vorab disser dryen articklen halb^): Das kein teil den anderen
»nit schmutzen oder schmechen solt. Zum anderen, das die 5
1. S: fenelL 5. B: di« nnthtrlhoimeii. 12. Dm EingekL nur in E, aneh
dort in Klnmmem. 15. B: die ftmfft ort. 18. B: •tnok gegon einanderen,
nnd Wirt num. 27. 8: Darnaeli knrts Temeliter Ugen.
1) Der Auszug Basels erfolgte am 12. Juni; s. B. Chion. 1 100 ff. Den
sehon am 7. April för diesen Fall aufgestellten Auszugsrodel s. im St A.,
Bd. St 91 No. 3.
2) S. Eidg. Absch. IV Ib, S. 256 ff.
3) Genauer Samstags nach Johannis (26. Juni); s. ebend. S. 1483.
4) Hier folgt in allen Hss. ein Auszug des Landfriedens vom 26. Juni;
fl. Eidg. Absch. IV ib, S. 1478 ff., u. Tgl. oben S. 107.
5) Die gegenseitigen Klagen, die schon im Januar 1530 auf den
Tagsatiungen zu Luzem und Baden erhoben wurden, s. ebend. S. 494 ff.
u. 526 ff.
138 Konrad Schnitt.
ort in Iren landen und oberkeytten, so lang innen geliept, by
iiem alten glüben blipen, darvon nit getrengt werden sotten,
und kein teil dem anderen sin glüben nit [379^] vechten.
[Zum dritten wolten die funff ort nit gestatten, von dem
ewangelio in ir landen und gepietten zu reden.] ^] s
XJsz sollichem entstund ein grosse widerwerdigkeyt, vorab
der Schmutzworten halb. Dan die von Zürich thetten dar^ das
die Züger und ander sy treffenlich sohmechten, das innen nit
zu liden were; wiewol die 5 ort etlichs gestünden, etlichs nit.
Das sy gestünden, strafften sy eben liederlich, als were es lo
innen nit fast leid^). Was sy nit gestünden, das beerten sy
an die von Zürich, sy seitens innen anzeigen; das wolten die
Yon Zürich euch nit thün. Zum anderen wolten die funff ort
in iren landen nit lassen von dem euwangelio reden, und wer
sich des euwangeliums in iren landen underzoch, ward von »
husz und hoff gestossen und vertriben. Dan die 5 ort wolten
die kilchenbruch, wie von alter har ire vorderen gebrueht
hetten, nach insatzung der bepsten und consilien. Dargegen
aber die von Zürich und Bern vermeinten: diewil man den
glüben nit vechten^ sonder yederman des glübens (nach lut»
des artickels) firy sin solt, so selten die 5 ort darvon frey
lassen reden und lessen^). Das wolten die 5 ort nit thün.
Da kam die sach vur gemein Eydgnossen, und wurden vil tag
darumb gehalteu, und wurden alweg nit eins.
Damach nammen sich etliche ort der Sachen als under-^
dedinger an, als nämlich Glaris, Friburg und SoUuturn und
AppentzeHj. Nachmals kamen die von Straszburg euch darzü
und liessen sich euch mit innen in, zu handien, und ward
abermals etwan mengen tag darin gehalten, und mochten nit
vertragen noch vereinbart werden. Dadurch Zürich und Bern m
sich vereinbart, und schlügent den funff orten den veilen
2. S: nit gatreng werden. 11. Statt »wm ey nit gestanden« h»t B: Dm nadfir,
dei ey nit wiieen hetten. iZ 8: dne wolt die Ton Zarich; B: wolt Znrich.
20. B o. £: nit wideirechten. Du EingeU. nnx in 8, nnd swar in EUunmem.
31. S: den Tielen konilt nnd proflaut.
1) Diese dritte Klage ist erg&nit aus einer theilweisen Wiederholung
des Torliegenden Textes, welche in der Hs. S. auf Bl. 416b als Zusats
hinter einer von Schnitt später gefertigten und Tollst&ndigen Abschrift des
LandMedensTertrages sich findet; Tgl. oben S. 107.
2) S. Eidg. Absch. IV Ib, S. 923ff. u. 956 ff., lum 27. Mirz u.
24. Aprü 1531.
3) Der erste Artikel des Landfriedens Tom 26. Juni 1529 forderte
allerdings Freiheit des Glaubens, jedoch nur für jeden Ort, nicht aber fuir
die Individuen; s. ebend. S. 1479.
4) Diese 4 Orte waren neutral geblieben.
1531. 139
kooff nnd profiant ab ^). Dan in ir [380] landsohaflEt nut
kommen mocht, es mÜ8t alles durch deien von Zürich und
Bern landschafft gan, ouch durch die empter, so die von Zürich
an sich sogen hatten von des gotsworts wegen, wie hievor
5 stat ^).
Disz geschah am pfinstabent anno 1531 jar, do innen i »3 1
die profiant abgeschlagen ward^). Den es was ein artickel im
lantsfriden also lütten: wo einner oder mer artickel im lands-
friden von den funff orten nit gehalten wurde, das dan die
IC von Zürich und Bern den 5 orten die profiant abschlachen
möchten ^).
Nach sollicher handlung leitten sich die scheidlut^) treffen-
lieh wider in die sach, und ward aber mengen tag gehalten.
Zu lest ward von den schidlutten etlich artickel [gesteh], so
IS sy vermeinten, es were beyden partyen wol anz&nemmen. Und
in sonders so hetten die schidlutt gern gesechen, das die
profiant u%ehept worden were^); wellichs die von Bern und
Basel und ander stett wol hetten m<^en liden und schon
darin verwilget^). Aber die von Zürich wottent es nit thftn^.
% Zu dem weiten sy ouch , das die schmecher und sehender
gestrafft solten werden; darzü selten ouch die 5 ort das
15. 8: Tenueinten, m weren b«yd6ai paztyen.
1) Diese Massregel wurde am 16. Mai 1531 beschlossen und am 27.
ausgefOhrt; s. Eidg. Absch. IV Ib, S. 986ff. u. 1001 ff.
2) Nämlich durch die Grafschaft Baden, zwischen den Gebieten von
Zürich und Bern, und durch die Landschaft Gaster, östlich vom Zürcher
Gebiet; s. oben S. 136.
3) D. h. auf diesen Tag begann die Komsperre; s. oben Anm. 1.
4) Im Landfrieden vom 26. Juni 1529 war die Komsperre einzig im
Artikel XIIL für die Nichtbezahlung der ELriegskosten angedroht. In den
nachträglichen Verhandlimgen aber, aus welchen der Beibrief vom 24. Sept.
hervorging, hatten Zürich und Bern sich das Becht zu dieser Massregel
Torbehalten auch für den Fall, dass irgend ein andrer Artikel des Land-
friedens nicht völlig gehalten würde. Von diesem Beibriefe behaupteten
jedoch nachher die 5 Orte, dass er ohne ihr Wissen sei besiegelt worden;
TgL Eidg. Absch. S. 370, 1165, 1481 u. 1485.
5) Nämlich die 4 neutralen Orte, welche schon bisher als Vermittler
aufgetreten waren; s. oben S. 138, A. 4.
6) Sie stellten diese Forderung schon auf dem ersten Tage zu Brem-
garten, am 12. Juni, und noch am 29. Sept, als sie auf dem Tage zu Aarau
einen Waffenstillstand vorschlugen, wiederholten sie dieselbe; s. Eidg. Absch.
S. 1036 ff. u. 1177 ff.
7] Während Basel schon am 18. Aug. zum Nachgeben gerathen hatte,
erklärte Bern erst am 6. Oct. sich hiezu bereit; s. ebend. S. 1115 u. 1185.
8) S. ebend. S. 1185.'
140 Konrad Schnitt
euwangelium by innen lassen lessen und daiYon reden, und
das niemant yerbietten ^).
Daruff gaben die funff ort den sohidlutten disse ant-
wurt^): Mochten die schidlutt befinden, das die profiant und
Teilen kouff mooht uffgehept werden, und man sj by irem s
alten glüben, ouch by den pundten [wolt] bliben lossen, so
weiten sy by dennen von Zürich und Bern z& tagen dtien
und gern helffen ratten und handien, in hoffiiung das es
unsser aller nuts und eer sy^). Sy wellen und bitten [380^]
ouch unsser eydtgnossen von Zürich und Bern und andere, lo
das 8y sy wellen lossen by irem crerbtden glühen blipen ; Abb
wellen sy gegen innen ouch thftn. Und ob yeman vermeinte,
das sy die pundt oder landsfriden nit gehalten betten, darumb
erbietten sy sich eins rechtens, und so sy gefeit betten, das
man sy dan darumb straffe; sy hofften aber in Unschuld lüis
erfunden werden^).
Dawider aber Zürich und Bern inf&rten: Diewil die 5 ort
umb recht anrüfften und begerten, so were menglichem wol
zft wissen, das umb die Sachen, darumb gegen wirdiger span
were, das recht schon ergangen, und der landsfrid darumb ein »
luttern entscheid gebe; deshalb kein recht witter mer bedorffte.
Es wolten ouch die Yon Zürich und Bern den Teilen kouff
noch profiant nit uffheben, sonder gestracks darby blyben^).
Deszhalb die von den 5 orten sich hoch beclagten, das sy
weder by pundten, noch bim landsfriden, noch bim rechtens
blipen mochten, welliches sy ein sntt lang dulden und die
sach gott dem heren, siner [werden] mütter und allem himel-
schen her und allen frommen cristenlichen hertsen müssen
6. 8: blieban lossen. 11. 8: lotMn by irem ererbtden fl&ben 1om«i blipen.
22. 8: den Tielen konflt noeb proflnnt.
1) Diese Forderungen hatte Zürich schon am 12. Juni gestellt und
seitdem inmier wiederholt; s. Eidg. Abseh. S. 1036 ff.
2) Der letste Tag, auf welchem noch eine Gesandtschaft der 5 Orte
erschien, war derjenige lu Bremgarten vom 10. bis 14. August, und alle
weitem Verhandlungen geschahen theils brieflich, theils durch Gesandt-
schaften der 4 neutralen Orte, die nach Luxem kamen; s. ebend. S. 1105
u. 1113ff.
3) Dieses bedingte Anerbieten, wieder gemeinsam su tagen, machte
Luxem am 31. August; s. ebend. S. 1135.
4) Diese Antwort hatten die 5 Orte schon am 12. Juni zu Bremgarten
gegeben und seither immer wiederholt; s. ebend. S. 1036 ff.
5) Wie Zürich, so weigerte auch Bern sich noch am 26. August, die
Komsperre aufzuheben; s. ebend. S. 118 und ygL oben 6. 139, A. 7.
1531. 141
elagen. Also zerschlug disser gehaltner tag^), und rytt yeder-
man hinweg, und Tersaeh man sich nutät anders dan ein uff-
bruch gegen einanderen, als euch beschach.
Uff mentag vor sant Gallen tag anno 1531 s&gent die i53i
5 fonff* ort usz mit macht, den nechsten uff Cappelen dem closter
xüj uff das Albis^). Glich kam das geschrey, wie die 5 ort
uff weren und sügent über den Alpis. Und [381] von stund
an brachen die von Zürich uff mit irem houptpanner ^), und
▼Amanten alle, die in dem Cristenlichen burgrechten woren^)
le und sunst iimen yerwant warent, ilents ilents ssüzüziechen ^].
Und zugent die von Zürich uff mitwüchen vor sant Gallen tag, oct ii
was der 11. tag octobris, mit irem houptpaner^), und sügent
den nechsten gen Cappelen und dem Alpis zu. Und als die
von Zürich hinusz ruckten mit irem panner und 16 stuck
15 buchssen uff rederen ^j, und profiand und was z&m zug gehört,
und als sy uff den mittag zu dem Alpis komen^), do lagen die
5 oit in der selbigen gegny, am Steinhoff und JSüchweldly ^),
14. S: Ton Zviich lünnsz ruehttn.
1) Ueber den letsten Tag, welchen beide Parteien besuchten, s. oben
S. 140, A 2. Doch setsten die 4 neutralen Orte ihre VennittlungSTerBuche
noch fort bis zum Ausbruch der Feindseligkeiten; s. Eid. Absch. IV Ib,
S. 1113 ff. und vgl B. Chron. 1 130.
2) Am 9. u. 10. Oct. sammelte sich die Streitmacht der 5 Orte bei
Zug und Baar, also allerdings in der Richtung gegen Kappel und den
Albis; 8. Bullingers Beformationsgeschichte, Ausg. von Hottinger u. Vögeli,
m 103 S^ auch Werner Steiners Chronik, Ausg. yon Th. von Liebenau im
Anzeiger f. Schweizergesch. 1884, S. 335 ff., und TgL £. Egli, Die Schlacht
bei Kappel S. 24 E
3) Sollte heissen: das f&nlin. Denn hier ist noch nicht die Haupt-
macht gemeint, sondern der erste Aussug, >da8 Fähnlein € genannt, welcher
am 10. Oct nach Kappel zog; s. BuUinger III 104, und vgL unten die
nochmalige Erwähnung des Hauptpanners am richtigen Orte.
4) Das 1528 geschlossene Bündniss der reformirten Städte, welchem
1529 auch Basel beigetreten war; s. Eidg. Absch. IV la, S. 1510 ff u. 1522 ff.
5) Zürichs Malmbrief an seine Verbündeten, Tom 11. Oct früh Morgens,
s. bei BuUinger XU 110.
6) Ueber die geringe Stärke dieses Auszugs s. unten S. 142.
' 7] BuUinger III 158 zählt 18 Geschütze auf, die in der Schlacht yer-
loren wurden. Ein Theil derselben war schon mit dem Fähnlein nach
SAppel gekommen; s. ebend. S. 105 u. 113.
8) Die Hauptmacht, welche um 1 1 Uhr von Zürich aufgebrochen war,
erschien bei Kappel erst Nachmittags 3 Uhr; s. ebend. S. 119 u. 123 ff.
9} >Am Steinhoff und Büchweldlyc fehlt in B u. E, und findet sich,
ausser in S, nur noch in der gedr. Augsburger Weltchronik. Buchwäldchen
heisst das Gehölz östl. yon Kappel, yon welchem aus der entscheidende
Angriff der 5 Orte erfolgte; s. BuUinger III 120 und ygl. EgH S. 27 ff.
142 Konrad Sohnitt.
in zweyen huffen yerborg^n ^). Und alsbald der vonüg
deren von Zürich in die gegny der 5 orten kamen 2),
gryffen die 5 ort sy von stunden an an'). Do kam das ge-
sohrey zft dem panner von Zürich. Do soch das Ziricher
panner in grosser yl dem vorhuffen zu, wiewol by dissem an- s
griff by dennen yon Zürich nieman dan sy allein warent [imd
die nechsten am See] ^). Kamen dermassen an einanderen mit
schlachen; das triben sy von mittag bisz uff den abent^). Zu
lest müsten die yon Zürich weichen, und müsten das geschuU
und alle profiant dahinden lassen, darzü zwey fenly^) [undvili«
erlicher burger usz beiden gros und dein räthen, ob . . ., danu
ob 300 von statt und land^), dazu iren obersten predicanten,
meister Ulrich Zwingly, und mit im vil der anderen predi-
canten] %
[383] Nach somlicher Schlacht samleten die von Zürich u
sich wider herussen vor ir stat *), und manten abermals ylentz
1. B: und so bald die TorlSiiFer deren von Zvick. 8. B: ron mittsg bis is
dnacht 11. In B hinter ob eine Likoke gelnsen Ar die ZeliL 16. B: widtr
hemssen; B: wider bneeen.
»Steinhoff« hingegen scheint entstellt aus: Sennhof; denn laut Steiner
stund die Vorhut der Zürcher: ob dem Sennhof, da die schlacht geschähen
ist Kb liegt daher die Vermuthung nahe, dass >am Steinhoff und B&ck-
weldly« dem Urtexte von Schnitts Chronick nicht angehört habe, sondern
von ihm erst in der Ha. S aus der Augsburger Weltchronik sei erganst
worden, welche er in seiner Compilation auch sonst viel&ch ausschrieb.
1) D. h. ihre Vorhut brach in 2 Haufen getheilt neben dem Walde
hervor; s. BuUinger HE 123 ff.
2) Die zürcherische Vorhut stand bei Kappel schon Tags zuvor; &
oben S. 141, A. 3.
3) Das Gefecht begann mit gegenseitiger Besohiessung zwar schon um
1 Uhr. Jedoch der eigentliche Angriff geschah erst gegen 4 Uhr, als das
Hauptpanner von Zürich bereits zur Stelle war; s. BuUinger in 119 u.
124, auch Steiner S. 336.
4) D. h. aus der Stadt Zürich und aus den Dörfern am See; vgl
Bullinger HI 113, 123 u. 142 ff.
5) D. h. um 1 Uhr Mittags begann das Schiessen, um 4 Uhr der ent-
scheidende Angriff, und bis Abends wShrte die Verfolgung; s. oben Anm. 3,
und Bullinger in 134.
6) Genauer 3; s. ebend. S. 156.
7) Auf der Walstatt wurden 383 Leichen gez&hlt. Mit Einsehluss
der nachträglich an Wunden Verstorbenen betrug jedoch der Gesammt-
verlust 512 Mann; s. ebend. S. 142 u. 156.
8) Statt des Eingekl. aus B folgt in S ein Veneichniss der gefallenen
Zürcher. Ueber dieses s. oben S. 100.
9) Ueber diese Sammlung auf dem Albis, in der Nacht nach der
Niederlage, s. Bullinger III 162 ff. und Steiner S. 337.
1531. 143
wie foi^). Also kamen züsamen uff 20 000 und mer>). Den
Zürich und Bern kamen mit iren panneien, Basel mit 500 maui
einem fenly^) [under toelchen totu Rudolff Fryg houptman, und
Claus Zäsziy der metzger fännrich]^)^ Schaffhussen, die Tui-
sgouwer, Mulhusser, Sant Gallen, Tockenbuiger und ander
mer [alle mit fänlinen]. Alss ej nu züsamen kamen, sügen
sy uff Capelen zft^); da wichen die 5 ort stettigs hindersich^),
die anderen ruckten innen stetigs nach. Also leitten sich die
5 ort an den Zfigerberg und schantzten sieh da in'); hatten
10 zu einner sitten den see, zu der anderen sitten den berg, und
▼or innen har ein grosz mosz. Und grüben sich dermassen
in, so staick, das sy on grossen nachteil und schaden darusz
nit zu bringen noch zu ergriffen warent Also ruckten sy
innen nach mit zweyen starcken huffen, und leitten sich by
15 Bar im Boden gegen ixmen z& firyem feld ®).
TJnd als sy nun etliche tag do lagen'], und sich die 5 ort
3. Du Eingekl. taa in B.
1) VgL oben S. 141. Den neuen Mahnbrief an alle Verbündeten, vom
Abend des 11. October, b. bei BuUinger III 164.
2) Auf dem Albis waren Freitags den 13. Oet 12000 Mann Tersammelt,
und diese sogen yon hier aus über Zürich nach Bremgarten, wo sie sich
am 15. Oct mit 7000 Bemem sanmit andern Zuzügen vereinigten; s. ebend.
S. 182 ff.
3) Dieser Zuzug hatte Basel am 13. Oct. verlassen, noeh bevor die
Xaehricht von der Niederlage bei Kappel hier eingetroffen war; s. B. Chron.
I 131, femer die Tagebücher Gasts u. B. Amerbachs, letzteres bei Th.
Burckhardt, Bonifacius Amerbaoh und die Reformation^ S. 351.
4) Dieser wurde 1537 Zunftmeister.
5) Von Bremgarten rückten sie am 16. Oct südw&rts, bis sie nach
mehrfachem Aufenthalt am 20. in die Gegend von Kappel gelangten und
am 21. die Höhe nördlich von Baar besetzten; s. Bullinger UI 185 ff.
6) Die 5 Orte, die am 13. Oct. von Kappel nach Ottenbach vorgerückt
und mithin nar 2 Stunden von Bremgarten entfernt waren, zogen sich am
16. von dort wieder nach Baar zurück, wo sie bis zum 21. blieben; s. ebend.
S. 180 u. 185ff.
7) Als am 21. Oct. die Reformierten die Höhe nördlich von Baar be-
setzten, sogen sich die 5 Orte zurück in eine verschanzte Stellung am Fuss
des Zugerberges, zwischen Zug und Inwyl; s. ebend. S. 189 ff.
8) Am 21. Oct war das Heer der Reformierten nicht in 2 Haufen
getheilt, sondern in 3. Hingegen zogen sie vorher von Bremgarten bis
gegen Kappel in 2 Haufen, nämlich unter den Fannem von Zürich und
von Bern, und wieder in dieser Ordnimg erschienen sie am 23. Oct in der
Ebene von Baar, im sog. Baarerboden, vor der verschanzten Stellung der
5 Orte; s. ebend. S. 185, 189 u. 196.
9) In Folge einer falschen Nachricht von den Absichten des Feindes
verschoben sie den geplanten Angriff um einen Tag; s. ebend. S. 192 ff.
144 Konrad Schnitt.
dermaseen ingeschantzt hatten, das sy nitt anzftgriffen waren,
wurden die houptleut mit einanderen rethig, wie im eü thün
were, damit und die Yon den 5 orten getrent mochten werden.
Also wurden sy rethig und namen 9 fenly^], nämlich Zürich,
Basel, Schaffhussen und Sant Gallen, [Turgouw] Mulhussen s
und Dockenburg [und andere,] uff 3000 starck'), mit [vier
stuck] buchssen und [ein] halbschlenglin 3). Und was ir an-
schlag uff den Zügerberg z& siechen^), damit sy der 5 orten
leger ubeihochen möchten, imd sy mit dem gesohutz daruss
zu triben. Und wiewol [383^] deren von Basel und Schaff- lo
hussen knecht ^) nit fast wol z&friden, das man sy uff den
berg zd ziechen gemeret hatt®), sonder vermeinten by den
panneren zu blipen'), so müsten sy doch, wie gemeret was,
gehorsam sein.
oct23 Und am mentag vor Symonis und Jude, was der 21. tag»
octobris anno 1531 jars, vor mittag^) z&gent sy an den berg,
und zügent den gantzen tag [bisz] an die nacht und kamen
noch nit dahin, da ir anschlag was zu ziechen. Dan die
nacht viel in^), und blyben do und assen zu nacht, und ver-
meinten nit, das sy selten überfallen werden i®). ^^
Also, do es ward nach mitternachts^), brachen die funff ort
uff, [die daxm darzu verordnet wären,] ^^) vast wol angeleyt,
1. 8: ingetdiuiti h»tteii. 8. 8: mit etliclMii bacbwin vad luillMehl«igIi&.
1) Genauer: 11 Fähnlein; b. BuUingerlll 194 ff.
2) Vgl. ebend. S. 195: 3700 ungefar, oder uff das höchst 4000.
3) Im Gänsen waren es 11 Geschütse, worunter 4 von Basel; s. ebend.
S. 194 u. 195.
4) Während die Hauptmacht am 23. Oct. in 2 Haufen auf dem Baarer-
boden vor der verschanzten Stellung des Feindes lum Scheinangriff erschien,
sollten die 11 Fähnlein auf weitem Umwege von der Siblbrücke aus auf
den Zugerberg gelangen, um von dort aus am 24. bei Tagesanbruch dem
Feind in den Bücken su fallen; s. ebend. S. 192 u. 195 ff.
5) D. h. sowohl die Hauptleute als die Mannschaft dieser Orte. Die-
selbe Meinung theilte in Basel auoh der Rath; s. dessen Schreiben vom
24. Oct, bei Bullinger III 208.
6) D. h. dass der Mehrheitsbeschluss des Kriegsrathes sie daiu
nöthigte.
7) Bei der Hauptmacht, welche bei Baar in der Ebene blieb.
8) Vgl. Bullinger m 194: um den mittentag; Steiner S. 338: fiirend
erst nach mittentag.
9) Statt auf den Zugerberg su gelangen, erreichten sie nur den östlich
von diesem gelegenen Gubel; s. Bullinger III 195 ff.
10) Ueber die Unordnung im Wachdienst s. ebend. S. 199 ff.
11) Ueber diese Zeitangabe vgl ebend. S. 202, auch B. Chron. 1 134.
12) Der Hauptongriff geschah durch 600 Freiwillige; s. Steiner S. 338
und Bullinger lU 197 ff.
1531. 145
und hatten all weisse hemly über den hainesch angeleyt,
damit sy einanderen kennen möchten, und uberfiellen sy da
mit einnem f^rüsamen geschrey iind angrifft); den sy ge&sset
▼aren mit dem angriff, mit mordaxen, schlachtschwerter imd
buchflsen, und ein grosse sum kyszlingsteinnen, die sy im angriff
wurffen. Also kam Zürich und Basel [Schäffhusen und ander]
in yll zusammen, und schlügen mit einanderen. Z& lest müst
Zürich und Basel, Schaffhaussen und andere weichen und wurden
zerstrouwt, das einner hie ussen, der ander dert ussen luffen.
16 Also wurden iren wol ob 300 gefEUigen^) und gon Lutsern, Zug
und gon Schwitz gef&rt. [Und gieng jämerlichen zu, das wol zu
gedencken ist, wo ein angriff beschicht zu mitternacht] Und
das geschutz, so uff den berg gef(irt ward, sampt anderer mü-
nytion, ward alles verloren ^j. [Die van Btuel verluren auch
15 under andern iren feltpredicanten Hieronimum Bothanum,] ^). Und
kament die knecht momist am zinstag ellendlich wider in beide Oet 24
leger'). Deszglichen leitten sich die 5 ort wider in ir leger.
[Darnach uff friiag vor Simonis undJude^ toas der 27, tag] •). Oct 27
» Uff samstag nach [384] aller heiligen tag') da brachen die Nor. 4
von Bern mit sampt Zürich, Basel, Schaffhussen, SoUenthurn
und andere usz irem leger, und zflgent den nechsten uffMel-
lingen und Bremgarten, und blipen da ligen. Dan sy [fiir-
gaben] des eilenden regenwetters und der grousamlichen wind
2s halben im veld nit blipen möchten®). Darzu wer der gemein
4. 8: mit don angrifft 14. Dm EUgeU. ftber Bothuuu nv in E, BL 123 b.
18. Dm EingtkL tau in E, wo der Text liier abbrielit, weil dM folgende Bl. 124 fehlt.
1) Der Aagiiff erfolgte Nachts 2 Uhr: s. Steiner a. a. O.
2) Ueber gefangene Baaler, welche bald entlassen wurden, s. B. Amer-
baeh, bei TL Burckhardt S. 361. — Ueber die Verluste an Todten, ins-
besondere der Basler, s. ebend. 8. 357 und femer Bullinger m 204, auch
Gast z. 26. Oct 1531, und Wurstisen S. 604. — Ueber einzelne Verwundete
8. Wochenausgabenb. XV 330 ff.
3) Namentlich alles Oesehflta; s. Bullinger III 203 u. B. Chron. 1 134.
4) Ueber ihn s. Gast zum 11., 20. u. 26. Oct. 1531.
5) Ueber diese 2 Lager s. oben S. 143, A. 8.
6) In £, wo der Text hier abbricht, weil BL 124 fehlt, folgte Termuth-
lieh die Nachricht von dem weitem Zuzüge von 500 Mann, der am 27. Oct.
aus Basel zog; s. B. Chron. I 135 u. Amerbaeh a. a. O., S. 358.
7) Dieser Aufbruch erfolgte schon am 3. Nov., doch erst am 4. er-
reichten sie Bremgarten; s. Bullinger III 225 ff. u. Steiner S. 339.
8) Ueber diesen Wind, der in der Nacht des 2. Nov. begann, vgl.
Amerbaeh S. 357, auch Bullinger m 190 und Steiner a. a. O.
BMlar Chroniken. TL 10
146 Konrad Schnitt.
man unwillig Yon Zarich und Bem.]^) Also brachen die
5 oit uff [mit einem zfig,] und s&gen den nechsten uff Hoigen
zu, am Zurichsee gelegen, und plundeietten das dorff ^). Dess
ersohracken die von Zürich in der statt übel und venneinten,
die Ton den 5 oiten weien mit gantzer macht uff und weiten &
uff Zürich der stat bü ziechen. Dadurch die von Zürich ylenti
iren houptlutten imd kriegrolck zd Bremgarten schriben, mit
dem panner ylentz der stat Zürich züzAziechen und die anderen
Eydtgnossen ouch ylentz zu manen, innen nachzüadechen 3).
Also zagen sy hinweg und yermeinten, die anderen Eydtrii
gnossen zugen innen glich nach ^). Und sych aber die sadi
in ein yerlengrung schickt^); und ob deren von Zürich pannei
wider gon Zürich kam^), hatten die von Zürich usz der statt
ein £riden mit den 5 orten im firyen feld gemacht und ange-
nomen ''), is
In dissen dingen leitt sich [daryn] des hertzogen bot-
schafft von Meyland, und des hertzog von Saffoy bottschafit,
des marggraff Ernsten von Bottelen bottschafft, die von Glaiis
und Appentzel, Fryburg^) und SoUuthurn '), und machten &n
friden zu allen teillen ^®). Und wurden die ort der Eydgnossen, %
Zürich, Bern, Basel, Schaff hussen, Sant Gallen, Mulhussen
und ander gerantzeanet, und müst yedes in sonders [384^]
11. 8: und ay aber die aach in ein Terlengmng eicbt 16. S: der kertzofCB
boteoliafft.
1) Sowohl hierüber als über die vorausgegangenen Unterhandlungen
8. Bullinger HI 217 ff.
2) Am 7. Nov.; 8. ebend. S. 234, auch Steiner a. a. O.
3) Diesen Brief, vom 7. Nov., s. ebend. S. 235.
4) D. h. das Zürcher Fanner brach noch denselben Abend auf nach
Zürich; aber die Bemer antworteten ausweichend und blieben in Brem-
garten; 8. ebend. S. 236.
5) D. h. eine Gesandtschaft von Zürich , die noch in der Nacht vom
7/8. Nov. KU den Bemem nach Bremgarten ritt, hatte keinen Erfolg;
s. ebend.
6) Ihre Hauptmacht kam von Bremgarten her allerdings naeh Zürich^
zog aber schon am 9. Nov. wieder ins Feld, dem See entlang naeh Horgen,
imd blieb dort bis sum Friedensschluss; s. ebend. S. 239 ff.
7] Diesen Vertrag zwischen Zürich und den 5 Orten, der am 16. Not.
geschlossen wurde, s. ebend. S. 247 ff., u. vgl. B. Chron. I 138, A. 3. Seine
endgiltige Ausfertigung vom 20. Nov. s. Eidg. Absch. IV Ib, S. 1567 ff.
8) Die hier genannten Gesandtschaften suchten schon seit Ende October
den Frieden zu vermitteln; s. Bullinger HI 21 7 ff.
9) Solothum, welches damals noch theilweise der Reformation anhieng.
gehörte nicht zu den Friedensvermittlem; s. ebend. S. 276.
10) D. h. am 24. Nov. sohloss auch Bern mit den 6 Orten Frieden; s.
Eidg. Absch. IV Ib, S. 1571 ff.
J530. 147
dennen von den 5 orten ein gross gelt an Iren kriegscosten
geben i). Darzü m&sten sy die pundtbriefF über das Cristenlich
burgrecht, so sy ^es gl^bens haJben zusammen, euch mit dem
landgraffen von Hessen und der statt Straszburg gemacht
& hatten^), in angesicht der 5 orten abthfui, die zerstechen und
die dgel abhouwen. Doch so hatt der landgraff yon Hessen
und die statt Straszburg ire brieff behalten und sich nutzit
[Nach disem bericht ward ein tag zu Oberen Baden ge-
10 halten^), und sassen gemein Eidgenossen die dryzechen ort
wider zusamen wie vor, schalteten und walteten wie Yor.]
[B] Von einer grossen wermy und kelty, einer thüry
und wolfeyli, glych uff einander.
1630
[230^] Anno 1530 was der homung und der mertz soq. mn
» warm ^)| das man die reben allenthalben zurust mit schniden,
sticken, binden, und brächen die reben hefftig harfiir, undApiue
alle frücht. Darnach am mitwochen vor dem balmtag am '^pni ^
morgen kam ein grosse kelty und dufft, und am donstag frft
ein grosser ryff, das umb die stat Basel zwo myl wegs und
20 mer die reben übel erfruren, und gantz wenig wyn wart dar-
nach im herpst.
Uff diso zit galt:
ein viemtzel körn 2 guldin,
ein viemtzel haberen 30 s,
25 ein sack ^) rocken 2 Ib.,
ein som landwin 3 Ib.,
ein som Baselwin 4 Ib.
3. S: burgreeltett 5. 8: die suntochen. 14. B q. £: was der brlohmonai
and der merts bo warm.
1) Die betreffenden Summen s. bei BuUinger III 276 ff., wo such die
besondem Verhandlungen hierüber iwischen Basel und den 5 Orten« Der
endgütige Friede kam für Basel erst am ^22. Dec. zu Stande; s. Eidg.
Absch. IV Ib, S. 1575 ff.
2) Die Terschiedenen BundesTerträge der evangelischen Orte unter
sich, Yon 1528 u. 1529, s. Eidg. Absch. IV la, S. 1521 ff., und diejenigen
mit Philipp yon Hessen und mit Strassburg, beide Ton 1530, s. ebend. IV Ib,
S. 1488 ff. u. 1514 ff.
3} Am 16. Dec. 1531; s. ebend. S. 1236ff.
4) Ueber die Witterung d. J. ygl. Hans Stolti S. 53.
5} 1 Sack war V2 Viemxel, also Vs Müet oder Malter.
10*
148 Konrad Sohnitt
▲ ru*i7 Nach oBteren darnach bisz uff den brächmonat^} galt:
bu Juni ein vierntsel körn 37) Ib.,
ein saok kernen 4 Ib.,
ein saok rocken 3 Ib.,
ein yierntzel haberen 35 s,
ein 8om Baselwyn 5 Ib.,
ein 8om landtwin 3 Ib.,
ein 8om Elsasser 5V2 Ib.
Dam&ch in der emd schlug das körn wider ab, untz uff
2 guldin. Darnach schlug es wider uff, ward thür'}. 11
TJff dise zitt fieng man vil salmen; galt ein huffen 1 s
2 d'), ein mlss win 1 s 2 d. Sprächen die alten: wolfeyli im
wasser, thüry uff dem land.
[SB] Wie sich ein stat Basel dftmalen mit iren armen
bürgeren hielt. is
[377] [In diser sitt]^) do liesent die Ton Basel iren armen
bürgeren weissen und rocken, yedem ein [grossen] sester, umb
das gelt geben. Domach, nach der ern, als sich die thiiry
wider i&tr&g, liessent sy rocken, weissen und habem, yeglicbs
glich vil under einanderen mallen, und gaben den bürgeren, 39
yedem z&mal nit mer dan ein sester^), der galt 15 s*); luff
sich all w&chen ungefarlich uff 150 seck mel. [und haben
das behart Ton der emd des 30. järs bisz uff die andere emd
des 31. järs, on das sy im 30. j&r ungemalen uszgeben hatten.]
"*A Und galt [nach wyhenachten] '') : 0
1) Diese Dauer der Theurung wird beitätigt dureh B. Chron. I tll,
wo übrigens die Preise nur theilweise mit den hier folgenden genau über-
einstimmen.
2) S. nnten 8. 149 die Preise »nach wyhenaehtenc, d. h. in den enten
Monaten Ton 1531.
3) VgL B. Chron. I 111. Der Salm wurde im Ausschnitt in 9 sog.
Hufe getheüt
4) Nftmlioh vom April bis Juni 1530; s. oben. — Statt des Kngekl
hat S hier die kune Nachricht der gedr. Augsburger Weltchronik über
die Theurung von 1529 in Deutschland, mit demZusati: und hat gamaeh
uff 6jar lang gewert
5) Nftmlich wöchentlich 3 mal; Über diese Anordnung TgL unten Bei-
lage m u. B. Chron. L 120.
6) B. Chron. a. a. O. nennen keinen Preis, und derjenige Ton 2 Ib 16 s
für 1 Sack, den das Schwarse Buch angibt, stinmit nicht genau su dem
hier erwAhnten von 15 s. für 1 Sester; vgL unten Beilage DI.
7) D. h. in den ersten Monaten von 1531; vgl. unten S. 149: Darnach
in der Tasten.
1529^1631. 149
ein yieitxel körn 4 Ib., 5 Ib., 6 Ib.,
ein sack rocken 3 Ib., 4 Ib., [5 Ib.,] ^)
ein viertzel habern 1 Ib. 18 s, 3 Ib., 4 Ib.,
ein sack keinen 5 Ib., 6 Ib., [7 Ib.]
^ ein som virnen win 2 Ib.,
der nuw win galt 4 Ib. ^).
[Darnach in der vasten des 31. järs galt körn und win, JJj^
wie vorstat.]
Es ward doztunal weissen und kernen von Memingen und
1« Bibiach und Schaffhussen gon Basel uff den marckt gefftrt ^),
nit ein mal, sonder menig maL [Und galt weissen und kernen
ein sack, ist 8 dein sester, 5 Ib. ^)] Und ward anno 31 zu juii
Zoizach in der pfinstmesz ^) haberen koufft und gon Basel ge-
{&rt*). Und wo ein stat Basel mit irem [377^] dapfferen in-
i;> Sechen nit were gewessen, so were es vil durer worden. Es
warden in beiden stetten Basel ob 400 bachoffen gemacht.
Uff dem land ward der merenteil haberybrott [und gersten-
brot] gessen, und klyenbrott. Und im Erjenberg*^} hatten die
armen leut empt gemallen und brott darusz bachen; wellichs
20 ich selbs gesechen und versucht hab.
[Und vor disen beiden thürenen®), eeh sy anfiengen, im
winter des 29. järs, theten die wölff idlenthalben umb die stat istt/so
und in d&rfferen so grossen schaden, das uns%lich was, näm-
lich den hirten zu Basel'] an vil geyssen, süwen und kflen,
25 die sy erwürgt band; und mocht inen nieman zukommen.
Man hat vil gejagt angesechen, halff aber wenig. Wuszt nie-
man, was es bediittet, bisz das die grosse thüry kam; hat man
)3. 8: Znnch; B: Ziznacli. 16. 8: badioffen gemMh. 17—20. [B nur:
Uff diae sitt ward tu hiLbeien- und genienbrot gessen, ward ond^ dvreli tÜ arme Ifit
off dam land tu grftstbrot gessen.
]] Die eingeklammerten Preise für Bocken und Kernen sind ergänzt
aus dem Schwarsb., Bl. 21^, dessen Angaben im übrigen mit den höchsten
Preisen unsres Textes übereinstimmen; vgL unten Beilage UI.
2) VgL die Weinpreise yom April 1531 in B. Chron. I 120.
3) Erstmals am 31. Mars d. J., s. ebend. S. 118.
4) VgL Gasts Tagebuch, z. 11. März 1531.
5) Die Zurzaeher Pfingstmesse begann immer am Montag nach der
Pfingstwoche, also 1531 am 5. Juni, und währte 3 Tage.
6) VgL B. Chron. I 120.
7) Die Freiberge im Jura, am r. Ufer des Doubs, bildeten den süd-
westliclisteD Theil des Bisthums Basel.
8) Nämlich von 1530 u. 1531.
9) Den Hirten der Vorstadtgesellschaften, die das Vieh der Bürger in
der Bannmeüe weideten.
150 Konrad Schnitt
1631 geachtet, es sygen vorbotten gesin. Dann damfteh im anderen
winter und summer hat man nüts mer gehört.]
[B] Von einem rychstag, des gloubens halb su Augs-
purg gehalten.
1530 [231^] Anno 1530 ward durch ankerung der Tütachen &
weltlichen und geistlichen fürsten so vil gehandlet, das sich
Carolus von Oesterrich ein küng in Hispanien harusi thet in
Lombardy ^). Do ward so vil gehandlet, das er von dem bapst
Clemens de Medices dem VII. eu Bononia zu einem keyser
gekrönt ward ^). Nach dem sach er an von des gloubens i«
wegen ein verhfir zu halten, und thet sich harusz in Tütache
Juni 16 laud, uamlich gon Augspu^, uff corporis Christi des 30. jars^;,
und beschreib do ein rychstag. Er beschreib euch dar alle
bischoff und äpt, von des gloubens wegen, und hielt do ein
verhfir deren, die den nüwen glouben angenommen hatten^ i&
als hertzog Hans von Sachsen^}, als der den Martinum Luther
enthielt, [232] Philip landtgräff zu Hessen, margräff J6rg von
Brandenburg <^), fürst von Anhald^), Heinrich hertzog zu Lünen-
bürg 7), gr&ff Albrecht von Manszvelden, und sunst vil vom
adel, euch Sträszburg, Nflrenberg, Franckfurt, Ulm, Co8tantK,2s
Schwebschen Hall, Mägdenburg in Sachsen, Brem, Lübeck,
Rütlingen, Lindow, Kämpten, Isznen, Memmingen, Biberäch,
und ander vil mer, die inen verwant wären ^). Dise alle
wurden ervorderet rechnung ze geben irs gloubens halb; als
disz euch beschach, imd key serlich majestät von inen sampts
9. fi: de Medices dem AnifteB.
1) Karl V. kam aus Spanien nach Italien schon im August 1529.
Hingegen vollzog sich erst 1530 die hier folgende Kaiserkrönung ku
Bologna, sowie auch der Reichstag su Augsburg.
2) Ueber diese Krönung s. unten Beilage IV.
3) Am Vorabend des Frohnleichnamsfestes, also am 15. Juni, hielt er
in Augsburg seinen Einzug.
4) Ku^ürst Johann der Beständige.
5) Qeorg yon Brandenburg-Ansbach.
6) Wolfgang von Anhalt.
7) Ern8|der Bekenner, von Braunsehweig-Lüneburg, der die Augsburger
Confession unteneichnete, wird hier verwechselt mit seinem Vater Heinrich
dem mittlem, welcher 1530 noch lebte, seit 1520 jedoch nicht mehr regierte.
8) Nicht alle hier genannten Fürsten und St&dte unterzeichneten die
Augsburger Confession; hingegen sind es durchweg solche, die in der
Folge dem im Februar 1531 geschlossenen Schmalkaldischen Bund ange-
hörten; s. O. Winckelmann, Der Schmalkaldische Bund, S. 49 u. 91, und
Tgl. unten den Anonymus bei Schnitt, z. J. 1530.
1530. 151
und Bondera gn&digklich uffnam, in gegenwürtigkeit aller chui-
fiiisten und ständen des rychs, so da versamlet waren, öffent-
lich verlesen ^). Uff sollichs hat keyserlich majestät begert an
den ohurfiirsten von Sachsen sampt sinen mityerwanten, sich
5 mit irer majest&t und der] christenlichen kirchen, und euch
bäpsdicher heiligkeit, inen und anderen churfursten, fiirsten
und gemeinen ständen des heiligen Römischen ryohs zu ver-
glichen, und erwarten ein nechst nüw künfftig conciUum,
nachmals in mitler zit in iren fiirstenthumben nützit witer des
logloubens halben an dhand nemen, dadurch £nd und einigkeit
erhalten werd^). Das haben die fiirsten und herren nit an-
nemen wellen, sonder abgeschlagen. Näohmäls ist man inen
sampt und sonders mit antwort witer begegnet also^]:
Dwyl sydhar unserem zu Wormbss uszgangenen edict^),
isouch darnach vilen uffgericbten abscheyden und gehaltenen
rychstagen [232^] zu Nflrenberg und Spir^), allerhand b&-
schwerung dem christenlichen glouben und religion zuwider
yngerissen.
Sonderlich haben ettlich geprediget, das im sacrament des
SDaltais der lyb und blut Christi under beiden gestalten, brot
und win, nit wesenlich und gegenwurtig, sonder allein fig^-
lieh und bedütlich.
Etlich predigen, das ein yeder mensch usz dem gebot
Christi schuldig syge das sacrament des altars under beiden
25 gestalten zu empfähen, und diejenigen, so under einer gestalt
empfähen, nit recht thun.
Ettlich haben das ampt der mesz gar abthon und predigen,
das es die grfiste gotslesterung syge.
Etlich predigen und thund gar ab die mesz, zitt, vesper,
Mcomplet, motten, salve und ander lobgesang von der muter
gottes und von den lieben heiligen, und setzen ann der selben
1) Diese Verlesung und Uebergabe der Augsburger Confession erfolgte
am 25. Juni; s. Föntemann, Urkundenb. z. Oesch. d. Reichstags t. Augs-
Irarg I 310ff.
2) Diese Aufforderung, Yom 7. Sept., s. ebend. II 391 ff.
3) Das Folgende ist ein Auszug aus dem Reichstagsabschied, welcher
am 13. Okt. beschlossen, jedoch erst am 19. Nov. Yeröffentlicht wurde«
Jedoch stimmt dieser Auszug weder mit dem Texte bei Müller, noch mit
demjenigen bei Förstemann vollständig überein; vgL J. J. Müller, Historie
Ton der eTangelischen St&nden Protestation ec. S. 1005 ff., und Förstemann
n 715 ff.
4) Das Wormser Edikt, Tom 8. Mai 1521, s. Deutsche Reiohstags-
akten, jüngere Reihe II, No. 92.
5) Zu Nürnberg 1523, und zu Speier 1526 u. 1529.
152 Konxad Schnitt.
stat, in kiichen zu singen mit gemeinem volok die psalmen in
tütschy vor der predig und darnach, ouch den glouben und
Sechen gebott in tütsch.
Ouch die bycht, Ölung und ander lang hargebrlcht
ceremonien gar abthon; darsu bilder, gfitsen, gemeld gar ab, s
gfitzen verbrent, die altar, sacramenthüszlin gar zerbrochen.
Die clöster, frowen und mannen, gar ufithon, sy harusz ge-
stossen, mit inen überkomen, daa überig gut zur oberkeit
banden genommen; und etlich oberkeiten den iren verbotten,
an andren orten kein predig noch mesz zu hfiren, by peen.i«
Die closterlüt dahin gewisen, ir kleydung abzethund und welt-
liche cleider anzelegen, in die ee ze tretten.
Die predicanten die geschriflft nach irem gevallen uszgelegt,
das ampt der heiligen mesz in [233] gemein sampt dem gebett
für die abgestorbnen verworffen, christenliche ceremonien yei-ts
nichtet, singen und lesen, vasten, betten; und sunst in gemein
vilerley yngefflrt.
Usz sollichem nüts guts, mer bösz ervolgt; haben all ober-
keiten in iren predigen geschändet, vil irrsal under dem ge-
meinen volck erwachsen, alle and&cht erlöscht, und zulet8t»
dahin gereicht, das alle christenliche eer, zucht, gebett, tugent,
gotsforcht, erbarkeit, guter wandel und leben, ouch die wäre
lieby des nechsten gantz in abfal komen.
Aber sollichs nit allein dem heiligen evai^elio, sonder
ouch dem alten löblichen harkomen und gepruch der Christen- n
liehen kirchen zuwider, unbillicher wysz fiii^enommen. So
haben wir mit unseren churfürsten, fursten und st&nden, und
sy hiewiderumb mit uns vereinget und beschlossen, das ob-
angezeigt und alles ander wider gemein christenlich kirchen,
glouben, Ordnung, relligion, ceremonien und alt löblich satiung 30
harprocht und vor ettlich hundert jären gehalten, abgetbon
und cassiert sin, und wir doran sin und verfügen sollen und
wellen, wie sich gebürt, das sich diejenigen, die sSllich nüwe-
rung fürgenomen haben, mit uns gemeinen churfürsten, fiirsten
und ständen bisz zu eim nechstkomenden concilio vereynigenss
und verglichen.
Demn&ch gebieten wir und wellen, das nienan in dem
gantzen Römischen rych vestenklich gehalten, gelert und ge-
prediget werd, das under den gestalten brott und wyn, und
under yegklicher der selben, der wor lyb und das [233^] wor4u
blut Christi unsers heilmachers nit wesenlich und worhafitig
32. B: cMfliert Bind und. 37. B: das nieman in dem.
1530—1531. 153
gegenwärtig syge; und alle diejennigen, so dowider schriben,
leren, nit geduldet werden, üsz dem ervolgt euch, das die
christenlich kirch usz ynsprechung des heiligen geists heilsam-
lieh geordnet und gebotten hat, das einem yegklichen ohristen-
» menschen usierhalb der gehalten mess das consecriert hoch-
würdig sacrament under der gestalt des brots gereicht wer-
den soll.
Uff sollich und derglichen keyserlicher majestet gnädigst
erinnern und begeren sind die gesanten der beschribnen evan-
10 gelischen stetten uff irer meynung und antwurt (wie man dann
die findt in einem bflchlin, des titel ist: anzeigung und be-
kanntnusz des gloubens und der lere, so die adpellierenden
stände keyserlicher majestet uff yetzigen tag zu Augspurg
iiberantwurt habend ^j ; euch wie man die bekanntnusz irs
IS gloubens wytter und gnugsamklichen in dem Schmalkaldischen
handel und in actis gehaltener disputationen zu Zürich und
Bern findt) 2) bliben und bestanden. Deszhalben man zu allen
teylen uff disem tag zerritten, das nüts entlichs des gloubens
halb beschlossen worden. Aber uff disen rychstag wurden die
bo Oberländischen stett, als Basel, Zürich, Bern, Sch&ffhusen,
Sanct Gallen, Mülhusen und andere, die euch das evangelion
angenommen hatten, nit beschriben,
[B] Wenn Ferdinandus zu Rfimschem küng erweit und
gekrönt syg worden 3).
B [234] Nach disem rychstag reyt keyserlich majestet und
Ferdinandus sin bruder, küng zu Ungarn und Böhem, hinab
gon Collen, und die fürsten mit im, und erwalten do Ferdi-
nandum zu einem RA mischen küng; und ward becrönet zu
Auch, uff der heiligen dry küng tag anno 1531^). i^i
to Darnach enthielt sich keyserlich majestet im Niderland Jan. 6
bisz uff den herpst. Darnach mant sin keyserlich majestet
alles sin volck zu rosz und fusz, und zoch mit einer grossen
4. B: yegUiolLem meiuclien ehristea nsterhRlb der mMz luüt«n eouecriert dta hoeh-
wftrdig MMmnent. SO. B: DaniiLch enthielt licli kejserlieh migestet rIUs ein
▼olck im NiderUnd.
1) Ein Exemplar dieier Druckschrift 8. i. d. Zurioher Stadtbibliothek.
2) Zu Zflrieh 1523, und su Bern 1528.
3) Statt dieses Abschnitts hat S. die ausfahrlichern Berichte Carions
und der Augsburger Weltchronik.
4) Die Wahl erfolgte su Cöln am Vorabend des Dreikönigstages, also
am 5. Januar, und die Krönung zu Aachen am 11.
154 Konrad SchniU.
(1532) macht wider den Tiircken uff Wyen su ^). Und lagen do
ein zitt lang, und weych der Türck hindeisich, das do nit yil
geschaffen ward, dann allein das die statt Wyen behalten ward ^).
[BS] Von spennen swüschen Basel und Solathurn.
1S31 Im 1531 jär stunden die zwo stett Basel und Solathurn &
in spennen gegen eynander, der lochen 3), marcken und hoch-
herligkeit halb, von wegen der landtgrftffiKshafft im Siszgow,
so ein stat Basel hat; und in disem sdrck der landtgräffschafit
gelegen ist Dornach, Howalden^), Sewen, Gempen und Büren ^),
so denen von Solathurn zustät und iren ist, und aber die von i«
Solathurn nit gestunden, das die dSrffer in dem zirck der
landtgräffschafft legen oder gehörten^], sonder die oberkeiten
weren iren. IJsz sollichem erwuchs, das sich beyd stett ver-
anloszten mit einander 7): das yegkliche stat solt nemmen zwen
irer underthänen; darzu selten die von [234^] Bern geben uszi»
irem rhät dryg mann. Die syben mann selten ire herren irs
eydts erlassen, und ein eydt uff ein nüws thun, die gütlich-
keit ann dhand znemen; wo das nit verfieng, rechtlichen da-
rumb ze erkennen, und was do gehandlet, darby ze bliben.
Sfillichs ward ann dhand genommen von beiden parthyen mic&
sampt den siben mannen; k&men zu Lyechtstal zusamen^j,
21. B a. E: XU LyechtaUl znMmeii niid theUn den eyd, Ton dannen n. s. w.
1] Von Regensburg zog er nach Wien im fiept 1532; s. Baiungarten,
Qesch. Karls V., Bd. lU 108.
2) D. h. nach dem Rückiuge Solimans wurde kein Versuch gemacht
sur Rückeroberung Ungarns, wo statt Ferdinands der Gtegenkönig Johann
von Zapolya regierte.
3) Lohen, d. h. eingeschnittene Zeichen an bestimmten Bftumen, als
Qrensbeseichnung; s. s. B. £idg. Absch. IV Ib, 8. 1065 u. 1109.
4) Hochwald.
5) Die hier genannten Dörfer gehörten zur Herriohaft Domeok, welche
Solothum 1485 durch Kauf erworben hatte ; i. B. Chron. V 534. Zugleich
aber lagen sie innerhalb der durch die Birs und den Nunningerbaeh be-
grenzten Landgrafschaft fiisgau, deren Rechte Basel schon 1461 durch den
Kauf der Herrschaft Famsburg an sich gebracht hatte, und deshalb
beanspruchte die Stadt über diese Dörfer die hohe Gerichtsbarkeit.
6) Das streitige Gebiet war niemals von der Landgrafsohaft abgetrennt
worden. Doch waren die landgräflichen Rechte, zur Zeit als Basel die-
selben erwarb, von deren bisherigen Inhabern schon längst nicht mehr in
deren ganzem Umkreis ausgeübt worden, sondern nur noch innerhalb der
Herrschaft Famsburg.
7) lieber den nachfolgenden Vertrag, der am 18. April zu Waidenburg
geschlossen wurde, s. Stadt Urk. 1531 April 18, u. Eidg. Absoh. 8. 951.
8) Sonntags den 14. Mai; s. Eidg. Absch. S. 992 den Brief Basels an
Bern, Yom 19. Mai.
1531. 165
theten den eyd, und Ton dannen den nechsten uff den
Sehowenburgeibeig. Do ward die sach angefängt duioh die
rerordneten der stat Basel, die lochen, marcken und hoch-
herligkeit angesogen von w^;en der landtgräffschafit im Sisz-
sgow, da« die gieng do dannen und für die bemelten dörffer
uffi biss in die Birss. Do das gehört, naments die von Sola-
thom sni eim grossen Widerwillen an, und wollen kein ant-
wort geben; dann die hochherligkeit diser flecken wer ir, und
sj betten Domach mit dem schwort in kriegen behalten i),
10 woüen darby bliben und niemandt kein antwort geben. Und
musten also ungeschafft von eynander abscheiden. Also butten
die von Bern beyden stetten by den pündten, das sy nüts mit
eynander anfiengen, euch mit aller handlung still se stän, bisz
uff witteren bescheydt irer herren und oberen ^}.
» DisE stund ongevärlich ein monat lang, das dorinn ge-
handlet wart 3). Inn hangender sach liessen die von Solathum
der stat Basel ein marckstein uszgiaben ann den orten, do
span was^), über das, das die underthädiger von Bemn gebotten
hatten, nüts ann dband se nemmen. Disen frävel liesz eyn
20 stat [235] Basel umb fridens willen hin gon. Über sollichen
£rävel sich die von Solathurn nit begnügen liessen, und richten
erst über alles verbot und in hangender sach einen galgen
uff, uff Schowenburgberg by Gempen, do dann der span was^},
und damit meinten ir hochherligkeit zu bestätigen. Do das
2sein stat Basel vernam und innen ward, was sy übel zefriden,
das sy die von Solathurn also verdutzten, und bevalhen dem
schultheissen [Hug] zu Liechtstal<^], das er 20 knecht nemen
seit, und den galgen niderhowen, als euch beschach^}. Do
das die von Solathurn vemomen, rüsten sy sich mit irem
1) In der dortigen Schlacht vom 22. Juli 1499.
2] S. Berns Briefe an Baael und Solothurn, vom 19. Mai, Eidg.
Abaeh. IV 1 b, S. 992.
3) Ueber diese weitem Unterhandlungen s. ebend. S. 1007 u. 1021, aum
27. Mai n. 1. JanL
4) Dies gesehah schon Ende Mai durch Bauern Ton Büren, doch
ohne obrigkeitlichen Auftrag; s. Stadt Urk. 1531 Juni 1, femer Eidg. Ahsch.
S. 1058 u. 1066.
5) 8. Basels Brief an Bern, vom 28. Juni, in Eidg. Abseh. S. 1058.
6) Burkhard Hug erscheint erstmals als Sehultheiss von Liestal s. J.
1520; 8. Brückner IK 1019. Vgl. jedoch Gaste Tagebuch, s. 28. Juni 1531;
laut diesem war es Herrmann Offenburg, der Vogt su Famsburg, der diesen
Auftrag erhielt und mit 40 Mann ausführte.
7) Der BefeU hiezu wurde am 28. Juni ertheilt und noch in der-
selben Nacht ausgeführt; s. die Briefe Basels und Solothums an Bern,
Tom 28. u. 29. Juni, in Eidg. Abseh. S. 1058 u. 1059.
156 Konrad Schnitt.
houptbaner, in willen den galgen mit gewalt wider ufie-
richten ^). Also lust sich ein stat Basel euch mit irem houpt-
baner, mit 2000 mannen^) und 10 stuck büchsen, und be-
satzten ir schlfisser und flecken. Und soch Vaispeig und
Homburg gon Liechtstal, Wallenbuiger ampt bleib zu WaUen- &
bürg, die anderen ämpter^) sugen in die stat; Münchenstein
bleib bim schlosz, und Ramstein ouch bim schloss. Und stackt
Juni 30 man das paner und schiitsenfänlin uss am fritag vor sanct
Ulrichs tag. Und hat die statt stetigs ir kundtschafft, wann
die von Solathurn uffbrechen und den galgen uffrichten wollen, i*
damit sy ouch uffbrechen könten.
Jou 1 Also kam kundtschafit, das sy uff samstag vor sanct Ulrichs
tag uff mittag uffbrechen, und die nacht gon Balstal mit irem
paner und schütsenfänlin und dem geschüts kämen ^). Dem
Jdu 2 selben nach liesz die stat Basel umbschlachen, uff [235^] sontag ^
voi sanct Ulrichs tag fifle ufizesin und se verrücken^).
Also begab es sich, das unser Eydgnossen von Zürich,
jniii 80 Bern, Fryburg, Mülhusen, Byel bottschafften am fritag danror
gon Solathurn kämen, und handleten mit denen von Sola-
thurn, und hetten ffem gesechen, das sy nit uffgebrochen ^
weren^). Schuffen aber nüt; sugen nit desterminder die Ton
Solathurn biss gon Balstal ?). Doch eu Balstal wart so vil mit
ynen geredt und gehandlet, das sy den Eydgnossen Torgemelt
zuseytten, d& ze bUben und sy darinn handien lassen®}. Nach
jvu 1 dem ritten die Eidgnossen gon Basel und kamen am samstag »
JvU2Zu nacht vor sanct Ulrichs tag dar, und begerten momdis frü
für grosz und klein rhät, und b&ten, sy zu verh&ren und still
ze bliben und nit ze verrücken^). Also wurden sy fA vor
1) S. Eidg. AbBch. IV Ib, S. 1059, den Brief Solothums vom 29. Juni.
2) Vgl. B. Chron. I 126: von allen sunfiten das halb theil. Mit In-
begriff der Landschaft genügte diess aUerdings, um die StArke von 2000
zu erreichen. — Ueber die Sitsnng des Grossen Raths Tom 29. Juni, wo
dieser Beschluss gefasst wurde, s. ebend. S. 124 ff., auch Gasts Tageb. s.
29. Juni 1531.
3) Diese umfassten nur die nächsten Dörfer bei BaseL
4) VgL Eidg. Absch. S. 1065 den Brief der Gesandten Zürichs an ihre
Regierung, Yom 1. Juli aus Solothum.
5) Vgl. Gast s. 2. Juli 1531.
6) Vgl. den oben in Anm. 4 erwähnten Brief.
7) Am I.Juli Mittags; s. oben.
8) Schon Tor dem Aufbruch hatte Solothum versprochen, in Balstal
bis zum 2. Juli Mittags zu warten; s. den oben in Anm. 4 erwähnten Brief.
9} Vgl. Eidg. Absch. S. 1065 ff. den Brief der Zürcher Gesandten Tom
2. Juli.
1531. 157
gron und dein rh&ten verhört^), und eizalten do, was sy mit
denen von Solathurn gehandlet hetten und ouch sy veimftgt,
nit wyiter zu sdechen; und baten also den grossen ihftt, inen
zu bewilligen darinn gfitlich zu handien, und die grosse ge-
^ v&rligkeit zu bedencken. Also nach vil mfig und arbeit ward
inen bewilliget nit wytter ze yerrucken, und der gfttlichkeit
zu erwarten; doch ze handien mit wissenthafiliger täding, und
uns ze bliben lassen by dem versprochenen anläsz^), und ouch
mit denen von Solathurn ze verschaffen nit wytter ze rucken.
^^Dann wo wir vemämen, das sy wytter ruckten, wurden wir
keins wegs bliben^).
Also bleib es darby, und vorritten die hotten ylends wider
gon Ballstal, zu denen von Solathurn^), und' handleten mit
[236] inen ^). Und am mitwochen darnach kamen die Eyd- Jnii s
ugnossen wider gon Basel, und waren iren mer dann vor*),
und zftigten an, was sy mit denen von Solathurn gehandlet
hetten, und ein abscheid mit inen gemacht, und sich beider
stetten gem&chtiget. Und was nämlich von Eydgnossen yetzen
do Zürich, Bern, Lutzern, Ury, Swytz, Underwalden, Zug,
»Fryburg, Schftffhusen, Mülhusen, Sanct Gallen, Byel, Costantz^),
waren ir 30 hotten. Also begerten sy für grossen und deinen
rädt; wart inen gehalten uff donnstag frfl umb die sechste Jnu 6
stund ^). Also Hessen sy den abscheid hören ^), und baten
1) Ueber diese Sitsung des Grossen Raths, vom 2. Juli, vgl. B. Chron. I
126 und Qast s. 2. Juli 1531 , femer den in der vorigen Anm. erwfthnten
Briet
2) Beim Waldenburger Vertrage vom 18. April; s. oben S. 154, A 7
3) Diese Antwort gab Basel erst am 3. Juli, nachdem der Grosse Rath
sich, nochmals versammelt hatte; s. die Briefe der Zürcher und Bemer
Gesandten vom 2. u. 3. Juli, Eidg. Abseh. S. 1065ff„ auch B. Chion. I 126.
4) Schon am 2. Juli war einer der Gesandten nach Baistal voraus-
geritten, um die Solothumer vom weitem Vorrücken absuhalten, und auf
diesen folgten am 3. die Übrigen ; s. den Brief der Zürcher Gesandten vom
2. Juli, Eidg. AbscL S. 1066.
5) Ueber diese Verhandlungen, vom 4. Juli, s. Eidg. Absoh. S. 1066 ff.
6) Am 3. u. 4. Juli waren su Balstal noch die Gesandten von Luzem,
Zog, den drei Waldstätten und Schaffhausen eingetroffen; s. ebend. S. 1068
den Brief der Boten von Schaffhausen, vom 4. JulL
7) Im Vertrage vom 4. Juli, den diese Gesandten su Balstal vereinbart
hatten, sind St Gallen und Constanx nicht genannt; s .Eidg. Absch. S. 1064 ff.
8) Ueber diese Sitsung des Grossen Raths vgl B. Chron. 1 127, ferner
in Eidg. Absoh. S. 1068 den Brief Basels vom 6. Juli an Hennuinn Offen-
burg, den Vogt au Famsburg.
9) Nämlich den von ihnen am 4. Juli au Balstal^ vereinbarten Entwurf
eines Vertrages zwischen Basel und Solothum; s. oben Anm. 7.
158 Konrad Schnitt
daruff dein und giosz rhSt, das sy es däby wollen lassen
bliben. Lutet dei abscbeidt also:
Das die vorbemelten 9 ort >) den galgen ann dem ort vor-
gestanden wider ufiichten für sich selb, und sol in irem
namen do stän, und dannenthin die gfltlicheit durch die siben i
mann, nach lut des anlasz, wider ann dhand ze nemen. Wo
das verfieng, blib es darby; wo das nit, das dann xwen mann
usz eim rhät von Basel, und zwen usz dem rhftt von Solathurn
genommen, und dise vier mann ir eyden erlftssen, susamen
sitzen, die sach verhören, und rechtlich zu sprechen. Wo sy»
aber zerfielen, selten sy sich vereinbaren umb ein obman. Wo
sy sich des obmans euch nit vereinbarten, selten dann die
vier mann wider zusammen sitzen, und inen zugeben werden
einer von Bern, Lutzem, Glaris. Dise siben mann selten su-
samen sitzen und die sach verhören, und dann ein rechtlichen s
sprach thun, und was do gesprochen, darby solt es bliben.
[236^] Uff das ward ynen ein antwurt vor grossem ihit,
nämlich: Ein rhät hett sich soUichs abscheide nit versechen^
Joii 3 in ansechen das sy am mentag vergangen inen furgeben den
anlSsz, so beyd stett mit einander angnommen, es were by»
dem selbigen bliben^). Deszglichen euch, sy hetten nüts ge-
handlet, dann mit beyder theil wüssen. Darzu so hetten sy
uff den selben mentag gehört der statt Basel gerechtigkeit Uff
das hetten wir sy gemant und gebetten by den piindten, und
euch bim Christenlichen burgrecht ^j, das sy ein statt Basel bys
ir gerechtigkeit handthaben wölten, schützen und schirmen.
Dwyl aber ein stat Basel horte in dem abscheidt, das sy ein
galgen uffrichten weiten, möcht ein rhät wol gedencken, das
gewalt für recht gieng, wurden euch kein willen daryn geben,
und liesz ein rhät noch hättigs tags by ir vorgegebnen er- 3»
kanntnusz, so am mentag hie vor beschechen wer, blyben: das
sy an dem ort kein galgen haben wölten, dann ye weiten nie
keiner do gstanden wer. Wölt man aber nach hüt by tag
handien nach lut des ersten anläsz, was dann do gesprochen,
wurd ein rhät der statt Basel darby bliben Ion. ^
3. B n. E: X ort (statt IX).
1) Die Zahl 10, wie B und £ haben, ist jedenfalls ungenau; denn
ohne die sog. Zugewandten waren es nur 9, mit Inbegriff von Biel und
MiUhausen Mngegen 11; s. oben 8. 157, A. 7.
2) Vgl. oben S. 157 die Verhandlung vom 3. Juli, wo der Vertrag vom
18. April als unYeränderliehe Grundlage Yorbehalten worden war.
3) Diesem Bündnisse sum Schuti des evangelischen Glaubens, welches
Bern und Zürich am 25. Juni 1528 geschlossen hatten, war Basel am 3* M&n
1529 beigetreten; s. Eidg. Absch. IV la, 8. 1522 ff.
1531. 159
Nftch disem bäten die Eydgnossen abei wie vor, man
weite by dem abscheid bliben Ion. Uff das ward ynen die
antwuit wie vor gemeldt. Do die Eidgnossen sollichs horten,
was des grossen rhäts meinung was, do hand sy den grossen
srhftt cTYorderet nnd ermant, und euch inen gebotten by den
geschwomen pündten, das sy es selten daiby bliben Ion und
darwider nit handlen. Uff sollichs hat ein rhät und sechs ge*
antwuit: Dwyl inen so hoch gebotten, des sy sich nit ver-
sechen, so es aber [237] ye disen weg haben wfilte, mflszten
Msy es darby bliben Ion, und wölten nach hüt by tag kein
willen Kum galgen geben, und wölten nun hinfür keyn tag-
satsung mer besuchen, bisz diser handel zu end käme^).
Nflch disen dingen ward wytter darinn gehandlet, näm-
lich: Das Basel solt zwen man nemmen von deren von Sola-
ts thum underthänen, und selten die von Solathurn zwen nemmen
von deren von Basel underthänen, darzu selten die von Bern
dry irer rhatsfrfinden geben. Dise yben mann selten zusamen
sitzen, und selten euch ire herren und oberen sy irs eyds er-
lassen, und ein eydt uff ein niiws thun, g&tlich ze handlen
3Boder rechtlich darumb ze sprechen. Darby ists bliben; und
hat ein statt Basel und Solathurn yegklich ir bottschafft darzu
verordnet, den handel vor den siben mannen ze volfieren.
Und hands ann dhand gnommen, uff den span geritten, und
uff yegklichem span clag und antwort gehfirt, darinn gfltlich
Sund lechtlich gehandlet, euch an allen orten steyn gesetzt,
und ein vertrag uffgericht^}. Aber darumb der uffbruch sich
begeben, den galgen berflren, hand sy gesprochen'): Das der
selbig galg hin und ab weg soll gethon werden, und zu eewigen
1) B. h. Basel protestierte swar gegen die proyisorische Wiederher-
stellung des Galgens durch die yermittelnden Orte, versprach aber doch, sich
jeder Feindseligkeit gegen Solothurn bu enthalten, und erklärte nur, bis lur
endgiltigen Entscheidung dieses Streites keine Tagsatsung mehr besuchen
SU wollen. Vgl. hiesu B. Chron. I 128, auch Eidg. Absch. IV Ib, 8. 1068
den Brief Basels vom 6. Juli an den Vogt zu Famsburg.
2) 8. hierüber Eidg. Absch. 8. 1088 ff., sum 16. Juli, ferner den su
Ölten gefällten Schiedspruch Yom 27. Juli, Stadt. Urk. No. 2960, der in den
Eidg. Absch. fehlt.
3) Ueber diesen Streit hatte das Schiedsgericht am 15. Aug. su Aarau
einen neuen Vergleich Torgeschlagen, der am 22. in Basel Yom Grossen
Rath angenommen, Yon Solothurn jedoch verworfen wurde; s. B. Chroi^. I
129 ff. und Eidg. Absch. IV Ib, 8. llOSff. Hierauf blieb die Sache lange
Zeit unerledigt, bis auf Basels Antrieb im Dec. 1532 neue Verhandlungen
in Bern begannen, bei welchen schliesslich die hier folgenden Bedingungen
die beidseitige Zustimmung erlangten; s. Eidg. Absch. S. 1445 ff. Den
Wortlaut dieses Vertrages yom 13. Dec. 1532 s. St&dt. Urk. No. 2974.
160 Konrad Schnitt.
Sitten im zwing und bann Gempen nit solle uffgeiioht werden.
Darzu sollen ouch die von Solathuin dftselbst zu Gempen ab
keinen malefitiisohen personen, so das leben verwürekt band,
weder mit strick, rad, fhiir oder ander gestalt vom leben zum
tod richten, dann allein die, so umb malefitzisch [237^] Sachen i
im zwing und bann geÜBingen werden, so mit dem seh wert
gericht ze werden verschuldt hand, und keiner anderer gestalt
an dem ort zu Gempen richten sollen, mit der läterung: wann
die von Solathurn dftselbst zu Gempen mit dem schwort, wie
obstat, richten wellen, das sy dann zu Gempen die stftl har{ur u
tragen und stellen mögen, und wann die urtel ergangen ist,
so sollen sy dann die stfll wider dannen und hinweg thun.
Den costen betreffen ward abgeredt, das yeder teyl einen
oosten an im selbs haben solt. Und ward die sach also su
1531 ennd brächt im summer des 1531 jftrs^) [und wirt der galgen-i>
krieg genempt]').
[B] Von eim cometen am himeP).
▲vg. i& Im 1531 järe, zinsztag nach Laurentii, entstund zu nacht
wann der mon u^eng, ein comet am himel, schier glych |
einer ruten; treibs 14 nacht ^). Wust nieman, was es bedüttet,»
bisz harnäch sich vil rerloffen; meint man, er hett sollichs
bediittet.
[SB] Von einem grusamen grossen hagel.
Bepi 4 [386^] Anno 1531 am mentag nach sant Verennen tag [su]
abent [nft^h der fünffken stund] kam zu 3asel ein grosser 2^
hagel ^}, das stein fielen als grosz als hunnereyer und kleinnet,
1. B IL E: in cwing und btnii. 24. 8: vff den abent.
1) Die irrige Auffassung, als ob der Streit schon durch den Aanoer
Vertrag Yom 15. Aug. 1531 seine endgiltige Erledigung gefunden bitte,
findet sich aueh in B. Chron. 1 129 ff., und acheint demnach in Basal sehr Te^
breitet gewesen su sein. Jedoch sind die im Text angefahrten Bedingungen
in ihrem gansen Umfang erst im Vertrage yom 13. Beo. 1532 enthalten;
YgL oben S. 159, A. 3.
2) Wie hier der Qalgenkrieg, so werden noch andere Feldaüge jener
Zeit nach ihrem Spitsnamen benannt in einer Anonymen Chronik, deren
BruchstQcke sowohl bei Ertsberg als in der Hs. S. vorhanden sind. Aus
diyer Quelle stammt daher möglicherweise auch der vorliegende Zusati,
der sich einsig in der Hs.,S. findet
3) Statt dieses Abschnitts hat S. den ausführlichen Bericht Job.
Carions.
4) YgL Seb. Francks Zeitb. Bl. 252, auch Carion.
5) Vgl B. Chron. I 130.
1531—1532. 161
und erschlug den win an den reben, und die fenster, und
gieng nit witter weder über die stat Basel.
[Und stunden die reben treffenlich hüpsoh, als in langer
Dtt ye. Und thet der hagel grossen schaden ann trübel und
5 ann holts ; und welcher ein juchart reben hat, lasz under den
stocken uff, das er ongevärlich ein halb fuder wins macht.
Und nam der überig win an stocken nit vast mer zu, und
ward ouch nit als gut als sunst. Und galt der Baselwyn vor
disem herpst uff Joannis ein som 5 pfund ; und galt der nüw joni 24
ioTon disem jär ein som 1 guldin, und ouch 1 pfundt, darnach
er gut was.]
[£ 49] Von grosser kelty und schnee, und irer
wurckung.
Anno 1531 angends des winters und vast durohuszhin ^^^
u was es £ast kalt, und viel vor wyhenachten ein grosser sehne, ^^- ^
lag by 8 tagen. Darnach, nach wyhenachten, mentags vor
Valentin], was der 12. tag februarii, fieng es aber an schnyen, ^^ j^
und weret die selbe gantze wuchen, das ein sehne viel, mer
dan eyn kny hoch, durch das gantz land hinweg ^). Und
20 weret fast der selb schnee bisz reminiscere in der fasten; dopebr. 25
brach das wetter mit regen, das er nach und nach hüpschlich
abgieng. Aber darvor, eeh das wetter brach, als man sich zu
Basel besorgt, er wurd on schaden nit zergon, ettlich, so bösz
tächer uff iren hüseren betten, stieszen den sehne herab. Ouch
sgebott man by 10 s, das ein yeder vor sinem hiuiz den sehne
dannen solte rumen. Dann worlich sich yederman besorgte,
solt er mit einer gechy abgangen sin, m&cht er grossen schaden
thon han. [49^] Wiewol der Ryn und Birszeck fast grosz
wurden, das alles volck, das uff dem Birszeck sasz, alles, was
36 sy in den laden hetten, darusz thetten. Dann der Birszeck
zunam und so vast wuchs, das es darzu kam, das man am
zinstag nach reminiscere umb die zwey in der nacht sturmpte Febr. 27
über den Birszeck mit der bäpstglocken >). Aber es zergieng
wol, das er kein schaden thet.
35 [BE] Von einem grossen erschrockenlichen mort zu
Basel.
[238] Im 1532 järe, soimtags vor Laurentii uff mittag 1532
Aug. 4
1} Vgl B. Chron. I 139.
2) Gemäss der neuen Ordnung bei Wassennoth, vom 4. April 1531;
TgL oben S. 136, A 2.
BMlar ChronOcen. VL 11
162 Koniad Sobnitt.
zwüschen zwfilffen und eim, hat sich ein giosz erschrockenlich
mort begeben ^). Es was ein wolhabendei buiger, ein geweibs-
man [mit namen Stoffel Bourngartei,] hat ein junge £rowen,
was ouch eins burgeis und kouffmans tochter'), und waren
beyde jung, und siben jar by einander gsin. Do b^ab es &
sich, das der mann etwas misztruwen zu der frowen überkam
des knechts halben ^), meint, sy hett mit im zu schaffen. Und
schickt uff ein zitt den knecht hinweg, und nam darnach die
frowen under dsporen und fürt sy in ein kameren, und wolt
von iren wissen, was sy mit dem knecht zu schaffen hett. i^
Do verjach sy im, sy hett mit im ze schaffen und sin willen
zum dickeren mal gethon^]. Nach [238^] sollichem hiesz er
sy usz dem husz gon von im, zu irem vatter, als es ouch be-
Schach. Glych in ettlichen tagen darnach leiten sich die
friintschafit daryn und handleten mit inen beyden, das syi:^
wider zusamen selten gon und einander verziehen. Und
kug. 1 kamen uff donnstag vor dem obbemelten sonntag wider zu-
Ang. 4 Samen. Und uff den yetzgemelten sonntag assen ire fründ by
inen in irem husz zu imbisz; und nach dem mal giengen die
fründ alle hinweg. Nach sollichem schickt sy die junckfrow»
in die predig, und hiesz die zwey kind, so er von der ersten
frowen haf^), anmercktgon, ops zu kouffen. Und do die alle
hinweg waren, do verriglet er die huszthüren <^), damit nieman
ins husz komen mocht. Nach dem hiesz er die frowen hinuff
in kameren komen und das tfichterlin, so sy beidy by einander s
überkommen hatten, mit ir nemen, was vier jar alt ^}. Und do
die fräw mit dem kind hinuff für die kameren kam, do zuckt
er sinen weydner usz, den er hat lassen daruff schlyffen, und
ermurte do die frow und das unschuldig kind ellendigklich.
Und do sy bedy todt waren, gieng er uff den österrich bimso
zugfenster, und thet ab sinen gürtel, degen und schuch, und
4. Naehtr&glicher Zusatz in E: Heinrich DaridB desz rlths..
1) Vgl. hierüber B. Chion, 1 140 ff. u. IV 98, auch unten den AnoDymus
bei Schnitt, femer Ertzberg k. J. 1532.
2} Elsbeth, die Tochter Heinrich Davids, des Zunftmeisters zum B&ren.
3) Namens Engel; s. B. Ghron. IV 98.
4) Dieses Oeständniss war ein envungeneSi indem er die Fraa mit
gezücktem Degen bedrohte; s. ebend. I 140.
5) Er war dreimal verehelicht und hatte noch aus zweiter Ehe ein
Kind; s. ebend. I. 141.
6) Ueber sein Haus, an der Freien Strasse, s. ebend. IV 98, A. 4.
7) Dieses sein Kind dritter Ehe hiess Elsbeth wie seine Matter;
s. ebend.
1532—1535. 163
band ein brieff Tornen an ein nestel, darinn alle Handlung
gi^chriben stund. Und sprang vom österlich hinab an gassen,
und viel steynhört zu todt.
Im brieff stund, wie sy im yerjechen hett mit dem
sknecht, und ouch wie er das mort thun weit, ouch wariunb
er das unschuldig [239] kind get&dt het, nämlich darumb, das
es nit sin wer, und in laster empÜEUigen, damit kein Übels
mer von im käme. Es stund ouch darinnen, das er gott den
allmechtigen sum dritten mftl angerAfft hette, das er im als
10 eim yeraswyffleten menschen w<e gnädig sin. Es stund ouch
darinn, das der knecht in umb eer, lyb und gut brächt hett,
und so im der allmechtig gott nit barmhertzig sin wurd, hett
er yn umb soUichs ouch brächt. Es stund ouch darinn, das
er mengklich warnet, sich ze hflten vor jungen torechten
15 frowen. Er hat ouch disen brieff geschriben an ein ersammen
rhät der statt Basel.
Nach sollicher thät wart das gericht gefftrt über die
£rowen und tochter i). Und wart darnach er morndisz am
menntag, nach ergangner urteil, also todt uszgeschleifft und Aug. 5
20 mit dem rad gerichtet. Und als er ongevärlich vier stund uff
dem rad gelegen , ward er wider herab gethän , inn ein yasz
geschlagen und Ton dem nächrichter uff den Khyn geschickt.
[BS] Von grossem wind, regen, donnder und plitzen.
Am 22. tag hornungs im 15*33 järe, was der herren fasz-p^^
22
2s na4sht äbent, weyget der wind den tag dar vor so grusamlicb, Febr. 21
als ye gehört was 2). Den selben gantzen tag regnet es treffen- Febr. 22
lieh, dondret und plitzget nach mittag. Morndis an [239^] der Febr. 23
herren ÜEisznacht viel ein grosser schnee.
[B] Von yil regen und einem fruchtbaren jär^).
30 [239^] Im 1535 järe z&igt sich der summer anfängklich 1535
wol; meint yederman, wurd ein warmer summer. Und fieng
an regnen uff Laurentii, und treibs bisz nach Martini, das Ang. 10
selten zwen tag an eynander sch&n wären. Darnach ward es Nor. 11
kalt und drocken bisz wienachten, und viel ein zimlicher Dee. 25
& schnee, ward fast kalt.
1} Von beiden Leichen wurden Wahrseichen genommen; b. Wochen-
ausgabenb. XV 343, auch B. Chron. I 99.
2) Vgl. unten die entsprechende Nachricht im Anonymas bei Schnitt.
3} Ueber diesen und den folgenden Absohnitt b. oben S. 102.
11*
164 Konrad Schnitt.
(153«) Disz jär ^) ward so ein fiuohtbar jär ann win und kom,
und wart so vil wyn an allen orten, als in 30 jftren yeman
denckt, aber sur win. Gralt ein som landtwin 14 s., ein
yiemtzel kom 15 s., und schanckt man ein mSaz wyn umb
2 pfennig. s
[B] Von einem kalten winter und warmen summer.
1636 Darnach im 1536 järe^) ward ein kalter winter, und wäret
lang. Und was reben nit deckt waren, die erfruren all, das
(is37)man sy uff den frfllingS) must abhowen, zu statt und land.
Und wart ein warmer summer, als lange sitt ye was gsin; u
ward yast gut wyn, und starck; galt eyn som 33 s.
i) Nftmlioh das Jahr, welohes mit der eben erwähnten Weihnacht
von 1535 begann, also 1536. Ueber die billigen Preise und die Frucht-
barkeit diesea Jahres vgl. B. Chron. 1 147 u. 150.
2) D. h. nach dem Sommer dieses Jahres, also im Winter 1536/37.
3] Also im Frühling 1537.
Beilagen,
I.
Die Sclinittisclie Handsclirift.
Die Yon Eonrad Schnitt gefertigte Handschrift S 2 der Vater^
5 ländischen Bibliothek in Basel, die wir schon bisher kurzweg mit S
bezeichnet haben, bildet einen stattlichen Band von 636 Blättern
in folio, Ton welchen jedoch sowohl die vordersten 100 als auch
die hintersten 136 leer geblieben sind. Die meisten dieser leeren
Blätter, nämlich 94 am Anfang und 122 am Schluss, sind zu-
10 gleich Ton geringerem Papier, mit dem Wasserzeichen der Traube^),
während die übrigen durchweg das Zeichen des Bären tragen. Diese
letzteren Blätter sind es also, welche den £ern der Hs. bilden, und
neben ihnen erscheinen diejenigen mit der Traube nur als eine
spätere Erweiterung. Auch von den beschriebenen Blättern mit dem
15 Zeichen des Bären wurden mehrere Lagen, wie wir noch sehen
werden, erst nachträglich eingeheftet^). Dies alles aber geschah,
noch bevor der Schreiber der Hs., also Schnitt, die Foliatur an-
brachte. Denn wiewohl diese die vordersten 41 Blätter übergeht
und erst beim folgenden mit 1 beginnt, so umfasst sie doch zum
2oTheil noch die Blätter mit der Traube, und ebenso zählt sie auch
die nachträglich eingehefteten Blätter alle mit. Immerhin ist diese
Foliatur theilweise ungenau, indem sie sowohl Bl. 250 — 259 als
auch BL 314 überspringt, didfür aber 13 Blätter doppelt hat, nämlich
BL 106 — 115, 351, 416 und 433. Sie reicht übrigens nur bis
25 Bl. 458, d. h. um ein einziges Blatt weiter als der Inhalt der Hs.,
der auf Bl. 457 mit dem Jahre 1541 schliesst, und die übrigen
135 leeren Blätter tragen keinerlei Bezeichnung.
Diese Foliatur ist in römischen Ziffern zwar durchweg von
derselben Hand geschrieben wie der Inhalt. Doch unterscheiden
30 sich die 9 letzten Blattzahlen,' 450 — 458, von allen früheren sehr
1) Die 122 Blätter am Sofaluss sind in der Weise getheüt, dass zwischen
die ersten 12 und die übrigen 110 noch 6 Blätter mit dem Bären ein-
geheftet sind.
2) 8. unten S. 166.
166 Konrad Schnitt.
deutlich durch kleinere Schrift und andere Fassung der Zahlen^], so
dass mit Bl. 450 für den Schreiher augenscheinlich ein neuer An-
satz hegann, während vorher die Foliatur nur his BL 449 gereicht
hatte. Da nun auf letzterem Blatte der Inhalt bis z. J. 1539 reicht,
so ist die jüngere Foliatur, Ton BL 450 bis 458, wohl erst in diesem 5
Jahre hinzugefügt worden, während die ältere jedenfalls schon früher
Torhanden war.
Einen ähnlichen Unterschied wie an der Foliatur bemerken
wir auch am Texte, indem der letzte Theil, BL 395 — 457, mit
blasserer Tinte geschrieben ist als der sonstige Inhalt der Hs., der it^
auf BL 394 bis z. J. 1537 reicht. Dieser letzte Theil umfasst zu-
nächst die Ereignisse der Jahre 1537 bis 1541, jedoch keineswegs
in ungestörtem Zusammenhang, sondern mehrfach unterbrochen
durch eine Reihe von Verträgen aus den Jahren 1528 bis 153P},
sowie auch durch einzelne Urkundenauszüge und Chronikalien desis
XIII., XIV. und XV. Jahrhunderts. Dieses ordnungslose Durch-
einander zeigt uns, dass Schnitt hier, also von 1537 an, die Zeit-
ereignisse Jahr für Jahr niederschrieb, indem er zwischenein noch
Auszüge aus älteren Schriften eintrug, die er früher noch nicht
gekannt hatte. ?
Mit derselben blassem Tinte wie dieser letzte Theil der Hs.
sind auch in den altem Theilen allerlei kürzere Abschnitte ge-
schrieben, welche augenscheinlich erst nachträglich eingeschaltet
wurden. Dasselbe jedoch gilt auch von einer Anzahl nachträglich
eingehefteter Blätter, welche im Ganzen vier Ghruppen bilden, nämlich k
BL 269—270, 309—312, 328—329 und 344—358. Bei dreien
dieser vier Blättergruppen ist die letzte Seite leer geblieben, und
schon diese unvollständige Ausnützung des Raumes kennzeichnet
sie als nachträgliche Einheftungen, wie denn auch ihr Inhalt zu
dieser Voraussetzung völlig stimmt^). Während nun der mit dunkler»
Tinte geschriebene Hauptinhalt der Hs. bis 1537 reicht und mithin
erst in diesem Jahre vollendet wurde, sind auch diese vier Bl&ttei^
gnippen noch in der älteren, schon um 1539 entstandenen FoUatur
inbegriffen. Sie wurden also spätestens in letzterem Jahr in die
Hs. eingeheftet, worauf dann Schnitt das Werk bis zu seinem 1541 3&
erfolgten Tode noch fortsetzte.
Der Einband dieser Hs., aus Holz mit gepresstem gelblichem
Lederüberzug und reichverziertem, doch nicht mehr vollständigem
Metallbeschläge, ist jedenfalls noch der ursprüngliche. Die Innen-
seite des vorderen Deckels nehmen zwei gemalte Wappen ein, deren 4«
Ausführung ganz an Schnitts Wappenbuch erinnert. Dasjenige rechts
vom Beschauer, mit einem Halbmond über achteckigem Stern, in
1) Vorher CCGGXLIX, dann aber IIIIGL; auch ist die Form der
Ziffern, i. B. von L, eine gans andere.
2) S. unten S. 172.
3) S. unten S. 171.
Beilage L 167
sehwan und gelb quergetheiltem *Felde, ist Schnitts eignes Wappen i).
Dasjenige links hingegen, mit drei weissen Schildlein in blauem
Felde, ist das Wappen seines Berufs, n&mlich der Malerzunft im
allgemeinen^). Das Schnittische Wappenschild trägt den offenen
^ bargerlichen Helm, und als Helmzier einen Mohrenrumpf, an welchem
der Halbmond über dem Stern im schwarz und gelben Felde sich
wiederholt. Der Schild des Malerwappens hingegen trägt den adeligen
Tumierhelm, und als Helmzier den blau gekleideten Rumpf einer
Mohrin, aus deren Schultern statt der Arme Hirschhörner aufsteigen.
^^ Der Inhalt dieser Hs. beginnt mit einer Chronik der Kaiser
und Päpste, welche BL 60 — 164 einnimmt und von Julius Caesar
bis zur Krönung Ferdinands I. und zur Wahl Pauls III. reicht, also
bis 1534. Zur Fortsetzung dieser »Kaiserhistorie«, wie der Ver-
fasser selber sie beiläufig nennt^), sind Bl. 165 — 187 leer gelassen,
^^ und erst hierauf folgt auf BL 188 — 394 der viel umfangreichere
zweite Theil, nämlich eine genau nach den Jahren geordnete Welt-
Chronik, welche mit Philipp dem Araber als den »ersten Kaiser
der Christen € beginnt und bis 1537 reicht. Aus diesem langen
Zeitraum wird hier von mancherlei Ereignissen berichtet, und zwar
^^ meistens von solchen, die schon ihres mehr lokalen Gepräges wegen
in die Kaiserhistorie nicht gehörten. Während nun diese Chronik
nach 1537 noch fortgeführt wurde bis 1541^}, boten hingegen für
die Kaiserhistorie diese wenigen Jahre keinen Stoff zur Fortsetzung,
da inzwischen weder beim Kaiser noch beim Papst ein Wechsel
^ eintrat.
Diese Kaiserhistorie zählt von Caesar bis Theodosius 48 römische
Kaiser, lässt jedoch auch die spätem Beherrscher des weströmischen
und des byzantinischen Reiches noch folgen bis auf die Zeit Karls
des Grossen. Mit diesem nan beginnt eine neue Reihe, nämlich
^ die der deutschen Kaiser, deren mit Einschluss Ferdinands 40 ge-
zählt werden, wiewohl letzterer damals erst römischer König war.
Ausser dem Jahre der Thronbesteigung und der Zahl der Regierungs-
jahre werden bei jedem Kaiser nur seine wichtigsten Thaten er-
wähnt. Hinter jedem aber folgen noch die gleichzeitigen Päpste,
^ ebenfalls mit der Zahl ihrer Regierungsjahre und mit Erwähnung
der von ihnen herrührenden Institutionen. Ausserdem enthält diese
Kaiserhistorie auch einzelne Abschnitte, welche ausserhalb dieses
engen Rahmens liegen, so z. B. bei Anlass der Völkerwanderung
die Geschichte der Gothen, oder beim ersten Auftreten des Islams
^ die Beschreibung seines Ursprung^ u. s. w.
1) Vgl. oben S. 93 die Beschreibung seines Siegels.
2) Laut gütiger Mittheilung des Freiherrn Kindler von Knoblooh, die
mir durch Dr. B. Waekemagel übermittelt wurde.
3] So z. B. auf Bl. 96: der keysser historyen.
4) 8. oben 8. 166.
168 Konrad Schnitt.
Den Inhalt dieser Kaiserhistörie schöpfte Schnitt aus Ter-
schiedenen Quellen , deren Angaben nicht immer übereinstimmten.
So Iftsst er z. B Heinrich IV. 48 Jahre regieren, doch mit der Be-
merkung: »etlich halten 50 jar« ^J. Immerhin macht seine Arbeit
keineswegs den Eindruck, als ob er überall nur seine Quellen aus- s
geschrieben hätte, sondern an mancher Stelle tritt er unverkennbar
mit seiner eigenen Auffassung hervor. So gibt er sich z. B. bei
Justinian und bei Lothar dem Sachsen als einen begeiaterten An-
hflnger des römischen Rechts zu erkennen ^j, und ebenso tritt er
bei Karl dem Grossen mit Wärme für das deutsche Kaiserthum ein, io
indem er mehrere Kaiser nennt, welche selbst den besten römischen
noch vorzuziehen seien 3). Zugleich leg^ er auch für die Kirchen-
geschichte ein lebhaftes Interesse an den Tag, und wie sehr er
diese ganz nur vom Standpunkte der Reformation aus betrachtet,
das zeigen uns seine Urtheile über das Mönchthum und über diei»
Kardinäle^). Nebenbei tritt auch seine Vorliebe für Genealogie za
Tage, indem er z. B. eine Stammtafel der Karolinger, sowie auch
ein Verzeichniss der ELinder König Albrechts I. einschaltet^).
Während Schnitt in dieser Kaiserhistorie bei den meisten Kaisein
nur das Jahr ihrer Thronbesteigung angibt, setzt er in der nach-3i)
folgenden Weltchronik zu jedem Ereigniss die Jahrszahl und ordnet
deshalb auch den ganzen Inhalt genau nach der Zeitfolge. Diese
Ordnung ist es auch allein, was die aus mancherlei Quellen hier
zusammengestellten Nachrichten einigermassen zu einem Ganzen Ter-
bindet. Denn im übrigen begnügte sich Schnitt bei der Zusammen- 25
Stellung dieser Weltchronik mit der wörtlichen Abschrift seiner
Quellen, und auch da, wo er über dasselbe Ereigniss verschiedene
Berichte vorfand, beschränkte er sich darauf, deren Wortlaut an
einander zu fügen, so gut es eben ging.
So bunt nun der ganze Inhalt dieser Compilation zusammen-»
gesetzt ist, so erscheint immerhin Basel als derjenige Ort, welcher
bei der Auswahl des Stoffes Vorzugsweise berücksichtigt wurde. Wie
in der Kaiserhistorie, so erweist Schnitt auch hier sich nebenbei
als ein fleissiger Genealoge, indem er z. B. 1218, beim Tode des
letzten Zähringers, eine ausführliche Stammtafel dieses Herrscher- 3^>
hauses und aller seiner Erben anbringt*]. Den Anfang des Gänsen
aber bildet die Erwähnung Philipps des Arabers z. J. 246 wohl
einzig deshalb, weil dieser den Christen günstig gesinnte Kaiser
von der mittelalterlichen Tradition kurzweg als »der erste Kaiser
der Christen € bezeichnet wurde. *>>
Wiewohl diese compilirte Weltchronik in der Hs. erst auf die
1) 8. Hs. Bl. 128 b.
2) S. ebend. BL 101b und 133b.
3) S. ebend. Bl. 104 b.
4) S. ebend. Bl. 140 b und 151.
5) 8. ebend. Bl. 116 und 149b.
6) S. Hs. BL 238 b ff.
Beilage I. 169
*
Kaiserbistorie folgt, so scheint sie dooh noch vor dieser geschrieben
zu sein. Denn in letzterer wird offenbar auf die Weltchxonik ver^
wiesen, wenn wir auf Bl. 162 von Kaiser Maximilian lesen: »Und
was zu sinnen zitten beschechen, das findt man hienach, nach der
5 zal der jarenc. Und in der That finden sich in der Weltchronik
auf BL 33 Off. allerlei Nachrichten aus dieses Kaisers Regierungsseit.
Ueberhaupt aber zeigen uns schon die zedilreichen Stellen, wo die
Kaiserhistorie und die Chronik mit einander wörtlich übereinstimmen,
dass für beide Schriften dieselben Quellen vorlagen.
lü Auf einen vollständigen Nachweis aller hier benützten Quellen
müssen wir allerdings zum voraus verzichten. Doch lässt sich
wenigstens feststellen, dass namentlich die Weltchronik zum grösseren
Theil aus einigen Geschichtswerken zusammengetragen ist, welche
schon damals, d. h. vor 1537, im Drucke vorlagen. Hierher gehören
1^ die Chronik Johann Carions^), das Zeitbuch Sebastian Francks^], die
anonyme Augsburger Weltchronik ^), Hartmann Schedel^), Etterlins
Chronik der Eidgenossenschaft^) und die lateinische Chronik des
Johannes Nanclerus^}.
Neben diesen gedruckten Quellen sind femer die damals nur
^handschriftlich vorhandenen Chroniken Königshofens^), Closeners
und Mathias von Neuenburg zu nennen, sowie auch Felix Fabris
Historia Suevorum. Doch bleibt es dahingestellt, ob Schnitt diese
Schriften alle direkt benützte, oder ob er noch weitere, uns im-
bekannte Druckwerke vor sich hatte, zu welchen sie bereits als
25 Quellen gedient hatten. Noch mehr als für die genannten Schriften
fällt diese Möglichkeit in Betracht für frühmittelalterliche Werke
wie die Annalen von Fulda, oder die Schriften Reginos von Prüm,
Richers von Senones, Hermanns von Reichenau und seines Fort-
setzers Berthold, welche alle in dieser Compilation durch einige
30 wörtlich übereinstimmende Abschnitte vertreten sind. Ganz aus-
geschlossen erscheint hingegen ein gedrucktes Zwischenglied bei
den Annalen von Colmar, welche wir einzig in den mit blftsserer
Tinte nachträglich beigefügten Zusätzen verwerthet finden^), und
dasselbe gilt auch von der sog. Klingenberger Chronik®].
1) Gedruckt in Augsburg 1533.
2) Gedr. in Strassburg 1531.
3} Unter den zahlreichen Ausgaben dieses Werkes, die mir nicht alls
zugänglich sind, ist es die Wittenbergische von 1532, welche hier am
meisten benützt wurde; doch scheint der Compilator auch noch andere
Ausgaben gekannt zu haben.
4) Gedr. in Nürnberg 1493.
5) Gedr. in Basel 1507.
6) Gedr. in Tübmgen 1516.
7) Von Königshofen gab es allerdings die sehr verkürzten Drucke von
1480 und 1487; zugleich aber war dieses Werk durch zahlreiche Hss. verbreitet.
8) Sie lassen sich von 1218 bis 1303 verfolgen; s. Bl. 238— 262b.
9) Vgl z. B. Bl. 268 b den Zusatz z. J, 1336 mit Hennes Klingenb. S. 67.
170 Konrad Schnitt.
Durchweg nur handschriftlich vorhanden waren auch die Ton
Schnitt henützten baslerischen Quellen. Hierher gehört vor allem
Beine eigene, bis 1533 reichende Chronik der Reformatioiiszeit, und
auch mit seinem Wappenbuche stimmen einzelne Abschnitte wörtlich
überein ^). Femer kannte er die Chronik Erhards von Appenwiler, ^
und zwar vermuthlich aus derselben jetzt verlorenen Hb., welche
für die Beinheimische als Vorlage diente, und von der wir früher
sahen, daas sie eine bis 1487 reichende Fortsetzung enthielt^). Wohl
ebendort fand er auch die Basier Zusätze zur Sächsischen Welt-
chronik, sammt den Annalen von Paris'). Die Deutsche Colmarer-^«^
Chronik^) hingegen, und ebenso die Rötelerchronik ^), von welchen
beiden bei Appenwiler nur Auszüge vorhanden sind^), Bcheint er
noch aus andern Hss. gekannt zu haben.
Die Grösseren Basler Annalen kannte Schnitt aus einer Hs.,
die sich mit keiner der bisher bekannten deckte. Weiter benützte ^^
er auch baslerische Aufzeichnungen aus den Jahren 1473 bis 1529,
welche uns sonst nur noch bei Cosmas Ertzberg erhalten sind, und
die er an einzelnen Stellen aus dem Rothen Buche der Zunft zum
Himmel ergänzte^). Speziell über den Schwabenkrieg hingegen
schrieb er dieselbe zürcherische Quelle aus, welche wir schon beise
Heinrich Brennwald, dem Schwiegervater seines Freundes Stumpf,
verwerthet finden^). Einige Basier Notizen z. J. 1523 und 1526
stimmen, wie wir schon früher sahen, genau überein mit den zer^
streuten Nachrichten in der Beinheimischen Hs.^^), und ebenso stimmt
eine Aufzählung der 1476 bei Murten kämpfenden Verbündeten mit^
der Anonymen Chronik der Burgunderkriege ^^). Zwei Nachrichten
von 1501 und 1503 hingegen sind uns auch bei Adelberg Meyer
erhalten ^^]. Endlich noch stimmen einige kurze Notizen z. J. 891,
1189 und 1197 genau überein mit einer um 1550 geschriebenen
Chronik der Basler Bischöfe, welche in einer jetzt in Berlin be-
findlichen Wiederholung von Konrad Schnitts Wappenbach ein-
geheftet ist, sowie auch mit Stumpfs Chronik. Ihre gemeinsame
1) Vgl die Nachrichten z. J. 1274, 1339, 1356, 1386 und 1417 mit
Schnitts Wappenb. Bl. 28, 25 b, 26, 254 und 28. Ueber den Inhalt dieser
Abschnitte s. oben S. 95.
2) S. B. Chr. V 444 ff.
3) 8. ebend. IV 224 und 226.
4) Ausg. von J. See, in Stöbers Alsatia, Bd. 1874, S. 221 ff., ferner
von A. Bemoulli, Die älteste deutsche Chronik von Colmar, Colmar 18SS
bei J. B. Jung.
5) S. B. Chron. VI 20 ff.
6) S. ebend. IV. 227 und 239.
7) S. unten die Einleitung zu Ertzberg.
8) Ausg. im Anzeiger 1899, S. 237 ff.
9) 8. oben S. 78.
10) Vgl. Bl. 327 mit B. Chron. V 521 und 510.
11) S. unten die Einleitung zu Adelb. Meyer.
*ü
Beilage L 171
Quelle war also vennathlich ein älterer, jetzt verlorener Bischofs-
katalog ^).
Neben all diesen chronikalen Aufzeichnungen nahm Schnitt in
sein Werk auch Urkunden und Aktenstücke auf, soweit ihm solche
5 zugänglich waren, so z. B. den bekannten Stiftungsbrief des Klosters
Luxem, welcher die Jahrszahl 503 trägt 2). Das Verzeichniss der
Gefallenen bei Kappel, von 1531, wurde schon' oben erwähnt^),
und ebenso die zwölf Artikel des Bauernkrieges von 1525^). Speziell
auf Basel beziehen sich einige Steaerverordnungen von 1420 bis
10 1446, welche im Liber Diversarum Rerum des Archivs noch er^
halten sind, sowie auch die Urkunde von 1445 zar Verbannung
des feindlichen Adels '^J, welche Schnitt aus dem Archive seiner Zunft
kennen mochte. Eine Urkunde von 1351 hingegen, über das Land-
gericht im Sisgau, ist uns einzig in dieser Hs. erhalten*). Femer
li kannte Schnitt das alte Chartular von St. Leonhard^}, aus welchem
er neben der kurzen, von Job. Baumann verfassten Ghründungs-
gesehichte dieses Klosters®) noch die Urkunden von 1135 und 1230
verwerthete'), und auf dieses Stift bezieht sich auch eine Urkunde
von 1329 über die in Basel ansässigen Juden, deren Wortlaut uns
^> einzig durch Schnitt erhalten ist ^®).
Die letztgenannte Urkunde, auf Bl. 26d — 270, nimmt die erste
jener vier Blättergruppen ein, von welchen wir oben sahen, dass
sie erst nachträglich eingeschaltet wurden ^^). Den Inhalt der zweiten
Gruppe, Bl. 309 — 312, bilden jene bekannten zwei Briefe von 1443,
25 in welchen König Friedrich und Herzog Sigismund die Hilfe Frank-
reichs gegen die Eidgenossen nachsuchten und dadurch die nach-
herige Invasion der Armagnacken herbeiführten^^). Während nun
die dritte Qruppe, Bl. 328 — 329, nur Chronikalien von 1480 bis
1485 enthalt 13), besteht die vierte, Bl. 344 — 358, wieder zum
90 g^sseren Theil aus Urkunden und Akten. Hier finden wir zu-
nächst den Vertrag von Dijon, von 1513 1^), sammt einem hierauf
bezüglichen Schreiben, das nur hier erhalten ist^*^). Weiter folgt
1) S. unten Beilage L zu den Gr. Basler Annalen.
2) Ueber diese Urk. s. Th. v. Liebenau, in den KathoL Schweizer-
blättem 1899, S. 145 ff.
3) S. oben S. 100.
4) S. ebend. A. 3, und S. 127, A. 6.
5) S. B. Urkumdenb. VII 61 ff.
6) Abgedr. im Anzeiger f. Schweizergesch. 1896) S. 318 ff.
7) Jetzt im St-Archiv, St. Leonhardf Bd. H.
8) Diese soll in Bd. VII der B. Chron. erscheinen.
9) 8. B. Urkb. 1 19 und 81.
10) Abgedr. im Anzeiger 1900, S. 275.
11) S. oben S. 166.
12) S- B. Urkb. Vn 58 ff.
13) S. unten die Späteren Aufzeichnungen bei Schnitt.
14) S. £idg. Abschiede III 2, S. 734 ff.
15) Abgedr. im Anzeiger 1898, S. 101 ff.
172 Koniad SchniU.
das französische Bündniss der Eidgenossen von 1521 ^}| dann der
amtliche Bericht über die in Basel noch im nämlichen Jahr erfolgte
Abschaffung der französischen Jahrgelder ^), und hieran schliessen
sich die einzig hier erhaltenen Forderungen der sog. Ansprecher an
Frankreich, wegen rückständigen Soldes, sammt dem betreffenden i
Tagsatzungsabsohied von 1528 und dem Verzeiohniss der betheiligten
Hauptleute ^). Ausserdem enthält diese Gruppe noch jene frühestens
um 1524 verfasste Beschreibung alter Bräuche, welche auch in der
Beinheimischen Hs. uns erhalten ist^). Eine weitere Gruppe yon
Urkunden, nämlich die verschiedenen von den beiden Beligions-^^
Parteien unter den Eidgenossen geschlossenen Bündnisse und Frie-
densTerträge, findet sich erst im letzten Theil der Hs., auf Bl. 398
bis 449. Aber mitten unter diesen Verträgen, welche alle in die
Zeit von 1528 bis 1531 fallen^), ist das Manifest gegen die Eid-
genossen eingeschaltet, welches Maximilian 1499 während desSchwa-i5
benkrieges erliess*}. Endlich bemerken wir noch auf BL 452 die
bekannte Urkunde von 1254 über die Verheerung des Steinenklosters
durch Graf Rudolf von Habsburg ^.
Neben diesen Urkunden, welche durchweg schon veröffentlicht
sind, haben wir von den chronikalen Quellen bisher nur solche^'
aufgezählt, welche entweder längst bekannt oder wenigstens — wie
Schnitts eigene Chronik und wie die Grösseren Basler Annalen —
nicht hier allein uns erhalten sind. Es bleiben daher noch die-
jenigen Aufzeichnungen zu erwähnen, welche wir auf keine uns
bekannte Quelle zurückzuführen vermögen, und die ¥dr mithin einzig ^
aus dieser Hs. kennen. Beginnen wir mit der älteren Zeit, so be-
merken wir in dieser Compilation vom VIT. bis hinab in die Mitte
des XIV. Jahrhunderts eine Reihe von Nachrichten, welche meistens
die fränkischen und deutschen Könige betreffen, und die wohl aus
irgend einem noch unermittelten Druckwerke weltgeschichtUchen 3$
Inhalts stammen mögen. Vermuthlich auf anderer, unserm Com-
pilator erst später bekannt gewordener Quelle beruhen hingegen die
zahlreichen, mit blasserer Tinte geschriebenen Zusätze, welche theils
in der Kaiserhistorie, theils in der Weltchronik sich vorfinden.
Mit 749 beginnend, handeln dieselben anfänglich nur von kirch-^^)
liehen Stiftungen, später jedoch, bis 1347, auch von den deutschen
1) S. Eidg. Abscb. IV la, 1491 ff.
2) S. B. Chron. I 212 ff.
3) Abgedr. im Anzeiger 1898, S. 108 ff.
4) 8. oben S. 78 und unten die Beilage zu den Späteren Aufzeich-
nungen bei Schnitt.
5) Diese Verträge s. Eidg. Absch. IV la, S. 1277 und 1510ff, IV Ib,
S. 395 ff., 1467 ff., 1514 ff. und 1567 ff.
6) Dieses Manifest s. bei Anshelm II 175 ff. Das in demselben ent*
haltene, in der Hs. mit Anshelm nicht völlig übereinstinomende Adels-
verzeichniss s. im Anzeiger 1899, S. 143, und vgl. ebend. S. 172.
7) S. B. Urkundenb. I 201.
Beilage I. 173
Königen, und speziell in der Kaiserhistorie, wo sie bis 1458 hinab-
reichen, betreffen sie meistens die Päpste.
Wichtiger als diese dürftigen Notizen aus der älteren Kaiser-
und Paps^eschichte sind für uns die Nachrichten aus dem XV. und
5 XYL Jahrhundert, namentlich soweit sie Basel berühren. Hierher
gehören vor allem jene schon früher erwähnten Aufzeichiiungen des
XYI. Jahrhunderts, welche wir als »Anonyme Chronik bei Schnitte
bezeichnet haben ^], und mit diesen steht, wie schon früher bemerkt
wurde, die bis 1541 reichende Fortsetzung Schnitts in engstem Zu-
10 sammenhang^). Die Nachrichten des XV. Jahrhunderts aber, soweit
sie zu den älteren, mit dunkler Tinte geschriebenen Einträgen
gehören, sind so geringen Umfangs, dass wir sie hinter dieser
Anonymen Chronik und Schnitts Fortsetzung nur als Beilage folgen
lassen.
15 Offenbar aus anderer Quelle stammen diejenigen Nachrichten des
XV Jahrhunderts, welche mit blasserer Tinte geschrieben sind und mit-
hin zu den späteren Einträgen der Hs. gehören. Dieselben umfassen
den Zeitraum von 1400 bis 1487, und zu ihnen gehört unter anderm
auch der Inhalt der nachträglich eingehefteten Bl. 328 — 329 '). Ihrem
24) Ursprung nach bilden sie zwar kein Ganzes, sondern zerfallen in
verschiedene Theile^). Reihen wir aber diese dennoch an einander,
so erhalten wir eine Sammlung von immerhin sehr massigem Um-
fange, die wir zum Unterschied von der Anonymen Chronik als
»Spatere Aufzeichnungen bei Schnitte bezeichnen können. ViTeiter
25 jedoch gehört zu diesen späteren Einträgen einzig noch jene schon
erwähnte Beschreibung alter Bräuche, welche erst nach 1524 verfasst
wurde ^), und diese lassen wir dort als Beilage folgen.
Da für Schnitt alle diese Schriften nur als Quellen dienten,
aus welchen er seine Weltchronik zusammenstellte, so nahm er aus
3C jeder nur dasjenige, was er nicht schon anderswo gefunden hatte.
Wir dürfen daher bei keiner derselben erwarten, dass sie uns irgend-
wie vollständig erhalten sei. Soweit er sie aber ausschreibt, folgt
er seinen Vorlagen arglos auch in den gpröbsten Entstellungen und
Missverständnissen, so dass wir z. B. zwei Basler Erdbeben, welche
35 nachweisbar in die Jahre 1498 und 1499 gehören, bei ihm z. J.
1098 und 1099 eingetragen finden, und umgekehrt eine Strassburger
Nachricht von 1418 erst bei 1518^}. Ebenso mag es schon seinen
Quellen zur Last fallen, wenn einzelne Daten, die sich ursprCLnglich
zweifellos auf den römischen Kalender bezogen, aus Missverstand
1) S. oben B. 101.
2) 8. oben 8. 103, und vgL unten die Einleitung zum Anonymus bei
Schnitt
3) a oben S. 171.
4) S. unten die Einleitung zu den Späten Aufzeichnungen bei Schnitt
5) S. oben S. 172.
6) Näheres s. unten in der Einleitung zum Anonymus bei Schnitt.
174 Konrad Schnitt.
als Monatsdaten gegeben sind, so dass z. B. aus 3. kal. augusti
(30. Jali] der 3. August wurde ^).
Schon wenige Jahre nach Schnitts Tode diente diese Hb., wie
wir später noch sehen werden, als theilweise Vorlage für zwei
weitere Hss., deren eine von Adelberg Meyer gefertigt ist, und die $
andere von Cosmas Ertzberg^). Ausserdem befindet sich noch in
der Stadtbibliothek zu Bern eine Hs. des XVIII. Jahrhunderts 3),
welche als Abschrift eines »Gernierischen Manuseriptsc bezeichnet
wird^), deren Inhalt aber sich durchweg als ein Auszug aus uxisrer
Hs. erweist. Der geschichtskundige Antistes Lucas Geruler, welcher iv
1675 starb, hatte demnach einen solchen Auszug besessen , der
jedoch nicht mehr vorhanden ist^).
Wie wir schon früher sahen, fiel bei der Erbtheilung nach
Schnitts Tode diese Hs. vermuthlich seiner Tochter Susanna zn^),
welche sich nachher mit dem Goldschmied VergUius Warenschlager -^
verm&hlte. Letzteres' Geschlecht aber scheint schon 1625 erloschen
zu sein^, und da wir dessen Erben nicht kennen, so müssen wir
uns mit der Thatsache begnügen, dass zu Anfang des XIX. Jahi^
hunderts die Hs. sich im Besitz des geschichtskundigen Pfarrers
Marcus Lutz befand. Dieser aber verkaufte mit seiner reichhaltigen '^
Büchersammlung auch diese Hs. an die Basler Lesegesellschaft, und
so gelangte das Buch, unter der Signatur S 2, in die noch jetzt
von dieser Gesellschaft gepflegte »Vaterländische Bibliothekc. Noch
aus dem XYIIL Jahrhundert scheint hingegen die Aufschrift auf
dem Rücken der Hs. zu stammen, welche lautet: »Baslerisches Jahr- ^
zeitbuch oder Chronick, geschrieben im XVL Jahrhundert«, und
diese allerdings nur theilweise zutreffende Benennung trägt sie au^h
in dem von Lutz noch eigenhändig gefertigten Kataloge^).
Wenn nun diese Hs. im Ganzen bisher wenig beachtet und
benützt wurde, so erklärt sich dies schon aus dem Umstände, dass ^
sie in der Vaterländischen Bibliothek von Anfang an ihre Auf-
stellung nicht unter den Schriften über Basel fand, sondern unter
denjenigen über das Nachbarland Elsass. Immerhin wurde sie schon
1850 von Jakob Burckhardt zu seiner Arbeit über Bischof Andreas
von Krain benutzt^], und ebenso in neuerer Zeit von Dr. Paul Burck- ^
1) S. unten Beilage I zum Anonymus bei Schnitt.
2) S. unten die Einleitungen zu Adelb. Meyer und C. Ertiberg.
3) Mb. H. H. vi 63, Heft 3.
4) S. ebend. S. 44.
5) Wenigstens finde ich ihn nicht unter den Antiquitäten Gemleri-
anae der Oeffentl. Bibliothek.
6) S. oben S. 99.
7) S. oben S. 93, A. 10.
8) S. Vaterland. Bibliothek, Hb. O 1, S.2.
9} S. Beiträge V, wo z. B. S. 74 i. d. Anm. auf »das sogenannte Jahr-
Beilage H. 175
hardt in seiner Dissertation über Basels Politik im Bauernkriege
Ton 1525. Dieser letztere Gelehrte ist es denn auch, welchem der
Bearbeiter der Basler Chroniken die erste Kenntniss dieser Hs. ver-
dankt.
n.
Die Aussagen der Rathsbücher über
Sclinitts Chronik,
Von den zwei Eintragen im Wochenansgabenbuche, welche sich
auf den Ankauf Ton Konrad Schnitts Wappenbuch und Chronik
10 beziehen 1), beruft sich schon der erste, vom 2. September 1553,
auf eine vorausgegangene Rathserkanntniss. Diese ist jedoch ver-
loren, da für den ganzen Zeitraum von 1545 bis 1584 die Er-
kanntnissbücher im Archiv leider fehlen. Die Rathserkanntniss vom
22. November 1553 hingegen, auf welche sich im Wochenausgaben-
15 buche der Eintrag vom 25. November bezieht, ist uns glücklicher-
weise dadurch erhalten, dass sie, ihrer Wichtigkeit wegen, auf Befehl
des Käthes ins Schwarze Buch geschrieben wurde. Aus diesem
Buche nun, wo sie auf Bl. 160 sich findet, lassen wir sie hier folgen
und fügen ihr die beiden Einträge des Ausgabenbuches bei, wie sie
20 dort S. 1178 und 1217 zum 2. September und 25. November 1553
stehen.
a.
Erkhandtnus der cionica, so wylendt Cunradt Schnitt
selig gemacht hatt.
25 Anno domini 1553 uff mittwoch den 22. tag novembris. H^^. 22
Als dan abeimolen Augustin Schnitt, wylendt Cunradt
Schnitten seligen eelicher son, von wegen des wappenbuchs
und der cronica, die sin yatter selig gemacht, und er der son
ufts erkandtnus miner gnedigen heiren in die cantzley uber<-
id antwortet hatt, diewil er die eben umb ein limblich gellt
andeischwo wol verkouffen und vertriben mögen, über die
zw&lff guldin, so man ime derohalben hievor an ein badenfart^j
gestüit, umb ein vereerung by minen gnedigen herrcQ ange-
zeitenbuch« vermesen wird. Die dort angegebene Signatur 64 beruht aller-
dings auf einer Verwechslung.
1) 8. oben S. 95, A. 4.
2) D. h. an eine Badekur in Baden im Argau.
176 Konrad SchniU.
sucht, habent min gnedig heuen ime noch für alle anspioch
10 gl. zu geben sich entschlossen; doch das er, der gemellt
Augustin Schnitt, darmit geiüwiget sin und min gnedig herren
hinfiiio vernei derohalb nit mer ansprechen solle.
Und diewyl sich aber befandet, das inn disen bedenk
büechern allerlei Sachen verzeichnet standt, daruss der statt,
wan die selben andren liithen khundtbar werden sollten, gai
bald irrung und nachtheil entston möchten, so hant ir streng
gnedig wissheit verner erkhandt, das diss bede biiecher hinuff
inn das ober gewelb^} sollend gelegt und verschlossen, undi<^
niemergmer daruss oder herab genommen, noch jemandes under
banden gegeben; damit solche Sachen in geheimbd sin, und
ein statt Basell vor wytherm unrhadt verhüettet pliben möge.
Und das euch diser erkhandtnus zu ewiger gedechtnus ver-
zeichnet und inngeschriben werden solle. Actum ut supra. i>
b.
s«pt2 Samstag^ 2. Sept. 1553:
Item 15 Ib uss erkanthnus miner gnedigen herren der
rethen Augustin Schnitten geben; von wegen sins vaters seligen
wappenbuch, welches min gnedig herren hinder sich genommen i^
haben.
Not. 26 Samstag^ 25, Nov, 1553:
Item 12 Ib 10 s. uss erkanthnus unserer gnedigen herren
Augustin Schnitten für als und als geben, von wegen des
wapenbuchs und der cronica, die sin vater selig gemacht und!»
min gnedig herren hinder sich genommen habend.
m.
Zur Wassersnoth von 1529 und 1530» und zur
gleichzeitigen Theunmg,
In Folge der höchst verheerenden Birsigfiberschwenunongen von ^
1529 tmd 1530^) erliess der Rath am 4. April 1531 für künftige
Falle von Wassersnoth die sog. Wasserordnnng, die uns im £^
1) Ueber dieses Qewölbe, das 1536 war erbaut worden, s. R. Wacker-
nagel in den Mittheilungen, N.F. lY 12.
2) S. oben S. 132 ff.
Beilage lU. 177
kanntnissbuch IV, Bl. 87^ ff., noch erhalten ist. Dieser Erlass beginnt
mit einem kurzen Rückblick auf jene zwei XJeberschwemmungen,
und da diese Einleitung hierüber Verschiedenes enthftlt, was zur
Ergänzung des entsprechenden Berichtes in Schnitts Chronik dienen
&kanD, so lassen wir sie hier folgen. Weiter fügen wir als Seiten-
stück zu Schnitts Bericht über die gleichzeitige Theurung von 1530 ^)
noch die hierauf bezügliche kurze Aufzeichnung des damaligen Rath-
Schreibers Ryhiner bei'), die sich von seiner Hand sowohl im Er-
kanntnissbuch IV, Bl. 77, als auch im Schwarzen Buche Bl. 21^
to findet. Wir folgen hiefÜr dem etwas ausführlicheren Wortlaut der
letzteren Quelle, und bemerken noch zur Einleitung der Wasser-
Ordnung, dass sie von der Hand des damaligen Substituten Johannes
Zager geschrieben ist 3).
a.
i& Wasserordnung.
Aldann nit one sonder verhencknusz gottes des almechtigen,
umb straff willen unserer siinden, so teglich wider inn mit
uneikantlicher luwung bschechen, uff montag den vieizechen- j^ j^
den tag brachmanats nach der gepuit Christi unsers eil&sers
2otusent funffhundert zweinzig und niin, und darnach abermals
uff sannt Ulrichs, was der viert tag höwmonats, der mindern j^^
zaH) drissig jar gezalt, der Byrsich, so durch unser statt Basel
flüst, unversechenlicher gstalt gewachsen und angangen, der-
massen sich enb&rt und barin gflossen, das die hüser an der
2s Steinen bisz inn das halp im wasser gstanden. An der letze ^)
schüren und sunst muren und grosse gebüw gwaltigcklich
nidergerissen; darzü mit mercklicher und grosser ungestflme
by dem Eselthurn quallechtig harin getrungen, sich am Bar-
fÄsserplatz ^) bisz inn die Wyssen Gassen, und darnach die Gei-
1) S. oben 8. 147 ff.
2) Ueber ihn s. B. Cbron. IV 140.
3] Im Erkanntnissb. IV nennt er sich auf Bl. 106, und ebend. BL 114
finden sich Einträge von seiner Hand bis 1532.
4) »Die mindere Zahl« heisst die Zahl der Jahre und Jahrzehnte?
mit Weglassung der Jahrhunderte.
5) D. h. an der Stadtmauer, welche das Birsigbett überbrückte; vgl.
oben S. 133, A. 11.
6} Der Barfüsserplats bestand erst seit kurzem, in Folge Abbruchs
der dortigen Kirchhofmauer.
Baal«r ChronikeiL Tl. 12
178 Konrad Schnitt
wergassen herab bisz an den Kornmerckt. Deszglicben von der
sunfft hu8z zum Bären die gantzen gassen herab ^) euch hisz an
den Kornmerckt, und von dannen hindenab durch die Cremer-
gassen ^j, und by der vorderen Schol hinab') bisz an den Visch-
merckt mit unerhörter grusamkeit erwitert, den burgern ire >^
huser zerzert, verw&stet, das ir hinweg gfArt, dermassen das
ein gantz gerüstet gladen schiff on hinderuug oder gruntrür^i
allenthalp inn der statt wol varen mögen. Bisz in drig stund
lang gew£ret^]y und nachdem er verflossen, die gwelb under
der statt ^) zerstossen, die psetze^j und zuvorab das ertrich an i
dem Yischmert bisz uff das gwelb uffgcrissen, das man alda
die rechten frigen richsstrasz ^] bruggen müssen. Dardurcb ge-
meiner statt Basel und den iren grosser und onwiderpringck-
lieber schaden begegnet, so da billig von allen gegenwiirtigen
und nachkommenden bsitzern diser statt Basel hertzlich gerärt« *
betrachtet, zu hertzen gnomen und keinswegs inn ewig zit inn
vergessz gestellt soll werden.
Damit und aber dem Birsich, wo der dheinest — das gott
gnedigcklich wenden welle — widerumb wurd anlouffen, eth-
lichermassen lufft gemacht und gwert, haben unser herren, .-
beyde niiw und alte rhät diser statt Basel, mit hochem und
grossem ernst zu hertzen gnomen, erwegen, und den onwider-
bringcklichen schaden, so gemeiner statt Basel und den iren
durch sollich wassergrösse begegnet, euch wo es me geschecben,
wie dem ethlichermassen zu furkomen, betrachtet, und deszhalp t
ein Ordnung, wie es fürer inn wassern5ten inn einer statt Basel
gehalten soll werden, volgents innhalts angesechen^j.
1) Die Freie Strasse herab.
2) Jetzt Schneidergasse.
3) Also die Sporrengasse hinab ; s. oben S. 1 32, A. 5. — Im vorderen
Theil der School, gegen die Sporrengasse, standen die Fleischbänke für den
Verkauf, während im hintern Theile, gegen die Sattelgasse, das Schlachthaus
sich befand.
4) D. h. ohne aufzufahren.
5) Von 9 bis 12 Uhr Vormittags; s. oben S. 134.
6} D. h. die theil weise Ueber Wölbung des Birsigs.
7) Das Strassenpflaster.
8) Als freie Reiohsstrasse wird hier der Fischmarkt wohl deshalb be-
zeichnet, weil über diesen Platz und weiter durch die Freie Strasse die
älteste und wichtigste Verkehrsader der Stadt führte, nämlich von der
Schiff lande bis zum Aeschenthor, also vom schiffbaren Kheine zur Land-
strasse nach den Jurapässen.
9) In der Hs. folgt hier die V^'asserordnung.
Beilage IV. 179
b.
Ze wüssen, das im 1530 jaie dhein komschlag gemacht, isso
Dann das körn in disem jai so thur gewesen, das ein Tierntzel
dinckel 6 Ib, ein vieriftzel habein 4 Ib, ein sack weyssen 7 Ib,
sein sack Toggen 5 Ib gölten^). Und so ein fromme oberkeyt
der stat Basel nit so wol an den iren gefaren, heile es vil me
gölten. Aber sy gaben den bürgeren mel, was kernen, roggen
und habern durcheinandern gemalen, allwegen ein sack umb
2 Ib 16 8.^), one das umbgelt. Daran das gemein gut ein
K grossen verlust gehept hatt
Ryhiner, ratschriber.
IV.
Die Kaiserkrönimg zu Bologna.
1530.
1^ Hinter der Chronik Konrad Schnitts findet sich in Berlingers
Etterlin auf BL 53^ — 54^ eine sonst nirgends erhaltene Beschreibung
der Kaiserkrönang Karls V. zu Bologna^]. Der unbekannte Ver-
fasser berichtet offenbar als Augenzeuge und war jedenfalls ein
Deutscher. Dem Papste zeigt er sich keineswegs günstig gesinnt,
2öund überhaupt fasst er die ganze Feier weniger enthusiastisch auf
als z. B. Cornelius Agrippa in seiner viel ausführlicheren Schilderung
derselben^). Auch zeigt uns sein Schweigen tkber das Krönungs-
mahl, dass er nicht zu den Geladenen gehörte — also wohl über-
haupt nicht zu den Höhergestellten.
^-> Wenn nun gleich zu Anfang der »jung margraff« erwähnt wird,
ohne nähere Bezeichnung, so ist damit schwerlich ein Markgraf von
Baden gemeint, da um 1530 aus diesem Hause drei Brüder regierten,
deren Vater, Markgraf Christoff, schon 1527 gestorben war. Weit
0her ist daher an Markgraf Joachim H. von Brandenburg zu denken,
3 'der zum Unterschied von seinem noch lebenden Vater, dem Kur-
fürsten Joachim L, wohl >der jangec genannt werden konnte. Jedoch
bleibt damit nach wie vor der Verfasser für uns ein Unbekannter.
1) Vgl. oben S. 149.
2) Vgl. oben S. 148, A. 6.
3) S. oben. S. 103. Die Gewissheiti dass dieses Aktenstück sich mit
keinem der zahlreichen sonstigen Berichte über diese Krönung deckt, ver-
danke ich den gefälligen Mittheilungen yon Dr. Ed. Fueter in Göttingen.
4) De duplici coronatione Caroli V, Ausg. bei Schardiu5(, Epitome 11
1256 ff.
12*
IgO Konrad Schnitt.
[53^] Keyser Caioli des fünfften krönung, des jäis
1530 1530 zu Bononia beschechen.
Febr. 22 Uff den 22. tag februarii versamleten sich die bischöff' und
17 cardinäl ins bapsts palast^), in einer kleinen capell, all an-
gelegt mit iren mäntel, eins theils meszgwend, und iie hüt
uff. Sassen all da nach irer Ordnung, by einer stund, von 16
bisz umb 17 ur^), da kam keiserlich mayestet. Giengen im
vor vil grosz Spangisch herren, Niderländer, Walhen^), wenig
Tütsch, der jung margräff^j, und sunst vil adels, vast wol ge-
kleydt; was vast ein grosz getreng. Het keyserlich mayestet i
ein guldin in brun samatrock an, mit zöbel gefAteret Giengen
im vor 4 herolt, und trugen im die Spangier ^) 2 mazi^), sinen
scepter, 2 cronen^), den apffel und das seh wert vor.
Als keyserlich mayestet in die capel kam, gieng er zum
altar; sassent da die cardinäl sancti . . ., vier ait mann^); fien-i^
gent die pf äffen an ze singen die letany. Darnach hielt man
ein lange sermon; stund nebent keyserlicher mayestet der
graff von Nassow^], der redt vil. Zu letst knüwet keyserlich
mayestet nider, hielt man ein buch ob im, lasz ein evangeli.
Darnach fiengent sy das ampt an zu singen, bisz uff das evan- ^>
geli; da wartet man des bapsts. Der kam, doch spat, gieng
mit sinem gesind hinyn, het ein kostlichen kormantel an, ein
kostlichen bischoff hut ^^) uff, mit edel gestein und berlin daran^
was von silbertuch gemacht, hinden an zipfflen^^] gar lange
schöne berlen; het vil köstlicher ring an. Het man im ein:!s
15. In der Hs. hinter sancti keine Lftcke gelassen. 25. Hs.: lange schöne b«rie
1) Clemens VII bewohnte den jetzigen Palasso Pubblico, auf der
Westseite des Marktplatzes.
2) Nach italienischer^ Uhr, also von 10 bis 11 Uhr Vormittags.
3) Italiener.
4) Vermuthlich Joachimpl, Sohn des Kurfürsten Joachim I von Bran-
de nburff; s. oben S. 179.
5) Die Namen der spanischen und italienischen Edelleute, welche die
Beichsinsignien trugen y s. bei Cornelius Agrippa , a. a. O.
6) Vielleicht mazza, Streitkolben?
7) Ueber diese 2 Kronen, vgL unten S. 181.
8) Vermuthlich war hinter »sancti« in der Urschrift eine LQcke ge-
lassen für die Titel dieser Kardinäle. Uebrigens waren es nicht 4, sondern
nur 2 der ältesten Kardinäle, welche den Kaiser abgeholt und hereingeföhrt
hatten; s. Agrippa a. a. O.
9) Heinrich von Nassau-Breda; s. ebend.
10) Die Tiara.
11) An den herabhängenden Schleifen.
Beilage III. 181
siti in der capell köstlich bereit; keyseilicher majrestet euch
einen, doch nit so k&stlicb.
Dft er ein wyl gesessen was, gieng keyserlioh mayestet
zu im, knüwet oÄ uff und nider; die wyl lasz man und redt
öman danwüschen. Zu letst nam der bäpst (Clemens der VI!)
die ysen kron^j, satzt sy keyserlicher mayestet uff, macht man
etlich sermon. Darnach satzt man im ein guldin eerlich wol-
gemacht krön uff, was mit saphir, balas^) und ander edel ge-
stein gesohmucket. Oab im der bapst den scepter. Dam&ch
lokusst yederman den scepter mit grossem pomp. Keyserlich
mayestet stund darnach aber lang bym altar.
Do disz alles volbracht wart, giengen die gesehrifftgelerten
Tor haruss, damftch der bSpst und keyserlioh mayestet neben
einander. Furt keyserlioh mayestet den bapst mit der rechten
ijhand, hett sin krön uff, ein roten samatin rock mit lassat-^)
gefftteret, trug den apffel selbs in der lineken hand; ein an-
derer fürt den bäpst by der rechten hand. Sunst ander ril
ceremoni und geberd hand sich verlouffen, das on not zu
schryben.
» üff den 24. februarii hat man ein grossy hohy brugk ge- ^ebr. 24.
macht, vom palast über den blats bisz in die kirchen^) zum
chor zu onnser firowen. Hat man dameben in der kirchen
gross hooh gestftl uffgemacht, daruff man zuseohen mocht; wer
daruff wolt, muszt ein krönen geben. Um 16 ur^) kam des
tsbäpsts zimmer*), wol gekleydet in scharlat, ouch der cardin&l
und pr&laten prothonotarien und diener. Darnach über ein
vierteil [54] einer stund kam aber ein huff gewycht lüt, und
18 par bischoff^}, und 9 par cardinU^]. Und den bäpst den
trug man in der höchy uff einem sessel; het vast ein schön
socormantel an, wol geziert mit edlem gestein und bärlin, und
uff dem bäpstlichen hut vyl balas, saphir, schmarald, diemant,
grosse schöne b&rlin, obenuff ein grosz schön rund ballas, daruff
ein erütz usz saphir.
5. Dm Ei]ig«kl. Mch ia d«r Hs. in Elftmmeni.
1) Die lonsobardische Königskrone ron Italien, mit dem eisernen Keif.
2) Blasse Rubinen.
3) Eine Art feines Pelswerk.
4) Von Palaiio Pubblioo Aber den Marktplats lur Kirche San Petronio.
5) Um 10 Uhr Vormittags; vgl oben S. 180, A. 3.
6) VgL Agrippa S. 1261: eubicularü, oatiarii et scribae apostolici.
7) VgL ebend.: 53 cum episcopi tum archiepiscopL Mitbin ist 18
▼ieUeieht entstellt aus: 28 par bisohoff.
8) 8. ebend. die Namen Ton 17 Kardinälen.
182 Konrad Schnitt.
Als der bäpst in den chor kam, darnach über ein stund
kam keyserlicber mayestet volck, edellüt, Spanier, Nider-
Linder, Tütsch und Welsch, furwar die Spanier all vast wol
gekleidt. Die imbassadori giengen all mit dem bapst, trugen
im den himeP). Darnach über ein lange wyl, ee keyserlich '■■
mayestet kam, hett man im ein capell uff dem gang zugericht;
da blib er lang. Da er su letst schier zu der kirchen kam,
brach die brück glych hinder im ab; fielen by 50 personen
hinab, dar von bisz in 3 tod bliben, die andern den merteil
vast wund. Giengen vor im sine edellüt, Spanier, Tütsch, ir
Niderländer, mer Walhen, 4 herolt, 2 von Rom, 2 yon Saffoy.
Trug der marches von Monferra^) den scepter, hertzog von
Orbin 3) das schwert, der pfaltzgraff Philipp^) den apffel, hertzog
von Saffoy ^) die krön ; waren all 4 gekleidt wie es sich gepürt,
mit iren rot wysz hüben. Keyserlich mayestet het ein cor> \^
mantel an, vast wol geschmückt mit edlen gestein und b&rlin,
da vorna ein sch5n grosz balas.
Da er nftch grossem getr&ng in den chor kam, sang man
die letany und macht ein sermon. Darnach fieng der bapst
selbs mit grossem pomp das ampt an. Gieng keyserlich ma-^
yestet mit sampt den fursten zu opffer. Sasz der b&pst in
sinen sitz, der keyser herusz in sinen stul.
Dft man das evangeli lasz, gieng er wider mit sinen edlen
hinyn. Da das evangeli usz was, zoch man keyserlicber ma-
yestet den mantel ab, het er ein epistelrock an, knüwet fürs
den bäpst nider; gab im der bapst den scepter. Darnach zoch
der bäpst das schwert usz, stackt es wider yn, gab ims wider,
darnach den apffel mit dem crütz. Da thet man im die künige-
liehe krön ab, satzt im die keyserliche krön uff.
Diewyl sich solchs in der kirchen verluff, hielten 10 fänn- .>
lin landsknecht, 5 fänlin Spanier, mit 24 grosser stuck büchsen
uff dem platz; was ein lust zu sechen«
Als keyserlich mayestet wider härumb kam zum palast^\
liesz man das grosz geschosz abgon. Was euch signor Antonio
1) Vgl. Agrippa S. 1268, wonach beim Festzuge nach der Krönung
3 Gesandte von Venedig und 3 Patrizier von Bologna den Baldachin tragen.
2) Bonifacius 11., Markgraf von Monferrat.
3) Franz Maria della Kovere, Herzog von Urbino.
4) Philipp, ein Bruder des späteren Kurfürsten Otto Heinrich und
Neffe des regierenden Kurfürsten Ludwig V. von der Pfalz.
5) Karl m.
6] D. h. als er vom festlichen Umzüge, der nach der Kaiserkrönung
stattfand, wieder in den Palazzo Pubblico zurackkehrte; s. Agrippa S. 1269.
Beilage IV. 183
de Leva^) dft uff einem sessel, als ein obrister houptman, in
sinem hamasch. Und wiewol er krumm und lamm ist, nooh
zieret er den buffen.
Die gassen, do man nach dem ampt umbsoeh, warend yast
6 mit t Acher bedeckt, vast lustig su sechen. Zoch man nileh
dem ampt 2) umb; rittend die Spanier, Niderländer und Wälschen
edellüt, all yast wol gebutzt, schoni kostlichi rosz, und yil ir
diener in samat und syden kostlich gekleydet. [54^] Und son-
derlich het ein Spanier by 12 siner diener in luter guldin
10 Spangisch kappen^], mit rotem atlas geffttert, gekleidt. Nach
dem adel rittent die ratsherren yon der stat, in schwarte, oben
ein breit goUer rund umb yon schinfech^], wie mans etwa den
Juden anmUet; darn&ch die imbassadori yon mer orten; dar-
nach ein lang squader^^) des bäpsts gesind und der geistlichen,
!ä und iro 4 fürten 4 cardinAlhfit uff Stäben; darnach 20 cardi-
näl^). Nach dem ritt key serlicher mayestet hoffgesind, die
hoffmeister, marschalck. Und einer warff gelt usz, schetzet
man uff 1000 bisz in 1500 ducaten wert, etwas wenig gold
von 2, 1 und anderhalb ducaten wert das stuck, und yil sil-
i>» bermüntz, von 6,9, 18 Bolognin einer wert; hand an einer
Sitten zwo siiP), an der anderen sitten key serlicher mayestet
angesioht abcontrafeit; stat daruff: Carlo imperator^). Der das
gelt uszwarff, hielts gefärlich^j: wo sch&n frouwen sassen,
warff er dester mer usz.
Darnach füret man vor dem bapst 4 schSn Engelisch zeiter ^^\
ein janet^^), vast wol gecleydt, darnach aber ettlich gsind. Iro
4 fürten 4 grosz fanen ^^) zu rosz, euch sch&n angethon. Dar-
17. Hs.: marckschalck. 19. Hb.: diicst«ii wart dag Black.
1) Antonio de Leiva.
2) Nach der Krönung.
3) M&ntel (spanisch: capa).
4) Von mehrfarbigem Pelzwerk.
5) Italienisch: squadrone, Geschwader von Berittenen.
6} Ihre Namen 8. bei Agrippa 8. 1261.
7) Vgl. ebend. S. 1268: divi imperatoris sphrageticum Signum, duas
videlicet columnas, in quorum medio annorum Christi numerus arithmeticis
apicibus expressus erat, circumscriptumque : plus ultra.
8} Vgl. ebend.: Carolus V imperator augustus.
9) B. h. parteyiflch.
10) VgL Agrippa 8. 1267: sex albicantes equi.
11} Italieniseh: gianetto; französisch: genet, eine Art leichter Pferde
spanischen Geblüts; ygl. spanisch: ginete, eine Art leichtbewaffneter Heiter.
12) Vgl. Agrippa a. a. O.: quatuor rubra vezilla.
::->
184 Konrad Schnitt.
nach uff einem Engelischen zeiter, ouch kostlich gecleidt, ein
tischlin mit eim guldin tuch, daruff ein cristallin hiiszlin, da-
rinn corpus domini, mit einer latern und glocken vor. Darnach
der himel, darunder ritt der bapst und keyserlich mayestet
neben einander. Het der bäpst ein schönen mantel an und
sin krön uff, und keyserlich mayestet ein cormantel an, vast
köstlich mit edlem gestein, und ouch sin krön uff.
Dwyl man also umbsoch, schrey yederman: imperio, im-
perio! Hat nieman papa geschruyen; furwar man ist dem
bSpst nit hold, die gantse weit ist im find.
Item so hand 2 imbassadori einander by den härten ge-
roufit umb den sitz ins bäpsts capeU), der von Jannoa^) und
der von Siena. Es ist aber dennocht nit so kostlich Zugängen^
als man vermeint hett
1) D. h. in der Kapelle des Palazso Pubblico, also bei der Feier rom
22. Februar; vgl. oben S. 180.
2) Genua.
IV.
Die Anonyme Chronik bei Schnitt,
sammt Fortsetzung.
1495—1541.
Einleitung.
VV ie schon früher bemerkt, so enthält Schnitts compilirte 5"rH***"'
Weltchronik in der Handschrift S neben dessen eigener, bis
1533 reichender Baslerchronik noch eine Reihe gleichfalls auf
s unsre Stadt bezüglicher Nachrichten des XVI. Jahrhunderts,
welche einzig hier uns erhalten sind, und die wir in ihrer
Gesammtheit als »Anonyme Chronik bei Schnitt« beseichnen
können ^}. Da jedoch unser Compilator aus allen seinen Quellen
' jedenfalls nur aufnahm, was ihm gerade dienlich schien, so
!<' dürfen wir auch hier keine Vollständigkeit erwarten, sondern
müssen uns mit dem Vorhandenen begnügen und vorerst yer-
suchen, den Anfang und das Ende dieser Aufzeichnungen zu
bestimmen.
Sehen wir ab von allen spätem, mit blasser Tinte ge-^m^ng
IS schriebenen Einträgen ^1, und überblicken wir nur den ur- aetznng.
sprünglichen Inhalt derHs., so bemerken wir aus dem XV. Jahr-
hundert nur wenige Nachrichten aus unbekannter Quelle 3),
und auch diese hören schon mit 1481 für länger als ein Jahr-
zehnt gänzlich auf. Mit dem Ausgang dieses Jahrhunderts je-
^» doch beginnt eine neue Reihe meist kurzer Aufzeichnungen,
welche, soweit sie Basel betreffen, beinahe durchweg neben
der Jahrzahl auch ein Monatsdatum tragen. So spärlich diese
Nachrichten für das erste Viertel des XVI. Jahrhunderts noch
sind, so werden sie doch von 1525 an häufiger und allmälig
2>auch etwas reichhaltiger. Da jedoch Schnitts Weltchronik
nach ihrem ursprünglichen Umfang mit 1537 schliesst^), so
muss der Schluss der fraglichen Quelle noch vor diesem Jahre
liegen, wie denn auch unter den nachweisbaren Quellen dieser
1) Vgl. oben S. 101 u. 173.
2) S. oben S. 166 u. 173.
3) S. unten Beilage I und IL
4) S. oben S. 166.
188 Anonymus bei Schnitt.
Compilation keine weiter hinabreicht als bis 1533 ^j. Die Auf-
zeichnungen der letzten Jahre yor 1537 können somit nur von
Schnitt selber verfasst sein, wie denn auch die nachfolgende,
von Jahr zu Jahr geschriebene Fortsetzung bis 1541 unstreitig
von ihm herrührt 2). s
ziuammeii- Sucheu wir uuu die Grenze zwischen der Anonymen
nuifr swi- *
sehen der Chrouik uud Schuitts eigenen Au&eichnungen, so folgen allei-
cbro^^fand diniTS auf die meistens kurzen Nachrichten der früheren Jahre
Fort- schon um 1534 etwas ausfuhrlichere Berichte. Doch lag es
•etznag. gi^her uicht in Schnitts Absieht, in seiner Weltchronik die von i»
ihm verfassten Abschnitte irgendwie von seinen Quellenaus-
9ugen deutlich zu unterscheiden, sondern vielmehr sollte beides
zusammen ein Ganzes bilden. Da nun in der That der vor-
hin berührte Unterschied nicht so deutlich und greifbar zu
Tage tritt,dass wir auf Grund desselben die Grenze zwischen i^
der Anonymen Chronik und Schnitts Fortsetzung ganz genau
zu bestimmen vermochten, so fassen auch wir diese zweierlei
Bestandtheile einfach als ein Ganzes auf, das bis 1537 reicht,
und an welches sich die spätere, von Jahr zu Jahr geschriebene
Fortsetzung bis 1541 noch anschliesst. «'
^«^*[^s« Sofern wir der Anonymen Chronik alle Nachrichten des
richten. XVI. Jahrhunderts zuweisen, welche in der Hs. S aus unbe-
kannter Quelle stammen, so finden wir neben denjenigen aus
Basel auch allerlei über auswärtige Ereignisse. Da jedoch
nicht alle Quellen ermittelt sind, welche Schnitt mag benutzt 3s
haben'}, so bleibt es allerdings sehr fraglich, ob diese aus-
ländischen Nachrichten wirklich alle demselben Verfasser an-
gehören wie die baslerischen^). andrerseits aber fehlt es an
genügenden Merkmalen, um irgendwelche Ausscheidung mit
Sicherheit vorzunehmen. Wir behalten daher auch die aus-^
wärtigen Nachrichten aus unbekannter Quelle durchweg bei,
und in Folge dessen beginnt unsre Anonyme Chronik schon
mit 1495, während Schnitts Fortsetzung, wie schon bemerkt,
bis 1541 reicht.
^tereBe- In dioseu Zeitraum gehören auch zwei Nachrichten übers»
^ ^' Erdbeben in Basel, von 1498 und 1499, deren Jahrzahlen je-
doch in der Hs. entstellt sind, so dass sie dort unter den £i-
1) Bis 1533 reicht einiig Joh. Carion; s. oben S. 169, A. 1.
2) S. oben S. 166.
3) Vgl oben S. 169.
4) Auch möchte ich keineswegs die Möglichkeit bestreiten, dass die
eine oder andre dieser Nachrichten aus einer bekannten Quelle stammt,
aber dort von mir Obersehen wurde.
Einleitung. 189
eignissen von 1098 und 1099 stehen i). Umgekehrt müssen
wir die Nachricht yom St. Veitstanz zu Strassburg ausscheiden,
welche in der Hs. die Jahrzahl 1518 trägt, jedoch in Wirk-
lichkeit ins Jahr 1418 gehört 2). So auffallend nun derartige
5 Ixrthümer erscheinen mögen , so erklären sie sich immerhin
bei der Annahme, dass der Verfasser der Anonymen Chronik
— in ähnlicher Weise wie z. B. seine Zeitgenossen Job. Ursi und
EL Brilinger — in seiner Urschrift neben den Zeitereignissen zwi-
schenein auch Auszüge aus älteren Quellen eingetragen habe.
10 Denn dadurch entstand ein Durcheinander, welches derartige
Missverständnisse leicht hervorrufen konnte.
Auch unter den Nachrichten mit richtige Jahrzahl findet ^"InSi""
sich wenigstens eine, die wir glauben ausscheiden zu sollen
nämlich diejenige vom sog. Albelenkriege, d. h. vom Auszug
15 der Basler vom Juli 1512. Dieselbe unterscheidet sich nämlich
vom sonstigen Inhalt der Anonymen Chronik schon durch ihr
Datum nach alter Art > Samstag vor Ulrici«, und auch im
übrigen erinnert ihre ganze Fassung unwillkürlich an jene
schon früher erwähnten Aufzeichnungen baslerischer Kriegs-
20 züge, welche sowohl in der Hs. S als auch bei Cosmas Ertz-
berg uns noch erhalten sind 3). Dass aber bei Letzterm gerade
diese Nachricht fehlt, das erklärt sich hinreichend schon aus
der geringen Bedeutung des betreffenden Zuges, auf welchem
die Basler nur bis Sursee gelangten und dann wieder heim-
2s berufen wurden^). Eine andre Nachricht, über den Zug von
1531 gegen Musso, trägt allerdings gleichfalls kein Monats-
datum. Doch ist das dortige Datum > Samstag vor dem Oster-
tag« ein so einfaches und naheliegendes, dass wir es auch
einem Verfasser zutrauen dürfen, welchem sonst die Monats-
30 daten geläufig waren.
Wiewohl die Anonyme Chronik einige Nachrichten aus w&rdigung.
den Jahren 1525 bis 1533 enthält, die wir z. B. in Schnitts
altei Chronik vergeblich suchen würden, so ist doch die von
Schnitt hinzugefügte Fortsetzung nicht nur weit umfangreicher,
35 sondern auch werthvoUer. Hier nun finden wir allerdings
neben den mit Monatsdaten versehenen Nachrichten aus Basel
auch Abschnitte über auswärtige Begebenheiten, welche noch
nach Wochen- und Heiligentagen datiert sind. Jedoch rührt
1) S. unten S. 191, A. 5 u. 6.
2) S. unten Beilage I, z. J. 1418.
3) 8. oben S. 170, und unten die Einleitung zu Ertzberg.
4) 8. unten Ertzberg z. J. 1512.
190 Anonymus bei Schnitt
diese abweichende Datierung wohl einfach daher, dass diese
Berichte sammt ihren Daten auf auswärtigen Quellen beruhen,
d. h. auf Briefen oder sog, Zeitungen.
Ausgabe. Für die vorliegende Ausgabe gilt hinsichtlich der Becht-
schreibung ganz dasselbe, was schon eu Schnitts Chronik be- '>
merkt wurde ^). Die oben erwähnte UnvoUständigkeit des
Textes aber, soweit die Anonyme Chronik reicht ^j, tritt nament-
lich darin zu Tage, dass mehrere Abschnitte nur in Bruch-
stücken vorhanden sind, d. h. als ergänzende Zusätze zu den
Nachrichten aus andern, noch erhaltenen Quellen. Zum Ver- 1 •
ständniss des richtigen Sinnes sind wir daher öfters genöthigt.
den in der Hs. vorausgehenden Satz beizubehalten, obschon er
aus bekannter Quelle stammt. Doch unterscheiden wir im
Druck solche Ergänzungen stets durch Cursivschrift Einen
ergänzenden Zusatz z. J. 1526 hingegen, welcher sich einzig i
in Ertzbergs Auszügen aus der Hs. S findet 3), bezeichnen wir
durch eckige Klammern, während wir die runden Klammern
für einzelne Stellen der Fortsetzung beibehalten, welche schon
in der Hs. eingeklammert sind.
Beilagen. Als crste Beilage lassen wir die wenigen Nachrichten aus :
unbekannter Quelle folgen, welche die Hs. S aus dem XV. Jahr-
hundert enthält, und die übrigens, wie schon bemerkt, nicht
über 1481 hinabreichen ^). Eine Ausnahme unter ihnen bildet
jedoch der Abschnitt z. J. 1461 über die Erwerbung Farns-
burgs durch Basel, indem dort auch die weitern Schicksale:,
dieser Burg und Herrschaft bis ins XVI. Jahrhundert erzählt
werden. Wir geben daher diesen Abschnitt gesondert, als
zweite Beilage, und fügen ihm aus der Hs. S noch eine kune
Notiz von der Zerstörung der Farnsburg beim Erdbeben von
1356 bei. Diese nämlich gehört schwerlieh zu den Gr. Basler x
Annalen, welche sonst für baslerische Ereignisse des XIV. Jahr-
hunderts in der Hs. S die Hauptquelle bilden, und deshalb
findet sie ihre passendste Stelle wohl hier.
1) S. oben S. 107 flf.
2) Vgl. oben S. 187.
3) 8. oben S. 174, auch unten S. 196.
4) S. oben S. 187.
I
[333^] Anno 1495 kämmen die bfissen Frantzossen oder 1405
blätteren zu dem ersten mal usz Franckreioh in Deudsch-
land^)y und werent noch uff diesen tag^].
[334] Anno 1497 uff den 8. tag july») verbran zu Strasz- JJ^^s
& bürg in der mesz die herberg zum Spanbett genant, und ver-
brunnen 24 menschen^).
[224] Anno 1498 uff den 7. tag wintermonatz, umb das ein j}^^ ^
in der nacht ^), was zt Basel ein grosser erdbidem.
Anno 1499 uff den 3. tag jenners, vor den zweyen in der j^^s
10 nacht >}, was zft Basel ein erschrockenlicher erdbidem.
[339) Anno 1499 uff den 24, tag augstentzs ward der krieg ^Qg- 24
zu Basel zwuschet dem Komischen keysser und den Eydt-
gnossen gericht^}.
Anno 1499 zoch der konig von Franckreich ^) in das hertzog-
thümb Meyland mit grosser macht, und eroberet das hertzog-
thümb mit gewalt.
Anno 1500 ist Carolus, hertzog Philippen sun von Osterrich i&oo
7. Hs.: 1098 itff den 8. Ug. 9. Hb.: 1099. 10. H«.: in der naeh.
11. Hfl.: XXEL tag (statt XXIY).
1) Durch die Söldner, welche 1494 mit Karl VIII von Frankreich
nach Neapel gezogen waren; TgL nnten Adelb. Meyer z. J. 1495.
2) Ueber das Auftreten dieser Krankheit in Basel 8. zwei Verord-
nungen von 1503 im Rufbuch II, 44 und 48 b.
3) Dieses Datum wird best&tigt durch die Strassburger Archiychronik,
Ausg. im Code histor. de Strasbourg II, 217. Im übrigen vgl. unten £rtz-
berg s. J. 1497»
4) VgL Strassb. Archiychron.: 26 menschen.
5) In der Nacht Tor dem 7. Nov.; vgl. unten Kilchmann s. J. 1498.
6) Vgl. ebend.: umb die 11.
7) Der vorlaufig vereinbarte Friedensvertrag wurde schon Sonntags
den 25. August doppelt ausgefertigt und beiden Theilen zugestellt; s. Eidg.
Absch. III 1, S. 630. Vermuthlich aber war eine Verst&ndigung der Par*
teien durch die Vermittler schon Tags zuvor erreicht worden, und so dürfte
das jedenfalls irrige Datum des 29. August, wie die Hs. hat, entstellt sein
aus: 24. August (XXIX aus XXIV). Den endgiltigen Vertrag, vom 22. Sept.»
s. Eidg. Absch. S. 758 ff.
8] Ludwig XII; s. oben S. 13.
192 Anonymus bei Schnitt
und Burgund, z& Gent im Niderland geporen, und wirt Carolns
der V. genempt.
1501 Anno 150t ist der hertzog von Meyland^ Ludotdctu Sfortia
genant^ zu Naweien, als er undei den lantzknechten in lantz-
knechtischen kleydern gezogen, von einnem Schwitzer veneigt^), %
von dem Frantzossen gefangen worden und in Franckreich ge-
storben^). Wellicher Schwitzer nachmals in der EydtgnoschaSt
gericht worden ist.
jiinio [339] Anno 1501 uff den 9. tag brachmonatz^) sind die
von Basel mit den Eydtgnossen in ein pundtnusz kommen, i«
Aug. 10 Anno 1501 uff den 10. tag augstmonatz, was uff Lorentzy,
kamen die von Schaffhusen in ein pundtnusz mit den Eydt>
gnossen^].
1503 Anno 1503 zoch man für Bellentz^], und ward der tct-
trag gemacht, das Bellentz Ury, Schwitz und Underwalden 15
blipen solt®].
in^st ['^^^] Anno 1506 im augusto ist ein comett am himmel
erschinnen ^j.
sept 7 [340^] Anno 1506^) uff den 7. tag septembris, umb die
9. stund vor mitag, was zu Basel ein erdbidem. j
oct. 4. Uff den 4. tag octobris, umb die 12. stund in der nacht,
was zu Basel ein erdbidem.
dJMI [^^3] A^^o ^^1^ ^ff d®^ 29. tag decembris») ward Maxi-
14. Hb.: Anno XVC zocben man.
1) Ueber Hans Turmann von Uri , der hier gemeint ist, a. Anahehn II
299 und 304.
2) Das in CursiT Gedruckte dieses Abschnitts stimmt wOrtlieh mit
der gedr. Augsburger Weltehronik überein.
3) Dieses Datum trägt der Bundesbrief; s. Eidg. Absch. III 2, 8. 1291 ff.
— Ueber den Bundesschvur vom 13. Juli d. J. s. oben 8. 18.
4) Den Bundesbrief yom 10. August s. Eidg. Absch. 8. 1297 ff.
5) Ueber diesen ZugygLobenS. 19, auch unten Ertiberg und Ad.Mejer.
6) Diesen Vertrag, vom 11. April d. J., s. Eidg. Absch. 8. 1305 ff.
7) Vgl. Brilinger 2. J. 1506: »idibus augusti<, also am. 13. August
8) Diese Nachricht findet sich in der Hs. sweimal nach einander,
nahesu gleichlautend. Doch tr> sie das erste Mal nur das Datum >üii
September umb die 11. stund« (XI statt IX), w&hrend das iweite Mal einxig
die Jahrzahl nicht wiederholt ist. Wir folgen daher dieser «weiten Fassung,
indem wir aus der ersten nur die Jahrsahl ergänsen. Beide BedaktioneD,
sowie auch das nachfolgende Erdbeben vom 4. Oetober, finden sich übrigens
in der Hs. schon auf Bl. 280, mit der Jahriahl 1356, jedoch durchgestrichen
und mit der Bemerkung: »Ist falsch, such anno 1506«. Aud^ letttere
Jahrsahl wird übrigens durch keine andre Quelle best&tigt und erscheint
somit nicht unbedingt sicher.
9) 1513 ist richtig nach dem Jahresanfang mit Weihnachten.
1501—1517. 193
milianus heitzog z& Meyland^), ein son hertzog Ludwigs
Sphoricy, wellichen die Schwitzer dem konig von Franckieich
[da er euch gestorben ist) übergeben band, wider in Meyland
ingesetzt^j.
ä [342^] Anno 1513 erh&b sich zu Friburg im Briszgouw i5i3
inn einnem dorffly, Lehen genant ^j, ein bundtschtich, und was
ii houptman Josz Fritz, der entran^}; und wurden vil gericht
z& Friburg^], und etliche zu Basel ^).
[343*»] Anno 1514 im augusto^) erhüben eich zu Schorndorff J^*^^^
to im Remsztal etliche buren tüider hertzog Uolrichen von Wirtten-
berffj und nampten sich der arm Cuntz^). Das ward durch die
landschafft vertragen^). Doch schlug man 18 die kopff ab,
und wurden fil mit rütten uszgeschlagen und an die Stirnen
geprant^^).
15 Anno 1514 vms ein kälter vnnter für und für ^^). und uber-
fror der Bin, das man mit einner wagen£art darüber für^^).
[359^] Anno 1517 was gar ein grosse thury und galt ein i5i7
viertzel körn zu Basel 3Y2 Ib^^). Do thetten die von Strasz-
1] Das Folgende, bis »übergeben band«, ist yermuthlicli ein genea-
logischer Zusatz Schnitts; vgl. oben S. 192, z. j. 1500.
2] Vgl. oben S. 38 AT.
3) Lehen, 1 St westl. v. Freiburg. Ueber diesen Aufstand s. Pam-
philus Gengenbach, Ausg. von Gödeke, S. 23 ff., femer H. Schreiber , Der
Bundschuh zu Lehen.
4) S. Schreiber a. a. O., S. 79 und 85.
5; S. ebend. S. 45 und 65 ff.
6] Jakob Häuser und E.ilian Meyer wurden auf Verlangen der öst-
reichischen Begierung in Basel gefangen gelegt und nach längerm Aufschub
am 22. Dec. d. J. zur Viertheilung verurtheilt, jedoch zum Schwert be-
gnadigt; s. Basels Briefe vom 23. Dec, im Missivenb. XXV 62 und bei
Schreiber S. 73 ff., und vgl. Wochen ausgabenb. 1513. S. 188. Die in der-
selben Woche erfolgte Hinrichtung Hans KnoUs yon Dampsheim, der ge-
rädert wurde, scheint zum Aufstande von Lehen in keiner Beziehung zu
stehen.
7] Dieser Aufstand endigte schon am 27. Juli d. J. mit einem Ver-
gleich. Hingegen folgten im August zu Schorndorf die hier erwähnten
Hinrichtungen; Tgl. oben S. 62, A. 2 u. 5.
8) Bis hier stimmt dieser Abschnitt mit der gedr. Augsburger Welt-
chionik überein.
9) Durch den Vergleich vom 27. Juli s. oben Anm. 7.
10) Vgl. Stalin, Wirtemb. Geschichte IV 1, S. 112.
11) Bis hier stinmit dieser Abschnitt mit der gedr. Augsburger Welt-
chionik.
12) Vgl. oben S. 59 ff.
13) Ueber diese Theurung s. Erkanntnissb. II 144 b, zum 14. Oct. d. J.
BuUr ChroBiken. VI. 13
194 AnonTmus bei Schnitt
buig ein kästen uff; sunst weie es den armen lutten übel
gangen >).
1518 [360] Anno 1518^) hat dootoi Martinus Luther ein Au-
gustinermunch wider den aplas geschriben^), und z& Augspuig
by dem cardinal Cajetano^) darumb red und antwuxt geben. ^
1519 [360^] Anno 1519 was ein grosse pestenlents zu Strassbuig
und den Rin uff, bitz für Basel heruff^^).
sept^o [360^] Anno 1520 uff den 16. tag septembris«) namen die
von Basel das schlösse Pfeffingen in.
Apru*i6 [^^^1 ^^°^ ^^2^ uff den 16. tag aprilHs') hielt keyser.*
Carolus V ein grossen reichstag zu Wfiirms, in wellichem doctor
Martinus Luther oueh erschinnen und vor keyserlicher majestet
sampt den churfursten sins glübens und schribens rechenschaft
M»i (31) geben. Wellicher reichstag gewert hat bisz uff den 2. tag
meyens^j, da ist keyser Carolus in Brobant gezogen. i'
Anno 1521 ist Cristemus der konig usz Denmarck von
sinnen landlutten vertriben, und ist zu keyser Carole kommen^.::
von dem ist er erlich und wol empfangen.
(1526) Darnach anno 1522 starb des konigs von Denmarckt
frouw, genant Isabela, ein Schwester keyser Carolis, und ward ^'
z(l Jent vergraben i^))
1521 [361^] Anno 1521 zoch der keyser für Maseyr^^] und he-
legeret die stat mit grossem volck.
19. Die Jahrzahl 1522 i. d. Es. erst nachtr&glich aasgef&Ut, mit arab. Ziffern.
1) VgL Strassburger Jahrgeschichten bei Mone, Quellensammlung %.
Badiflchen Gesch. II 141.
2) Diese Jahrszahl bezieht sich nicht auf die Abfassung der Thesen
gegen den Ablass, die schon am 31. Oct. 1517 waren veröffentlicht worden,
sondern nur auf Luthers Verantwortung in Augsburg, im Oct 1518.
3) Vgl. oben Schnitt, S. 110.
4] Thomas de Vio, gebürtig aus Gaeta, war Kardinal von St. Sixtus.
5) lieber diese Seuche, die schon 1517 begann, vgL B. Chron. I 23.
auch oben S. 83.
6j In der Nacht vor dem 16. Sept.; s. B. Chron. I 24.
7) Dieses Datum ist dasjenige vor Luthers Ankunft in Worms, worauf
er an den beiden folgenden Tagen vor versammeltem Reichstag erschien.
8] Der Abschied dieses Reichstages ist vom 26. Mai, und erst am 31.
reiste Karl V von Worms ab; s. D. Reichstagsakten, jüngere Reihe 11 729.
und Baumgarten, Gesch. Karls V, Bd. I 520. Das Datum »2. Maie, wie die
Hs. hat, ist also jedenfalls entstellt
9) Christian II war Karls V Schwager.
10) Gent.
11) M6ziöres an der Maas. Karl V war jedoch nicht auf diesem Feld-
zuge, sondern wieder in Spanien.
1518—1526. 195
[365] Afino 1523 ist der konig usz Franckreich für Mey- (i522)
land gezogen ^) ; und sind von stetten und lendeien gemeynei
Eydgnoschaff vor Meyland gelegen im dienst des konigs von
Franckreich 3).
s [366] Afino 1525^ bald nach dem nuwen Jar^ haben die n^
bauren in Deudschland ein erschreckliche uffrur erhept^). Und
erstlich haben sich die bauren under graff Sigmunden von
Lupffen zu dem ersten ufferhept^], darnach^) im Suntgouw,
Elsas, Margraffschaff, im Frickthal und Melibach, und im
10 Louffenthal®).
[369^] Item es haben die bauren sunst vil mer artickel
gehept^), wie es dan an yedem ort, da sy sesszhaff gewessen,
am beschwerlichisten gewessen ist. Die Schwartzwelder bauren
wolten, es solt ein yeder Juncker by sinnen bauren im dorff
15 sitzen^); [370] darumb verbranten sy alle Schlosser.
Martinus Lutherus hat mit grossem ernst wider den uffrür
der bauren geschryben; so hat Philippus Melanchthon in son-
ders wider disse zwolff artickel der bauren*) geschriben.
[372] Anno 1525 uff den 3. tag meyens, was des heylig mm 3
2ocrutz tag, zügent derren von Basel underthonnen, nämlich
Vaisperg; Homburg, Wallenburg, Munchenstein , Brattelen^®)
19. Hb.: mi tag (lUtt m).
1) Bis hier stimmt dieser Abschnitt mit der Augsburger Weltchronik,
die auch das ungenaue 1523 hat.
2) VgL B. Chion. I 32.
3] Bis hier stimmt dieser Abschnitt wörtlich mit der Augsburger
Weltchronik.
4] Dieser Aufstand im Klettgau begann schon im Sommer 1524; s.
Heinrich Hugs Yillinger Chronik, Ausg. i. d. Biblioth. d. Litterar. Vereins,
Bd. CLXIV, S. 98 ff.
5) Hinter »darnach« folgt in der Us. zunächst eine Einschaltung aus
Seb. Francks Zeitbuch, über den Aufstand in Schwaben, Baiern und Oestreich.
6) Vgl. oben S. 123. In der Hs. folgen hier noch Auszüge aus Seb.
Franck, der Augsburger Weltchronik und Carion, femer die 12 Artikel
der aufständischen Bauern.
7) Nämlich neben den 12 Artikeln. S. z. B. die 16 Artikel in der
oben erwähnten Yillinger Chronik, S. 109 ff.
8) Vgl. ebend. S. 118.
9) S. oben Annt 6.
lo; Pratteln war erst am 21. April d. J. Yon Hans Friedrich von E])-
tingen endgiltig an Basel yerkauft worden und stand anfänglich unter
einem besondern Vogt, bis es später, nach 1526, mit der Vogtei München-
13*
196 Anonymus bei Schnitt.
und Liechstal für die stat BaBel^]. Die bauien von Biechen
und Harnstein sind stil blipen sitsen^).
M^*i6 [37^] ^^^^ 1526 uff den 16. tag may^) was xü Oberen
Baden im Eigouw ein disputation von wegen des glübens^
■wuschet doctor Oeclampadio und doctoi Ecken ^) sampt an- &
deren gelerten.
Juli (29) Anno 1526 uff den 30. tag jully») hatt Zürich, Bern,
Schaffhussen und ein stat Basel einanderen die pundt uff sant
Petters platz zu Basel geschworen. Und hand die übrigen
ort der Eydtgnossen, als Lutzern , Ury, Schweitz und Under-i«
walden, ZAg und Friburg, nit wellen schweren, noch die pundt
ernuweren, von wegen des gl&bens*). Desglichen weiten ouefa
ettliche burger zu Basel den euwangelischen stetten ouch nit
schweren.
Anno 1526 hat [Meryelin Jungermannin] her Hans Gali-u
cions [seligen] frouw 7) ettliche vom adel an sich gehenckt und
15. Das Eingeld. nur in.Erizbergs Absclirift, S.44.
Stein vereinigt wurde; s. im Missivenb. XXIX 63 den Brief vom 28. Aug. 1535,
und Tgl. Brückner III 226 ff.
1) Vgl. oben S. 124 ff.
2) Hieben gehörte zu Basel erst seit 1522, und die Yogtei RanuteiD
seit 1518; s. Brückner VH 744ff. und XVI 1851.
3) Ueber dieses Datum s. B. Chron. I 406, A. 4.
4) Johann Meyer, gebürtig von Eck in Schwaben.
5) Vgl. Eidg. Absch. IV la, S. 952 f., 962b und 971, wonach dieser
Bundesschwur auf Sonntag den 29. Juli angesetzt war. Es mag also >XXX
tag«, wie die Hs. hat, entstellt sein aus XXIX. — Ueber die £riLherec
Bundesschwüre von 1507, 1514 und 1520 s. ebend. III 2, S. 383h, 800a und
1238 a, femer B. Chron. IV 88 ff, und unten Ertzberg z. J. 1520.
6) Ueber diese Weigerung s. Eidg. Absch. IV 1 a, S. 952 f. und 962b.
7) Hans Gallizian, seit 1512 Zunftmeister zum Safran, war 1521 mehr-
mals Gesandter auf der Tagsatzung und auch zum Könige yon Frankreich,
und hatte hauptsächlich dazu mitgewirkt, dass auch Basel damals die fran-
zösische Pension annahm. Er wurde jedoch nachher beschuldigt, den Batb
durch unwahre Berichte getäuscht zu haben, und als er deshalb ausBasei
entfloh, wurde sein hinterlassenes Gut zu Gunsten seiner Gläubiger Te^
steigert. Er verklagte hierauf Basel 1522 bei der Tagsatzung, starb jedoch
bald nachher. Nach seinem Tode aber klagte 1526 seine Wittwe, Maria
Jungennann, neuerdings gegen Basel, und alle Vermittlungsversuche bliebeo
erfolglos; s. B. Chron. I 29 und 213, femer Eidg. Absoh. IV la, S. 194k,
199b, 976n, und ebend. S. 1213 Basels Brief an Zürich, vom 23. Dec 1527.
— Ueber das Geschlecht (Gallizian und seine gewerbliche Bedeutuog s.
Geering, Handel und Industrie der Stadt Basel, S. 314 ff.
1526—1528. 197
der stat Basel abgesagt^). Daiusz einner stat Basel ein grossei
costen entstanden ist>).
[393^] Anno 1527 uff Anthony, was der 17. tag januarjr, J^27 ^^
hat ein ersamer rath der stat Augspurg die bepstisch mesz,
5 die bilder und götzen sampt allen bapistischen cerimonien gantz
abthon, und die frouwencloster zusammengestossen, deszglichen
die manscloster.
[375^] Anno 1528 hat der landgraff von Hessen ein grossen 152s
zug zu rosz und füsz zusammen bracht wider etliche bischoff^)
10 und den Schwebischen pundt. Doch ward die sach gericht
onne alle schwertsohleg, und müsten die bischoff dem land-
graffen ein grosz gelt geben ^).
Armo 1528 ist kertzog Hennrichvon Brunschtoig^) mit tausent
pferten% darunder fast vil adeh gewessen y gantz costlich und
15 wol gerust, vormals nie lustiger gesechen, usz hefelch keyser-
licher majestet in das Wehchland mder die Venediger'') zogen^).
Und l^en sich für die stat Loden*); do kam ein sollicher
sterbent under sy, das sy garnach onne allen strytt ellentlich
3. Hb.: XYcXllVU (statt XXYII). 4. Hs.: die bepstis mesi. 16/ Hb.: sogent.
IS. Hb.: ttllenliclL
1) Diese geschah jedoch erst 1527; s. den Drohbrief der betr. 12 Edel-
leute an Baael, vom 15. Oct. d. J., in Eidg. Absch. IV la, S. 1187, und vgL
B. Chron. I 56w Dass es keine leeren Drohungen waren , darüber s. in
Eidg. Absch. S. 1214 Basels Brief an Schaff hausen, vom 3. Dec. d. J., worin
ein Ueberfall ers&hlt wird, welcher kurz vorher bei Stein a/Rh. an einem
reisenden Basler yerübt wurde.
2] Der Streit währte noch zu Ende 1528 fort; s. Basels Brief Tom 14. Dec.
d. J., in Eidg. Absch. IV 1 a, S. 1467. Später jedoch, 1545, bat diese Wittwe
den Rath um Verzeihung und wurde sammt ihrem Sohne Hans Jakob
wieder zu Gnaden angenonmien; s. Wurstisens Analekten S. 125 ff.
3) Die Bischöfe von Würzburg und Bamberg.
4) Nämlich 60000 Gulden.
5) Heinrich d. jüngere von Braunsohweig- Wolfenbüttel.
6) VgL B. Chron. 161: by 1200. Nach anderen Berichten waren es
über 2000 Pferde und 10000 Landsknechte; s. Baumgarten, Gesch. Karls V,
Bd. n 618 ff.
7) Das ursprüngliche Ziel war das von den Franzosen bedrängte
NeapeL Schon beim Betreten des venezianischen Gebietes jedoch, das mit
Frankreich Terbündet war, fehlte es an Geld um den Sold auszuzahlen,
und so musste Herzog Heinrich auf den Weitermarsoh nach dem Süden
verzichten ; s. Baumgarten a. a. O.
8) Das in Cursiv Gedruckte stimmt wörtlich mit der gedr. Augsburger
Weltchronik.
9) Weil Neapel nicht zu erreichen war, wurde das zu Venedig ge-
hörige Lodi belagert, jedoch vergeblich.
198 Anonymus bei Schnitt.
uff den strafisen stürben ^) und also tod uff den rossen sassent'].
Es was erbermlich zu sechen^). Sy wurden die eilenden
krieger genant, oder die Loder knecht.
*tm [^^^] -^^^*'*<' ^^^ ^""^^ Michaelis ist ein schnelle und er-
Sept. 2M schrockenliche kranckkeit, vormals unerhdrty entstanden, der Enge- ^
lisch schweisz^). Und zu lest ist ein airtzney funden, nämlich
wellicher 24 stund im bett geschwitzt hatt ungeschlaffen, ist
der merenteil darvon kommen. Wellicher aber entschlaffen,
der ist glich gen himel gefaren^)
^*^'(Si [377*] Anno 1529 uff den lesten tag febmary«) was deri^
(M&n3i?> g5tzenkrieg zu Basel, und wurden alle geschnitten und ge-
malten götzen, und was von holtz was, ward Terbrant. Und
thett man alle bopistischen cerymonien ab, und macht ein
reformation in geistlichen und weltlichen Sachen.
jani % Anno 1529 uff den 8. tag brachmonatz^) zugent die todi?
Zürich, Bern, Basel, Schaffhussen, Sant Gallen, Mulhusaen gon
Cappelen wider diefunffort, nämlich Lutzern, Ury, Schwitz^
Underwalden, Zug; und ward der kriessykrieg genampt^).
7. Hb.: geschwiU liait. 13. Hs.: und mach ein.
1; In Folge dieser Pest begann Anfkngs August der Rückzug; s.
Baumgarten II 620.
2) 8o matt, als wfiren sie todt.
3) Auf dem Kückwege kamen sie durch Basel; s. B. Chron. I 62, und
vgl. im Missivenb. XXIX 142 b die Briefe vom 25. Sept. d. J. an Zürich
und Luzem, worin darüber geklagt wird, dass die dortigen Schiffleute >vü
armer krancker kriegs- und betteÜutten« hieher geführt hätten.
4) Abgesehen vom Datum, so stimmt bis hier dieser Abschnitt wört-
lich mit der gedr. Augsburger Weltchronik, und aus dieser Quelle folgt
in der Hs. zunächst noch ein weiterer Satz über diese Seuche, dann ent
das hier Folgende.
5} Vgl. B. Chron. I 105, auch oben S. 85.
6) Dieses Datum kann sich keinenfalls auf den Bildersturm beziehen,
da dieser schon am 9. Februar erfolgte; s. oben S. 116. Hingegen trat
Samstags den 27. Februar — also am letzten Wochentage dieses Monats
— zum ersten Mal der neue Rath zusammen, welcher in Folge jenes ge-
waltsamen Sieges der Reformation war gewählt worden; s. oben S. 120, A.9.
Vielleicht aber ist das vorliegende Datum entstellt aus »uff den lesten tag
des mertzen« und würde sich alsdann auf die Reformationsordnung beziehen,
welche wohl schon Mittwoch den 31. März vom Rathe mag genehmigt
worden sein, obschon sie das Datum des 1. April trägt. Ueber diese Be-
formationsordnung s. B. Chron. I 98, A. 4.
7) Dieses Datum trägt Zürichs Kriegserklärung an die 5 Orte; s. £i<ig-
Absch. IV Ib, S. 224ff. Im übrigen vgl. oben S. 137.
8) Weil die dortige Gegend reich ist an Kirschen, deren Reife gerade
in diese Jahrszeit fiel.
1530
Jnli 4
1529—1630. 199
[384^] Anno 1529 1) hat sich von wegen des gl&bens z&- 1529
sammen verpflicht und verbunden der landgraff Philip von
Hessen und die stat Straszburg, Zürich, Bern, Basel, Schaff-
hussen, Sant Gallen, Mulhussen, Biel und Constentz^), ein-
sanderen by dem erkanten und angenommen euwangelio zu
handthaben, und wer sy darob bekümmeren und triben weite,
lib, er und gut zusammen zu setzent; und ward das Cristenlich
burgrecht genampt. Wellicher pundt nit lenger gewert dan
bisz anno 1531 im october, als die Schlacht uff dem Alpis und ^^|
10 Ziigerberg verloren ward; müst man nach lutt des frydens den
pundt uffsagen und die brieff herusz gebend).
Occubuit patrio bellator Cinglius ense,
Et pressa est armis gens populosa suis.
[385] Anno 1529 uff den 14. tag brachmonatz, was uff^^^,^
1^ mentag vor Yiti und Modesty, und darnach abermals uff den
4. tag heumonatzs, was uff sant Uolrichs tag umb die vierten
stund nach mittag anno 1530 jar, ward der Birsych zu Basel
unversechenlich also grossz, das am Kornmarckt und Fisch-
marckt ein geladen schiff onne alle hinderung und grundtrür
2öMrol £aren mocht, ouch die husser an Steinnen mer dan über
das halb im wasser gestanden. Dardurch einner stat und ge-
meynner burgerschaffb ein grossen unusszsprechenlichen schaden
endstanden ist^).
[385] Anno 1530 uff den abent corporis Cristy ist zu Augs- juni is
lipurg ingeritten keyser Caroltis V^ und hat dahin ein grossen
reichstag uszgeschriben^).
In dissem reichstag haben die fursten ettlich, als nämlich
hertzog Hans von Saxen der churfurst, [385^] margraff Jörg
6. Hs.: darob bekammerent und triben weit« 8. Hb.: nii lenger gewart den.
16. Hs.: Vite nnd Modesty. 18. das er un Kommarck und Fisch ein geladen acbüR*
1) Dem »Christlichen Burgrecht«, welches Bern und Zürich 1528 zum
Schutze des evangelischen Glaubens mit einander geschlossen hatten, traten
allerdings die meisten der hier genannten Städte schon 1529 bei, Strass-
burg nnd der Landgraf von Hessen jedoch erst 1530; s. Eidg. Absch. IV la,
5. 1521 ff. und IV Ib, S. 1475, 1488ff. und 1514ff.
2) Gonstanz hatte schon 1527 ein Burgrecht mit Bern, und 1528 auch
ein solches mit Zürich geschlossen; s. ebend. IV la, S. 1510ff.
3) S. oben S. 147.
4) Vgl. oben S. 132 ff. u. 177 ff.
5) Dieser Satz stammt aus Joh. Carion, dessen weiterer Bericht über
den Augsburger Reichstag in der Hs. dem hier Folgenden noch vorausgeht.
200 Anonymus bei Schnitt.
von Brandenburg 1), hertzog Ernst von Lunnenburg, hertzog
Francisous von Lunenburg^j, Philipp landgraff von Hessen,
hertzog Hans Friderich von Saxen^), Wolffgang fürst von An-
halt, stat Nurenberg und stat Rötungen ^), die bekantnusz ira
glübens in 2 t artickel gesteh, in wellichen sy den missbrueh '^
abgestelt und geenderet handt, als nämlich das sacrament under
beider gestalt, der priester ee, die mesz, beicht, underscheid
der speisz, von clostergeltibt und vom gewalt der kilchen.
Item so band die vier stett Straszburg, Constentz, Mem-
mingen und Lindouw durch ire ratzbotten rechenschafit irsit-
glübens keyserlicher majestet zfigeschickt in 23 articklen^).
Nov!*^ [386] Anno 1530 uff den 9. tag novembris«) ist in Brobant,
Holland , Flanderen und Salein^) und angerentzen des mers
ein unfersechenliche wassergüsse kommen, dardurch vil statt
und dorffer undergangen sindt^). i^
Vidisses ruere per apertos flumina campos,
Cumque satis arbusta simul pecudeszque viroszque,
Et rapere tecta cumque suis penetralia sacris.
Et mare et tellus nullum discrymen habebant.
Omnia pontus erat, deerant quoque littora ponto. 2^*
Occupat hie collem cymba sedes alter adunca
Et ducit remos illic, uby nuper ararat.
Anno 1530 starb frouw Margret, keysser Maximiliany
dochter •).
9. Hb.: and Memmisgen Lindonw.
1) OeoTg von Brandenburg- Ansbach.
2} Ernst der Bekenner, Ton Biaunschweig-Lüneburg, und Frans sein
Bruder.
3) Des Kurfürsten Johanns Sohn.
4) Die hier genannten Fürsten und Städte sind die Unteneichner der
Augsburger Confession, welche am 25. Juni d. J. im Reichstag verleseD
wurde. Ihren Wortlaut s. bei Förstemann, Urkundenb. s. Gesch. d. Reichs-
tags von Augsburg I 369 ff.
5) Dieses Glaubensbekenntniss der 4 Städte, welches mehr den Stand-
punkt der Reformierten yertrat, wurde dem Kaiser am 11. Juli übergeben,
jedoch nicht Öffentlich verlesen; s. ebend. II 22.
6) Das richtige Datum ist der 5. Nov.; vgl. Augsburger Weltchronik,
z. J. 1530, und Seb. Francks Zeitbuch, Bl. 248 b.
7) Vermuthlich Seeland, oder auch Salland, das Mündungsgebiet der
Yssd.
8) Vgl. B. Chron. 1 117.
9) Sie war die Wittwe Hersog Philiberts 11 von SaToyen, und seit
1506 Regentin der Niederlande.
1630—1531. 201
[386^] Anno 1531 uff den 11. tag octobiis umb die 12. stund o^| ,1
im tag do ubeifiellen die 5 ort der Eydtgnoschafft die von
Zürich und eischlAgen innen gamach by 300 mannen uff dem
Alpis^). Do waid Uolrich Zwingly mit sampt 17 piedicanten
s zu 8tat und land erschlagen 3). Darnach uff den 21. tag octobiis oct, (23)
bescbach die schlacht uff dem Zugeiberg ^). Und band die
von Lutzein, Uiy, Schweitz und Undeiwalden und Zug zu
allen mallen den sig eihalten.
Anno 1531 uff den 23. tag novembiis umb die achte stund not. 23
io roi mittag, was an sant Clementzen tag^], staib dei hochgeleit
doctoi Johannes Oeclampadius, und lit zu Basel in dei hochen
stifft im ciutzgang begraben^).
Anno 1531 uff samstag vor dem osteitag^) zochen die von Apru s
Zürich, Bern, Basel, Schaff hussen und SoUutuin, Fiiburg,
u Mulhussen und Sant Gallen den Ghrauwen Pundeien zu, widei
den castellan von Mysz^j.
[387^] Anno 1530 uff den 11. tag augusty^) ist zt Basel i^. 11
einnei gericht mit dem schwort, und darnach dei coipel vei-
biant und das houpt an ein Stangen gesteckt, dei hiesz Coniat
2u In der Gassen von Alfurt by Haltpiun ^). Der hielt gantz
3. Hs.:-niM (sUtt mc). 9. Es.: Xm tag, (stott ZXIU). 12* Em,: in der
hoch«]! stiir im cmtzgui begraben. 19. Ha. : geateck.
1) Ueber die Sehlacht bei Kappel und die dortigen Verluste Tgl.
oben S. 141 ff.
2) VgL die NamensTerseichnisse bei Bullinger m 145 und im Anzeiger
f. Schweixergeflch. 1899, S. 201, welche zusammen, mit Einsohluss Zwingiis,
eine Gesammtzahl yon 19 Geistlichen ergeben.
3) Das Treffen auf dem Gubel, das hier gemeint ist, geschah in der
Nacbt nach dem 23. Oct. Der 21. hingegen war der Tag, wo die Evan-
gelischen, bei Baar, dem Heere der 5 Orte gegenüber sich aufstellten,
worauf diese das Feld räumten und in eine yerschanzte Stellung sich zu-
rückzogen; s. oben S. 143, A. 5, 7 u. 8.
4) Dass es eher am Morgen des folgenden Tages (24. Not.) geschah,
darüber s. B. Chron. I 138, A. 2, und S. 488.
5) Im Kreuzgang des Münsters.
6) Dieses Datum bezeichnet den Auszug der Basler; s. B. Chron. I
118 ff.
7) Jakob Ton Medici, auf dem Schlosse Musso am Gomersee.
8} Dasselbe Datum s. B. Chron. I 112, und dazu stimmt auch das
Wochenausgabenb., wo die Kosten der Hinrichtung in der Samstagsrechnung
Tom 13. August figurieren. Inder Gassens noch erhaltenes Verhör hingegen
.Criminalakten I G. 1) trägt auf der Aückseite eine Aufschrift, laut welcher
er schon am 6. August hingerichtet worden wäre, und dieser Angabe folgt
Ochs VI 28.
9) Bei Heilbronn. Alles Folgende beruht auf seinem Verhör; s. die
Torige Anm. und ygL oben S. 130.
202 Anonymus bei Schnitt.
und gar nut von dem nuwen testament. Item er hielt nut
uff das paternoster und unseren heiligen glühen, und bette
ouch selbs nit; dan das bett mit dem mund were kein nuts,
sondei hiecht grossen schaden. Und so er gefragt, warumb
doch betten kein nutz were, diewil doch Cristus am Olberg ^
selbs gebettet hett, sprach er: wer es sagen kundt? die junger
haben doch geschlaffen. Er glüht ouch nit, das Maria die
mütter gottes Cristum Jesum under irem hertzen getragen und
erboren hette; dan were sy sin mütter gewessen, so hette ei
sy an der hochzeit in Ghana Galilee nit mit rüchen wortem«
angesprochen: wib, was gat es dich oder mich an.
Item er sprach: das euwangelium hab kein grundtveste.
usz der ursach das im euwangelio geschryben stat, uff der
hochzeit in Ghana Gallilee sient etliche krüg da gestanden,
da in ein krüg ungefarlich dry oder vier masz gangen^), undis
so nit ein rechte, sonder ungevarliche masz da benamset,
könne er im kein glühen geben.
Disser fieng zu Basel an, solliche und derglichen artickel
heimlich in den wincklen predigen. Darzü gaben im ettliche
oren. Also greiff ein oberkeyt zu im und thett im, wiese
oben lutt.
Fe^ [388] Anno 1532 im februario leitten die von Bassel ein
grosse Schätzung uff ire gotzhusser^}, von wegen des grossen
Schadens, so der Byrsich gethon, und des grossen costen, so
sy in den kriegen erlitten hatten. v>
Aug. 13 Anno 1532 uff den 13. tag augusty ist Oschwaldus Mt-
conius von Lutzern 3] zu Basel zu einnem pfarrer in der hochen
stifft uff Burg^j im cappittelhusz ^) von allen dennen, so im
grossen und kleinnen rath in den dryen pfarren zu sant Mar-
tin, zu sant Alban und zu sant Uolrich warent^), erweit worden.^)
10, Hs.: Ghana Oali«. 13. Hs.: geschryben atan. 14, Hb.- Ghana Gallice.
15. Hb.; da yin ein krüg. 18. Hs.: fien zu Basel an. 20. Hb.: ein oberkejr zii i>-
1) Sollte heissen: 2 oder 3 Mass.
2) S. den Beschluss vom 12. Februar d. J., im Schwarsb. Bl 23 b.
3) Ueber ihn s. Hagenbach, Job. Oekolampad und O. Myconius.
S. 309 ff.
4) D. h. an die durch Oekolampads Tod erledigte Steile eines Haupt-
pfarrers am Münster und Antistes der baslerischen Kirche. Ueber die Wahl
8. Hagenbach S. 339.
5) Das Kapitelhaus stand dem Kreuzgang des Münsters gegenüber,
neben der jetzigen Antisteswohnung, auf einem Theil des Areals der Unters
Realschule.
6) Diese 3 Filialgemeinden bildeten zusammen die Münstergemeinde.
1532—1533. 203
Anno 1532 uff den 4. tag augusty, was uff sontag voi ^^^^ 4
Lorentzy, hat Stoffel Bomgartter der gewantman zu Basel ^)
usz ingebung des teuffels Elszbetten Davit sinnen eelichen
gemachel und Elszbettly, by A^/^}aien alt, sin eeliche doehter,
5 so er by Elszbetten Davit erboien hatt, in sinnem husz unden
am kouflFhusz gelegen und zürn Eberstein genant^), oben im
husz zwuschet den kameren, umb das ein nach mittag 3), als
yederman in der predig uff Burg war, mit verrigletten thuren,
mit einnem weidner, so er darz4 geschliffen hatt, yemerlich
ii^ermurt und umbracht; und nach dem selbigen sich selbs zt
oberist im husz by dem uffzüg ubersturtzt und an die gassen
herab zu tod gesprengt.
Er hat ouch ein brieff mit sinner hand geschriben und an
die weichy mit einnem nestel gebunnden, darin er anzeigt syn
i&bewegung und ursach^); lit hinder einnem rat zu Basel ^).
[388^] Anno 1532 uff den 24. tag septembris<^) erschein 8«pt. 24
ein comett im zeichen der junckfrouwen, alweg gegen tag,
nach mitter nacht, vor der sonnen uffgang^); und hat gewert
80 tagsj.
» [389^] Anno 1533 uff den 21. tag february kam ein sollicher p^^f, 21
g:raa8amer wind, als ye gehört wasz^); warff zu Straszburg uff
dem munsterthurm die zeytglocken herab, so do anno 1498 149s
gebuwen was.
6. Hg.: sum Eberstein genant ist oben im husz. 11. Hs. : nberaturtz.
14. Hb.: sy bewegong. 16. He.: decembris (statt septembris).
l; Vgl. B. Chron. I 140 ff. und IV 98, ferner obenS. 161 ff., und unten
Ertzberg z. J. 1532.
2) Ueber dieses Haus s. B. Chron. IV 98, A. 4.
3) Vgl. ebend.j 1 140 und IV 98, auch oben S. 162: ewuschen 12 und 1.
4; Bis hier stimmt diese Nachricht vom Briefe nahezu wörtlich mit
dem Berichte bei Ertzberg.
5) Vgl. in B. Chron. IV 99 die Bemerkung unter den Varianten. Von
diesen Akten findet sieh jedoch nichts mehr im St. Archiv.
6) Decembris, wie die Hs. hat, scheint entstellt aus: septembris; 9C
Wurstisen S. 611, femer die gedr. Augsburger Weltchronik, sowie auch die
Strassburger Chronik\bei Mone, Quellen zur Badischen Landesgesch. II 143.
— üeber den Cometen yom Mai d. J. s. B. Chron. 1 140.
7, Vermuthlich entstellt aus : alweg gegen mitternacht, vor der sonnen
affgang — d. h. der Lage nach gegen Norden, und der Zeit nach vor
Tagesanbruch.
8) »80 tagr« hat auch Wurstisen a.a.O. Vgl. jedoch die Strassburger
Chronik bei Mone: fast 24 tag. Demnach könnte 80 entstellt sein aus 30
oder 25 (LXXX aus XXX oder XXV).
9} Vgl. oben S. 163, femer die Strassburger Archivchronik, im Code
biBtorique de Strasbourg II 219, sowie auch die gedr. Augsburger Welt-
chronik.
204 Anonymus bei Schnitt
jonf Ms [390] Anno 1533 im biachmonat und im heuwmonat ei-
J^ schein ein comett im zweyling^ und weret 40 .tag^).
Not. 1 [390^] Anno 1533 uff den eisten tag noTembris^) erhbb
sich ein grosse zwispaltung zwuschet denen von Solluthum
und iren underthannen, von wegen des gldbens'). ^
j^\ Anno 1534 uff den ersten tag may hat ein ersamei rath
dei stat Basel alle ire underthannen zu Liechstal gemusteiet
und ire harnisch und gewer besichtiget; und ist yedes ampt
mit synnem fenly erschinnen.
M»i Anno 1534 im meyen hatt hertzog Uolrich von Wirten- 1»
berg des konig Ferdinandy kriegsvolck gejagt by der 8tat
Louffen, am Necker gelegen^], usz hilff des kong FranciBCus
usz Franckreich gelt und des landgraffen Philippen von Hessen
und anderer Deudschen fursten volck^ sin vetterlich erbland
widerumb eroberet und inngesetzt. ü
Anno 1534 hat die stat Munster in Westvalen ein kong
under innen uffgeworffen, wellich Johannes von Layden ein
schniderknecht was. Der selbig was ein Widerteuffer und ubei-
1535 kam ein grossen anhang, also das anno 1535 zoch das Beich
für die stat Munster und belegeretten die statt ^j, und verloren k
etwan mengen stürm vor der statt ^). Zu lest ward sy uff sant
Juni 23 Johannes baptiste abent durch verretterrey ingenommen ^), und
was über 7 jar alt gewessen, ist alles erwürgt und erstochen,
[391] und der konig gefangen. Und uff samstag nach Seba-
j^^'^^ stianny anno 1536 ist der konig und Bernhart Crafit^j sin»
5. H0.: swnBclLei deren tob BoUatlinrn und iren natherdannen.
7. Ha.: alle iren nnderiliannen. 14. Hb.: in sin TetterlielL
1) Vgl B. Ghron. 1 143 und Wurstisen S. 611.
2) Diese Unruhen kamen in Solothum Bohon Donnerstags den 30. Oet
zum Ausbruch; indem die Anhänger der Reformation sich in der Vorstadt
jenseits der Aare yersanmielten und dort verschämten. Am 1. Nov. jedoch
erreichte die Aufregung ihren Höhepunkt, als die Altgläubigen aus der
Stadt einige Schüsse hinüberfeuerten; s. Eidg. Absch. IV Ic, S. 175 ff.
3) Die Reformation hatte ihre Anhänger nicht nur unter den Unte^
thanen, sondern auch unter den Stadtbürgern.
4) Ueber die Schlacht bei Laufen a. Neckar, yom 13. Mai 1534, s.
Stalin, Wirtemb. Oesch. IV 1, S. 368 ff.
5) Schon vorher, seit 1534, war die Stadt eingeschlossen durch einige
Streitkräfte, welche der Bischof von Münster, Graf Frans von Waldeck,
gesammelt hatte; s. Ranke, Deutsehe Qeseh. im Zeitalter der Reformation
m 527 ff.
6) Der einzige Sturm dieser Art war derjenige vom 30. August 1534;
8. ebend. S. 543.
7) In der Nacht vom ^3./24. Juni; s. ebend. S. 556 ff.
8) Sollte heissen: Krechting.
1533—1536. 205
hertzogy und sin kantzeler Bemhart KnippeidoUing, alle ge-
richt und vom leben zürn todt bracht worden.
Anno 1535 uff den 25. tag appiellens, das do was uff j^^
25
sontag cantate und sant Marxen des eu wangelisten tag, naoh
& mitternacht gegen tag^), yeibian zu Bern in Uechtland 26
husser und 8 spichei und schüren. Uff semlichs schickt ein
eisamei rath dei stat Basel her Hansz Rüdolff Fryen iien
latz&und, die buiger zu clagen und innen zu ergetzung irs
Schadens von wegen einner stat zu schencken 60 seck kernen.
iJ Anno 1535 zoch keyser Carolus der Y mit grossem voick
in Aflrica und gewan die stat Thonnis^), die der Barbarossa^)
mit des Turcken willen inhatt.
Anno 1535 uff den ersten tag novembris starb Maximi- (Oct. 24}
lianuB^) der hertzog zu Meyland, disz geschlecht der lest.
15 [391^] Anno 1535^) hat konig Hennrich usz Engelland
nach yilfaltiger erfarung, ob er sin eeliche huszfrouw^^), diewil
sy nit furchbar were*^), verlassen und ein andere zu der ee
nemen möcht, damit er ein mansnamen uberkem und der das
reich nach sinnem todt besitzen wurde; wellichs er nach langer
2onach{rag by vil gelerten lutten nit hat mögen zu wegen
bringen^). Zu lest riets im ein bischoff in sinnem land^). Also
verliesz er sinnen ersten gemachel und nam ein andere, einnes
nideren stammens ^% welliche er ein lange zeit vorhin gebdllet
5. Hb.: nach mittemaclL 21. Hb.: ein biBcboffs.
1) In der Nacht vom 25./26. April. Vgl. B. Chron. IV 99, wo übrigens
für cantate irrigerweise »jubilatec (18. April) steht.
2) Tunis.
3} Schereddin, gen. Barbarossa.
4) Maximilian Sforza, der nur bis 1515 regiert hatte, war 1530 in
Frankreich gestorben. Der letzte Sforza jedoch war dessen jüngerer Bruder
Franz Maria, der seit 1521 regierte und am 24. Oct. 1535 starb. Der
1. Kot. mochte der Tag sein, wo diese Nachricht in Basel bekannt wurde.
5) Diese Jahrzahl bezieht sich nicht auf die hier folgende Eheschei-
Scheidung, sondern genauer auf die weiter unten erwähnte blutige Ver-
folgung aller derer, welche diese Scheidung missbilligten.
6) Katharina von Aragon.
7) D. h. sie hatte ihm nur eine Tochter geboren, die spätere Königin
Maria.
8} Seine ersten Schritte zu diesem Zwecke reichen ins Jahr 1527
zurück.
9) D. h. Cranmer, der nachmalige Erzbischof von Gauterburg, gab
ihm den Bath, hierüber die Gutachten verschiedener Universitäten einzu-
holen, und diese lauteten meistens zustimmend.
10) Seine Vermählung mit Anna Boleyn vollzog er 1532.
206 Anonymus bei Schnitt.
(jj^^hatt, zd dei ee. Und staib sin erste fiouw darnach im febru-
ario, alsz sy nit gar ein jar ^) nach disser schmach gelept halt.
Darnach liesz der konig alle, die in sinnem land nit wollen
sprechen, das der konig wol, er lieh und recht in disser sach
gehandlet hette, dennen liesz er die kopff abschlaohen. Also i
ward der from hochgelert man, her Thomas Monis, der sin
oberister cantzlar im gantzen konigreich Engelland gewessen
j^ was, in dem jullio sin houpt abgeschlagen , und darnach dem
bischoff zd Rüffach 2), gar einnem frommen man. Nach dissen
dingen allen rathschlaget des konig wib mit irem schwagert»
und frunden, das sy eins maus erben uberkeme, der das kong-
reich besetz, und der konig mit iren nit handelet wie mit der
ersten; und legt sich also zu irem verwanten, in meinungvoD
im schwanger zu werden '^j. Das ward durch Schickung gottes
der konig innen, und liesz der frouwen und iren Terwanteni»
(Ma/uS^"^ Thurn^j, in dem monat apprillis anno 1536, die kopff ab-
schlagen ^).
1635 [392] Anno 1535 hatten die von Solluturn ettliche iner
bürgeren von wegen des glübens vertriben*). Under dennen
warent etliche, als Hans Roggenbach, Rudy Roggenbach. ^
Hennrich von Arx, Hans Hubler ^), Ursz Entz, Ludwig Koffer,
Conradt Bluwer^), Niclaus Sutter, Jörg Linser. Disse thatten
sich ztisamen und begerten an die von Solluturn: sy selten
innen vertreg, brieff und sigel, so ettliche ort, wie es im glüben
5. H«.: gehftnlet hette. 7. cantzlar i. d. Hb. am Bande. 16. Hb.: Umz die froQves
17. Hb.: abschlageni. 20. Hb.: Btidy Boggen.
1) Sie starb am 7. Januar 1536, nachdem ihre Ehe schon im Mai lo33
durch gerichtliches Urtheil ungiltig erkl&rt worden war.
2) John Fisher, Bischof von Koehester (lat. Hubiacum). Er und Moru$
starben '1535.
3) Bekanntlich eine Fabel.
4] Anna Boleyn wurde im Tower allein hingerichtet
5) Genauer am 19. Mai d. J.
6) Nach den Unruhen ron 1533 waren beim Ausgleich vom 17. Nov.
d. J. 4 StadtbOrger und 4 Landleute von der Begnadigung ausgeschlosseo
worden; s. Eidg. Absch. IV Ic, S. 177, und vgl. oben S. 204. Die Jahrzahl
1535 bezieht sich daher nicht auf ihre Vertreibung aus Solothum, sondern
auf das gemeinsame Auftreten der nachfolgend genannten 9 M&nner gegen
diese Stadt; s. Eidg. Absch. S. 538 ff., und Tgl. unten A. 7 u. S. 207, A. 2.
7) Diese 4 waren die Ausgeschlossenen der Landschaft; s. Eidg. Absch.
S. 177. Die weiter folgenden 5 hingegen erscheinen erst im Sommer 1535
als ihre Genossen, worauf sie insgesammt »die 9 Mannen« genannt wurden;
s. ebend. S. 538 h, 543 ff. und 696.
8} Genauer: C. Bl&wer; s. ebend. S. 538h.
1635—1536. 207
gehalten solte werden, uffgericht hetten, halten^). Das aber
iren heien von Sollutuin zd halten nit gelegen. Also nach
langer handlung seytten die 9 man etlichen, so sy mit schmach-
worten verletiten, ab, und wurden ettlich übel von innen ge-
5 schlagen^); darsü schnitten sy einnem pfafFen die hoden usz^j.
Also nach langer handlung wurden die 9 man zu Buren in
Bernbiet^) uff den 3. tag marcy anno 1536 gefangen^), und ^^^ ^13^
ward der handel durch die Eydgnossen vertragen, das keinnem
an sinnem leben nut beschach<^).
10 Anno 1536 uff den 4. tag apprellentz verbrunnen by Aprii 4
heitterem tag zd Oberen Baden im Ergouw z&n grossen und
kleinnen bederen by 20 husser^), und gieng oben bim scher-
husz zürn Bost oder Zymerax an. Die von Zürich gaben innen
an den brand zül stur 50 guldin.
15 [392^] Anno 1536^) ward die stat Jenff vom hertzog von
Soffoy belegeret^) von wegen des glübens, ouch das sy dem
bischoff (als er vermeint) sin gerechtigkeyt nit weiten halten ^^j,
ouch des wydenatz^^] halb, so der hertzog an die stat zu haben
1) Nocli bevor die 9 sich zusammengethan, schon im Febr. und Juni
1534 klagte Solothum über Oewaltthaten , welche die 4 ausgeschlossenen
Landleute yerübt, hatten, und diese begründeten hierauf ihr feindliches
Vorgehen in einem Schreiben vom 7. Aug. d. J.; s. Eidg. Absch. IV lo,
S. 271i, 337 V und 368.
2) Dies alles geschah von Seite der Ausgeschlossenen schon im Sommer
1534; 8. ihr Schreiben vom 7. Aug. d. J., a. a. O. Nach Jahresfrist aber,
am 3. Aug. 1535, sagten die 9 der Stadt Solothum ab; s. ebend. S. 538h
und 543 ff,
3] Im August 1535; s. ebend. S. 553.
4) Büren an der Aare.
5) Vgl ebend. S. 662 den Brief Basels an Zürich, vom 21. März d. J.,
welcher diese Verhaftung als erst > letzter Tage« geschehen meldet. Dem-
nach dürfte der 3. März, wie die Us. hat, entstellt sein aus: 13. März.
Jedenfalls aber erfolgte sie noch Tor dem 17.; s. ebend. S. 661.
6) 8. ebend. S. 696 ff. den Schiedspruch vom 24. Mai 1536. — Ueber
die Haltung Basels in diesem Handel s. B. Chron. I 144 und 146.
1) Vgl. die Villinger Chronik, bei Mone, Quellensammlung II 108.
8) Diese Jahrzahl bezieht sich auf den nachfolgend erzählten Feldzug
Berns; s. unten S. 208.
9) Zu einer förmlichen Belagerung Qenfs durch Karl HI von Sayoyen
kam es überhaupt nicht. Wohl aber begann dieser schon im Juni 1534 die
Feindseligkeiten durch Sperrung der Zufuhr und durch Ueberfälle in der
Umgebung der Stadt; ygi. B. Chron. 1 145.
10) Genf hatte die Reformation angenommen, und der Bischof, Peter
Ton Baume, hatte schon 1533 die Stadt für immer yerlassen.
11) Das Amt des Vizedoms war in Genf ursprünglich ein bischöfliches.
Jedoch schon seit dem XIII Jahrhundert hatte Sayojen dasselbe an sich
gerissen, und Karl IH hatte yersucht, dieses Amt zur yölligen Herrschaft
208 Anonymus bei Schnitt
vermeint, und nach vilfaltiger handlung^) und in der allei-
lesten nott zügent die von Bern, als mitburger deren von
Jan. 14 Jenff^), uff den 14. tag january') anno 1536 zt entschuttung
deren von Jenff usz, und namen dem hertsog von Soffoy das
land in bisz gon Camarach^), und verbranten vü Schlosser. &
Also vemamen semlichs die Wallisser und sügen dem
hertzogen euch in das land, unangesechen die nuwe pundt-
nusz, so sy kurtzlich hievor mit dem hertzogen u£^ericht
hatten '^}, und namen dem hertzogen, was innen wol gelegen
was. Desglichen thetten die von Friburg ouch. to
Also rüst sich konig Franciscus zft Franckreich, und zoch
mit grossem volck zu rosz und f&sz dem hertzogen ouch in
das land, und nam Thörin die stat^j inn, und was im werden
mocht; dan er ouch in willen was, in Meyland zti ziechen.
Gab für: er were des hertzogen brfiderskinden des graffen von n
Jenff 7] vogt, dennen horte das land zu, hetten biszher gegen
dem hertzogen zu keinnem billichen rechten kommen mögen.
[393] Also zoch keyser Carolus V usz Neapolis in Mey-
land, ob hundert mal taussend starch^) von Deudsch und Wel-
schem volck, understünd dem Frantzosen zu weren. Zoch für %
Thörinn, und verliesz bald Thürin und zoch über das gebirg
uff Marsilien zu. Und hatt aber ein grossz volck in das Bich-
hardey ®) verordnet, derren oberister was der graff von Nassouw ^^],
die selten uff Parisz zu ziechen. Also kam in des keysers
leger 11) ein grosser sterben, nämlich der rott schaden, die^
über die Stadt zu erweitern; s. Oechsli, in Hiltys Politischem Jahrbuch
fOr 1899, S. 6 des Sonderdruckes.
1) Ueber diese Verhandlungen yon 1534 und 1535 s. ebend. S. 14 ff.
2) Das Burgrecht Berns mit Genf, vom 8. Febr. 1526, s. Eidg. Absch.
IV la, S. 1507 iSr.
3) Dieses Datum trägt Berns Anieige an Basel, dass es mit 5000 Mann
gegen Savoyen zu Felde ziehen werde; s. Eidg. Absch. IV Ic, S. 607 ff. Der
wirkliche Auszug erfolgte jedoch erst am 22. Januar; s. B. Chron. 1 146.
4) Die [Bemer hatten allerdings anfänglich beabsichtigt, bis nach
Chamb^ry zu ziehen; jedoch aus yerschiedenen Bücksichten msLchten sie
schon bei St. Julien Halt.
5) Nämlich am 1. Mai 1528; s. Eidg. Absch. IV la, S. 1516 ff.
6) Turin.
7) Karls III Bruder Philipp, Graf von Genevois, war 1533 gestorbeti
und hatte einen Sohn Jakob hinterlassen.
8) nichtiger: 30000.
9) Picardie.
10) Heinrich von Nassau-Breda, der Oheim Wilhelms von Oranien.
11} Nämlich in das gegen Marseille rückende Heer; vgl. B. Chron.!
149 ff.
1536—1537. 209
brunny und die pestenlentc, und stürben dem keysei ettliche
namhaffiiger houptlutt, als Anthonius de Lera^) und andere.
Also gab der keyser sinnem kriegsvolck im october des oct
36. jar urlüb^), und sogent die Brunsohwigischen knecht gar
^ ellendlich y glich wie anno 1528 3), durch die stat Basel, und
Sturben allenthalben fil uff der Strassen. Und kam hertsog
Hennrich von Brunschwig by äugender nacht in einnem schiff
gon Basel, uff den 3. tag novembris, und für am morgen bfiw Not. 3
wider hinw^. Also schanck ein ersamer rath der stat Basel noy. 4
i^ dem hertsogen in das schiff ein halb füder win und acht seck
mit haberen^). Und zogen die knecht in Bichharty ouch ab,
und ward dem graffen von Nassouw übel zügerett.
[393^] Anno 1536 uff den 4. tag july, was uff zinstag ^^« ^^^^
Uolxycy^), starb der hochgelert doctor Eraszmusz von Botter-
15 dam, zu Basel in der truckery z&m Lufft^) by Jeronimo Fro-
bennio, und litt zu Basel in der hochen stifft uff Burg in
unsser frouwen cappellen^) vergraben. Und ward gantz erlich
mit allen gelerten der unniversitett und der burgerschafft, in
bysin des burgermeisters^}, zu grab tragen. Disser hat das
iff nuw testament usz Grieckischer sprach in das Latin bracht
anno 1518^). isis
Anno 1537 uff den ersten tag january ist das stettly Hutt- j^ ^
wil in Bernbyet uff den boden gar uszbrunnen.
Anno 1537 uff sant Marx tag, umb die 4. stund nach Apni 25
25 mittag, ist zu Heidelberg ein ungest&m toetter gesin^ mit grossen
erschrecklichen grausammen donnerschlegen, und hat im drytten
16. Ha.: stüF nlF Bnig. 20. Hs.: osb Or«iekiich«r spivcht in dM Latin 1>raoli.
1) Antonio de Leiva.
2) In Folge des mit Franz I geschlossenen Waffenstillstandes; Tgl.
B. Chron. 1 149.
3) Vgl. oben S. 197.
4) Vgl B. Chron. 1 149.
5) Der Chronist irrt sich um eine Woche, da Erasmus in der Nacht
Tom 11./12. Juli starb; s. B. Chron. 1 147, A. 2.
6) Jetzt Bäumleingasse No. 18.
7] So hiess im Münster die vierte Kapelle des nördlichen Seitenschiffes,
welche sonst auch »der Schaler Kapelle« genannt wird, und wo sein Grab-
mal noch zu sehen ist; s. Wurstisens MOnsterbeschreibung, i. d. Beiträgen
Xn447.
8) Jakob Meyer zum Hirzen.
9] 1518 erschien allerdings eine solche Uebttsetsung. Die erste Aus-
gabe des grieehischen Textes sammt Uebersetsung erschien jedoch schon
1516; s. Stockmeyer und Eeber, Beiträge zur Basier Buchdruck ergeschichte,
S. 101 und 105.
Basler Chroniken. VI. 14
210 Anonymus bei Schnitt.
donnerschlag in das alt schlosz, das man Alt Heidelberg nempt ^i,
geschlagen. Welliches sich von dem donneischlag, [394] do
mei den zwey hundert thonnen pulvers gestanden^ angezunt,
das gantz schlosz urplutzlich schier in einnem augenplick zer-
sprengt, zerrissen und gantz vom boden und grundt zerschlaiÜ't -^
hatt. Von wellichem schlosz die stein von dem gemur an \il
orten der stat gesprengt sind, nit anders als hett man sy hinin
geschossen. Und sind schier in allen gassen die fenster, offen,
decher und derglichen in der stat zersprungen und zerbrochen.
Sind die kilchenfenster alle zerschmetteret, als wie sy im !
paurenkrieg gewessen sind. Auch sind die fenster al im nuwen
schlosz^), under dem alten gelegen, gantz und glatt uszgesprun-
gen, und grosz stein in die muren wie mit karthonnen ge-
triben. Und dem pfaltzgraffen in sinnen gemach also gewütet
und getobet, das, so er anheimsch gewessen were, er mit dem i^
leben nit wol het mögen darvon kommen. Hat ouch etliche
gewelb im nuwen schlosz eingerissen, und mer dan für
30 000 guldin schaden allein in dem nuwen schlosz gethon,
on den schaden, so in der stat und etlichen byligenden dorfflin
und heusseren geschechen ist. Und uff dem alten schlosz, .
das zerrissen ist, sind umkommen 3 personnen, mit allem vich,
so daruff gewessen ist. Die anderen sind mit dem leben durch
die hilff gottes darvon kommen, doch nit unverletzt. Sind ouch
zwen arbeitter zu hoff am nuwen buw erschlagen worden.
In suma es ist ein greulich grausam erschrocklich wesens
gewest, das sich by maus dencken kom begeben hatt; ist vil
erschrocklicher dan maus schriben oder sagen [394^] kan. Ist
ouch ein solliche forcht under die lutt kommen, wan ein wettet
sich nur mercken lost, lauffen sy alle zusammen. Got well
uns genedig sin.
Es sind ouch zu Heydelberg etliche lantzknecht in einnem
wirtzhusz gesessen. Die haben nach irem brauch zecht und
frolich gewessen mit singen und schreyen, und haben des
Wetters kein acht genommen, bisz die fenster hinein zu in über
den disch gefallen sind. Da sind die lantzknecht hinusz ge->
louffen zornig, haben gemaint, es hab sy einner mit mütwillen
14. Hb.: in BÜmem gemaclit 31. Hb.: etliche lanUknech.
32. He.: nach irem braucli lech.
1) Von diesem alten Schloss auf dem Geisberg, Vi ^^ oberhalb de«
»neuen Schlosses«, sind nur noch spärliche Trümmer vorhanden.
2) Das noch vorhandene Schloss, von welchem ein ansehnlicher TheÜ
unter dem damals regierenden Kurfürsten Ludwig V erbaut wurde.
1537. 211
eingeschlagen, oder sey ein lerman da usz, bisz sy gesechen
haben, das es ubeial in den husseren von dem weiter ge-
schechen ist.
Anno 1537 uff den 4. tag may ^) für her Eckg von Rischach ]^l^
^ und Juncker Ebms Ottmar von Schonnouw sampt anderen
houptlutten und kriegsvolck von wegen keyserlicher majestet
in das Bichhardy, do dan der keyser zu rosz und füsz ein grosz
voick halt 2). Die gewunnen dem Frantzossen etliche flecken
und stett als SampaP) und anderen ab. Do ward durch die
Kl konigin Maria von Hungern und hertzogin zu Burgundy *] ein
anstand uff 10 monat lang gemacht^), und zoch zu beyden
Sitten das kriegsvolck in dem monat augusto ab. Und hatt^^v««^
zCl disser zeit der keysser ein grossen zug im Meyland ligen,
dan er den Frantzosse besorgen müst®).
15 [395] Anno 1537 in dem monat September ^j hat Ferdinandus (Dec)
der Romisch konig ^] ein grosse schlacht im Hungerland by einner
stat Esseckh, by einnem wasser ^), wider den Turcken verloren. Und
sind der Cristen by 15 000 umbkommen, erschlagen und gefangen
worden i<^}, sampt einnem grossen geschutz, so der Turck er-
2uoheret^i) und mit grossem tryumph zu Constantinopel ingefürt
4. Hs.: Sisach. 11. Hb.: gemach nnd zoch zu beytten das kiiegsvolck.
16. Hb.: ein grosse Bchlach.
Ij Dieses Datum mag sich auf den Aufbruch aus irgend einem nahe
bei Basel gelegenen Werbeplatz beziehen.
2) Diese geschah zur Abwehr des französischen EinfaUs in Artois,
vom März und April d. J. Der Kaiser selbst jedoch war nicht bei diesem
Heere , sondern in Spanien ; s. Baumgarten , Qesch. Karls V , Bd. III 224 ff.
3) St Fol , wesU. von Arras, war im März d. J. von Franz I erobert
worden.
4) Die Schwester Karls V und Wittwe Ludwigs II von Ungarn.
5) Diesen Waffenstillstand schloss sie am 30. Juli d. J., jedoch nur
für die Niederlande, deren Statthalterin sie war; s. Baumgarten lU 226.
6) YgL ebend. — Hier sohliesst in der Hs. der ältere Theil, und
alles Folgende ist mit blasserer Tinte geschrieben; vgl. oben S. 166 u. 188.
7) Gemeint ist die Niederlage vom 2. Dec. d. J. , welche auf dem r.
Ufer der Drau zwischen Esseg und Valpo erfolgte; s. Hammer , Gesch. d.
Osmanischen Kelches IH 189 ff.
8) Er selber war nicht bei diesem Heere.
9) Die Drau; s. Anm. 7.
lo; Das ganze Heer zählte anfänglich 16000 Mann zu Fuss und 8000
SU Pferd. D>ch entwich der grössere Theil noch vor dem türkischen An-
griff rom 2. Dec.; s. Hammer a. a. O.
11} S. ebend. S. 192.
14*
212 Anonymus bei Schnitt.
hatt. Und ist der Cristen oberistei houptman gewessen hei
HansB Catzianner, fryher 2Ü Katzenstein und Fledeneck^}.
NoT.Ti Anno 1537 uff den 24. tag novembris, was an sant Katt-
rinnen abent^), wurdent durch verretterey einnes Studenten,
genant Jacob Arsent^) Ton Friburg usz Ochtland, und Caiius 5
Stecheiis von BaseH} und Rochius Mettely uss dem Thur-
gouw^) sampt anderen, welliche Wilhelm Arsent Ton Friburg
usz Oechtland (der dan ein grosse ansprach an den konig Ton
Franckreich, wellicher er zu recht an den Frantzossen nit
kommen möcht}^) bestelt und uffgewissen warend, zu Basel 10
usz der stat dry Frantzossen, mit namen Anthonius a Rupe-
forty Gasconius Apamiensis diocesis^), und Sanctus de Fifys^),
und mit im ein orgenlist genant Marcus Rochier diocesis
Thuronensis^), veratten und zu Hunngen^^^), zünechst under
12. Hs.: Apanienaia.
1) Ueber ihn, der noch vor der Schlacht entwich, 8. Hanuner III 189
und 191 ff.
2) Ueber das Folgende vgl. die ausfahrlicheren Berichte in B. Chron. I
150 ff. und unten bei Adelb. Meyer z. J. 1537, ferner Wurstisen S. 614 ff.
und Buxtorf , Basler Stadt- und Landgeschichten des XVI Jahrhunderts
II 48 ff., sowie auch im Missivenb. XXXII 1 15b ff. Basels Briefe vom 26.
u. 30. Not. an Zürich und Strassburg.
3) Die deutsche Schreibung Arsent für Argent beruht auf der fran-
zösischen Aussprache dieses Namens. Jakob A. war ein Bastard yon Wil-
helm Argents verstorbenem Bruder und wohnte in Basel in dem 1533 neu
errichteten Alumneum für Studierende der Theologie; s. £idg. Absch. IV Ic
S. 911c u. 914, auch B. Chron. I 151, A. 4.
4) Ueber Eucharius Stähelin, der erst im Jan. d. J. das Bürgerrecht
erlangt und sich seither vergeblich um verschiedene Stellen beworben hatte,
8. Eidg. Absch. S. 911 u. 1012, auch B. Chron. 1 152 und Oeb. Vm 45, 47^
48b, 62 u. 80b.
5) Fanoratius Mötteli war sowohl mit Wilh. Argent als mit Stihelin
verschwägert; s. Eidg. Absch. S. 8ddk, 91 le u. 1012, auch unten Adelb. Meyer.
6) Näheres hierüber s. unten bei Adelb. Meyer.
7) Er hiess nicht Anton, sondern Franz von Roohefort; s. B. Chron.
1 151, A. 2. Mit >Apamiensi8 diocesis« ist wohl das südlich von Toulouse
gelegene Bisthum Pamiers gemeint, und da dieses zur Erzdiözese Toulouse
gehörte, so ist in der Universit&tsmatrikel hinter seinem Namen nur »dioec.
Tolos.« bemerkt.
8) Vgl. Wurstisen S. 614: Sanctius von Vivies. Oestlich von Toulouse,
jedoch nicht im Bisthum Pamiers, liegen Viviers-lös-Montagnes und Viviers-
les-Lavaur. In der Matrikel aber heisst er Sanctius von Rochefort; s. B.
Chron. I 151, A. 2.
9) M. Kog^er, ein Organist aus dem Bisthum Tours, war der beiden
Rochefort Diener; s. unten S. 214, auch Ad. Meyer.
10) Gross Hüningen gehörte seit 1521 der Stadt Basel; s. St&dt. Urk-
1521 Jan. 15. Das damalige Dorf lag etwas näher gegen Basel alz das
jetzige Städtchen.
1537. 213
der 8tat Basel under dem keppelly^), durch den vorgemelten
Wilhelm Arsent gefangen und in ein schiff, das zu sollicher
sach durch Brossy Krenchly schultheisz zu Bellicken^) bastelt
und an die schifflendy zu Hunngen gestelt^)', hinweg gef&rt
5 und uff dem schlosz Schwartzenburg im Elsasz^) enthalten.
Diewil aber Anthonius [395^] de Rupeforty^), den man
den abpt nempt^], uff wittern feld entran, und sy in in das
schiff nit bringen möchten, ward er durch Wilhelm Arsent
sampt synnem bistand, als Juncker Hans Truchksesz von Wol-
lohussen^j und dem Truttenberg^j, welliche ire dienner zu sol-
licher Sachen geordnet hatten, gefangen und gar übel ver-
wundet) und uff ein rosz geleit und durch die Hard^} gefürt.
Und als sy by der nacht gen Kempts ^®j kommen und den ge-
fangen kranchet halb nit witter bringen möchten, schosz der
15 dienner einnet ein buchssen durch in und liesz in also tod
uff dem feld ligen, das in die schwin funden und usz im
frassent. Disser Anthonius oder apbt ward zu Kempts ver-
graben.
Disse venreterry und freffel verdrosz ein ersamer rath der
2) stat Basel, und das soUicher hochm&t in irer herligkeytten
und oberkeitten beschechen selten ^^). Sollichs zii rechen so
9. Hb.: synnem bistan.
1) Ueber diese Kapelle s. Fechters Top. S. 145, auch B. Chron. I 151,
A. 1. Vermuthlich war sie St. Nikiaus, dem Patron der Schiff leute geweiht
da die dortige Gegend »der St. Nikiausrain« hiess; s. Beiträge XI 149.
2) Ambrosius Krenklin; vgl. Eidg. Absch. IV Ic, S. 914. Bellingen,
am r. Kheinufer 4 St. unterhalb Basel, gehörte gemeinsam 3 Herren von
Andlau; s. deren Brief Tom 12. Deo. an Basel, bei Buxtorf 11 51.
3) Die Hüninger Schiff lände reichte rheinaufwärts bis lur sog. Schiff-
müMe, also bis zu der Stelle, wo die von Basel herfQhrende Strasse sich
dem Rheinufer nähert
4) Dieses Schloss, bei Münster im Weilerthal gelegen, gehörte Wirich
von Ctemmingen, welcher es Wilhelm Argent eingeräumt hatte; s. Eidg.
Absch. S. 931o. Schon nach 6 Tagen wurden übrigens die Gefangenen
nach der Hohen Königsburg übergeführt; s. Buxtorf H 53.
5) Franz von Rochefort; s. oben S. 212, A. 7.
6) Vor seinem Uebertritt zur B^formation war er in seiner Heimat
Inhaber einer Abtei gewesen; s. B. Chron. 1 151.
7] Dieser war östreichischer Vogt zu Laudser; s. Missivenb. XXXII
80. sum 26. April 1537.
8) Sigmund von Truttenberg; s. unten Ad. Meyer.
9) Durch die Untere oder Elsässer Hardt.
10) D. h. in die Nähe dieses Dorfes, im Walde; s. B. Chron. I 152 und
Tgl. unten Ad. Meyer.
11) 8. oben S. 212, A. 10.
214 Anonymus bei Schnitt.
Not. 27/28. zugent sy uff den 28. tag novembris in der nacht i) mit
300 mannen gen Bellycken und iiengent Brosy Krenchly den
schultheissen, der dan sollicher Sachen ein wusser und schuld
trüg, und fürten in gefencklich gen Basel. An dem selben
erfür ein ersammer ratt^), wer in disser Sachen schuld und ^
verhafil was, und rustent sich mit gantzer macht und woltent
mit dem panner uszgezogen sin 3).
Also kam die sach für gemein Eydgnossen, die under-
nammen sich mit der regierung zd Enseszheim des handelst).
Also nach langer underhandlung nam die regierung zu £n- tu
seszheim das schlosz Schwartzenburg inn^), und ward Marcus
[396] Rochier der orgenlist als ein armer dienner des Anthonys
de Rupeforty ledig und wider gen Basel geschickt^).
Zd lest ward die sach durch den herren von Marnno,
keysserlicher majestet bottschaffb^), zu Schliengen vertragen^): i&
nämlich das man den gefangnen edelman, Sanctus genant,
solt wider ledig lassen, und den Truttenberger und den Truck-
sessen, den Scheren^) und Dietterich von Gemingen^^j usz
sorgen lassen, welliche sych ouch gegen einner stat Basel
verschriben sölten^^); ouch das schlosz Schwartzenburg unzer- ^:>
10. Hs.: EnseBsessheim. 19. Hs.: welliche sy ouch.
1) In der Nacht vor dem 28. Nov.; 8. B. Chron. 1 152.
2) Durch die Folter; vgl. unten Ad. Meyer.
3) Nämlich gegen Schwarzenburg; s. hierüber im StA., Bd. St. 91 No.3,
den AuBZUgrodel vom 20. Dec. 1537, und vgl. B. Chron. I 153, auch unt^n
Ad. Meyer.
4) Mit der Regierung der vorderöstreichischen Lande, die zu Ensis-
heim ihren Sitz hatte; s. Eidg. Absch. lY Ic, S. 911c, zum 6. Dec, vro
übrigens statt »Leonhardc zu lesen ist: Bernhard Meyer.
5) Nachdem die Tagsatzung am 8. Dec. an die vorderöstreichische
Regierung geschrieben, erfolgte die Einnahme Schwarzenburgs im Januar
1538, wobei übrigens die Hauptschuldigen unter den Belagerten beiNadit
entflohen; s. Eidg. Absch. S. 913 ff., 931 o u. 933, auch B. Chron. I 153 ff.
6) Dieser war schon Ende Dec. von den Räubern freigelassen worden,
damit er die Zahlung des Lösegeldes für seinen Herrn betreibe; s. Bux-
torf n 53,
7) Nikiaus von Oilley, Herr zu Mamold; s. Missivenb. XXXII 127,
und vgl. unten Ad. Meyer.
8) Ueber den Vertrag zu Schliengen, vom 15. März 1538, s. Eidg, Absch.
S. 947 u. 949, auch B. Chron. 1 155.
9) Peter Scher oder Scherer; s. Eidg. Absch. a. a. O.
10) Sollte heissen: Wirich v. G.; s. ebend.
11) Dieses thaten sie am 17. April d. J.; s. Stadt. Urk. No. 3031.
1«)
1537—1539. 215
brochen büpen lassen»). Also kam der edelman uff samstag
den 30. tag marcy anno 382) durch etliche beleytung Schwick- Jj^ ^23)
liarts von Syckingen^) widei in ein stat Basel. Und darnach
uff domstag den vierten tag apprillis anno 38 ward Brossy Apru 4
Krenchly von Bellycken zu der ax^) verurteilt, aber durch
bitt sinner kinder mit dem schwert usz gnaden gericht^).
Darnach anno 1539 im februario ward Wilhelm Arsent ^^^^
zum Crutz®) in Lottringen durch sinne dienner gefangen und
dem hertzogen zu Lottringen uberantwurt, wellich in dem
kunig von Franckreich zuschickt. Der liesz im das houpt ab-
schlachen^).
Anno 1538 uff sontag den 20. tag jenners, was Sebastiany, j^,^
kam nach mittag umb die 6. stund ein erdbidem zu Basel ^).
Anno 1538 uff den 10. tag jenners erschein ein comet am jan. lo
is himmel, und weret 10 tag^).
Anno 1538 uff mittwuchen den 23. tag jannuary kam jan. 23
zwischet dryen und vieren nach mittag zwen helle blix vom
himel und grosz dunnerschleg»^).
[396^] Anno 1538 uff den 16. und 17. tag apprillis, ^as Apni^^
ii» in der karwüchen, fiellen grosz ryffen, also das die reben er-
frorend am Rinstrom durchuff und uff, und von Bassel bisz
gen Barisz durch die strasz Luttringen, also das es by menschen-
gedencken nie erhört was»»). Und macht ein rath der statt
7 — 11. Dieser Abschnitt ist L d. Hs. nachtr&glicb eingesclialt^t. 17. Hs.: iweii heller
bliz. 21. Hs.: am Rinstram. 23. Hs.: erhört war. und mach.
1; Die Eidgenossen hatten anfänglich die Schleifung dieser Burg ver-
langt; 8. Eidg. Absch, S. 931.
2} Vgl. B. Chron.1 155, wonach die Auslieferung in Basel Sonntags
den 24. März erfolgte, und damit stimmt die ebend. S. 151, A. 2, abgedr.
Notiz in der Universitätsmatrikel, sowie auch Wochenausgabenb. 1538, S. 99.
Vermuthlich traf er mit seiner Begleitung Samstags den 23. März Abends
apSt in Basel ein, so dass die förmliche Auslieferung erst Sonntags den
24. erfolgte.
3) Er hatte als unbetheiligter Verwandter der Schuldigen den Vertrag
vom 15. März mit Basel geschlossen; s. Eidg. Absch. S. 947.
4) D. h. zur Viertheilong; vgl. B. Chron, V 436, A. 5, und demnach
ist ebend. I 155, A. 2 zu berichtigen.
5) Ueber die Hinrichtung s. Wochenausg. 153S, S. 101.
6) La Croix aux Mines, in den Vogesen, 3 St. östL von St Di6.
7) Noch im April d. J. wusste man auf der Tagsatzung nur, dass W.
Argent in Lothringen gefangen liege; s. Eidg. Absch. S. 1086 i u. 1091.
8) Vgl. B. Chron. I 154 und Wurstisen S. 616.
9) Vgl ebend.
10) Vgl. ebend.
11) Vgl. ebend. 1 155 ff., auch unten Adelb. Meyer z. J. 1538.
216 Anonymus bei Schnitt
Basel ein Ordnung, das iederman win venepffen oder schencken
dorffl^); doch so liesz man keinnen usz der stat verkouffen.
und ward im gantxen land durch disse Ordnung der win nienen
wolfeller dan in der stat Basel, und galt gemeynner landwin
die masz 1 s., der best 7 rapen^). Und galt daaz f&der') win ^
im Elsas 34 gl. Item in der Margraffschafft galt der som win
6 Ib.; item zä Liechstal, so da gewachssen was, 7 Ib.
^is3» xtem so galt das f&der Elsesser anno 1539 im September
oet 1« 40 gl. Darnach im october umb Gally galt ein fflder win eü
Amerschwil, Riehen wier^) und allenthalben im Elsas 4 gl., r
3 gl., und am besten gewechs 6, 7 und 8 gl. An ettUchen
orten fult man ein fass umb das ander ^). Grosseren mangel,
ouch dury der fassen hatt kein man nie erlept.
^^ Item anno 40 umb pfinsten galt der win 1 masz ein rappen,
^^ ^^ item 2 masz ein rappen.
juhmS [^^7] ^"^o 1538 uff den 18. tag juny ist zu Nisi in der
stat®] zwischen Carolo V dem Römischen keysser und Ftan-
cisgo kunig usz Franckreich ein guten friden und anstand g^;en
einanderen ingangen, angenommen und beschlossen, disser ge-
stalt: das furter aller krieg und kriegshandlung zwischet innen y
10 jar still stan und uffhorend soll, das zwischen keyserlicher
majestet und kuniglicher majestet warhafftiger und bestendiger
frid und anstand des kriegs seye und gehalten werde zft land
und Wasser, in allen landen, enden und orten der gantzen weit.
Als aber der beschlusz desz anstands zwuschen dem keysser j^
und konng uffgericht, hat der keyser den bapst beleyttet biii
gen Jenouw?), und daselbs dannen in Hispanien gefaren.
Zwuschet dem selbigen haben sych die obgemelten beyd fiiisten
1. Hs. : oder Bchenek dorfft 7. Hb.: gewusen was. 17. Hb.: zirisek Caro]-
23. Hs.: gehalten werden. 2S. Hb.: haben ey die obgemelten.
1} Diese Verordnung, vom Mai d. J., s. im Erkanntnissb. lY 149.
2) Also 1 8. 2 d. Denn 1 Schilling hatte 6 Rappen oder 12 Pfennig.
3} 1 Fuder, d.h. eine Wagenladung, hielt 8 Saum, und der Saum
96 Maass.
4) Ammersweiler undReichenweiler. lieber den reiehlichen Herbst d. J.
vgl B. Chron. I 157, auch unten Adelb. Meyer s. J. 1539.
5) D. h. das leere Fass galt so viel als der Wein, den es faseen konnte.
6) Der hier folgende sehnj&hrige Waffenstillstand wurde dnrch Papst
Faul III Termittelt und deshalb am Abend des 17. Juni in dem ausserhalb
der Stadt Niaza gelegenen Barfttsserkloster unterzeichnet, wo der Papst
wohnte; s. Baumgarten, Gesch. Karls V, Bd. III 241 ff. Der Vertrag wurde
daher wohl erst am 18. Juni allgemein bekannt.
7j Genua.
1538—1540. 217
vereint, sich zusammen zu fügen ^], sich irrer geschefften zu
underreden, damit sy zu einnem gütten waren stAtten friden
ond frundschaSit komen m&chten. Uff soUichs ist der keyser
komen, den konng besucht in sinnen landen, in das Langen-
sdoc, an das end genant Aigemorte^j; daselbs der konng des
keysers warten was. Und als der keyser dahinn kommen, ist
der konnig mit wenig lut in des keyssers galten gangen, in
za begrüssen; haben einanderen umbfangen und blipen lang
by einanderen. Demnach kart der konnig wider in die stat
10 in sin herberg. Morndes ^) kam der keysser in des konnigs
herberg, zimbis essen. Do ward er uberusz tool vom konnig
entpfangen, und assen die obgemelten herren mit einanderen
zu imbis, und blipen den selbigen tag by einanderen in reden
und handlungen; und haben dermassen mit einanderen ge-
i& handlet, mit gnad des almechtigen gottes, das die obgemelten
herren, [397^] der keysser und der konnig, wol eins und treffen-
lich gftt frund bliben, und ein gütten bestendigen friden ge-
macht^). Und ist also der keysser in Hispanien, und der
konng uff dem weg gen Lyon zu. Actum den 1 5. tag jully ^^||^ ^^
2Daniu> 1538^).
Anno domini 1539 uff mitwüchen nach Johannis bapstiste ^^^^ ^r,
hat sich Jacob Eesser an den Spallen ob dem husz zum Tol-
den^) selbs erhenckt, und vil güts verlassen.
Item uff fritag darnach hat sich zu Schliengen euch einner Jon 127
2s selbs erhenckt.
Item in der Margraffschaff hat einner sin eygen eewib,
die er ungefarlich 6 wuchen gehept, als er mit irren in die
kriesy gangen, uff sontag nach Johannis bapstiste jemerlich Jani 29
ermurdet; und ist gefangen worden und zu Bottellen ge-
30 redetet.
Item es hat ouch in disser vorgeschribnen wüchen Juncker
Hansz Wolff von Habspurg, houptman der Vier Stetten und
1} Zwischen Karl V und Franz I, die sich in Nizza nie persönlich
gesehen, wurde erst nach Absohluss des Waffenstillstandes eine Zusammen-
kunft auf französischem Boden und ohne den Papst verabredet; s. Baum-
garten m 245 ff.
2) In Aiguesmortes im Languedoc traf Karl V am 14. Juli ein; s.
ebend. 8. 246.
3) Also am 15. Juli; s. die vorige Anm.
4) D. h. es wurde nur mündlich geäussert, der Waffenstillstand vom
17. Jtmi solle als bleibender Friede gelten; s. Baumgarten HI 247 ff.
5) Dieses Datum bezieht sich auf des Kaisers Besuch beim Könige;
8. oben A. 3.
6} Zum Dolder, am Spalenherg No. 11.
218 Anonymus bei Scbnitt.
Schwarte waldvogt zu Louffenberg^), einnen zu Louffenberg uff
der Rinbruck, genant Fridly Keller von Seckingen, erstochen
und dornach sich in die fryheit^] gemacht. Der ist durch den
rat zu Louffenberg usz der |&yheit genomen und in thum
geleit. ^
Item zu Friburg in Oechtland band zwen ye enner den
anderen erstochen.
Item zft Bern hat Hansz Funck der glaszmaller ein an-
deren glaser erstochen.
Item zu SoUuturn ein hencker den anderen erstochen. i'^
153» [450] Anno 1539 starb keyser CaroKs gemachel genant
Elisabet, ein geborne kungin usz Portagallia'j, mit wellicher
Min^ er hochzit hielt uff den drytten tag mertzen anno 1526 zu
Hispalis ^].
MaMo [451^] Anno 1540 uff mentag vor dem pfinstag hatt ein i&
ersamer rath zd Basel ein kurtzwil oder kilchwy mit ir landt-
lütten angeschlagen^], und sind also uff obgeschribnen tag oss
der stat gen Liechstall gezogen, fast uberusz wol gerust. Und
Mai 11 darnach am zinstag sind irre landlutt, nämlich Vamsperg,
Homberg, Wallenburg, Munchenstein, Liechstal, Sieehein, 20
mit innen wider in die stat gezogen^), und yedes ampt mit
sinnem fenly; was fast lustig z(i sechen. Domallen haben die
von Varnsperg ir recht fenly gemacht, nämlich Dierstein und
Valckenstein^); hand vormals ein schlosz in einnem venly ge-
fürt. Deszglichen euch Wallenburg mit einnem blauwen adler 3
in einnem gel wen feld®); hand vor ouch allweg ein schlosz
im fenly gefürt. Disser schimpff und froud ist mit allen
21. Das in CursiT Ergtazts fehlt in der He. 23. Hi.: gemach, nämlich.
1) Hang Wolf von Habsberg, Statthalter der 4 Waldst&dte am Rhein
und Vogt auf dem Schwarzwald.
2) In die Kirche.
3) Am 1. Mai d. J., zu Toledo; s. Baumgarten HI 362.
4) Am 3. März 1526 traf die Braut in Sevilla ein; die Hochzeit jedoch
erfolgte erst am 10; s. ebend. 11 478.
5) Vgl. B. Chron. I 159 und unten Adelb. Meyer z. J. 1540, femer ein
Fragment aus Gasts Tagebuch, in Wurstisens Analekten S. 134.
6) Sie brachen Nachmittags von Liestal auf und zogen um 6 Uhr in
Basel ein; s. Gast a. a. O.
7) Die Wappen der Grafen von Tierstein und der Freiherren von
Falkenstein, als der früheren Besitzer dieser Herrschaft.
8) Das Wappen der Grafen von Froburg, der frühem Inhaber dieser
Herrschaft.
1539—1540. 219
Zuchten und eren gantz fiuntlich und wol zergangen ^]. Es
sind ouch die puren usz dem LoufFental ouch zu sollichen
frouden und frundtschafft geladen; wellich ouch mit einnem
fenly erlichen erschinnen sindt^).
^ Item so sind usz der stat gen Liechstal zogen, th&t 193
glid, in yedem glid 5 man, thüt 965 man.
Item 80 sind Ton Liechstal frSmbd und heimsch wider
in die stat inzogen, thüt 335 glid, in yedem glid 7 mau'"^];
item 55 bar spillut^j, item 54 zu rosz. Summa von Liechstal
K' in die stat zogen, thüt 2534 &).
[455] Anno 1540 was gar ein heisser summer^), das an imo
ettlichen orten die weld und holtzer angiengen von grosser
hitz. Es kam ouch in langer zitt kein regen, und giengen
die wasser ab, und ward grosse not zu mallen, und ward das
15 heuw thur, und das veche fast wolfeill.
Item der Rin ward so gar klein, das er zu sant Alban
hinder der geselschafft zum EsseP) ein grosz lang grien über-
kam, daruff man mit der buchssen zum zill schosz; und stün-
den die schutzenschiben oberthalb der Karthus, und schussent
20 also über Rin^].
Item by sant Johans, bim lösten thurn im Rin^), was ouch
ein grosz grien, wasz lenger und breitter weder das by sant
Alban; daruff man ouch mit der buchssen zum zil schosz ^^).
Und blippen die beide grien ob dry monät lang stand ^^).
5. Du Folgende spftter geschrie1>en, mit andrer Tinte. 10. Hs, am Fnsa d. Seite
Sncli folio 455. 12. Hs.: angiennen.
1) Ueber den weitem Verlauf dieses Festes, das]bis Donnerstag währte,
Tgl. unten Ad. Meyer, auch Gast a. a. O.
2) Ueber dieses Fähnlein s. Qast a. a. O.
3) AIbo 2345 Mann, nämlich 965 Städter und 1380 Landleute.
4] D. h. je 1 Trommler und 1 Pfeifer.
5) Zählen wir zu den 2345 Mann in den 335 Gliedern noch HO Spiel-
leute und 54 zu Pferde, so fehlen immer noch 25, um die Zahl 2534 zu
erreichen. Dennoch mag diese richtig sein, da es neben den Spielleuten
jedenfallfl noch weitere Theilnehmer am Zuge gab, die nicht in Glieder
eingetheilt waren, so z. B. der städtische Fähndrich ; Tgl. unten Adelb. Meyer.
6) Vgl. B. Chron. I 158 u. 160 ff., auch Gast a. a. O., und Ad. Meyer.
7) Gemeint ist das Haus der Vorstadtgesellschaft von St. Alban, jetzt
St. Albanvorstadt No. 35. Diese Gesellschaft hiess im XVI Jahrhundert
»Zum Hohen Dolder, genannt zum Esel«; s. Beiträge XI 176.
8) Vgl B. Chron. I 161.
9) Der St. Thomasthurm, dessen Unterbau an der sog. Rheinschanze
noch vorhanden ist.
10) Vgl. B. Chron. 1 161 und unten Ad. Meyer.
11) Ende November; s. ebend.
220 Anonymus bei Schnitt.
Item es ward ouch in dissem jar gai fil win. Wei fasz
hat, ubeikam im herbpst ein som win umb ein halben guldin^;.
Item im Brisi^w, am Keisserstül, gab man sechen som nuwen
win umb ein guldin. Und an dennen orten ^ da allweg die
suristen win gewachssen, wurden in dissem jar die allerbesten
als zu Müttentz, Munchenstein und Brattellen und derglichen
orten. Es wasz gar ein uberusz grosse thury in den fassen.
1&4Ü Anno 1540 in dissem jar warrendt fil brenner in Dusch
und Welsoh landen^). Die namen von yeder first, so sy Ter-
branten, fier kronnen. Und wurden fil flecken und dftrfler ver-
brant, und müsten die armen lut uff dem land ein lange zit
ernstlich zu nacht wachen. Es wurden in allen landen fil ge-
fangen, die verjachen alle glich, wie sy gelt daruff empfangen
hetten. Und kund man doch von allen nit erfarren, wer dei
recht houptsecher, der sy besteh hette, were. Es warent ge-.
meinlich, so [455^] gefangen wurden, morder, dieb, vil kremer.
menger ^j oder keszler, lumpentrager und desglichen volcks.
Jan. Anno 1540 im januario zoch keisser Carole der V gon
Barisz und ward von dem kung Francisco usz Franokreich
erlich und hoch empfangen, und im durch das Franckreich:
grosse triumph gehalten.
Darnach zoch Carolus V durch Franckreich in das Nider-
land gon Jent, und strafft die von Jent gar hart von wegen
irer miszhandlung, so sy wider in begangen hatten 4), und liesz
in der stat Jent ein herlich schlosz buwen^). ^
Demnach beschrib keysser Karle einnen richstag gen
Juni Hagnow in dem monat junnio^j. Daher kam kunig Ferdinan-
dus, Caroly V brüder, eygner person. • Und ward disser tag
gehalten von wegen der religion, und kämmen sü beyden
sitten die gelerten und predicanten dar. Es ward aber nut <
entlich gehandlet, dan allein ein anstand gemacht bisz in den
Not. monat november; da selten zu allen theillen die gelerten zii
Wurmbs erschinnen und ein gesprech von wegen der zwispal-
1) Vgl. B. Chron. I 160: um 10 oder 12 s. Ferner vgl. Ad. Meyer.
2) Ueber diese Brandstifter vgl. die gedr. Augsburgerchronik in der
AuBg. von 1542, femer die Villinger Chronik bei Mone, Quellensammlaog
z. Bad. Landesgesch. II 109.
3) Unruhestifter.
4) Die Oenter hatten wegen einer neuen Steuer sich gegen ihn erhoben.
5) Dieses Schloss blieb stehen bis ins XIX Jahrhundert, wo es »die
alte Citadellec hiess und geschleift wurde.
6) Dieser Keichstag, luerst auf den 6. Juni nach Speier berufen,
wurde wegen der dort herrschenden Pest nach Hagenau verlegt, wo er am
25. Juni begann.
1540—1541. 221
tigen articklen mit einanderen halten. Und was alda gehand-
let und geiedt wurd, das solt keyserlych majestet zügestelt
werden; daiuff dan witter, was zu friden dienety, solt ge-
handlet werden.
^ Uff semlich erschinnen die gelerten zu allen theillen zä
Wurmbs im monat november anno 1540, und sich lang berat- ^^
schlagt, wie der handel anzufachen were, und sych doch all-
weg in rathschleggen getheilt. [456] Als nun sich die hand-
lung zwuschet beiden parthyen eben lang verzech, do beschrib
i«j keysser Carle V einen richstag gon Regenspurg, dahin die
parthien z& allen theillen widerumb erschinnen solten, da er
dan ouch personlich sin wolte.
Anno 1541 beschrib Carolus der V einnen reichstag gen ^^ ^
Kegenspurg, solt anfachen uff trium regum. Uff dissen reichs-
te tag ist Carolus V eygner person sampt den churfursten, fursten,
hexren und prelatten erschinnen, und da abermals von wegen
der religion ein uszschutz zu handien verordnet, und innen
artickel, worin sy reden und handien sollen, verordnet. Und
sind disz die artickel:
!» 1. De fidei justificatione, de meritis et bonis operibus.
2. De saoramento venerabili eucharistiae.
3. De potestate clavium et summi pontificis.
4. De sacrificio missae.
5. De missis privatis.
^ 6. De votis monasticis.
7. De conjugio sacerdotum.
S. De comunione sub utraque specie.
9. De restitutione monasteriorum et bonorum ecclesiasti-
corum.
II 10. De veneratione sanctorum, sub quo de imaginibus
toUendis.
[456^] 11. De constitutionibus et ritibus ecclesiastiois.
12. De jejunio, sub quo delectus ciborum prohibetur.
13. De penitentia in communi, de contritione, satisfactioni-
-> bus et confessione.
14. De usu sacramentorum tarn in genere quam in specie.
15. De constitutionibus humanis.
In dissem gesprech zft Begenspurg sind Presidenten gesin :
2. Hb.: keyMrIy migestat. r 11. Hs.: die partliie.
18. Ha.: worind sj reden handien. 20. Ha.: De flde jnatUieftüone.
222 Anonymus bei Schnitt.
Her Niciaus von Giandvella i).
Hertzog Friderich der pfaltzgraff^).
Disse band mit einandeien gedispendiert:
Uff der alten leligion:
Doctor Johannes Eck. ^
Doctor Johannes Gropperus.
Her Julius Pflüg, bischoff Zicensis^).
Uff der nuwen religion:
Philippus Melanchtbon.
Martinus Butzer. i
Johannes Pistorius.
[457] Disse sind zühorrer desz gesprecbs gewessen:
Eberhard Ryd^), desz bischoff von Mentz hoffmeister.
Her Dietterich graff zu Manderschid , in namen desz
bischofiis von C61n*).
Her Hennrich Hasz, desz pfaltzgraffen und churfursten'^,
cantzler.
Jacob Sturm 7).
Her Franciscus Burchardus, hertzog von Saxen des chur-
fursten^) cantzler. ^
Doctor Johann Vey, desz landgraffen von Hessen ^) cantzler.
Disse beyd parthyen haben nach langer handlung und
gesprechy so sy der vorernampten articklen halb gethon, in
etlichen articklen verglichen; in ettlichen ist yede parthy
uff irrer meinungen und opinion blipen. Daruff der keysseir
16. Hb.: desz pflatzg^nffen. 25. Hb.: irrer meiangnen.
1) Nikiaus Perrenot, Herr von Grandvelle, des Kaisers Kansler für
die deutschen und niederländischen Angelegenheiten.
2) Friedrich II, der Bruder und spätere Nachfolger des Kurfürsten
Ludwig V von der Pfalz.
3) So nannten sich die Bischöfe von Naumburg nach ihrem ursprüng-
lichen Sitze, Zeitz.
4) Eberh. Rüd, Hofmeister Albrechts von Brandenburg, des Enbischof^
von Mainz.
5) Dietrich IV von Manderschcid, im Namen des schon damals zur
Reformation hinneigenden Erzbischofs Hermann von Wied.
6) Kurfürst Ludwigs V von der Pfalz.
7) Der Stettmeister von Strassburg.
8) Kurfürst Johann Friedrichs von Sachsen.
9} Landgraf Philipps von Hessen.
1541. 223
ein anstand uff ein geneialconsilium oder ein nationalversam-
lung oder, so deren keins ein f urgang erreichen mocht, uff
einnen zukunffügen reichstag gemacht. Wellicher reichstag
Ton dem 29. tag des monatzs juUy anno 1541 über IS monati^^^,,
s lang in Deuscher nation gehalten sol werden. Hiezwuschet
8ol in religion und glübenssachen, ouch sunst keinner anderen
Ursachen halb, keinner den anderen bekriegen, berouben,
fiatchen und uberziechen noch belegeren, bisz uff ein gemein
oder nationalconsilium, oder uff den zükunfftigen reichstag.
10 [457*^] Anno 1541 uff den 2. tag junny verlor Ferdinandus juni 2
Komischer kung ein grossen stürm vor der statt Offen in Un-
geren, welliche er hart belegeret hatt ^) In dissem stürm sind
umbkommen 800 man, und 600 verwundt worden. Glich nach
disser that ist kung Ferdinandus mit wemg volcks gen
15 Begenspurg uff den richstag kummen^), alda umb hilff wider
den Turcken angerüfft.
i. Hs.: od«r ein natüilTersamlanK. 3. Hb.: wellichers reichaUs^.
9. Hb.: natialconsiliam.
1) Da der Gegenkönig Johann Zapolya 1540 gestorben war, so wollte
Ferdinand, gemäss einem früher mit jenem geschlossenen Vertrage, als
König von Ungarn von der Hauptstadt Ofen Besitz ergreifen, und da er
auf Widerstand stiess, so belagerte er dieselbe. Bald nach diesem miss-
lungenen Sturm vom 2. Juni erlitt übrigens das Belagerungsheer eine ent-
scheidende Niederlage durch ein türkisch-ungarisches Entsatzheer, worauf
dann am 29. August Soliman II von Ofen Besitz ergriff; s. Hammer III
230 ff.
2} Also noch vor Ende Juli, da der Reichstag nur bis zum 29. währte.
Beilagen»
I.
Zerstreute Nachrichten des XV Jahrhunderts.
Die wenigen Nachrichten aus unbekannter Quelle, welche Schnitts s
Weltchronik aus dem XV. Jahrhundert enthält, lassen sich der Zeit
nach in drei Gruppen zusammenfassen, deren erste den Zeitraum
von 1411 bis 1432, die zweite die Jahre 1439 bis 1445, und die
dritte das Jahrzehnt von 1471 bis 1481 begreift. Keine dieser
Gruppen jedoch bildet ein Ganzes für sich, sondern jede besteht i»
aus Abschnitten verschiedenen Ursprungs.
In der ersten Gruppe bemerken wir zwei Nachrichten z. J. 1416
und 1420, welche auf derselben Quelle zu beruhen scheinen wie
jene lateinischen Aufzeichnungen auf Bl. 432^ der Hs. £14, welche
im V. Bande der B. Chroniken S. 44 gedruckt sind. Ein weiterer \h
hingegen, über die Witterung von 1421 und der folgenden Jahre,
scheint nahe verwandt mit der entsprechenden Notiz im Anonymas
bei Appenwiler ^). Für die übrigen Nachrichten dieser Gruppe hin-
gegen vermag ich keine derartige Verwandtschaft nachzuweisen.
In der zweiten Gruppe, von .1439 — 1445, tritt die verschieden- 2o
artige Herkunft zunächst darin zu Tage, dass in zwei Absdinitten
die Datierung auf dem römischen Kalender beruht^}, während in
andern die Heiligentage diesen Dienst versehen. Zugleich aber zeigt
z. B. der Abschnitt von der Schlacht bei St. Jakob und den Anna-
gnacken schon durch seinen Inhalt, dass er aus zwei verschiedenen ^
Quellen compiliert ist, deren eine in Basel verfasst sein mochte,
während die andere unverkennbar nach Strassburg weist').
Bei der dritten Gruppe, von 1472 bis 1481, herrschen bereits
die Monatsdaten vor, so dass die Frage sehr nahe liegt, ob diese
wenigen Nachrichten nicht zur Anonymen Chronik gehören könnten. »$
1) S. B. Chron. IV 433.
2) Aus Missverständniss sind diese Daten in der Hs. als Monatsdaten
gegeben; s. unten S. 229, A. 5, u. S. 230, A. 3.
3) S. unten S. 229, A. 13, u. S. 230, A. 1 u. 2,
BeiInge I. 225
Jedoch stossen wir auf zwei Stellen z. J. 1476 und 1480, welche
•sich als schlechte Uebersetzungen eines lateiidschen Urtextes ver-
rathen^jy wahrend wir in der mit 1495 beginnenden Anonymen
(.*hronik nicht die geringste Spur eines solchen bemerken. Im übrigen
5 erseheint es auch bei den Nachrichten dieser zweiten Gruppe zum
mindesten sehr fraglich, ob sie alle aus einer gemeinsamen Quelle
stammen.
Wie schon früher bemerkt, findet sich in der Weltchronik
zwischen diesen beiden Gruppen noch der Abschnitt z. J. 1461 über
10 die Erwerbung der Famsburg, den wir als besondere Beilage folgen
lassen 2). Weiter jedoch bleibt uns noch eine kurze Nachricht z. J.
1453, über eine Fehde zwischen Schlettstadt und »Herr Hans von
Geroldseck c. Der einzige Träger dieses Namens jedoch, den wir
kennen, erscheint in Urkunden von 1332 bis 1365, und später nicht
15 mehr ^]. Die Jahrzahl 1453 ist also jedenfalls entstellt, und zwar
am ehesten wohl aus 1343 (MCCCCLUI aus MCCCXLIII). Obschon
wir auch zu diesem Jahr über die fragliche Fehde keine sonstige
Nachricht kennen, so fügen wir immerhin gleich hier den Wortlaut
der betreffenden Notiz noch bei, wie er sich in der Hs. auf BL 321
•->» findet ;
Anno 1453 hat her Hans Ton Geroltzeck die stat Schiet-
stat belageret und innen ir reben abgeschnitten, darnach uff-
gebrochen und gewichen.
[299^] Anno 1410 an dem meyabent zügent die von Zürich, ^p^^3o
r>Lutzem, Ury, Schweitz und Underwalden, Zug und Glaris^),
in Lombardy und belegeietten Thüin^], das was des hertzogs
1) S. unten S. 231, A. 2, u. 8. 232, A. 1.
2) 8. oben S. 190, u. unten S. 233 ff.
3) 8. Strassburger Urkb. V 3, 8. 192, 465 u. 504. Dieses elaässische
Geschlecht, das sich nach der bei Zabem gelegenen Burg d. N. nannte,
erlosch schon um 1390; s. 8chöpflin-Ilayenez V 630. Unter den Freiherren
von Hohengeroldseck in der Ortenau, welche allerdings im XV Jahrhundert
noch blühten, finde ich um diese Zeit keinen Hans.
4} Bis hier stimmt die Hs. genau mit Etterlin 8. 130. Jedoch ist
das Datum >meyabent€ nur richtig s. J. 1411, d. h. für den zweiten Zug
ins Eschenthal, wfthrend der erste Zug dorthin im 8ept. 1410 erfolgte; s.
ZOreherchron. 8. 172 ff. Auch der weitere Inhalt, von der Eroberung eines
Thurmes, gehört zum zweiten Zuge, während umgekehrt der 8chluB8, Tom
baldigen Ab&ll der neuen Unterthanen, sich wohl nur auf den Aufstand
am Weänaehten 1410 beziehen kann; s. ebend. 8. 173 u. Tgl. die Chronik
des Weissen Buchs von 8amen, 8. 17 der Ausg. y. O. Ton Wyss, auch unten
S. 22S, A. 2 u. 4.
5) Richtiger Thüm oder Dum, deutscher Name yon Domo d'Ossola.
Buler Cbroniken. VI. 15
226 Anonymus bei Schnitt.
von Meylands^); und zeibiochen den thurn im fischental''^
und braxshten darin umb 50 man 3). Darnach zochen sy wider
heym; da fiellend die yon Thün wider kü dem hertzog Ton
Meyland *).
NoVVi [300*] Anno 1414 jar ufF den ersten tag novembris^j hat •
das consilium zu Constentz angefangen^}; und hat 4 jar lang
1418 geweret, bisz uff 1418.
Die geistlichen und weltlichen personnen, so im consilio
H&n 27 2{| Constentz von dem ostertag bisz uff pfmsten ^J zeit sind
Mftii&thüt 60 500 personnen ^). Under wellichen sind: \
346 eitzbischoff und bischoff^).
564 ept und doctores.
16 000 fursten, hertzogen, graffen, ritter, edlen.
450 gemeinne weiber.
600 bartscher er. i.
320 gockler, spilleut, pfiffer und Sprecher, und koch.
Jaii2i [301] Anno 1416 an sant Marien Madalennen abent was
zu Basel ein erdbidem, so grosz das die leut usz der stat uff
das feld luffen; und thett man grosse krutzgeng^^).
[360] Anno 1413 fiengent etliche hundert menschen,:
6. Hs.: y jar lang (statt lY). 19. Hs.: grosse kmtzgenn.
20. Hb.: Anno XVCXYm (sUtt XIVCXVIU).
1) Johann Maria Visconti.
2} Das Thal der Tosa oder Val d'Antigorio, daa bei Domo d'Ossola
ausmündet. In der Umgebung dieses Städtchens wurden auf dem Zus^e
vom Mai 1411 vier Burgen erobert; s. Züroherchron. S. 173 und Weisses
Buch S. 17.
3) Der Thurm wurde angezündet, so dass sie theils verbrannten, theil^
sich hinausstürzten; s. ebend.
4) D. h. der von den Eidgenossen im Sept. 1410 eingesetxte Statt-
halter wurde schon um Weihnachten d. J. mit Hinterlist überfallen: &
Weisses Buch a. a. O. Nach dem Zuge vom Mai 1411 aber blieb das Thal
eidgenössisch bis 1414, wo es von Graf Amadeus VIII von Savoyen ein-
genommen wurde.
5) Ueber dieses Datum vgL B. Chron. V 151, A. 7, u. 152, A. 7.
6) In der Hs. folgt hier eine Einschaltung aus Joh. Carion.
7) Da gleich nach Pfingsten 1418 die Abreise Papst Martins V er-
folgte, welche den Schluss des Concils beseichnet, so bezieht sich dieses
Datum wohl am ehesten auf letzteres Jahr.
8) Die allerdings z. Th. sehr muthmasslichen Schätzungen Ulrich
Richentals ergeben eine noch höhere Qesammtzahl; 8. dessen Concilschronili,
Ausg. im Bd. 158 d. Bibliothek d. Litterar. Vereins in Stuttgart, S. 214 ff.
9) Mit Einschluss der Weihbischöfe; s. ebend. — Die weiter hier
folgenden Zahlen sind durchweg niedriger als bei Richental, mit einziger
Ausnahme der Scherer, die er nur auf 310 angiebt; s. ebend. S. 183 u.215.
10) Vgl. B. Chron. V 44 u. 319, auch unten Gr. B. Annalen z. J. 1416.
Beilage I. 227
frouwen und man, zu Straszburg an tantzen und springen an
offnem maickt und gassen, tag und nacht. Etliche assent nut,
bisz innen das wütten vergieng. Und ward die plag sant Vietz
tantz genempt^).
'"* [303] Anno 1420 was ein sollicher heissei sümmer und 1420
ein grosse dürre, die vormals nie mer erhört oder gesechen
was, also das man uflf Tyburcy kriessy und eppery feil hatt Aprii 14
Uff* den 7. tag apprillis, was der ostertag, hatt man zittig rossen. Apru 7
Uff sant Marien Madalennen tag hat man zittig pfersich und Joii 22
5" trubel^).
[302] Anno 1421 jar^) was es wolfeil, galt ein om win 1421
4 s. Baszier werung'*), und ein sack rocken 3 s^). Disse wol*
feily weret.8 jar an einanderen ^}, das der rebman und bursz- bis 142»
man unwillig zu buwen wurden. Darnach kam 1438 jar ein i43s
15 thury 7).
[305 "'J Anno 1430 Jar erfror toin und körn in Detidsch- \\^\i
landen^}. Und gefror der win in den fassen, das man in mit (1431?)
houwen herusz zog^j.
6. Hb.: gross« iharre. 11. Es.: 1420 jar. 11. Hs. : ein som win.
12. Hb.: ein sack rocken Dil s (statt III). 13. Hs.: andeinanderen.
14. Hb.: Darnach kam 8 jar ein tbary.
1) lieber den St. Veitstanz s. die Verordnungen des Kaths von Straas-
buig vom Juli 1418, in Schilters Anmerkungen zu Königshofen, S. 1068 ff.
lieber ein früheres Auftreten dieser Krankheit um 1379 s. B. Chron. IV 429.
2) Theilweise genau dasselbe s. B. Chron. V 44. Vgl. ebend. auch
S. 177, femer Zürcherchron. S. 187 u. Justinger 8. 287.
3) Vgl. B. Chron. IV 433 den Anonymus bei Appenviler, wo die Jahrs-
zahl gleichfalls entstellt ist in 1420, während das richtige Jahr 1421 sich
aus der D. Colmarer Chronik S. 23 ergibt
4) Oder 2 s. Rappenwährung. Dass nicht »somc zu lesen ist, wie die
Us. hat, sondern >om<, s. D. Colmarer Chron. a. a. O.
5) 4 8., wie die Hs. hat, scheint entstellt aus 3 s. Denn nur dieser
Preis für 1 Sack stimmt zu den beiden in Anm. 3 erwähnten Quellen,
laut welchen 1 Malter, d. h. 8 Säcke, 12 s. Rappenwährung oder 24 s. Basler-
währung galten.
6) Bis 1429; s. B. Chron. IV 433, A. 7.
7) 8 jar, wie die Hs. hat, scheint entstellt aus 1438. Ueber diese
Theurung von 1438 u. 1439 s. B. Chron. IV 46.
8) Bis hier stimmt dieser Abschnitt mit der gedr. Augsburger Welt-
Chronik. Vgl. hiezu Annales Zwifaltenses, in Mon. Germ. S. S. X 63, wo-
nach 1430 in Folge eines Maifrostes die Reben imd Saaten erfroren.
9) Während das Vorhergehende 1430 im Mai geschah, setzt das Ge-
frieren des Weins eine strenge Winterkälte voraus, und eine solche finde
ich für 1430 durch keine andre Quelle bestätigt, sondern nur für die
5 Wochen von Weihnachten 1431 bis Ende Januar 1432; s. Zürcherchron.
S. 192 u. 230, und vgl. B. Chron. V 1-36 sammt der Berichtigung am Schlus»
15*
lö
228 Anonymus bei Schnitt.
(1432?) [306] Es erfiuren ouch^) die vogel, das sy hungers halb
stürben y das man sy todt ligend fand uff dem veld, und das
man so fil haasen uff dem feld im schnee todt ligen fand^ das
man sy mit karren fol fürt gon Basel zu dem ooncilio. Und
gab man ein hassen umb l s., und kam iren so fil, das man
sy in Rein warffe.
1439 [306^] Anno 1439 fieng der alt Zurichkrieg an^) mit dennen
von Schwitz, derren helffer warend Lutsern, Ury, Underwalden,
Zug und Glaris; und weret disser krieg 7 jar^).
(1442) [307] Anno 1443, als die Ton Zürich grossen krieg hatten
mit den Schwitseren^), schwüren sy konig Friderichen, hert»^
von Osterrich, zu sinnem hoff ewiglich zu diennen. Und lag
zu Zürich der margraff von Rottelen als ein hoptman, und hat
by im den von Halwil^) und ander herren von dem land.
jaii^22 [306^] Anno 1443 uff sant Marien Madalenen tag zugent i&
die von Lutzern, Ury, Schwitz, Underwalden, Zug und Glaris
wider die von Zürich, und beschach da ein grosse sohlacht
uff Silveld by Zürich, und wurden uff beyden sitten vil er-
7. Hb: Anno XÜIICXLI. 8. Ury fehlt i. d. Ha. 14. Hf ; und asdereB
harren. 18. Ha: SiWe].
des vorliegenden Bandes. Vennuthlich trug also der in unsrem Texte
folgende Zusatz urspranglich die Jahzsahl 1431. Da jedoch beide Nach-
richten von Frost und K<e beriehten, so konnte es leicht geschehen,
dass sie irrigerweise in eine einsige z. J. 1430 versehmolien wurden.
1) In der Hs. schliesst sich auf Bl. 306 das hier Folgende an eine
Stelle aus Seb. Francks Zeitbuoh an, welche yom Frost und der darauf
folgenden Theurung von 1433 berichtet. Auch hier also wiederholte sich
dasselbe Missverstfindniss wie b. J. 1430, n&mlich dass Maifrost and Win-
terk<e nicht unterschieden wurden. Da jedoch das hier Folgende sich
nur auf den strengen Winter von 1431/32 beliehen kann, wie wir in der
vorigen Anm. sahen, so mag diese Nachricht ursprünglich die Jahrsahl 1432
getragen haben, welche dann vom Compilator su Gunsten von 1433 unter-
drückt wurde.
2) Dass jedenfalls 1439 gemeint ist, ergibt sich schon daraus, dass
nachher die Dauer des Krieges auf 7 Jahre angegeben wird. Die Jahrsahl
1441y wie die Hb. hat, mag also entstanden sein aus XXXIX, welche au-
erst in XXXXI und hierauf in XLI entstellt wurde.
3) Von 1439 bis 1446. Ueber diesen Krieg vgL B. Chron. IY445ff.
4) Zürichs Bündniss mit Oestreich, welches am 17. Juni 1442 in
Aohen geschlossen und in Zürich am 23. Sept., in Anwesenheit des Königs,
von der Bürgerschaft beschworen wurde, fiel in die Friedensseit, welche
vom Nov. 1440 bis Mai 1443 w&hrte.
5} Markgraf Wilhelm von Hochberg-Böteln, und Thüring von Hall-
wil d. filtere; s. B. Chron. IV 446, A. 9.
lu
Beilage L 229
flchlagen^). Doch so beh&ben die Sohwitzer das feld und
jageten die von Zürich in die etat, und volgtent innen naoh
bin sft sant Jacob der armen siechen huss^).
[307*»] Anno 1444 uff mitwüch in den pfinsten gewunnen |^^27
i die Schwitser Gryffensee und fiengend daiuff 66 man ^j ; dennen
sehlügend sy all die kopff ab uff einnen tag^j.
Anno 1444 uff den drytten tag ougstmonatz^) ward die(JQii»o)
stat Brugk an der Arouw^) durch uffsats her Thomas von
Falckensteins und des Ton Rechbergs by der nacht ^j inge-
nommen und verbrand^]. Und triben weib und kind ift der
stat uazy und nammen 18 schiff mit g&ts, und fftrtent das
gut und die gefangen gon Louffenberg.
[308^] Afmo 1444 uff mitwüchen nach Bariholomey be^ Aag. 2c
Schach die Schlacht by sant Jacob an der Birsz^). Da wurden
13 von den Eydgnossen der Delphin mit sinnem voick, die Ar-
menjecken genant, angriffen^ und wurden erschlagen uff beid
Sitten 2544 man^^^), und wurden gewunnen 2200 vesser^i), onne
anderen harnesch^^j.
Darnach uff sant Matheus tag zugent sy gon Colmar^^). sept. 21
16. >AAgriff«a und wordene f«hlt L d. Ht.
1) Ueber diese Schlacht vgl. 6. Chron. IV 448 u. V 246.
2) Nicht nur bis zu diesem Siechenhause, welches draussen an der
Sil lag, sondern theilweise bis an das Stadtthor.
3) Von etwa 70 Mann, die auf dem Schlosse waren, wurden 62 ent-
hauptet; 8. Frfind S. 191, und vgl. B. Chron. IV 448.
4) Am Tage naoh der Uebergabe, also am 28. Mai; s. ebend.
5) Dieses Datum ist entstellt aus: 3. kal. augusti (30. Juli). Denn
der Ueberfall gesohah Donnerstags den 30. Juli; s. Anseiger f. Sehweis.
Gesch. 1888, S. 193, und ygl B. Chron. V 480.
6) D. h. an der Are.
7) Genauer früh Morgens; b. Anseiger a. a. O.
8) Ueber den Brand vgl. Anseiger und B. Chron. a. a. O.
9) Dieser Sats stimmt wörtlich mit dem Anonymus bei Ertsbeig und
stammt auch yermuthlieh aus dieser Quelle; vgl unten Ertsberg s. J. 1444.
10) Diese Zahl, falls sie nicht entstellt ist, umfasst jedenfalls nur
den Verlust der Armagnacken. Vgl. B. Chron. IV 184, wonach diese ihren
Verlust »ob 2200« schätzten.
11) Vermuthlich sind hier Helme gemeint; doch yermag ich den Aus-
druck >yass« für Helm dureh kein sonstiges Beispiel su belegen. Der
Ausdruck »gewunnen« Iflsst yermuthen, dass hier nur die »yesser« der
Besiegten gemeint sind; alsdann aber ist »2200« jedenfalls entstellt aus 1200.
12) Hier folgt i. d. Hs. sunftchst aus Etterlin die Nachricht yom Vor-
rücken der Armagnacken, rheinaufwärts bis Laufenburg und abwärts bis
Ensisheim.
13) Unter den festen Orten, welche ihnen geöffnet wurden, wird Col-
mar sonst nirgends genannt. Auch stimmt die Angabe, dass sie erst am
1444
Nov. 30
230 Anonymus bei Schnitt.
Sept. K Und als die Schindei^) uff unser frouwen tag z& herpbst
in das land kamen 2), blipen sy darin bisz uff den 4. tag
M&n\^ äpperrellens anno 1445 3), zochen sy wider usz dem land.
Anno 1444 uff sant Anderes tag frü vor der sonnen uff-
gang kam zfi Basel ein grosser erdbidem, das alle weit wolt &
verzagt sin^}.
oct.l [325^] Anno 1472 uff den ersten tag octobris kam ein
grosser hagel, blix und donnersohlag^).
1475 [326^] Anno 1475 brachent die von Straszburg vor ir statt
600 huser, 80 schüren <^), 5 closter und 2 cappellen,. so allei<^
vor der stat Straszbuig gelegen warent, von wegen des hert«^
von Burgunds^j. Darnach hand sy disse husser und closter
in die stat buwen.
Mira"2 Anno 1476 am abent desz ersten sontag in der fasten , ge-
nant invocavitj verlor der hertzog von Burgund sin gitt torv>
1. Das Datum in der Ha. darcbgestr. und ron derselben Hd. ersetzt dnrcli: sut Lo-
rentzen tag. 7. Hs.: uff den ersten tag homung.
21. Sept. dorthin gelangt seien, nicht recht su der Thatsache, dass sie schon
am 9. Sept. landabwärts bis in die Nähe von Strassburg gelangten; vgl
unten Anm. 2.
1) Schon dieser Ausdrack zeigt uns, dass diese Nachricht aus anderer
Quelle stammt als die obige über die Verluste bei St. Jakob, vo dieselben
Schaaren >Armenjeokenc genannt werden; Tgl. übrigens die folgende Ann.
2) Dieses Datum stimmt nur su ihrer Ankunft in der Gegend von
Strassburg. Denn am 9. Sept. erschienen sie vor Erstheim, 5 St südlich
von Strassburg; s. die Forts, zu Königshofen, in Mones Quellen III 527,
und vgl. die Strassburger Arohivchronik, im Code historique de Strasbourg
II 162. Diese Nachricht beruht also nicht auf einer baslerischen, son-
dern auf irgend einer Strassburger Quelle. Der Laurentiustag hingegen
(10. Aug.), durch welchen in der Hs. das ursprüngliche Datum ersetzt ist
(s. Varianten), bezeichnet allerdings die Zeit, wo die ersten Schaaren im
Sundgau erschienen, also in Basels N&he; s. B. Chron. V 481.
3) VgL B. Chron. V 370, wonach die letzten Schaaren am 1. April aus
ihren Quartieren im Ober-Elsass abzogen. Vermuthlich aber lautete hier
das Datum ursprünglich: 4. kal. aprüis (also 29.Märs); vgL oben S.229, A5.
4) Vgl. Berler und die Strassburger Archivchronik, im Code histor.
de Strasbourg II 65 u. 171.
5) Diess geschah 1472 am 1. October; s. B. Chron. V 199* Die Ent-
stellung in >homungc, wie die Hs. hat, mag daher rühren, daas der Com-
pilator unmittelbar vorher aus Hartmann Schedel die Nachricht vom Co-
meten eintrug, welcher im Januar d. J. erschienen war.
6) VgL Strassburger Archivchronik a. a» O., S. 197: 620 hüser und
schüren.
7) Dieser Abbruch begann im Nov. d. J. und währte bis Anfangs
Februar 1476; s. ebend. S, 196ff., u. vgl. B. Chron. 11 327 u. 330.
Beilage I. 231
Gransofi^). In dissem schlosz^] ist fanden: 40 schlangen-
buehssen und 60 steinbuchssen^), 9 grosser houptstuck, 300
ihonnen -^j puIvers, 80 hackenbuchssen^), 300 wegen ^); 40 kysten,
darin der hertzog sinne kleidei und kleinettei behalten hatt,
in wellichen fanden ist 100 kostlichei guldiner stucken und
kostlicher cleyder. Item ein unzal win und körn und anderer
municion, so in dissem schlosz gewessen ist^).
[327] Anno 1476 uff den 22. tag junny beschach der stritt JJ^ 22
vor Murten®).
)o
[327*] Anno 1477 uff den 5. tag january ward hertzog J^^^
5
Carle von Burgund vor Nausze mit 7000 mannen^} erschlagen ^^j.
Anno 1477 uff den lösten tag july^^) hat Maximilianus (Aug. luj
mit hertzog Carotis von Burgund einniger dochter , genant
Maria, in der statt Jent hochzeyt. Und was by disser hoch-
:5 zeit der bischoff von Metz ^2), hertzog Sigmund von Osterrich,
hertzc^ Otto von Beyeren^^), margraff von Baden ^4), graff von
Wirtenberg ec. **).
[330] Anno 1480 uff den 26. tag jully, was der 4. tag jjg*2ß
IB. Hs.: XXY Ug jolly (sUtt XXYI).
1} Bis hier stammt diese Notiz aus dem Anonymus bei JErtzberg;
vgl. unten Ertzberg z. J. 1476.
2} Da hier offenbar nicht das Schloss Qrandson gemeint ist, sondern
das borgundische Lager vor demselben, so beruht der Ausdruck »Schlosse
rermuthlich auf der Verwechslung von castra mit castrum und weist
ftomit auf einen lateinischen Urtext.
3) Vgl das BeuteTcrzeichniss in Eidg. Absch. 11592: ob lOO^wagen-
und karrenbuchsen.
4) Vgl. B. Chron. II 366: 300 centenarii.
5} Andre Berichte gehen nicht unter 200 ; vgl ebend. II 363 u. III 323.
6) VgL ebend. 11 352: 1000 currus et 200 carrucas; auch Eidg. Absch.
a. a. O.: ob 1500 wigen.
7) In der Hs. folgt hier noch ein Zusatz aus der gedr. Augsburger
Weltchronik.
8) In der Hs. folgt hier zunächst ein Zusatz aus dem Anonymus bei
Ertxbeig, und weiter noch eine Aufzählung der bei Murten k&mpfenden
Verbündeten und ihrer Streitkräfte, welche auch in der Anonymen Chronik
der Burgunderkriege sich findet; vgl.Hs., Bl. 327, mit B. Chron. V 521 u. 510.
9) Dieselbe Zahl s. bei EtterUn S. 216. Gezählt wurden nur 5678 Lei-
chen, doch ohne die vielen auf der Flucht Ertrunkenen; s. Strassburger
Archiychronik, im Code historique de Strasbourg II 203.
10) In der Hs. folgt noch ein Zusatz aus der gedr. Augsburger Chronik.
11) Ueber diese Hochzeit, die zu Gent erst am 19. August erfolgte,
vgl. B. Chron. HI 164.
12) Georg, Markgraf von Baden.
13) OttoU von Mosbach, Pfalzgraf bei Rhein, ein Enkel König Ruprechts.
14) Christoff, ein Neffe des obgen. Bischofs von Metz.
15} Eberhard im Bart, der spätere Herzog.
232 Anonymus bei Schnitt.
nach Jaoobf 1), thett der Bin grossen schaden am gantzen
Rinstrom^).
1481 [330] Anno 1481 schwtLrent die Eydgnossen die punt von
nuwen dingen säsammen, und thettent ein eikantnus, das man
alle jar an allen orten alweg b& 7 jaren^) die pundt emuweren,
und was die inhielten , offenlich vor aller gemeind veilessen
und darnach offenlich schweren soltj damit yederman wuste^
was die brieff und pundt yermöchten.
II.
Famsburg. t
Der Abschnitt über die Erwerbung der Herrschaft Famsburg
durch Basel bildet in Schnitts Weltchronik insofern eine Ausnahme,
als er die weitern Schicksale dieser Vogtei bis in den Anfang des
XYL Jahrhunderts verfolgt ^)) nftmlich bis 1516, wo Henmann Offen-
burg zum zweiten Mal dort Vogt wurde ^]. Wie sich nun aus einer )'
Urkunde ergiebt, so erlangte dieser 1524 dieselbe Vogtei neuer-
dings*]. Seine zweite, mit 1516 begonnene Amtsdauer kann sieb
also nur über wenige Jahre erstreckt haben, und etwa um 1520
muss ein neuer Vogt an seine Stelle getreten sein, dessen Namen
wir zwar nicht kennen, auf welchen jedoch Offenburg schon 1524:''
folgte. Diese seine dritte Vogtei aber währte von 1524 bis 1541'),
worauf er nach Basel zurückkehrte und im folgenden Jahre Bürger-
meister wurde ^). Da nun im vorliegenden Abschnitt wohl Offen-
burgs erste und zweite Vogtei erwfthnt wird, nicht aber die dritte
2. Es. : am gantz«B BüutniiL
1) Dieaes Datum weist auf einen lateinischen Urtext. Jedoch stimmt
quarta post Jacobi fQr 1480 nicht zum 25. Juli, wie die Hs. hat, sondern
zum 26. Ueber diese Bheingrösse vgL B. Chron. V 551.
2) In der Hs. ist diese Nachricht oompiliert mit dem entspr. Absdinitt
des Anonymus bei Ertzberg.
3) Sollte heissen: zu 5 jaren; s. das Stanser Verkommniss Tom 32.Dec.
d. J., in Eidg. Abseh. m 1, S. 696 ff.
4) S. oben S. 190.
5) Das erste Mal wurde er es 1503 oder 1504; s. unten S. 235, A. 3 u. 4.
6) S. Stadt. Urk. 1524 M&rz 3, wo Offenburg als »neuer Vogt« dem
Rathe für getreue Amtsyerwaltung seinen Sohn Egloff als Borgen stellt
7) S. z. B. Schwarzb., BL 24>» z. J. 1532, femer StSdt. Urk. 1535 Febr. 15.
1539 Jan. 4, u. 1541 Juni 2. Bei seinem Rücktritt erhielt er ein Absehieds-
gesohenk yon 50 Ib »zu yererung siner langwirigen diensten« ; s. Jahrrech-
nung 1541. Sein Amtsnachfolger wurde Nikiaus Irmy; s. Oeb. VIII 76V
8) S. unten die Allg. Beikge, s. J. 1542.
Beilage IL 233
▼on 1524, 80 kann diese Aufzeichnung wohl nur zwischen 1516
und 1524 entstanden sein. Im übrigen zeigt sich der Verfasser
über die Reihenfolge der Vögte erst etwa von 1500 an genau
unterrichtet. Diesem unbekannten Schreiber, der offenbar zur Fams-
^ bürg in näherer Beziehung stand, ist vermuthlich auch die Erhaltung
jener Urkunde von 1351 über das Landgericht im Sisgau zu ver-
danken, welche ohne Schnitt für uns verloren wäre^).
Diesem Abschnitt über Farnsburg imter baslerischer Herrschaft
schicken wir noch jene kurze Nachricht über den Verfall dieser
10 Burg im Erdbeben von 1356 vorauf, welche ebenfalls in Schnitts
Weltchronik sich findet^). Aus den Grossem Basler Annalen kann
diese Notiz nicht wohl stammen, da uns aus dieser Quelle über
jenes Erdbeben schon ein anderer, zunächst die Stadt Basel be-
treffender Artikel erhalten ist ^), TJeberhaupt aber brauchen wir für
i^ diese kurze Aufzeichnung mit vorwiegend genealogischem Inhalt
wohl keinen andern Verfasser zu suchen als Schnitt, der ja schon
aas der Klingenberger Chronik wissen mochte, dass die Famsburg
beim Erdbeben von 1356 zerfallen war^).
[280] Anno 1356 verfiel durch erdbidem das schlosz Varns- 1 3.%
2opeig^), welliches widerumb uffbuwen hatt graff Simon von
Tyerstein^). Desz m&tter wasz einne von Wyssenburg^), und
sin gemachel ein greffin von Nidouw^}.
[323^] Anno 1462^) Hand die von Basel her Thoman von U(i2
1) S. oben 8. 171.
2) S. oben S. 190.
3) S. unten Gr. B. Annalen z. J. 1356.
4} S. Klingenberg S. 99.
5) Ueber diese Burg s. Birmann im B. Jahrbuch 1882, S. 68 ff.
6) Simon oder Sigmund II, der Sohn Ottos I und Enkel Sigmunds I,
des Gründers der Famsburger Linie, starb 1383; s. ebend« S. 72 ff.
7) Agnes von Weissenburg war seine Grossmutter, seine Mutter hin-
gegen war dementia von Utsnabei^; s. Wurstisens Analekten 8.476.
8) Verena, die Schwester Rudolfs IV, des letiten Grafen von Neuen-
burg-Nidau, starb 1402; s. Birmann 8. 72 u. 76.
9) Dieser Kauf wurde schon am 13. August 1461 verbrieft; s. die Urk.
bei Boos, Urkundenb. III 989 ff. Jedoch waren noch im Nov. d. J. ver-
flehiedene Anstände unerledigt, und deshalb scheint die Beeidigung der
Unterthanen, also die wirkliche Besitinahme, erst Anfangs 1462 erfolgt su
Bein. Auch ist der dortige Landvogt nicht früher nachweisbar als im
Min 1462, und die Jahrrechnung vom Ende Juni d. J. weist für Farnsburg
noeh keinerlei Einnahmen auf. VgL Geb. III 124 u. 127 mit Brückner
XMII2136, u. 8. die Jahrreohnung 1461/62.
i4sn
Mai 25
234 Anonymus bei Schnitt.
Faickenstein 1] das schlosz Vamspeig abkouüt. Und ist der
erst vogt daruff gesin Juncker Petter von Offenburg^).
um Darnach anno 1466 ward sin son, ouch Petter von Offen-
burg genant 3), vogt zu Varsperg. Under wellichem*) der
dondei in das schlosz schlug, und zerschlug die trem bisz uff
den offen in der grossen stüben, anno 1486 uff corporis Cristy.
i4i»4 Darnach anno 1494 schlag der donner ein knecht im
schlosz; aber er starb nit.
(14S7) Anno 1486 koufftent die von Basel von dennen von Ep-
tingen zu dem schlosz Varsperg Rüoh-Eptingen , Dietken,
Tennycken, Zuntzgen, Syssach, XJottingen, Bettken ^).
Nach Juncker Petter von Offenburg ward Conrat von
Lowenberg vogt<^}, nach dem selben Hans Schmid^), darnach
Bernhart Schilling^), darnach Petter Schönkind ^), darnach her
5. Hs.: die trenn.
1} Durch seine Mutter Claranna war ei ein Enkel Graf Ottos II toq
Tierstein, mit welchem der Famsburger Zweig dieses Hauses schon 141$
erloschen war. Ueber eine frühere Verpfändung dieser Burg an Oestreich
s. unten die Sp&tem Aufzeichnungen bei Schnitt, z. J. 1449.
2) Ueber Peter O. den älteren s. B. Chron. V 305 ff.
3) Peter O. der jüngere, der spätere Bürgermeister und des Vorge-
nannten Sohn, war geb. 1458 und wurde erst 1486 Landvogt; s. ebend.
S. 309 u. Brückner XVIII 2148. Hingegen war es Feter d. ältere selber,
welcher 1466 neuerdings Landvogt wurde, nachdem zwischenein Konrad
Münch von Löwenberg dieses Amt bekleidet hatte; s. Brückner a. a. 0.
u. Tgl. unten Anm. 6.
4) Feter Oflfenburg d. ältere regierte längstens bis 1470; s. unten
Anm. 7. Hingegen erscheint von 1486 an, wo das hier Ersählte geschali,
bis 1494 als Landvogt wirklich sein Sohn Feter der jüngere; vgl. Brückner
a. a. O., u. Stadt Urk. 1494 Mai 7.
5) Itingen und Bökten. — Von den hier genannten Dörfern wurden
einzig Ruch-Eptingen und Diegten 1487 gekauft, die übrigen hingegen
schon 1464 bis 1467; auch waren nicht bei allen die Eptinger die Ver-
käufer; s. die Kaufbriefe bei Boos III 1016, 1022, 1031 ff. u. 1098.
6) Konrad Münch von Löwenberg erscheint als Vogt 1465; s. Bmekner
XVIII 2148, u. vgl. oben Anm. 3.
7) Hans Schmid erscheint als Vogt erst 1470. Vor ihm regierte seit
1466 wieder Feter Offenburg d. ältere; s. Brückner a. a. O., u. vgl. oben
Anm. 3.
8) Dieser regierte vom Oct 1470 bis Oct. 1476; s. Boos IH 1056 u.
Missivenb. XIV 317. Als Achtbürger gehörte er sowohl vorher als nachher
dem Rathe an und wurde später Oberstzunftmeister.
9) Dieser sass ebenfalls als Achtbürger im Rath, begieng aber 1475
einen Todschlag. Dennoch wurde er im Nov. 1476 Landvogt und blieb in
diesem Amte wahrscheinlich bis 1479; s. Oeb. V 144»> u. 174*>, auch Boos
III 1074. Als Achtbürger kam er 1483 wieder in den Rath.
Beilage U. 235
Hans Schlierbach rittei^), darnach Jacob Yssely^), darnach
anno 1501 Hans Segisser^], darnach Juncker Henman von
Oifenburg^), darnach wider Jacob Yssely^), darnach anno 1516 taa
wider Juncker Henman von Offenburg*).
1) Dieser war Landyogt 1480 bis 1485; s. im Archiy zu Liestal, Akten,
Lade 10, No. 4. Er wurde 1494 ermordet; s. St&dt. Urk. 1494 April 29.
Weiter a. über ihn B. Chron. V 310, A. 9, auch Brückner XVIII 2148.
2) Hier ist Feter Offenburg der jüngere übergangen, welcher 14S6
auf Schlierbach folgte und bis 1494 Landyogt blieb, aber später Bürger-
meister wurde; s. oben S. 234, A. 4. Der Achtbürger Jakob Iselin, welcher
al9 Landyogt auf ihn folgte und als solcher z. J. 1496 u. 1499 bezeugt ist,
aber 1501 wieder im Rathe sass, war yorher Oberstzunftmeister; über ihn
s. Brückner a. a. O., femer seinen Brief yom 15. März 1499, abgedr. in d.
Zeitschr. f. Oesoh. d. Oberrheins 1899, im Anhang S. 97.
3) Dieser war Vogt yon 1501 bis Februar 1503; s. Brückner a. a. O.,
u. Oeb. Vn 91b.
4) Henmann Offenburg, der 1499 und 1501 als Achtbürger im Rathe
sass, erscheint als Vogt z. J. 1504; s. Brückner a. a. O. Er war ein Enkel
Peters des älteren und Neffe Feters des jüngeren, zugleich Tochtermann
des obgenannten Hans Schlierbach, und wurde 1542 Bürgermeister; s. über
ihn B. Chxon. V 309.
5) Wieder als Vogt erscheint Iselin yon 1507 bis October 1516, wo
er wegen zeiner Unterschleife in den Komzinsen abgesetzt und aller Ehren-
ämter unföhig erklärt wurde; s. Brückner a. a. O., u. Erkannti^ssb. U 136,
zum 23. Oct. 1516.
6) Ueber Offenburgs driUe Vogtei, yon 1524 bis 1541, s. oben S. 232.
V.
Die Grossem Basler Annalen
nach Schnitts Handschrift.
238—1416.
Einleitung.
/j\x den Quellen von Schnitts compilieitei Weltchronik in »«wegKrund
der Handschrift S gehören, wie wir früher sahen, auch die Ausgube.
Grossem Basler Annalen ^}. Diese sind zwar schon im vorigen
5 Bande auf Grund der damals bekannten, jedoch durchweg sehr
unvollständigen Handschriften herausgegeben^), und auch in
der Hs. S, die ich erst nach vollendetem Druck jenes Bandes
kennen lernte 3], ist von wirklicher Vollständigkeit noch keine
fiede. Immerhin sind uns hier diese Annalen verhältnissmässig
10 besser erhalten als in irgend einer jener früher benützten Hss.,
und beim Vergleich mit den bisher bekannten Texten bietet
diese Hs. manche Ergänzungen und Berichtigungen. Da nun
leider keine Aussicht vorhanden ist, dass eine wirklich gute
und vollständige Hs. dieser Annalen noch zum Vorschein kom-
ismen werde, so erscheint es geboten, schon in diesem Bande
eine neue Ausgabe zu versuchen, für welche im Gegensatz zur
frühern der Text der Hs. S die Grundlage bilden soll.
Wie wir schon früher sahen ^l, so sind es unter den bisher v®'^"*»]«»
, der Hand-
bekannten Handschriften nur vier, nämlich K, D, Br und Bh, schriften.
2» welche wenigstens grössere Theile dieser Annalen im Zusam-
menhang enthalten. In E und M hingegen erscheinen die
wenigen dort vorhandenen Artikel meistens zerstreut zwischen
Auszügen aus andern Quellen, während W überhaupt nur den
einen Artikel z. J. 1378 enthält. Zugleich aber bilden die erst-
3 genannten vier Hss. eine verwandtschaftliche Gruppe für sich,
indem sie durch gewisse gemeinsame Fehler sowohl von E als
von M sich unterscheiden^). Vergleichen wir damit die Hs. S,
80 sind hier die Annalen verhältnissmässig vollständiger als in
1] S. oben S. 170.
2) S. B. Chron. V 15 ff.
3) S. ebend. S. 564 die Nachträge, u. vgl. oben S. 175.
4) S. B. Chron. V 3 ff.
5] S. ebend. S. 8 ff.
240 Grössere Basler Annalen.
jeder andern Hs., doch ohne jene Fehler, durch welche die yiei
erstgenannten Hss. sich von E und M unterscheiden. Auch
finden wir in S so wenig als in E oder M eine Spur jener
lateinischen Fortsetzung z. J. 1414 — 1416, welche die Hss. D,
K und Br aufweisen ^). Die Hs. S ist somit näher mit E und s
M verwandt als mit jenen andern Hss.
Die Hand- Dicses Verhältuiss schliesst freilich nicht aus, dass auch
' die Hs. S wieder ihre besondern Textentstellungen hat, und
zudem erscheint die Sprache hier noch mehr als in den andern
Hss. modernisiert. Ebensowenig dürfen wir von dieser Hs. :•
Vollständigkeit erwarten, da Schnitt selbstverständlich in seiner
Compilation alle diejenigen Artikel ganz oder theilweise weg-
liesSy deren Inhalt er schon aus andern und ausfuhrlicheren
Quellen kannte. Ausserdem fehlen noch verschiedene Artikel,
von welchen die einen in mehrern, die andern wenigstens in :i
Einer der übrigen Hss. sich vorfinden. Wie weit nun die-
selben schon in der Vorlage fehlten oder von Schnitt auch
absichtlich übergangen wurden, das mag dahingestellt bleiben.
Umgekehrt aber enthält einzig diese Hs. noch verschiedene
kurze Nachrichten des XIV Jahrhunderts, von welchen die^^
meisten ganz das Gepräge dieser Annalen tragen und die wir
ihnen deshalb alle glauben zuweisen zu dürfen.
Zwei Unter den Nachrichten, welche die Hs. S mit den übrigen
gemein hat, ist diejenige von der Bheingrosse von 1374 hier
doppelt vorhanden, nämlich zuerst auf Bl. 285^ nur kurz und 5
mit der richtigen Jahrszahl, dann aber auf BL 290 ausführ-
licher, jedoch irrigerweise z. J. 1378. Schnitt kannte mithin
die Annalen aus zwei verschiedenen Vorlagen, und soviel sich
aus dem Vergleich der beiden Stellen schliessen lässt, so scheint
die erste und kürzere mehr mit der Hs. E, die andre hin-»
gegen mit M übereingestimmt zu haben ^j. Nun sind sowohl
in M als in S noch einige weitere Ereignisse von 1374 und
1375, im Gegensatz zur sonstigen Kürze dieser Annalen, mit
ziemlicher Ausführlichkeit erzählt, während in E und den
übrigen Hss. die entsprechenden Artikel viel kürzer gefasstJi
1) Mit dieser Fortsetzung vgl. oben S. 226 die Zerstreuten Nachrichten
aus S, I. J. 1414 und 1416. Finden inrir nun hier wie dort zum Constanz«^'
(!*oncil genau dasselbe Datum, so ist diese vereinzelte Uebereinstiiiiinung
doch sicher noch kein genügender Grund zur Voraussetzung einer gemeli-
samen Quelle.
2) Die zweierlei Kedaktionen dieses Artikels finden sich auch bei
Stumpf XII Cap. 28; vgl. B. Chron. V 12, A. 2.
YorUgen.
Einleitung. 241
sind^J. Auch finden wir z. B. die Nachrichten aus ältester
Zeit, von 368 bis 1258^ durchaus nur in S und M. Die zwei
Vorlagen^ welche Schnitt benützte, scheinen daher zwei ver-
schiedene Redaktionen der Annalen vertreten zu haben, näm-
5 lieh eine theilweise ausführlichere, deren Ueberreste sonst nur
noch in M erhalten sind, und eine kürzere, auf welcher E
sammt den übrigen Hss. beruht.
Die Verschiedenheit dieser zwei Redaktionen ist jedoch ||^^^^.
nur eine theilweise, indem sie blos bei einigen Abschnitten
idaus den Jahren 1365 — 1375 zu Tage tritt ^). Sie erklärt sich
daher wohl am einfachsten mit der Annahme, dass in der einen
Redaktion, wie sie in S und M sich findet, über die genannten
Jahre neben dem Urtexte der Annalen noch eine andre und
ausführlichere Quelle ausgeschrieben wurde, die uns nur hier
ii erhalten ist. Die gleichfalls nur in S und M erhaltenen Nach-
richten von 368 — 1258 aber, die in den andern Hss. gänzlich
fehlen, lassen sieh, wie wir schon früher sahen, wenigstens
theilweise auf noch vorhandene Quellen zurückführen 3). Wir
finden somit in S und M die Annalen in theilweise erweiterter
^j Gestalt, während die übrigen Hss. im Gegentheil auf deren
ursprünglichen Inhalt sich beschränken.
So leicht nun die Nachrichten von 368 — 1258 von diesem
ursprünglichen Inhalt der Annalen zu trennen sind, so wenig
lässt sich hingegen jene muthmassliche Quelle von 1365 — 1375
25 mit Sicherheit ausscheiden. Es erscheint daher geboten, auf
jeden derartigen Versuch vorweg zu verzichten, und so müssen
wir uns darauf beschränken, einfach das Vorhandene möglichst
vollständig zusammenzustellen. Demgemäss geben wir hier die
erweiterten Annalen, wie die Hs. S sie hat, jedoch unter Zu-
% Ziehung sämmtlicher Ergänzungen, welche die übrigen, schon
früher bekannten Hss. hiezu bieten^).
1] Vgl. unten z. JT. 1374 die Artikel Qber den gehenkten Juden und
über Falkenstein mit den entspr. Varianten, und ebenso denjenigen über
die Engländer von 1375.
2) Ausser den in der vorigen Anm. genannten Artikeln s. noch die-
jenigen über die Engländer von 1365 und über die Schlacht bei Endingen,
von 1367.
3) S. B. Chron. V 11.
4) Hiebei ist jedoch su bemerken, dasa zwei Artikel der frühem Aus-
gabe, welche die Jahre 1282 und 1386 betreffen und einsig in £ sich fin-
den, bei näherer Prüfung sowohl nach ihren Schriftzügen als nach den
arabischen Ziffern imverkennbar zu den spätem Einträgen dieser Hs. ge-
hören. Sie stammen also jedenfalls aus einer anderen Vorlage als alle
übrigen in dieser Hs. erhaltenen Artikel, und deshalb erscheint ihre
Basier Chzomken. Tl. ](',
242 Gröfliere Bailer Annalen.
wftrdiciu«- Uebei die Entstehung und den oder die Verfawer diesei
Annalen bringt uns der Text der Hs. S keine weitem Auf-
schlüsse, und so können wir hiefur höchstens auf die wenigen
Yermuthungen hinweisen, welche schon in der frühem Aus-
gabe hierüber geäussert wurden ^). Hinsichtlich des Inhalts abei s
ist zu bemerken, dass zu den werthvoUeren Theilen dieser
Annalen gerade auch jene ausführlichen Berichte von 1365—
1375 gehören, und dass diese in S weit besser und vollstän-
diger erhalten sind als in M.
AugX»! ^^ ^®' vorliegenden neuen Ausgabe, der wir die Hs. Sm
zu Grunde legen, nehmen wir nicht nur alle Ergänzungen
auf, welche die übrigen Hss. zu diesem Texte bieten, sondetn
der Vollständigkeit wegen lassen wir auch die bis 1416 rei-
chende Fortsetzung folgen, wiewohl sie nur in den Hss. D,
K und Br sich findet. Für die weitern AufiEeichnungen in E -^
hingegen, sowie für Brilingers Zusätze in Br und Bh, verweisen
wir nach wie vor auf die Beilagen zur frühem Ausgabe^;.
Von jenen Artikeln, welche in S fehlen, finden sich manche
in D 3) ; doch geben wir bei den wenigen, welche zugleich in
E vorhanden sind, dem Texte dieser Hs. vor D imd allen?»
übrigen den Vorzug. Nach E und D ab.er fällt zunächst K
in Betracht, und weiter noch die lateinische Hb. Br^). 6h
hingegen erscheint hier entbehrlich, da alles, was diese Hs.
zum Texte der Annalen bietet, schon in Br enthalten ist. Auf
M aber sind wir nur für einzelne Artikel angewiesen, welche i)
in der Compilation von S nicht mehr deutlich sich ausscheiden
lassen, und in W ist uns überhaupt nur Ein Artikel erhalten.
In den wenigen Fällen aus den Jahren 1365 — 1375, wo im
Gegensatz zu S die übrigen Hss. eine viel kürzere Redaktion
aufweisen, geben wir diese unter den Varianten. ^
Soweit unser Text auf S beruht, fügen wir aus dieser Hs.
die Blattzahlen bei, und zugleich bezeichnen wir mit einem
Sternchen diejenigen Artikel, welche einzig hier uns erhalten
sind. Vor solche hingegen, welche in S fehlen, setzen wir
Zugehörigkeit lu den Annalen sehr zweifelhaft. Wir lassen sie daher nur
noch unter den sp&tern Einträgen der Hs. £ folgen^ d. h. unten in der
BeUage 111.
1) S. B. Chron. V 11.
2) S. ebend. S. 42ff.
3) Zum Folgenden vgl. ebend. S. 8 ff.
4) Auf £ allein beruht in dieser Ausgabe ein einziger Artikel, s. J.
1287, der in der Hs. die irrige Jahisahl 1378 trägt; vgl. oben S. 241, A. 4.
5) Die Oegenüberstellung des lateiDischen Textes aus Br, die in der
alten Ausgabe nicht su umgehen war, wird hier entbehrlich.
Einleitung. 243
zum Unterschied jeweilen den Buchstaben nicht nur derjenigen
Hs., deren Text wir folgen, sondern überhaupt aller der Hss.,
in welchen der betreffende Artikel sich findet. Ueberall aber,
wo der zu Grunde gelegte Text durch eine oder mehrere der
'^ andern Hss. ergänzt wird, da unterscheiden wir solche Ergän-
zungen stets durch eckige Klammern und nennen zugleich
die ergänzende Hs. unter den Varianten.
Wie in der alten Ausgabe, so heben wir auch hier bei
den Artikehi aus D und K die mit »Daz< beginnende Um-
•»Stellung auf^}, indem wir an den Anfang immer die Jahrzahl
stellen 3), wie diess in allen andern Hss. durchweg der Fall
ist. Ebenso lassen wir alle Ueberschriften weg, gleichviel ob
sie in S oder in einer andern Hs. sich finden, und zwar mit
Einschluss jener allgemeinen Ueberschrift, welche einzig D
5 hat']. In der Reihenfolge der Artikel halten wir uns durch-
weg an die Zeitfolge, und zwar ohne Bücksicht auf die oft
entstellten Jahrzahlen, wie die Hss. sie haben, sondern nach
den richtigen Jahren der betreffenden Ereignisse, soweit wir
dieselben zu ermitteln vermochten. Verschiedene derartige
» Entstellungen, die ich früher nicht erkannt hatte, sind erst in
dieser neuen Ausgabe berichtigt. Doch bleiben immer noch
einzelne Jahrzahlen, deren Richtigkeit durch keine andre
Quelle verbürgt ist, und welche deshalb am Rande mit einem ?
bezeichnet sind.
i& So sehr wir auf die Richtigstellung des sachlichen Inhalts ,eh^b^^g.
und namentlich der Zeitangaben Gewicht legen, so verzichten
wir hingegen vorweg auf jeden Versuch, die Sprache des Ur-
textes wieder herzustellen. Wir halten uns daher auch in
dieser neuen Ausgabe in Hinsicht der Rechtschreibung bei
»jedem Artikel möglichst genau an die betreffende Hs., ohne
irgendwelche Gleichförmigkeit zu erstreben. Doch setzen wir
fax den Umlaut ü, der in E durch ü, in K und D aber durch
u gegeben wird, zur Vermeidung von Missverständnissen durch-
weg ein ü. Im übrigen verweisen wir für die Rechtschreibung
^Ton S auf die Einleitung zu Schnitts Chronik^], für diejenige
der übrigen Hss. hingegen auf die Einleitung zur alten Aus-
gabe dieser Annalen^).
1) Vgl. B. Chron. V 4 u. 13.
2} Die einzige Ausnahme bildet ein Artikel aus K, welcher dort
zwischen 1382 und 1384 steht, jedoch keine Jahrzahl hat.
3] Vgl B. Chron. V ISff.
4) S. oben S. 107 ff.
5; S. B. Chron. V 14
Iß*
244 Grössere Basier Annalen.
B«iiftg«ii. Als erste Beilage geben wir sunächst eine kune Uebei-
sicht über die in der Hs. S enthaltenen Nachrichten aus Basels
ältester Zeit, welche allerdings meistens aus noch erhaltenen
Quellen stammen. Weiter jedoch lassen wir hier noch eine
kurze, von 1421 bis 1480 reichende Beihe von Nachrichten
folgen, welche sich einxig in Berlingers Etterlin finden ^), aber
der Zeit nach gleichsam eine Fortsetsung zu den Grossern
Basler Annalen bilden. Zum Unterschied von letztem können
wir diese als »Spätere Basler Annalen c bezeichnen, und da sie
von sehr geringem UmfiBuige sind, so finden sie ihre passende»
Stelle wohl am ehesten hier als Beilage. Wie diese Annalen,
so gehören in Berlingers Etterlin gleichfalls erst zu den spätem
Einträgen noch verschiedene deutsche und lateinische Notizen,
welche zu keiner uns bekannten QueUe in Beziehung zu stehen
scheinen, und die wir deshalb hier als dritte Beilage unter- 1^
bringen.
1) S. B. Chron. V 459.
[D] Nach Christi geburt 238 jar, am 21. tag ^) des anderen ^^ji
herbstmonets, wurden gemartert sant Ursula mit ir geselschafft,
und sant Panthalus der erst bischoff sü Basel, der mit inen fftr.
[D] Nach Christi geburt 317 jar ward sant Katherin ge-ai?
» martert.
\D] Anno 312 wurden sant Felix , sant Regula und sant3i2
Exuperantius gemartert 2).
[188^] Anno domini 368 hatt keysser Valenoianus, geboren 36s
tousz Ungeren'), befelhet, das man das roubhusi oder sohlosz by
Basel, genant Wartenberg, abbrechen und schlissen solH).
[M] Anno 260 wart Basel zerstört durch Hunusz^]; was(9i7)
ein gesajnlet volok, verbranten und zerstörten, was sy funden*).
1. D: 230 jar, am 11. Ug. «. D: Anno 300. \% X: Aimo 1260.
1) Der 11., wie D hat, ist entstellt entweder aus 21. Oet. (Ursula),
oder aus 12. Oct (Pantalus). Die betr. Legende 8. bei Trouillat I 11 ff.,
und Beitrage XV 135 ff.
2) Ihre Legende s. i. d. Chronik der Stadt Zürich, Ausg. von Dierauer,
i. d. Quellen sur Schweiiergesch. XVIII 17 ff.
3) Hinter »Ungeren« hat S eine erklärende Einschaltung des Compi-
lators Schnitt: was Oraoianj des Sythers sun u. s. w. Im abrigen jedoch
findet sich dieser Artikel Tollatändig auch in M.
4) Mit der bekannten Stelle bei Ammianus Maroellinus über das durch
Valentinian I bei Basel erbaute »munimentumc steht diese Nachrieht offen-
bar noch in keiner Berührung. Wohl aber weist der Ausdruck »usa Un-
gerenc auf Königshofen; s. Ghron. d. d. Städte Vin 369. Gestütst auf
diese allerdings ungenaue Quelle musste unser Annalist den Regierungs-
antritt Valentinians ins Jahr 367 oder 368 setien, und so erklärt sich die
Jahisahl der TorUegenden Nachrieht, deren Inhalt im übrigen auf einer
lokalen Sage beruhen mag.
5} In S, Bl. 188, ist diese Nachricht angefügt an einen Abschnitt aus
Seb. Franeks Zeitbueh, Über einen Einfall der Germanen s. JT. 260. — Die
Zergtöning Basels, die in WirkHohkeit 917 durch die Ungarn erfolgte, mag
hier ins Jahr 260 Tsrlegt worden sein, weil diese mit den Hunnen ver-
wechselt worden, welch letstem das schon 238 erfolgte Martyrium von
St Ursula und Pantalus sugeschrieben wurde; s. Trouillat 1 11.
6) »Was ein gesamlet Tolek« u. s. w. findet sich auch bei Seb. Franck;
8. die Torige Anm.
248 Grössere Basier Annalen.
der köufft von dem probst ze sant Alban^} 100 vierntzal loggen,
ye die vierntzal umb 6 s^). £e das jai unekam, da galt ye ein
vierntzal 3 Ib^). Mit dem gewin buwt er die capellen sant
Oszwalt by sant Leonhardt^).
]2d7 [262] Anno 1297 gewonnen die von Basel das schlosz s
1303 Ramstein. Und darnach in dem mertzen anno 1303 zerbrachentz
sys ab*).
1305 [262^] *Anno 1305 da ist die stat Liechstal vom graffen
von Homburg®) an den bischoff von Basel, genant Petnu
medicy von Aspel, ein ertzbischoff zu Mentz und bischoff zu i«
BaseP), gefallen^).
2. E: amb nn 8 (ans IV statt VI). 10. S: Petrus medej von AspeL
Altar der St. Oswaldskapelle eine besondre Pfründe zu errichten, und diese
Schenkung war 1290 durch Papst Nikolaus IV bestätigt worden; b. Trouillat
II 577 und B. Urkundenb. 11 124 u. 393.
1) Propst Simon; s. B. Urkundenb. 11 374 u. III 190.
2) 4 s., wie E hat, ist jedenfalls entstellt aus 6 s. (IV aus VI; ; s. oben
S. 247, A. 8.
3) I^ut Annal. Cobn. galt in der Theurung von 1294 ein Viemsel
Getreide 18 s., also nicht gans 1 Ib; s. Mon. Germ. S. S. XVII 221. Mag
demnach der Preis von 3 Ib, wie E hat, entstellt sein aus 1 Ib, so betrug
er immer noch das Dreifache des frühem Preises Ton 6 s; s. oben Anm. 2.
4) Diese längst verschwundene Kapelle stand auf dem jetsigen St
LeonhardskirchplatE schon um 1248, s. B. Urkundenb. ri62. Da jedoch
um 1290 die Höhe von St Leonhard mit neuen Strebemauern umgeben
wurde, so mag wohl in Folge dessen auch diese Kapelle einen Umbau
erfahren haben; s. Fechters Top. S. 68 ff. — Der yorliegenden Ersahluog
liegen offenbar zwei sichere Thatsachen lu Grunde, nämlich das Vermacht-
niss Johanns zem Tüfel des altem und die Korn Spekulation Johanns des
Jüngern; jedoch hat die Sage diese zwei gleichnamigen Personen, den
Stifter und den Spekulanten, in eine einzige verschmolzen.
5) So viel sich aus den Annal. Colm. ergibt, begann die Fehde
zwischen Basel und dem Freiherm Thüring von Kamstein erst 1303, und
auf die Eroberung seiner Burg folgte deren Zerstömng 1304; s. Mon.
Germ. S. S. XVII 228 u. 230. Ueber Th. v. R. s. Trouillat U 564 u.
III 787. — In S folgt hier noch ein späterer Zusatz, der aus den Annal
Colmar. stammt.
6) Der Verkauf von Liestal an den Bischof erfolgte am 17. Dec. 1305;
und zwar durch Graf Friedrich von Toggenburg, den Gemahl Itas Ton
Homburg, nachdem der letzte Homburger, Graf Hermann, 1303 gestorben
urar; s. die Urk. bei Boos, Urkb. I 163 ff., und vgl. Heusler S. 30. — In
der Hs. ist zum Grafen von Homburg erst nachträglich der Taufhame
Rudolf ergänzt; jedoch starb auch dieser zwischen 1301 u. 1303.
7) Peter von Aspelt war Bischof bis 1306 und wurde erst hierauf £rs-
bischof von Mainz. Zum Beinamen Medicus s. Mathias v. Neuenb. S. 40.
8) In S folgt hier ein späterer Zusatz, der aus Mathias von Neuen-
burg S. 40 stammt.
1297-1317. 249
263] '''Anno 1306 uff den 13. tag meitzens kam zu Zürich ^^^^3
by heytteiem Sonnenschein ein soliicher thundei und blix, das
sy yeimeinten, sy müsten undergan^).
Anno 1307 zerbrachen die von Basel Furstenstein'), nffg^w?) ^_
ssamstag, was Otthmary [oben.]
Anno 1308 uff den meytag^) ward [kung] Albrecht ^f^
▼on Oesterrich [an der statt, do ietz Kungfelden bi Brück
stotty]^] von Sinnes brftders son hertz(^ Hansen erschlagen^).
Und hatten hertsog Hansen zft sollicher that geratten und ge-
i<» holffen Rüdolffus ein fryher von Wart, her Walther fryher zu
Eschenbach, Uolrich Ton Palm.
[265] Anno 1315 jar hielt hertzog Friderich von Oesterrich, 1315
ein erweltei Komischer kong, hoff Z& Basel, und liesz sin husz-
&ouwen Elitzabethen, des konigs Jacobs von Aiagonia dochter,
\^ zi\ Basel zu einner kongin kronnen.
[263] *Anno 1317 gaben die von Basel ein grosse stur und ni?
ungelt ^).
[265^] Anno 1317 galt ein fiertel rocken 5 Ib, ein viertel
dinckel 3 Ib, ein viertel habern 30 s. Des selbigen jars ver-
4. Dm £ingekl. erg. aas D. 6. M: Anno 1375; S: keyser Albrecht. Das Eingekl.
•rg. ans M. 11. EschenVach in S erst naclitr&glich corrigiert aas: Eachents.
16. S: Anno 1307.
1) Diese Nachrieht, welche einaig S hat, finde ich nirgends bestätigt;
die Richtigkeit der JTahrzahl 1306 bleibt daher fraglich.
2] Sowohl der Name der Burg als auch die Jahrzahl scheinen ent<
stellt XU sein. Denn laut Mathias t. Neuenburg S. 40 u. 41 wurde Fürsten-
stein im April 1308 von den Anhängern König Albrechts vergeblich be-
lagert, und zudem fiel St Othmars Abend (15. Nov.) 1307 auf keinen Samstag.
Laut den Annales Colmarienses, Mon. Germ. S. S. XVII 230, eroberten
jedoch die Basler 1304 innerhalb 10 Wochen 5 Burgen, und zu diesem
Jahre würde das Datum wenigstens annähernd stinmien, indem der 14. Nov.,
also der Tag vor >St Othmars Abend«, auf einen Samstag fiel. Qenau aber
stimmt dieses Datum in jener Zeit nur z. J. 1309, 1315 u. 1320. Bei der
Mangelhaftigkeit unsrer Hss. erscheint daher die Möglichkeit nicht ganz
ausgeschlossen, dass die G^. B. Annalen z. J. 1315 auch die Schlacht am
Morgarten erwähnten, zu welcher unser Datum genau stimiflt, und dass
letzteres durch ein Missverständniss sich in die vorliegende Nachricht
verirrte.
3) Das Datum fehlt in M und ist auch in S möglicherweise nur aus
Etterlin entlehnt. Die Jahrzahl 1375, wie M hat, mag auf irgendwelcher
Verwechslung beruhen.
4) Statt des Eingekl., das aus M ergänzt ist, hat S hier ausführlichere
Angaben, die jedoch zweifellos nur Zuthaten des Compilators sind.
5) Das weiter Folgende fehlt in M und scheint mithin aus unbekann-
ter Quelle ergänzt zu sein.
6) Ueber diese Steuer und den darüber entstandenen Streit s. Stadt.
Urk. 1317 Dee. 6 bis 1318 April 19, und vgl. Heusler S. 166 ff.
250 Oröstere Basier Annalen.
durben vil leut von hungei, [und das sy allerley aasen.] Sy
assen mistel ab den boumen und viellen von hunger uff den
gassen nider, und fand man sy uff dem feld todt.
ji?3 \-^ 22» ^] ^^^^ 13271) an sant Ulrichs abent verbran dei-
nen Basel. h
jou (&) [D] Morndes an sant Ulrichs tag kam der gross hageP).
1332 [267^] *Anno 1332 wurden die Juden zu Überlingen 3)
inn einnem husz by sechenhundert^) verbrandt.
Anno 1332 [im herbst] lagen die von Basel vor Kottelen,
[uss ursach das ein margroff von Botelen ^) ein burgermeistei u<
zu Basel erstochen hatt*). Und wart nitt gewonnen ; wand der
adel zft Basel was dem selben herren von Rotelen günstig,
und leiten sich dorin herren, ritter und knecht; wart gestillet]
^£d t^] Anno 1333 im meyen wart Swanow gebrochen^.
13S6 [268^] Anno 1336 uff den 7. tag brachmonatz^) was z&mi»
^^^ ersten mal ein ufflouff zu Zürich, und ward der Schupf er^'
und vil reicher bürgern usz der stat geschlagen und vertriben^^).
tl^i [^^^] Anno 1337 uff den nechsten sontag [nach] des heiligen
erutz tag zu herpbst thaten die vou Zürich ein sohlacht vor
]. Das Eingekl. erg. au E 21 und X. Du Folgende nv in S. 4. D: tS3$
7. 8: 1331 9. S nnd E: 1.132; X: 1333; »im kerbet« erg. an« E 22. 10. Dm
Bingekl., trg. ans X, eteht zwar auch in 8, jedoch rerkfint nnd nnr als spitorer Znab.
16. 8: der Stapifer; K: der SeUrpfer. 18. Dae EingeU. erg. ans K.
1) Ueber diese JTahrgahl 8. die folgende Anm.
2) Die Kl. B. Annalen, welche allerdings die irrige Jahrsahl 1324
haben, datiren diesen Hagel nach dem Brande vom 3. Juli : an dem nechstes
sunnentag; s. B. Chron. V 55. Dieser Sonntag aber fiel 1327 auf den
5. Juli) so dass es heissen sollte : morndes nach s. Ulrichs tag. Zum Jahre
1326, wie D hat, würde auch dieses Datum nicht stimmen, und noch weni-
ger zu 1324, wie KL B. Annalen haben.
3) Ueberlingen am Boden see. Ueber diese Verfolgung s. Joh. v. Winter-
thur, 8. 106 ff. der Ausg. von 0. ▼. Wyss.
4) Vgl. ebend. S. 107: ut fertur plures quam 300.
5) Rudolf II Ton Hochberg-Sausenberg, der Erbe der 1315 erlosche-
nen Freiherren Ton Rdteki.
6) Der Bürgermeister Ton 1332 ist bis jetzt urkundlich nicht nach-
gewiesen. Vermuthlich jedoch war es Burkhard Wernher Ton Ramitem,
da er 1326, 1328 u. 1330 dieses Amt bekleidete und später nirgends mehr
erwähnt wird; s. unten das Verzeichniss in der Allg. Beilage.
7) Die Uebergabe erfolgte am 1. Juni; s. B. Chron. V 55, A. 4. — Der
entspr. Abschnitt in 8 ist aus Etterlin und der Deutschen Colmarer Chronik
compiliert.
8) Dieses Datum hat auch die Zürcherchronik ; s. S. 40 in Dierauers
Ausg.
9) Heinrich Schupf er, bisher Rathsherr; s. ebenda S. 49.
10] In S folgt hier noch ein späterer Zusatz hus der sog. Klingenberger
Chronik; Tgl. Hennes Ausg., S. 07.
1327—1344. 261
Grinouw^), und ward erschlagen ein graff von Habspurg und
ein groff von Dockenburg, [ertodent die Zurrichere^).
[268^] Anno 1338 was es zu Basel so wolfeil, das man ein 133«
viemtzel körn umb 4 Schilling koufft.
5 [Br] Anno 1338, 16. augusti ingens locustarum copia in terra An«. i6
Almaniae erat, fructus et arborum folia omnino consumentes^).
[D] Anno 1339 an sant Albans tag beschach der strit vor ^^21
Lonpen, und ward erschlagen der graf von Nidouw^) und vil
Herren, mit anderen lüten^).
10 [271^] Anno 1339 was der Birsich zu Basel also grosz,
das er durch die stat brach [und ettlich huser underfrasz, das
sy nidervielent; geschach samstags vor aller heiligen abent.] *j Oet. 30
[272] Anno 1343 ward der Rein also grosz uff sant P^ii- 1^
thelions tag^, das er alle brücken am Rein hinweg fürt; desz
15 glichen thett er grossen schaden an den thurnen und d&rfferen.
Anno 1344^) warden Hochen Landenberg und Schowen- 1344
1. S neben »gimff« nie Znentz am Bande: Hnns. 11. Dae EinfekL erg. aoe E 11^;
statt deearn liat 8 nur: nnd thett groeson schaden an hneeren und thnmen.
13. 8: 1342; Br überhaupt nur: Anno 1340 Jaoobi erat Beni magna inundatio.
IS. S: 1341; E: 1314. 8: SehSnenberg.
1) Orynau am obem Zürchersee. lieber dieses Tieffen s. Zürcher-
chroD. 8. 41.
2) Letzteres ist nur für Qraf Johann I von Habsburg-Laufenburg
richtig. Graf Diethelm von Toggenburg hingegen kämpfte auf Seite der
Zürcher, gerieth aber in Oefitngensehaft und wurde hierauf Ton den An-
hängern des gefallenen Grafen von Habsburg aus Rache ermordet; s.
Zürcherchron. a. a. O.
3) Vgl. Zürcherchron. S. 42. — Der entspr. Abschnitt in 8 ist aus der
Augsburger Weltchronik und aus Etterlin compiliert.
4) Rudolf III Ton Nidau.
5) Der entspr. Abschnitt in S stammt aus andrer Quelle. Doch folgt
am SebloBs genau dasselbe Datum wie hier.
6) Ueber diese Ueberschwemmung vgl. Kl. B. Annalen, in B. Chron.
V 56, ferner die Deutsche Golmarer Chronik z. J. 1339.
7) Vgl. Br: Jacobi (25. JTuli), und ebenso Kl. B. Annalen a. a. O. Diese
Ueberschwemmung geschah nicht 1342, wie S hat, und noch weniger 1340,
wie £, Br. nnd auch Kl. B. Annalen haben, sondern 1343; s. Job. t. Winter-
thur S. 183, und Closener in Chron. d. d. Städte VIII 132.
9) Abgesehen von der Jahrzahl, so stimmt diese Notiz in S genau
mit Etterlin, während in £ sich ausser der Jahr zahl nur das Eingekl. als
Zusats zum Texte Etterlins findet. Die Jahrzahl aber lautet bei Etterlin
1340, in S 1341, und in E 1314. Eine Urk. vom 11. Oct. 1344 jedoch er-
wähnt die Zerstörung von Landenberg und Schauenberg als etwas erst
kürzlich Geschehenes; s. Schweizer. Museum I 62 u. 90. Es sind somit alle
3 Jahrzahlen yerschrieben aus 1344, indem das einzig richtige XLIV bei
Etterlin in XL, in 8 in XLI, und in E in XIV verstümmelt wurde.
252 GröBBere Basier Annalen.
berg^) zerbrochen [von denen von Zürich , von einer valschen
mäntz wegen.]
NoT.?24l L^*^^^] ^^^ ^^^^ ^^ ^^^^ Kattrinnen tag>) fiel die Pfaltz
[hinder dem münster] zu Basel in Rein.
1347 [Br] Anno 1347 Carolas quartus regere incipiebat etfactus ^
est Romanorum rex^).
1348 [M] Anno 1348 sind vast all Juden verbrent worden
allenthalb, usz ursacht das sy den Cristen die brünnen und
söd verfrifFtet hatten^].
(1349) ° '
^(Äi^il) [^1^] Uff Mathie'^) verbrandt maus z& Zürich, nach wie- i«
(134^ nacht zu Basel ^), zu Augspurg an sant Cecilien tag^).
1349 [K] Anno 1349 ginghent die eirste gheiseleren^), und was
die grosze sterbet*].
Febr.^ \Pi ^7 ^'] Auno 1350 an sant Mathis oben was die mortr
nacht ze Zürich , und ward erschlagen herr Beringer Ton t»
Landenberg ^^).
[D, K, Br] Anno 1350 [im summer] viel das werok uff
Burg^^) und schlug den zem Tolden^^) ze tod.
1. Du EingeU. erf. ans E 28. 3. 8: 1345; D und Br: 1346. 4. Das Eü-
gekl. in E, D und Br. 10. S: UfF Martiny. M and S haben liiar kein Bain
14. D nnd K: 1351 an sant Kartins oben; Br: 1351 in yigilia Mathiae. 17. Du
Eingekl. nur in K.
1) Beide Burgen lagen Östlich von Winterthur, nftmlich Landenberg
bei Turbenthal, und Schauenberg bei Elgg.
2) Dieses Datum (25. Nov.) haben alle Hss. ; vgl. jedoch KI. B. Annalen
in B. Chron. V 56 : an sant Katherinen abend (24. Nov.). Wie D und Br.
so hat auch letztere Quelle 1346, während in E die Jahrsahl fehlt.
3) Wiewohl Karl IV schon 1346 erwählt wurde, lässt der Verf., aU
Basler und folglich Anhänger König Ludwigs, seine Regierung doch erst
nach des Letiteren Tode beginnen, also mit 1347. — Der entspr. Abschnitt
in S stammt aus Carion.
4) Statt des Bisherigen aus M beginnt der entspr. Abschnitt in S mit einem
Auszug aus Seb. Francks Zeitbuch, an welchen sich das Folgende aoBchliesst.
5) Genauer: an sant Mathis oben (23. Febr. 1349); s. Züreherchron. S.46.
6) Genauer am 16. Januar 1349; s. Mathias v. Neuenburg 8. 160.
7) Augsburg wird auch in M erwähnt Doch ist in S das beigefügte
Datum »an sant Cecilien tag« möglicherweise ein Zusatz aus der gedr.
Augsburger Weltchronik.
8) Der entspr. Abschnitt in S ist aus andern Quellen compiliert.
9) Vgl B. Chron. IV 372 ff.
10) Der entspr. Abschnitt in S ist ein Auszug aus Etterlin.
11) Ueber das städtische Werkhaus neben der St JTohanneskapelie am
Münsterplatz s. B. Urkb. IV 144, z. J. 1342, und Wurstisens Mflnster-
beschreibung i. d. Beitr. XII 481. Unter »werckc ist hier keinesfalls das
Haus zu yerstehen, sondern eher eine im dortigen Hof aufgerichtete Wurf-
maschine. Ein solches Werk wurde 1365 neu erstellt; s. im St A. die
betr. JTahrrechnung, S. 15.
12) Vermuthlich war er städtischer Werkmeister. Joh. zum Tolden
1346-1354. 253
[276] *Anno 1350 veibran Louffenberg mer den halb von i35o
dem heilischen feui^).
[278] Anno 1351 zügent die von Basel für das schlosz i35i
Blaumont^).
3 [K] Anno 1351 im herbst fieng des hertsoghen land
krieg an^).
[D, K] Anno 1352^) branten die von Zürich Baden in der j^^^^^^g
wiennecht nacht ^]. Morndes an sant Steffans tag*) der stritDec. 26
beschach vor Baden by dem galgen; verlurent zu beden siten
:i» vil luten ').
[279] Anno 1354 an dem meytag®) verbrand die Klein ]^^
8tat Basel, und mer denn 30 menschen, by heitterem schon-
nem tag.
1. S: Loaffesb«! mer. 4. D und Br: Blomont. 5. K: d«r 1i«rtioglieii land.
7. Br: in noete natiTitatis domini, dUnciüo di«i saaeti Steplutni. 8. D: Morgens;
K: Mondes. 11. E und D: Anno 1354 z« neigMidem meyen.
erscheint urkundlich schon 1324; s. im St. A. die Urk. Klingenthal No. 447.
Vielleicht aber ist hier Peter s. T. gemeint, der im verlornen Jahneitbuche
von St Johanns auf Burg erwähnt wurde, jedoch ohne Jahriahl; s. die Aus-
züge aus diesem Buche bei Ghristoff Halter, Hs. P. II der Vaterland.
Bibliothek. Das Haus aum Tolden oder Dolder, wonach dieses Geschlecht
sich nannte, liegt am Spalenberg, jetit No. 11.
1) Vom Blitz; vgl. Stumpf XII Gap. 6.
2) Von einem Zuge gegen Blochmont im Sundgaa fehlt aus dieser Zeit
jede urkundliche Spur. Hingegen war Basel, als Verbündete des Grafen
Heinrich von Montb^liard, bis Februar 1355 in Fehde mit Graf Diebold V
von Neuchätel in Burgund, welchem das 4 St westl. von Pruntrut gelegene
Blamont gehörte; s. den Friedensschluss vom 25. Febr. 1355 bei Matile,
Monuments de l'histoire de Neuehätel II 717 ff. Dieser Zug von 1351 gegen
Blamont mag also su dieser Fehde gehören.
3} Mitte Sept 1351 zog Albrecht der Lahme selber gegen Zürich zu
Felde. Doch w&hrte dieser Krieg fort, nachdem im Nov. der Herzog nach
Wien gezogen war; s. Zürcherchron. S. 56 und Mathias v. Neuenburg, S. 201.
4) 1352, nach dem Jahresanfang mit Weihnachten gerechnet. — In
S stammt der entspr. Abschnitt aus Etterlin.
5) D. h. die Zürcher zogen in der Nacht nach dem Weihnachtstage
aus und verbrannten bei Tagesanbruch vor Baden die ausserhalb der Stadt
gelegenen Bftder; s. Mathias v. Neuenburg S. 201.
6} Das Treffen geschah am Abend de8 26. Dec; s. ebend. »Morgens«,
wie D hat, ist mithin entstellt aus morndes, wie K hat.
7} Ueber eine Stiftung für die Gefallenen, unter denen auch Basler
waren, s. B. Urkundenb. IV 200, zum 28. Mai 1354.
8) Vgl. Kl. B. Annalen, in B. Chron. V 56: an dem meigeabent
;30. April). »Ze ussgandem meyen«, wie E und D haben, ist also jeden-
falls entstellt aus: se ingandem meyen. — Ueber die Folgen dieses Bran-
des s. B. Urkb. IV 204, zum 15. Juli 1355.
254 Orösiere Basier Annalen.
juaM Anno 1354 [s& ussgandem meyen, am sunnentag se nacht,] ^
sügent die von Basel und verbranten Dyrmnach^).
Anno 1354 fieng die eist angsteimuntz an').
[D, Bi] Anno 1354^) waid Zürich belegert, und Iftgen dar-
Yor 80 tusent man'). ^
i:^ [D, Br] Darnach im ersten jar ward Karolus keiser.
[279»»] ♦Anno 1355 rögent die von Basel für Ylfurt«).
oet"i8 t^» ^'] Anno 1356 an sant Lux tag was der grosi erd-
bidem, da Basel, Liestal und vil Schlosser verfielen 7).
[280] Und in der gantzen stat fand man an allen thurnen t>
noch grossen buwen kein m&ren, die da gantz blipen weren,
sonder all zerspalten und zerfallen^).
1. SUtt defl EingftU. aas E 4t ^ h»i S nar: »m lestaiL Ug meyena. 3. Spüerer
Zuflftti in E : Dry nQw«r aiigst«rpf«iiiug BMsler mftntx band gthon so tU als 2 8trasz-
borger pfesnig. 4. D and Br: 1352 (LIl statt LIV).
1) Auf einen Sonntag? fiel 1354 der 1. Juni. Der letste Mai, wie S
hat, ist somit nicht die richtige Präzisierung des allerdings unbestimmten
Datums in £: a& usigandem meyen, am sunnentag se nacht.
2) Dürmenach a. d. HL, 1 St nördl. von Pfirt.
3) Diese Münse, die ihren Namen yon dem darauf geprägten Kopf
oder Angesicht des Bischofs hatte, erscheint urkundlich schon 136t; a. B.
Urkb. IV 236. Die sie betreffende Verordnung aber, im Kothcn Buche
S. 31 (abgedr. bei Ochs II 397), trägt kein Datum, und wiewohl sie dort
erst 1363 eingetragen wurde, so ist sie doch jedenfalls älter und kaxm da-
her möglicherweise schon im alten, 1356 beim Erdbeben yerbrannten Buche
gestanden haben. Sollte nun dennoch in unserm Texte die JTahrzahl 13M.
wie sowohl S als £ hat, entstellt sein, so kann sie doch niemals 1362 ge-
lautet haben, sondern wohl höchstens 1359 stett 1354 (Villi statt TDIj,
4) Wiewohl beide Hss. 1352 haben, so zeigt doch der nachfolgende
Artikel über Karls IV Kaiserkrönung, dass hier die Belagerung Zürichs
yon 1354 gemeint ist, zu welcher auch Basel seinen Zuzug stellte; s. B.
Chron. IV 144, A. 6.
5) Diese Zahl ist jedenfalls zu hoch.
6) Ulfurt, 1 St. nördl. von Altkirch. Wurstisen S. 175 nennt als Ziel
dieses Zuges Illxach, nördl. von Mülhausen. Urkundlich bezeugt ist jedoch
aus dieser Zeit einzig die Belagerung von Llsle am Doubs, deutseh »ler
lle«, 4 St. wesü. von Montb^liard; s. B. Urkb. IV 221 und B. Chron. IV Hi
A. 6. Diese Belagerung, deren genaues Jahr vor 1357 wir nicht kennen,
könnte möglicherweise noch zu jener Fehde gehören, in welcher auch BIa-
mont belagert wurde, und die mit dem Frieden vom 25. Febr. 1355 ihr
Ende fand; s. oben S. 253, A. 2. Sollte nun lilfurt oder lUzach entstellt
sein aus >zer lle«, so könnte allerdings diese Belagerung nur im Janaar
oder Februar 1355 stattgefunden haben, oder die Jahrzahl müsste Ter-
sehrieben sein aus 1354 (LV aus LIV).
7) In S ist der Anfang des entspr. Abschnitts compiliert aus Closener
und den Basler Zusätzen zur Sachs. Weltchronik, woran sich dann das
Folgende anschliesst.
8) In S folgt hier weiter noch ein Auszug aus den B. Zus. zur Sachs.
Weltchronik; s. B. Chron. IV 370 ff.
1354^1366. 26b
[Br] Anno domini 1358, exaltationis eanctae crucis, 9UG"^^|4
dam navis nautae ^) negligentia in parte Majoris civitatis Basi-
liensis pontem Reni cum parte anteriori tetigit, quo impetu
fracta, plus quam 200 peregrini naufragio perieie.
[282] *Anno 1364 an sant Niciaus abent fieng der kaltü^Ui«
winter an und weret bisz an ostertag^). 10^24
[Dy K, Br] Anno 1365 machtent die von Basel das gross i365
ungelt und Schätzung 3).
[282^] *Anno 1365 jar^) kament in das Elsas in dem
loheumonat, yor Margrette^}, die Engellender und Brittanier, }J|[{ ^^
40 000 KÜ rosz und ftisz^^], und kämmen für Zäheren nider
bisz Straszhurg^], und heruff umb Straszhurg bisz gen Colmar.
Da yeibrantens und verwüstentzs alle ding, und fiengen wih
imd man, und schatztend die umb ir gut. Und wer nut s&
1:. geben hatt, den schlügen sy zu todt, und was fromer frouwen
und dochteren sy funden, die notzogentden sy. Und flirent
darnach für Mumpelgart widerumb heim^). Und lagen die
Engellender 3 wüchen im land*).
5. S: 13(» (Y stoit lY). 7. AUe Hu: 1370 (LXX sUtt LZV). 17. 8: iridtniab hism.
i; £i hiesfl Ulrich Boche und war yon Zürich; s. Wuxstiflen S. 177.
2) D. h. vom 5.Dec. 1363 bis Ostern 1364; TgL B. Chron. V 57.
3) Neben dem herkömmlichen Wein- und Mühlenungeld erhob der
Rath 1365 das »neue grosse Ungeld«, welches bis 1375 unverfindert bei-
behalten wurde; s. die Jahrrechnungen von 1365 bis 1375. Wegen der
grossen Lasten, welche der Stadt aus den Folgen der bösen Famacht er-
wuchsen, wurde hierauf im Sept. 1376 diese Steuer aufs neue erhoben,
jedoch nur bis* 1379; s. das Wochenrechnungsb. S. 151, zum 27. Sept. 1376,
und die Jahrrechnungen von 1377 his 1379, S. 62, 66 u. 72, ferner das
Stenerhueh von 1377 und den datumlosen Rathsbeschluss im Bd. St 91 No. 2,
S. 40, der seinem Inhalte nach nur ins Jahr 1376 gehören kann. VgL auch
Heusler S. 235 ff. und Schönberg S. 129, A. 2. Das Jahr 1370, wie alle Hss.
haben, und dem auch Wurstisen S. 184 folgt, ist also jedenfalls irrig und
scheint entstellt aus 1365.
4) In S folgt hier ein kurzer Zusatz aus Königshofen VIII 486.
5) Vgl. Mathias v. Neuenburg S. 214 und Königshofen a. a. O., wo-
nach sie schon am 5. Juli vor Strassburg erschienen. Das Datum im Texte
mag sich daher auf ihr Erscheinen vor Colmar und überhaupt im Obern
Elsasa beziehen; vgl. Basels Brief vom 22. Juli an Strassburg, in Schilters
Anmerkungen zu Königshofen, S. 891.
6) Diese Zahl hat auch Königshofen VIII 486.
7) D. h. über die Vogesen nach Zabem herab und bis Strassburg.
8) Vgl. Annales Fairisienses, in B. Chron. IV 377, wonach sie hinter
Masmünster über die Vogesen sogen. — In S folgt hier ein Zusatz aus
Königshofen VUI 489.
9) Vgl. Königshofen a. a. O., wonach sie im Qanien im Elsass 4 Wochen
blieben, nimlich vom 4. Juli bis Ende des Monats. Ihr Aufenthalt im
Obern Elsass mochte somit allerdings 3 Wochen wihren.
256 Grössere Basler Annalen.
Aprii^ [282] *Aniio 1366 uff den hochen dornstag aügent die von
Basel gen Brisach ^), wider graff Eggen von Friburg'), und
April 3 kamen am stillen fritag wider heim.
[D] Anno 1366 ward die bürg z& Fryburg im Briasgouw
zerbrochen*).
voroctie i'^^^^] Anno 1367 vor sant Gallen tag*) sügent die von
Basel mit dennen von Nuwenburg und Brisach für Endingen,
zu hilff dennen von Friburg^) wider graff Eggen von Fribu^.
Ort. 18 Und uff sant Lux tag da beschach der streitt, und wurden die
stet geschlagen, und verlürend die von Basel ir panner ^). Dar- i <
nach ward die sach vertragen^), und haben die von Friburg
sich der eigenschafft von graff Eggen abkoufft mit 20 000 marck
Silbers, von wellichem gelt koufft graff Eggk von Friburg die
herschafift Baden willer ^).
1. Ä: 1365 (V sUti VI). 6. S: uff sant Oallen tag; D and B: Tor s. OaUra tag
7. D: gen Endingen, und f&rent dannen an sant Lux tag mit schaden; Br: ad Eadin-
gen, et reverri sunt circa Galli, nt potuenint.
1 ) Vgl. B. Chron. IV 18.
2) Egon VII. Ueber die Ursachen dieses Zuges s. B. Chron. V 57.
3) Im April oder Mai d. J. ; s. ebend. S. 58, A. 2. Es wurde hierauf
am 25. Juni ein Friede geschlossen, der jedoch nicht lange währte; s. B.
Urkb. IV 277. — Der entspr. Abschnitt in S stammt aus Königshofen
IX 793.
4) Ueber diesen Zug vgl. B. Chron. IV 428 ff. , V 58 und KönigahofeD
1X794.
5) Die hier genannten Städte hatten sich schon 1356 verbündet und
1365 dieses Bündniss erneuert; s. B. Urkb. IV 206 ff. u. 266 ff.
6) Ueber dieses Fanner, welches 1548 wieder nach Basel gelangte und
sich jetzt im Histor. Museum befindet s. B. Jahrbuch 1882, S. 232 ff. Ueber
die gefangenen Basler s. B. Urkb. IV 301.
7) Am 30. Man 1368; s. B. Urkb. IV 299 ff., oder vollständiger im Frei-
burger Urkb. I 512 ff.
8) D. h. die Stadt Freiburg musste dem Grafen 15000 Mark sahlen
und überdiess um 25000 Gulden die Herrschaft Badenweiler, welche Graf
Konrad von Fürstenberg 1364 durch Erbschaft erlangt hatte, dieaem ab-
kaufen, um sie dem Grafen von Freiburg absutreten; s. den Frieden vom
30. MäTE und den Kaufbrief vom 13. April 1368, beide im Freibnrger
Urkb. I 512 u. 529 ff. Da um diese Zeit auf 1 Mark 6 Gulden giengen, so
machten zwar 25000 Gl. noch keine 5000 Mark. Jedoch musate Freiburg
wegen Badenweiler noch weitere Zahlungen leisten, so dass im Ganzen die
Summe von 20000 Mark wohl erreicht werden mochte; s. B. Urkb. IV 302
und vgl. B. Chron. V 60, A. 6. — In S folgt hier zunächst aus Königshofen
IX 795 die Nachricht, dass die Freiburger diese Summe theüweise von
Herzog Leopold von Oestreich entlehnten, und weiter noch folgender Zu-
satz, der wohl von Schnitt selber herrührt: Das uberig gelt namen sy utf
umb jerlich zinsz von dennen von Bern; wellichs sy widerumb abgelöst
band anno 1532.
1366—1871. 257
"^Anno 1368 veibranten die von Bern Munster im Gran-}}J<^7)
wald !)• ''• ^
[284] Anno 1370 gefror der win an reben^). 1370
[283^] *Anno 1368 ward Altkilch von den Walhen ver-(i37i)
:> Stollen 3).
[D, Br] Anno 1371 ward Ystein zerbrochen von dem ertz- 1371
priester, herr Wemher Schaler^).
[284] Anno 1371 engend die von Basel mit dem bischoff
von Veiand für Blauwenstein, und lagen darvor 6 wuchen
ound 3 tag^).
3. S: 1371; K: 13^0.
6. D und Br: Anno MCCC.
1) Die Verheerung von Moutier-Grandyal, in der Fehde Berns mit
Johann|Ton Vienne, dem Bischoff Ton Basel, geschah um "Weihnachten 1367,
also nach damaligem Jahresanfang 1368; s. Jnstingers Bemerchronik
S. 133.
2) Wie K so haben auch aUe sonstigen Quellen 1370; ygl. B. Chron.
V 59 und Züreherohron. S. 81.
3) YgL B. Chron. V 59, wonach der UeberfaU dieses östreiehischen
Städtchens durch Ingelram von Couey am 22. August 1371 geschah. Letxtere
Jahrxahl verdient den Vorzug vor 1368, wie S hat, zunächst schon weil
üoney noch im Oct 1368 von Herzog Leopold eine Zahlung von 2000 Gl.
empfieng, noch mehr aber weil in dem Bündniss, welches Leopold am
14. Januar 1370 mit Basel schloss, Altkirch noch als ein thatsächlich in
seinem Besitz befindlicher Ort erscheint; s. B. Urkb. IV 308 u. 317. Ver-
muthlich wurde die Jahrsahl 1371 zuerst entstellt in 1369 und dann weiter
in 1368 (LXXI in LXIX, dann LXVHII in LXVni).
4) Die in D und Br verstümmelte Jahrsahl ist jedenfalls in 1371 zu
ergänzen. Denn im August d. J. erscheint W. Schaler, der spätere Gegen-
bischof, im Bunde mit Henmann von Beohburg und Andern in offener
Fehde gegen Bischof Johann, und schon im April wurde ein Ungenannter
SU Kirehen verhaftet und nach Basel geführt, weil er Istein an die Feinde
des Bischofs verrathen hatte; s. Trouillat IV 723 u. 315, femer Fester,
Regesten d. Markgrafen von Baden I No. h 715. Jedoch wurde Istein damals
nicht zerstört Denn W. Schaler behauptete sich im Besitz dieser Burg
bis zum 13. Mai 1372, wo sie von den Baslem eingenommen wurde, um
fortan mehrere Jahre lang deren Ffandbesitz zu bleiben; s. B. Chron. IV 19,
A. 3. Nachdem aber Bischof Johann 1373 mit Schaler Frieden geschlossen,
gab er am 12. Dec. d. J. seine Einwilligung, dass Letzterer das Pfandrecht
über die Burg von Basel wieder auslöste; s. B. Urk. IV 357 ff. u 371.
5) Ueber diese Burg s. B. Chron. IV 25, A. 2, u. V 147. lieber diesen
Zug, der in der zweiten Hälfte von 1371 geschah, s. im St A. die Jahr-
rechnung von 1371, S. 37. Ueber die Fehde Bischof Johanns mit Butsoh-
mann von Blauenstein s. den Friedensvertrag vom 23. März 1373, im B.
Urkb. IV S55. Doch wurde Basel noch 1374 wegen Blauenstein von mehre-
ren EdeUeuten befehdet; s. Leistungsb. I 69.
Btder Cluomkfln. YL 17
258 Grössere Basier Annalen.
1372 Anno 1372^) branten die von Mumpelgart umb Basel ^).
(1372?) '''Anno 1371 verbran die stat Zug in Eydgnossen^).
(Juni 1) '^Ajino 1372 uff den ersten tag heumonatz^} kam vor der
sonnen u%ang zu Basel ein grosser erdbidem^), und fiel sant
Jörgen stenny bild ^) von dem munster, und yil grosser quader- ^
stein.
Angiut [284^] Anno 1372 im augusto galt ein mass wein 1 s.''
[des gelts, da 13 s. ein gülden teten]^). Darnach im herbst^;
da galt im Elsas 4 masz wein 1 d., und ein halber som 1 s. ^^j.
'^Anno 1372 verbran die stat Stein am Bodense ob Schoff-i^
hussen^^).
1. 8 u. D: 1371 ; Br: 1377 (VH statt n). 7. B: V s.; D a. Br: 1 1. — Du Eingckl
erg. au D a. Br. 9. Alle Hss: V man (statt lY).
1) Sowohl 1371 in S ^s 1377 in Br sind entstellt aus 1372. Denn
in Br folgt unmittelbar, als ein Ereigniss desselben Jahres (illius anni,
ein aussergewöhnlicher Weinpreis, welcher nachweisbar ins Jahr 1372 ge-
hört; s. unten Anm. 9.
2) Graf Steffan von Montb^liard hatte sich schon im Sept 1368 mit
Ingelram von Coucy verbflndet, und ihre Fehde gegen Oestreich begann
spätestens 1369 und währte bis 1375; s. Tuefferd, Histoire des comtei de
Montb^liard, S. 177 ff., auch B. Chron. V 58, u. vgl. oben S. 257, A. 3. In
dieser Fehde aber hatte Basel schon 1369 Oestreich Hilfe geleistet, und
am 14. Januar 1370 hatte die Stadt mit Herzog Leopold ein förmliches
Bündniss bis zum April 1372 geschlossen; s. B. Chron. a. a. O. und B. Urkb.
IV 316 ff.
3} Diese Nachricht finde ich nur indirekt bestätigt durch die Zur-
cherchron. S. 83, i. d. Anm., z. J. 1372 : Damach geschach grosser schad in
8 stetten von brand und von grosse der wasser.
4) Sollte heissen: braohmonatz; y gl. Königshof en IX 864, und Klin-
genberg S. 103 L d. Anm.
5) Das Folgende findet sich in lateinischer Uebersetzung auch in der
Hs. K, jedoch dort nur als Zusatz zu der in Anm. 4 erwähnten Stelle w&
Königshofen; s. B. Chron. V 42.
6) An seine Stelle trat das noch jetzt yorhandene Bild.
7) Statt des Eingekl. folgt in S. ein Zusatz aus Königshofen IX S69.
8) Der Guldencurs schwankte in Basel 1372 zwischen IIV2 ^ ^^^
stieg aber schon 1374 auf 14 s; s. im StA. die Jahrrechnungen.
9) Vgl. XI. B. Annalen, in B. Chron. V 60, wonach die Weinpreisc
allerdings schon im Herbst 1372 bedeutend sanken, jedoch so, dtM der
hier erwähnte billige Preis yon 2 s für den Saum (96 Mass] erst 1373 eintnt.
10) Wenn V2 Saum (48 Mass) 1 s oder 12 d. galt, so ergeben sieh für
I d. nur 4 Mass. Es erscheint daher V, wie alle 3 Hss. haben, entstellt
aus rV, während umgekehrt bei Wurstisen S. 185 dieses IV in VI ent-
stellt ist
11) Diese Nachricht finde ich nirgends bestätigt. Vielleicht aber ist
hier Stein a. Rh. yerwechselt mit dem nahen Diessenhofen, welches g^^Q
Ende 1371 abbrannte; s. Thommen, Urk. z. Schweizergesch. 11 14 u. 17.
1372—1374. 259
^Anno 1372 verbran Schoffhussen i). 1372
Anno 1372 fiel ein grosser söhne am pfinstabent, das er lui 15
die bom niderstruckt^).
Anno 1373 am osterabent gebar ein küg z& ^^^ipriiie
& dicken by Zürich ein kalb, was ein halber hirtz und ein halb
kalb, einnem buren hiesz Bertschin Falckner.
[D, K, Br] Anno 1373 gieng 2& Basel die miintz usz mit
den sieben').
[D, Br] Anno 1373 [in septembri] was Mulberg der schft- sept.
lömacher^) in der Kleinen stat Basel, liesz im [in estuario] uff
ein tag 60 schrepffhfirnlin ansetzen.
[285^] Anno 1374 am drytten tag jenners was der Rein J^%
so grosz, das er zu Basel an der brücken zwey joch hinweg
f&rt^]; [mfist man in schiffen über Bin faren]®).
IS [290] Und des selbigen jars ^) ward der Birsich, der durch
die stat gat, also grosz, das man mit weidlingen an dem Fisch-
marck und am Kommerck für; euch gieng der Birsich über
den Stockbrunnen am Kommerck.
3. K: niderbiaelL 4. S: D«jttieken; £: Wiedieken. 6. 8: BercUn; E: Bari- ,
•chiiL 7. D n. K: 1372; Br: 1373. 9. n. 10. Dm EingeU. erf. ans Br.
14. Dm EingeU. erg. aas E.
1) Am 6. Mai d. J.; s. Stumpf, Schweixerchron. V cap. 17.
2) VgL KL B. Amialen, in B. Chron. V 61.
3) 8t&bler, mit dem BiBchoÜEiBtabe, waren schon früher geprftgt worden,
bis 1354 an ihre Stelle die Angster getreten waren; s. oben S. 254. Nach-
dem aber Bischof Johann im März 1373 das Münsrecht an die Stadt ver-
pfändet hatte, ersetite der Bath den Bischofskopf wieder durch den Basel-
stab, der zugleich das städtische Wappen darstellte. Ueber diese Verpfän-
dung 8. B. Urkb. IV 342 ff.
4) Wohl mit Hecht yermuthet Wurstisen S. 201 in diesem Schuster
den Vater des spätem Fredigermönchs Johann von Maulburg; ygl. Gerung,
Bl. xb, z. J. 1403.
5) Genau mit demselben Datum findet sich diese Nachrieht auch in
E, BL43, und sie wird bestätigt durch das älteste Wochenrechnungsb.
S. 71 ff. Nun hat aber S auf BL 290 dieselbe Nachricht nochmals, nämHch
zum 9. Januar 1378, und dem entsprechend erwähnen sowohl Stumpf Xu
Cap. 28 als Wurstisen S. 186 u. 191 diese Zerstörung der Rheinbrücke
zweimal, zum 3. Januar 1374 und zum 9. 1378. Jedoch finden wir eine
solche zweite Zerstörung durch keine ältere Quelle bestätigt Wohl aber
kann 1378 entstellt sein aus 1374 (VIII aus Vmi, und dieses aus IIII),
und ebenso der 9. Januar aus dem 3. (Villi aus VIII, und dieser aus III). '
6) Bis Mitte Mai wurde der Verkehr durch eine Fähre Termittelt; s.
Wochenrechnungsb. a. a. O.
7) In S, Bl. 290, und ebenso in M, folgt diese Nachricht unmittelbar i
auf die irrigerweise z. J. 1378 datierte Zerstörung der Bheinbrücke; Tgl. i
oben Anm. 5.
17*
260 Grösiere Basler Annalen.
1374 Disz jais regnet es als vil, das es nie über Ewen tag schon
Aug. was, und im ougsten ward es schon; und kämmen funff grosser
Rein uff einanderen ^).
[285^] *Anno 1374 veibranten die von Basel das scUosi
Pfeffingen'). 5
Anno 1374 verbranten die von Basel das schloaz Hassen-
burg^]. Und was burgermeister her Hartman Bott, und der
▼on Erenfels zunStmeister ^).
Febr. 28 [286] Anuo 1374 am zinstag nach Mathie im homung
ward ein kMerknecht z& Basel erhenckt^); der hat gestSllenn
Moyses SchAnkind und Pettei Agstein, warend beyde wezelei
z& Basel ^]. Da erwürben die kftffer und zymmerlutt^ an her
Burckharten München von Lantzkron dem alten ^), das er innen
vergunnen wolt in herab zu schniden lossen; dan er des selbigen
jars richter über das bl&t was ^). Also ward es innen erloupt n
8. 8: Toa Onmenfela; E: von Blnnfela. 11. 8: Fetter Angateüi.
13. 8: lAntxkoni.
1) Vgl. M. T. Neuenburg S. 215, der b. J. 1374 drei BheingrösseD er-
wShnt, nftmlich Eum 6. und 21. Januar, und sum 14. Februar.
2) Dieser Zug, für den ich kein urkundliches Zeugniss kenne, gehört
vermuthlich zur (Fehde dieses Jahres zwischen Bischof Johann und der
Stadt Basel; über diese s. B. Chron. IV 19, A, 7, femer Heusler 8. 272£
Da in dieser Fehde Strassburg den Baslem bewafihete Hilfe leistete, so
mag sich auf diesen Zug gegen Pfeffingen auch die £nt8ch&digung8ford^
rung Graf Walraffs d. filtern Ton Tierstein an Strassburg beziehen, Ober
deren Befriedigung zwischen letzterer Stadt und Basel bis 1383 ein Streit
sich hinzog; s. B. Urkb. V 19 ff.
3) Ueber diesen Zug s. B. Chron. IV 20, femer im Woohenreehnungsb.
S. 93 ff., zum 7. u. 14. Oct d. J.
4) Hartmann Freuler yon Ehrenfels; s. B. Chron. V 554, wo er bei der
Neuwahl von 1375 als Alt-Oberstzunftmeister erscheint.
5) Er hiess Hannemaxm Röteler imd war Fassbinder; s. seine U^
fehde im Leistungsb. I 64i>.
6) Thflring Schönkind, gen. Moyses, mochte wohl früher Qeldwechaler
gewesen sein. Seit 1362 jedoch trieb er kein Geschäft mehr, sondern sa»
im Rath ab Aohtbürger. Peter zum Agstein hingegen, damals Bathsherr
der Zunft zum Bären, blieb Wechsler bis 1378, wo er Achtbürger wurde;
s. B. Chron. V 549 ff.
7] Beide Handwerke gehörten zur Zunft der Maurer und Zinunerleute.
8) Ueber B. MOnch d. altem, welcher am 25. April 1376 starb, a 6.
Chron. IV 18, A. 1, und Trouillat IV 746.
9) Als königlicher Vogt, der über das Blut zu richten hatte, erscheint
er schon 1359; s. Heusler S. 199, A. 3. Noch kurz yor seinem Tode scheint
er auf dieses Amt zu Gimsten Herzog Leopolds verzichtet zu haben.
Denn am 21. Januar 1376 wurde letzterer durch Karl IV mit der Vogtei
belehnt; s. B. Urkb. IV 384. — Ueber die Befugnisse des Vogts imXIV Jah^
hundert s. Heusler S. 200 u. 210.
1374. 261
Also tr&gen die küffei und zymerlut ein tottenbom mit innen
hinusz under den galgen^). Und da der dieb erhenokt ward,
das man in herab mftcht nemen, wenn man wolte, da gieng
der hencker die leytteien herab und sprach zu Juncker Hugen
5 Marckschalck, der des selbigen jars vogt was 2), und zu den
lathsbotten ') : hab ich recht gericht? Do sprach der yogt und
mengklich: du hast recht gericht^ Und ward der hencker von
den ktfferen erbetten, das er wider die leitteren uff gieng und
in abnem, und in die leitteren harab liesz. Da ward er in
»den bom geleit, und ward getragen z& sant Elszbetten^) zu
Basel. Und do man in in das grab wolt legen, do rürt er
sich in dem bom. Da ward der bom uffgebrochen, und nam
man in herusz und fCirt in in Steinnencloster. Die mer kam
bald in die statt ^). Da nam der vorgenant Petterman Agstein
15 der wexler ein schwort *), und gieng uff den Nadelberg in des
hencker husz^). Da sasz der hencker ob tisch; do stach er
in an der stat zft todt. Und ward der hencker in den totten-
bom, darin der dieb gelegen was^), geleit, des geliehen in dem
selbigen grab vergraben.
1. 8: die konffer und symerhit ein toitendbom. 3. S: wenn w» woltte.
& 8: s& dem rathsbotten. 8. 8: Ton den koofferea. 14. 8: Pettenaann
Aüfenatein.
1) Der Galgen, ursprünglich vor dem St Johannthor gelegen, stand
seit Anfang des XIV Jahrhunderts auf dem Qellert, vor dem St. Alban-
thor; 8. B. Urkb. IV 245 £
2) D. h. Unterrogt oder Stellvertreter für B. Münch, da dieser das
Amt nicht selber ausübte; H. Marschalk erscheint als Edelknecht schon
1348, als Unterrogt 1367 bis 1376; s. Brückner IX 984 u. Heusler S. 200,
A. 1. Vielleicht ist er derselbe H. M., welcher 1394 als Bitter starb; s.
Wurstisen S. 220.
3) Die Baihsglieder. W&hrend der Vogt im Blutgerichte den Vorsitz
filhrte, gab der gesanmite neue Rath des betr. Amtsjahres als Beisitzer
das Urtheil; s. Heusler S. 148.
4) Diese Kapelle, an Stelle der jetzigen Kirche d.N., war bis 1401
die Oottesackerkapelle der St Ulrichsgemeinde, deren Sprengel sich mit
der jetzigen St. Elisabethengemeinde deckte, während ihre Pfarrkirche St.
Ulrich ausserhalb dieses Sprengeis lag, n&mlich in der inneren Stadt, an
der Bittergasse; s. Joh. Bemoulli, im B. Jahrb. 1894, S. 241.
5) Die innere Stadt, im Gegensatz zu den Vorstädten, wo St Els-
bethen und das Steinenkloster lagen.
6) Schon 1368 war er für 1 Jahr verbannt worden, weil er einen
Zimmermann verwundet hatte; s. Leistungsb. I 33.
7) Schon 1424, und yon da an bis ins XIX Jahrhundert, wohnte der
Henker auf dem Kohlenberg; s. die Urk. yon 1424 im St. A., Spital, No. 378.
Vermuthlich wohnte er dort schon im XIV Jahrhundert, und so könnte
>Nadelberg«, wie S und M haben, entstellt sein aus: Kolenberg.
8) Der Dieb wurde nachher auf ewig aus der Stadt verbannt und
schwur deshalb Urfehde; s. Leistungsb. I 64^.
262 Grössere Haider Annaleo.
iiifg [286^] Anno 1374 uff zinstag nach crucziSy was dei 9. tag
meyens^}, ward zu Basel ein Jude gehenckt an die fCisz, und
Mai 11 zwen hund neben im^). Am dritten tag begeit er: man solt
in an halsz hencken wie ein Crist, dan er begerte Cristen zu
werden und beerte nit by leben zti blipen. *Dnd als vil ^
pfaffen und begynen zä im hinusz giengen und sy in tag und
nacht verh&tten, do begert der Jud, das man in touffen wolle.
Das thett der lippriester zu sant Albann, und band ein gelten
mit Wasser, das er vor under dem galgen gesegnet hatt, und
reicht mit einner Stangen hinuff und tauffet in am galgen. i '
Item er bat ouch umb das sacrament^]; das ward im ouch
Mai 21 geben. Und hieng also 13 tag^); da was der pfinstag. Da
gieng die frouw von Botzenhussen^) sampt anderen wibberen
vom adel und sunst, und namen in ab dem galgen, und hütten
sinne under dem galgen über nacht. Und alsz fil wurm inis
sinnem lib und in sonders in den gemechten gewachssen wa-
rend, die grublenten sy herusz mit nadlen und guffen, und
wüschen in mit win. Und als man das thor uffthett®), trügen
sy in den graben umb zum Crutze^) in ein husz. Da ward
im der jungst tauff geben, da er als kranck was^ das er das ^
sacrament nit entpfachen m5cht. Und starb und ward be-
Mai 23 graben am zinstag, als es gUch 14 tag was alsz er gehenckt
wart; und lit zu sant Petter vergraben.
1. B: nach crucziB, was der YH tag meyess; in den andern Hsb. fehlt dieses Datas.
6. B: nnd sy tag nnd nach Terh&tten. 15. S: hütten sinnen nnter dem galf».
22. 8: gehenckt war.
1) Dieser Dienstag fiel 1374 nicht auf den T.'Mai» wie S hat, sondern
auf den 9.
2) Ueber diese Hinrichtung b. Wochenrechnungsb. S- 80. Ueber eine
spätere derselben Art, s. J. 1435, wo jedoch der Gerichtete am iweiten
Tage herabgenommen wurde, s. das Tagebuch Gattaro's, im B. Jahrb. ISSo,
S. 49 ff.
3) Um die letzte Oehlung.
4) Vom 9. bis 21. Mai.
5) Vielleicht die Mutter des Domherrn Heinrich von Ratsamhausen,
der 1386 bei Sempach fiel und im Münster begraben wurde; s. Trouillat
IV 790.
6) Die äussere Ringmauer, welche sämmtliehe Vorstädte umscbloss,
wurde zwar erst 1386 bis 1398 ausgebaut; s. unten S. 271. Wie sich jedoch
aus der Wachtordnung Ton 1374 ergibt, so war an Stelle dieser Mauei
schon damals eine proTisorische Befestigung vorhanden, d. h. ein Graben
mit Ffahlhag; s. diese Ordnung bei K. Vischer, Henmann Sevogel, S. 69 ff.
Das im Texte erwähnte Thor ist also vermuthlich das dem Galgen am
nächsten gelegene äussere St Albanthor.
7) D. h. durch die St. Albanvorstadt und rings um, dem Graben dei
inneren Stadt entlang, bis in die Vorstadt »um Kreuz«, d. h. die jetzige
St. Johannyorstadt.
1374. 263
[287] Anno 1374 uff den 8. tag may*) da brand der graff J£f^3Pj
von Nidouw uff den von Falckenstein^). Und am drytten tag
darnach schickten die von Basel hundert schützen und iien
weickmeistei ') euch fui Falckenstein , dem von Nidouw zu
hUff, und lagend daivoi 14 wüchen, untzs sy es gewunnen^].
Und ward daruff gefangen graff Hans von Tyerstein ^) und der
von Bücheck ^), und 16 personen die wurden enthouptet^).
Und hatten die von Basel ir holtzsy gewerff^), das noch im
werckhoff leytt^), vor dem schlosz.
i'j [Br] Anno 1374 est castrum Pfirt incendio consumptum ^^j.
1. S: da bimnd der ron Nidouw den graffen ron Falckenstein. E 43^ hat ftberhanpt
nur: Aano 1374 Terbranien die Baeler die bnrg Falckenstein. 7. S: BSche^t.
1] Ueber dieses Datum 0. unten Anm. 4.
2) D. h. Henmann yon Bechburg, der Besitzer von Neu Falkenstein,
oberhalb Baistal. Dieser hatte, im Verein mit dem Freiherm Burkhard
von Buchegg und Oraf Hans von Tierstein-Pfef fingen, auf der Strasse des
Obern Hauensteins einige nach Basel reisende Kaufleute ausgeplündert,
und deshalb befehdete sie Graf Budolf IV von Nidau, als Landgraf des
Buchsgaues, in dessen Gebiet die That geschehen war; s. B. Chron. V 65,
Justingers Bemerchronik S. 139 und B. Urkb. IV 363 £, femer M. Birmanns
Gesaminelte Schriften II 153.
3} Ueber Konrad den Werkmeister s. B. Chron. V 63, A. 2.
4) Die Einnahme erfolgte in der Woche yom 6. bis 12. August; s.
Wochenrechnungsb. S. 88, sum 12. August, Wenn nun die Belagerung
genau 14 Wochen währte, wie auch die Kl. B. Annalen in B. Chron. V 65
angeben, so fUlt ihr Anfang in die Woche vom 30. ApriI/6. Mai. Das
Datum des 8. Mai, wie S su Anfang dieses Abschnittes hat, ist demnach
jedenfalls entstellt, vielleicht aus dem 3. Mai (VUI aus III). — Nach der
Einnahme wurde die Burg keineswegs zerstört, wie £ (s. Varianten) angibt;
8. B. Chron. V 65, A. 12.
5) Der mit seinem Bruder Walraff d. jungem und mit H. von Bech-
bürg 1386 bei Sempach fiel; s. unten S. 271, A. 2.
6) Burckhard von Buchegg; s. B. Urkb. IV 364, wo noch weitere ge-
fangene Edelleute genannt sind, die dem Grafen von Nidau in Gewahrsam
übergeben wurden.
7) Die Enthaupteten waren Knechte; s. ebend., auch Justinger a. a. 0.,
and vgl. das Wochenrechnungsb. S. 89, zum 19. Aug. — Gtegen den Schloss-
herm H. von Beehburg, der sich nicht unter der Besatzung befand,
schlössen Basel und der Graf von Nidau erst am 14. Sept. d. J. ein förm-
liches Bündniss; s. B. Urkb. IV 363 ff.
8) Diese Wurfmaschine war erst nach 1369 als Ersatz für eine frühere
erstellt worden; s. B. Chron. V 59.
9) Ueber ein neues Geworf, welches um 1424 an dessen Stelle trat,
8. Wurstisen 6, 397.
10) Diesen Brand bringt Wurstisen S. 186 in Verbindung mit der Fehde
zwischen Basel und Bischof Johann von Vienne; doch bleibt es fraglich,
ob er überhaupt durch Feindeshand entstanden sei.
264 Grössere Basler Annalen.
Augasi P'l Anno 1374 in augusto^] obtentum es Befort*).
[287] Anno 1374 zooh der hertacg von Luttringen mit
grossem yolck in das Elsas').
1375 Anno 1375 diss jars ward der summer über die man heisi,
Aagnttund regnet in 14 wüchen nie^) [und weret unts in ougsten]. &
Und was des selbigen summers also fil fliegen, das nieman
erweren mftcht. [Und yerbran der wyn an den reben, das man
wont, es wolte alles verderben. Und ward doch also wolKeil,
das ein soum wins 8 s. galt, und 1 vierntzel korns 10 8.
1375 [287^] Anno 1375 ward Brunnentrut^^) verbrand, nacbit
Sept. 29 Michaelis.
üToT. 3 Anno 1375 am samstag nach aller heiligen tag waid die
oappel zu sant Niclaus zu Minderen Basel [widerumb] gewicht^).
Anno 1375 da kam ein gesellschafft, das warend Engel-
lender und Brittanier, Ficarder, ein gesamlet yolck, wol funff- is
zigtaussent pfert^), onne das ffiszyolck, des was ein grosse
zal. Die hatten 25 houptleutt, und ir obberister houptman
hiesz der her von Kussin ^). Und kament by Zäheren herusz^j,
4. B v. D: 1380 (LUX statt LXXY). Hmter »der iiimmerc hat einsiy B: und dar ovgsL
6. Dm EingÄl. «rg. au E. v. D. 7. Dm EingaU. mir in D; statt deaMB hat S:
und ward deimoclit ein gemeTner lierbpet 10. Br: eaatnim Porrentnit 11. Br:
circa Michaelis. 13. K: widenunh gemacht. 14. Br nur: Anno dosini 137^
exereitna Anglonim pars incendio, pars gladio a Bemensibns apud elanstnua Frowea*
hrnnn snccnlniit.
1) In der Woche vom 20./26. AuguBt; 8. Wochenreohnungsb. S. 89.
2) Dieser Zug gegen das östreichische Beifort kostete Basel 679 Ib:
s. die Jahrrechnung 1374/75, S. 53. Vermuthlich gehört derselbe su Basels
Fehde mit Bischof Johann, mit welchem Herzog Leopold sieb verbündet
hatte; s. Heusler S. 272 ff.
3) Johann I. Ueber diesen Zug s. Königshofen IX 677.
4) Vgl. die Limburger Chronik, inMon. Genn.D.Chron. IV 71, s.J.1375.
5) Vgl Br: castnim Forrentrut, also nur das Schloss. Wohl mit
Unrecht bringt Wurstisen S. 186 diesen Brand in Verbindung mit der Fehde
swischen Basel und Bischof Johann. Denn schon Anfangs d. J. sehloM
Herzog Leopold, des Bischofs Verbündeter, mit Basel Frieden; s. B. Urkb.
IV 372 ff.
6) Ueber diese schon 1255 gestiftete Kapelle an der Obern Rhein-
gasse, auf dem Areal des jetzigen Gesellschaftshauses, s. R. Waekemagei
im Histor. Festbuch yon 1892, S. 255 ff. Die Einweihung Ton 1375 galt
vermuthlich einem Neubau.
7) Diese Zahl stimmt nicht zu der weiter unten folgenden Schfitsiing
der 14 Schaaren zu je 4000 Mann mit Einschluss des unbewaffneten Trosses.
Vgl. auch die Limburger Chronik, in Mon. Germ. D. Chron. IV 71: me
denne 20000 gewapende man, ane schützen unde andere lade.
8) Ingelram von Coucy, der schon am 24. Sept. d. J. zu Masmünster
im Ober-Elsass erschien, yereinigte sich erst im Not. mit dem Hauptheere,
welches am 5. Oct. bei Zabem die Vogesen überschritten hatte; s. B. Chioo.
V 61, A. 8, und Königshofen IX 815 ff.
9) Aus den Vogesen, yon Lothringen her.
1374—1375. 265
und f&rend foi Andlouw und Ebersheimmunster ^), und lagen
da aUesampt mer den 10 wüchen^]. üff Michaelis ^j brachen (Not. 25)
87 uff und zogent fuz Sehlestat und Colmai haruff^), und namen
alles für sich biss an Rein^), und faxend für Basel in das
5 Oberland*). Und zoch der erst huffen uff sontag, was der
4. tag decembris^), uff mittag zft Basel für. Und kam einD«c. (2)
schar nach der anderen, bisz man zalt 14 scharen, und weret
untz an zinstag^] ; und schätz man yeliche schar uff 4 taussent, Dec. 4
gewaffhet und ungewaffaet^). Und zochen über den Houwen-
10 stein, gewunnen Waidenburg ^<^), do was graff Sigmund von
Tierstein in. Do ward er imd alle sinne diener gefangen ^^),
und was von armen leutten was, das erstachen sy i^). Gewun-
nen Frydouwe^'), Alttruw^^), Arwangen und etliche Schlosser
an der Aren gelegen; und fürend über die Arouw^^), und
\. 8: Ebenteiamnnster.
1) Andlau und Ebersheimmanster, beide nördL von Schlettitadt.
2) Vom 24. Sept., wo Couey im EIbsss erschien, bis cum 25. Not.,
wo der allgemeine Aufbruch erfolgte, sind es nur 9 Wochen; Tgl. oben
5. 264, A. 8, und imten Anm. 3.
3) Statt Michaelis (29. Sept) lies: Katharine (25. Not.). Denn erst an
letzterm Tage erfolgte der allgemeine Aufbruch aus dem Ober-Elsass nach
Basel und dem Obern Hauenstein; s. Königshofen IX 819.
4) D. h. neben diesen Städten Torbei, landaufwärts.
5) Sie sogen dem Rhein entlang neben Breisach Torbei; s. Justinger
8. 142.
6) Oberland hiess Ton Basel aus alles Land jenseits des Jura, also
sunächst auch das Thal der Aare.
7) Der 4. Dec. fiel 1375 auf keinen Sonntag, wohl aber auf den nach-
folgend erwähnten Dienstag.
8) lieber eine weitere Schaar, welche wahrscheinlich erst am 7. Deo.
Torbeiiog, s. B. Chron. V 62.
9) VgL oben S. 264, A. 7.
10) IValdenburg war sammt Liestal Ton Bischof Johann am 28. Not.
1374 an Oestreieh Tcrpfändet worden; s. Boos, Urkb. S. 435ff. Im Febr.
1379 jedoch erscheint dieser Ort im Pfandbesitz Qraf Sigmunds II Ton
Tieistein und seiner beiden Söhne Sigmund und Otto; s. B. Urkb. IV 426 ff.,
auch Trouillat IV 764.
11) Im Juli 1378 erscheint er wieder frei; s. Boos, Urkb. S. 442. Ueber
eine neue Gefangenschaft, in welche er im Febr. 1379 für kurze Zeit ge-
rieth, s. B. Urkb. IV 426 ff.
12) Auch wurde das Städtchen zerstört; s. Justinger S. 143.
13) Burg und Städtchen Friedau lagen am L Ufer der Aare bei einer
Brücke, schräg gegenüber TOn Murgenthal; s. Bahn, Die mittelalterl. Kunst-
denkmäler des Cantons Solothum, S. 72, 'auch Zürcherchron. S. 84 und
8. XLVm der Nachträge.
14) Die Burg Altreu.
15] Die Aare. Die meisten der Torher genannten Burgen lagen schon
auf dem r. Ufer.
266 Grösaere Basler Annalen.
leitten sich im Ergeuw imd Bürgenden i), wol syben mil weitt
breitt, timb und umb. Und leytten sich in das closter Frouwen-
biun wol uff 12 hundert. Do kämmen die von Bein mit 2000,
j^^^^^und ubeifiellen sy an sant Steffens tag anno 1375 in dei
nacht 3), und [288] erschlügen und verbrandten iren der vigent s
wol by 1100^), und fiengent 8 heren. Damach stürmten die
Engellender Buren ^) ein gantzen tag; darinnen was der graff
von Nidouw und etlich Berner. Also ward der Engellender
erworffen und erschossen 220 man, und ward der graff von
Nidouw euch erschossen. i^
Febr.'26 ^^ ^'] Auuo 1376 boschach der ufilouff zu Basel an der
fasznacht^), und wurden 10 ir h5upter am Kornmerckt ab-
geslagen^).
Febr!^26 [289^] Auuo 1377 uff den 26. tag hornungs verbran der
Kornmerck zu Basel. i»
Febr. 29 Auuo 1377 uff den 28. tag hornungs verbran die Spallen
zA BaseP).
[E 43^, D] Anno 1377 machtent die von Basel ein müntz,
15 s. für ein guldin^).
1. S: weitt bereit! 3. S: 12 biuder. 5. S: iren der Tiengent wol bj Xl«.
12. D: und wurden 10 ir bSapter «.s.w.; Br: qua (seditionej nobUes non modid inst
interempti. 14. S, E n. M: 26. tag bomnngs; D: 1372 in der rasten; Br: in qna-
drageeima. 16. S: nff den XXXIII tag homnngs Terbrand Spallens; Br: 7. febraariL
1) D. h. östlich und westlich von der Murg, welche i wischen Aaigan
und Klein-Burgund die Grense bildete.
2) In der Nacht yom 26./27. Dec; vgl. B. Chron. V 62.
3) 1100 vielleicht entstellt aus 600, wie die K.1. B. Annalen haben
(XI° aus yi<=); 8. B. Chron. a. a. 0. Vgl. auch Justinger B. 144: me denne
800, und Klingenberg S. 105: wol by hunderten.
4) Büren an der Aare gehörte dem Grafen Rudolf von Nidau, dem
leisten seines Stammes.
5) Vgl. B. Urkb. IV 389: uf die junge vasnacht — also Dienstags
den 26. Februar.
6) Ueber diesen Auflauf und seine Folgen s. B. Chron. V 62 u. 120 ff.,
ferner B. Urkb. IV 384 ff. u. 395 ff. ^ In S ist diese Nachricht compiliert
mit dem entspr. Abschnitt der Böteier Chronik; s. B. Chron. V 120.
7) Das Datum >XXXIII tag hornungs«, wie S hat, ist offenbar ent-
stellt aus XXVIII. Ebenso kann auch 7. Februarii, wie Br hat, entstellt
sein aus 27. oder 28, und zudem ist Br die einzige Hs., welche diesen
Brand am Spalenberg demjenigen am Kommarkte vorausgehen lAsst. Die
spätem Chronisten jedoch, sowohl Wurstisen S. 190 als Joh. Qrou S. 53,
folgen hierin Br, und gerade über den Brand am Spalenberg bringt Gross
noch verschiedene Einzelheiten , die in den Gr. R Annalen fehlen. Im
Wochenrechnungsb. S. 164 hingegen finden wir einzig für die Woche vom
22./28. Febr. d. J. einige Auslagen für Löscharbeiten erwähnt.
8) S. den Münzvertrag vom 7. März d. J., im B. Urkb. IV 400 ff., femer
das Wochenrechnungsb. S. 164, zum 28. Febr. d. J.
1375—1381. 267
[W, D, Bi] Anno 1378 an der 10 000 ritter tag ward eiaf^^.^^
brieftragei erschlagen i) uff Buig, von der thümbropstie wegen;
das tat joncher G5tzman von Baden >) von graff Otten yon
Tieistein w^en^).
& [D, Bi] Anno 1380 ward der steinen stookbrunn am Korn- isso
merckt gemacht^].
[290^] *Anno 1380 verbran sfi Bern ein yorstat und 230
huser^].
[291] Anno 1381 warend vom B5tzberg untz in das Elsas i3si
10 by hundert morder. Deren fil wurden uff die reder gesetzt,
und sonderlich der muller z& Ougst*), der wirt zu Grissen^)
l^dex den gesten mit der ax niderzunt] und sin dochterman^).
Und sin weib ward lebendig vergraben; die hat verjechen,
das sy 14 jar darzü geholffen hatt.
1^ Anno 1381 verbrandt hertzog Lupoid von Osterrich Liechs-
tal^], und die schwürent im^^^).
1. D n. Br: Anno 1388. Statt »ward ein briefkrager .... Ton der th&mbropiti« wegen«
hat Br: qnendam latorem eorie epUcopaUa ante enriam prepositnrae interfecit.
3. D n. Br: C&ntsman ron Baden. 9. S: onas in daa Elsas. 12. Das Eingekl.
erg. ans D n. K; vgl. Br: qni secnri pro lomine atebatnr, quando bospites cnbitnm
dneebat. 14. 8, B n. K: 14 jar; D: 14 tag; Br: 14 diebos.
1) Er hieM Peter und war ein Knecht Humberts Ton BiUens, welcher
1376 sngleich mit Otto, dem Sohne Graf Sigmundi von Tierstein, als Dom-
propst erwähnt wird; b. Leistungsb. I 83, imd vgL Beiträge XII 511 mit
Thommen, Urk. IL 73 u. 106.
2] Ueber ihn, der 1386 bei Sempach fiel, 8. Boos, Urkb. S. 747, und
über sein Verhältniss zum Hause TierBtein 8. Thommen, Urk. II 73 , und
Trouillat lY 416. Bei diesem Todtschlag hatte er Ewei Helfershelfer, und
alle drei wurden am 14. Juli d« J. auf 2 Jahre yerbannt; s. Leistungsb. I 83.
3] Wiewohl er erst 1418 als der Letzte aus dem Famsburger Zweige
des Hauses Tierstein starb, so erscheint doch an seiner Stelle als Dom-
propst schon 1380 Konrad Münch von Landskron, der spätere Bischof; s.
Trouillat IV 760.
4) Vgl in der Jahresrechnung 1379/80, S. 83, eine Reihe von Zahlun-
gen an verschiedene PriTaÜeute >Yon des Kommergtz weg^n«.
5) Am 25. Not. d. J.; s. Justinger S. 151.
6) In der Mühle zu Äugst, an der Brücke über die Ergolz, wurde
damals noch gewirthet; s. Boos, Urkb. 8. 833. Ueber die Richtstätte da-
selbst, oberhalb des Dorfes, s. ebend. 6. 909 ff.
7] Griesheim am r. Rheinufer, 8 St. unterhalb Basel.
8) Statt 9 sin dochterman« hat Br irrig: >uxor filii ejus et suauxor«,
und lässt deshalb 2 Frauen lebendig begraben werden.
9) Hinter Liechstal hat einzig S den erst für die Zeit nach 1400,
richtigen Zusatz: in Baszier herschafft gelegen.
10} Zugleich mit Waldenburg war auch Liestal um 1375 vom Bischof
Johann dem Grafen Sigmund II von Tierstein verpfändet worden; s. oben
S. 265, A. 10. Da nun dieser die Auslösung verweigerte , so verbündete
268 Grössere Basler Annalen.
13S1 [D] Anno 1381 sohlftg Heintsman Hagen in Minderen
Basel sinen br&dei ze tod, der lieaz nun kleine kind.
[Bi] Circa iliud tempus fuit magna pestilentia in tota
quasi Almania^). Biagenses uno die obsequias habueiunt 1100
funerum^); in Nflienberga media pars hominum peste ceeidit; s
Fianckfuidü obsequiae 600 funemm in uno die erant; Argen-
tinae quoque mortui sunt 15000 homines oonscripti, exceptis
egenis et pauperibus').
1382 [Br] Anno 1382 Argentinenses obtinuerunt Wyttenheim^].
[Br] Eodem anno j&agrabat incendio curia, quae dicitur tu
Schürhoff, in atrio ecclesiae Basiliensis^).
oct. 5 [D, K, Br] Anno 1382 [quinta octobris] ward der steinen
Stockbrunn uff Burg gesetzt.
[E 45^, D, Br] Anno 1382 erstach ein statschriber sinen
gevatter, was underschriber^), in [sinem] hus zum Hasen amu
KornmSrckt^).
4. Br: 1600 Auernm (XTIo lUtt He). 12. Das EingekL «rg. »ni Br.
15. B: in dem hu; D: in linem hu; Br: patrem snvm in domo raa.
sich am 18. Oot. 1381 der Bischof gegen ihn mit Henog Leopold; s. Thom-
men, Urk. II 153. Schon am 16. Not. jedoch finden wir Letztem wieder
in friedlichem Verkehr mit dem Grafen, und am 29. Not. erscheint der
Bischof wieder als Herr des Städtchens; s. Thommen, Urk. II 153 o. 155,
und Boos, Urkb. S. 455 ff. Der hier erwfihnte Ueberfall muss also iwischen
dem 18. Oct u. 16. Not. d. J. erfolgt sein.
1) Diese Fest w&hrte Ton 1379 bis 1381; s. Chion. Moganünum, in
Chron. d. d. Städte XVIII 202 ff.
2) VgL ebend. B. 204: tunc dioebatur, quod una leptimana 1100 ho-
mines ibi moriebantur.
3) Ueber Stxassburg Tgl. Königshofen IX 772.
4) Wittenheim, bei Mülhausen, gehörte Hans Ulrich Tom Huse, wel-
cher sammt seiner Verwandtschaft mit Strassburg in Fehde lebte. Auf die
Eroberung der Burg, wobei das gleichnamige Dorf Terbrannte, folgte achon
am 15. April 1382 ein FriedensTertrag; s. Strassburger Urkb. VI 46ffl
5) Ueber diesen Hof, jetst MOnsterplati No. 19, s. B. Chron. IV 57« A 5.
— Das Datum dieses Brandes ist nicht su ermitteln, da die Woehenrech-
nungen Ton 1381 bis Mitte 1384 Terloren sind.
6) Ueber diesen Todschlag, den der Stadtschreiber Johann ron Alt-
dorf am Unterschreiber Johann Vamauer begieng, s. das Urtheil Tom 5. Not.
d. J. im Leistungsb. 1 102^, femer B. Chron. IV 134. Vamauer wurde schon
1377 mit einer Sendung nach Xaisersberg betraut, und Termuthlioh ist er
auch jener Johannes, welcher schon 1374 als des Stadtschreibers Schüler
erscheint; s. Wochenrechnungsb. S. 74 u. 164.
7) Dieses Haus, auf dessen Areal jetst der Rathausthurm steht, ge-
hörte noch IUI 1420 den Nachkonmien des Stadtschreibers Job. tob Alt-
dorf; s. Stadt. Urk. 1420 Not. 18.
1381—1384. 269
[K] Das ein pfaff A Basel an der leiter stund ^), der hatt (i3b2?)
gestolen me denn zweytusend golden wert heiltumb^).
[K, Br] Anno 1384 [22. februarii]^] bran das münster z^l^^^^
Strosburg, und geschach schaden me denn für hunderttusend
5 gülden^).
[Br] Anno 1384, 20. mai, ingens pluyiarum tempestas in lui 20
quadkm valle ultra opidum Loufenberg tres villas submersit^);
octo homines perierunt; tuguria aliqua istarum yillarum in-
tegra, etiam infantuli in cunis, ad Basileam usque in Kheno
10 defluxerunt.
[291^] Anno 1384 verbranten die von Basel das dorff und
schlosz Brattelen*).
[292] Anno 1384, das graff Walraff von Tyerstein der jung ?}
3. K: 1383; Br: 1383, tLMmsjL
1) Am Pranger, auf dem Kommaikt; Tgl. ein StrafurtheU Ton 1355
zu Stranburg, in Chron. d. d. St&dte IX 1021.
2} Diese Nachricht ohne Jahnahl steht in K swisehen den beiden
Ungeldem von 1365 u. 1385, welche, dort die Jahnahlen 1370 u. 1379
tragen. Vermuthlich hängt ihr Inhalt lusammen mit jener dureh das pSpst-
liche Schisma veranlaiaten Bewegung gegen die Geistlichkeit, weiche 1382
auch in Basel die Oberhand gewann, so dass von den Geistlichen s. B.
dieselben Steuern gefordert wurden wie von andern Einwohnern. 8. hier-
über Chron. Moguntinum, in Chron. d. d. Städte XVIII 209, und ygl. hieau
im B. Urkb. V 3 ff. die Urfehde des aus dem Gefängniss entlassenen Dom-
herrn Johann Fröwler von Hinbaoh, vom 17. Juni 1382.
3) Laut Xönigshofen IX 725 geschah dieser Brand >1384 an sant
Gerdrat abende« (16. Ifärs). Für den 22. Februar, wie Br hat, weiss ich
keine Erklärung.
4] Ueber den wirkliehen Schaden ygl. Königshofen a. a. O.
5) Bei Sulz, oberhalb Laufenburg; s. Wurstisen S. 45.
6) Fratteln gehörte damals xu 3/4 Fetermann Ton Eptingen gen. Huser,
und SU V4 Gottfried von Eptingen gen. von Fratteln; s. Boos, Urkb. S. 485
u. 535 £ Nachdem Basel am 1. Juni d. J. dem Schwäbischen Städtebande
beigetreten war, wurden am 1. Juli mehrere EdeUeute aus, der Stadt ver-
bannt, und am 17. Not. geschah diess auch mit Gottfried von Eptingen,
weil seine 3 Söhne sich su Basels Feinden hielten; s. B. Urkb. V 46 ff.,
auch Leistungsb. 1 107 u. 108, und TgL Heusler S. 278. Diese Fehde mit
Gottfried Ton Eptingen und seinen Söhnen, in welcher 1385 mehrere Bas-
ler in Gefangenschaft geriethen, wurde erst am 8. Januar 1390 beigelegt;
8. B. Urkb. V 64 u.j 147 ff.
7) Der jüngere hiess er sum Unterschied Ton Walraff dem altem,
mit welchem 1403 die ältere Ffeffingerlinie des Hauses Tierstein
erlosch.
270 Grössere Basier Annalen.
und her Burchart Munch^) zu der Mugken in der stuben^j
uff pferden stachen mit speren^].
(1385) [290] Anno 1384^) satstend die von Basel ein gross ungelt
uff sich selber, von einnem pfundt 4 d. von beiden teilten, die
da koufften und verkoufftent Wer uff 1000 marck wert hatt,
müst al wftchen geben 5 s.^}; wer uff 500 marck hat, müszt
geben 3 s.; wer 100 marck wert hat, gab 2 s.; wer 40 Ib weit
hat, gab 1 s.; wer 20 Ib wert hat, gab 6 d., und darunder 3 i.
Item Ton einnem som weins im husz 3 s., von einner yiertzel
körn 2 s.*].
13B5 [K, Br] Anno 1385 ward der grosz gott in dem miinfitei
uff Burg u^esetzt^). [Cujus longitudinem in eadem ecclesia
ante petitionem^) in pavimento 2 crucibus signatam invenies.]
I. statt »s& der Magicen« iL s. w. bat Br: armati «qnii inridentes gradns ia doao
dicta ser Mnclcen ascendenmt, et in stnba ob speetacnli memoriam, impoeitia fautii
eqaisqae calearibuB adaetia, ^ter alt«ram sna hasta impetiit 3. S: 137S,
E IL K: 1379. 6. B: mftu geben 3«. 10. Alle Hn: mia. (statt Ilfi.).
II. Br: Anno 1385 erecta est magna cmz cum salratore cmciflzo in ecclesia B«si-
liensL 12. Das EingekL erg. aas Br. 13. Die Zahl 2 ror cracibns bot in BIl
1) Dieser war ein Enkel des oben S. 260 erwähnten B. M. des Vogts
(f 1376), ein Sohn des gleichnamigen Edelknechts (f 1410} und Vater des
1444 bei St Jakob gefallenen B. M. Wiewohl er hier >HerT« heisst, und
in der Hs. Br »miles«, so wurde er erst Ritter swischen 1398 u. 1404, und
starb 1431 ; s. Arnold Manche Regesten des (Geschlechtes Münch (Ha, der
Oeffentl Bibliothek) Bd. II 357 u. 377^ und ebend. die Stammtafel.
2) Ueber diese Trinkstube des Adels s. B. Chron. lY 5, A. 8, und
V 79, A. 1.
3) Vgl. die Variante in Br: gradus ascendenmt Sofern hier nicht
eine spfttere Ausschmückung Torliegt, so können damit wohl nur die Stufen
vor der Hausthür gemeint sein.
4) Ueber das frühere Ungeld, das bis 1379 erhoben wurde, s. oben
S. 255, A. 3. Das »neue grosse Ungeld« hingegen trat erst durch eine
Verordnung vom 21. Febr. 1385 ins iLeben und wurde bis 1387 erhoben;
s. Gr. Weisabuch, BL 47, womit die Steuersätze unsres Textes übereinstun-
men, und Tgl. Jahrrechnungsb. 1 122, 130 u. 140. Da nun die Verordnung
Ton 1385 vom Februar datirt, so mögen die Berathungen hierüber irohl
schon 1384 begonnen haben. Aus letzterer Zahl aber konnte leicht 1379
entstehen, wie die Hss. E und K haben (LXXVnil aus LXXXIIII) und
ebenso 137^, wie S hat.
5) Auf 1 Mark Silbers giengen damals 5 Vi Ib; s. Jahrrechnungsb. I
134, z. J. 1386.
6) S. die Verordnung von 1385 im Gr. Weissbuch, BL 47, wonach das
Kornungeld vom Viemzel nicht 2 s betrug, wie alle Hss. haben, sondern
4 s. Sollte aber »viertzel« entstellt sein aus »sack«, dann wSre 2 s.
richtig.
7) Ueber diesen Crucifix s. Fechters Top. S. 12, auch oben S. 116.
8) Der am Fuss dieses Kreuzes befindliche Opferstock für den Mfin-
sterbau; s. Fechter a. a. 0.
le
1385—1386. 271
[Br] Anno 1404 in vigilia penthecostes factum et finitum [j^^^px
est opus magni organi in eoolesia Basiliensi ^).
[D, K] Anno 1386 am 9. tag des höwmonets umb den^^^
imbis beschach die Schlacht sft Sempach; und wurden da ei-
s schlagen heitsog Lätpold von Oesterrich, der von Ochsenstein,
zwen heuen von Tieistein, der von Hasemburg, und vil ander
fiirsten und herren^).
[294] Anno 1386 am herbst ward die usseren ringkmuren
und der graben umb die statt Bassel angefangen zu machen '),
16 und ward anno 1398 volbracht. Welliche muren hat von i398
eionem Bein zu dem anderen 41 thurn und 1099 zinnen^).
Anno 1386 galt zu Basel ein viertzel körn, ein sester erwis, 1^.^^?)
ein sester zybelen und ein sester hanffsamen glich ^); gulten
nämlich yedes 8 s.
3w D n. K: am 8. Ug. 9. D: and der bnig^nb we Basal aiigefkiigeiL
10. S: Tolbrach.
1) 1404 igt jedenfalls entstellt, und swai vennuthlich aus 1394
(MCCCCIV aus MGCCXCIV). Denn die Reehnungsbücher des MOnster-
baues, die aus dieser Zeit allerdings nur s. J. 1399/1400 und 1405/6 er-
halten sind, erwähnen schon s. J. 1399 eine Orgel, die an Festtagen ge-
spielt -wurde, und femer zum Juni 1406 die Vollendung eines »parvuni
opus organicum« , also einer kleinem Orgel neben der grossen; s. im St.
A. den Liber fabricae 1399/1400, S. 49 ff., und 1405/6, S. 69. — Ochs 11 178
setst die Nachricht unsere Textes auf Pfingsten 1303 und besieht sie mit-
hin auf die alte, beim Erdbeben von 1356 zerstörte Orgel, und diesem
Irrthum folgt Fechter sowohl in seiner Top. S. 11 als im B. Neujahrsblatt
1850, S. 26.
2) Johann von Ochsenstein, des Herzogs LandTogt im Elsass, femer
die Grafen Hans und Walroff der jüngere von Tierstein, Gebrüder, und
ELans Ulrich von Hasenburg. — Der entspr. Abschnitt in 8 stammt aus
Schnitts Wappenbuch, Bl. 254 ff., abgedr. bei Th. von Liebenau, Die Schlacht
bei Sempach, S. 222 ff.
3) An der ftussem Ringmauer um die Vorstädte war schon seit 1362
gearbeitet worden, wiewohl mit Unterbrechungen; s. die Jahrrechnungen
von 1362 ff. imd vgL oben S. 262, A. 6. Vennuthlich war jedoch der Bau
nach der bösen Fpsnacht von 1376 ins Stocken gerathen. Gleich nadi der
Schlacht bei Sempach aber wurde am 30. Juli 1386 der Zimmermann
Heinrich Puer als st&dtischer Bauherr angestellt, und dieser leitete fortan
den Bau; s. B. Urkb. V 78 ff.
4) Diess alles bezieht sich nur auf Gboss Basel. Die Zahl der Thürme
und Zinnen stimmt genau mit der Wachtordnung von 1425; s. im St. A.
liber Diversar. Remm, BL 118.
5) Aehnliches berichtet die D. Colmarer Chronik z. J. 1386, die Kl.
B. Annalen hingegen z. J. 1382; s. B. Chron. V 64. Das Jahr 1376 hin-
gegen, zu welchem die Hs. E43b die vorliegende Nachricht hat, finde ich
durch keine andre Quelle bestätigt
272 Grössete Basier Annalen.
■
138S [K] Anno 1388 zugent dei hemchaft von Oestemdi lani-
YOgt^) me denn mit 2 tusent man 2) gen Glaris in das land und
wiudent da me denn halb erschlagen, und ward Wesen die
statt von den fründen veibrant^).
[K] Anno 1388 verbranten die von Zürich und Eidgnosen&
Baden und Fricktal.^).
1390 [E, Br] Anno 1390^) was die gr&sten Einsidelfart, die nie
waid, und komen me liit dar dann hundertsechentusent men-
schen*). Und verdarb nie me dann ein mensch: einem
Schwitzer ward sin messei ingedruckt 7). »
1391 [D] Anno 1391 schwur man herren Friderich von Blaneken-
hein, bischoff ze Straszbu^, ze Basel zur Mucken als einem
pfleget des bischtümbs Basel ^). Wann herr Tmer yon Sam-
stein, bischoff ze Basel, dazemal zu solichei armüt komen was*},
das man den vorgenanten von Straszburg von siner notrestikeit ü
wegen durch das capitel und die stat Basel ^^) darsü erkoset.
7. K: 1380 (LUX sUtt LXXXX). Eb«nBO Br Unter 1380: Eod«m anno ent aaans
jubilens ad beatam Mariam in looo Her«mitanun, at ibi eonrancrant oltra dad.«s ecn*
tena milia bominam da omnibua nationibiu Obriitianitatia. 8. K: ledienbnnderi-
toaend. 10. ingedmek. 11. D: Blanekanstein.
1) Oestreichischer Landvogt ün Argau und Turgau war 1388 Giaf
Hugo von Montfort, der jedoch nirgends als ein Führer dieses Zuges er-
wfthnt wird. Der einsige unter den Führern, der früher Landvogt gewesen,
war Peter von Torberg; s. Thommen, Urk. I 516 u. II 221, und vgL Zürcher-
chron. S. 173 ff. Yermuthlich will übrigens der Ausdruck »Landrogt« hier
nur besagen, dass keiner der Herioge bei diesem Zuge war.
2) Ueber diese Zahl vgL Zürcherohron. S. 137, A. 1.
3) Der entspr. Abschnitt in S stammt aus Etterlin.
4) Die Bäder ausserhalb der Stadt Baden wurden Ton den Zflrehem
im Juli 1388 verbrannt, worauf die Verheerung des Frickthals durch die
Bemer erst im Januar 1389 erfolgte; s. Züroherchron. 8. 148, A. 1, u. S. 155.
5) Das Jahr 1380, auf welches beide Hss. weisen, bot keinen Anlsss
SU einem aussergewöhnlichen Zudrang der Pilger, wie er hier erwShnt wird.
Diese Jahrsahl scheint jedoch entstellt lu sein aus 1390, wo auf Anord-
nung Bonifaz IX das römische Jubeljahr gefeiert wurde; vgL Br: Eodem
anno erat annus jubilens.
6) Der Wortlaut in beiden Hss. würde 1 Million Menschen ergeben.
Stellen wir aber »hunderte vor »sechen«, so erhalten wir die keineswegs
übertriebene Zahl von 110000. VgL Rupert, Gonstanser Chroniken 8. 260,
wonach in Einsiedeln bei der grossen Engelweihe von 1466 in 14 Tagen
über 130000 Pilger gei&hlt wurden.
7) D. h. es gieng ihm in den Leib.
8) Anfangs Juni d. J.; s. B. Urkb. V 168 ff.
9) 8. B. Chron. V 351, und vgL B. Urkb. V 129 ff., 136 ff., 162 £ u.
166 ff.
10) Die Wahl war iwar Sache des Domkapitels; doch geschah sie im
vorliegenden Fall mit Zustimmung des Raths; s. B. Urkb. V 169.
1388—1404. 273
[D] Anno 1393 waid heu Cüniat Münch von Landskion^) i3«3
Ton dem capitel zu bischoff eiwelt, und schwfti im die stat
Basel und das bisohtümb^).
[296] Anno 1393 [circa Nicolai]^) kam heitzog Lupoid von ror Dae. 6
5 Oesterreich^} gen Basel, und macht mit der stat Basel einen
pundt uff 10 jai lang.
[Bt] Anno 1396 in autumno opidum Zofingen est igne ism
consumpttun, et tantum nna domus supeistes mansit^).
[Bi] Hebdomada sequenti in Binfeldia 30 domus igne
io oorruerunt.
[Bi] Anno 1397 in augusto oonsumptum est opidum Tels- ^^L^
perg igne fulminis.*).
[296^] *Anno 1402 von letaie bisz uff osteren^} erschein i4M^ ^
all abent gegen der sunnen undergang am himel ein pfauwen- bb »
15 schwants hoch ufl^ericht, das in mengklich soeben möcht.
[297] Anno 1403 kam ein grosser hagel zu Basel^), und ims
weiet by 4 mil^) wegs weit und breit. Der warff grosz bom
U83B dem erderich, und warff die grossen müren zu sant Johans
in den kilchoff, und thet grossen schaden.
2ü [D, K] Anno 1404 [an sant Sebastians tag] ward die capell i|^ ^o
4. S, D IL Br: 13M. Dm Eiagakl. erg. au 9r; D: vS NieoUL 7. Br: 1393
(m lUtt YI). 11. Br: 1396. 13. 8: Anno 1400. 16. D: d«r gron hmgel.
17. B, D Q. Br: 40 mil (lUtt 4).
1) Ueber ihn 8. B. Chron. V 352, A. 3.
2) Im AnguBt d. J. ; s. 6. Urkb. V 204.
3) Leopolds IV Besuch in Basel fiel swischen den 15. Not. 1393, wo
er in Bnsisheim das hier erwähnte Bündniss schloss, und den 4. Dec., wo
er bereits in Winterthnr urkundete; s. B. Urkb. V 206 ff. undThommen, Urk.
II 291. Ueber den Besuch selbst s. Jahrrechnungsb. I 243.
4) Hier folgt einsig in S eine offenbar von Schnitt herrührende Ein-
schaltung über Leopolds IV Abstammung.
5) Vgl. Stumpf, Sohweizerchron. VII Cap. 33, i. J. 1396.
6) VgL Wurstisen S. 13, s. J. 1397.
7] Dieses Datum für den Cometen von 1402 wird nicht nur bestätigt
durch Etterlin S. 122, der übrigens die irrige Jahixahl 1400 hat wie die
Hb. S, sondern auch durch eine Hs. der Züroherchronik; s. dort S. 162,
Var. 9: 1402 jar im ingenden mersen. Die D« Colmarerchron. S. 16 hin-
gegen datiert ihn »1402 jor, iwischent osteren und süngihten« (26. M&rz
bis 24, Juni), l&sst ihn aber nur 8 N&chte nach einander scheinen.
8) Am 22. Juni; s. im St. A. das Zinsbuch D des Steinenklosters,
BL 13b.
9) 40, wie alle Hss. haben, dürfte entstellt sein aus 4 (viersig
aus Tier).
Bftsler Chroniken. YL IS
274 GböBsere Bailer Azmalen.
süm Eilenden Ciüts vor dem Oberen thor^) se Mindaen Basel
gewicht^).
NoV^ [297] Anno 1406 am fritag nach aller heiligen tagnamen
die von Basel graff Beinharten und graff Hansen von Tyei-
Kot. 7 Stein') das schlosz Pfeffingen in, und kämmen am sontag in &
der nacht wider heim^).
1406 [K] Anno 1408 koment sft Lüttich bi 30 tusent umb^).
ubidJ^ [299] ♦Anno 1409 umb Nicolai^) band die von Basel
Badenwiller verbrant.
jiä [Br] Anno domini 1410 junii electus est quidam Johannes*) i**
in magistrum officiorum, vulgariter ammeister.
Kot. 27 [D] Anno 1410 quinta ante Andree fiengen die von Basel
an Tstein brechen®), und brauten das darnach im anderen jai*).
2. K: geiDMlit 3. 8: 1402 (D statt YI). 8. 8: Anno 1400 «mb mckMli«.
10. Br: XCOCC, X Jnaii
1) So hiess das Riehenthor im Gegensati cum BlAsithor.
2) Ueber diese Kapelle und das alte Kreuz, das ihr den Namen gab.
s. K. Wackemagel im Histor. Festbuch 1892, S. 233 ff., femer B. Urkb. V
329 u. 358, und B. Tasehenb. 1856, 8. 175 ff. Ihre Kirehweih wurde jedodi
nicht am Sebastianstag begangen, sondern allj&hrlich am 2. Sonntag der
Fasten; s. Wackemagel a. a. O., 8. 234.
3) Die Söhne Walraffs d. jungem; s. B. Chron. IV 23, A. 4 und vgl
oben 8. 269, A. 7, und S. 271, A. 2.
4) Vgl B. Chron. IV 23 und V 135. Den Friedensschluss Tom 6. Not.
s. B. Urkb. V 360 ff.
5) Vgl. B. Chron. V 138, A. 1. Der entspr. Abschnitt in S stammt
aus dem Anonymus bei Appenwiler; s. B. Chron. IV 430.
6) Michaelis, wie S hat, scheint entstellt aus Nicolai. Denn dieser
Zug geschah erst am 10. Dec, also Dienstags nach Nicolai; s. Wnrstiaeii
S. 216 und ygl B. Chron. V 141.
7) Hans Wiler. — Der entspr. Abschnitt in S stammt aus der Röteler
Chron.; s. B. Chron. V 143.
8) Ueber diesen Abbruch, der am 13. Januar 1411 beendigt wurde,
s. B. Chron. IV 432 und Wochenausgabenb. m 20, femer B. Jahrbuch 18S1
8. 229 ff.
9) Dieser angebliche Brand nach dem Abbruch hat keinen Sinn. Hin-
gegen ist es auffallend, dass Isteins Eroberung, vom 11. Not. 1409, hier
gar nicht erwfthnt wird. Auf diese aber folgte die im Januar 1411 toU-
endete Zerstörung allerdings erst »darnach im anderen jar«. Die Tor-
liegende Nachricht, welche einsig in D sich findet, seheint mithin eine sehr
verstOmmelte und entstellte Wiedergabe des Urtextes lu sein.
1406—1416. 275
[D, Bt] Anno domini 1414 dominica esto miohi^) '6<^e8-^'^^^^ ^g
senint a civitate Basiliensi nobiles burgenses cum sociis de
stubis nobüium, pioptei ipsorum privilegia conseiranda; et post
oetavam leveisi sunt 3).
s [K] Anno domini 1414 die omnium sanotorum^) incepit Kot. i.
consilium sanctum in Constantia.
Item Sigismundus intiavit Basileam cum honoie, 1414 jor^).
Et anno 1416 circa dominicam cantate^) oombustus fuit|^^_
Constantie Jeionimus Huss.
10 [Bi] Anno 1416 erat hombilis teriemotus Baaileae, et pluies
homines timoie perteniti ciyitatem ezeuntes in suis oitis et
agiis peinoctarunt^).
1) Genauer Samstags den 17. Februar; s. das YeneichnisB der 27 Weg-
gexogenen im Leittungsb. 11 75.
2} Ueber diesen Streit s. B. Chron. Y 148.
3) Uebar dieses Datum s. B. Chron. V ISl, A. 7»
4) Der König kam am 7. Juli von Solotbum und erreichte am 11.
Strassbiirg; s. lustinger S. 219 und D. Beichstagsakten VII 195. Ueber
seinen Empfang in Basel, wo er in dem früher vom Domherrn Jost Schürin
bewohnten Hof am Münsterplatz (dem jetzigen untern Gymnasium) abstieg,
8. Wochenausgabenb. lY 2 ff.
5) Richtiger: circa dominicam ezaudi (31. Mai). Denn der Sonntag
Oantate fiel 1416 auf den 17. Mai, und Hieronymus von Prag, der hier ge-
meint ist, wurde erst am 30. Mai yerbrannt.
6) Ueber dieses Erdbeben Tom 21. Juli vgl. B. Chron. Y 44 und oben
S. 226.
18*
Beilagen,
I.
Schnitts Aufzeiclmungen aus Basels
ältester Zeit.
5
Neben jenen wenigen Nachrichten ans Basels Ältester Zeit,
welche den Gr. Ba^er Annalen angehören, enthalt die Handschrift
8 noch einige weitere, die jedoch meistens auf bekannte Quellen
sich zurflckfOhren lassen. So beruht zunächst die Nachricht von
Basels Eroberung durch C&sar auf Königshofens Weltchronik ^]. Die
Erwähnung Bischof Haitos hingegen, i. J. 811, stammt ans den lo
Annalen Ton Fulda, und die Zerstörung durch die Ungarn, mit der
irrigen Jahnahl 897, aus Richer, worauf dann dasselbe Ereigniss
zum richtigen Jahre 917 nochmals erwähnt wird, und zwar nach
Hermann Ton Reichenau ^). Aus Bertholds Fortsetzung dieser letateni
Quelle stammt sodann die Nachricht Tom Basler Concil Ton 1061'), is
während der Abschnitt über das Stift St. Leonhard, z. J. 1002, auf
noch erhaltenen Aufzeichnungen dieses Klosters beruht^].
Drei beiläufige Erwähnungen baselischer Bischöfe hing^en,
z. J. 891, 1189 u. 1197, stimmen wörtlich flberein mit einer um
1550 geschriebenen Chronik der Bischöfe^}, sowie auch mit 20
Stumpfs Chronik, und mögen daher auf irgend einem älteren,
jetzt Terlorenen Bischofskataloge beruhen. Die erste dieser drei
S&llen, auf BL 205^, schliesst sich an die aus Regino stam-
mende Nachricht z. J. 891, vom Tode Erzbischof Sunderolds von
Mainz im Kampfe gegen die Normannen*}, und lautet: •Deaz'H
1) Vgl Hs. S, Bl. 60, mit Chron. d. d. Städte IX 700 u. 702.
2} Vgl. Bl. 113b u. 202, femer Bl. 205 b u. 206 b, mit Mod. Oerm.
S. S.I354, XXV 273 u. V 112.
3) Vgl Bl. 219 mit Mon. Germ. S. S. V 271.
4) Vgl. BL 213 mit dem Band H von St Leonhard, im St Axehiv,
und mit B. Urkb. 1 19; femer vgl oben S. 246, A. 4.
5) Ueber diese Bisohofschronik s. oben S. 170.
6] S. Mon. Germ. S. S. I 603.
Beilage I. 277
glichen der biBchoff von Basel, genant RAdolfusc. Ebenso wird
anf BL 137, in der Kaiserbistorie, zum Tode Kaiser Friedrichs auf
dem Kreuzzuge bemerkt: >Und mit im ein bischoff von Basel, ge-
nant Heinrich von Homberg, anno 1189c. Endlich wird noch anf
sBL 235 beim fünften Erenzznge, wo Nauclems mit der entstellten
Jahrzahl 1197 (statt 1217) als Quelle diente, unter den mitziehen-
den Bischöfen auch >Lupoldu8 Ton RSttelen ein bischoff z& Baselc
genannt.
Was nun die Richtigkeit dieser drei Zusätze betrifft, so wissen
10 wir von jenem Bischof Rudolf bis jetzt nur, dass er allerdings Tor
895 starbt). Bischof Heinrich Ton Horburg hingegen starb 1190,
jedoch nicht mit dem Kaiser, sondern erst auf der Heimfahrt von
jenem Kreuzzuge^). Ltltold Ton Röteln aber lebte wohl noch um
1197, jedoch nicht mehr 1217, als der fünfte Kreuzzug wirklich
IS erfolgte. In der Gestalt, wie diese Zus&tze uns erhalten sind, er-
scheinen sie also nur noch als entstellte Bruchstücke jener Ter-
lomen Quelle.
Weiter bleibt hier einzig noch die Nachricht voni Zuge Attilas
Ton 451 nach Gallien zu erwfihnen, wobei 5 zerstörte Städte,
20 darunter auch Basel, mit Namen genannt werden. Mit Ausnahme
Ton Mainz, das hier durch Augsburg ersetzt ist, sind es dieselben
5 rheinischen Städte, welche schon die Gesta Treyirorum nennen,
und welche Königshofen zuerst durch Cäsar und nachher durch die
Franken lässt erobert werden*).- Die Ersetzung von Mainz aber
35 durch das fem Tom Rhein gelegene Augsburg, wie unser Text sie
hat, lässt Termuthen, dass in der Hs. S auch dieser Abschnitt, wie
so mancher andre, auf der Augsburger Weltchronik berahe, deren
zahlreiche und von einander vielfach abweichende Druckausgaben
mir keineswegs alle bekannt sind^). Da jedoch diese Erklärung
30 nur eine muthmassliche ist, so lassen wir diesen kurzen Abschnitt,
der sich in der Hs. S auf BL 189^ findet und statt 451 die un-
genaue Jahrzahl 454 trägt, zum Schluss hier im Wortlaute folgen.
Anno domini 454, z& der zitt Valenoiany desz keysers,
zoch der greuwiich konig Attila, der Hunnen konig, uss nüt
» drymalhundertduflsent man in Dutschland, und verdarb und
zerstört vil grosser stett, als nämlich Basel, Augspuig, StrasK-
bürg, Wurms und Coln, und vil andere mei.
• • • •
1) S. Trouillat 1 120, A. 1, und vgl. Beiträge VII 6.
2) 8. Annales Marbaoenses, Mon. Germ. S. S* XYII 165.
3) VgL Mon. GeräL S. S. Vm 133 mit Chron. d. d. Städte IX 700 u. 703.
4) VgL oben S. 169, A3.
278 GrOisere Bader Annalen.
n.
Die Spätem Basler Aanalen.
1421—1480.
Gleichsam eine Fortsetzung zu den Grossem Baaler Aniulen
bilden jene kurzen, von 1421 bis 1480 reichenden Annalen, welck
uns einzig in Berlingers Etterlin erhalten sind^). Diese Aofseick-
nungen, die wir zum Unterschied von den Grossem und den Kleineni
Basler Annalen als die » Spätem c bezeichnen können, gehören zu &
den jüngsten Einträgen des genannten Buches'). Auch sind sie
dort über BL 31^ bis 97^ völlig ordnungslos zerstreut, so dass die
Zugehörigkeit jedes einzelnen Artikels keineswegs feststeht, son-
dern theilweise fraglich bleibt. Zudem sind mehrere derselben nur
als Zusätze an ältere Einträge angefügt und deshalb sehr unToll-i»
ständig erhalten.
Auch in diesem ordnungslosen und fragmentierten Zustande
zeigen diese Annalen immer noch deutlich genug, dass sie — nach
ihrem Hauptinhalte wenigstens — in Basel Terfasst wurden. Denn
nicht nur berichten die meisten Artikel über hiesige Begebenheiten, ^
und zwar oft ohne die Stadt zu nennen, sondern z. B. 1444 heisseo
die Basler einfach >wir«, und z. J. 1451 wird »unser burgermeister«
erwähnt'). Einzig zwei Artikel z. J. 1440 und 1443 scheinen aof
nahe Beziehungen ihres Verfassers zum Städtchen LaufenbuTg sa
weisen^). Im übrigen jedoch müssen wir bei der mangelhaften »
Erhaltung dieser Annalen auf weitere Yermuthungen über deren
Verfasser gänzlich verzichten.
Dem Inhalte dieser Annalen lassen wir aus Berlingen Etterlin
noch eine vereinzelte Nachricht z. J. 1423 über das Steinenklostei
vorausgehen, welche ihrer Schrift nach allerdings nicht zu den späten, ^
sondern zweifellos noch zu den alten Einträgen dieser Hs. gehdii
Möglicherweise fand sie Berlinger in derselben Vorlage wie seine
Bruchstücke der Grossem Basler Annalen. Doch gehört diese Nach-
richt von 1423 jedenfalls nicht zum ursprünglichen, kaum bis 1412
reichenden Bestuide dieser Quelle, und so möge es gestattet sein, ss
in Ermanglung einer passenderen Stelle sie hier unterzubringen.
1) 8. B. Chron. V 459.
2} Diese spätem Einträge unterscheiden sich von den frühem nieht
nur durch veränderte Schriftzüge, sondern namentlich auch dadurch, dass
alle Zahlen mit arabischen Ziffern geschrieben sind; s. ebenda.
3) 8. unten S. 282 u. 283.
4) 8. unten S. 281 u. 282. Aus Laufenburg stammte z. B. das Basler
Geschlecht der Seevogel, welches erst um 1480 erlosch. Jedoch bieten diese
Annalen keinerlei Merkmal, um ihren Verfasser gerade in diesem Ge-
sehlechte zu suchen»
Beilage IL 279
Im übrigen ordnen wir die Artikel dieser Späteren Annalen
lediglich nach der Zeitfolge, ohne Rflcksicht auf ihre Stelle in der
Hb., und bei denjenigen, welche nur als Bruchstücke erhalten sind,
ergänzen wir das Nöthigste in Cursiv. In dem »Anno«, womit
5 nahezu jeder Artikel beginnt, fehlt in der Hs. meistens die Initiale,
welche roth ausgeführt werden sollte. Auch trägt nur ein einziger
Artikel, z. J. 1421, eine Ueberschrift, und diese verweisen wir des^
halb unter die Varianten. Hinsichtlich der Rechtschreibung aber
gilt auch hier dasselbe, was schon oben zur Chronik des Schwaben-
lokriegea bemerkt wurde ^).
[71] Anno 1423^) wart das frowenoloster zu Basel an deni42s
Steinen, Predigerordens, durch Herr Giselbrechten, gemelten
Ordens prorincial in Tütschen landen, gereformiert ').
Dazemal was Herr Hans Ryeh von Rychenstein ritter
15 burgeimeister^).
[52^] Anno 1421^) donstags vor unsere herren uffart tag|^^j^24
lüff ein wilder wolff den Sprung ab, und durch den Fisch-
merokt und über den Platz, und zu sant Johanns thor usz*).
Im selben jar^) an sant Lucien abent und am tag was DecisiLis
20 der Rhyn also giosz, das man mit eim schifft) für an dem
11. Hf : 1432 (XXn lUit XXm). 14. Dm Folgaade L d. Ha. alt iiMhtrlglleh«r
ZiiMts. 16. Hi: 1421 Einiig dieser Artikel trftgt eise üebersclirift: Von eiaem
wilden wolff.
1) S. oben S. 4. 2) Ueber diesen Abschnitt s. oben 8. 278.
3) Giselbreoht Ton Utrecht Ueber diese Reformation, die im Not.
1423 durchgeführt wurde, b. eine Notiz im 6t Archiv^ Steinenkloster, BdD,
Bl. 12, femer Joh. Meiers Chronieon de Eraedicatoribus (Hs. £ ni 13 der
OeffentL Bibliothek) BL 89, auch Wurstisen S. 242.
4) Seit Juni 1423; s. Schönberg S. 780. Er stund sugleich an der
Spitse des vom Rathe su dieser Reformation ernannten Ausschusses; s.
Wurstisen a. a. O«
5) Da das hier ErzAhlte in dasselbe Jahr gehört wie die naehfolgende
Ueberschwemmung, so ist die Jahrsahl 1422, wie die Hs. hat, jedenfalls
entstellt aus 1421; s. unten Anm. 7.
6) Durch den Rheinsprung, Fischmarkt und St Petersplats cum
St Johannsthor.
7) Diese Ueberschwemmung geschah im Dee. 1421; s. Wochenaus-
gabenb. V 224 u. 226, und vgl. D. Colmarer Chron. & 26.
8) YgL D. Colm. Chron. S. 26: mit eime hochbort — also mit einem
Fraehtsdiiff, im Ctegensats su den leichten Kähnen oder >WeidUngen€,
welche keinen Tie^ang haben. Laut der genannten Quelle gieng auf dem
Fischmarkt das Wasser über den Brunntrog hinaus.
280 Gröfsere Basler Annalen.
Fischmerckt, und in dei Kleinen Stat in dei Ryngaflsen mit
weydlingen; und wert 2 tag und 2 nficht.
1424 [73] Anno 1424, als der kiieg zu Mülberg gerichtet was^j
und die gemeind^) und die soldner zu rosz und ze fusz widei
heiuff zugent, als sy gon Brysaoh kament, do mustent sy in &
der gemeind siechen g^n Altkiloh^), und woltent gon Befort
sin gesogen mit einander^). Do ward es wendig^), und kament
zusammen zu Volckensperg^^}, und zugent mit 3 rechten houpt-
banern^} und mit 2 rennfänly von der stat von Basel, on an-
der baner. Und warent der gemeind 5 tusent®), und deren t-
von Mulberg 1500, ze rosz und ze fusz^}, und zugent wider in
jnU 13 dise stat uff sant keyser Heinrichs tag, nach mittag do es
3 schlug.
Jiüi24 [60^] Anno 1424 an sant Jacobs abent^^) uxu aber der Ryn
ah grosZj das er 2 joch hinweg fürt an der Rynbrucken, yon u
12 untz das die glock 2 schlug ze mittem tag. Und fürent
9 man damit hinweg, die kament alle wider ussz.
1) 8. B. Chron. V 182.
2) D. h. die Borger, im Gegensati su den Söldnern. Ausser letiten,
welche die Mehrsahl bildeten, zogen nämlich auf diesem Zuge über d(K)
Freiwillige mit, um dadurch das Btirgerrecht su erlangen; 8. B. Chron.
IV 29 u. 148.
3) D. h. sie sollten mit der andern Streitmacht, welche Ton Basel
gegen Ludwig von Ch&lon ausgesogen war, bei Hirsingen, 1 6t« Ton Alt-
kirohi sich yereinigen; s. ebend. S. 32ff.
4) D. h. zum ^Schutze des östreichizchen Beifort gegen L. 7on Ch&lon;
8. ebend.
5) Die Ursache s. ebend. S, 33.
6) Dieses Zusammentreffen bei Folgensburg (2^9 St von Basel] ist
nur so zu erklären, dass die Ton Mfllburg Kommenden den Gegenbefehl
auf dem Wege zwischen Malhausen und Altkirch erhielten und nun sofort
den n&chsten Weg nach Basel einschlugen, also wahrscheinlich über Flachs-
landen, Z&singen und Knöringen, wfthrend die aus Basel Gezogenen tod
Hirsingen wieder tlber Waltighofen zurückkehrten.
7) Die gesammte Bürgerschaft war in 4 Panner getheilt; s. B. Chron.
V 97, A. 3.
8) Diese Zahl ist jedenfalls su hoch; s. B. Chron. IV 187, A. 6.
9) Vgl ebend. S. 29, wonach die gegen Mülburg gesandte Streitmacht
nur 1000 Mann betrug.
10] Das hier folgende Bruchstück steht in der Hs. . als Zusatz zur
entspr. Nachricht der Röteler Chronik; s. B. Chron. V 188. Das Datuo,
welches dort fehlt, ergftnzen wir aus B. Chron. IV 435. VgL audi Bd V 319,
femer Wurstisen S. 244 und Woohenausgabenb. VI 47 ff.
Beilage IL 281
[73] Anno 1426 uff sant Agaten tag do schlug man hexi ^^^^^ ^
Daniel Ouwei rittei den kopff ab^), und ward vergraben zu
den Barfussen.
[36^] Anno 1439, ab die Armeniaci su Dameikilch lagent^), ^g^
» do galt ein mosz win 10 d.^); und im nechsten herpst darnach (Oet)
gab man ein mosz umb 2 d.
[73] Anno 1440 uff sant Lux tag do wart die linden bu^^^^
dem Römer ^) in den hindern hoff gsetst.
[82^] Anno 1442 in der wuchen vor der pfaffen yasznaoht ^^^^^^^ ^^
1^ wart zu Basel unser lieben fiawen bild uff den altar zu sant
Andres gesetzt^). Und hat man das salve vor 2 jär gsungen®).
Anno 1442 mitwochen vor nativitatis Marie wart die grosse s«pi 5
glogcken gössen, die bopst Felix gab^).
[74] Anno 1442 uff sant Martins tag reyt küng Friderich kot. u
i^Ton Oesterrich gon Basel in die stat^).
[56^] Anno 1442 do schanckt man win an 18 enden in
der etat und uff dem Heissen Stein ^). Aber das nechst jftii443
darnach wart nit ein mosz daruffen geschenckt, also ein hert
jar kam darnach ^o).
» [60^] Axmo 1442 uff Nicolai fieng ein grosse kelti an, undj^^^
wert also lang, das alle reben erfrurend, die nit gedeckt
16. >m« hinter »enden« itt in der Hfl. nicht molir lesbnr, weil giBx abgerieben.
17. rikr das erg&nste »nnd« weist die He. keine Likeke.
1) VsL im Woohenausgabenb. VI 198 die hierauf beiaglichen Aus-
gaben. HinsichÜloh des Proiesses erfahren wir daraus nur, dass »Ton des
ritters wegen« eine Gesandtschaft des Rathes nach Solothurn abgeordnet
wurd^ und dass des Ritters 2 Pferde in Waidenburg waren angehalten
worden.
2) Also im Mftri d. J.; s. B. Chron. IV 52.
3) Genau . denselben Preis, nur in andrer Form, s. unten bei Adelb.
Meyer schon zum Herbst 1438 : 1 som win von Will 4 ib. VgL auch B.
Chron. V 477.
4) In Basel ist kein Haue d. N. zu finden.. Ueber ein solches in
Laufenburg jedoch s. unten 8. 282, z. J. 1443.
5) Ueber diese Kapelle, wo die Bruderschaft der Sr&mer sich ver-
gammelte, a Fechters Top. 8. 80.
6) Die Bewilligung, das Salve Regina in dieser Kapelle jeden Sams-
tag Abend singen su lassen, hatte die Zunft sum Safran vom Stifte St Peter
durch Urk. vom 22. Juni 1439 erlangt; 8. Urk. No. 16 des ZunftarohiTs s.
Safran.
7) Ueber diese Glocke s. Wurstisens Mansterbescbreibung, 8. 425 ff.
Ueber ihren Umguss von 1493 8. oben S. 5.
8) VgL B. Chron. IV 52.
9) Ueber den Heisten Stein vgl. ebend. S. 282, auch Fechters Top.
S. 43.
10) In Folge des strengen Winters von 1442/43; 8. unten.
282 Grössere Bailer Annalen.
worend, und vil bAmen^j. Dazemal sprach man: es were vil
kelter denn der winter, dem man sprach der kalt winter,
1407 welcher was in dem jar do man zalt 1407 2].
1U3 [95] Anno 1443 do wart der meister iirten gmaoht, die zu
Louffenberg gmacht wart; costet 100 Ib. 6 d. Und wer buiger ^
was, der gab 10 s.; und wer nit burger was, der gab 16 s. zem
R8mer<).
^^^ Anno 1444 sonntag vor Oszwaldi mustent die dienstknecht
an dem bollwerok und an den graben wercken^).
Aug. (1) Darnach uff sant Osswalds tag*) gebAt man alle bAm undi«
übenwerchmuren und heg abshowen, und gartenhuailin ab-
(jaU 30) Bbrechen, von der Armenjäcken wegen. Und uff den selben
tag*) wart Brugg verraten und gebrent.
Desselben mals lagent die Eydgnossen vor Zarich ein teil,
und der ander teil vor Varssberg^). Und was ynen also not]:
von Varszberg su fliechen, den Eidgnossen, ongejagt, das dei
von Basel grosse büchsen sy dft liessent ligen^); ward ynen
darnach widerumb, do wir Rynfelden das schloas g^wunnen
mit grossem costen, den wir hattent.
▲«g. 26 [75^] Anno 1444 uff mitwochen nach Bartholomei*) be-^
Schach die Schlacht ze Sant Jacob. Do zugent nach mittemacht
mit den Eidgnossen by anderthalbhundert von Liechstal und
Waidenburg ^^). Wurdent ze beden siten vü erschlagen^ [76] lin-
der welchen was ein hertzog von Schotten ^i) und der oberist
1) Die Kälte wfthrte bis Ende M&n 1443 , und Anfangs Mai wurde
es wieder kalt und schneite 2 Tage; TgL Berler und die Strassbuiger
Archivchroniki beide im Code historique de Strasbourg II 57 u. 157.
2) VgL B. Ghron. V 66 u. 136.
3) VgL oben S. 281, s. J. 1440.
4) Vgl. den hierauf bezüglichen Ruf vom 30. Juli d. J., im Biifb. I
134^ femer Wurstisen S. 380.
5) Genauer am Samstag vor Oswald, d. h. am 1. August; s. den beti.
Ruf, B. Chron. IV, 212.
6) Dieser Ueberfall geschah 2 Tage vorher, Donnerstags d. 30. Juli;
S. B. Ghron. V 480.
7) Die Belagerung Zürichs hatte Anfangs Juli begonnen, diejenige
Ton Famsburg erst im August.
8) Vgl. B. Ghron. V, 360 u. 380.
9) Die nachfolgenden Bmchstücke stehen in der Hs. als 2iia5tse n
Etterlins Bericht über die Schlacht bei St Jakob.
10) Ueber diesen Zuiug, der sich in Liestal ansehloss, TgL B. Chion.
IV 176.
11) Vermuthlich ist hier der Führer der schottischen Söldner, Mont-
gommery, gemeint Dieser fiel jedoch nicht bei St Jakob, sondern ent
später, am 2. Febr. 1445, bei Ebersheimmünster; s. den Berieht in Schihei«
Anxnerkungen su Königshofen, S. 983 ff.
Beilage IL 283
meisteT sant Johans oidens in Fianokrioh^), 8o 6000 pfeid
under im hat, otich Herr Burekart Münch^ der hat gerett^ do
er saeh die Switzei dot ligen: hie watten wii in losen^).
[80] Anno 1449 uff mentag vor Oszwaldi was ein sollicher j^^ 4
s toindf das er die linden niderwarff uff Burg und su den Bai-
furaen').
[82] Anno 1451 uff der heiligen 3 kiing abent starb biachoff jt^ 5
Friderich 2e Byn^).
[31*] Anno 1451 uff Martini ^j reit herr Bemhart ©on not.(io)
\o Ratberg ritter^), unser burgermeister, und sin gsellschaft hie
ufi8z diser stat gon Rom; und kam wider von Rom hieh&rj^t
gon Basel uff donnstag in der fronvasten ze pfingsten^}.
[41*] Anno 1454 mitwochen vor Heinrici imperatoris kam j^
der hertzog von Burgundi har gon Basel in dise stat^). Do
15 kam der £rom jung Hans Waltenhein mnb sin jung leben ^).
10
[95*] Anno 1459 do tet der Crützer^^^] sin erste predig in ^^
13
dem miinster in sim rechen kutzh&t^^), uff sant keiser Heinrichs
tagy und was ein tümherr.
[80] Anno 1460 uff sant Othmars tag, den 16. tag novem- ^^ ^^
»bris, wart die statt Yeldtkiloh ob Constantz verbrennt ^^j.
9. Hf : reit der obgvmuit ritter.
1) Bobert de Brei6: 8. Tuetey, Los ^oorcheun sous Charles VII,
Bd. I 230.
2) Dieselbe Aengserung 8. bei Berlei a. a. O., 8. 58. YgL jedoch die
ältere und bessere Version bei Appemriler, in B. Chron. IV 255.
3) Dieses Bruchstack steht in der Hs. als Zusatz cum entspr. Bericht
Appenwilers und ist hier aus diesem erg&nst; s. B. Chron. IV 302.
4) Vgl ebend. S. 305.
5) Genauer: vigilia Martini (10. Nov.); s. B. Chron. IV 426.
6) Diese Nachricht steht in der Hs. als Zusats sum Berichte Bein-
heims über diese .Bomfahrt, und aus letiterer ist der Name »herr B. t. B.<
ergänzt; s. B. Chron. V 427.
7) Ueber die Rackkehr Tgl. «bend. IV 57 ff.
8) Vgl. ebend. IV 317.
9) Am 11. Juli im Turnier; s. ebend.,. auch Bd. V, 306 u. 322.
10) Ueber Johann Cratzer s. Berler S. 70 ff., auch B. dhron. IV, 333,
und Viseher, Gesch. d. Basler Universit&t, S. 141 u. 207. Ueber die damals
neu errichtete Stelle des Predigers am Münster s. Joh. Bemoulli, im B.
Jahrbuch 1895, S. 154ff.
11) Ueber dieses Abieichen der Domherren s. B. Chron. V 400, A. 3.
Die Stelle des Münsterpredigers wurde bei ihrer Stiftung mit einer Dom«
herrenpfründe yerbunden; s. B. Jahrbuch 1895, S. 155.
12) Feldkirch im Vorarlberg. VgL Zürcherchron. S. 242, wo das Datum
»Samstag nach sant Othmerstag (22. Nov.) sieh auf die Hinrichtung der
Brandstifter lu beliehen scheint
284 QröBsere Basler Annalen.
(1492?) [93] Anno 1460^) was gai ein kalter winter, das vil alter
menschen spiaohen: yn gedächte solliches langweiendes winters
^^t!^^ ^i^- ^ fieng an uff aller heiligen tag im 59. jai, und weit
jg^l) bisz sant Gertruden tag zu mittem mertzen.
jaiJ*S [^^] Anno 1462 uff Timotei toas der Ryn ulerfroren^ obcrtr 5
halb der Rynbruok furuff bisz zu der Pfaltz und zu den Cart-
hüsem^).
April 2t Anno 1462 mitwochen vor sant Jörgen tag kam der zem
Wind härusz^).
ka%!vi [^^^] Anno 1464 mentag nach Bartholomei verbrann diet
capell und bruderhusz zu Unser Fräwen im Stein ^} gantz mit
einander.
Aprii^l^ [^^^] Anno 1466 uff mitwochen nach dem balmtcig zu nackt
ward Clingental willigcklichen von frftw Amalien von Mulinen,
so nit gern im oloster was, anzündt mit büchsenbulver. Ist 13
darumb im kercker by der schaffnerie durch abbruch zitlichei
narung gstorben^).
inüfx [^^^] Anno 1468 donnstags sant Agnesen tag ward Landi-
kron yngnomen von Blost dem vogt von Tierstein ^), den die
von Solaturn daruff hattent gsetzt. ^
1470 [83^] Anno 1470 zugen die Walhen, Lamparter genant,
über den Schwartzwald gon Brysach und darnach in das
1) Da die Hb. hier das Jahr 1460 und nachher 1449 angibt, so und
diese Jahrcahlen jedenfalla entstellt Nun berichten sowohl dia Züreher-
chron. S. ti% als auch Tsehachtlans Bemerchron. S. 220 von strenger Kllte
und starkem Schneefall im Februar 1464. Der Basler Appenwfler jedoch,
der die merkwürdigen Witterungserseheinungen aus dieser Zeit Jahr f&r
Jahr niederschrieb, kennt fOr Basel nur den kalten Winter von 1461/61;
s. B. Chron. IV 336 u. 339. Es mag daher 1449 entstellt sein aus 1461
(XLIX aus LXI), und 1460 aus 1462..
2) Dieses Bruchstück steht in der Hs. als Zusatz zum entspr. Berieht
Appenwilers und ist daher hier aus letzterm ergänzt; s. B. Chron. IV 339
und Tgl. die vorige Anm.
3) Von 1423 bis 1447 erscheint urkundlich Feter zem Winde. Sdion
1454 jedoch lebte in Basel aus diesem Geschlecht nur noch eine Frau; s.
Jahrrechnungsb. U 347 und B. Urkb. VII 236, und vgl. Sehönberg 8. 638.
Das Haus d. N. lag an der Hutgasse, jetit No. 3 u. 6. Die hier erwihote
Entlassung finde ich in keiner sonstigen Quelle erwfihnt; die Jahxiabll462
ist daher nicht verbürgt
4) Mariastein, 3 St von Basel. Ueber die An£ELnge dieses WalKahrti-
ortes 8. die Urk. des Concils, vom 14. Mira 1442, bei Trouülat V S. 791,
femer Wurstisen S. 20.
5) Dieses Bruchstück steht in der Hs. als Zusati zum entspr. Beridit
Appenwilers und ist aus diesem ergänzt; s. B. Chron. rV347, und Tgl
ebend. IV 66 und V 191, ferner Karl Burckhardt, i. d. Mittheilungen VIII 18.
6) Kunzmann Blost; vgl. B. Chron. V 192.
Beilage U. 285
Ebaas^); namen den armen liiten alles, das nit vor ynen ver-
borgen was.
In disem jar, fritags vor sant Peters tag 2) frti umb die pe?r. le
5. stund, kam ein grosser erdbidem.
$ [86^] Anno 1474 mitwochen vor sant J5rgen tag ksun]^^^^^
hertrög Sigmund gon Basel und was ein Swytzer worden');
was 10 tag hie zu Basel^), und mit im 500 Swytzer^].
[87] Anno 1474 fritags nach Bartholomei ^} migent die van Aug. 26
Bctsel zu rossz und zfusz gon Tattenriet Wann do vor 8 tagen ^)
»bat der hertzog von Burgund sampt sinen dienern®) grossen
roab von lüten und vich gnomen.
Uff fritag nach Mathei anno 74 do zoch man zu dem s«pt. 23
andern mal ussz*).
[87^] Anno 1474 mitwuchen Jiff aller seelen tag zugentNor. 2
15 die von Basel und die von Lutzern gon Ellicourt; aber uff
aller heiligen tag zugent vor ynen usz die von Zürich ^% alle not. 1
usser diser stat Basel by einer summa 6000 1^), alle in disem
jar. Aber des hertzogen von Osterrichs reysiger züg zoch
yemer darzu, und euch die von Sträszburg, das Elsasz und
10 Brysq^w 12). Und die von Bern warent vor uszgezogen, ein
1) Ueber einen ähnlichen Zusug, s. J. 1473, ygl. B. Chron. IV 357.
2) Vor Fetri Stnhlfeier; s. ebend. S. 355.
3) Anspielung auf die kurz yorher (30. Man) geschloBsene Ewige
Richtung iwischen ihm und den Eidgenossen. — Ueber seinen Empfang
zu Baael vgl B. Chron. II 79.
4) Am 1. Mai war er bereits in Breisaoh; s. ebend. S. 81.
5) Vertragsgem&ss waren es 400. Diesen Zuiug hatten ihm die Eid-
genossen auf den 18. April nach Basel zu stellen versproehen, um ihm zur
Einnahme der verpfilndeten Lande behilflich zu sein ; s. Witte i. d. Zeitschr.
f. Gesch. d. Oberrheins, N. F. Bd. VI 19.
6] In der Hs. schliessen sich diese Bruchstücke als Zusätze an den
entspr. Bericht der Chronik der Bnrgunderkriege ; s. B. Chron. Y 510.
7) Also um den 18. od. 19. August: vgl. B. Chron. 11 102, auch Witte
a. a. O., S. 50, wonach der burgundische Einfall in den Sundgau jedenfalls
erst nach dem 15. Aug. erfolgte.
8) Er selber war nicht im Lande, sondern belagerte Neuss.
9) Nfimlich nach Dattenried, zur Ablösung des frühem Zuzuges; s.
B. Chron. 11 111 und vgl. oben z. 26. August d. J.
10) Weitere Orte der Eidgenossenschaft, welche an diesem Tage Ton
Basel auszogen, s. B. Chron. 11. 118.
11) Diese runde Zahl, welche eher zu niedrig als zu hoch ist, imifasst
die Summe der in jenen Tagen aus Basel gesogenen Basler und Eidge-
genossen. Die 1000 Oestreicher, welche laut B. Chron. 11 117 ebenfalls
durchzogen, jedoch nicht übernachteten, sind nicht mitgerechnet Die
Sehfitzung bei Knebel, auf 10000, ist eine rein muthmassliche; s. B. Chron.
nil8.
12} Ueber diese Zuzüge s. ebend. S. 116, auch Witte a. a. O., S. 369 ff.
286 Grössere Basler Annalen.
teil 4 tag, ein teil 5 tag ^). Und zoch yemerdar volek zu, also
das der gantzen summa ward 18 000 mann 2). Und kament
unser volck Ton Basel und die Eydgnossen har widerum in
Not!^2i ^^^® ^^^ ^^ mentag vor Catherine anno 74. Und bleib uff
unser sitten nie kein man tod^); das was der will gottes on s
allen zwyfel.
▲ügfl [^"^l ^^ zinsztag vor Laurentii anno 75 do zoch man gon
Blamont^).
D«c^i9 [^^] Anno 1476 donstags vor Thome apostoli*) eriruncherU
ettlich der Eidgnossen knecht im Ryn^ by dem Saltztum« i»
jm^6 [^^] Anno eo. 77 sonntags vor 3 regum^) ward der hertzog
von Burgund vor Nanse erschlagen,
1480 [97^] Anno eo. 80 ward Clingental gereformiert^).
In disem jär^) under Mazemiliano dem fursten von Oster-
rieh hat widerum b angehept der krieg, den man nempt denis
andern Burgundischen krieg.
1) Die Bemer, welche über Biel und Fruntrat zogen, waren von Bern
schon am 28. Oct. aufgebrochen, also 4 Tage vor dem 1. Nov.; s. Schillings
Bernerchronik, Ansg. ▼. Tobler 1 177. Die Freiburger, welche nodt ihnen
sogen, mochten also schon am 27. Oct. aufgebrochen sein.
2) Die genaue Zahl s. B. Ghron. III 305.
3} YgL ebend. U 125.
4) Es war diess ein neuer Zusug von Basel su dem bereits vor BU-
mont stehenden Belagerungsheere; s. ebend. n 276 u. 278, auch V 515 ff.
5) Dieses Datum steht in der Hs. als Zusatz zu Etterlins Berieht
über diesen Vorfall.
6) Zusatz zu Etterlins Bericht.'
7) Ueber diesen Keformationsyersuch s. Karl Burckhardt, L d. Mit-
theilungenVIII 18 ff., und ygl. unten die Spätem Aufzeichnungen bei Schnitt.
8) Der Krieg um die hurgundische Erbschaft, zwischen MaTimilian
und Ludwig XI, war nach dem Waffenstillstand Tom 11. Juli 1478 schon
im Juni 1479 wieder ausgebrochen und währte fort bis 1482, wo am 23.Dec
der Friede yon Arras geschlossen wurde; s. Lichnowsky, Gesch. d. Hauses
Habsburg VIII, Reg. No. 89 u. 176.
Beilage UL 287
ni.
Zerstreute spätere Einträge in Berlingers
Etterlin.
Zu den spätem Einträgen in Beilii^ere Etteilin gehören neben
a Annalen EunAcliet einige lateinische Notizen aus dei Oeachichte
Jterthame '). Hiezu benatzte Berlinger znerat hinten die Bl&tt-
r des gedruckten Registers von Etterlina Chronik, wo diese
en unter der Ueberschrift >Nota< mit der Eroberung von
beginnen. Ihre Fortsetzung hingegen Enden wir Tom auf
' bis 32, wo sie mit Tarquinius Superbas schliessen. Weitet
folgen auf Bl. 33'' n, 34 einige auf Breisach bezflgliche Nach-
n in deutscher Sprache, dann wieder lateinische aber den Bau
itiassburger Monsters, und ferner auf Bl. 35 noch Einiges ans
Item Papstgeschichte. Wie die Nachrichten Ober den Sttass-
I Monsterbau, so weisen auf diese Stadt auch drei lateinische
en aus dem Burgunderkriege, die sich als Zusätze zum ent-
senden Text EtteiUns auf Bl. 84'', 86'' u, 87 finden. Zwei
che Aufzeichnungen auf Bl. 11^ n. U\ z. J. 1282 u. 1376,
e wir Tormals den OrOssem Basier Annalen zugewiesen hatten^],
len bei genauerer PrOfung doch nicht dorthin zu gehOten, da
[nit aiabiscben Ziffern geschriebenen Jahizahlen sie als spätere
Ige kennzeichnen. AuBseideni bemerken wir von Berllngers
drei veieinzelte Einträge z. J. 1514, 1531 u. 1551, auf Bl.
110 n. S^. Von rerschiedenen späteren Händen aber folgen
• auf Bl. 120'* noch einige Nachrichten z. J. 1574 n. 1623.
der letzten dieser Hände bemerken wir am Fuss der Seite
die halb verwischten Worte: .... iLutenhurgei, bürget tu
P im jähr 1601'[?]. Wir haben also hier ohne Zweifel den
meines spätem Besitzers des Buches; doch sind damit die spätem
ksftle von Berlingers Ett«rlin noch keineswegs anfgehellt.
Die oben erwähnten Notizen aus dem Alterthum und aus der
geschichte glauben wir hier abergehen zn dürfen, obschon wii
7eltchionik nicht kennen, aus welcher sie stammen mOgen.
btigen Aufzeichanngen hingegen, so unbedeutend sie zum Theil
sind, lassen wit alle hier folgen.
[33*] Zur Eroberung Mailands durch Friedrich I:
Disei keysei bracht ouch mit im vod Meylandt die swen (t»9
gea Gervanum und Prothasium, die blibent zu Biytaoh*),
1} Vgl. B. Chron. V «69.
t) S. ebend. 8. 17 u. 37, und vgl. oben S. 341, A. 4.
}] Vgl eine ähnliche Notis in B. Chton. IV 327, A. 4.
288 Qrötaere Baaler AniuJen.
f&it Reinaldolff der ertsbisohoff lu Cdln^) dahin uff dem
Kyn.
(18S1) [34] Anno 1340 hat keyser Ludwig Brysach und andere
stett dem loblichen husz Osterrioh versetst').
1185 Anno 1185 ward Brysach umbiogen mit einer ringmure'). i
[11^] Albrecht der erst hertzog su Osterrich ist von sinem
vatter küng Ktidolffen 2u gewaltigem gesetzt über das land
(12S2) Osterrich, anno 1291^). Und sin gemachel was ein hertiogin
von Kernten B), die gebar im 11 kinder.
(1376) [46^] Anno domini 1386 schl&g man zu Basel pfennig, k
die hiesz man mAtli*).
1277 [3 4] Tunis Argentoratensis ecolesie anno Christi 1277 incepta,
1365 et postea anno domini 1365 usque ad galeam consummata est^j.
735 Eto Augiensis abbas, Argentine episcopus factus, coeno-
bium nominis sui Ettenheim oonstruxit anno domini 735®). n
(1473) [84^] Petrus de Hagenbach Argentoratensibus et Basilien-
sibus superbissime scripsit: quod non opus haberent senatu et
consulibus, quos eligerent ex sartoribus et sutoribus; nam ipae
mox relit adesse et sistere presidem, qui neo sartor nee cal-
oearius esset*). ^
3. 1340 in der Hi. nftditriglidi eonigltrt au 1140. 0. Hb.: 21 kmd«r.
19. Hfl.: 1305.
1) Reinald yon Dassel.
2) Diese Verpftndiiog geschah 1331; s. Thommen, Urk. I 212.
3) Vgl. hiesu die Urk. yom Juli d. J., bei Trouillat I 399, und An-
nales Marbacenses, Mon. Qerm. 8. S. XVII 16.
4) Diese Belehnung erfolgte schon 1282.
5) Elisabeth, die Tochter Qraf Meinrads von Gön und Tirols weldier
1376 Statthalter und 1386 Hersog von Kärnten wurde; s. Grote, Stamm-
tafeln S. 53.
6) Diese Münze erscheint in Basel schon 1376; s. im Wochenrech-
nungsb. S. 505 die Frohnfastenrechnungen yon 1376. Sie galt so yiel als
ein Heller; s. den Münzvertrag yon 1387, im B. Urkb. Y 102.
7) S. Königshofen IX 722.
8) Ettenheimmünster, in der Ortenau, wurde allerdings um 735 ge-
gründet, jedoch yom damaligen Bischof Witgem. Wohl aber wurde duieb
Bischof Eddo dieses Kloster um 763 erneuert; s. ebend. S. 750, A. 4.
9) Vgl in B. Chron. HI 373 ff. Basels Beschwerden gegen Hagenbadi.
wo zwar kein solcher Brief, doch manche sonstige Drohung dieser Art er
wähnt wird.
Beilage III. 289
[87] Cum in superiori Burgundia in Ellekurt et aliis op- (i474)
pidis exercitum equestiem haberet Caiolus, in dies iriumpentem
in SongauTiam et depredantem, Argentoratenses cum aliis con-
federatis Ellekurt oppugnant et occupant, antehac occisis Bui-
sgundionum duobus millibus^].
[86^] Dux Lotheiingie Reinhaidus, cum sibi quoque metu- (i475)
eret a Carolo, petiit in fedus recipi. Quo tempore Carolus
Burgundie dux totam Lotharingiam, excepta civitate Nanse,
invadit. Sic Reinhardus ad arcendum malum vicinum et ad
lü defendendam hano patriam in fedus recipitur^), et per oon-
federatos illi auxilium decernitur.
[44^] Anno 1514 profesto sancti Sebastiani^] hora 7. post^^^^^
meridiem fuit Basilee terremotus satis validus.
[110] Anno domini 1531 mense februarii in littore HoUan- ]^^\
5 die non longo ab Herlemo^) mare piscem ejecit mortuum, qui
long^ fuit pedibus 68; crassitudini ejus, qui viderunt, 30,
oris hiatui 13 pedes tribuunt.
[8^] Im 1431 jor wart das räthusz zu Mülhusen gebuwen^]. 1431
Anno 1551 ist es wider verbrunnen. Des selben järs hatissi
» mans wider angfangen buwen.
[120^] Anno 1574 den 30. mey. ist küng Carolus der 21*1^3^
mündt von Franckreich gestorben, nachdem er dreysächen jar
regierdt hatt.
Nach Christi geburt 1623 ist ein erschreckenlige deirung 1623
5 gewesen, da ein viertzel körn 28 pfundt gulten hatt, und ein
}% Hb.: 1513. 17. Hb.: oris hiattts. 21. Das Folgende von Bpiterer Hd.
24. Das Folgende Ton andrer Hd.
1) Uebei diesen Zug, im Noy. 1474, s. B. Chron. II 116 f. u. V 511.
2) Am 18. April 1475; s. ebend. Y 510, A. 5.
3} Vgl. ebend. I 20 u. V 199, auch unten Ertzberg z. J. 1514. Alle
diese Berichte setzen dieses Erdbeben auf St Sebastians »Tag«, also auf
den 20. Januar 1514.
4) Harlem.
5) Diese Notiz z. J. 1431 stammt aus der Mülhauser Chronik bei
Adelb. Meyer, BI. 30^; s. Mossmann, Cartulaire de Mulhouse III 534, und
Tgl. unten die Einleitung zu Adelb. Meyer. Das Folgende hingegen, z. J.
1551, ist Zusatz von Berlinger.
Baaler Chronikon. YI. 19
290 GrÖBiere Basler Annalen.
küpflein saltz ein halben gülden, und ein pfund ancken
5 blapert^).
Aber uff die selbige zeit ist ein schwährer krieg gewesen
zwüschen hertzug Leoboldus und dem graff von Mansfelden^).
Nach Christi gebuit 1 623 ist die schreckenliche dürung s
gewesen, da ein iiertzel körn 30 pfund gulten hatt, und das
küpflein saltz Yj gl*i ^^^ ^^^ pfund. ancken 6 batzen^).
5. Dm Folgend« tob uidrer Hd.
1) VgL Joh. Qrosfl, Kurse Basierchronik, S. 248, ferner unten gani
dieselbe Nachricht, nur yon andrer Hand.
2) Leopold V, Kaiser Ferdinands II Bruder, und Graf Ernst tod
Mansfeld, der damals in Niedersachsen kämpfte.
3) Dieser Preis stimmt sum obigen Butterprds Ton 5 Flappart; denn
10 Flappart oder 12 Batien galten gleich viel, nftmlich 1 Pfund Geld.
VI.
Die Spätem Au&eiclmiingen
bei Schnitt
1400—1487.
19*
Einleitung.
iNeben der Anonymen Chronik und den Gr. Basler An- üebenieht
naien enthält Schnitts Handschrift, wie wir früher sahen, aus
unbekannter Quelle noch eine Keihe von Nachrichten, welche
mit grössern imd kleinem Unterbrechungen den Zeitraum von
5 1400 bis 1487 umfasst^). Von jenen zerstreuten Nachrichten
des XY. Jahrhunderts, welche wir schon oben als Beilage zur
Anonymen Chronik haben folgen lassen'), unterscheiden sich
diese schon dadurch, dass sie nicht zum ursprünglichen Bestände
der Hs. gehören, sondern, zu jenen spätem Einträgen, welche
icvon Schnitt mit blasserer Tinte erst nach 1537 hinzugefügt
wurden 3). Soweit der Raum es gestattete, wurden sie zwischen
den alten Inhalt der Hs. jeweilen beim betreffenden Jahr ein-
geschaltet. Wo sie jedoch zu umfangreich waren, wie z. J.
1480 — 1485, da wurde der nöthige Raum durch Einheftung
15 eines Doppelblattes geschaffen^). Einige Nachrichten z. J. 1459
u. 1487 hingegen, welche nicht so umfangreich waren, für die
aber an richtiger Stelle sich kein Raum mehr fand, wurden in
der Hs. erst weiter hinten eingetragen. Doch wurde hiebei
nicht versäumt, an der richtigen Stelle auf dasjenige Blatt zu
20 verweisen, wo sie zu finden sind^).
Von diesen Aufzeichnungen ist uns einzig derjenige Theil, ^£^^^°'
welcher die Jahre 1439 bis 1445 betrifft, noch in einer andern
Hs. erhalten, nämlich bei Cosmas Ertzberg^), und zwar besser
1) S. oben S. 173.
2) S. oben S. 224 ff.
3) S. oben 8. 166.
4) Bl. 328—329; g. oben 8. 171.
5) Weil zur Nachricht von der Wallfahrt nach Mont St Michel die
Jahrsahl 1459 schon in Schnitts Vorlage entstellt war in 1449, so steht in
der Hs. die betr. Verweisung bei letzterm J«Jire, d. h. auf Bl. 320; die-
jenige z. J. 1487 hingegen s. Bl. 331.
6) S. unten die Einleitung zu Ertzberg.
294 Späteres bei Schnitt.
und Yollständigei als bei Schnitt. Auch für die übrigen Theile
jedoch dürfen wir von unserm Compilator schon deshalb keine
Vollständigkeit erwarten, weil er aus seiner Vorlage jedenfalls
alles wegliess, was er schon vorher in seinen sonstigen Quellen
gefunden hatte. Aus eben diesem Grunde sind auch von ein- s
zelnen Nachrichten nur noch Bruchstücke vorhanden, die sich
an den altern Inhalt der Hs. als Zusätze anschliessend).
deneTb«^. Halten wir uns an das Vorhandene, so finden wir sunächst
von 1400 bis 1438 nur ein einziges Datum »uff den 18. decem-
bris«, und dieses ist nachweisbar entstellt aus: 18 kal. decem-io
bris^j. Diesem ersten Theile lag also jedenfalls ein lateinischer
Urtext zu Grunde, während in den folgenden Theilen keine
derartige Spur mehr zu finden ist. Von 1439 bis 1487 hin-
gegen sind die Daten häufig und lauten hier durchweg nach
Heiligen- und Wochentagen. Da jedoch einzig die Nach-u
richten von 1439 bis 1445 auch bei Ertzberg sich finden, so
muss wohl für das weiter Folgende ein andrer Verfasser vor-
ausgesetzt werden. Wir haben mithin, so gering auch der
Gesammtumfang ist, doch mindestens drei verschiedene Theile
zu unterscheiden, nämlich einen ursprünglich lateinischen von »
1400 bis 1438, einen zweiten von 1439 bis 1445, den auch
Ertzberg hat, und den dritten, der bis 1487 reicht und nament-
lich von 1480 an ausführlicher ist als die frühem.
Weiter gehört in der Hs. S zu den spätem Eintragen noch
jene schon früher erwähnte und auch in der Beinheimischen s
Hs. erhaltene Beschreibung der ehemals üblichen Bräuche bei
der alljährlichen Bathswahl vor Johannis und beim Bezüge
des Martinszinses, welche erst 1521 und 1524 abgeschafft wur-
den ^j. In Kücksicht auf die Eigenart dieses Schriftstücks
jedoch, welches über ein Menschenalter jünger ist als die letz- se
ten jener frühern Au&eichnungen, glauben wir dasselbe ge-
sondert geben zu sollen und lassen es daher hier nur als
Beilage folgen.
So verschiedenen Ursprungs nun bei jenen Nachrichten
des XV. Jahrhunderts die einzelnen Theile sein mögen, so»
stellen wir sie in der vorliegenden Ausgabe immerhin zusam-
men als ein Ganzes, das von 1400 bis 1487 reicht, und welches
wir zum Unterschied von der gleichfalls nur bei Schnitt er-
haltenen Anonymen Chronik als »die Spätem Aufzeichnungen
1) S. unten S. 296, i. J. 1426, und S. 300, z. J. 1480.
2) S. unten S. 296, s. J. 1402.
3) S. oben S. 76 u. 172.
Einleitung. 295
bei Schnitt« benennen können. So gering auch dei Umfang
ist, 80 enthält doch namentlich der letzte Theil verschiedene
beachtenswerthe Abschnitte, und schon früher sahen wir, wie
z. B. der Bericht über den misslungenen Concilsversuch von
s 1482 durch Jakob Burckhardt in seiner eingehenden Dar-
stellung dieses tragischen Ereignisses verwerthet wurde ^).
Da die Nachrichten von 1439 bis 1445 bei Ertzberg besser Anagabe.
erhalten sind als bei Schnitt, so legen wir in der vorliegenden
Ausgabe für diesen Theil der Au&eichnungen die erstere Hs.
10 zu Grunde 2). Zur Unterscheidung setzen wir vor jeden dieser
Abschnitte ein eingeklammertes E, während wir beim übrigen
Text einfach die Blattzahlen von Schnitts Hs. angeben. Die
wenigen Ergänzungen aber, welche Schnitt für die Jahre 1439
bis 1445 zum Ertzbergischen Texte bietet, unterscheiden wir
15 alle durch eckige Klammern. In denjenigen Theilen, für
welche Schnitts Hs. die einzige Grundlage bildet, ergänzen wir
an den fragmentierten Nachrichten von 1428 und 1480 das
Nöthigste in Cursiv aus dem in der Hs. vorausgehenden altern
Texte. Ein anderes Bruchstück hingegen, das in der Hs. sich
20 z. J. 1462 an den Bericht der gedr. Augsburger Weltchronik
über die Schlacht bei Seckenheim anschliesst, glauben wir in
unsrer Ausgabe gänzlich übergehen zu dürfen, da es nur ein
Yerzeichniss der Gefangenen enthält und zwar genau dasselbe,
welches in Kremers Geschichte Friedrichs des Siegreichen
25 schon längst gedruckt ist'). In den wenigen Abschnitten von
1439 bis 1445, für welche Ertzbergs Hs. die Grundlage bildet,
behalten wir auch dessen Kechtschreibung bei, und für diese
verweisen wir auf die Einleitung zu Ertzbergs sonstigen Auf-
zeichnungen. Für die aus der Hs. S stammenden Abschnitte
30 hingegen gilt durchweg dasselbe, was schon früher zu Schnitts
Rechtschreibung bemerkt wurde ^).
1) S. oben S. 174.
2) Die betr. Abschnitte nehmen in Ertzbergs Hb. S. 64 — 65 ein; s.
unten die Einleitung xu Ertsberg.
3) Vgl Bl. 322b der Hs. mit Kreme; S. 277.
4) S. oben S. 107 ff.
1400 [296^] Anno 1400 machten die von Basel ein pundt mit
Bein und Solluturn, 20 jar lang^], und 8chriben einanderen:
truw lieb eidgnossen.
KoT.^ [^^'^] ^^^^ ^^^^ ^^ d®^ ^^' ^^' decembris') was ein
grosse uffrür su Basel von wegen der mints^).
1404 Anno 1404 wurden alle beginnenhusser abgethon z& Basel
durch eines Predigermunch predigen, genant bruder Hans von
Mulburg^); dan er stettigs wider die füllen bettler prediget.
1428 [304^] Anno 1428 kam ein grosser erdbtdem zu Baselj das
die ziegel ah den decheren ßeleni^ und fil kemmy zerbrach.
Und fiel dasE cruts im munster uff sant Gallen thur^) herab,
und geschach den Barfusseren grosser schaden.
1438 [306] Anno 1438 galt ein viertzel dinckel 4 Ib 4 s., ein
viertiel rocken 6 1b, ein viertzel habren 2V2 Ih^), ein sester
11. Hb.: Mut O&Uen thnrn. IZ Et.: gesdiMli Burftuxeren groaMB sdiAAeiL
1) S. die Urk. vom 23. Jan. 1400, im B. Urkb. V 290 ff.
2) Das« dieses Datum im latein. Urtext »18. kalendas deoembris«
lautete (14. Nov.), ergibt sich schon aus Wurstisen S. 204.
3) Ueber die tieferen Ursachen dieser Bewegung, su welcher die Aen-
derung der Münse nur den äussern Anlass bot, s. Heusler 8. 375 ff., femer
August Burckhardt, i. d. Beitragen XV 414 ff.
4) Ueber Johann von Maulburg und seinen Streit wegen der Beginen
B. Wurstisen S. 201 ff. u. 205 ff., femer B. Chron. V 537, auch Gerungs band*
sehriftL Chronik, Bl. x.
5) Bis hier gehört in der Hs. dieser Abschnitt noch zu den alten Ein-
trägen imd stammt aus dem Bericht des Anonymus bei Appenwiler über
das Erdbeben yom 12. Dec. 1428; s. B. Chron. IV 436.
6) In den Ecken zwischen dem Chor und den beiden Querschiffen
weist das Münster allerdings noch jetzt den Unterbau zweier Ostthürme
auf, und somit wäre unter »sant Gallen thum«, wie die Hs. hat, der nörd-
liche dieser Thürme, neben der Galluskapelle, zu yerstehen. Jedoch bleibt
es sehr fraglich, ob diese zwei Thürme jemals ausgebaut wurden; s. Stehlin,
Baugeschichte des Basler Münsters, S. 33. Es liegt daher die Annahme
viel näher, dass hier »thum« entstellt sei aus »sant Gallen thur<, ujad dass
mithin nur das Kreuz auf dem Giebel über der GaUuspforte gemeint sei
7) Die hier angegebenen Getreidepreise traten erst im August dieses
Jahres ein, in Folge der Missemte, und währten bis zur Ernte Ton 1439;
Ygl. B. Chron. IV 46 u. 52, auch V 428 u. 477, ferner Gemng BL y.
1400—1440. 297
räben 1 s. 2 d., ein sestei zybelen 1 s,, ein sester erbis 8 s.,
ein sester linsy 7 s., ein sester bonnen 9 s., ein sester hanff-
sommen 11 s., und ein masz landtwin 10 d., und ein masz
Eissesser i s. 4 d.^).
5 Anno 1439 uff Bamabe^) giengen die von Basel mitt crutz j^^j2)
zu Unsrer Frouwen insz Thotmaus^), mit 1000 menschen. Dar-
nach an sant Alban tag giengent die usz der Kleinnen stat Jou 21
Basel ouch in das Thotmasz mit crutz, wol mit 200 menschen.
[£] Anno im 1439 uff fritag vor Margarethe giengen dieJuuio
i')Ton Basel zu Unser Frowen gon Einsidlen, wol mit 1000 mön-
sehen ^) und mit 24 priestern, mit zweyen crutzen; eins trüg
man den mannen, und das ander den frowen vor. Giengen
den ersten tag gon Seckingen [hat yeder priester ein mesz],
den andern gon Brück [hielt man ouch mesz] den dritten gon
IS Zürich, und den vierden gon Einsidlen^), all so ernstlich, das
es yederman erbarmt^). Und empfieng sy der abbt^) mit dem
heylthüm und grosser wirdikeit. Und die von Zürich t£ten
den luten und empiiengen sy fruntlich, arm und rieh, und
schanckten yederman all gsellschafften^).
20 [E] Anno im 1440, am mentag nach Jude nach demoet?3i
herbst*), da die von Zürich und Switz uneinhCIig wären, und
die von Zürich mit vil volks an den Spicher ^^j füren, da zugen
die von Switz ussz^^] mit andern Eidgnossen. Uff das fftren
S. Hf.: gi6A6B. 6. Hb.: mit XM mensoheii (stoti M). 9. Ueb^ncluift in E:
Alt gMebiehtes, abgesehiiben. 20. E: bmIl Judica. In 8 fehlt dieser Absehniti
1) Zu diesen Weinpreisen vgl. Baaler Chron. V 477 u. Qerun^ a. a. O.
2) Genauer am Tage nach Bamabas, nämlich Freitags den 12. Juni;
s. im Hufb. I 103^ den Ruf von Mittwoch dem 10. Jimi 1439. lieber diesen
Bittgang und seine Veranlassung, die Fest, s. B. Chron. IV 252.
3) Todtmoos bei St Blasien im Sohwarzwald, 8 St von Basel.
4) Das scheinbar genauere »1400 homines«, wie B. Chron. IV 253 hat,
ist yermuthlich verschrieben aus 900 (XIIIIc aus Villi <:).
5] Diese letzte Tagereise geschah wohl theilweise zu Schiffe, über
den 8e&
6) Dass es jedermann rührte.
7) Kudolf Yon Hohensaz; s. Mülinen, Helvetia Sacra I 80.
8) D. h. soweit sie den Baslem bei der Mahlzeit Gesellschaft leisteten,
hielten sie dieselben frei.
9) An diesem Tage begannen zwischen Zürich und Schwyz die drei-
tägigen, doch erfo^losen Unterhandlungen der Vermittler, zu denen auch
eine Gesandtschaft Basels gehörte; s. Klingenberg S. 264.
10) Speicher oder Ff&ffikon am Zürchersee.
11) Nach Abbruch der Unterhandlungen begannen am 2. Not. beid-
seitig die Feindseligkeiten; s. Klingenberg S. 265.
298 Späteres bei Schnitt.
die von Zürich wider heym^). Und min herren von Basel
hatten grosz arbeit, das sy den krieg richteten, und ward
gericht^).
lUaz^l [^] Anno 1441 uff reminiscere^) sohwürent die von Basel
ein punt mit den von Bern und Solothorn, hie asu Basel. Des»- &
glichen schwüren sy zu Bern und ze Solotorn uns euch, in
bywesen unser hotten. [Und schriben einanderen: truw lieb
eydgnossenj.
▲og.^ [^] Anno 1443 an sant Laurentzen tag da zugent die
von Basel für Louffenberg, und Iftgen 14 tag darvor^}, ouehi«
die von Bern und Solothorn. Ward gericht, das die von
Louffenberg den von Basel, Bern und Solothorn 10 000 gülden
für den costen, und den von Basel für das, so inen genommen
was, 1 tusent gülden geben selten^).
A^g^ [E] Anno 1445 an zinstag vor sant Oswalds tag zugendie^^
von Basel in das Briszgouw, und waren by 600 man von Eid-
gnossen by inen*). Und zugen für Nuwenburg, da nomen sy
by 300 houpt vich. Da dannen gon Heitterszhein, lagen sy
über nacht. Darnach gon Krotzingen, da brauten sy dry
d&rffer^), ward fyent geschruwen. Damach zugen sy gon3>
Kilchoffen^). Da was hertzog Albrecht von Oesterrich mit
1) Naobdem am 4. Not. Uri und Unterwaiden den Schwyzera sieb an-
geschlossen, erfolgte am 5. der Hücksug der Zürcher; s. Klingenberg S. 266.
2) Auf die frübem, am 2. Not. abgebrochenen Unterhandlungen folg-
ten Tom 12. bis 18. Not. neue, die einen Frieden herbeifübrten. Doch der
endgUtige Vertrag kam erst am 1. Dec. zu Stande; s. Eidg. Absdi. n 143
u. 773 ff.
3) Der Bundeabrief ist Tom 2. Man ; 8. B. Urkb. VII 1 ff. Das Datum
»uff reminiscerec (12. Man) mag sich jedoch auf den Schwur beliehen.
4) Bis zum 23. August, wo der nachfolgend erwähnte Vertrag ge-
schlossen wurde. Ueber diesen Zug Tgl. unten Adelb. Meyer s. J. 1443,
ferner Klingenberg S. 327 ff. und Schillings Bemerchron., Ausg. ron TL t.
Liebenau und W. F. t. Mfllinen, S. 41.
5) Diesen Vertrag, Tom 23. August, s. B. Urkb. VII 24 ff. — SUtt
dieses Abschnitts hat S auf Bl. 307 als spätem Zusatz zum entspr. Beridt
Etterlins über diesen Zug die irrige Angabe: »Und was deren von Basel
houptman her Hans Bremenstein oberister zunfftmeister.« Im amtlichen Ver*
zeiohnisB der damaligen Hauptleute jedoch findet sich dieser Name nicht,
und zudem wurde Bremenstein erst 1457 Oberstzunftmeister; s. libef
DiTcrsar. Herum, Bl. 86*».
6) Von Bern und Solothum. Ueber diesen Zug TgL B. Chron. IV 187ffM
276 ff., V 286 ff., 376 ff. u. 490.
7) Ueber diese 3 Dörfer s. ebend. IV 190, A. 1 u. 3, und TgL IV 276,
V 287 u. 490.
8) Auf denBnnd der 3 Dörfer folgte Ton Seite der Basler kein Trmteree
Vorrücken gegen die feindliche Stellung bei Kirchhöfen, sondern sie bliebes
bei Krotzingen stehen, um hier den Angriff zu erwarten ; s. ebend. IV 189-
1441—1449. 299
siner macht, halt den Kirchoff inn, und den Reinberg^) ouch
inn. Da zugen die von Basel gegen im in das veld, sttinden
da wol dry stund und warten ir; da weiten sy nit von dem
berg^). Stiessen sy an wol 18 ddrffer'), brannten die, ob es
i sy mflgen w51te, das sy zu inen kämen. Komen aber nit, sun-
der lügten einander an. Da zugen die von Basel heym, und
brannten Oetliken die wierburg^), was Juncker Adelbergs von
Berenfels<^].
[E] Anno im 1445 uff sinstag nach unser lieben &owen ^^^ ^^
} tag se mittem ougsten zugen die von Basel gon Rinfelden für 8«pt i4
die barg, und Iftgen davor bisz uff des heiligen crutz tag. Da
gaben sy das uff, das man sy mit der hab liesz abziechen®].
[316^] Anno 1446 am nechsten mitwftchen nach dem |^ 28
wiennechtag wasz der Birseck also grosz, das er 6 husser am
< Fischmarckt niderwarff 7).
[323^] Anno 1449 hat her Hans von Falckenstein das 1449
schlosz Yarnsperg^) hertzog Albrechten von Oesterrich umb
armüt willen verpfendt^) und das selbig gelt mit sinner bül-
schaff, einer von Hagenbach i<^), zu Seckingen verzert.
7. S: und TerbnuiieB Oetlincken, and was deren Ton Basel honptnaa her Amoldt TOn
Berenfele ritter bnrgermeirter. 17. Hb.: Yamsper.
1) Die Höhe östlich yon Kirchhöfen.
2) D. h. beide Parteien stunden sich 3 Stunden lang unthätig gegen-
über, indem die Oestreioher ihre yortheilhafte Stellung nicht aufgaben, die
Basler aber sie in derselben nicht angreifen wollten; s. B. Chron. a. a. 0.
3) So yiel verbrannten die Basler im Ganzen, mit Einschluss der schon
erwfthnten 3 Dörfer; s. ebend. IV 190, A. 6, und vgl. V 376 u. 490.
4) Ueber jiieses Schloss, das sie auf dem Heimweg erst folgenden Tags
(5. August) erreichten, s. ebend. IV 192, A. 5.
5] Ueber ihn s. ebend. Die Fassung dieses Schlusses in S (s. Varian-
ten) ist jedenfalls irrig. Denn Arnold v. B., ein Bruder Adelbergs, war
einer jener am 10. April d. J. aus dem Rath ausgeschlossenen Lehenträger,
welche erst im Not. in ihre Aemter wieder eingesetzt wurden ; s. ebend. V 264.
6) Ueber diese Belagerung vgl. ebend. IV 193 ff., 259 ff., V 289 ff.,
377 ff. u. 490.
7) VgL Jahrrechnungsb. lU 426. Ueber zwei dieser Bäuser, deren
leere Hofstätten der Rath 1472 u. 1479 zur Allwende kaufte, s. B. Urkb.
Vni 333 u. 457. Alle 6 lagen zweifellos auf den dem Birsig zugekehrten,
jetzt abgetragenen Seiten der Kronen- und Schwanengasse. Laut gefl.
Mittheilung von Dr. Karl Stehlin wurde ihr Areal erst im XVII. Jahr-
hundert aufs neue mit Wohnhäusern überbaut.
8) Ueber diese Burg s. oben S. 232 ff.
9) Ueber diese Verpfändung und über den schlechten Haushalt Hans von
Falkensteins s. Birmann im B.Jahrbuch 1882, S.87 ff., femer B.Urkb. VIU 327.
10) Vermuthlich eine Tochter Antons imd Schwester Feters v. H., des
nachmaligen Landvogts.
300 Sp&teres bei Schnitt.
1459 Anno 1459 hat her Thoman von Falckenstein ^j von heitsog
Sigmunden von Oestenich^) durch hilff her Blarquarden von
Baldeok ritter^), domallen vogt zfi Vamspeig, das schloa
Varnsperg widerumb zu handen bracht^).
U49(?) [450] Anno 1449 in dem sumer^) erhüb sich s& Muiten,
zh Erlach, Nuwenburg und ser Landeren ®j, und daselbens nmb.
ein geselschafft von jungen knaben, bjr 8 und 9 jaren und bisz
in 11 oder 12 jaren alt, ungefarlich ob 150 knaben, mit einnem
fenly, trftg ein junger knab, und zoch durch Franckreich in
Normandi zu Sant Michel, wider irer eiteren wussen und
willen. Und vermeinten die eiteren, so sy es understunden
züi weren, das die kind stürben. Also zochen die knaben
durch die land, und wurden von mencklichem wol- entpfangen
und gehalten, und hatten ouch in den stetten ein grossz zu-
louffen und uffsechens, und kämmen alle gesimd und frisch
wider heim^).
Äug^t [326^] Anno 1474 uff domstag vor Lorentziy liessen die
von Basel ein hannen verbrennen s) uff dem Kollenberg, der
hat ein ey geleit. Und wardt das ey ouch verbrant; dan man
voroht, esz wurd ein wurm darusz, Und der hencker schneid;
den hannen uff und fand noch 3 eyer in im ligen^j.
Angl^S [327^] Anno 1479 uff sontag nach Bartholomey, nach
mittag umb die 6. stund, verbrand zu Louffenberg 120 husser
und 15 menschen ^<)).
H80 [330] Anno 1480 thett der Bin grossen schaden^^); und
10. Hb: in Nonnaadm. 15. Hs: feflond nnd frist
1) Zu dieser Auslösung war Thomas durch seinen Bruder Harn lehos
1455 ermftohtigt worden; s. Boos, Urkb. III 933 ff.
2) Diesem hatte 1450 sein Vetter Albrecht die ▼orderOstreichischcn
Lande abgetreten.
3} Sein Bruder Hans v. B. war mit Thomas v. F. verschwägert; s.
B. ürkb. VIII 505.
4) Vgl. Brückner XVIII 2131.
5) Laut der Kölhoffischen Cölnerehronik währten die Knahenwall-
fahrten nach Mont St Michel nur von 1455 bis 1457; s. Chron. d. d. Städte
XIV 799. F\^r die obem Rheinlande jedoch begannen sie erst gegen Ende
1457; s. B. Chron. IV 330, A. 4, femer Oerung Bl. y. Die Jahnahl 1449.
wie die Hs. hat, erscheint daher sehr fraglich.
6) Landeron am Bielersee.
7) Nicht so günstig lautet der Bericht bei Gerung a. a. O.
8) Er wurde vorher getödtet; vgl. B. Chron. II 102.
9] Vgl. ebend.: alia duo ova.
10) Vgl. ebend. V 527.
11) In der Hs. schliesst sich das Folgende als Zusats an einen Ab-
schnitt über die Rheingrösse vom Juli 1480, der aus dem Anonymus bei
Schnitt und demjenigen bei Ertzberg compüiert ist; s. oben S. 232.
1459—1480. 301
sohwalt sich hindersich ubei den Kornmerok bisz zürn Gleyen ^].
Und für die brugk zu Keyserstül und ze Louffenberg, Seckingen,
Rinfelden hinweg^).
[328] Anno 1480 uff die liechtmesz^) wurden die closter-JJJ^
frouwen zft Clingental zu Minderen Basel usz irem oloster ver- ^ebr. 2
triben und uszgestossen durch die Predigermunch ^) zu Basel,
mit hilff hern Fetter Botten burgermeisters zu Basel ^]; und
ward bemelt closter zu Clingentall mit anderen closterfrouwen
Predigerordens von der observantz besetzt*).
Also die vertribnen und uszgestosznen &ouwen enthielten
sich ettlich zu Sittzenkilch in des Margraffen land^), ettliche
XU Werr^jy ettliohe by iren frunden; und zu lest sind sy all
zusammen kommen gon Mulhussen^). Do haben sy sich nider-
gelann und da beharret, bisz das sy wider genn Basel kom-
men sindt. Do warend sy sechs wuchen an einem offnen wirt,
mit namen zum Storchen ^^j, bisz zu end der sach.
Disse ding kommen für die, so von alterhar dem closter
Clingentall verwandt warendt, nämlich für hertzog Sigmund
1) Das Hans >sum Qleyen« (zur Schwertlilie), später »zur Klayen«
genannt, bildete einen Theil des jetzigen Hauses No. 1 der Gerbergasse.
Sonstige Berichte erwähnen nur die Ueberschwemmung des Fisohmarktes;
8. B. Chron. V 531. Diese Wassersnoth am Kornmarkt mochte jedoch in
dem gleichzeitigen Anschwellen des Birsigs ihre Ursache haben.
2) Vgl B. Chron. a. a. O.
3) Ueber die Reformation von Klingenthal, ihre Ursachen und den
darüber geführten Streit s. Karl Burckhardt, in den Mittheilungen VIII 15 ff.
Nachdem die bisherigen 37 Nonnen wegen ihres Widerstandes schon am
10. Januar waren verhaftet worden, kam am 28. ein Vergleich zu Stande,
worauf sie Montags vor Lichtmess, am 31. Januar, das Kloster verliessen;
s. ebend. S. 19 ff.
4) D. h. durch den Provinzial des Predigerordens in Deutschland,
Jakob Ton Stubach, welchem Sixtus IV die Reformation dieses Klosters
aufgetragen hatte; s. ebend.
5) Die Reformation geschah hauptsächlich auf Betreiben des Raths,
der sich schon seit 1459 beim päpstlichen Stuhl hiefür verwendet hatte;
s. ebend. S. 16 ff. Ueber P. Rots Betheiligung s. ebend. S. 19.
6) Der neue Convent von 13 Nonnen aus dem Kloster Engelspforten
zvL Gebweiler hielt seinen Einzug schon am 13. Januar; s. ebend. S. 20.
7) Zu Sitzenkirch, bei Kandem, war ein Frauenkloster.
8} Zu Wehr, 6 St. östl. von Basel, war bis 1273 der ursprüngliche
Sitz des Klosters Klingenthal, und von jener Zeit her besass es dort noch
ansehnliche Güter.
9) Im März 1482; s. Eidg. Absch. UI 1, S. 116.
10) Im Gasthof d. N. an der jetzigen Stadthausgasse. Dieser Aufent-
halt föllt in den Sept. und Oct. 1482; s. K. Burckhardt a. a. 0., S. 29.
302 Späteres bei Schnitt.
von Osterrioh als leohter castvogt des closteis Clingentall^).
Der schickt graff Oschwalden von Dierstein domallen landvogt
zu Ensseszheim 2), margraff R&dolff her zft Rottelen, und gemein
Eydgnossen von allen orten ^j, mit namen her Hans Waldman
domallen burgermeister sft Zürich^), mit sampt der dostei- &
frouwen frundtschaffk. Do ward hin und wider in der sach
zwisohet beyden closteren getediget, das die Prediger allen
kosten und schaden selten ussrichten und zallen^). Und mftsten
die olosterfrouwen von der observantz wider usz dem cloetei
wichen <^); die kämmen all in her Fetter Rotten husz^. i^
Do das die Predigermunch hortendt, das der costen ubei
sy solt uszgan, da luden sy zft gast alle bottschafiten von dei
Herschafft und gemeinen Eydgnossen^], [328^] und beclagten
sich hoch und schwerlich, wie das innen der u%eleyt costen
zft unmessig grossem verderben irs closters stund, und mftchteni}
die conventbruder nit mer erhalten noch emeren. Also waid
von gemelten bottschafflben erkant und beschlossen, das yedei
15. Hl.: ifi onm« grossen ▼•rdsrben.
1) Ueber seine Parteinahme für die vertriebenen Nonnen s. K. Burek-
hardt S. 22 ff. Zum Kastvogt ernannten diese ihn erst 1483 ; s. ebend. S. 31.
2) Oswald von Tierstein ergriff schon im Not. 1480 Partei für die
vertriebenen Nonnen. Als östreiohischer Landvogt jedoch folgte er auf
WilheUn von Rappoltstein erst 1482^ und 1487 verlor er dieses Amt; s.
ebend. S. 24 ff., femer Eid^. Asch. III ], S. 127, und vgl unta
S. 305, A. 7.
3} S. K. Burckhardt S. 26 ff.
4) Waldmann henkelte Namens der Eidgenossen den am 12. Oct
1482 zu Neuenburg a. Rh. zwischen den Parteien vermittelten Ausgleich.
Auch war er als Gesandter auf dem Anfangs Oct. 1483 au Basel gehaltenen
Tage; s. Eidg. Absch. HI 1, S. 133 u. 165.
5) Auf den am 11. März 1482 zu Basel gefällten Schiedsprach der Eid-
genossen und Herzog Sigismunds, der schon ganz zu Gunsten der Ter-
triebenen Nonnen lautete, folgte am 12. Oct. d. J. der Vertrag von Neuen-
bürg a. Rh., und gestützt auf eine Bestimmung dieses letzteren forderten
hierauf die Ausgetriebenen vom Predigerorden, d. h. von dessen Kloster in
Basel, den Ersatz ihres Schadens und aller Kosten, deren Betrag sie auf
36000 Gl. berechneten; s. Eidg. Absch. HI 1, S. 116 u. 133, auch K. Burck-
hardt S. 27 ff.
6) Im Oct 1482; s. Burckhardt S. 29.
7) Er wohnte damals am Münsterplatz, im spätem Falkensteinerhof.
jetzt No. 11, laut gef. Mittheilung v. Dr. K. StehUn.
8) D. h. nach langen Verhandlungen über diese Streitfrage hieltec die
Gesandten der Eidgenossen und Herzog Sigismunds am 30. Sept 14^
neuerdings einen Tag zu Basel, der bis zum 8. Oct. währte, und wohl erst
damals erfolgte das hier erwähnte Gastmahl; s. K. Burckhardt S. 30 und
Eidg.Absoh.ini, S. 165 ff.
1482. 303
theyl den halben costen geben solt^j. Und ist dei cost, so in
disser handlung uffgeloffen ist, thüt 36 000 guldin.
Anno 1482 kam ein bischoff Predigerordens, mit namen i482
Andreas Craynensis 2), von Welschen landen 3) gon Basel. Der
5 selbig bischoff was wider den bapst Sixten des namens der
viert, von wegen sinnes ergerliohen huszhaltens, und linder-
stund ein gemein consilium wider den bapst Sixtum zu be-
rufen, uff das er abgesetzt und ein anderer bapst gemacht
wurde. Uff sollich bracht der gemelt bischoff von keysser
loFriderich dem drytten und von yil anderen stetten, cumunen
und pottentaten versiglette mandaten und brieff, das man ein
consilium sAlte halten^), nämlich in der stat Basel.
Alss nun sollich mandaten und brieff einnem ersammen
rath der stat Basel von dem bischoff uberantwurt ward, und
15 ein rath befand, das es des keyssers befeloh was, weiten sy
sich nit darwider setzend, sonder bewilgetten dem bischo^
sollichem sinnem befelch nachzukommen.
Also uff unser frouwen verkundung tag in der vasten xm 25
anno 1482 verkundt der ertzbischoff Craynensis im munster
20 zu Basel ein gemein consilium der gantzen Christenheit usz,
wider den bapst Sixtum. Man liesz in ouch in der stat Basel
usz und inrytten und sinnem furnemen stat [329] thtin^).
In dem begab sich, das der bapst so vil by keysser Fride-
richen versch&ff, das der keysser sin band abzoch und ouch
^siime mandatten und vorigen befelch abthett und sich des
consiliums nit mer annemen wolt^). Do das beschach, do
schreib der bapst in alle land, und thett den bischoff und ein
1) Nicht ganz die Hälfte der geforderten 36000 OL, wohl aber
1 1 500 OL wurden dem Predigerklostei durch den Spruch vom 8. Oct 1483
als zu zahlende Entsch&digung auferlegt; s. £idg. Absch. a. a. O. Die
Zahlung dieser Summe erfolgte jedoch erst 1487; 8. Burckhardt S. 31.
2) Das Bizthum Laibach, welches das Herzogthum Krain umfasst, war
erst 1461 errichtet worden und stand unter keinem Erzbischof^ sondern
unmittelbar unter dem Papste, daher Bischof Andreas, ein geborner Slövene,
sich Erzbischof nannte. Ueber ihn s. Jakob Burckhardt i. d. Beiträgen
VI ff.
3) N&mlioh von Rom, wohin er als Gesandter Kaiser Friedrichs ge-
kommen war; s. ebend. S. 25 ff. u. 106.
4) Schreiben dieser Art sind keine erhalten; über die Frage, ob solche
jemals vorhanden waren, ygL ebend. S. 27 und 51.
5) Schon am 26. März wurde ihm auf sein Gesuch freies Geleit zu-
gesichert; 6. ebend. S. 29.
6) In diesem Sinn schrieb der Kaiser an Bischof Andreas und an
Basel am 19. Oct d. J.; s. ebend. S. 57 ff.
304 Späteres bei Schnittt
statt Basel in den höchsten bann^). Also nam ein stat Basel
Jan. 6^^ ^^^ bischoff Crajrnensis uff der hejrlligen dry kunigen abent
anno 1483 gefencklich an, und legetten in uff Spallenthor^)
in einen sali, darin er etlich lange zitt lag^). Zi& lest kam er
in verzwifflung und widermüt, und erhanckt sich selbe in der ^
gefencknusz^). Also ward er in ein vasz geleyt und uff dem
1485 Rin hinweg geschickt anno 1485^).
In dissen hendlen warendt die von Basel stettigs in des
bapsts bann und Ungnaden, daruff dan gemeynei stat ein
mercklicher grosser costen gieng, bisz sy des bapst gnad wider- \^
umb erlangen möchtend^). Zu lest do schickt der bapst ^J ein
legatten, was ein Barfussermunch genant Benediotus Mansella
de Pontecurvo, gen Basel ^). Do m&st ein gantzer rath, nuw
und alt, recht mit schwartzen und grauwen rocken barhoupt
1) Die Bannbulle gegen Bischof Andreas s. St&dt Urk. 1482 Juli 16.
Ijreil nun Basel dessen Auslieferung verweigerte, so verhängte der Legat
Angelus, Bischof von Sessa, Anfangs Nov. über die Stadt den Bann, und
noch am 14. Dec. erliess Sixtus IV gegen Basel eine Kreuszugsbulle; s. 6.
Urkb. VIII 498, 500 u. 502 ff., und vgl. J. Burckhardt a. a. 0., S. 61 ff.
2) Nachdem er in seiner Wohnung in Klein-Basel seit mehreren
Woehen war bewacht worden, erfolgte seine Verhaftung schon am 18. Dee.,
am Schluss einer Verhandlung vor versammeltem Rathe, bei welcher die
päpstlichen und kaiserlichen Gesandten als Kläger gegen ihn aufgetreten
waren. Da jedoch der Rath sich 3 Tage Bedenkzeit vorbehielt, so wurde
er vorläufig nur im Rathause gefangen gehalten, und erst nach einer neneo
Verhandlung, vom 21. Dec., wurde er ins Oefängniss auf dem innem Spalen-
thor verbracht und vorübergehend sogar gefesselt; s. J. Burckhardt, S. 67 ff.,
und AVochenausg. S. 507—511. Dort aber widerrief er schon am 2. Januar
seine Aeusserungen gegen den Papst und unterwarf sich der päpstlichen
Gerichtsbarkeit; s. Stadt. Urk. 1483 Jan. 2. Der 5. Januar, auf welchen
unser Text seine Verhaftung setzt, beruht also jedenfalls auf Irrthum.
3) Er blieb gefangen, da der Papst seine Auslieferung forderte, wäh-
rend umgekehrt der Kaiser verlangte, dass er nicht ausser Landes gefuhrt,
sondern auf deutschem Boden vor Gericht gestellt werde. Die Verhand-
lungen hierüber s. bei J. Burckhardt S. 83 ff.
4) In der Nacht vor dem 13. Nov. 1484; s. Brilinger Bl. 110, auch
Wochenausgabenb. S. 616, z. 13. Nov. d. J., und vgl. J. Burckhardt S. 93 ff
Ueber den muthmasslichen Beweggrund, warum der Bischof gerade damals
sich entleibte, s. ebend. S. 97 ff.
5) Dies geschah erst am 12. Januar 1485, weil die Ankunft des Legaten
Benedikt Mansella abgewartet wurde; s. Brilinger a. a.O., femer Wochen-
ausg. S. 626 u. 628, und vgl. J. Burckhardt S. 100 ff.
6) Die Schuld hieran lag hauptsächlich am Legaten Angelus; s. ebend.
S. 80 ff.
7) Auf den im August 1484 verstorbenen Sixtus IV war Innocens VIII
gefolgt.
8) Sein Beglaubigungsschreiben, vom 30. Nov. 1484, s. bei Burckhardt
S. 96 ff. Er traf Anfangs Januar 1485 in Basel ein; s. ebend. S. 100.
1483—1487. 905
und uinbgurtet für das munster gan, und sych vor dem munBter
bekennen unrecht gethann haben, und umb verziohnusz und
gnad bitten. Also nam der legat ein yeden besunder und fürt
in by der hand in das munster für den k3r, do sprach er
sinnen gemeinlich die absolucion ^).
[331] Anno 1486 lebt bruder Claus von Underwald in(i487)
einnem wald, an menschliche spiss, uff 20 jar^].
[451] Anno 1487 uff zinstag nach sant Johans tag ze ^un-^^
wenden, was sant Johans und Paulus tag, nach mittag umb
i<idie 5 kam ein grosser hagel, desz glichen kein mensch nie
gedacht oder erhört hatt^). Es fiellen stein als grosz als werff-
kugelen und als hunnereyer, die zerschlügen die ziegeldecher
und die glaszfenster. Und schätz man den schaden, so zu
Basel beschechen wer, ob 70000 guldin^j.
ib Anno 1487 da haben sich die nachgeschribnen herren i487
wider hertzog Sigmunden von Osterrich z&sammen verbunden'),
nämlich graff Jörg von Sargans <^), graff Gaudentz von Mettsch
zu Kirchberg, graff Oschwald von Dierstein^, graff Heinrich
von Furstenberg der junger^), her Hansz Wernher von Zym-
2ö meren, Hans von Vehingen, Gotthart Hartlieb, Cristan Winckler,
Jacob Stritt, Pauly Marquart, Thoman Bipperlin *), Anna Spiessin.
12. Hs: und also hunnereyer. 14. He.: besechen wer, ob LXXM gnldin.
21. Hb.: Thom«n Bipperin.
1) Ueber diese Ceremonie, die sich am 23. Januar 1485 vollzog, s.
J.BuTckhardt S. 101 ff., auch Brilinger a. a. 0. und Stadt Urk. 1485 Jan. 23.
2) D. h. er starb 1487, nachdem er 20 Jahre im Ranft als Einsiedler
gelebt hatte; Tgl. B. Chron. V 538.
3) Vgl B. Chroo. V 535, auch unten Ertzberg s. J. 1487.
4) VgL B. Chron. a. a. 0. : über die 60 tusend guldin.
5) D. h. sie missbrauchten ihren Einfluss beim Hersog zum Schaden
des Kaisers; s. hierüber Lichnowsky, Gesch. d. Hauses Habsburg VIII 74 ff.,
sowie auch den kaiserlichen Aechtungsbrief vom 8. Januar 1488, im Fürsten-
bergischen Urkb. IV 61 ff. Mit letzterm stimmen die hier folgenden Namen-
6) Ueber diesen letzten Sprössling der Qrafen von Werdenberg«^argans
s. St Oaller Neujahrsblatt 1888, S. 28 ff.
7) O. V. Tierstein war seit 1482 des Herzogs Landvogt im Elsass und
Bieisgau; s. oben S. 302, A. 2. Im Aechtungsbriefe vom 8. Jan. 1488 wird
er noch genannt. Bald nachher jedoch starb er; s. Fürstenb. Urk. IV 61
und vgl. B. Jahrbuch 1883, S. 82.
8} Dieser allein wurde im Mai 1489 begnadigt und fiel 1499 bei
Dornaoh; s. Fürstenb. Urk. IV 63 u. 84. »Der jüngere« heisst er hier zum
Unterschied von H. v. Fürstenberg-AVolfzch, welcher 1490 starb; s. ebend.
UI 530 ff.
9) Vgl. ebend. IV 61 : Thoman Puperlin.
BMler Chroniken. VI. 20
306 Sp&tereB bei Schnitt.
Sind ouoh von wegen ir miszhandlung duich keysser Fride-
richen in acht und ban gethon^), und verluttet und ver-
schossen, das sy niemand behussen oder hoffen, desiglichen
essen und trincken geben dorfft
2. Ha.: in aeh und ban.
1) S. Farstenb. Urk. IV 61. Diesem Aechtungsbiiefe vom 8. Jan. 14SS
gieng schon am 6. Oct. 1487 ein Haftbefehl voraus; s. Liehnowsky VIII,
Kegesten No. 1029.
Beilage.
Die Beschreibung zweier alter Bräuche.
Die nachfolgende Beschreibung der frühem Bräuche bei der
Rathflwahl und beim Bezug des Martinszinses findet sich^ wie schon
& früher bemerkt, in der Hb. S auf BL 347 — 348, aber zugleich auch
in der Beinheimiachen auf Bl. 196^ — 198^). Wiewohl nun der
letztere Text einzelne Ergänzungen bietet, die wir in eckigen Klam-
mem beifügen, so erweist sich immerhin der erstere im Ganzen als
der Yollständigere, so dass wir ihn dieser Ausgabe zu Grunde legen
10 müssen. Auch beruht lediglich auf dieser Hs. 8 eine Abschrift
bei Cosmas Ertzberg^}.
Da die hier beschriebenen Bräuche erst 1521 und 1524 ab-
geschafi^t wurden, so kann dieses Schriftstück, dessen Verfasser wir
nicht kennen, wohl erst um 1530 entstanden sein. Seine Bedeutung
15 aber wurde schon von Wurstisen erkannt, der es in seiner Münster«-
beschreibung grOsstentheils ausschrieb^).
Ein alter bruch s& Basel gewessen.
Ee ist ein alt haikomen der stat Basel, das man alweg
uff Bontag vor Johannis bapstiste z& sunwenden einnen burger- J^^ ^4
20 meiste! und einnen oberister zunfftmeister, euch einnen er-
sammen lath geordnet und gesetzt hatt. Und was die chur
und walh also: Nämlich uff samstag vor Johannis am morgen
fireuw ward in einnem ersammen rath dry erenman uszge-
schickt^), do ein jeder zu dem eren ampt des burgermeister-
isthiimbs wol dugentlioh was. Under dennen ward vom lath
1) Vgl oben 8. 78 ff., 172 u. 294.
2) S. unten die Einleitung lu Ertaberg.
3) S. Beiträge XII 473 ff.
4) D. h. es wurden 3 Rathsglieder erwählt, und diese begaben sieh in
Austritt, indess nun aus dem dreifachen Vorschlage die Walü des Bürger-
meisters getroffen wurde.
20*
308 SpAtereB bei Schnitt.
einnei s& einnem burgermeister eiwelt^). Und nach mittag so
gieng ein rath in des bischoffs hoff^) und zeigt dem bischoff
oder sinner gnaden anweldt^] die dry, so sy z&m burgermeister-
thümb uszgeschickt, ouch wellichen sy zu einnem burgermeister
erweit betten; darby liesz es dan der bischoff blipen^}. Doch :>
so was der bischoff der walh einnes oberisten zunfftmeisters
fry; den mScht er nach sinnem willen und gefallen er-
wellen.
Ouch so was der bruoh, das des bischoffs vier lecfaen-
geschlecht ^), als Berenfels®), Riehen, Eptingen^), Schonenberg ^i, »
yetlicher uff obgeschribnen samstag nach mittag ein gesattlet
pferdt uff das ein [ins richthusz]^) stellen müst. Daruff sassen
die vier amptlutt am Stattgericht z& BaseP^j, und hatt yetlicher
ein weisz steblin in der hand, und ritten durch die statt, und
rtifft einner nach dem anderen: Ich butt uch morn uff denu
hoff für min gnedigen heren den bischoff, knecht und die
meister — das sind edel und burger — wan man [die] glocken
am morgen hört lütten, bim eyd! Ouch uff den selbigen tag
10. Hb.: Schonoaw; In B fehlen diese 4 Kamen.
1) Der Kath hatte eigentlich nur das Recht eines dreifachen Vor-
schlages, aus welchem dann der Bischof die Wahl zu treffen hatte. Schon
frühe jedoch war die Gewohnheit entstanden, von Seite des Käthes in
Betreff dieser Wahl Wünsche eu äussern, denen dann der Bischof r^el-
massig entsprach, und so wurde in Wirklichkeit der Bürgermeister aller-
dings durch den Rath gewählt und durch den Bischof nur bestätigt. Der
Dreiervorschlag des Rathes war also zur leeren Förmlichkeit geworden.
2j Der Bischofshof, neben dem Kreuzgang des Münsters.
3) Die Procuratoren des geistlichen Gerichts.
4) D. h. er bestätigte den vom Rathe Vorgeschlagenen.
5) Die hier genannten 4 Adelsgeschlechter waren mit den bischöf-
lichen 4 Hofämtem des Schenken, des Kämmerers, des Maischalls und d<^
Truchsessen belehnt; s. die Kundschaft vom 12. Nov. 1496 über den Martics-
zins, im St. A., Bisthum B^sel, Bd. E 1 (ohne Paginatur).
6) Die Bärenfelser besassen das Schenkenamt seit 1377; s. B. Urkuc-
denb. IV 399.
7) Die Eptinger von Blochmont besassen das Marschallamt als Erbes
des 1415 erloschenen Geschlechts der Marschalke; s. im St A., Rothb.
S. 81, und B. Chron. V 79, A. 1.
8) »Schonouw«, wie die Hs. hat, ist entstellt aus Schönenberg; s. die
in Anm. 5 erwähnte Kundschaft von 1496. Aus der Hs. S gieng dieser
Fehler auch über in Wurstisens Münsterbeschreibung; s. Beiträge XII 474
und vgl. oben S. 105.
9) Das Rathaus.
10) üeber diese Amtleute oder Fürsprecher, welche bis 1385, d.h. bis
zur Verpfändung des Schultheissenamtes, vom Bischof waren ernannt wor-
den, 8. Heusler S. 209.
Beilage. 309
assent alle statkneoht ^) zu nacht uff dem richthusz, und nach dem
nachtmal so rüfften die knecht sampt und sonders durch die statt
und in allen vorstetten, glich wie die amptlut hievor gerftfft hatten«
Und mornist am sontag, so man das erst in rath lutt, do
^ kam ein rath uff dem richthusz sampt allen iren amptlutten
und dienneren zusammen, und so man das ander lutt, so gieng
ein rath [hinuff] in des bischoffs hoff; do was ein morgensupen
bereit. Nachdem die selbige gessen was, gieng der bischoff
[mit sinem adel und thümbherren] sampt dem rath, so das ver-
^gangen jar nuw gewessen was, in das husz vor dem munster
über, do man yetz ein schon nuw husz buwet^), und erkiesz-
ton erstlich die kieser, so einnen eren rath erkiessen und er-
wellen sottent, nämlich zwen von thümbfaeren, zwen vons
gotzhusz dienstmannen, zwen von der hochen Stuben, zwen von
&den zunfften^). Und wan die also geordnet wurden, so gieng
der bischoff mit den rethen harusz zu dem steinnin stock uff
dem platz ^); do [was es mit heydenschwerck-tucheren behenckt,
und' lasz man die kiesser öffentlich. Die schwüren dan vor
einner gantzen gemeind ein eyd. Und nach gethonnem eyd
0 80 gieng der bischoff mit den kiesseren wider in das husz, und
erkossen einnen rath, sampt burger- und oberister zunfitmeister.
Und nach der crwellung gieng der bischoff sampt den
kiesseren widerumb mit einner solemniteit herusz uff den platz
zu der steinny sul oder stock. Da batt dan ein alter burger-
^meister ein bischoff, das sin gnad weite innen ein burger-
5. B: äff das richihiuz, und all diener, weroklfit und ander. 7. B: hinaiF ins
bischoffs hoff; do was dan zugerfist ein morgenbrot. 8. Hs.: die selbigen gessen was
1) Hier sind wohl nicht nur die 4 Rathsknechte gemeint, sondern alle
niedem Bediensteten der Stadt überhaupt, welche das obrigkeitliche schwarz
und weisse Kleid trugen.
2; Vgl. Wurstisens Beschreibung des Münsters, Beiträge Xu 474:
»in der stift hausz neben dem münster«. Gemeint ist offenbar das Haus
No. 8 auf dem Münsterplatz (jetzt Lesegesellschaft), wo das geistliche Ge-
richt des Bischofs seinen Site hatte. Demnach scheint der Ausdruck »im
buwhuse uff Burg<, welchen hier einzig Ertzbergs Abschrift hat, auf Irrthum
zu beruhen. Denn unter diesem » Bauhaus c wäre das alte städtische Werk-
haus zu verstehen, welches 1513 vom Rathe an die Bauverwaltung des
Münsters verkauft wurde und das Areal der jetzigen Häuser No. 4 u. 5
des Münsterplatzes einnahm; s. Wurstisen a. a. O., S. 481.
3) D. h. der abtretende Rath wählte aus seiner Mitte 2 Ritter, 2 Acht-
bürger und 2 Zünftige, und diese 6 ergänzten sich alsdann durch 2 Domherren,
so dasB es 8 Kieser wurden. Ursprünglich jedoch, vor dem Eintritt der Zünfte
in den Rath, waren unter diesen 8 Eaesern 4 Achtbürger; s. Heusler S.128.
4) Auf dem Münsterplatz. Ueber diesen steinernen Stock und den
Bischofsstuhl, beides an der Mauer des nördlichen Seitenschiffs am Münster
d. Wurftisens Münsterbeschreibung S. 472 u. 474.
810 Sp&teiM bei Schnitt.
meister und oberittei sunfftmeister und ein ratb geben, die
dits Jan ein eren regiment in der loblichen etat Basel Ter-
•echent. Also ward demnach die houpter und ein eren rath
öffentlich verlessen. Und alle die, so erweit waren in einnem
eren regiment, die müsten von stund an hersft stan und offent- i
lieh schweren ein eyd, in wellichem ingeUpt was des bischoffs
und der stifft nuts se furderen und schaden cü wenden.
Disser bruch und alt harkommen ist durch ein rath Ton
1621 Basel aberkant und abthon worden anno 1521 jar^), und wiit
iets furterhin uff sant Petters blatx ein rath und houpter ubi- iö
kundt'). Und t8t her Adelberg Meyer der erst burgermeisterj
so uff sant Petters blats uszger&fft und usskundt ward').
Es hatt der bischoff von Basel ein alt harkommen und
Not. 11 bruch A Basel gehept, das alweg uff Martini in der mess^] alle
procuratores des geistlichen g^richts z& Basel, ouch der schult- li
heisa und amptlutt am statgericht, mftsten umbritten in der
statt^J, darrii alle stattknecht mftstent mit innen umbgan, und
von ieglichem husz in der stat uffheben 2 d.^). Und wer sich
die 2 d. sft geben wideret, dem ward gebotten uff momist in
des bischofEs hoff. Do sassen die vorgenanten schultheisa, schriber 3p
und amptlut zu gericht, und stftnd ein grosse straff daruff.
1(24 Darnach anno 1524 erkant ein rath zft Basel, das ir schuli-
heisi, ouch amptlut und statknecht, dem bischoff den rappen^
nit mer selten helffen uffheben; sonder, weite der bischoff den
uffheben, so mochte er das durch sinne schriber thftn ®). Also, »
Not. 11 do sant Martins tag kam, liesz er nut mer uffheben.
8. Hl.: dem biselioff; B: doo biiolioft.
1) Durch die neue Verfassung vom 12. Marx d. J.; s. Heusler 6. 427 ff.
Die bisher abliche Morgensuppe sm Wahlsonntag in des Bischofs Hof
wurde dureh eine Mahlseit des Raths im Rathause ersetst, velehe alljihr-
lieh am Kaiser Heinrichstage (13. Juli) stattfand; s. Erkanntnissb. m 195,
sum 8. Juli 1521.
2) Die Beeidigung des neuen Käthes geschah in dem am genannteD
Fiats gelegenen Qesellschaftshause der Staehelsohatsen ; s. Heusler & 429.
3) lieber die Neuwahl des Raths am 16. Juni 1521 s. ebend. S. 430.
4} Die Basler Messe wAhrt vom 27.Oct.bis 10. Nov., also bis Tor Martiiii.
5) D. h. in der innem Stadt, nicht in den Vorstädten.
6] Näheres Aber den Martinsiins s. im St. A., Bisthum, Bd. £ 1. lieber
seinen Ursprung s. Heusler S. 47 ff.
7) 2 Pfennige machten einen Rappen.
8) S. Heusler S. 431 ff. Den betr. Beschluss finde ich nicht im Er-
kanntnissbuch. Hingegen s« den Protest des bischöflichen Coadjuton
Nikiaus von Diesbaoh, Stadt Urk. 1524 Nov. 11.
vn.
Die Anonyme Chronik bei
Cosmas Ertzberg,
sammt dessen eigenen Au£seichnungen.
1431—1532.
Einleitung.
Ochon im vorigen Bande wurde bei Besprechung der ^^f"^^
Grössern Basler Annalen die Handschrift ^ II 6 a der Oeffent-
lichen Bibliothek erwähnt als eine solche, in welcher diese
& Annalen wenigstens theilweise erhalten sind ^). Der Schreiber
dieser Hs. war damals, als jener Band erschiei), noch unbekannt,
indem auf keinem der paginierten Blätter sein Name zu finden
war. Seither jedoch wurde durch Herrn Oberbibliothekar
Dr. C. Chr. BernouUi das vorderste, auf die Innenseite der Holz-
0 decke geklebte Blatt aufgeschnitten, und so traten einige
kurze Aufzeichnungen zu Tage, in welchen sich der frühere
Rathsubstitut und sf^tere Kauf hausschr eiber Cosmas Ertzberg
als den Schreiber dieser Hs. zu erkennen gibt.
Das Geschlecht Ertzberg oder Etzberg^), welchem unser
»Chronist angehörte, war in Liestal ansässig ^j, und wohl von
dorther stammte mithin sein Vater Heinrich, geb. 1431^),
welcher erst um 1460 nach Basel kam^), um hier seinen Beruf
als »Bartscheerer« auszuüben. In der Folge jedoch erlangte
er das Amt eines t Unterkäufers«, d. h. Waarenmaklers<^j, und
fi am 14. October 1473 wurde ihm auch das Bürgerrecht geschenkt
»umb sin dienst, so er der statt gen Trier getan hat« ^). Ohne
Zweifel war er also in dieser Stadt aus Anlass der dor-
tigen Zusammenkunft Kaiser Friedrichs und des Herzogs von
1) S. B. Chron. V 1 ff.
2) Qebräuchliclier wurde später die Schreibung Ertzberger.
3} S. Boo8, Urkb. S. 788, 804 u. 857.
4) S. unten Ertzbergs eigene Aufzeichnungen.
5) Während er auf der Steuerliste von 1454 noch fehlt, erscheint er
1467 im MitgliederverzeichnisB der Soheererzunft zum Stern; s. das Ord-
nimgsbuch dieser Zunft, I 95.
6) Ueber dieses Amt s. Geering, Handel und Industrie d. Sta&t Basel,
S. 166 ff.
7] S. Rothes Buch S. 232, wo er als Bartscheerer und Unterkäufer
bezeichnet wird.
314 Cosmas Ertzberg.
Burgund^). Doch wissen wii nicht, in welcher Eigenschaft
er sich dort aufhielt, und noch weniger, welches die Dienste
waren, welche er Basel daselbst leistete. Auch erfahren wir
nichts über seinen weitern Lebenslauf.
Aus einem räthselhaften Verse, den uns Cosmas Ertzberg ;•
über seine Geburt hinterlassen hat, ersehen wir nur, dass er
am 14. Sept. geboren war, d. h. am Feste der Kreuzeserhöhung ^j.
Das Jahr aber muss jedenfalls noch vor 1470 liegen, da er schon
1483 sammt seinem Bruder Heinrich auf hiesiger Universität
immatrikuliert wurde ^j. Im Februar 1488 wurde er in diei«
Zunft der Scheerer oder zum Stern aufgenommen, welcher sein
Vater angehörte, und zwei Monate später folgte er auf den
zum Gerichtschreiber beförderten Johann Gerster als Substitut
des Stadtschreibers. In dieser Stellung blieb er bis zum Jnli
1494, wo er Kaufhausschreiber wurde^). Im Jahre 1508 be-ts
warb er sich um die erledigte Stelle des Rathschreibers, jedoch
ohne Erfolg^]. Er blieb daher in seinem bisherigen Amte bis
zum August 1532^), wo er in den Ruhestand trat. Wohl in
Rücksicht auf seine langjährigen und guten Dienste geschah
es, dass der Rath ihm auch fernerhin den bisherigen Jahres- ^
gehalt von 30 Ib beliess. So lebte er nun als »alter Kaufhaus-
schreiberc bis 1550, wo er in hohem Alter starb ^J.
Wohl bald nach seiner Anstellung als Kaufhausschreiber
hatte Ertzberg auch seinen eignen Hausstand begründet. Denn
schon 1514 bewarb sich »Cosman Ertzbergs sun< um den vom i>
Herzog von Mailand für Basel bewilligten Freiplatz auf der
Universität Pavia, jedoch vergeblich. Ebenso erfolglos meldete
sich derselbe im Juli 1515 für die erledigte Stelle des Sub-
stituten auf der Stadtkanzlei, und 1517 für das Stipendium
zum Besuche der Pariser Universität®]. Falls nun dieser sein x
Sohn identisch ist mit Gregor Ertzberg, welcher 1511 die
hiesige Universität bezog und 1517 sich vergeblich um die
1) Ueber diese Zusammenkunft s. B. Chron. II 20 ff.
2) S. unten Ertzbergs eigene Aufzeichnungen.
3) S. die Universitätsmatrikel z. J. 1483.
4) Ueber dieses Amt s. Qeering a. a. 0., S. 164 ff.
5) S. Oeb. VII 125 b und vgl. B. Chron. IV 140, A. 5.
6) S. Oeb. VIII 20 b, wo neue Bewerber um dieses Amt eingetragen sind
7) S. im St. A. die Jahrrechnungen von 1533 bis 1550, wo neben dem
Qehalt des Kaufhausschreibers regelm&ssig noch dasjenige des >alten Kauf-
hausschreibers< figuriert. In der Jahrrechnung des Amtsjahres 1550/^1
jedoch ist dieser Posten durchgestrichen.
8) 8. Oeb. VU 152, 159b u. 164b.
Einleitung. 315
Kaplanei zum Elenden Kreuss vor dem Riehenthor bewarb^),
80 war er geistlichen Standes und kann somit nicht der Vater
jenes 1520 gebomen Severinus Ertzberger sein, welcher 1533
als Zögling in das neu gegründete Alumneum aufgenommen
s wurde und nachher von 1544 bis 1566 Professor der griechi-
schen Sprache war'). Wohl aber mochte Letzterer ein Sohn
oder Enkel von Cosmas Bruder Heinrich sein, von welchem
wir nui wissen, dass er 1483 auf hiesiger Universität imma-
trikuliert wurde. Denn den Namen Heinrich trug wiederum
»des Severinus Sohn, geb. 1547, welcher 1576 als Pfarrhelfer
bei St Peter starbt). Weiter ist aus diesem Oeschlechte noch
Christoff zu nennen, welcher 1560 bis 1568 Zunftmeister der
Weber war^), sodann Cosmas, geb. 1553, welcher 1597 Zunft-
meister der Oerber wurde und 1610 starbt), sowie auch Hans,
&dei Zunftmeister der Gerber von 1631 bis 1643^).
Die vom Kauf hausschreiber Cosmas Ertzberg gefertigte ^anJichnft
Handschrift besteht aus mehr als 100 Blättern in kl. 4^, welche und iiir
ak Wasserzeichen den Ochsenkopf mit dem Kreuz aufweisen.
Der Einband ist noch der ursprüngliche, nämlich zwei Holz-
odeckel mit rothem gepresstem Riickenleder. Die Paginatur
hingegen ist neu und reicht nur bis S. 91, da die zweite und
grössere Hälfte der Hs. völh'g leer geblieben ist. Das Blatt
Ton S. 41 — 42 ist sehr beschädigt, und seine Rückseite, wo
ein Selbstmord von 1532 erzählt wird, war früher überklebt.
s Dasselbe geschah auch, wie schon erwähnt, mit dem vordersten,
in der jetzigen Paginatur nicht inbegriffenen Blatte, wo Ertz-
beig über sich und seinen Vater einiges mittheilt.
Als Gaixzes betrachtet, erscheint der Inhalt dieser Hs. beim
ersten Anblick als ein ordnungsloses Durcheinander von Nach-
9 richten aus verschiedenen Zeiten. Auch zeigt schon die
wechselnde, bald grössere, bald kleinere Schrift, dass diese
Au&eichnungen jedenfalls nur nach und nach, im Verlauf der
Jahre, hier eingetragen wurden. Wohl dieältesten unter ihnen
sind Ertzbergs schon erwähnte Mittheilungen auf dem vorder-
ssten Blatte, welche übrigens nur bis 1494 reichen. Auf diese
1) S. die Matrikel s. J. 1511, und Oeb. VH 167.
2) S. Thommen, Gesch. d. Universität Basel, S. 358, femer Schwarzb.
BL 28.
3) S. ebend. S. ItS, A. 3.
4) S. im St A., Rathsbesatiungen, Bd. II.
5} 8. ebend., auch Tonjola 8. 191.
6) 8. ebend. Bd. III.
316 Cosmas Brtsberg.
folgen auf den nächsten Blättern zuerst die Grössern Basler
Annalen % und zwar in der Weise getheilt, dass die auf Basel
bezüglichen Nachrichten S. 1 — 7 einnehmen^ während die aus-
wärtigen erst auf S. 27 — 29 folgen. Die dazwischen liegenden
S. 8 — 26 waren somit ursprünglich für eine etwaige Fortsetzung ^
des einheimischen Theiles bestimmt. Hinter den ausländischen
Nachrichten aber folgt auf S. 31 — 34^) die bekannte Urkunde
von 1445 zur Verbannung des Basel feindlich gesinnten Adels 'i,
und weiter noch, auf S. 36 — 39, einige Aufzeichnungen von
1473 bis 1489 aus unbekannter Quelle, welche jedoch, gleicht»
den Gr. Basler Annalen und der Urkunde von 1445, auch bei
Schnitt in der Hs. S noch erhalten sind. Die als Zwischen-
raum leer gelassene S. 35 aber, sammt dem Fuss von S. 34 und 36,
wurde in der Folge mit Auszügen aus Appenwilers Chronik
beschrieben^), und ebenso findet sich aus der Fortsetzung diesen^
Chronik ein Abschnitt z. J. 1482 <^) auf S. S, also unmittelbar
hinter dem einheimischen Theil der Gr. Basler Annalen.
AnfteicL ^^^ ^^^ bisher erwähnten Abschriften und Auszüge aus
nongen. altem Quellen folgen S. 41 — 43 einige Nachrichten aus Ertz-
bergs eigener Zeit, z. J. 1519, 1520 und 1529 bis 1532. Diese t^
finden sich in keiner andern Hs., und wenn wir beachten,
wie hier z. B. bei der Birsigüberschwemmung von 1529 ganz
besonders die Verheerung im Kaufhaus hervorgehoben wird,
so werden wir unwillkürlich daran erinnert, dass Ertzbei^ ge-
rade zu jener Zeit Kaufhausschreiber war. Wir brauchen also :
für diese Aufzeichnungen keine verlorne Quelle vorauszusetzen,
sondern dürfen sie unbedenklich ihm selber zuschreiben.
Weitere Einträge dieser Art, d. h. solche die sich einzig
in dieser Hs. finden, bemerken wir noch auf S. 9, 15 und 1
also zerstreut über jenen Zwischenraum, der die Gr. Basler
Annalen in zwei Theile trennt. Sie betreffen Begebenheiten
von 1506 bis 1521 und gehen mithin jenen Aufzeichnungen
auf S. 41 — 43, die von 1519 bis 1532 reichen, noch voraus.
Mit ihnen vereint bilden sie ein Ganzes, welches in dürftigen
Umrissen die Zeit von 1506 bis 1532 umfasst und im (regen-
satz zu den Abschriften aus altern Quellen als Ertzbei^ eigenes
Werk zu betrachten ist.
1) S. B. Chron. V 1 ff.
2) S. 30 blieb leer.
3) S. B. Urkb. Vlieiff.
4) Vgl. S. 34—36 mit B. Chron. IV 338, 351 ff. u. 358.
5) Vgl. S. 8 mit B. Chron. V 533. In der Hs. ist die Jahnahl 1492
entstellt in 1452.
Einleitung. 317
Wie schon die wechselnden Schriftziige zeigen, so sind alle
diese selbständigen Aufzeichnungen unsres Schreibers von Jahr
zu Jahr entstanden, also jeweiien nach geschehenem Eieigniss.
Die Stellen, die sie im Buche einnehmen, geben uns mithin
:> einige Anhaltspunkte zur Bestimmung der Zeit, um welche
die vorausgehenden oder nachfolgenden Quellenabschriften ge-
fertigt wurden. Wenn z. B. die altern, mit 1506 beginnenden
Aufzeichnungen alle in dem Zwischenräume stehen, welchen
Ertzberg anfänglich zwischen dem einheimischen und aus-
» wärtigen Theil der Gr. Basler Annalen gelassen hatte, so er-
gibt sich hieraus, dass er letztere Schrift schon vor 1506 hier
eingetragen hatte. Die Nachrichten von 1473 bis 1489 hin-
gegeiiy auf S. 36 — 39, kann er spätestens um 1519 abgeschrie-
ben haben, da schon auf S. 41 seine eigenen Aufzeichnungen
'•» aus letzterm Jahre folgen.
Wohl erst nach 1532, also nach seiner Versetzung in den ^ weitere^
Ruhestand^), lernte Ertzberg eine weitere, bis 1529 reichende
Quelle kennen, welche gleich den frühem auch in der Hs. S
noch erhalten ist. Den grössten Theil ihres Inhalts, von 1487
u bis 1529, trug er ziemlich ordnungslos auf S. 10 — 15 ein^),
soweit dort der Baum noch frei war. Einige Nachrichten von
1492 bis 1495 jedoch finden wir erst auf S. 40, also gleichsam
als Fortsetzung zu der schon früher auf S. 36 — 39 eingetragenen
Quelle, welche mit 1489 schliesst. Weiter folgt noch am Fuss
^ von S. 41 die Nachricht von der Pulverexplosion von 1526,
und ebenso gehört hieher eine Notiz am Fuss von S. 29, über
Waldmanns Tod von 1489. Auch die dürftigen Nachrichten
von 1444 bis 1449, die am Fuss von S. 7 stehen, fand unser
Schreiber wohl in derselben Hs. wie die Nachrichten von 1487
0 bis 1529. Denn alle diese zerstreuten Fragmente finden sich
gleich dem Hauptinhalt auch in der Hs. S.
Eine fernere Quelle, die unserm Schreiber erst später in
die Hände kam, trug er weiter hinten auf S. 64 — 65 ein, mit
der besondern Ueberschrift: »Alt Geschichten, abgeschriben.«
'^Es sind dies jene Nachrichten von 1439 bis 1445, welche auch
unter den Spätem Aufzeichnungen bei Schnitt uns erhalten
sind^). Auf diese Abschrift aber folgt S. 67 eine kurze Notiz
über den 1500 verstorbenen Stiftspropst Heinrich Vogt von
1) S. oben S. 314.
2) Auf S. 10 beginnen diese Abschriften nur mit 1499; aber auf S. 12
ündet sich eine Nachricht von 1487.
3) S. oben S. 293 u. 297 ff.
318 CofmM Ertiberg.
Luzein, welcl)en Eitsberg als seinen und seines Vaters Gönnei
preist. Ausserdem noch brachte er nachträglieh theils auf dem
vordersten Blatt, theils auf S. 9, 36 und 37, jeweilen am Fun
der Seiten sowohl deutsche als lateinische Verse an, ron welchen
wenigstens einer, über die Papstglocke des Munsters, auch in >
Wurstisens Munster beschreibung noch erhalten ist^).
M«adi^ Sahen wir bisher, wie Ertsberg durchweg nur solche
HaDdiciirift. Quellen ausschrieb, die auch von Schnitt in der Hs. S ver-
weirthet wurden, so fehlt es doch nirgends an deutlichen
Spuren, welche zeigen, dass er bei diesen Abschriften nicht i«
etwa die genannte Hs. vor sich hatte, sondern dass die Ueber-
einstimmung mit ihr lediglich auf der Gemeinsamkeit der
benützten Quellen beruht. Denn hin und wieder stossen wir
in diesen gemeinsamen Abschnitten bei Ertzberg auf Stellen«
welche in S fehlen. Zu den bisher erwähnten Abschriften»
fügte er jedoch später noch weitere, indem er hiezu die frei
gebliebenen Blätter hinter S. 15, 43 und 67 benutzte. Diese
spätem Einträge stimmen durchweg mit den entsprechenden
Theilen der Hs. S überein, und diess gilt auch von solchen
Abschnitten, welche dort nachweisbar aus mehreren Quellen»
compiliert sind. So ist z. B. die Beschreibung des deutschen
Bauernkriegs von 1525 in S zusammengesetzt aus der gedruck-
ten Augsburger Weltchronik, aus Carion und aus Sebastian
Franck. Aber dennoch findet sich das Ganze auch bei Erts-
berg, und selbst in der Entstellung des Namens Waldburg in a
»Waldkirch« folgt er getreulich dieser seiner Vorlage. Schon
dieses Beispiel zeigt wohl zur Genüge, dass wir hier für unsem
Schreiber keine andre Quelle voraussetzen dürfen als eben die
noch vorhandene Hs. S.
Diese Abschriften aus der Hs. S scheint Ertzberg damit»
begonnen zu haben, dass er am Fuss von S. 14, wo Basels
drei Zuzüge zum Feldzuge von 1515 erwähnt werden, noch
die betreffende Notiz aus S über die Schlacht bei Marignano
beifügte. Von hier ausgehend, benützte er die nächstfolgenden
leeren Blätter, nämlich S. 16 ff., um aus derselben Hs. weitere^
Nachrichten aus den Jahren 1518 bis 1526 einzutragen. Doch
hielt er sich hiebei an keine bestimmte Ordnung, sondern
nahm zwischenein auch Abschnitte aus früherer Zeit auf^ wie
z. B. von 1482. Ueberhaupt fuhr er nicht weiter fort als bis
S. 21, so dass S. 22 — 26 nach wie vor leer blieben Eine Fort-«*
Setzung dieser Abschriften finden wir daher erst weiter hinten
1) 8. BeitriLge XII 426.
J
Einleitung. 319
auf S. 44 ff., also hinter Ertsbergs eigenen, bis 1532 reichen-
den Aufzeichnungen. Hier nun holte er zuerst noch zwei
Begebenheiten von 1509 nach, um dann weitere Nachrichten
von 1526 bis 1529 folgen zu lassen. Nachdem er noch einen
& Abschnitt z. J. 1521 beigefügt hatte, brach er jedoch auf S. 50
wieder ab, und so blieben S. 51 — 63 leer, während S. 64, 65
und 67, wie wir oben sahen, schon von friiherher beschrieben
waren. Hinter diesen altern Einträgen setzte nun Ertzberg
auf S. 6 8 ff. seine Abschriften aus S neuerdings fort, indem er
i) aus den Jahren 1525 bis 1531 die ausführlichen Berichte über
den Bauernkrieg, die Reformation in Basel und die beiden
Eappelerkriege eintrugt). Dieser letzte Theil blieb jedoch un-
vollendet; denn die Abschrift bricht mitten in der Todtenliste,
welche in der Hs. S auf die Schlacht bei Kappel folgt, auf
» S. 85 unversehens ab. Da nun letztere Hs. erst 1541 vollendet
wurde, so war Ertzberg, als er seine Abschriften fertigte, be-
reits ein hochbetagter Mann. Vermuthlich waren es also Krank-
heit oder Altersbeschwerden, welche die Vollendung seiner
Arbeit verhinderten, bis dann 1550 sein Tod erfolgte.
\ Hinter diesen letzten Abschriften aus der Hs. S folgen sdfieiraiae
auf S. 87 und 91 von späterer Hand noch zwei vereinzelte Auf- Jj^^^^
Zeichnungen von 1554 und 1561, welche wohl am ehesten von
Professor Severinus Ertzberg, dem Grossneffen unsres Schrei-
bers^), herrühren mögen. Nachdem derselbe jedoch 1566
»gestorben war, erfolgte kein weiterer Eintrag mehr, und
so blieben die übrigen Blätter des Buches leer. Wenn nun
Wurstisen im Quellen Verzeichnisse seiner 1580 erschienenen
Baslerchronik neben andern Autoren auch »Heinrich Ertzberg«
nennt, so meint er damit wohl nichts andres als die vorligende
>Hs., die er s. Z. von dem 1576 verstorbenen Pfarrer d. N.,
dem Sohne des Professors Severinus^}, entlehnt haben mochte.
Von ihren spätem Schicksalen jedoch wissen wir nur, dass sie
im XYU. Jahrhundert von Dr. Remigius Fäsch (f 1670) erwor-
ben wurde, dessen reichhaltige Büchersammlung 1823 an die
b Oeffientliche Bibliothek übergieng. Wir müssen es somit auch
völlig dahingestellt lassen, von wem wohl jene zwei Seiten
einst überklebt wurden, deren eine die einzige war, auf welcher
Cosmas Ertzberg sich mit Namen nannte, während die andre
den 1532 erfolgten Selbstmord des Kaufmanns Christoff Baum-
0 ^arter erzählte.
1) S. oben S. 104.
2) S. oben S. 315.
3) S. ebend.
320 Cosmas Ertsberg.
voT^^Sftu Neben Ertzbergs eigenen Aufzeichnungen enthält diese
Hft&dsciirift. Hg., wie wii sahen, verschiedene Abschriften aus altem Quellen,
die uns jedoch alle auch in Schnitts Hs. erhalten sind. Soweit
nun dieselben einfach auf letzterer Hs. beruhen, heschränkt
sich ihr Werth für uns allerdings auf jene wenigen Zusätze i
z. J. 1529, welche schon oben in der Ausgabe von Schnitts
Chronik ihre Stelle gefunden haben ^). Die übrigen Abschriften
hingegen, welche schon vor der Hs. S entstanden sind, ver*
dienen unsre volle Beachtung nicht nur deshalb, weil Ertz-
berg der Sprache seiner Vorlagen offenbar genauer folgt alsij
Schnitt, sondern namentlich auch, weil er diese seine Quellen
nirgends zu Compilationen verarbeitet wie jener, sondern sie
einfach abschreibt, so dass wir in jedem seiner Abschnitte stets
nur eine und dieselbe Quelle vor uns haben.
Wenn nun für die 6r. Basler Annalen dennoch die Hs. S u
den Vorzug verdient, so liegt der Grund lediglich darin, dass
Schnitt diese Quelle aus einer bessern und vollständigem H$.
kannte als Ertzberg, dessen Vorlage sie offenbar nur in sehr
verkürzter Gestalt enthielt^). In den übrigen Quellen hin-
gegen weist Letzterer beim Vergleich mit Schnitt zwar einzelne'-^
Kürzungen auf. Andrerseits jedoch erscheint sein Text an
manchen Stellen auch als der vollständigere, so dass er un-
bedingt vor Schnitt den Vorzug verdient.
otronS* ^^ ^^^ ^^®' ^^ Betracht fallenden Abschriften gehören
zunächst jene wenigen Nachrichten von 1439 — 1445, welche ^
schon oben unter den »Spätem Aufzeichnungen bei Schnitt«
ihre Stelle gefunden habend). Es bleiben uns daher neben
Ertzbergs eigenen Aufzeichnungen hier zur Ausgabe nur noch
die Nachrichten von 1473 — 1489, welche er schon vor 1519 in
die Hs. eintrug, und ebenso die erst nach 1532 eingetragene^^
Chronik von 14S7 — 1529, sammt den kurzen Notizen von
1444—1449*).
Ueberblicken wir nun diese beiden Schriften, so erscheint
namentlich bei der zweiten die Möglichkeit keinesw^ aus-
geschlossen, dass wir hier die Aufzeichnungen verschiedener Vei- ^'
fasser vor uns haben, die im Lauf der Jahre auf einander folgten.
Doch fehlt es an genügenden Merkmalen zur sichern Abgren-
zung ihrer Arbeit, und selbst zwischen der altern, mit 1473
1) 8. oben 8. 120 u. 121.
2) 8. oben 8. 239 ff.
3) 8. oben 8. 317.
4) 8. oben 8. 316 u. 317.
Einleitung. 321
beginnenden Schrift und der jungem, die bis 1529 reicht, yer-
mögen wir nur den einen Unterschied festzustellen, dass lets-
tere ron Ertzberg ein Jahrzehnt später eingetragen wurde als
erstere. Fügen wir aber diese beiden Schriften an einander,
5 so erhalten wir ein Ganzes, das von 1473 bis 1529 reicht, und
in welchem die Ordnung nach der Zeitfolge einzig dadurch
unterbrochen wird, dass hinter der mit 14S9 schliessenden
altem Schrift zunächst noch die zur Jüngern gehöjrenden Notizen
von 1444 — 1449 sammt der Nachricht von dem Hagel von 1487
10 folgen. In ihrer Gesammtheit können wir diese Aufzeich-
nungen, in Ermanglung einer bessern Benennung, als »Ano-
nyme Chronik bei Ertzberg« bezeichnen. Ihre verschiedenen
Verfasser aber, so viel ihrer sein mögen, haben alle wenigstens
das gemein, dass sie durchweg jedenfalls in Basel schrieben.
15 Vergleichen wir diese Chronik, wie sie uns bei Ertzberg J^g^^,
erhalten ist, mit den entsprechenden Theilen von Schnitts Hs.,HMid8chrift
8o bemerken wir in letzterer zunächst bei den Burgunder-
kri^en einige Zusätze, deren Zugehörigkeit zur gemeinsamen
Quelle uns zweifelhaft erscheint, und welchen wir deshalb ihre
20 Stelle schon oben in der I. Beilage zur Anonymen Chronik
bei Schnitt angewiesen haben ^). Ebenso finden wir bei Schnitt
einzelne unbestimmte Daten z. J. 1511 — 1513 durch andre und
genauere ersetzt, die er augenscheinlich aus dem Bothen
Buche der Zunft zum EUmmel schöpfte^). Weiter jedoch ent-
25 hält die Hs. S auch eine kurze Nachricht vom sog. Albelen-
krieg von 1512, welche zwar bei Ertzberg fehlt, von der wir
aber schon früher sahen, dass sie jedenfalls zur vorliegenden
Chronik gehört 3). Im übrigen sind es nur wenige und meistens
geringfügige Ergänzungen, welche der Text von S zu dem-
30 jenigen bei Ertzberg bietet.
Auf die Anonyme Chronik lassen wir in unsrer Ausgabe Antgsbe.
noch Ertzbergs eigne Aufzeichnungen folgen, also zunächst
jene persönlichen Nachrichten auf dem vordersten Blatte, welche
nur bis 1494 reichen, dann die Notiz auf S. 67, über den schon
^ i500 erfolgten Tod seines Gönners, des Stiftspropsts Heinrich
Vogt von Luzern, und weiter noch jene von 1506 bis 1532
reichende Beihe von Ereignissen aus Basels Lokalgeschichte,
welche über verschiedene Blätter zerstreut sind^). Die am Fuss
verschiedener Seiten angebrachten Verse hingegen geben wir
1) S. oben S. 230.
2) S. unten S. 329, A. 8 u. 9, und 330, A. 5.
3) S. oben S. 189.
4) S. oben S. 315 ff.
BmIot ChronikaiL VI. 21
322 Cosmas Ertiberg.
nui als Beilage, und ebenso jene Einträge von späterer Hand,
als deren muthmasslichen Verfasser wir Cosmas Enkel Sererinus
Ertzberg bezeichnet haben i).
Die Lücken, welche auf S. 41 durch Beschädigung des
Blattrandes, und auf S. 42 durch die frühere Ueberklebung ent- &
standen sind^), ergänzen wir durchweg in Cursiy. Soweit die-
selben auf S. 41 Ertzbergs eigene Aufzeichnungen z. J. 1519
und 1520 betreffen, sind sie in der Hs. auf dem innern Bande
Yon einer spätem Hand bereits ergänzt. Jedoch entsprechen
mehrere dieser Ergänzungen schwerlich dem ursprünglichen it
Texte, da sie unverkennbar länger sind als der zerstörte Zeilen-
raum, auf welchem sie sollten gestanden haben. In solchen
Fällen ergänzen wir daher die Lücken nach eigener Muth-
massung, wobei wir die Ergänzung, welche die Hs. hat, imter
die Varianten verweisen. Die nicht ergänzten Lücken hingegen, m
welche auf derselben S. 41 die aus der Anonymen Chronik
stammende Nachricht von der Pulverexplosion von 1526 auf-
weist, ergänzen wir aus der Hs. S, und zwar gleichfalls in
Cursiv. Die wenigen Ergänzungen aber, welche letztere Hs.
zum übrigen Texte der Anonymen Chronik bietet, unterscheiden 3»
wir einfach durch eckige Klammern.
Mi^iban Hiusichtlich der Rechtschreibung bemerken wir nur, dass
Ertzberg in den Umlautzeichen über den Vokalen vielfach
schwankt, und dass wir diese Schwankungen im Druck nicht
berücksichtigen. Das gedehnte, im Dialekt wie o gesprochene a, s
über welches er bald ein ganzes, bald nur ein halbes Binglein
setzt, geben wir immer durch ä. Ebenso setzt er über e bald
nur einen, bald zwei Punkte, bald auch ein a, was wir immer
durch 6 geben. Auch über o finden wir bald ein e, bald zwei
Punkte, wofür wir durchweg ö setzen. Bei u sodann bezeich- 3t
net er den Umlaut regelmässig mit einem Punkt, was wir
durch ü wiedergeben. Beim Diphthongen uo hingegen setzt
er über u bald nur einen Punkt, bald ein halbes oder auch
ein ganzes Binglein, wofür wir immer ü setzen.
1) S. oben S. 319.
2) S. oben S. 315.
Die Anonyme Chronik.
[36] Anno 1473 gab man ein kalbskopff, ein kabeskopff und 1473
ein soum wins umb ein glichen pfenning, yeden umb 1 8^);
was im heissen summer^).
& Im selben jar fand man zittig trübel uff suntag voi Johan- J«» 20
nis Baptiste^).
Im selben jar was der keiser Friderich zu Basel, mit
Maximiliano sinem sune^).
[37] Des hertzogen von Burgunds geschichten.
to Hagenbach.
Anno 1474, nona maji, ward herr Peter Hagenbach, des ^l^^
hertzogen von Burguns landtvogt in Briszgow und Elisas ec,
zu Brisach enthouptef^).
Ellycurt.
\h Darnach eodem anno, videlicet 74 ipsa animarum, zugendNoT. 2
min herren von Basel mit grosser macht für Elicurt [z& den
Eydgnossen und anderen stetten;] ward gewunnen^'). Und am
wiennechtoben nechst darnach wurden 18 Lamperter, die da-Dec24
selbs gefangen wären worden, umb ir uncristenliche werck
2u vor Steinendior zu Basel verbrannt^).
1) So wenig galt 1473 nicht der Wein im allgemeinen, sondern einzig
der Baslerwein, der damals völlig verdarb; 8. Oerung z. J. 1473, und vgl.
B. Chron. IV 357.
2) Ueber diesen Sommer vgl. B. Chron. II 17 u. 20, IV 356 u. 357, und
V 538, auch Gterung a. a. 0.
3) Vgl. B. Chron. IV 366.
4) In der Hs. folgt mit andrer Tinte ein Zusatz aus Appenwiler; s.
B. Chron. IV 358 ff.
5) VgL ebend. EL 85 ff. und IV 361.
6] Vgl. ebend. 11 118fi: und V 511, auch oben S. 285.
7) VgL ebend. ü 150.
21*
324 Cosmas Ertibeig.
Grannse und Murten.
j^'ö Anno eo. 76, vigilia invocavit, verlor der hertsog von Bur-
jQni 22 gund sin g&t vor Granson ^). Und im selben jar, uff der
10000 ritter tag, wurden durch der Eidgnossen pünt im uff
20 000 man 3) vor Murten erschlagen. &
Nannsee.
1^77 Anno ec. 77, vigilia epiphanie domini, ward hertsog Karle
von Burgund vor Nannse erschlagen^].
[38] Der grosz Rin.
jnu^ Anno ec. 80 umb sant Jacobs tag in der ernne^) ward den»
Hin so grosz, das er drü joch an der Rinbruck hinw^ f&rt^).
Und für man mit weidlingen am Vischmerckt, und [über Rin]
die Ringassen uff^'), von sannt Niclaus biss zum Oberen
Ziegelhoff 7).
Brück inn Flanderen. <&
1488 Anno ec. im 1488 im meyen^), als R&mischer kunig
herr Maximilian ec. von den sinen z& Brück in Flanderen
gefangen, und das heilig Rfimisch rych von keiser Friderichj
siner kuniglichen majestet herren und vatter, z& erledigung
des selben gemandt ward, schickten min herren von Basel 2^?
zti solicher hilff und entschuttung im obgenanten jar und
zit dahin 200 man^) z& fftsz wol gerust, die sy mit grossem
1) Vgl. B. Chron. U 352 ff. u. V 520.
2) Diese Zahl hat der Bericht der Basier Hauptleute; 8. ebend. HI U.
3) Vgl. ebend. III 90 ff. u. V 525. — Den latein. Vers über Karls Tod,
der in der Hs. hier am Fuss der Seite folgt, s. unten in der Beilage.
4) »In der Ernte« heisst der Jakobstag zum Unterschied von Phiüppi
und Jacobi (1. Mai). Ueber diese Rheingrösse Yon 14S0 vgL B. Chroo.
V 531 ff., und Brilinger z. J. 1480. Ueber eine sehr ähnliche Ueberschwem*
mung, welche genau in derselben Jahresseit 1424 erfolgte, YgL B. Chroo.
IV 435 u. V 183 u. 319.
5) Am 24. Juli; s. ebend. V 531.
6) Jetzt obere Bheingasse, in Klein Basel.
7) Ueber die St. Kiklauskapelle und über diesen Hof s. K Chron.
V 29, A. 8, und 532, A. 6. — Ueber das gleichzeitige Austreten des
Birsigs s. Brilinger a. a. 0., und oben S. 301, A. 1.
8) Basels Zuzug zum Beichsheere brach schon am 19. April auf; doch
erst Anfangs Mai zog das Heer von Cöln aus gegen Brügge, wo sofort
Maximilians Freilassung erfolgte. Ueber diesen Zug s. Heusler, i. d. Bei-
trägen IX 192 ff.
9} Genauer 150; s. ebend. S. 195.
1444—1489. 325
costen daselbs hielten^). Was houptman jungkheir Peter
Offenburg >).
Heyttersxheiner zug.
Anno ec. im 1489 uff sambstag nach Michaelis arohangeli ^^^ 3
i zugen min herren von Basel ussz [mit dem houptpanner], wol
mit 3000 mannen'), in willen sich für Heiterszhein se legen
und das ze zerbrechen, umb das graff Rüdolff von Werdem-
berg, groszmeister [39] und comenthür zu Heiterszhein sant
Johanns ordens^), herr Hansen von Berenfels ritter, herr
it Härtung von Audio ritter, bed burgermeister zu Basel, und
ander edel, frowen und man, so von einer widerladeten oder
heymfftreten herr Hansen von Berenfels tochter kamen, ange-
randt und sinen hochmüt an inen begangen hatt^). Doch ward
die sach durch die kungklichen rSte zu recht betedinget*),
15 und Heiterszhein durch min herren von Basel und der Herr-
schaflft lut ingenommen und besetzt^), bisz zu usztrag und
rechtvertigung der sach. Und zogen min herren mit dem
huffen^) uff mentag darnach wider heym. 0ct5
[7] Anno ec. 1445 jar uff des heiligen crutz tag z& herbst ^^ ^^
20 ward das slossz Binfelden von minen herren von Basel und
SwitB*) gewunnen.
Die Schlacht an der Birsz.
Anno 1444 uff mitwuch post Bartholomei beschach die ^^^
stacht by sant Jacob an der Birsz vor BaseL
L Wm hoi^tmsii v. 8. w. bowoU in der Hb. als in S nur iIb ZnsnU, mit bliaieror Tinte.
1) Sie blieben dort bis Aug^t d. J.; s. Heuiler a. a. O., S. 215.
2] Ueber P. Offenbnrg den jungem, den spätein Bargermeister, s. B.
Chron. V 300, A. 1. Seine Briefe aus diesem Feldsuge s, bei Heusler
a. a. O., S. 195 ff.
3} Richtiger: 2000; vgl. B. Chron. V 319 und oben S. 80.
4) Ueber ihn s. oben S. 80, A. 6.
5) Ueber diesen Ueberfall vgl. die oben in Anm. 3 erw&hnten Berichte.
6) Ueber diese Vermittlung s. B. Chron. V 195 u. 319. Zu »königlichen<
Rathen wurden übrigens die Betreffenden erst, als 1490 die Regierung der
östreichischen Verlande von Herzog Sigismund an Maximilian übergieng.
7) Ueber diese gemeinsame Besetzung durch Basel und Oestreich s.
B. Chron. V 319, A, 4, und oben S. 80.
8) D. h. mit der Hauptmacht, die nur bis Sohliengen gesogen war;
8. B. Chron. V 195 u. 319.
9) D. h. von Basel und den Eidgenossen von Bern und Solothum;
TgL B. Chron. IV 193.
326 Cosmas Ertiberg.
Blochmont.
1449 Anno 1449 ward Blochmont von der stat Basel gewannen,
herr Herman von Eptingen ritter mit einen dieneren gon Basel
gfangen gef&rt^).
[12] Der grosz grusamlich hagel. ^
jnBi^ Anno ec. 1487 nff Johannis und Pauli, was der 26. tag
junii genant braohmonet, was ein solicher grusamlicher un-
gehorter grosser hagel zu Basel und im land, das die stein
etlich wol als grosz als eiger, euch fast und gr&sser, den
halben theil der tücheren und {finsteren inn der stat erschlfig^]. i"
[29] Waldman.
1489 Anno 1489 ward herr Hanns Waldman, ritter und ein
burgermeister der stat Zürich, [mitsampt ettlichen der retben
zCl Zürich] mit dem seh wert gericht').
[40] Vom stein zu Ennsisheym. i^
^^^^ Anno 1492 uff mitwuch vor sant Martins tag ze mittem tag,
by schönem hymmel, viel vom hymmel ein stein by Ennaiszheim
mit blitz und tonnersohlag^). Der was isenfirtzfarw glich, einer
eilen hoch, zwo eilen wyt umb sich, und by 2Y2 ^* schwer^).
Vom brand uff dem Hfiwberg z& Basel. ^
▲ rii^^ Anno ec. 1495 uff sant Oeryen tag, vor mittnacht umb
die 1 1 . stund, gieng für usz in Michel Meigers stall uff dem
HAwberg zft Basel ^); verbrunnen huser und schüren ob 36^;.
2. Hl.: Anno 1450.
1) 8. B. Chron. IV 299 ff.
2) Vgl. ebend. V 318 u. 535, auch oben S. 305.
3) Vgl ebend. V 194.
4} Vgl. oben S. 5.
5) VgL AnBhelmI411 : uf dri centnei schwer, und ebenso Etterlin S.22S.
6) Michael Meyer von Baldersdorf war der Sohn Heinrich Haiders*
dorfs gen. Meyer, der von 1411 bis 1445 Zunftmeister und Rathsherr der
Brodbecken war; s. im St A. das Urtheilb. z. J. 1441, und Schönberg
S. 776 ff. Michael M. sass im Rath von 1476 bis 1518, suerst als Rathsherr
der B&renzunft und später, seit 1512, als Achtbürger. Schon 1489 bewohnte
er den Hof Gunaoh am Heuberg, sp&ter sum Löwensom genannt, jetzt
Gemsberg No. 2 u. 4; s. St&dt Urk. 1489 Aug. 21, und vgL unten Adelb.
Meyer s. J. 1495.
7) lieber den sonstigen Schaden dieses Brandes s. Wochenausgabenh
1495, S. 274 ff. Um M. Meyer vor der Rache der GeschAdifften su sehütsen.
musste der Rath am 2. Mai ihm sicheres Geleit zur RücUehr nach Basel
geben; s. Erkanntnissb. 1 144.
1449—1496. 327
Pfingstmesz zu Basel.
Anno ec. 94 uff fiitag vor Martini ward nach erkantnüsz ^^*
eins räts^) die pfingstmesz ') zu Basel mit dem lüff uff dem
läthuse abgethan und uszkundet.
5 Hering.
Anno ec. 95 uff fritag voi dem palmtag galt 1 thonn heiing, ^^^ ^^
gut weischaSt, 3 gülden 1 oit ; und gab man 1 1 bering umb 1 s.
Anoken.
XTff den selben tag gab man 1 Ib. ancken umb 6 d. zu Basel.
10 [13] Uolman von Schietstat.
Anno ec. im 1493 [erhüb sich ein buntschüch zu Schiet- 1493
statt uff dem Ungersberg^). Und] uff den Id. tag meyens ward Mai is
[Hans] Uolman, stSttmeister z& Schletstat, [ein anheber des
buntschüchs] zu Basel gefierteilt ^), uff der von Schlettstat clag.
15 [Und sin mitgesel Claus Ziegler ^) ward z& Schietstat gericht,
und fiUen die finger abgehouwen ®).
Heinrich Rieher, dazemal der junger.
Anno 1496 vigilia Arbogasti ward Heinrich Bieher^) ze^^^o
9. Hb. : off dem selben tag.
1) Dieser am 5. Mai gefasste Beschluss wurde am 7. durch offenen
Ruf verkündigt; 8. Erkanntnisab. 1 139 ^ und Rufb. II 33.
2) Diese Messe vor Pfingsten, gleich der noch jetzt bestehenden yor
Martini, war der Stadt 1471 durch Kaiser Friedrich bewilligt worden, und
beide währten je 14 Tage; s. B. Urkb. Vm 311. Schon 1487 war die Ab-
schaffung der Pfingstmesse beschlossen, doch dieser Beschluss wieder auf-
gehoben worden; s. Erkanntnissb. I 72 u. 76 1>.
3} Nordwestl. y. Schlettstadt. — Ueber diese Verschwörung Tgl. Berler,
Ausg. im Cod. historique de Strasbourg II 104 ff., und H. Schreiber, Der
Bundschuh zu Lehen, S. 2 ff.
4j Vgl. Wochenausgabenb. 1493, S. 165.
5) Nikiaus Zigler, von Stotzheim; s. Berler S. 105.
6) Ein Beispiel s. bei Schreiber S. 4.
7) H. R. der jüngere war Rathsherr der Bärenzunft und ein Sohn des
gleichnamigen Oberstzunftmeisters. Schon 1494 finden wir Letztem sammt
seinen Söhnen Heinrich und lienhard in schwere Prozesse verwickelt,
welche 1495 noch fortwährten; s. Oeb. VII. 36 >> und Erkb. I 140 ff. Im
Juni 1495 wurde Heinrichs d. j. Schwager, der Salzmeister Nikiaus Hauen-
stein, wegen Betrugs bestraft, und zugleich bei der Rathserneuerung der
alte Rieher als Oberstzunftmeister übergangen. Heinrich d. j. aber war
so tief verschuldet, dass im Oct d. J. sein nahe beim Kaufhaus gelegenes
Haus versteigert wurde. Bald hierauf erhob er gegen Basel eine Klage
am Holgericht zu Rotweil, und zugleich trat er in persönliche Beziehung
zu König Maximilian, der im Februar 1496 den alten Rieher sammt beiden
S28 OoamM Ertiberg.
Basel TOT Steinenthor enthouptet') [uad tu den Augosti&eien
vetgtaben.]
Das huBe ztm Spanbett zu Stiassbuig.
j^^. Aubo 1497 uff donrstag nach sant Uoliichs ttig^) verbiaii
das wirtshuse t&m Spanbett zft Sttassburg, und verbrunnen s
daiinn über 24 mau, wib und kinder^). Got hab ii aller seien.
[10] Täten vom Schwitaerkrieg, anno im 1499
besoheen.
^^^^ Anno 99 uff &itag vor dem palmtag beschach die Schlacht
uff BtüderholU*). n
jqii 1« Im selben jai uff zinstag nach Maigarethe^j üesi keyset
Maximilian des Bychs paner toi Coatentz widei ein Eidtgnos-
Bohafil fli^en. Et macht sich abei bald wider inn die stat; dann
die Eidtgnossen uff den tag &isch, mätig und willig w&ien.
joii n Im obgenanten jar uff Marie Magdalene beschach die i'
Schlacht by Dotnach*].
[11] Von den leysen, so ein stat Basel in Meyland mit
andern Altern gemeyner löblicher Eydgnoschafft
gethan hatt.
Lugariset lug. i,
wa Anno ec. im 1500 und dritten jai sind min henen dei
Wn 14 stat Basel uff zinstag nach Gi^orii uszgezogen gemeynei
Söhnen lu Bemen Dienern ernaDiite. Mitto Juni jedoch gelang es dem
Batb, Heinricli d. j. auf Wildenatein bei Bubendorf lu Terbaften, vorauf
er in BmbI toi Gericht geitellt wurde. 8. hierabei Sudt. Urk. 1195 luai 13,
Oot IS u. 17, und 1496 Febr. 32, ferner Woehenauig. 14H, S. 344 ft, und
HiaaiTenb. XIX 33, 41, 42 u. 44.
1) S. Wochenausg. 1496, 8. 349. Uebei leine Schuld ■. im HiMirnb.
XIX 53 Buela Brief vom 18. Juli an den OstteiehiKheD Landvogt, worin
der Rath nnr Teriichert, daM Rieher eo vieles gestanden habe, das« et Ära
Tnd reichlieh verdiene. Uebet die spitere Tradition, venech er Batelt
tehluss an die Eidgenossenschaft hStte verlündem wollen, s. Ochs IV 411.
a Bruder lienhard, der mit ihm verhaftet, sber oachher begnadigt
ide, brach später seinen Eid, schwur aber 1501 neuerdings Urfdide;
iUdt Urk. 1501 Aug. 30.
3] >Donr«tag>, wie die Hs. hat, scheint entstellt aus: samstag (8. Juli!,
die Strassbuiger Archivchronik hat; s. oben S. 191, A. 3.
3) Ueber diese Zahl s. ebend. A. 4.
4) Vgl. oben S. B.
5) Dasselbe Datum hat Bteonwalds Chronik, Ausg. in Balthasar«
ivetia IV 556.
«) VgL oben S. II.
1497—1512. 329
Eidgnossohafit zft, gon Belletz^), als sy sich fiii Lugaris') wider
den künig von Fianckiich^) legerten, mit 600 mannen. Und
kämen mit der hilff gottes wider heym frfilich uff frytag nach ipru 21
dem ostertag. Was der erst zug, nachdem und ein stat Basel
s ein ort der Eidgnosschafft worden was.
Aimo ec. im 1507 zooh man gon Grenow mit dem kiinig im?
von Franckrioh^), lut der yereyn^}.
Anno ec. im 1500 und zechenden zugend gemein Eidt- 1510
gnossen inn Meyland zum bapst*) mit dem bischoff von Wallis^.
10 Im 1511 jar vor wyennechten s) zugend aber min herren ^^^^
von Basel mit gmeinen Eydtgnossen in Meyland; nampt manDM. 25
den wintherzug.
[12] Anno im 1512 uff pfingsten*) zugend aber min herren >8i2^
von Basel und gmein Eidtgnossen mit dem cardinal von
15 Wallis ^0) inn Meyland, durch das Etschland hinin mit den
Yenedigeren, und gwunnen damals Meyland ^^). [Und schanckt
der bapst dennen von Basel ein guldin panner mit dem eng-
lischen gr&tz, als er dan euch yedes ort der Eydgnoschafflt
mit einem sonderen zeichen im panner begabt] ^'). Nampt man
» den Pafyerzugi^).
10. »Im Iftll jar« i d. Hi. conig. mu: Im obgenuten ju.
1) Bellinzona.
2) Ueber diesen Zug nach Locamo vgl. oben S. 19 u. 81, ferner unten
Adelb. Meyer s. J. 1503.
3) Ludwig XII
4) Ueber diesen Zug nach Genua vgl. oben S. 30.
5) Das sehnjährige Bündnisa mit Ludwig XII, vom 16. M&n 1499,
war zwar durch den Krieg von 1503 unterbrochen worden, galt jedoch
keineswegs als aufgehoben; 1. den Vertrag in Eidg. Abach. in 1, S. 755 ff.,
und vgl ebend. in 2, S. 363 g, s. 24. Febr. 1507.
6) Qemfias dem mit Julius IE am 14. März d. J, geschlossenen Bünd-
niss. Ueber diesen Zug in das Mail&ndische Tgl. oben S. 31.
7) Matthäus Schinner; s. oben S. 31, A. 1.
8) Der Auszug erfolgte schon am 21. Nov., und am 31. Dec. die
Heimkehr; s. oben S. 33, A. 5, u. S. 34, A. 5. In S ist das genaue Datum
ergänzt aus dem Eothen Buch der Zunft zum Himmel, Bl. 221.
9) An diesem Tage rückte das Heer von Verona aus in Feindesland;
8. oben S. 35. In S ist dieses Datum ersetzt durch dasjenige des Auzzugs
aus Basel (6. Mai), und zwar auf Grund des schon erwähnten Zunftbuches
zum Himmel.
10) Kardinal war Schinner seit 1511; s. oben S. 31, A. 1.
11) Ueber ihren Weg s. oben S. 34 ff.
12) VgL oben a 37 u. 83.
13) Ueber die Eroberung von Payia s. oben S. 36.
330 Gosmas Ertsberg.
jinl [Anno 1512 ufF samstag vor Uolryoy zügent die von Basel
mit gemeynnen Eydtgnossen, in willen das Eachental^} inzü-
nemen. Zochent doch nit witter den gon Suisee^), kamen
in acht tagen wider heim 9). und wiit der albelenkrieg^j
genempt.] %
j^ Im 1513 [im brachmonat]^) da zochen sy abei inn Meyland,
und geschach die grosse schlacht zu NawSren, und behielten
die Eidgnossen den sig wider den konig in Franckrich.
[14] Der zug gon Dyssyon.
Aug. 20 Anno eo. im 1513 jar uff sambstag vor Bartholomei sindh
min herren der stat Basel mit 500 mannen^) uszgesogen in
Franckrich, für Dyssion, mitsampt anderen Eidgenossen. Deren
hye durchzogen ob 18 000 ^j, on die, so durch andere Strassen
durchzogen wären, in massen ob 40 000 Eidgnossen sesamen
komen^). Da ward ein frid gemacht, aber durch unträwe deit&
Frantzosen nit gehalten^).
[12] Erdbidem.
jan.^20 Anno ec. 1514 uff Sebastiani, umb die 7 nach mittag, was
zu Basel und darumbher ein grosser erdbidem ^^).
14. Hb.: LH EidgaosMn; 8: XLM.
1) Das Val d'Aniigorio sammt Domo d'Ossola, das zum Herzogthum
Mailand gehörte. Zu diesem Zuge s. im St. A., Bd. St 91 (9), die In-
struction Tom 3. Juli für die Basler Hauptleute, sowie auch ihren Creditbriel
2) Bei ihrer dortigen Ankunft am 5. Juli kam den Baslem Ton Luzern
her Gegenbefehl, und so blieben sie dort stehen, bis derselbe auch toq
Basel bestätigt wurde; s. im St A., Bd. St 91 (9), den Brief der Basier
Hauptl. Tom 5. Juli.
3) Also am 10. Juli.
4) Albelen heisst eine im Sempachersee reichlich Torhandene Art Fische.
5) Während in der Es. das Datum gänzlich fehlt, hat S: im brach-
monat, uff fritag nach corporis Christi. Der erste TheU dieses Datums ift
richtig für die Schlacht bei Novara, vom 6. Juni, der zweite hingegen für
den Auszug der Basler, der am genannten Freitag (27. Mai) erfolgte ; TgL
oben S. 44 u. 46, A. 3. Während nun letzteres Datum unverkennbar aus
Bl. 211 des Zunftbuohes zum Himmel stammt und erst von Schnitt hier
eingeschaltet wurde, gehört das erstere »im braohmonatc, yermuthlich zum
Urtexte dieser Chronik und wurde von Ertsberg übergangen, yon Schnitt
hingegen beibehalten, obschon es zum zweiten gar nicht stimmt
6) Genauer 600; s. oben S. 49, A. 5.
7) Ueber diese Zahl s. oben S. 54, A. 5.
8) Vgl. ebend, A. 7.
9) 8. oben 8. 55 £F.
10) Vgl. B. Chron. I 20, auch unten S. 334, und Kilchmann z. J. 1514.
1512—1526. 331
[14] Meyland.
Anno ec. 15 uff mitwuch vor Gangolffi, was der 9. tag^^^
meyens^), sind min herren von Basel aber gezogen zum hert-
zogen von Meyland mit anderen unseren lieben Eidgnossen,
5 wider den kunig von Franckrich^], zft entschuttung Meylands,
das der Frantzosz, über und wider die bericht zu Dission be-
scbeen, understünd ze überfallen und abzestelen. Waren zum
selben zug houptman Juncker Henman Offemburg, und venner
meister Ebuins Lutzelman, mit 200 mannen.
10 Im obgenanten jar uff mentag nach Johannis Baptiste sind Jnm 25
aber min herren von Basel in Meyland zu den obgenanten
gezogen mit 600 mannen. Waren houptman herr Hanns Trut-
man zunffbmeister, und venner Hanns Ber.
Im selben jar uff fritag sant Bartholomeus tag sind aber- Aug. 24
u mals min herren von Basel zu beden obgemelten zeichen mit
800 mannen in Meyland gezogen. Waren houptman Juncker
Heinrich Meltinger, und venner Hanns Richart der Wynluten
meistert).
[15] Meyland.
20 Anno 1521 zugen min herren von Basel mit gmeinen 1521
Eidtgnossen inn Meyland, zum bapstLeo^).
[41] Grosser tonnerschlag in zugthurn.
Anno 1526 uff mitwuch in der fronvasten ze herbst, umb l^^. ,^
, ' 8«pt. 19
die 5. stund nach mittag^ kam ze Basel by sonnenschin, un-
25 geregnet, ein grosser tonnerschlag in den zugthurn^] zwuschen
Eschemerthor und sant Albanthar, wo vil pulver lag. Davon
der thurn ougenblick/tcA uff den grundt zerschleifftj grosz
quaderstein zum cappellin vor Eschem^Mor, deszglichen bisz in
2, Ha. n. B: X tag meyens (X statt VL).
1) Zum Mittwoch stimmt nioht der 10. Mai, wie sowohl E als S haben,
sondern der 9. Ueber die hier folgenden Zuzüge vgL oben 8. 66 ff.
2) Franz I, als Nachfolger des am 1. Januar 1515 yerstorbenen
Ludwig XII.
3) Ueber Hans Bichart gen. Maser vgl. oben S. 67, A. 9. — In der
Hs. folgt hier am Fuss der Seite noch die aus der Hs. S abgeschriebene
Nachricht der gedr. Augsburger Weltchronik über die Schlacht bei Mari-
gnano; s. oben S. 318.
4) D. h. durch das Mailändische in die Bomagna. Ueber diesen Zug
8. B. Chron. I 26 und Anshelm IV 421 ff.
5) Dieselbe Stunde s. oben S. 84. Vgl jedoch B. Chron. I 54 u. 413,
wonach es kurz nach 6 Uhr geschah. — Ueber die im Text in Cursiv er-
gänzten Lücken s. oben S. 322.
6) Ueber diesen Thurm s. oben S. 84, A. 6.
332 Cosnuui Ertiberg.
sant Alban voistat, und ubei Bin in die CariAus getriben wur-
detij und an vü ennden yenster sersohlagen, thür und thor
ufgestossen^ 21 menschen umbbraoht und vil yerwAst.
[15] Capeller sag.
j^ Anno 1529 im biaohmonet zugend min henen von Basels
unseren eidtgnoMen von Zürich, Bern, Schaffhusen ee. su,
wider die Lfinder^) und die von Zug^). Was der erst Cap-
peller sug; da erhielt man das wort gottes, lib, ere und gut
1) Die drei Waldstftdte; dabei Tergiast jedoch der Schreiber auch
Luiem lu nennen. Ueber diesen Zug i. oben S. 137 u. 198.
2) Das Folgende ist rermathlich ein Zussts Ertibergs.
Ertzbergs eigene Aufzeielmungen.
Pater.
Das oondlium zA Basel angefengt waa, 1431
Heinrich Ertzbergs^) gebererin sin genas.
Filius.
Cosmas Ertzberg ist an das liecht geboren,
Als das heilig crüts ze erheben ward erkoren^); sept 14
Kanstu mich lesen und verstan,
Die jarzal ich dich wissen lan.
10 Cosmas.
Anno 1488 uff Marci ewangeliste kam ich z& hem Niclausen j^^ 25
Rusch statschriber, und bleib by im als Substitut bisz uff Apo-
linaris im 94 jar, als ich kouffhusschriber uff den selben tag J^ 23
ward^).
\i Anno 1488 ot^eschriben hett mir Cosma min vatter uff^^^^ 21
donrstag nach esto michi der Scherer zunffb zum Sternen^] er-
nüwert. Costet nemlich die zunffb 1 guldin, 1 viertel win^),
meister Hans Rfiwlin, meister der zunfft^^), 1 s., und dem stuben-
knecht 6. d., lut mins vatters handtgschrifft.
» Soli deo gloria^).
[67] Probst zu Lutzernn.
Anno im 1500 uff den tag starb herr Heinrich isoo
22. In der Hs. «ine Lfteke Ar das Datam gelassen.
]] Ueber ihn 8. oben S. 313.
2) Sein Geburtstag fiel mithin auf Kreuierhöhung (14. Sept) Doch weiss
ich aus dem übrigen Verse die Jahrsahl nicht lu ermitteln; 1. oben S. 314.
3) Vgl. ebend.
4) Die Halbsunft der Scherer nannte sich nach ihrem Hause sum
Goldenen Stern, jetit Freie Strasse No. 71.
5} 1 Viertel hielt 4 Maass, und 8 Viertel machten 1 Ohm.
6) Er bekleidete dieses Amt von 1461 bis 1499.
7) Den Vers über Reich und Arm, der in der Hs. am Fuss dieser
Seite folgt, s. unten in der Beilage.
334 Cosmas Ertiberg.
Vogt, doctoi und prost zft Lutseinn^), mins vatten seligen und
min guter gfinner.
[15] Das münster se Basel ward entwicht, und widet
gewicht oder reconcilyert
A rii^ Anno ec. 1500 sexto uff mentag nach sant Marx tag, was i
der 27. tag aprellens, warff ein Student der glocknerknaben
einen mit einem bodenstuck ^) an sin houpt, das es im geoffiiet
und bl&trünsig. Dadurch das münster, düinn solichs geschach,
April 2S entwicht, und morndes am zinstag frft uff die 6. stund vom
wichbischoff') loblich reconcilyert und wider gewicht ward, i«
[9] Von einem kalten winther.
1514 Anno ec. 1514 was ein grosser kalter winther, desK glichen
dhein mönsch uff die selb zit mocht gedencken, also das der
Bin von Clingenthal bisz zu sant Alban über und über&oren
was by dryen wuchen lang, das man darüber gieng und reyt^l ^^
Jan. 20 Im obgesohriben jar kam ein erdbidem uff sant Sebastians
tag, nach mittag umb siben uren, schier eins patemosterge-
betts lang, das man meynt, er wölte etlich huser nider-
werffen*).
1615 Anno 1515 was ein vast warmer winther, also das etliche
n. Anru ^ ^ mertzen und aprellen kelter gewesen sind denn alle
kelte im gantzen winther. Und viel im aprellen me schnee,
denn den selben gantzen winther gefallen was.
1516 Anno ec. 1516 was ein dürrer warmer summer, desz
glichen, als der gemein man vermeint, sitt dem heissen sum-^'>
An«. 22mer anno 73 ye gewesen ist*). Und im selben jar uff fritag
vor Bartholomei fand man nüwen win am merckt z& Basel
veil, kam von Hadtstat^) ussz dem Elisas.
1) Er wurde 1486 Propst des Stifts St. Leodegar su Lusem und starb
am 22. Juli 1500; 8. Mülinen, HeWetia Sacra 146.
2) Mit einer Erdscholle.
3) Telamonius Limpurger, Bischof von Tripolis, war Weihbisdiof
seit 1498; s. Wurstisens Epitome, in Scriptor. Bas. minores, S. 227 ff.
4) D. h. der Rhein überfror am 11. Januar, und erst gegen Ende de>
Monats trat Thauwetter ein. Schon am 25. jedoch begann man durch die
Eisdecke eine Rinne eu hauen, so dass sie nur 14 Tage lang wirklieh
passierbar war; s. oben S. 59 ff.
5) Vgl B. Chron. I 20 u. V 199.
6) Vgl. oben S. 323.
7) 2 St südl. V. Colmar.
. 1506—1520. 335
[17] Anno ec. im 1519 jar ist unsers herm gots tag^) ^tni^
sant Johanns Baptisten oben gefallen^), und hett man sant
Johans bannfast an unsers heim gots oben gehalten'). jimi22
Anno 1521, nach wienneohten gerechnet^), was ein ^
^ solicher waimei winther, dess glichen kein m&nsch sui selben dm. 25
zit gedencken möcht. Und viel im meitzen des selben jars zwüren ^^
mer schnees, denn davor den gantzen winther ge£allen was.
[41] Vom grossen wassergussz des Birsichs.
Anno im 1519 jar u£f den 29. tag des brachmonets, ^^ jq1ü29
ouff mitwuch sant Peter und sant Paulus tag zA mittemacht
gegen dem donstag uff die zw&lffte stund in der nacht, kam Jui so
ein solich ungewamet schnell wasser des Birsichs vor Steinen-
thor ^), schwalt sich vor den gatteren, als die nüt hoch^) gnüg
uffgezogen wären ^), also, da er sin gang getuann^ das er durch
&die stat in sinem flusz by V/2 mannen hoch ward^); und stürmt
man darüber in der stat uff das ein. Da was grosse not, desz
glichen kein mSnsch nye hye zu Basel von wasser in solicher
zit ye gehört noch gesechen hatt; denn vil starcker muren und
sust gebuw dadurch verfielen. Und wä der Bin in der selben
u nacht mit siner grössy den Birsich verschwelt^ hette unseglichen
schaden in der stat gethan. Denn er in die kilchen an den
Steinen 3 schüch hoch gestanden ist^].
Anno 20 uff fritag nach unsers herrgots tag galt 1 viemzel ^^^ ^
dinckel ze Basel 36 s., und darnach am neoh^^en merckt^^) 18s.; Jon! 15
s das was umb das halb abgeschlagen.
13. BUii des Erg&nzten liat die Hs. auf dem innern Bande, Ton sp&terer Hd.: mit
den pfileren nit 14. Statt d. Erg. bat Hs.: gehaben mftebt. 16. Statt d. Erg.
hat Hs. : kilchen. IS. Statt d. Erg. bat Hb. : nnd ander.
1] Das FrohnleiclmamsfeBt.
2) Seit 1356 war dieser Fall nioht mehr eingetreten; 8. bei Qrotefend
den Kalender zum 24. April.
3) D. b. die Vigilie des Johannisfestes, die ein Fasttag war, wurde
schon am 22. Juni begangen, weil auf den 23. das Frohnleichnamsfest fiel.
4) Nach dem Jahresanfang mit Weihnachten.
5) VgL B. Chron. I 24 u. 382, auch Brilinger z. J. 1519.
6) Ueber diese und die folgenden Lücken in der Hs. s. oben S. 322.
7) Ueber diese Vorrichtung an der Stadtmauer, beim Einlauf des
Birsigs, 8. oben S. 133, A. 11.
8) Vgl. Brilinger a. a. O., wonach in der Steinenvorstadt das Wasser
in Mannshöhe floss.
9) VgL ebend.: ad duomm altitudinem cubitorunL
10) Am nächsten Freitag (15. Juni).
336 Connas Ertibeig.
1620 Anno 1520 uffUdalrioi episcopi band min henen mit uer
und aller firtren gemeiner Eidgnossohafit botschaf/V die pimt
und vereyn einander geachworen ^), lut des punfo, des datum
wiset anno 1501 2).
[43] Der grosz Birsich sft Basel. ^
152» Anno im 1529 uff mentag vor Viti und Modesti, was der
™ '^14. junii genant brachmonet, ward der Birsicb im Leymthal
so unseglioh grosz'), das er im kouffhusz eins halben mans
hoch was. Fürt den zolltrog ab siner stat, das man in anbin-
den müst an die mitler sül im kouffhusz. und die buehseni:'
mit dem kouffhuszpetschafft, so das wasser ab dem trog hin-
weg gef&rt, ward in Lux Iselins Stuben by dem Kornmerckt-
brunnen^j, darin das wasser gieng, funden. Das gewelb^) im
kouffhusz zerbrach, und sust vil gebuw an huseren und der
statmuren, by dem Eselthurn und anderswa. Daby wol zeis
bedencken, was grosser not, der glichen zA Basel nye gehAit
worden, wassers halb gewesen ist. Oot w&Ue sich unser erbarmen.
1630 Damach im 30 uff den 4. tag july genant hfiwmonet, was
uff [J4alrici, kam aber ein grosser Birsich usz dem LeymUial*},
mit grosserer ungestflmikeit denn der vorder, aber nit so gar 2? ;
grosz, sunder by 4 sch&ch nyderer.
Kornthüre zu Basel, und darumb in anstossenden |
lannden.
Anno ec. 1530 obgesohriben galt 1 yierntzel dinckel von
3 Ib. bisz uff 4 und 4V2 Ib. z& Basel ?). ^
8. Ha.: «ins halben mana tiaff boeh.
1) Die Bünde der Eidgenossen sollten alle 5 Jahre beschworen wer- i
den. In Folge verschiedener Umstände geschah diess jedoch seit der Auf* ^
nähme Basels nur 1502, 1507, 1514 u. 1520; s. Eidg. Absch. m 2, S. 166 k,
383 h, 800 a u. 1238 a, Ueber den Schwur Yon 1507 in Basel b. B. Chron.
IV88ff.y und über den späteren, von 1526, s. oben S. 196. Ueber die
kirchliche Feier im Münster, welche jeweilen dem Schwur auf dem Korn-
markte vorausging, s. BriHngers Ceremoniale S. 95, 1. J. 1520.
2} Den Bundesbrief vom 9. Juni 1501 s. Eidg. Absch. III 2, S. 1291 ff.,
sowie auch bei B. Thommen, Der Basler Bundesbrief, S. 5 ff.
3) VgL oben S. 132 ff. u. 177 ff., femer B. Chron. 1 102 ff. u. 485.
4) Ueber Lucas Iselin s« oben S. 119, A. 1. Sein Haus war am Markt-
plati das jetzige No. 11. Was in B. Chron. IV 404 von diesem Hause
z. J. 1530 berichtet wird, bezieht sich jedenfalls auf die Ueberschwemmung
von 1529, da diese grösser war als jene von 1530.
5) D. h. die Ueberwölbung des Birsigs.
6) Vgl. oben 8. 134 und B. Chron. 1 111 u. 485.
7) Näheres über diese Preise von 1530 s. oben S. 147 ff., und vgl
B, Chron. I 111.
1520—1532. 337
Im 31. jar neohst darnach galt 1 vierntsel dinckel von i63i
5 Ib. biaz uff 6 und 7 Ib., und 1 sack mit kernnen 7 Ib. ^). Grott
der allmechtig Terlih unns gnad, das wir siner guttäten und
gaben danokbar, die in sinem lob und unser notturfft, nit zt
:iuberfluss ny essen, damit wir solicher und ander der glichen
joch grösserer straffen unnserer sunden halb nit wartend syen.
Denn in diser thiire gross jämer, eilend, angst und not,
hungers halb, ersechen worden, so cleglich ze beweynen ge-
wesen ist.
10 [42] Anno 1532 uff suntag vor Oswaldi hett Stoffel Boum- i&32 ^
garter der gewantman'] in sinem huse zum Eberstein ^), under
dem kouffhuse gelegen, z wuschen den oberen zweyen iameren*)
ze mittem tag leider sin eelich hus&owen Elszbethen Davidin,
Kenrich Davids eeliche tochter^), und der selben Elszbetheln
ts und sin eelich kind, by 4^2 jar alt, bede uff den tod verwundt
und ermurt; und von stund an uff das ober teil des huses
gangen, und by der winden harusz^^), barf&sz und barhftuptig,
&e>elich an die gassen gesprungen und sich selbs, gott er-
barms, ze tod gefeilt.
30 Morndes am mentag ist über solichen erschrockenlichen Ang. 5
hanndel, desz glichen wenig gehört, im richthuse underem
hymel gestftlt^) und erkant worden: Wa Stoffel by leben bliben
were, das man in uff ein karren gesetzt, an die 4 crutzgassen
gefftrt^}, daselbs mit glflgenden zangen gepfetz, darnach zu der
25 richtstat by dem galgen^] gefftrt, da geradbrecht und uff das
rad gelegt solt haben. So er aber tod sye, das man in uff
einem tilen hinusz schleiffen, sine glider radbrechen, uff das
25. Hs.: riehiUt
1) VgL oben S. 149.
2) VgL B. Chron. 1 140 ff. u. IV 98 ff., auch oben S. 161 ff. u. 203.
3} Uebei dieses Hans s. B. Chron. IV 98, A. 4.
4) Diese und die weiter folgenden Lücken auf S. 42 der Hb. rühren
von der frühem Ueberklebung dieser Seite her; s. oben S. 315, 319 n. 322.
5) Ueber H. David s. oben S. 162, A. 2.
6) Auf den Estrieh und sum Aufsug hinaus; s. B. Chron. IV 99 und
vgl. oben S. 162.
7) Im Hofe des Bathauses; vgL B. Chron. a. a. O.
8) Hierüber vgl. B. Chron. IV 99, A. 3.
9) >Beim Ga]gen< heisst hier die Bichtstätte auf dem Geliert, vor
dem St. Albanthor, sum Unterschied von derjenigen vor dem Steinenthor,
welche für andre Todesarten bestimmt war, und wo deshalb weder Bad
noch Galgen stand.
BmImt Cbroniken. VI. 22
338 CosmM Ertsberg.
rad legen, damit uffriohten, ein kleine zit also stan laBseo.
widei von dem rad nemmen, in ein feun (als den, so sieh er-
tSdet hett) schlaohen, uff den Rin legen und hinfaren lasse,
wie denn besoheen ist.
Er hett euch ein brieff, mit siner hand geschriben, an sich »
in der weiche mit einem nestel gebunden^). Darinn man
eigentlich gefunden hatt, wie er mit vorbedachtem müt und
furgefaszter mejnung des willens gewesen sye, mit sinem wib,
kind und im selbs ze handien (wie obstat, leider bescheen ist),
und in solicher geschrt|^if destminder nit got angerftfft, im akti
einem verzwiffleten sänder gnSdig ze sind, euch darinn an-
zogen, was in durzä geursaoht und bewegt hab, doch nit
gen&gsam.
1) Ueber diesen Brief Tgl. oben S. 163 u. 303.
Beilage.
Verse und spätere Aufzeielmuiigen in
Ertzbergs Handschrift.
Wie wir oben sahen, sind schon die Nachrichten, welche
5 Ertzberg auf dem vordersten Blatt über sich und seinen Vater gibt,
zum Theil in Reime gefasst^). Auch von den sonstigen Versen,
welche die Hs. theils auf jenem Blatte, theib auf S, 36 u. 37 ent-
hält, mag wohl der eine oder andre ihn zum Verfasser haben, doch
schwerlich alle. Denn wenigstens der Vers über die Papstglocke,
10 welcher sich auf S. 9 findet, ist uns in etwas abweichender Fassung
auch in Wurstisens Münstarbeschreibung erhalten'). Immerhin lassen
wir, in Rücksicht auf die Abweichungen, auch diesen Vers hier
folgen. Den Schluss aber bilden jene Tcreinselten Aufzeichnungen
z. J. 1554 u. 1561, von welchen wir oben sahen, dass sie wahr-
isBcheinlich von Severinus Ertzberg geschrieben sind^).
Der rieh, det redt, und mengklich sweig,
Sin red bisz uff die wulken steig.
Der arm redt euch, und mengklich sprach,
Er hatt euch geredt, sin nyeman lach.
2) Der rieh man hatt frunden vil;
Den armen ze frund nyeman wiH).
[37] 1477.
Cernite nunc duces: Burgundum gloria neeat.
1} S. oben S. 333.
2) S. Beitrage Xu 426.
3) S. oben S. 319.
4} Diese Verse stehen in der Hb. am Fusb des vordersten Blattes*
unterhalb Ertsbergs Aufzeichnungen über sieh und seinen Vater.
22*
340 Coflmafl Ertiberg
Oo der einstliohen grossen not,
Da Kazle dei Burgunder im bl&t rot
Ze Nannse tod lag uff der heidt;
Das gedieht die jarzal seidt^).
[36] 14S4. s
Febrl^u Valentine, tuos celebrans Basilea triumphos
Presulis officians labitur ense tibi^).
Uff die Pfalts ze Basel.
Hie qui stat, montes videt, ortos, flumina, fontes,
Urbes et castra, conspieit quoque villas et astra. t«
Epitaphium sue sepulture in Berona').
Decanus canus in Kirchberg ^j atque decanus
Rursum dentescit, nigrescit, hie requiescit.
[9] Bapstglock.
1442 Ein M, darsü vier C,
So vil X, zwei 1, nit me,
Da ward babst Felixs glock z& Basel gegossen,
Zwey jar vor der schlacht der Eidgnossen.
i4«i9 Darnach im nünundachtzigisten jar
Brach die selb glock, das ist war,
Und was zft der selben zit
Die selb glock 10 eil wyi^j.
1) Wie aus diesen Versen die Jahnahl 1477 herauszulesen seil ist
mir nicht yerstindlioh.
2) Am St Vslentinatage (14. Febr.) 1484 wurde der bischöfliche OfS-
zial Matthäus Müller im Todtengässchen ermordet; s. Brilinger i. J. U84.
3) Wohl am ehesten das Chorherrenstift Beromflnster, 3 St n. t.
Lusem.
4) Es bleibt fraglich, welcher von den verschiedenen Orten d. N. hier
gemeint ist. Für Basel der nächste ist das 2 St südöstl. von Sissadi ge-
legene Dorf d. N., dessen Pfarrer wohl seitweise Dekan des Sisgauei
Kapitels gewesen sein mochte ; doch stimmt das Begräbniss in Beromünster
nicht besonders su diesem Kirehberg, dessen Pfarrer wir aus dem XV. Jahr-
hundert überhaupt nur zum kleinem Theil kennen; s. Boos, Urkb. II 618
u. 636 ff., femer Brückner XXII 2589 ff.
5) Denselben Vers, sowie auch Weiteres über diese Qlocke s. iu
Wurstisens Münsterbeschreibung, Beiträge XII 426.
\i
Beilage. 341
[87] Fon usslendisohen sachen.
Anno 1554 sind su Wien in Oesteiioh einem Ungerischen ibn
gudschyman zwei losz lauffent worden, und sind den Kol-
markt uf gelaufen und for einem hus, das man dozemal des
5 Schinkschusters hus hat genendt, an einen wagen gelaufen.
Und iBt das ein mit der brüst do fornen an die deihsel oder
an das gesteil gelaufen, und ist im dur den lib gangen und
bim hindern schenke! wider usien gangen, und ist also doran
steken bliben, bis es der nochrichter hinweg hatt gefiert.
10 [91] Anno 1561 im jenner <) überfror der Rin von der i&6i
Rinbrucken bis zu der Kardus, und blib iiber&oren bis zu
mittag um die elfe, brach er wider uff in der mite ein wenig.
1) Am 19. Januar; s. Wuritisens Baslerchron. S. 637.
vm.
Die
Aufeeichnungen Adelberg Meyers
374—1542.
Einleitung.
5 Wie die Abschriften Ertsbeigs, so stehen mit den A.Qf-g^][||^^
Zeichnungen Schnitts in vielüachem Zusammenhang auch die-
jenigen Adelberg Meyeis^). Von der Hand dieses mit Schnitt
befreundeten Biiigeimeisteis^) ist uns in dem Sammelbande
D n 1 dex hiesigen Kirchenbibliothek ^j ein Heft erhalten,
to welches jetst noch 30 Blätter in fol. mit dem Wasserseichen
des Baselstabs enthält. Seine alte Foliatur jedoch sählt
32 Blätter, wovon Bl. 25 und 28 fehlen ^j, und ausserdem waren
noch yor einem Jahrsehnt — bevor der Band neu gebunden
wurde — hinter BL 32 die innern Bänder yon mindestens
1» 8 ausgeschnittenen Blättern vorhanden.
Den Inhalt dieses Heftes bilden sunächst auf Bl. 1 — 14 lahait.
allerlei Aussäge aus den Bathsbüchern, nämlich aus dem
Grossen Weissbuch, dem Leistungsbuch II und dem Rothen
Buche. Auf diese folgen bis Bl. 16 noch vermischte Nach-
»»richten, welche theils aus den Gr. Basler Annalen, theils aus
der Deutschen Golmarerchronik stammen^). Doch sind die-
selben ebensowenig nach der Zeitfolge geordnet wie die Aus-
züge aus den Bathsbiichern. Bl. 17 — 22 hingegen sind angefüllt
mit Abschriften einselner Abschnitte aus Schmtts Hs., und
& diese reichen, nach den Jahren geordnet, von 363 bis 1446.
Auf Bl. 23 sodann folgt ein mit Einleitung versehenes Ver-
zeichniss der Basler Bürgermeister, welches ursprünglich bis
1) Ueber sein Leben 8. unten die Einleitung zur Meyerischen Familien-
chronik.
2) 8. oben 8. 93.
3) Ueber diesen Sammelband, dessen Hauptstack die Chronik H.Offen-
burgs bildet, 8. B. Chron. V 219.
4] Verloren ist jedooli nur Bl. 25; über Bl. 28 8. unten 8. 346.
5) Ans letsterer Quelle stammen auf Bl. ldi> u. 16 die Naohriohten
s. J. 1162, 1347 u. 1364, wobei die erstem swei Jahrsahlen entstellt sind
in 1142 XL 1341.
346 Adelberg Meyer.
B1. 28 reichte. Letzteres Blatt fehlt zwar, wie schon bemerkt,
in dieser Hs. Doch ist dasselbe nicht verloren, sondern es
findet sich in der Beinheimischen Hs., und zwar angeklebt
auf Bl. 297 1).
Den Hauptinhalt von Bl. 29 — 30 bilden Aufzeichnungen :<
aus Mülhausen, welche von 1340 bis 1475 reichen. Doch
gehen denselben auf Bl. 29 zwei vereinzelte Notizen aber die
Belagerung der Burg Rötehi, von 1332, und über die Ermor-
dung König Albrechts voraus, wovon die erstere auch in
Schnitts Hs. sich findet, und zwar unter den spätern Zuntzen^;. i»
Die letzten zwei Blätter hingegen, Bl. 31 — 32, scheint Meyer
ursprünglich für die AufiBcichnungen ans späterer Zeit, d. h.
aus dem ausgehenden XV und beginnendem XYI Jahrhundert
bestimmt zu haben und zwar so, dass er als Zwischenraum
zwischen der alten und der neuem Zeit die Vorderseite voni'
Bl. 31 leer liess. Erst auf Bl. 31^ u. 32 nämlich finden wir
einige Nachrichten von 1494 bis 1510, die uns zum Theil auch
bei Schnitt erhalten sind'). Nachdem aber diese Eintrage ge-
fertigt waren, welche übrigens die betreffenden Seiten nur
theil weise füllten, scheint Meyer nachtraglich noch weitere»
AufEcichnungen aus älterer Zeit gefunden zu haben, die er nun
auf dem bisher leer gelassenen Baume hinter der Mülhauser-
chronik anbrachte, d. h. am Fusse von Bl. 30^ und auf dem
bisher nur zum kleinem Theil beschriebenen Bl. 31. Hier
nämlich finden wir ausser einer Notiz z. J. 1362 aus dem Bothen ^
Buche ^) noch verschiedene Nachrichten von 1403 bis 1I4B,
welche offenbar aus der BLs. S abgeschrieben sind^). Aus un-
bekannter Quelle hingegen stammen auf Bl. 31^ vier Notizen
z. J. 1403, 1438, 1443 u. 1465.
Nachdem durch diese Einträge Bl. 31 u. 32 annähernd ge- «
füllt waren, blieb immerhin am Fuss derselben noch einiger
Raum, und auch diesen liess der schreibselige Bürgermeister
nicht unbenutzt. Denn hier finden wir auf Bl. 31^ eine aus
dem Kleinen Weissbuch stammende Bemerkung über das ehe-
mals beim Tode eines Bischofs übliche Verhalten des Raths^j, i>
1) 8. B. Chron. V 454.
2) S. oben S. 250.
3) S. oben 8. 170.
4) 8. B. Chron. IV 17.
5) Diese stammen ursprünglich theils aus den Gr. Baaler Annalen
(1403—1420), theOs aus Appenwilers Hs. (1425—1446), und s. J. 1424 sin
dem Liber DIt. Herum.
6) 8. B. Chron. IV 86.
Einleitung. 347
und weiter auf Bl. 31 u. 32 noeh einige Nachrichten aus un-
bekannter Quelle z. J. 1450 u. 1459. Ebenso wurde auch auf
andern Blättern der da und dort leer gebliebene Baum nach-
träglich noch angefüllt. So finden wir am FuMe von Bl. 15^
^eine aua dem Leistungsbuch II 67^ stammende Notiz über die
Marktyerlegung von 1410, und auf dem früher leer gelassenen
Bl. 16^ einen Auszug aus der Dienstordnung der Gerichts-
beamten. Diese Ordnung ist uns einzig noch im Kl. Weiss-
buch erhalten^), jedoch ohne Jahrzahl. Bei Meyer hingegen
I« trägt sie die allerdings irrige Jahrzahl 1445; sein Auszug stammt
also nicht aus dem genannten Buche, sondern aus irgend einem
jetzt verlornen Schriftstück. Da übrigens diese Ordnung nach-
weisbar aus der Zeit zwischen 1390 u. 1405 stammt '), so dürfte
das irrige Jahr 1445 verschrieben sein aus 13953). Weiter ist
\i noch am Fuss von Bl. 17 eine Bemerkung angebracht über die
bekajinte Erwähnung Basels durch Ammianus Marcellinus, und
auf dem früher frei gebliebenen Bl. 22^ findet sich zunächst
eine Notiz z. J. 1495 über das Auftreten der Blattern, sodann
aus dem Oeffnungsbuch VII 65 das Verzeichniss der 1499 aus-
» gewanderten Edelleute, und schliesslich aus dem Bothen Buch
eine Verordnung von 1427^).
Wie sich sowohl aus der Aufzeichnung auf Bl. 22 V über .^^^^^^
die Blattern von 1495 als aus der Einleitung zum Verzeichniss ^^^
der Biu^ermeister auf Bl. 23 ergibt, so wurden die betreffenden
5 Theüe der Hs. erst 1543 geschrieben^). Das genannte Ver-
zeichniss aber wurde von Meyer auf dem jetzt in die Bein-
heimisohe Hs. versetzten Bl. 28 noch fortgeführt bisjl547, also
bis zu seinem Tode ^). Im übrigen jedoch war wohl die^ganze
Hs. schon 1543 vollendet, da ihr gesammter Inhalt sich in der
0 1545 gefertigten Beinheimischen Hs. bereits vorfindet ^j. Der
Schreiber dieser letztem, Berlinger, hat übrigens auch in diesem
von Meyer geschriebenen Hefte, das ihm als Vorlage diente,
noch mannigfache Spuren seiner Thätigkeit hinterlassen. Zu-
1) S. £1 Weissb., BL 24 ff., abgedr. in den Rechtsquellen von Basel
163 ff.
2] S. Eechtsquellen I 63^ i. d. Anm. Dast der^betreffende Theil dea
Buches schon 1405 geschrieben wurde, darüber 8. B. Chron. IV 124 u. 126.
3) NämUch MGCCGXXXXV aus MCCCLXXXXV.
4) Abgedr. in den Rechtsquellen 1 111.
5) S. unten s. J. 1495.
6) 8. B. Chron. V 454. Meyer starb 1548 am S.Juni, also noch vor
der diesjährigen Neuwahl des Raths.
7) S. B. Chron. V 451.
348 Adelbeig Meyer.
nächst ergänst er im Text einzelne fehlende Wörter und fügt
auch überall die Ueberschriften bei, die wir in der Beinheiiiii-
achen Hb. wiederfinden. Sodann setet er su manchen Ab-
schnitten ein »S. G.<^) sammt einer Zahl, womit er auf das-
jenige Blatt seines gedruckten Ett erlin verweist, wo der s
betreffende Abschnitt eingetragen ist. Wo aber bei Meyei
zwei verschiedene Nachrichten dasselbe Ereigniss berühren, da
verweist er regelmässig auf das entsprechende Blatt, indem er
angibt, das wievielte vor oder hinter dem vorliegenden es sei.
Ebenso verweist er auch öfter auf die Beinheimische Hs., in- »
dem er das Blatt angibt, wo dort schon ein Abschnitt ver-
wandten Inhalts zu finden ist;
SÜiJilrä« ^^ dieser Beinheimischen Hs. bildet der Inhalt von Meyen
Hudsehrift. Heft den nächstfolgenden Theil hinter der früher erwähnten
Abschrift von Schnitts Chronik ^). Mit Ausnahme des Bürger- 1»
meisterverzeichnisses, das erst weiter hinten auf Bl. 29 1 ff. folgt,
finden wir nämlich hier, auf BL 240 — 268, den gesammten
sonstigen Inhalt dieses Heftes zu einem meist nach der Zeit-
folge, zum Theil aber auch nach dem Stoff geordneten Garnen
vereinigt, das von der ältesten Zeit bis 1510 reicht. EUeran»
schliesst sich auf Bl. 268^ der politische Theil jener sdion
früher erwähnten, von 1537 bis 1540 reichenden Fortsetzung
zu Schnitts Chronik^). Die gleichfalls zu dieser Fortsetzung
gehörenden Witterungsnaohricfaten von 1537 bis 1542 hingegen
finden sich auf Bl. 262^ — 263 hinter dem heissen Sommer von s
1420 eingeschaltet, d.h. also mitten unter den gesammelten Nach-
richten aus älterer Zeit. Zugleich aber bemerken wir hiet
noch einzelne Auszüge aus altern Quellen, welche in Meyers
Heft, so weit es uns erhalten ist, so wenig zu finden sind wie
jene Fortsetzung zu Schnitts Chronik. Hierher gehören sunädist »
die aus dem Rothen Buche stanunenden Abschnitte über Basels
Name und Ursprung, über die Theurung von 1439 und über
die Ajmagnacken von 1444^). An letztern aber schliesst sich
ein Bericht über die Schlacht bei St. Jakob aus unbekannter
Quelle, und ebenso ungewiss ist die Herkunft zweier weiterei -^
Abschnitte über den Streit Bischof Johanns von Venningen mit
der Stadt, und über den Besuch Karls des Kühnen im Elsass.
1) Da hier EtJ^rlins Chronik gemeint ist, so w&re man versucht diese«
S. C. als »Schweizer Chronik« su deuten. Jedoch steht mebmials deutlich
>In8 S. C«, 80 das dieses S die Initiale eines Personennamens su sein scheint
2) S. B. Chron. V 451.
3) S. oben S. 103.
4) S. B. Chron. IV 46, 52 u. 150.
Einleitung. 349
Schon oben sahen wir, dass in Meyers Heft hinter Bl. 32
früher noch weitere Blatter folgten ^), und auf eines dieser jetst
verlornen Blätter scheint auch eine jener Verweisungen sich
zu beadehen, welche, wie schon bemerkt, von Berlingers Hand
sin diesem Hefte sich öfters finden >). Auf Bl. 13^ nämlich,
wo von Meyers Hand der Bericht des Rothen Buches über die
Armagnacken von 1444 eingetragen ist^), fugt Berlinger am
Schlüsse noch bei: »Und lag. Such hernach fol.25.c filit diesen
Worten »Und lag« beginnt nun eben jener vorhin erwähnte
» Bericht aus unbekannter Quelle über die Schlacht bei St. Jakob,
der sich in der Beinheimischen Hs. unmittelbar an den aus
Bl. 13^ unsres Heftes abgeschriebenen Bericht des Rothen
Buches anschliesst Berlinger muss also beide Berichte in
diesem Hefte vorgefunden haben. Das Blatt aber, wo der-
i> jenige aus unbekannter Quelle stand, war keinesfalls das jetzt
fehlende Bl. 25, und swar schon deshalb nicht, weil ja von
Bl. 23 — 28 das Verzeichniss der Bürgermeister reicht^). Es kann
somit hier — wie diess auch bei andern Verweisungen in
diesem Hefte nachweisbar ist — das 25. Blatt nur in dem
> Sinne gemeint sein, dass von Bl. 1 3 an noch 25 Blätter gezählt
werden, also bis zum jetzt verlornen Bl. 38. Wie dort dieser
Berieht über St. Jakob, so mochten auf den übrigen Blättern
auch jene andern jetzt nur noch in der Beinheimischen. Hs.
erhaltenen Abschnitte sich finden, und zwar nicht nur die '
5 wenigen Nachrichten aus älterer Zeit, sondern vermuthlioh auch
die Fortsetzung zu Schnitts Chronik. Wie nahezu der ganze
Inhalt der Beinheimischen Hs., so finden sich übrigens alle
die hier aufgezählten Stücke auch in Berlingers Etterlin^).
Jedoch bietet der dortige Text auch in denjenigen Theilen,
u welche in Meyers Heft fehlen, beim Vergleich mit der Bein-
heimischen Hs. nur unwesentliche Ergänzungen.
Berlinger folgte jedenfalls den Weisungen Meyers, als er ^**^^Ji.
die verschiedenartigen Nachrichten, welche dieser in seinem Mmb«nd«ii
Hefte gesammelt hatte, in der Beinheimischen Hs. nach der
s Zeitfolge ordnete, so dass daraus wenigstens äusserlich ein
Ganzes wurde. Für unsern Zweck jedoch verdient das von
Meyer selbst geschriebene Heft den Vorzug, da nur in diesem
1) S. oben S. 345.
2) S. oben S. 348.
3} Diesen Bericht s. B. Chron. IV 52 ff.
4) S. oben S. 345.
5} S. BerlingeiB Etterlin, BL 6 ff., 55 ff., 61b ff., S4b u. 91 ff., und
vgl. B. Chron. V 469.
350 Adelberg Meyer.
die gesammelten Nachrichten rieh mit einiger Sicherheit nach
ihren Quellen unterscheiden lassen. Gerade letsteres aber ist
hier umso nothwendiger, da Meyers Sammlung zum gro«sten
Theil auf noch erhaltenen Quellen beruht und somit für uns
keine weitere Bedeutung hat. Dahin gehören vor allem die Aus> <
züge aus den Bathsbüchern ^) und die Abschriften aus Schnitts
Hs., also der gesammte Inhalt yon Bl. 1 — 14 u. 17 — 22. Ebenso
sind die Auszüge aus den Or. Basler Annalen, auf BI. 14 — lt>
u. 30^*^3 1, schon oben in der Ausgabe dieser Quelle ver-
werthet. Vom Yerzeichniss der Bürgermeister aber, das auf t^
Bl. 23 — 28 folgt, hat für uns einrig die Einleitung einigen
Werth. Das Yerzeichniss selbst hingegen dürfen wir hier wohl
ganzlieh übergehen, da es sehr unvollständig ist und auch
lediglich auf den noch vorhandenen Bathsbüchern beruht.
WerthvoUer als dieses erscheint die auf Bl. 29 — 30 folgende '^
kurze Chronik . von Mülhausen, welche uns einzig hier erhalten
ist, und deren Aufnahme in Meyers Sammlung rieh aus den
Beziehungen seines Vaters Nikiaus zu dieser Stadt erklärt, wo
derselbe zur Zeit der Burgunderkriege das Amt eines Schult-
heissen bekleidete ']. Da jedoch diese Aufzeichnungen aus "^
unsrer Nachbarstadt auf Grund der vorliegenden Hs. schon im
Mülhauser Urkundenbuch veröffentlicht sind^), so erscheint
eine neue Ausgabe an dieser Stelle unnothig. Dasselbe gih
auch von der dieser Mülhauserchronik vorausgehenden Auf-
zeichnung z. J. 1332 über Röteln, deren Wortlaut nach Schnitte »
Hs. sich schon oben in den Gr. Basler Annalen findet^}. Die
weiter folgende Notiz über die Ermordung König Albrechts
hingegen ist so entstellt und werthlos, dass wir sie wohl völlig
übergehen dürfen^).
Das Wenige, was uns aus dem ganzen Hefte noch heraus- *
zugeben bleibt, beschränkt sich somit auf einige über BI.29 — 32
1) Den chronikalen Inhalt dieser Rathsbücher s. in B. Chron. IV 17 ff.
Die Urkunden hingegen i. im B. Urkb. IV ff. Eine Verordnung ron 1357.
auf Bl. 12 b, ist gedruckt in »Basel im XIV Jahrhundert«, S. 225, und un-
gedruckt bleiben einsig 6 Verordnungen Ton 1369, 1372, 1385, 1397 und
1408, auf Bl. lli> 13, welche sich im Rothbuch S. 37, 41 u. 51, und im
Leistungb. II 26 b u. 60 finden.
2) Laut dieser Chronik, z. J. 1475, abgedr. bei X. Mossmann, Cartu-
laire de Mulhouse IV 569.
3) S. ebend. HI 527 u. 534 ff., ferner IV 5G9.
4) S. oben S. 250.
5) Sie trftgt die Jahrzahl 1375. Ein nachträglicher Zusatz über die
Königsmörder, der in der Hs. auf diese Notiz folgt, stammt offenbar auf
Mathias von Neuenburg.
Einleitung. 351
zerstieate Chromkalien aus den Jahren 1403 bis 1465 und
1494 bis 1510, und weiter gehört hierher, noch die Ein-
leitung zum Verseiehniss der Bürgermeister auf Bl. 23 ff., so-
w^ie auch die Notiz über das Stadtgericht und die Bemerkung
über Ammianus, beide auf S. 16^. Ausserdem glauben wir
ihres Inhalts wegen noch die zwei Notizen über die Markt-
verl^ung von 1410 und die Ausgewanderten von 1499 bei-
fügen zu sollen, obschon sie beide aus noch vorhandenen Raths-
büchem stammen^).
Seihen wir nun diese zerstreuten AuÜEeiehnungen alle
nach der Zeitfolge an einander, so erhalten wir ein allerdings
ziemlich dürftiges Ganzes, welches bis z. J. 1510 reicht, und
wobei die Erwähnung des Ammianus sammt der Einleitung
zum Bürgermeisterverzeichniss den Anfang bildet. An den
Schluss aber, also hinter 1510, fugen wir noch jene drei Ab-
schnitte z. J. 1444, 1466 u. 1474, welche uns nur in der Bein-
heimischen Hs. erhalten sind, und weiter lassen wir aus der-
selben Hs. auch jene Aufzeichnungen von 1537 bis 1542 folgen,
welehe wir schon früher als eine von Meyer verfasste Fort-
» Setzung zur Chronik Schnitts bezeichnet haben '). Eine gleich-
falls von Meyer begonnene Familienchronik hingegen, welche
den vordersten Theil der Beinheimischen Hs. einnimmt und
von seinen Nachkommen bis ins XVII Jahrhundert fortgeführt
wurde^), geben wir schon ihres Umfangs wegen gesondert,
■> als eine für sieh bestehende Schrift.
Meyers oben ^ erwähnte Fortsetzung zu Schnitts Chronik Wirdignag.
bietet namentlich in.jhrem zweiten Theile, der den Streit von
1537 mit Wilhelm Argent und die Musterung von 1540 erzählt,
nicht unwesentliche Ergänzungen zu den entsprechenden Be-
} richten, welche über dieselben Ereignisse theils in Schnitts
Fortsetzung zu seiner Weltchronik, theils in der Ryffischen
Chronik erhalten sind^]. Auch unter jenen Abschnitten, welche
die alten Zeiten betreffen, sind wenigstens die zwei ersten,
über Robur und über die Bürgermeister, nicht blose Abschriften
& aus altem Quellen, sondern offenbar von Meyer verfasst, und
wiewohl sie nicht frei sind von Irrthümern, so verrathen sie
immerhin ein sehr achtbares Streben, über Fragen der Ver-
gangenheit sich Rechenschaft zu geben, soweit diess bei den
damaligen Hilfsmitteln möglich war.
1) S. oben S. 347.
2) S. oben S. 103 u. 348.
.3) S. B. Chron. V 452 ff.
4} Vgl. B' Chron. I 150 ff. u. 159 ff., und oben S. 211 ff. u. 21S.
352 Adelberg Meyer.
Unter den übrigen Nachrichten aus älterer Zeit beruhen
mehrere, wie wir sahen, wenigstens mittelbar auf noch erhal-
tenen Notizen in den Rathsbüchern, so namentlich z. J. 1395,
1410 u. 1499^). Diejenigen von 1494-bis 1510 hingegen stam-
men aus einer Quelle, welche auch Schnitt in seiner CSompi- ^
lation yerwerthet hat'). Wie diese, so beruhen bei Meyer auch
die übrigen Chronikalien des XV Jahrhunderts wohl meistens
auf zeitgenössischen Quellen. Immerhin dürfte der Bericht
z. J. 1444, über die Schlacht bei St. Jakob, hievon eine Aus-
nahme machen, indem einzelne darin enthaltene üngenauig- '•
keiten die Vermuthung nahe legen, dass dieses SohrifUtück
erst geraume Zeit nach der Schlacht sei niedergeschrieben
worden. Auch erscheint die Möglichkeit nicht' ganz ausge-
schlossen, dass der unbekannte Verfasser, der wohl hauptsäch-
lich aus der mündlichen Ueberlieferung schöpfte, bereits auch i^
die erst 1507 in Basel gedruckte Chronik Etterlins gekannt
habe'). Doch ungeachtet dieses späten Ursprungs ist gerade
dieser Bericht wohl der werthvoUste Theil der durch Meyer
uns erhaltenen Aufzeichnungen, indem er über die Haltung
Basels während der Schlacht sehr wichtige Aufschlüsse gibt ^*
die wir in den zeitgenössischen Schriften vergeblich suchen
würden. Nicht ohne Grund ist daher gerade dieser Bericht
auch das einzige Stück, welches schon längst im Druck ver-
öffentlicht wurde, nämlich durch L. A. Burckhardt in der
Säcularschrift von 1844 zur Schlacht bei St. Jakob ^). ^
▲aigab«. Der vorliegenden Ausgabe legen wir das von Meyer eigen-
händig geschriebene Heft zu Grunde, soweit uns dasselbe noch
erhalten ist. Seine Schreibweise erscheint jedoch mehr oder
weniger nachlässig, indem z. B. Artikel und Fürwörter bei ihm
öfter fehlen. Tn der BLs. sind nun zwar von Berlingers Hand»
diese Mängel meistens ergänzt, wie dieser denn auch die
meisten Nachrichten mit Ueberschriften versah. Jedoch lassen
wir alle diese Zuthaten grundsätzlich weg, um Meyers Eigen-
art in keiner Weise zu verwischen, und nur in solchen Fallen,
wo das Fehlen eines Nebenwortes das richtige Verständnis ^
erschweren könnte, ergänzen wir dasselbe in Cursiv. In einem
Abschnitt z. J. 1501 hingegen, der uns auch in der Ha S
1) S. oben S. 347.
2) S. oben S. 346.
3) S. unten z. J. 1444 die Anmerkungen.
4) S.. die Säculanohrift : Die Schlacht bei St Jaokb in den Berichteo
der Zeitgenossen, S. Uff.
Einleitung. 353
erhalten ist^), ergänzen wir aus dieser einige Worte, die wir
durch eckige Klammern unterscheiden. Hinsichtlich Meyers
Rechtechreibung bemerken wir nur, dass er für uo ein u mit
halbem Ringlein setzt, was wir im Drucke durch ü wieder-
& geben. Auch lässt er öfter, der mundartlichen Aussprache
folgend, hinter ck und tz das t weg, indem er z. B. körn-
meick schreibt statt kornmerckt, oder gesetz für gesetzt.
Die Zahlen schreibt er durchweg mit arabischen Ziffern.
Sowohl für drei Abschnitte aus älterer Zeit als auch für
f> die ganze Fortsetzung zu Schnitts Chronik sind wir, wie schon
bemerkt, auf die Beinheimische Hs. angewiesen, und für diese
Theile gilt mithin die Rechtschreibung Berlingers ^j. Zugleich
aber unterscheiden sich dieselben vom ersten, auf Meyers
eigener Hs. beruhenden Theil unsres Textes schon durch die
i Blattasahlen, welche hier nicht über 32 hinaufreichen, während
sie für die Beinheimische Hs. durchweg auf die 200 lauten.
Der erste Abschnitt aus letzterer Hs., über die Schlacht bei
St. Jakob, schliesst sich dort, wie schon bemerkt, an den vor-
ausgehenden Bericht des Rothen Buches an^j, und sobald wir
0 ihn von diesem trennen, so fehlt ihm ein richtiger Anfang.
Der ursprüngliche Anfang dieses Berichtes ist uns also ver-
loren, und deshalb ergänzen wir das Nöthigste in Cursiv aus
dem in der Hs. vorausgehenden Berichte des Rothen Buches.
Die Fortsetzung zu Schnitts Chronik hingegen besteht, wie wir
soben sahen, aus zwei in der Hs. völlig getrennten Theilen^),
und deshalb bildet sie auch in unsrer Ausgabe kein nach der
Zeitfolge geordnetes Ganzes, sondern den politischen Ereig-
nissen von 1537 bis 1540 gehen die bis 1542 reichenden
Witterungsnachrichten noch voraus. Auch behalten wir in
b dieser Fortsetzung die durchweg vorhandenen Ueberschriften
bei. Die geringen Ergänzungen aber, welche hier Berlingers
Etterlin zum Texte der Beinheimischen Hs. bietet, unterschei-
den wir durch eckige Klammern, während wir für einige in
beiden Hss. eingeklammerte Zwischensätze die runden Klam-
s mern beibehalten.
1) Vgl. oben 8. 170.
2) Vgl oben S. 4 u. 29.
3) S. oben 8. 348.
4) S. ebend.
Baaler Chroniken. VI. 23
[1 7] Ein treffenliohei gelertei Romer, mit namen Ammianus
S64 Maxoellinus^), der noch gebuit Christi anno 364 jor^ nmb die
selbige sit geiogeii ist mit dem abtrinnigen keisei Juliano wider
die Tuschen^), der gedenck der stat Basel mit einem wortlin
und schribt also darvon: »Robnr, nit ver gelegen von Basilia«*). ^
Bi disem Robürg wellen ettlich veiston Rotpe^*) oder Boten-
bürg, oder etwas der geliehen. Es mag euch sin, das Bobür
hie genomen werd für ein veste. Nun ist kein eitere yeste
[umb Basel] dan Lantskron; das bewisen die alten pfenig, die
man do gefunden*). Nun ist Botperg die veste noch am*»
Blowen, ob Lantikron uffhin^).
[23] Item hamoch wirt angesoigt einer fry stat Basel irs
alten harkomen, die besateung irs r^ment, burgermeister- und
suniltmeisterthum \ind der rot, wie sy von alter har, als ich
1225 find vom 1225 jor und lenger ^j, euch noch dem erbidem, ist*.»
9. Dm KiiffeU. «rf. wu BL 16^. 10. Hi.: die mu do geAudea aassigt Hs.:
Boiib«rf. 14. Hi.: wie ee tob alier bar. 15. Hb.: 1230 jor.
1) Dieter Abschnitt steht in der Hs. doppelt, nämlich am Fuss von
Bl. 16^ u. 17, jedoch das erste Mal durchgestrichen. Wir folgen daher
dem Texte Ton Bl. 17.
2) Dieses Jahr ist nur riehtig für den Regierungsantritt des hier nidit
genannten EAisers Valentinian I, in dessen Regierungsieit die hier folgende
Erw&hnung Basels bei Ammian gehört; s. die folgende Anm.
3) Ammian nahm allerdings an Julians Feldzug gegen die Alemannen
Theil. Die früheste Enrfthnung Basels jedoch gehört erst in die Regie-
rungsieit Valentinians I, nSmlieh ins Jahr 374.
4) Eine Druokausgabe Ammians war in Basel bei Hieronjrmus Frohei
schon 1533 ersohienen. Einen Abdruck der hier erwähnten Stelle aus Bueb
XXX, Cap. 3, 8. s. B. bei Trouillat I 27.
5) B[otberg, nahe bei Mariastein und Landskron.
6) Ueber den im April 1516 swischen Rheineck und Landskron ge-
machten Fund Ton 800 römischen Münzen s. Brilinger z. J. 1516.
7) Vgl. im St. A. die 1534 Tom Stadtschreiber H. Ryhiner Terfasste
Einleitung des Eid- und Ordnungenbuches; die yeste Robur, am Blaueo
gelegen.
8} Die früheste Erwähnung des Raths findet sich in einer datumloBen
Urkunde aus der Zeit von 1185—1190; s. B. Urkb. I 40 und Heusler S.IOOC
364—1356. 365
1356 jor^), ir legiment besets band bisz uff 1543 jor, als dias isu
geachribea ist. Find man lüter, das kein gebomer edelman
vom adel in regiment nie gesetz ist worden '). Was abez ur-
saoh ist, hab ich nit mögen finden. Aber rittet vom adel hat
»man allwegen im nüwen rot yiei oder fiinff gehept^). Von
dennen hat man alle joi einen x&m burgermeistei ezwelt; und
dan ein obersten zun£ftmeistei von der Muoken^] oder von der
Stuben süm SufBsen^], oder von den zänfften*}; und dan aber
8 von der stuben^); und von ieglicber sünffk 1 rotzberren ^),
10 wart vom rot erkosen*), und ein meister, wart von der zunilt
erkosen ^0). Dise all samen band den nüwen rot besessen,
sind z&samen von Stuben und zänfiten 44^^).
Das ander jor, so man aber ein nuwen rot erweit bat,
so bat man aber ein nuwen burgermeister gemacht von den
1. Hs.: 13&5 ^or. 2. Hs.: das mui kein gebomer edelmui. 3. He.: ur-
saebt igt. IX Ftr die Zsbl 44 ist in der He. leerer Bann gelaasen.
Speiiell 8. J. 1230 hingegen, wie die Hb. hat, ist keine Bolche Urkunde er-
halten, wohl aber s. J. 1225; i. B. Urkb. I 75. Es mag also 1230 auf
üdseber Lesung Meyers beruhen (XXX statt XXV). Ueber die Wahl und
Zuiammensetsung de« Raths jedoch gibt auch diese Urk. Von 1225 noch
keinerlei AufschluBs. Ueber die Entstehung des Raths s. Heusler 8. 104 ff.
und 146 ff.
1) Die noch vorhandenen Rathsbesatsungen beginnen mit 1357; s. B.
Chron. V 548 ff.
2) D. h. es Bässen im Rathe keine Freiherren, wohl aber von jeher
4 Vertreter des bischöflichen Lehenadels.
3) Nämlich 5 mit Einschluss dcB BQrgermeiBters. DasB die Zahl der
Ritter erst durch die Handfeflte, also um 1264, auf 4 beschrftnkt wurde,
darüber b. Heusler S. 155 ff.
4) Der Stube zur Mücke, welche bald nach 1413 eingieng, gehörten
ausschliesslich adlige Geschlechter an, und aus diesen wurde nie ein Oberst-
sunftmeister gewählt; s. B. Chron. V 79, A. 1.
5) D. h. auB den Achtbürgem.
6) Nachdem im XTV Jahrhundert dieses Amt mit seltenen Ausnahmen
durch Achtbürger war bekleidet worden, wurde dasselbe von 1425 bis 1522
in regelmässigem Wechsel das eine Jahr von einem Achtbürger, das andre
von einem Zünftigen versehen; s. Schönb. S.780 ff., u. unten die Allg. Beilage.
7) D. h. aus den Achtbürgem.
8) Seit 1337; s. Heusler 8. 194 ff.
9) D. h. bis 1521 von den 8 Kiesem, unter welchen sich neben
6 Rathsgliedem 2 Domherren befanden ; s. ebend. S. 374 u. 427 ff.
10} Die Zunftmeister sassen im Rathe seit 1382 und wurden schon seit
1401 nicht mehr von der Oesammtheit ihrer Zunftbrüder gewählt, sondern
nur von den Sechsem; s. ebend. S. 373 ff.
11) Nämlich 1 Bürgermeister, 1 Oberstsunftmeister, 4 Ritter und 8 Acht-
bürger von der Hohen Stube, und von jeder der 15 Zünfte 1 Rathsherr
und 1 Meister, also lusammen 44.
23*
356 Adelberg Meyer.
obemelten litteiten, daizü aber ein nüwen zunfftmeister, wie
vorstot, und erkosen aber 8 von der Stäben, und von ieglicher
zünfft ein rotzherren und einen meister; die hand dan das
selbig jor den nuwen rot besessen, mit sampt den ritteren
obemelt^). Und ist dan der vorgemelt nuw rott, der vor er* >
kosen und gesessen ist, der alt rot worden, wie man dan noch
uff disen tag brucht, und die rittere vom adel allw^^n im
nuwen rot bliben.
1543 Item man findt ouch nit, vom erbidem bisz uff 1543 jor,
das kein von der Stuben, so er schon die ritterschafft z&m t«
Helgen Grab, oder mit dem keisser gon Rom zogen, oder in
schlachten erlangt hab, z& keim burgermeister nie erwelt ist
worden ^).
Item man findt ouch nit, sid dem erbidem und darvor,
das man kein von der Stuben, ouch kein von zunfften, zft keim t^
1502 burgermeister nie erweit hat, dan in dem jor do man zalt 15ü2.
do sind ritter abgangen ^j. Do ist dorzemol burgermeisterthüm
an Stuben und an zunfft komen^], wie es dan harnoch stott^l
1395 [16^] Item anno 1395 jor<^) was bruch zu Basel am stat-
10. Hb.: dM man kein Ton der stftben. 11. Hb.: mit den keiBser.
14. Hb.: Bid den erbidem. 19. Hb.: 1445 jor.
1) Der Verf. geht also yon der irrigen Meinung aus, als ob alljihrlich
dieselben 4 Ritter im Rathe geblieben wären, so dass der regebnissge
Wechsel zwischen altem und neuem Käthe, wie er für die Achtbü^er und
alle Zünftigen galt, sie nicht betroffen hUtte.
2) Auch dieses ist irrig. Denn schon im XIV Jahrhundert wurden
3 Achtbürger, Hartmann Rot, Konrad zur Sonnen und Jakob Zibol, je fui
1 Jahr zu Bürgermeistern erwählt, und Hans Rot und sein Sohn Peter,
welche nach einander yon 1444 bis 1486 dieses Amt oft bekleideten, waren
beide nur Achtbürger, die den Ritterschlag erlangt hatten. Hingegen
wurden allerdings 1500 und 1501 keine Bürgermeister ernannt, sondern
nur Statthalter, wiewohl unter den damaligen Achtbürgem sich Hans Milch-
mann befand, der schon seit mehreren Jahren Ritter war; s. Heusler S.A\'
und unten die Allg. Beüage.
3) D. h. 1502 wurde der Achtbürger Peter Offenburg Bürgermeister,
der kurz vorher Ritter geworden war; s. Heusler a. a. O.
4) Der erste Zünftige, der Bürgermeister wurde, war 1515 Jakob
Meyer zum Hasen ; s. ebend. S. 425.
5) In der Hs. folgt hier das Verzeichniss der Bürgermeister; s. oben
S. 345 u. 350.
6) Dieser ganze Satz bildet in der Hs. nur die Einleitung zu einesi
Auszug aus der alten Gerichtsordnung, welche einsig im KL Weissbueh
erhalten ist, jedoch dort ohne Jahrzahl; s. Rechtsquellen von Basel I 63 f
1395—1465. 357
gericht^}^ do sossen 5 vom rott, 5 von der gemein, der schuU-
hes und der vogt^).
[15^] Item anno 1410 jor hielt man den merckt ufF dem uio
Barfusserplatz^), wie man den ietz haltet am Kornmerck. Do
^ wart durch rot erkent**], das man nun hinfür den haben sott
uff Burg vor dem munster, wie von alter har, bi pen 1 Ib. d.
[31*^] Item anno 1443 jor zugen Basel, Bern und Sollen- Mti
thurn für Louffenberg, und logen 2 wuchen dorvor<^). Do ward
es betadiget und gestillet durch her Friderich ze Rin bischoif
]«> und her Rudolff von Ramstein; machten, das die Herschafft
inen solt geben 11000 gl. für abzug*).
Item anno 1438 jor was ein grosse thure umb BaseP); um
galt dosemol 1 viertzel rocken 8 Ib. d., ein viertzel körn 4 Ib.
4 s., ein viertzel habren 2 Ib. d., 1 som win von Will 4 Ib.,
15 von Hapgesen 5 Ib. d.^).
Darnoch 1465 jor galt ein salm V/2 Ib. d.^), und 18 seck 1405
rocken ouch V/^ Ib. d.
Item Anno 1403 jor fritag vor balmtag zugen die von Basel, l^..
Colmer und ander stett für Gemer, und gewonnen ^^j.
IS. Hb.: 1100 gl. 18. Hs.: 1402 jor.
Nun ist aber nachgewieseOi dass diese Ordnung nur zwischen 1390 u. 1405
kann entstanden sein, und dass sie schon 1411 durch eine neue ersetzt
wurde; s. ebend. I 63, A. 1, und vgl. B. Chron. IV 126. Es beruht somit die
Jahrsahl 1445, wie die Hs. hat, jedenfalls auf falscher Lesung, und zwar
wohl am ehesten von 1395 (MCCCCXXXXV statt MCCCLXXXXV).
1) Ueber das Stadtgericht s. Heusler S. 207 ff.
2) In der Hs. folgen hier zwei Abschnitte aus der alten Gerichts-
ordnung; 8. RechtsqueUen I 68.
3) Dieser Platz war viel kleiner als der jetzige, bis 1529 der Kirchhof
und Galten 'der Barfüsser dazugeschlagen wurde; s. B. Chron. I 106, und
R. Waekemagel im Festbuch d. Histor. Museums v. 1894, S. 233 ff.
4) Diese Rathserkanntniss, ohne Datum, s. im Leistungsb. II 67 1>.
5) Vom 10. bis 23. August; s. oben 8. 298.
6) Diesen Vertrag s. B. Urkb. VII 24 ff. — In der Hs. folgt hier noch
derselbe irrige Zusatz wie in der Hs. S; vgl. oben S. 298, A. 5.
7) Ueber diese Theurung, die bis 1439 fortw&hrte, vgl. B. Chron.
IV 45 ff., und V 428 u. 477, auch oben S. 296.
8} Vgl die Weinpreise in 6. Chron. V 478 u. oben S. 297. Demnach
bezeichnet hier Weil die gewöhnliche, Habsheim aber die beste Qualität
9) Genauer kostete der Salm 2 s. mehr, n&mlich 4 Ol. oder 4 Ib. 12 s.,
während die 18 Säcke Rocken, je zu 5 s., in der That 90 s. oder 4V8 Ib.
ausmachten; s. B. Chron. IV 66, A. 6.
10] Ueber diesen Zug gegen Gemar, von 1403, vgl. B. Chron. V 131.
368 Adelberg Meyer.
14M [32] Item anno 1450 joi reit hertsog Albreeht von Osterich
zu Basel in^]. Und reit im entgegen bischoff Friderieh ze
Bin, her Rudolff von Ramstein fryher, margroff Rudolff von
Rotelen, bisz gon Bratelen'), darnoch von der stat wegen vil
im harnist. Schanek man im ein vergulten beoher, was 100 gl. 3.
wert, darsü 200 gl. dorin, und was er versert die 3 tag'). Und
hielt man im dantz zur Mücken bisz mitnacht^), und aller
adel nechst umb die statt komen harin. Und wart ingefurt
in Offenburg hoff^].
(U&3) [31] Item anno 1450 jor im ougsten ist der steinbrunen t»
(1448) zu Eschemerthor*) und bi sant Urben^) gemacht worden.
1459 Item anno 1459 jor galt der win umb Basel umbhei
1 mos') 5 d. und 4 d.; und darnoch erfruren die reben*}, galt
1 mos 1 8.
1495 [22*^] Item anno 1495 jor brochten die kriegsknecht usni^
Franckrioh die bösen frantzosen oder bloteren^^), die mengen
stoltzen man und wib erlembt band, da« sy zu eilenden taten
worden, vill doran verdorben. Hand noch geregiert und
gangen uff disen tag anno 1543 jor allenhalb in der Dutschen
natzion. y
6. Hs: 8 Ug. 8. Hi.: neck« umb sUU. 11. Hs: £8ok«nii«rthor.
12. Hb.: umb Basel nmbber 18 mos d 5 d.
1) Am 19. August; vgl. B. Chron. IV 304 u. V 426.
2) Er kam von Freiburg im Ueebtland; s. ebend. IV 304, A. 3.
3) Vom 19. bis 21. August, wo er abreiste; s. ebepd. S. 305. »3 tag«.
wie die Hs. hat, beruht also jedenfalls auf einem Lesefehler (Vni
sUtt III).
4) Am 20. August; s. ebend. S. 304.
5) Ueber diesen Hof, wo damals Henmann Offenburg wohnte, •. 6.
Chron. V 206, A. 6.
6) Auf dem Postament des St Jakobsbrunnen in der Aesehenvorstadt
stand die Jahrsahl 1453, welche erst vor wenigen Jahren in Folge einer
Reparatur yerschwunden ist; aber diesen Brunnen s. die Festschrift tos
1901, S. 352.
7) Der St. Urbansbrunnen am Blumenrain wurde laut Beinheim schon
1448 errichtet; s. B. Chron. V 408.
8) »18 mos«, wie die Hs. hat, ist möglicherweise entstellt aus:
1 gr. mos.
9) Ueber den Frost vom 22. Mai d. J. s. B. Chron. IV 332.
10) Vgl. oben S. 191.
144^1499. 359
Item anno 1499 jor, im Domacher Schwiteeikrieg bi 14M
Baaely wichen dise hainoch genempt un der statt Basel mit
üb und gütt hin und anweg, dann sy in der statt sossen^):
Her Herman yon Eptingen').
& Der von Fammerkü').
Friderich von Lewenberg^).
Her Arnold von Rotberg <^j.
Heinrich von Baden*).
Eglin von Wessenberg 7).
1^ Marx Bioh^).
Pentelin von Flachsland.
Jocob von Eptingen*).
[31^j Item anno 1494 jor firitag vor Martini ^^) wart die i4»4
pfinstkouflTlutenmess, die man hielt wie sant Martin mesK^^),
15 abthon und uff den obemelten tag menglioh verkündet mit
dem ruff.
1 — 3. 0«b.: Dias hienaeh benempien find in den kriegaloiffen Ton ans gewichen and
mit Üb und g&t tob der statt gesogen. 5. Oeb.: WsBierkft. 9. Hs.:
Weasenbug; Geb.: Weseenbeig. 10. Oeb.: Man Biob tob BicbeBsieiB.
1) Nachfolgendes Veneichnifls stammt aus dem Oeffnungsb. VII 65;
daher die Varianten.
2) Dieser starb am 9. Mai 1502 und wurde in Basel zu St. Martin be-
graben; s. Tonjola 8. 218. Vermuthlich war er der Sohn jenes Altem
Hermann t. E., welchem 1449 sein Schloss Blochmont war serstört worden,
und der iwischen 1477 u. 1480 starb; s. Trouillat V 871.
3) Die Gebrüder Claude und Aim6 von Neuch&tel, Herren von Vau*
marcus, verkauften 1489 ihr Out Michelfelden bei Hüningen an Michael
Meyer von Baldersdorf ; s. St&dt Urk. 1489 Oct. 26. Dieses Geschlecht war
eine Bastardlinie der alten Grafen von Neueh&tel.
4) Hans Friedrich M., Sohn des Hans und Neffe des 1493 verstorbe-
nen Konrad M. von Mflnehenstein und Löwenberg; s. Boos, Urkb. IH 1040.
5) Ueber seine Ritterwürde vgl. B. Chron. II 364 und III 16.
6) Ueber Hans Heinrich von Baden s. B. Chron. V 318, A. 8.
7) Dieser hatte erst am 26. April d. J. den Eid der niedergelassenen
Edelleute geleistet; s. Oeb. Vn 64.
8) Nach dem Tode seines Vaters Peter Reich von Reichenstein war
er 1465, noch minderj&hrig, ins Bürgerrecht aufgenommen worden; s. Oeb.
IV 27 b. £7 var Besitier der Landskron, die sein Vater 1462 gekauft hatte;
8. Schöpflin-Ravenes, Alsace illustr^e IV 155.
9) Jakob, QötM Heinriehs Sohn von E., von der Sissaeher Linie, hatte
1465 das Bürgerrecht gekauft; s. Oeb. IV 40.
10) Dieses Datum beiieht sich nicht auf den betr. Rathsbeschluss, wohl
aber auf dessen Ausrufung; s. oben S. 327, A. 1.
11) Die noch jetzt bestehende Messe vor Martini. Ueber beide Messen
8. ebend. A. 2.
360 Adelberg Meyer.
A rii^^ ^"^^^ ^^^°^ anno 1495 jor uff sant Jergen tag gieng fiii ua
uff dem Hewberg^) in Juncker Michel Meiger') hus, genant
der Fiowler hus^)^ gegen Grienen Helm^] über; und gieng an
in badstuben, darnoch in stall, und verbriinen ob 36 huser
und schüren.
1501 Item anno 1501 joi kam zä Basel ein wamung von gott,
das nämlich vielen allenhalb in der statt uff die lut, jung oder
alt, crutzlin und sust zeichen uff blose hutt, uff wisz duch als
hemder, duchlin, schurtz und ander, von mancherley farwen
[und gestalt, glich wie ölfaruw,]^) das menglich kont sechen; i
was ser erschrockenlich ^).
1&03 Item anno 1503 jor zinstag noch Gregori sind die von
Basel uszzogen gon Lucaris^) mit gemeinen EÜdnosen, mit
600 mannen, wider den kung von Franckrich^); komen wider
Apru 21 heinn fritag noch osteren. Disz was der erst zug, den die von u>
Basel tetten, als sy Eidnossen woren worden.
1509 [Z2^] Item anno 1509 jor, vor pausten '), viengen die von
Mai 27 Enszheim ettlich buren zu Hunigen, under dennen woren ett-
lieh der statt Basel eigen ^®). Und was das die ursach: es woren
die vom regiment von Enszheim ^i), ussz befelch der keiserlichen ^
mayestett^^) inen anze vor deren den bösen d. oder hilffgelt^^l
IS. Hb.: Hnnigen and dennen woren.
1) Ueber diesen Brand vgl. oben S. 326.
2) Junker hiess er erst seit 1512, wo er der Hohen Stube beitrat;
s. ebend. Anm. 6.
3) Gemeint ist das jetzige Haus zum Löweniom, Gemsberg No. 2 u. 4.
damals auch »Hof Gunach« genannt; s. oben S. 326, A. 6. Dem Ge>
schlechte der Fröwler gehörte dieses Haus schon um die Mitte des XV Jahr-
hunderts nicht mehr, da der einzige damals in Basel noch lebende Spröß-
ling desselben, der Rathsherr Konrad F., in der St. Johannvorstadt wohnte;
s. Schönberg S. 635.
4) Jetzt Gemsberg No. 5.
5) Das Eingekl. erg. aus der Hs. S; s. oben S. 352.
6) Vgl. Anshelm 11 321.
7) Locamo. Ueber diesen Zug vgl. oben S. 19, 81, 192 u. 328.
8) Ludwig Xn.
9) Also im Mai d. J. Dieses Datum mag richtig sein fOr den ersten
Bezug der nachfolgend erwähnten Steuer. Die hier berührte Verhaftung
hingegen erfolgte erst in der Nacht vor Freitag dem 7. Sept d. J. ; s. Mis-
sivenb. XXIV 101 den Brief Basels an die Ostreich. Regierung zu Ensisheim.
10) Nämlich 5; s. ihre Urfehde im St A., Urkunden, Bd. V 3.
11) Die Regierung der östreichischen Vorlande, die ihren Sitz zu
Ensisheim hatte.
12) Den Kaisertitel führte Maximilian seit 1508.
13) Den sog. Hilfspfennig, auch »böser Pfennig« genannt, eine tod
Maximilian in seinen Erblanden damals neu errichtete Steuer.
1495—1510. 361
oder wo sy das nitt thetten uud ussrichteten, wurd man mit
inen handÜen. Sollich zoigten der statt Basel eigenlut an;
de verbot inen die statt nütz ze geben ^); über das wurden
sy mit anderen gefangen^). Do solich die stat in ward, brechen
5sy in der nacht uff, das sy am tag zu Plötzen ') woren, und
viengen bi den 30 puren ^) und fürten sy in die statt und leiten
sy in^]. Wart darnoch vor gemeinen Eidnosen gericht, anno
1510 jor«). 1510
[265] Anno 1444 zoch der Delphin durch Burgund harusz h«
!<) mit grosser macht in Tütsche land, in un'llen die Eidgnossen und
ein stat Basel ze vemütigen und gantz underzehringen. Ward
im dUmUln uffgthon on stich und schlag Mümpelgart das schloszj
Aftiilch und ander stetf).
Und lag umb Hagnow und Waldshut und allenthalb im
Island^}, 50000 starck^], und hat ze hilff allen adeP^) und was
zu ynen gehört, fiengen an im land die puren ze vochen, ze
schetzen und anders mer, und was ynen niemand zu lieb. Und
was ynen von stetten, flecken und lüten mocht werden, do
was kein undezlässen, was nieman sicher.
i» In dem zugen by 1200 Eidgnossen redlicher lüten; waren
die 600 Eidgnossen von allen orten, die vor Varszberg lägen,
zu denen kamen im abherziechen vil Solaturner und Wallen-
5. »in nacht« ist in der Hs. eorrigiert aus: an morgen frfl.
1) Im Erkanntnissb. ist dieser Beachluss nicht verzeichnet.
2] Am 7. Sept; s. oben S. 360, A. 9.
3) Blotsheim, IV2 St. v. BaseL
4) Genauer 24; s. ihre Urfehde im St. A., Urkunden, Bd. V 5.
5) Die Gefangenen wurden beiderseits noch vor dem 24. Sept. wieder
entlassen, doch unter dem Versprechen, auf Erfordern sich wieder zu
stellen; s. Eidg. Absch. III 2, S. 471.
6) Den zu Zürich geschlossenen Vertrag s. Stadt. Urk. 1510 Sept. 26,
und TgL Eidg. Absch. III 2, S. 471 ff. Die völlige Erledigung dieser Streit-
sache erfolgte erst Anfangs 1511; s. im St A., Urkunden, Bd. V 3 ff.
7) Bis hieher ist der Text nur ein Auszug aus dem entsprechenden
Bericht im Rothen Buch; s. B. Chron. IV 53.
8) D. h. von Hagenau im Unter Elsass bis hinauf nach Waldshut
Dies geschah jedoch erst nach der Schlacht bei St. Jakob, im Sept 1444;
s. B. Chron. IV 180 u. 257 u. V 361 u. 364 ff.
9) Diese übertriebene Zahl haben auch andre Berichte, so z. B. in
B. Chron. V 481.
10] Den östreichischen Adel im Elsass,
362 Adelberg Meyer.
burger, ouch LiechUtalei, da8 ixen ward uff 1200^). Dann die
▼on Basel ') inen für Varszberg ins leger ylends emputten, wie
das die Jacken ^j sich ISgereten [265^] umb Basel, als Brattelen
und Muttents; dorumb brächen sy uff und verliessent Varss-
berg. Und do sy kamen gon Brattelen by Basel, und gon ^
Muttents, do griffen die Switzer und die Jacken einander an*).
In dem kam das gschrey, eh sy einander angriffen, in
die 8tat Basel, das die Eidgnossen harab zugen, sy ansegziffen^).
Do schickt von stunden an ein stat Basel den Eidgnossen ein
hotten: sy selten den Birssrein nit harab komen, denn es were i»
alles Yol volck. Und den selben hotten, den die stat gesehickt
hat ynen su gut, nämen sy uff, er weit sy ssaghafitig machen,
und stochen yn zu tod^). Darnach griffen sy an, wie obstat'),
und schlugen einander vom morgen bisz in die nacht, und
bleib grosz yolck, dann die Eidgnossen ein hefftigen grossen is
stand tetten^].
In solichem kam das geschrey in die stat Basel; ward
der räth und gmein volck übel zefriden, lüffen zusamen im
harnist mit dem houptbaner uff den Kommerckt^), weiten die
burger die Eidgnossen nit lassen, und weiten zum thor hinusz^^i. ^
1) Schon aus dem Lager vor Famsburg zogen 12 bis 1300 Mann,
und als weitere Verstärkungen in Liestal sich anschlössen, stieg ihre &hl
auf 1500; s. B. Chron. IV 176. Der Irrthum im Torliegenden Text mag
dadurch entstanden sein, dass hier der Verf. mit seiner sonstigen Qaelle
die entsprechenden Angaben Etterlins compilierte; vgL Etterlin S. 171.
Scheiden wir aber das dorther Stammende aus, so lautete der ganse Satx
ursprünglich nur: In dem sugen by 1200 Eidgnossen redlicher Iflten, die
vor Varsiperg lagen.
2) Diesen Irrthum hat auch Etterlin. Nicht Ton Basel jedoch kam
den Eidgenossen jene Botschaft, die sie lu dem Zuge bewog, sondern Toa
Liestal; s. Frands Chronik S. 206.
3) Die Armag^acken.
4) Ueber die Gefechte bei Pratteln und Muttens vgl. Etterlin a. a. 0.
5) Sie hatten 2 Boten vorausgesandt; s. B. Chron. IV 177.
6) Ueber diesen Boten vgl Etterlin S. 172.
7) Auf den Tod dieses Boten folgten nicht erst die oben erw&hnten
Gefechte bei Pratteln und Muttenz, sondern bereits das Haupttreffea
zwischen St. Jakob und Oundoldingen.
8) Bis hier berichtet Etterlin annähernd dasselbe. Von allem Folgen-
den hingegen findet sich bei ihm keine Spur.
9) Die Versammlung der Bürgerschaft in Waffen auf diesem Platie
war schon seit 1392 für jeden Allarmfall vorgeschrieben; s. die Ordnungen
Yon 1392 und vom Febr. 1425, im St A., Bd. St. 91 No. 2, BL 3, und im
Liber Div. Rerum Bl. 129 ff.
10) D. h. sie hegten die Erwartung, dass der Rath einen solchen Aus-
lug beschliesse.
1444. 383
In dem gieng der räth sEusamen^), berieten sich, wie sy im
thun weiten; dann sy grossy wainung hatten der stat Basel
halb^. Indem sich der räth beraten was, wie man die sach
ann dhand nemen weit, do was ein metzger, der nam dem
spanerherren das paner usz der band und schrey: harnftch, wer
ein Baszier syge!^) Und den herren ward nit mer, dann das
sy hiessen yeglichen, der do uszhin zoch, ein strowwüsch bin-
den under sinen gürtel stossen zu einem Wortzeichen«).
Do nun die burger zu rosz und fusz in das veld kämen ^),
10 do hielt ein grosser huffen Delphinischer glich gegen ynen^j,
wären still und regten sich nit, und warteten, ob die ron
Basel fiirer hinusz weiten ''), desz sy eigentlich in willen wären.
Also wären fromm liit, geistlich und weltlich, uff den thürnen;
die Sachen [266] mer dann 20000 man, welche die, so von der
i^stat hinusz gezogen, nit sechen mochten®). Die selben uff den
thiimen schickten denen, so uszhin zogen wären, ein hotten
über den andern, zeigten ynen an: wo sy fürzugen, so werend
1] Schon Morgens frühe, auf den Bericht jener 2 Boten der Eid-
genossen hm, war in den Rath geläutet worden; 8. B. Chron. IV 177.
2) Schon luxn voraus hatte der Feind einen Angriff gegen die Stadt
auf Freitag den 28. Aug. geplant; 8. d. Aeusserung eines öBtreiohischen
Reisigen, im St A., Colmarer Richtung Bl. 577 b, abgedr. L d. Sftcularschrift
Ton 1844 inr Schlacht bei St. Jakob, S. 28.
3) Zum Pannerherm wurde stets nur ein Rathsherr ernannt, und dieser
übergab das Panner fOr so lange, als die Rathssitzung währte, seinem Vor-
fähndrich, welcher allerdings häufig ein Metxger war. Der wirkliche Ver-
lauf beschränkt sich also vermuthlioh darauf, dass ein Metsger, welcher als
Vorfthndrieh während der Rathssitzung das Panner trug, die ob der langen
Sitzung ungeduldig gewordene Menge aufforderte, zu ihm zu treten, zum
Zeichen, dass sie nöthigenfalls auch ohne Befehl des Ratbs hinausziehen
wollten. Die herkömmliche Uebersetzung von »hamSch« in »mir naohc
ist ganz irrig, da das Wort hier einfach »herzu« (d. h. zu mir) bedeutet.
4) Ein Seitenstüok zu diesem Erkennungszeichen ist mir nicht be-
kannt. Dass aber der Rath zu diesem Auszuge schliesslich seine Zustim-
mung gab, das erhellt schon daraus, dass der Bürgermeister Rot sammt
andern Rathsherren die Führung übernahm; s. B. Chron. IV 178. Vgl.
übngens ebend. S. 298 ff. den Zug von 1449 gegen Blochmont, welcher eben-
falls dem Rathe abgetrotzt wurde.
5) Das FussYolk rückte bis zur Katharinenkapelle, wo jetzt das Denk-
mal steht, und die Reisig^ auf der Strasse rechts bergan, etwas weiter
hinaus; s. B. Chron. IV 177, A. 11, und 178, A. 3.
9) Bei Gundoldingen, s. ebend.
7) Vgl hiesu eine Kundschaft im B. Urkb. VII 290.
8) Damit ist #obl zunächst die vom Daufin geführte Nachhut gemeint,
welche im Südwesten Tor der Stadt hielt, aber in Wirklichkeit höchstens
6000 Pferde zählte; s. Colmarer Richtung Bl. 644, im B. Taschenb. 1662,
S. 50.
364 Adelberg Meyer.
sy all verlorn. Noch betten sy sich doran niit kert; aber es
begab sich in der stund, das einer, hiesz herr Hans von Rech-
berg von der Hochen Rechberg, rannt ennet dem Ryn zu mit
einem grossen züg^}, und fürt ein rot paner^); das sach man
do. Do rieten die wysen und sprächen: wir band yets war- i
nung gnug, lond uns yetz gemach wider hindersich ziechen!
Als euch beschach^).
Do das die Delphinischen saohen, meinten sy, die Basler
wölten den Eidgnossen ze hilff kommen; dann sy dazemäl in
allem stritt wären. Hetten sy gewiszt, das sy wider in die u
stat hetten wellen, hetten sy inen ein grossen schaden mögen
thun und vil umbbringen; dann sy wärent gantz ungeordnet^).
Darumb so hAte sich yederman vor solichem torlichen
ylen on bevelch und rotschleg der oberkeit. Dann es wer wol
daruff gestanden, wo der allmeohtig gott nit verh&tet hett, das u
man umb ein stat Basel komen were, und alles erwürgt wer
worden, das in der stat befunden wer^); das hette das hüpsch
ylen gethon, das sy an dhand hatten genomen. Därumb so
hflt sich alle weit, des will ich sy trüwlich gewamet haben;
hab ouch darumb das geschriben aller weit zu einem Spiegel, >
sich wissen darnach ze halten, nit on vorwissen und rotschleg der
oberkeit also hinusz ze ziechen, wie dann wir von Basel dämalen
thon hatten. Des well uns der allmechtig got fürer behäten.
(1466) [242^] Anno 1220^) hatten der bischoff von Veningen und
1) Kechberg hatte am Abend vorher von Seckingen aus die Anna-
gnacken vom Aufbruch der Eidgenossen aus dem Lager vor Famsburg
benachrichtigt; b. Colmarer Richtung BL 952, abgedr. i. d. Sficularschrift
von 1844, S. 38. Wenn er nun selber in aller Frühe von Seckingen auf-
gebrochen war, so konnte er allerdings, auf der rechtsrheinischen Strasse
ziehend, noch früh genug die Gegend des Greniecherhorns erreichen, wo
er für die ausgesogenen Basler sichtbar wurde.
2) Die Farbe Oestreichs.
3) Vgl. B. Chron. IV 178 u. V 359.
4) Diese Behauptung beruht wohl ebensosehr auf Uebertreibung wie
das Ausderhandnehmen des Panners; vgl. oben S. 363, A. 3.
5) Vgl. B. Chron. IV 178 u. 257.
6) Das hier Erz&hlte bezieht sich offenbar auf die Verhandlungen,
welche zwischen Bischof Johann von Venningen und der Stadt im Sept.
1466 geführt wurden; s. Heusler S. 394 ff. Sollte nun schon in der Ur-
schrift unsres Textes eine Jahrzahl gestanden haben, so müsste >1220<
entstellt sein aus 1 466. Da jedoch gleich nachher eine Urkunde Friedrichs n
erw&hnt wird, die ins Jahr 1218 gehört, so mag wohl letztere Jahrzahl in der
Vorlage unsres Textes als Randbemerkung gestanden haben und nachher aus
MisBverständniss in den Text gelangt und in »1220« entstellt worden sen.
1444—1474. 365
die thumheiien ein ansprach an ein etat Basel von wegen des
kornungelts, so ein stat Basel angesechen hait^j. Do vermeint
der bischoff, das ungelt solt im zugehören; dann der Römisch
küng, küng Friderich von Sicilien, der hetti die fryheit
:> etlichen bisohoffen geben, das sy möchten in iren bistumben
handien und fiirnemen, es were der müntz, zollen, und ungelt
halb. Also wart der brief gehört; do stund das ungelt nit
darinn^). Do bleib die stat darby^j.
[267] Anno 1474 kam der hertzog von Burgund in disz i474
10 land, Sundtgäw und Elsas ^), mit einem grossen mechtigen
volck, wol mit 2000 Lamparter ^) ; die selben woren vor lang
hie im land gelegen, umb Luder ^) und däselben [267^) umb-
her, eh das der hertzog ins. land kam. Und do er kam,
bracht er mit im wol by 4000 mann^) und vil büchsen und
isgeziig; und kam des ersten in das Wylertal, und leit sich
umb Colmar^). Dodannen zoch er gon Brysach, do ward er
empfangen vom bischoff von Basel und der stat Basel bot-
schaft®). Dodannen für er gon Enszheim, do hat er alles
volck by einander, so er von dem land Sundtgow, Elsas, dem
20 Wald, euch Rynfelden, Seckingen, Louffenberg, Waldshut
hat^^^), und was in die landtschafft gehört, die musten all ge-
1) VgL Heusler S. 396. Dieses Ungeld war keine neue Abgabe, son-
dern bestand schon seit alter Zeit; s. ebend. S. 164 ff.
2) S. jedoch die Urkunde Friedrichs 11 für Bischof Heinrieh von Thun,
Tom 12. Sept. 1218, wo das Ungeld ausdrücklich erwähnt wird, im B. Urkb.
I 61, und Tgl. Heusler S. 109.
3) Ueber den weitem Verlauf des Frosesses s. Heusler S. 399 ff.
4) Aus Lothringen kommend, Qberschritt er die Vogesen am 22. Dec.
1473, also kurz Tor dem Weihnachtstage, womit nach damaliger Zeitrech-
nung das Jahr 1474 begann; s. den Bericht Gerhard Megkynchs, bei Ochs
IV 230 ff., der im St. Archiv leider nicht mehr su finden ist, und vgl. B.
CÜiron. n 39 ff. u. 46 ff., und V 506 ff.
5) D. h. er brachte 2000 Reisige mit, und su diesen stiessen am
23. Dec. bei Colmar, aus der Gegend von Lure kommend, noch weitere
1500 oder mehr, so dass die ganze Streitmacht gegen 4000 Reisige lählte;
s. Megkynch a. a. 0.
B) Lure in Burgund, westl. von Beifort.
7) S. oben Anm. 5.
8) Aus dem Weilerthal, wo er am 22. Deo. su Maienmünster über-
nachtet hatte, zog er am 23. neben Colmar vorbei nach Kiensheim; s.
Megkynch a. a. 0. Ueber seine vergeblichen Unterhandlungen mit Cobnar
8. ebend. und vgl. B. Chron. H 39 und V 507.
9) Ueber seinen Aufenthalt zu Breisach, der vom 24. bis 31. Dec.
währte, vgl. B. Chron. II 40, 46 ff., 49 u. 76, auch V 507.
lo; Vgl. ebend. II 41 u. 48.
366 Adelberg Meyer.
liiet komen mit iiem geiiig und wol gebutit su im; mmteret
und beMoh sy uff dem Ochienveld <). Darnftch zoeh er wider
hinweg, und lien her Peter von Hagenbach su einem hmdt-
vogt'). Der treib groesi unfur im land, nam geistlichen und
weltlichen das ir, wider alle recht Er brächt euch manchen
vom leben zum tod. Er br&cht euch vil t&chteren su schänden,
wider iren wiUen. Nach eollichem ward er gfangen und lu
Brysach gerichtet').
1) Die weite Ebene, die sich sQdweetl. von Ennsheim bis gegen Tann
und Mülhausen ausdehnt. Ueber diese Musterung, Tom 3. Januu 1474.
8. B. Chron. n 42.
2) Dieses Amt bekleidete Hagenbach schon seit 1469; s. Beitr^e
XIII 335.
3) Am 9. Mai 1474; vgl. B. Chron. II 86 ff., IV 360 und V 509.
[262] Von einem frftgen verwänten summer, der ein
winsthüry bracht.
1&37
[262^] Anno 1537 von Martini bisz in die vasten des not. ii
38. järs was gar kein winter, des sich yederman verwunderet 1538 Min
&ab der wermy^); und rust noch wyhenachten yederman sinj^^]^
reben mit uffidechen, schniden, sticken, binden, und yersach i>m. 25
sich nieman keiner kelty mer, und erzfiigten sich die reben
im aprillen wol; meint yederman, alles bösz wer hinweg. Also
begab es sich am mentag, zinstag und mitwochen^) nach dem ^^^^ ^^
10 palmtag, das die 3 tag grosz himelgfrist und ryffen komen, 1» «• >''•
und die' reben hie in der stat, umb die stat, und allenthalb
im land wyt und breit, gar hinweg nam; dann sy vast hussen
waren von wermy der zitt. Also schlug der wyn uff: galt
landtwin ein som 4 Ib. d., [ouch 5 Ib,]') der vor gulten hat
t& 15 8.^), und galt des Elsassers ein som 6 Ib. d.
Damftln schanckt man in der stat ein mäsz win umb 1 s.,
und ein mäsz Elsasser umb 1 s. 2 d., und nit thürer; ward
also geben bisz zum andern herpst. Dann die stat in nit
thärer wolt lassen geben; er hette sunst mer gulten. Die stat
io verbot ouch, kein wyn usz der stat zfflren. Die stat koufit
ouch vil win und schanckt die mäsz umb 1 s.^); das weret bisz
zu herpst des 1539. järs«). *^
Von einem grossen herpst.
Anno 1539 zu herpst ward so treffenlichen vil win, das
25 nieman mocht gedencken 7). Welcher sin Überschlag thon hat,
was im werden solt, dem ward noch so vil. Und ward ein
1) Vgl. B. Chroii.1154.
2) Vgl. ebend. S. 155: linstag, mitwuchen und donstag den 16., 17. u.
1^. April.
3) Aehnliche Preise zum 5. Mai d. J. 8. ebend.
4) Vgl. oben S. 164. Der dort z. J. 1536 angegebene Preis von 2 Pfennig
für die Mass stimmt zu dem vorliegenden, da der Saum 96 Mass hatte,
und der Schilling 12 Pfennige.
5) Vgl. B. Chron. 1156.
6) D. h. der Wein blieb theucr bis Anfangs Sept. d. J.; s. ebend.
7] Vgl. ebend. S. 157.
368 Adelberg Meyer.
grosse vassathüri; dann ein sfimig vassE galt ein halben guldin^
und ouch 10 8. Welcher eim lech ein halb fuder oder ein
stuck, der fult im eins dar, gegen das er im 1er leich bisz
zum herpst. Und galt [263] ein som win umb die stat 15 s.,
im KIsasz das fuder 10 Ib., und [ouch] 9 Ib. d.^). ^
Von einem heissen dürren summer, und von
wolfeili und thiiri des korns.
1540 Das 1540 jär nampt man den heissen summer^). Dann
^^^^ vom hornung an bisz uff Andree des 40. jars sind all monat
NoY. 30 so trucken und heisz gsin, und so ein treffenlicher heisser i»
Summer, des nieman gedencken mocht; dann es in der zit nit
über 10 tag gregnet hat^). Was damäln grosser mangel an
Wasser: die Wisen lag trocken, die Birsz was klein, der Ryn
ouch vast klein. Es was von der Kleinen Stat bisz ans cäpelin
uff der brück im Ryn gantz trocken, ouch hinuff für die Cart- r
huBz, ouch hinab bisz gon Klüben; uff der andern sitten von
der Birsz bisz an Pfaltzen. Und hatten die büchsenschützen
ein schiessen ob der Pfaltzen uff dem grien, ouch enet Ryn
bim cäpelin uff dem grien, ouch vor sanct Johans thor uff dem
grien ^j. Und hat die stat all nacht wachten am Ryn. Manii<
mocht ouch in der Kleinen Stat nit malen; muszt yederman
zu sanct Alban malen. Man für hiehär zur müly von Ryn-
felden, usz der Marggräfschafft. von Gebwiler und allenhalb
ze ring umbhär; dann nienen kein wasser was, und hatten die
lüt grossen mangel an mel. Es hat ouch däzemäl ein stat ein ^
Rynmüly uff dem Ryn, by der Schifflüten husz^); darnach
fürt maus über Ryn by der Carthusz in wasserrunsz^^}.
Es ward ouch disz jär so treffenlichen vil win und starck,
und so ein grosser herpst, als vor [nie] gsin^), und wurden die
vasz vil thürer. Aber die stat ordnet ein sfimig vasz [263^]^
nit thürer zgeben dann umb 10 s. Und ward vil win uszge-
schüttet von wegen grosser hitz, das er essich ward, ouch nit
1) Vgl. B. Chron. I 157: 4 pfundt und 5 pfundt Bassler werung. Ver*
muthlich sind dort Pfunde von 240 Rappen gemeint, welche den doppelten
Werth der hier im Text angeführten Pfunde von 240 Pfennigen hatten.
2) Vgl. ebend. S. 158 u. 160 ff.
3} Vgl. ebend., wonach es von Anfang des Sonmiers bis 11. Nov. nur
3 mal regnete, und nie länger als 2 bis 3 Tage.
4) Vgl. ebend. S. 161: gschach aUz noch Martini (11. Nov.}.
5} Dieses Zunfthaus, neben dem Rheinthor an der Brücke, war 1553
abgebrannt; s. ebend. S. 142.
6) Ueber diese Mühle vgl. ebend. S. 161.
7) Vgl. ebend. S. 1 60.
1540—1542. 1537. 369
mocht gfassst weiden. Und was ein wynw&lffeili allenthalb,
eh da8 er in die yassz kam. Man fand ein som win von dem
anderen jäi ^) umb 5 s., und von disem jär den nüwen umb
die stat ein som umb 7 s., und 10 s.^}. Sobald er aber gfaszt
5 yirajd, schlug er uff; galt der som 18 s., ein pfund, und ein guldin.
Darnach im 41. und 42. jären ward sur win, und nit so ^^^
gBX TÜ; galt der win vom 40. jär 4 guldin, der ander 7om 39. ^^^
3 guldin, und der vom 41 und 42 jären 2 guldin.
[268^] Von Wilhelm Argents von Friburg usz Oecht-
1^ land und siner helffern handlung.
Es was einer zu Friburg in Oechtland, hiesz Wilhelm
Argent, der hat etwas ansprach an den küng von Franckrich'),
[269] dadurch es zu einer rechtvertigung kam vor den Eid-
gnossen^); do lag er dem küng ob. Des ward im ein urtel-
IS brief von Eidgnossen ^) ; dorab wolt der küng nüt thun^'). Do
begert der Argent an gmein Eidgnossen, ime zu erlouben, die
Frantzosen niderzuwerffen^); ward ime zuglassen, doch ussert-
halb der Eidgnoschaffb^).
Do begab es sich anno 1537 '), das dry brflder usz Franck- 1537
20 rieh gon Basel komen zu studieren, wären vom adel, genant
die von Roschefort ^^). Do macht der vorgenant Argent sin
1) Von 1539; vgl. oben S. 367.
2) Vgl. B. Chron. 1 160.
3} Frana I.
4) Die gegenseitigen Klagen vor der Tagsatsung begannen schon 1533;
s. Eidg. Absch. IV 1 c, S. 22 u. 101.
5) Ueber dioBes Urtheil, das am 26. Juni 1534 und am 17. August be-
stätigt wurde, vgl. ebend. S. 337 w, 338 z, u. 466.
6] Seine Weigerungsgründe s. ebend. S. 454 u. 541.
7) D. h. auf der Tagsatzung vom 27. Oct. 1 534 äusserte er die Absicht,
gegen die Angehörigen Frankreichs fortan Gewalt au brauchen. Er wurde
jedoch zur Geduld ermahnt; s. ebend. S. 419 h.
8) In diesem Sinne deutete er selber, jedoch willkürlich, das erlangte
Urtheil, weil ihm nur innerhalb der Eidgenossenschaft der Angriff auf
Frankreichs Angehörige ausdrücklich verboten war; vgl. ebend. S. 451 m, u.466.
9) Ueber den hier folgenden Handstreich vgl. B. Chron. I 151 ff. und
oben S. 212 ff., femer Wurstisen S. 614 ff. und Buxtorf, Basler Stadt- und
Landgeschichten d. XVI Jahrhunderts, II 48 ff.
10) Von diesen Gebrüdern von Rochefort sind sowohl aus der Univer-
sitätsmatrikel als aus den in der vorigen Anm. erwähnten Quellen nur zwei
nachweisbar, nämlich Franz und Sanctius; s. oben S. 212, A. 7 u. 8. Wohl
aber waren es überhaupt 3 Franzosen, welche überfallen wurden, nämlich
ausser den 2 Genannten noch ihr Diener Marcus Regier ; s. oben S. 212, A.9.
Basltr Chroniken. VI. 24
370 Adelberg Meyer.
practick, wie er möchte die diy biAder zu sinen banden
bringen^). Nun was ein lidiger Aigent oder ein banckart,
studiert zu BaseP). Mit dem selben banckarten ward so vil
duicb den Wilhelm Argent und sine helfer gehandlet, das er
solt lugen, wie er die dry bruder m&chte usz der stat bringen^] ^
spatzieren gon ins dorff Hiiningen^).
Not ^24) ^^ begab es sich am samstag noch sanct Martins des
bischofs tag^) obgmeldten järs, do was die practica gmacht
durch den schuldheissen von Bellicken^); der solt ein schifflin
zu Basel kouffen, als er gthon hat, und am Ryn vor sanct '»
Johans thor hangen lassen, gegen Hüningen zu^j; und wann
yeman yn fragte, was das schiflin do th&t, solt der schuldhesz
sagen: er weite allerley, so in der mesz zu Basel kouft wer,
hinweg f&ren^}. Darzu lägent ouch zu Hiiningen im dorff vier
landsknecht mit iren handbüchsen, und ouch einer, hiess den
Mettelin, was Wilhelm Argents seh woger ^), wartende all ul&
schifflin. Do was der anschlag, wie vorgmeldet, das der toi-
genant banckart solt lugen, wie er die dry brflder möchte
bewegen mit im spatzieren ^ze gon bisz gon Hüningen, und
solt inen anzeigen : es lag do ein Frantzftsisoher houptman, ^'
weite dem küng knecht [269^] annemen, die Sprüngen und
kurtzwileten do^^). Also hat er sy Überret, das die zwen
eltisten brfider^^) mit im uszhin giengen, als ouch beachach.
1) Es war nicht der erste Handstreich dieser Art, den er ausführt«;
8. Eidg. Absch. IV Ic, S. 454, 749k, u. 833 k, s. J. 1535 u. 1536.
2) Jakob Argent; über ihn s. oben S. 212, A. 3.
. 3) Der ganze Plan wurde Terabredet auf dem Schloss zu Blodelsheiou
welches auf dem 1. Rheinufer zw. Neuenburg und Breisach lag und Hans
Truchsess von Wolhusen gehörte; s. Eidg. Absch. S. 914.
4) Ueber die damalige Lage von Gross Hüningen s. oben S. 212, A. iv.
5) Dieses Datum ist ungenau, da der Ueberfall erst am 24. Not., d. h.
am zweitnächsten Samstag nach Martini geschah; s. B. Chron. I 150 und
oben S. 212.
6) Ambrosius Krenkli; s. oben S. 213.
7) D. h. wohl an der Stelle, wo die vom St. Johannsthor nach Hüningen
führende Strasse sich der Kheinhalde nähert und wo in der Nähe eine
Kapelle stand; vgl. oben S. 213, A. 1 u. 3.
8) Noch heute währt die Basler Messe vom 27. Oct. bis 10. Nov.:
vgl. oben S. 327, A. 2.
9) Pancratius Mötteli; s. oben S. 212, A. 5.
10) Es lagen in der That dort frisch angeworbene Landsknechte; $.
Wurstisen S. 615. Eine andre Vorspiegelung Jakob Argents, um die FraL-
zosen nach Hüningen zu locken, s. B. Chron. I 151. — Ueber die Werbung
von Landsknechten, wie sie damals dort betrieben wurde, s. die Kund-
schaften in Stadt Urk. 1538 April 9 und Mai 6.
11) Franz und Sanctius; s. oben S. 369, A. 10.
1537. 371
Und wie sy für sanct Johans thoi kamen gc^en Uiiningen,
do das schiflia am Ryn was, do lagen an der erden an der
straflz^} die vorgmeldten vier landsknecht und der Mettelin.
Und als der banckart der Verräter mit den zweyen brAdern
5 für sy gangen und für sy komen, do vielen die vier lands-
knecht und der Mettelin die zwen br&der mit gwalt an, und
2um schifflin zu, das was bereitet mit knechten, die sy fftren
äolten. Also ward der jünger bruder gfangen 2) mit sim knecht,
der mit im gangen was 3), und brächten yn mit gwalt ins
t<) schifflin. Der elter bruder wart sich so redlich und manlich,
daa er inen entran, und lüff gegem holtz zu^). Do hatten sy
etlich rüter euch besteh, die iiengen yn, und fürten yn ylends
durch die Hardt nider. Und das schifflin für ylends den Kyn
ab gon Bellicken zu, gegen Otmarszhein am staden^), do
'Sgiengen sy usz uud fürten yn^) den nechsten uff das schlosz
Schwartzenburg ^).
Nach solcher geschieht wurden ylends in die Hardt der
stat soldner geschickt^) zlugen, ob sy in, den eltisten bruder,
möchten erylen und erreten; dann er ward durch die rüter,
2üdie am holtz hielten, (wie vorstat), uff ein rossz gesetzt^).
Darzu wurden euch ylends uff dem Ryn etlich im weidling
hinab geschickt; aber die nacht viel in, das man nüts schaffen
mocht. Aber morndis wart man innen: das sy yn durch die not. (25)
Hardt gf&rt, und were kranck und wund worden am vochen^^);
22>do het er sich übel gehept des ryttens halb, do betten sy in
1} VgL oben S. 370, A. 7. Der dortige Abhang gegen den Rhein hin
war zu einem solchen Hinterhalt sehr geeignet.
2) SanctiuB von Rochefoit; s. oben S. 369, A. 10.
3} Er hiesa Marcus Rogier und war von Beruf Organist; s. ebend.
4) Die Untere oder EUässer Hardt reichte damals gegen Basel und
Hüningen weiter herauf als jetzt, imd diesem Gehölze zu lief nun Franz
von Rochefort, wiewohl er bereits verwundet war; vgl. B. Chron. 1 152 und
Wurstisen S. 615.
5) Otmarsheim liegt IV2 St. unterhalb Bellingen, doch auf dem 1. Ufer,
in einiger Entfernung vom Strome.
6) D. L den jungem Hochefort sammt dem Diener.
7) Dieses Schloss, bei Münster im Weilerthal, also östl. von Colmar
gelegen, gehörte Wirich von Qemmingen, und dieser hatte es W. Argent
eingeräumt; s. Eidg. Absch. S. 931 0. Schon nach 6 Tagen wurden jedoch
die Gefangenen nach der Hohen Königsburg abergeführt; s. Buztorf II 53.
8) Nämlich berittene Söldner, deren die Stadt auch in Friedenszeit
stets einige hielt.
9) D. h. darauf gebunden; B. Chron. I 152.
10) Vgl. oben Anm. 4.
24*
372 Adelberg Meyer.
gän lassen; do er nit yolgen mocht, do hat yn einer mit der
büchsen stod geschossen, und hat [270] yn morndis der suw-
hirt im holtz fanden i); der hats anzeigt.
Also nach diser thät hat sich ein stat Basel umb den
handel erkundiget und befunden, das der Argent der banckart ^
die sach also triplet hat 2), und der schuldhes von Bellicken
also am Ryn mit den knechten gewartet. Den selben schuld-
hes liesz ein statt Basel durch ire burger fachen^), der wären
600 man zu fusz^), die zugen by nacht ^). Do alle thor zu
wären ^'j, dämalen seit man erst den bürgeren, solten sich rasten, i@
uff die 8. stund by sanct Bläsis thor ze sin; do gab man ynen
den eyd, was sy thun solten. Was ein finsteri wftsti nacht,
und do sy gon Bellicken kämen, umbgäben sy das dorff und
husz, do er innen was, und begriffen yn in sinem hosz, namen
yn gefangen und zugen glich wider hinweg. Morndis am tagi^
schickt ein ersamer räth nächhin 200 wolgerüster knechten^!,
damit das ynen nüts begegnete; und kamen mit einander in
die stat umb die zechene vor mittag, und brächten den schuld-
hes Yon Bellicken mit ynen. Der ward yngeleit und etliche
zit in der gefängnusz enthalten und gfragt^). Nach solichei^'
zit ward er verurteilt am rechten, und im sin houpt abge-
schlagen*).
21. Em.: ta reeliteii; E: &m recltt«ii.
1) In der Hardt, in der Nfthe von Kembs, also 3 St von Basel; vgl
B. Chron. a. a. O., und oben S. 213.
2] Ueber einen iweiten Mithelfer in Basel, den frühem Schreiber
Eucharius St&helin, s. oben S. 212, A. 4.
3] Für seine Berechtigung zur Vornahme einer solchen Verhaftung
auf fremdem Gebiet berief sich Basel auf ein Privileg, welches ihm »ein
römischer König oder Kaiser Yor 3 oder 400 Jahren« ertheilt habe; s. Eidg.
Absch. IV 1 c, S. 911 c, und vgl. dazu Heusler S.107 ff. über eine nicht mehr
vorhandene Urk. Friedrichs II.
4) 600 war wohl die Zahl der Ausziehenden überhaupt, mit Einsehlun^
derer, welche erst am folgenden Morgen ausrückten. Denn sowohl in B.
Chron. I 152 als auch oben S. 214 werden die in der Nacht Ausgesogenen
nur auf 300 geschätzt, während die Zahl der am Morgen Nachrückenden
zwischen 200 und 400 schwankt
5) In der Nacht vom 27./28. Nov.; s. ebend.
6) Der Thorschluss erfolgte gleich nach Sonnenuntergang.
7) Vgl. B. Chron. I 152: by 400. Diese trafen die von Bellingen Heim-
kehrenden schon bei Eimeldingen.
8) D. h. gefoltert. — Ueber sein sonstiges Verhalten im Gefängnis
s. Buxtorf II 52 ff.
9) Am 4. April 1538; n. oben S. 215.
1537—1538. 373
Nach soliohem^) ward erkundet, wer Wilhelm Argent ent-
halten het, und befunden vil vom adel, &Smbd und landsessen ').
Also kam disez handel für gmein Eidgnosaen, die nämen sich
des handeis an'). Dann ein stat Basel entlich der meinung
s was, mit hilff der Eidgnossen für das schlosz Swartzenburg ze
ziechen und das zu brechen; hatten euch uszgeleit zum baner^},
und das geschütz harfür gethon, stund im werckhoff alles
gerüst. Also schriben gmein Eydgnossen dem regiment zu
Eniriszheim, [270^] das sy das schlosz Swartzenbmg ynnemen
10 solten, als ouch beschach^).
Nach disem ward ein g&tlicher tag angesetzt gon Sliengen^}.
Dahin kämen der herr von Mamold von Salin ^}, keiserlicher
majestet botschafft, und die edlen von Sickingen^), und der
stat Basel botschaSi, nämlich herr Bernhard Meyer banerherr^)
15 und der statschriber^<^). Und ward do gerichtet, nämlich:
Das sich Wilhelm Argent und alle sine helffer yerschriben
solten, niemerme gegen einer stat Basel das zu ungutem zu
bedencken. Zum andern, das der Frantzosz, der von Brosche-
fort, der im schiflin hinweg gf&rt wart, on alle entgeltnusz
20 lidig solt glässen und gon Basel gfertiget werden, als ouch
beschechen ist.^^). Zum dritten, das den vier adelspersonen,
1) Nämlich nach der Verhaftung des SchultheiBsen, also schon Ende
Nov. 1537.
2) Ihre Namen 8. unten S. 374.
3) Auf der Tagsatxung vom 6. Dee. zu Baden; 8. Eidg. Absch. IV 1 c,
S. 91 1 c, wo auch S. 910 statt »Leonhard Meyer« lu lesen ist : Bernhard Meyer.
4) S. hierüber im St A. Bd. 8t 91 No. 3, lum 20. Dec. 1537, und vgl.
B. Chron. 1 153.
5) Die Tagsatzung schrieb an die östreichische Begierung zu Ensis-
heim schon am 8. Dec. 1537; s. Eidg. Absch. S. 913 ff., wo ein Auszug dieses
Briefes. Die Einnahme von Schwarzenburg scheint jedoch erst im Januar
1538 erfolgt zu sein, und es wurden dort nur 4 Gefangene gemacht, da
die Hauptschuldigen vorher bei Nacht hatten entfliehen können; s. ebend.
S. 931 o, zum 3. Febr. 1538, und 8. 933, femer B. Chron. I 153 ff.
6) Ueber den Tag zu 8chliengen, vom 14. M&rz 1538, und über den
dortigen Vertrag vom 15. vgl. Eidg. Absch. S.947 k und B. Chron. 1 155.
7) Nikiaus von Gilley, Herr zu Marnold; s. Eidg. Absch. IV Ic, im
Personenregister. »Von Salin« finde ich dort nicht.
8) Die Brüder Schweighard und Franz Konrad von Sickingen, als un-
betheiligte Vertreter und Verwandte der in die Sache verwickelten, weiter
unten genannten Edelleute; s. Eidg. AbscL 8. 947 k u. 949.
9) Der sp&tere Bürgermeister, damals noch Rathsherr der Zunft zum
Schlüssel
10) Heinrich Ryhiner.
11) Sanctius von Bochefort wurde am 24. Märe nach Basel gebracht
und dem Rath übergeben; s. B. Chron. 1 155 und vgl. ebend. S. 151, A. 2.
374 Adelberg Meyer.
nämlich Wigrich von Gemmingen, Hanns Truoksäsz von Wol-
husen, Sigmund von Tiutenberg, Peter Schenr von StrSsBburg^\
ire 8chIo82, hab und gAter, so keiserlich majestet von wegen
des Argentischen handeis verdechtnusshalb yngezogen und
hand anlegen lassen, widerumb ynen geantwort werden selten, ^
als euch beschechen ist. Dargegen selten und wölten die toi-
gmeldten vom adel sich verschriben under iren siglen gegen
gmeinen Eidgnossen, und besonder gegen einer stat Basel, fni
sy und ire verwannten versprechen und zusagen: was sidi
gesagter Argentischen Sachen halb gegen ynen, iren hab und <
g&teren zutragen, von dessen wegen an ein stat Basel, noch
gmein Eidgnossen, ir aller lüt, hab und gAter, niemerme rechen,
weder spruch noch vorderung furnemen, ze haben noch le
brachen, inn noch usserthalb rechten, in kein wys. Dann
euch die vom adel von den Eidgnossen und stat Basel um
sorgen ze Iftssen, ynen schin ze geben. Ist alles volsogen.
Darnach in kurtzer [271] zit^) ist Wilhelm Argent in
Lothringen ergriffen worden, gfangen und dem kiing von
Franckrich Überantwort; hat yn lassen richten vom leben
zum tod. '-
Von einer gehaltenen musterung zu Basel,
und fröidzug gon Liechtstal.
Ftbr^^e Montags nSch der alten Casznacht^) im 1540 jftr was aller-
ley rüstung in allen landen. Was die ursach, das man sagt^
keiserlich majestet weite den glouben rechtvertigen, als er:^
euch uff dem tag im Niderland Was, von wegen der stat Jennt
und anderer; dadurch sich mengklich versach undrust^). Abo
thet ein stat Basel euch, und gebot allen iren bürgeren und
hindersftssen zu stat und land: das yederman solt gerüst m
0. Hb.: also ouclt; £: als ouch.
Während seiner Gefangenschaft hatte ihm W. Argent mit Abhauen beider
Hände gedroht, falls nicht bis Ostern (21. April) 1538 ein Lösegeld von
5000 Kronen fdr ihn besahlt würde; s. Eidg. Absch. IV Ic, S. 919 g. Sein
Diener aber, Marcus Rogier, war sehon Ende Dec. freigelassen worden,
damit er die Eltern seines Herrn zur Zahlung des Lösegeldes bewege; s. oben
S. 214, A. 6, und Buxtorf U 53.
1) Ueber diese Mithelfer W. Argents s. oben S. 213 ff., auch S. 370, A3.
und S. 371, A. 7.
2) Im Februar 1539; s. oben S. 215.
3) Dieses Datum bezieht sich auf die nachfolgend erzählte Musterung;
s. B. Ghron. 1 158 und IV 100 ff., femer ein Fragment aus Gasts Tagebuch,
in Wurstisens Analekten S. 134.
4) Ueber diese Besorgnisse, sowie Über die nachfolgende Berathung
Tgl. B. Chron. IVlOOff.
1540. 375
mit einem hainist und gwer, dann man sy musteren wurd uff
obgmeldten tag. Dem selben nach rieten bed räth von diser
musterung, wie sys an dhand nemen weiten, ob sy all yn-
woner beder stetten Basel in ein huffen komen lassen, darzu
9 die jungen burger uff 15 jor alt, oder ob sy allein uff den
zünfflen und gselschafiten die musterung besechen weiten. Do
meinten etlich, man solts in eim huffen bsechen. Der ander
teil meint: es wer nit gut, das man beder stett macht zusampt
den jungen bürgeren (wie vorgmeldt) liesz zusamen komen;
10 dann hiemit vernftm yederman die macht beder stetten, und
wer ouch nie also gebrucht worden. Desz hat sich ein räth
an den alten rätsfründen und bürgeren erkundet, ouch in den
alten rätsb&cheren suchen lassen, und hat nienen befunden,
das es ye geschechen syg, das man beder stett macht hat
15 lassen zusamen in ein huffen komen. Darumb so hat ein er-
samer räth ouch [271^] also an dhand genomen, und die
muLsterung uff allen zünfiten und gselschafften durch 12 ver-
ordnet rätsfründ besechen, die do giengen zu allen zünfften,
gselschafften und vorstetten i), do yederman by einander was,
29 uff mittag. Also teilten sich die selben herren in 4 teil. Und
muszt do ein yeglioher behalten^), das der harnist sin wer;
welcher nit harnist hat, ward uffgeschriben.
Do die mustenmg ein end hat, do zugent die ziinfft und
gselschafften in der stat umbhär, doch yeglich allein, imd hat
25 yegliche zunfit ir fänlin; dann sy hatten ob 12 nuwer fänlin
gmacht^]. Zügen also in beden stetten umbhär im harnist und
gewer, und assen zu nacht uff allen zünfften und gselschafften,
in grossen frfiiden, gselschafft und einigkeit. Und assen die
vier höipter der stat Basel mit ynen, nämlich herr Adelberg
3oMeyger burgermeister, herr Theodor Brand oberster zunSl-
meiflter, und herr Jacob Meyer alter burgermeister, herr Marx
Heidelin alter zunfitmeister, und all räthsherren und meistert).
Uff diser musterung ward ouch allen bürgeren, hinder-
sässen und ynwonern der stat Basel angezeigt, das man ynen
35 von allen zünfften und gselschafften ein &&idzug gon Liechtstal
zulassen wurd; wem do gelegen sin wurd, der möcht sich
1) D. h. zu den 15 Zünften sammt der Hohen Stube, femer su den
3 Gesellschaften Kleinbasels, die im dortigen Richthause yersammelt waren,
und au den 4 Yorstadtgesellschaften; vgl. B. Chion. IV 101.
2) D. h. eidlich erklären; vgl. ebend. S. 102.
3) lieber diese Umzüge vgl. ebend., sowie auch B. Chron. I 158.
4) Ueber weitere Vergnügungen der nächstfolgenden Tage 8. Gasts
Tagebuch a. a. O.
376 Adelberg Meyer.
MftMo rüsten. Also ward ein tag ernempt, nämlich mentag vor
pfingsten^) anno 1540 wurd man am morgen &A uffhin
ziechen, damit sich mengklich wisst zu richten, doch das yeder-
man zu stat und land sich der zerhouwnen hosen miLÜigen,
und nieman die lassen machen noch tragen solt. &
Nach disem erkant ein ersamer räth ouch, das man solt
allen unseren underthänen sagen, den in impteren, allen
yftgten sollichs zuschriben, euch denen von Louffen und den
5 dArfferen, als Rynach, Oberwilr, Alszwik, [272] Terwili und
Ettingen'): welcher mit unseren bürgeren &&id haben weit, ü
der mficht sich rüsten und mit ynen uffhin ziechen gon Liechts-
Kai 10 tal, oder am mentag vor pfingsten zu nacht zu LiechtstaJ sin,
Kfti 11 oder am zinsztag uff den imbisz; dann man wurd am zinsztag
nach dem imbisz wider heim ziechen. Doch vor allen dingen,
das die flecken und dfirffer wol bewart wurden, und yederman i»
der zerhowenen hosen und wammist mfissig gieng, das w§lt
ein ersamer räth habend).
Hm 10 Also zugen die burger von beden stetten am mentag vor
pfingsten hinuff gon Liechtstal mit 1000 mannen'), wol gerast
mit cleidung und harnist; und wurden zu houptliiten geben ^^
herr Adelberg Meyer burgermeister und herr Marx Heidelin
alter zunfftmeister, und meister Peter Gernler des räths zu eim
venrich. Als sy gon Liechstal kamen, des selben tags^) kamen
die &mpter, nämlich Varszberg, Wallenburg, Honburg, Bam-
stein, Münchenstein, Betticken ^), Riechen und Hümngen''!^
ouch dahin, und bliben all den mentag do.
lui 11 Am zinsztag nach dem imbis zoch man harab, und die
von Liechtstal mit ynen^). Als man gon Sanct Jacob ann die
1) Anfänglieh sollte dieser Zug gleich nach Ostern stattfinden; s. £.
Chron. IV 102.
2) Sowohl Laufen mit der zugehörigen Thalsohaft als auch die ge-
nannten 5 Dörfer gehörten swar cum bischöflichen Gebiete, waren aber seit
1525 mit Basel verburgrechtet und hatten die Reformation angenommen;
8. Heusler S. 434.
3) Genauere Zahlen s. oben S. 219. Ueber den Zug überhaupt Tgl
B. Chron. I 159 ff. und Gast a. a. O., s. 10. u. 11. Mai 1540.
4) Vgl. B. Chron. I 159. Nach Gast jedoch kamen die Landleute nach
Liestal erst Dienstags den 11. Mai.
5) Bettingen, bei Riehen, gehörte su Basel schon seit 1513 und stand
deshalb auch nach der 1528 erfolgten Erwerbung Riehens noch lange Zeit
unter besondrer Verwaltung.
6} Gross Hüningen; s. oben S. 212, A. 10.
7) Nicht nur von Liestal, sondern aus allen Vogteien; s. B. Chron.
1 159 und oben S. 218.
1540, 377
Birsz kam, waien die von LoufFen und die 5 dftifFer do war-
tende, und wären ir all uiF300 mit eim fänlin^). Und als der
gants huffen zusamen kam by Sanct Jacob imm feld, waren
deren im der etat 1000 man, wol gerüst, und deren usz den
sämptern on Louffen und die 5 d6rffer 1300') [und demnach
die gantze summ 2600.] Also ward die Ordnung gmacht, und
7 man in ein glid; mocht nit mer sin von wegen der gassen
in der stat. Also wurden die fänlin geordnet: zum ersten
gieng der stat fänly voranhin allein; darnach in eim glid das
lofänly von Louffen als vons bischofs wegen'), darneben [272^]
Varszberg, Wallenburg^), Honburg, Münohenstein, Betticken
und Siechen^). Zügen also in die stat^^) und in die Cleiny
Stat, darnach uff den Kommerckt^; darnach gieng yederman,
wo er hin bescheiden was. Was vorhin allen vögten gseit,
15 und uszteilt in alle herbergen zu beden stetten, wie vil an
yeglichem ort sin solten^). Sy wurden ouch aUe, die usz den
^mptem und Louffental sampt den 5 d&rfferen, geladen uff
allen zünfften und gselschafften am mitwochen zu imbisz und M»i 12
zu nacht zu essen. Ward ouch yeglichem Yogt anzeigt, wohin
20 er mit sinen ziechen solt zu essen. Und wart geordnet an
allen orten, was man essen solt, an eim wie am andern, näm-
lich : zum imbis voressen, darnach ein gsotten fleisch, darnach
ein brätis; zu nacht ein kalbfleisch in eim suren brfilin, und
ein gebrfttis von fleisch, und gsotten salmen, darnach ein
IS bachens als kAchlin. Und ässen disen tag die zwey mal alle,
die 2u Lieohtstal waren gsin, und all zunfftgsellen. Und gab
die 2wey mal nieman kein ürti, sonder ein ersamer räth der
stat Basel zalts alles. Dann sich die burger und landlüt zu
Liechstal und darnach in der stat Basel so redlich und früntlich
30 mit einander gehalten, das kein miszhelligkeit noch truncken-
1. Hb.: do warteUn; E: do wartende. 12. £: Zogen also in bedl stet.
1) Vgl B. Chron. I 159.
2) Die genauem Zahlen s. oben S. 219, A. 3 u. 5, wonach die Land-
leute mit Einschluss der Laufenthaler und der 5 Dörfer 1380 Mann zählten.
3) Vgl. oben S. 376, A. 2, femer Gast a. a. O.
4) Die Besehreibung dieser 2 Fahnen s. oben S. 218.
5) Bei* dieser Aufsählung fehlt Liestal, w&hrend z. B. Bettingen nur
ein kleines Dörflein war.
6) Die innere Stadt von Gross Basel , innerhalb der alten Qrabent
wurde h&ufig »die rechte Stadt« genannt
7] Also aus Klein Basel wieder zurück auf diesen Platz.
8) lieber die hier folgende Bewirthung vgl. B. Chron. 1 159 ff. und Gast
a. a. O., z. 12. Mai.
378 Adelberg Meyer.
heit von nieman befunden. Und wurden su disen iwey malen
gespiszt mar dann 6000 menschen ^).
Mai 13 Momdis am donnstag nach dem imbis zugen die ämpter
hinweg, item die von LoufFen und die 5 dörffei, all in einer
Ordnung. Also gäben unnsere burger, die zu Liechtstal waren s
gsin und andere, ynen das gleitt in eim besonderen huffen
biss zu Sanct Jacob an die Birsz, und gsegneten do einander,
und zugen die unnseren wider haryn').
1) D. h. bei jeder dieser 2 Mahlzeiten mehr als 3000, also jedefimal
ausser den 2500 Theilnehmem am Zuge noch etwa 500 Stadtbewohner; ygL
oben S. 219, A. 5.
2) Vgl B. Chron. I 160.
IX.
Die Familienchronik der
Meyer zum Pfeil.
1633—1666.
Einleitung.
W ie wir schon &iihei sahen, so besteht der vorderste ^*i^äi.
Theil der Beinheimischen Handschrift aus einer Familien-
chronik Adelberg Meyers und seiner Nachkommen^). Was
dieser Bürgermeister einst irgendwo über seine dritte Ehe und
&die Geburt seiner Kinder aufgezeichnet hatte, das finden wir
dort auf BI. 2^ — 3 von Berh'ngers Hand eingetragen, und weiter
folgt auf Bl. 5 — 6 eine Urkunde von 1515, über die im Steinen-
kloster für das Geschlecht der Meyer gestiftete Jahrseit. Auf
den jetzigen Bl. 19 — 20 aber prangen die gemalten Wappen
10 von des Bürgermeisters Vorfahren, sowie auch diejenigen seiner
beiden Brüder und ihrer Frauen, wobei die begleitenden Auf-
schriften ebenfalls von Berlinger herrühren. Zugleich wurde
zwischen Bl. 3 u. 5 — also vor die Urkunde der Jahrzeitstifbung —
das jetzige Bl. 4 eingefügt, nämlich die mit der Jahrzahl 1499
15 versehene Abbildung einer Kapelle, in welcher ein Geistlicher
vor einem Altare kniet.
Diese 7 Blätter, welche ursprünglich nicht an den Anfang,
sondern an den Schluss der Hs. geheftet waren 3), blieben
lange Zeit ohne Fortsetzung, bis das Buch zu Anfang des
2()XVU. Jahrhunderts, d. h. spätestens 1616, in den Besitz des
Rathsherrn Hans Eonrad Meyer gelangte^). Dieser, ein Ur-
enkel des Bürgermeisters Adelberg, trug zuerst auf Bl. 6, hinter
1) 8. B. Chron. V 452 ff.
2] Dies ergibt sioh aus einer Bemerkung auf Bl. 20, wo Hans Konrad
Meyer auf das Yerzeichniss der Bürgermeister verweist: >hier vomen am
folio 295«.
3] 8. B. Chron. V 453. Doch müssen wir es dahingestellt lassen, von
wem er sie zum Geschenk erhalten oder geerbt habe, da sein Vater erst
1629 starb, und da sein 1610 verstorbener Oheim Bernhard einen 8ohn
hinterliess. Meine ebend. S. 455 geäusserte Yermnthung ist daher su be-
richtigen.
382 Meyeriaohe Familienohronik.
der Urkunde der Jahrzeitstiftung, die Grabschrifi seines nim
1426 ermordeten Vorfahren Nikiaus Meyer des altem ein,
überklebte sie jedoch später mit einem Blatte, auf welchem
er alle im Steinenkloster befindlichen Gräber seiner Ahnen
beschrieb. Sodann fagte er sowohl der Familienchronik seines s
Urgrossvaters Adelberg, auf Bl. 2^ — 3, als auch den Wappen-
tafeln auf Bl. 19 — 20 noch einige Zusätse bei und heftete zu-
gleich, um fär Fortsetfungen Raum zu schaffen, sowohl hinter
Bl. 6 als hinter Bl. 20 je 12 Blätter ein, also die jetzigen
Bl. 7—18 und 21—32. '•
Auf Bl. 7 ff., als Fortsetzung der Aufzeichnungen Adelbergs,
trug er zuerst in Kürze den Hausstand von dessen Sohn Hans
Ludwig ein, also seines Grossvaters, sowie auch denjenigen
seines Vaters Nicklaus, indem er von diesen beiden die Namen
ihrer Frauen und die Geburtsdaten sämmtlicher Kinder ver-r
zeichnete. Damit war die Verbindung hergestellt zwischen des
Urgrossvaters Adelberg und seinem, Hans Konrads, eigenem
Hausstande, und diesen verzeichnete er nun ebenso ausführlich,
wie jener den seinigen, indem er bei jedem seiner eilf Kinder
nicht nur den Tag und die Stunde ihrer Geburt, sondern-
namentlich auch alle ihre Taufpathen nennt. Diese Haus-
chronik schliesst auf Bl. 9 mit dem 1654 erfolgten Tode seiner
Frau, und auch die Zusätze, zu welchen die Todesfälle mehrerer
Kinder ihn veranlassten, reichen nicht über 1656 hinaus. In
der That starb er selber bald nachher, im Juni 1659. -^
Erst nachdem er diese seine Familienchronik bq^onnen
und fortgeführt hatte, kamen ihm noch ähnliche Aufzeichnungen
seines Vaters und Grossvaters in die H&nde, die er nun ebenfalls
in sein Buch abschrieb. Den Hausstand des Erstem Hess er auf
BL 9^ — 10 hinter seinem eigenen folgen; denjenigen des GrroM- "^
Vaters hingegen finden wir auf zwei Blättern, die er noch vor
dem jetzigen Bl. 2 einheftete ^), also unmittelbar vor den Auf-
zeichnungen des Urgrossvaters Adelberg. Ausserdem bemerken
wir noch auf Bl. 4, d. h. auf der Rückseite des oben erwähnten
Bildes von 1499, einige Todesfälle aus den Jahren 1548 bis >
1577. Auch diese sind alle von Hans Konrads Hand geschrie-
ben; doch gibt sich hier z. J. 1548 des Urgrossvaters Adelberg
Bruder, Bürgermeister Bernhard Meyer, als Verfasser zu er-
kennen, und nachher z. J. 1563 in gleicher Weise dessen Neffe,
der schon erwähnte Hans Ludwig. Eine weitere Reihe von
1) In der Hs. sind iie jetzt beide als Bl. I beseiohnet; s. B. Chroc.
V 453, A. 1.
Einleitung. 383
Todesfällen hingegen, welche die Rückseite von Bl. 6 fallt und
Ton 1576 bis 1629 reicht, hat wohl keinen andern Verfasser
als unsem Hans Konrad.
In den Wappentafeln, welche er auf Bl. 19 — 20 vorfand,
& waren zunächst seines Urgrossvaters Adelberg vier Ahnen mit
ihren Frauen je durch ein Wappenpaar vertreten, sodann Adel-
berg selber mit seinen drei Frauen, und weiter noch dessen
zwei verheirathete Brüder, wiederum jeder durch ein Wappen-
paar. Diesem Vorbilde entsprechend finden wir nun in Hans
10 Konrads Fortsetzung dieser Tafeln, auf Bl. 21 ff., zunächst die
Nachkommen von Adelbergs Bruder Bernhard bis ins zweite
Glied verzeichnet, indem die verheiratheten Söhne und Töchter,
und ebenso die Enkel, je durch ein Wappenpaar vertreten sind.
In gleicher Weise folgen die Nachkommen Adelbergs, bis
t^ herab auf Hans Konrad und seine Kinder. Auch hier fügte
er hin und wieder nachträgliche Zusätze über Todesfalle u. dgl.
noch beL Nach ihm aber fanden diese Wappentafeln einen
weitern Fortsetzer so wenig als die Familienchronik.
Nach diesem kurzen Ueberblick über die vorhandenen A^«!^«'^
. . • Meyers
2ii Aufzeichnungen wenden wir uns zu ihren Verfassern. Adel- Vorfahren.
berg Meyer entstammte demjenigen Geschlechte dieses Namens,
welches nach seinem Wappen, einem goldnen Pfeil mit Halb-
mond im blauen Felde, in Basel die »Meyer zum Pfeil« genannt
wurde und im Steinenkloster sein Familienbegräbniss hatte*).
i^Der Erste, der dort begraben wurde, war Henmann Meyer,
welcher bald nach 1400 starb. Sein Sohn Nikiaus, der im
Schloss zu Büren sesshaft war, ist auch der einzige, von dem
wir wissen, dass er sich nach diesem halbwegs zwischen
Grellingen und Liestal gelegenen Dorfe »Meyer von Büren«
3ii nannte. Er ist wohl auch jener Clevin Meiger, welcher 1421
und 1425 auf den Verzeichnissen der reicheren Bürger Basels
steht, welche als Reisige zu dienen und Knechte und Pferde
zu stellen hatten^). Bald nachher, 1426, starb er eines gewalt-
samen Todes, indem er sammt seinem Knechte von einigen
35 seiner Hörigen in der Nähe Basels, bei Gundoldingen, er-
1} S. unten Beilage I. — Der Name wurde yielfacli auoh »Meiger«
geschrieben, was aber für die Aussprache gans dasselbe bedeutet, da beides
wie »Maijer« ausgesprochen wurde. Eine eingehendere Monographie über
dieses Geschlecht, Ton August Burckhardt, soll im II. Band der Basler
Biographien erscheinen.
2} Diese Listen s. bei Vischer-Merian, Henmann Seevogel, S. 88 u. 92.
384 Meyerische Familienchronik.
Bohlagen wurde. Sein Sohn Hans Ludwig, Adelbergs Gross-
vater, starb zwischen 1449 und 1454. Er hinterliess einen
minderjährigen Sohn Nikiaus, welcher in Basel im Hause
seines Vormundes Heinrich von Beinheim aufwuchs i).
Dieser Nikiaus der jüngere, Adelbergs Vater, vermählte
sich 1473 mit Barbara, der Tochter des Rathsherrn Ulrich zum
Luft'). Bald nachher, 1474, versah er in Mulhausen das
Schultheissenamt'), und im folgenden Jahre zog er im Bur-
gunderkriege mit den Baslern zur Eroberung von Grandson^}.
Nach Basel zurückgekehrt, wurde er hier Mitglied des Stadt-
gerichts ^), was ihn jedoch nicht hinderte, sich bald aufs eng^e
mit einem hier wohnenden Strassburger zu befreunden, der zwar
von angesehener Familie, aber ein sehr lockerer Geselle war.
Als nun dieser im Juli 1478 wegen eines Diebstahls zum Tode
verurtheilt wurde, liess er ihn auf dem Wege zur Richtstatt
durch einige jEremde junge Leute mit Gewalt befreien ®). Als in-
tellektueller Urheber dieser That erkannt, musste er bald nachher
selber flüchten. Doch wurde er schon im folgenden Jahre gegeo
Erlegung einer Geldstrafe vom Bathe wieder begnadigt 7), und
als im Mai 1480 die Stelle des Rathschreibers neu zu besetzen
war, erhielt er dieses Amt®), in welchem er fortan bis an sein
Lebensende blieb. Denn als 1497 auch die Stelle des Stadt-
schreibers frei wurde, war es nicht Meyer, sondern Lucas
Seibach, dem dieses wichtige Amt übertragen wurde. Im
August 1500 aber wurde auch ein neuer Rathschreiber ei-^
nannt*}, und hieraus dürfen wir wohl schliessen, dass kuix
vorher Nikiaus Meyer gestorben war^<^).
Dieser Nikiaus wohnte im Hause »zum Pantier« (jetst
Rittergasse No. 22 und 24), welches einst seinem Vormunde
Heinrich von Beinheim gehört hatte ^^), und an ihn erinnert «
1) Vgl. Beilage II und Schönberg S. 618.
2) S. ebend.
3) S. Mossmann, Cartulaire de Mulhouse lY 569.
4) S. B. Chron. II 225.
5) S. Beiträge XII 232.
6) S. B. Chron. III 195 ff. u. 533 f., ferner Beiträge XII 227 ff.
7) S. Beiträge XII 245.
8) S. B. Chron. IV 139. Dass der Rathschreiber Niklaua Meyer iden-
tisch ist mit dem Vater Adelbergs, ergibt sich aus einer Stelle im Schlüssel-
sunftbuch III 128^, s. J. 1508, auf welche mich Dr. August Burekhardt
aufmerksam gemacht hat.
9) S. B. Chron. IV 140.
10) Jedenfalls starb er vor 1508; s. Schlüsselzunftb. III 128^.
11) S. B. Chron. V 332 u. 337, ferner Beiträge XII 233.
Einleitung. 385
noch der mit dem Wappen dei Meyer gezierte Schlussstein
eines gothischen Thürbogens, der aus diesem Hause stammt
und sich jetzt im Historischen Museum befindet. An ihn er-
innert auch ein noch mehrfach vorhandener colorierter Holz-
5 schnitt, welcher das gevierte Wappen der Meyer und seiner
Ehefrau Barbara zum Luft mit einer Frau als Schildhalterin
darstellt 1). Ferner finden sich auf der Oefientlichen Bibliothek
noch jetzt nicht nur mehrere alte Drucke, meist belletristischen
Inhalts, welche nachweisbar aus seinem Besitze stammen^),
10 sondern auch eine von ihm schon 1471 gefertigte und reich
illustrirte Handschrift, welche Thüring von Ringoltingens
Uebersetzung der Historie von der schönen Melusine enthalt^).
Dieses Nikiaus ältester Sohn war Adelberg, welcher 1474 ^^l^^l^
geboren wurde ^) und jedenfalls noch vor 1500 in die Zunft
15 zam Safran sich einkaufte^). Nachdem er später dort Sechser
geworden, wurde er 1514 Rathsherr und 1521 Bürgermeister.
Er- war mithin der erste Träger dieses Amtes, welcher unter
' der im März dieses Jahres beschlossenen neuen Verfassung
gewählt wuide ®]. Schon als Rathsherr hatte er Basel auf der
» in Zürich gehaltenen Tagsatzung vom Februar 1517 vertreten 7),
und als Bürgermeister finden wir ihn von 1526 bis zum Früh-
jahr 1529 auf nicht weniger als 16 Tagsatzungen, welche
meistens in Baden, doch z. Th. auch in Luzern und Einsiedeln
gehalten wurden^). Ebenso finden wir ihn im Mai 1525 an
25 der Spitze jener Abordnung des B^ths, welche nach Liestal
ritt und sich vergeblich bemühte, die aufständischen Landleute
zur Heimkehr zu bewegen^]. Doch ist es vermuthlich seiner
Umsicht zu verdanken, dass Basel wenigstens von der drohen-
den Gefahr, d. h. vom Zuge der Aufständischen gegen die
30 Stadt, noch rechtzeitig benachrichtigt wurde. Seine bleibende
Bedeutung aber liegt hauptsächlich darin, dass im Rathe die
Anhänger der Reformation an ihm und dem damaligen Oberst-
Zunftmeister Jakob Meyer zum Hirzen ihre Führer hatten.
1) S. hierüber B. Chron. V 219, A. 3.
2) S. Histor. Featachrift von 1901, S. 271.
3) Jetzt Cod. 0118 der Oeffentlichen Bibliothek. Am Schluss: Fini-
tum per me Nicolaum Meiner, feria sezta ante dominicam judica anno 1471.
4) S. unten S. 393, wonach er 74 jährig starb.
5) Biese Zunft nämlich vertrat er nachmals als Rathsherr.
6) S. Heusler S. 428 ff.
7) S. Eidg. Absch. m 2, S. 1038.
8) S. Eidg. Absch. IV la, z. J. 1526 ff., und IV Ib, z. J. 1529.
9) S. oben S. 125.
Basier ChronikaB. YI. 25
386 Meyerische Familienchronik.
gleichwie umgekehrt an der Spitze der Altgläubigen Biirger-
meiaterHeinriohMeltinger und OberstsunftmeisterLuoasZfeiglei
standen. Auf die langen Jahre des Kampfes, wo beide Par-
teien sich misstrauisch gegenüberstanden und der Sath deshalb
fortwährend in schwieriger Lage sich befand, folgte 1529 der &
völlige Sieg der Reformation, und so galt es nun, die neue
Ordnung der Dinge allseitig durchzufuhren und lu befestigen.
Auch dieser Aufgabe untersog sich Adelberg im Verein mit
Jakob Meyer, welcher 1530 ebenfalls Bürgermeister wurde.
Doch ist zu bemerken, dass vom April 1529 an — also nach r^
dem Siege der Reformation — Adelberg auf keinen Tag-
tötzungen mehr erschien, sondern dass solche Gesandtschaften
in den nächsten Jahren theils durch Jakob Meyer, theils durch
Adelbergs jungem Bruder Bernhard versehen wurden. Hin-
gegen nahm er trotz vorgerücktem Alter noch Theil an jenem ^
Freudenzuge, welchen im Mai 1540 Basels bewaffnete Bürger-
schaft nach Liestal unternahm ^). Als Bürgermeister aber blieb
er im Amte bis zu seinem Tode, der am 8. Juni 1548 er-
folgte >).
Adelberg Meyer war dreimal verheirathet: zuerst mii^
Katharina, der Tochter des Rathsherrn und Wechslers Balthasar
Hütschi, dann 1509 mit Margaretha, der Tochter des damaligen
Oberstzunftmeisters Hans Trutmann, und endlich 1533 mit
Katharina, einer Tochter des gewesenen Rathsherrn Andreas
Bischoff, welcher 1529 beim alten Glauben geblieben und nachs
Freiburg i. B. ausgewandert war'). Aus dieser dritten Ehe
stammen alle ihn überlebenden EJnder, und deshalb beginnt
er auch seine Familienchronik erst mit 1533^).
^Keye^ Der erste Fortsetzer dieser seiner Aufzeichnungen war
Adelbergs jüngerer Bruder Bernhard. Dieser, von Beruf ein >-
Wechsler, gehörte schon 1521 als Sechser der Bärenzunft dem
Grossen Rathe an und war einer jener wenigen Ehrenmänner,
welche damals Festigkeit genug besassen, um die Annahme
der französischen Jahrgelder zu verweigern^). Später trat er
in die Zunft zum Schlüssel, wo er im Februar 1529, nach dem ^
Siege der Reformation, zum Rathsherrn erwählt wurde*). Von
dieser Zeit an erscheint er häufig als Basels Gesandter sowohl
1) S. B. Chron. 1 159.
2) S. ebend. IV 104, femer unten S. 393,
3) 8. unten S. 416.
4) S. unten S. 391.
5) S. B. Chron. I 215.
6) S. oben S. 120.
Einleitung. 3g7
auf den Tagsatzungen i) als namentlich auch beim Bischof.
Die langen und oft schwierigen Unterhandlungen mit Letz-
terem führte er mit grossem Geschick, so dass schliesslich der
fiix die Stadt sehr günstige Vertrag vom iO. August 1547 zu
» Stande kam'). Auch geschah es wohl vornehmlich in An-
erkennung dieser seiner Verdienste, dass er 1549, nach dem
Tode seines Bruders, als dessen Nachfolger zum Bürgermeister
gewählt wurde. Denn schon seit längerer Zeit war es sonst
üblich, zu dieser höchsten Würde nur solche zu wählen, welche
I irorher Oberstzunftmeister gewesen waren, und seit dem Siege
der Reformation bildet Bernhard Meyer von dieser Regel bei-
nahe die einzige Ausnahme^). Er blieb auch im Amte bis zu
seinem im März 1558 erfolgten Tode^).
Der zweite Fortsetzer der Familienchronik, Adelbergs Sohn ^^J^^
% Sans Ludwig, geb. 1539, wurde 1578 Zunftmeister zum Safran
und starb im Oct. 1607^). Dessen ältester Sohn war jener
Adelberg der jüngere, geb. 1560, welcher 1613 Rathsherr der
Schiff leutenzunft wurde, aber 1617 von seiner Frau geschieden
und w^en angeblicher Zauberei zu lebenslänglichem Haus-
» arrest verurtheilt wurde*). Der dritte Fortsetzer hingegen war
Hans Ludwigs jüngerer Sohn Nikiaus, geb. 1565, welcher am
S. Nov. 1629 starb 7) und keinerlei Aemter scheint bekleidet zu
haben. Der Sohn dieses Nikiaus, Hans Konrad, geb. 1589,
wurde Schaffner zu St. Clara ^), und war von 1646 bis zu seinem
& am 22. Juni 1659 erfolgten Tode Zunftmeister zu Schmieden*).
Dieser war der vierte und letzte Fortsetzer der Meyerischen
Familienchronik, und so wollen wir dieses Geschlecht, das
noch heute blüht, hier nicht weiter verfolgen.
Die Aufzeichnungen des Bürgermeisters Adelberg Meyer WArdigmig.
D über seinen Hausstand, verbunden mit denjenigen seines Sohnes
Hans Ludwig, seines Enkels Nikiaus und des Urenkels Hans
1) S. Eidg. Absch. IV Ib, s. J. 1530 ff.
2) S. Heusler S. 445 u. 448 ff.
3) Ausser ihm ist einzig noch Henmann Offenbturg su nennen, der
jedoch nur 1542 Bürgenneister war.
4) S. Tonjola S. 278, und vgl. unten S. 393.
5) S. im St. A., Rathsbesatzungen Bd. HI, auch Tonjola S. 228, und
unten S. 394.
6] S. B. Chron. V 455, A. 6, und vgl. unten S. 394.
7) S. Tonjola 8. 234, wo der Todestag entstellt, und ebend. S. 235,
wo er riehtig angegeben ist.
8) S. ebend. S. 234.
9) 8. Rathsbesatzungen III und vgl. unten S. 398.
25*
388 Meyerische Familienchronik.
Konrad, bilden zusammen eine Familienchronik, welche yier
Generationen umfasst und von der ersten Hälfte des XVL Jahr-
hunderts bis in die Mitte des XVII. hinabreicht. So belang-
los nun dieselbe für Basels politische Geschichte ist, so hat sie
immerhin einigen Werth nicht nur für die Genealogie eines
zeitweise hervorragenden Geschlechtes, sondern vor allem ia
kulturgeschichtlicher Hinsicht. So gewährt uns z. B. schon
die Aufzählung der vielerlei Personen, welche für die stets
zahlreichen Kinderschaaren als Taufpathen erbeten wurden,
einen Einblick in die gesellschaftlichen Beziehungen einer an- 1^
gesehenen Bürgerfamilie jener Zeit. Wir glauben daher das
Programm der Basler Chroniken nicht allzusehr zu über-
schreiten, indem wir diese Familienchronik durch aUe ?iei
Generationen, also bis ins XVII. Jahrhundert hinab, hier
folgen lassen. Hat uns im vorigen Bande die Offenbuigische ^
Familienchronik 1) ein Achtbürgergeschlecht gezeigt, welches
im XV. Jahrhundert emporkam und in der Reformationszeit
seine Bedeutung allmälig verlor, so führen uns die vorliegen-
den Aufzeichnungen ein zünftiges Bürgergeschlecht vor, ab
dessen Höhepunkt im Gegentheil das letztgenannte Zeitalter ^i
erscheint').
Attigab«. In der vorli^enden Ausgabe halten wir uns nicht an die
Reihenfolge der einzelnen Theile in der Hs., sondern wir reihen
die Ebiuschroniken der vier Generationen nach der Zeitfolge
an einander, also zuerst die betreffenden Aufzeichnungen Adel- -^
bergs (Bl. 2^ — 3), dann diejenigen seines Sohnes Hans Ludwig
(Bl. 1 j, seines Enkels Nikiaus (Bl. 9^ — 1 0} und seines Urenkels
Hans Konrad (Bl. 7^ — 9)'). Die Reihe der Todesnachrichten
sodann, welche auf Bl. 4 sich findet und theils von Adelbeigs
Bruder Bernhard, .theils von Hans Ludwig verfasst ist^). -^
schalten wir zwischen den Hauschroniken Adelbergs und Hans
Ludwigs ein. Die weitern Todesfälle hingegen, welche BL 6^
einnehmen und wohl alle Hans Konrad zum Verfasser haben,
lassen wir dem Hausstande dieses Letztern vorausgehen, also
hinter demjenigen seines Vaters Nikiaus folgen^). Als L Bei- ^
läge geben wir die Urkunde von 1515, sammt der Grabschrift
des 1426 ermordeten Nikiaus des altem, und Hans Konrads
1) S. B. Ghron. V 300 ff.
2) Vgl auch die Hausehronik Diebold Ryffs, in B. Chron. I 226 ff.
3) S. oben S. 381 ff.
4) S. oben S. 382.
5) Ueber eine weitere Einschaltung an dieser Stelle s. unten 6. 389, A.2.
Einleitung. 389
Beschreibung der Gräber (Bl. 5 — 6), während die Aufschriften
der von Adelberg begonnenen und von Hans Konrad fort-
geführten Wappentafel, welche Bl. 19 — 29 einnimmt, als
n. Beilage folgen.
Schon in der Hauschronik des Bürgermeisters Adelberg,
die noch von Berlingers Hand geschrieben ist, bemerken wir
in der Hs. verschiedene Zusätze seines Urenkels Hans Konrad,
und diese unterscheiden wir im Drucke durch eckige Klam-
mem. Hans Konrads ältere Aufzeichnungen hingegen, worin
er auf Bl. 7 den Hausstand seines Grossvaters Hans Ludwig
und seines Vaters Nikiaus aufzählt i), erscheinen neben den
eigenen Aufzeichnungen dieser Beiden sehr entbehrlich. Das
Wenige aber, was sie zum Hausstande des Nikiaus noch als
Ergänzung bieten, bringen wir bei diesem nur als Zusätze in
eckigen Klammern an^). Auch unter den Todesnachrichten auf
Bl. 6^ lassen wir alle diejenigen von Hans Konrads Eltern und
und Grosseltern weg, da diese sich gleichlautend schon in den
betreffenden Hauschroniken vorfinden. Die Zusätze sodann,
welche Hans Konrad seiner eigenen Hauschronik erst nach-
träglich beifugte, verschieben wir an den Schluss derselben,
indem sie durchweg die erst in spätem Jahren erfolgten Todes-
falle seiner Kinder betreffen. Da übrigens diese Zusätze sich
meist gleichlautend auch in der Wappentafel finden, so bringen
wir die wenigen Ergänzungen, welche die dortige Redaktion
bietet, gleich hier an, und zwar zum Unterschied in eckigen
Klammem.
In der Hauschronik Adelbergs, die von Berlingers Hand ,^j^J^„
geschrieben ist, behalten wir dessen Rechtschreibung bei, im
Gegensatz zu den übrigen, von Hans Konrad gefertigten
Theilen. In diesen aber ist schon bei der Hauschronik Hans
Ludwigs, und noch mehr bei Nikiaus, die ursprüngliche Recht-
schreibung theilweise verwischt und durch diejenige Hans
Konrads ersetzt. Zudem noch schwankt Letzterer auch in
seinen eigenen Aufzeichnungen, indem er z. B. bald auff
schreibt, bald uff. Wir verzichten daher auf jeden Versuch
einer Herstellung der ursprünglichen Formen, indem wir so-
wohl bei Hans Ludwig als bei Nikiaus genau der schwanken-
den Rechtschreibung folgen, wie sie in Hans Konrads Abschrift
1) Vgl. oben S. 382.
2) Die einzige Ausnahme bildet die Notiz vom Tode dieses Nikiaus,
die wir ohne Klammern, als Inhalt von Bl. 7, auf dessen Hausehronik folgen
lassen.
390 Meyerisehe Familienchronik.
sich uns darstellt. Die emsige Aenderung aber, die wir auch
bei den eigenen Aufzeichnungen dieses Letztem uns gestatten,
betrifft die sinnlose Erweiteiung von i su ei, wenn er z. R
zeinstag schreibt für zinstag, oder göttein für göttin
(Tau^the). Da dieses ei für i nicht etwa in der mundait- i
liehen Aussprache begründet ist, sondern nur des Schreibeis
Unsicherheit in der hochdeutschen Rechtschreibung bekundet,
so ersetzen wir es im Drucke durch einfaches i. Hingegen
behalten wir als Umlautzeiohen über den Vokalen die zwei
Punkte bei, wie die Hs. sie hat, also nicht nur bei ü, sondern i«
auch bei ä und ö, da die Zeichen & und ö dem XYII. Jahr-
hundert nicht mehr entsprechen würden.
[2*^] Uff mentag vor Simonis und Jude anno 1533 waid|^(^27
mir Adelbergen Meyer, der adtt der stat Basel bugermeister,
vermächlet jungfräw Catherin Bisohoffin, durch Schickung des
allmechtigen gottes, zu der heiligen ee.
:» Uff mitwochen nftch sanct Jftoobs tag anno 1534 genasz |&^
min &ftw olq^eldt irs ersten kinds, am morgen frft umb die
vier de stund; ward gnempt Jacob. Und was gotti Conrat
Schnitt des rftths, und Martin Fickler, und göttenen fräw
Dorothe zum Tantz^). [Starb lediger weisz.]
10 Uff des heiligen crüts tag zu herpst anno 1535 nach ^^^ ^^
mittag, ze abend umb die 6. stund, genasz min frftw obgmeldt
irs anderen kinds; was ein töchterli, ward genempt Barbara.
Was gfitti Bastian Hügli miner herren kneoht^), und warent
g&ttenen frftw Agnes Hertzogin, und Madien Hort von Haltingen
uir hebamm.
[Anno 1550 hatt obgemelte Barbara mit herren Hans
Riespach verheiratt; starben beid ohne leibserben.] ^]
Uff zinsztag nach invocavit, den 27. februarii^) in der ^^^^
Tasten anno 1537, am morgen umb die 9. stund, genasz min
20 frftw obgmeldt irs dritten kinds; was ein töchterlin, wart ge-
nempt Mazimilla. Was gStti Ulrich Wiglin miner herren mar-
staller ^), und gSttenen &ftw Margred Falcknerin, und Margred
Kriegenen ir Vorgängerin.
[Anno 1553 hatt obgemelte Maximiliana mit Heironimo
25 von Külch*) yerheirattet. Anno 1577 sindt beide ehegemächt
1) Dorothea hiess, laut gütiger Mittheilung Yon Dr. K. Stehlin, die
Ehefrau des Goldsohmieds Balthasar Angelrot, dem schon 1507 das Haus
zum Tanx an der Eisengasse (jetzt No. 20) gehörte, und der yon 1523 bis
1543 im Rathe sass.
2) Also einer der 4 Rathsknechte.
3) Beide starben im Mai 1552; s. N&heres In Gasts Tagebi^ch, z. 17. Mai
1552, auch unten Beilage IL
4) Der nftehste Dienstag nach Inyocavit fiel 1537 auf den 20. Februar.
Ist aber der 27. richtig, so ist InYocayit yerwechselt mit Reminiscere.
5) Der frühere Söldner; s. oben 8. 126.
6] H. von Kilch wurde 1565 Zunftmeister der Schmiede; s. Raths-
hesataungen, Bd. II.
10
392 Meyeriscbe Familienchronik.
verscheiden ^)j ligen beide zuo sant Martin begraben, auff dem
kiilchhoff^) neben der kleinen külchthüren^), gleich doran wie
man in külchen geht, auff der rechten seitten. Gk>tt geh inne
beide eheleüth ein freliche aufferstendnusz; amen.]
F b^ [^^ ^™ Sonntag vor der herren vasznacht anno 1539 nach
dem imbis, zu äbent umb die 6. stund, genasz min tAw ob-
gmeldt irs vierden kinds; was ein knab, hiesz Hanns Ludwig.
Was götti herr Hans Gast, liitpriester zu sanot Martin^}, und
meister Josz Merckler der tischmacher, und göttenen &äw Anna
Battenen, meister Batt Summers frow^].
^^26 ^^ fritag vor sanct Yerenen tag anno 1541 starb min
huszfräw obgmeldt, &äw Catherin Bischoffin, diser hievor ge-
schribner vier kinden muter, und lit begraben im münster im
crützgang, obwendig der thüren, so ins bisohoffs hoff gädt^),
in des alten Bären grab, irs groszvatters^). Gott trftst aliis
glöibig Seelen.
[Ir vatter was Andresz Bischoff von Hiiltalingen^); ir
mutter: Bärbel Berin, Hans Beren dochter; ir groszvatter:
Clausz Bischoff; ir groszmutter: Anna Grienenzweig ^), Clausz
Grienenzweig scbultesz zuo Ober Baden ^o) dochter.] ^'
20. Der F1188 dieser und die folgende Seite der Hs. eind leer.
1} Vgl. unten S. 393.
2) Der jetzige St MartinskirchplatB.
3} Die Thür des südlichen Seitensohiflfs heisst hier die kleine, snm
Unterschied vom Haupteingang auf der Westseite.
4) Ver&sser eines Tagebuches, das im Bd. VII erscheinen soll.
5) Beat Summer, Rathsherr der Brodbeckersunft seit 1529.
6) Diese jetzt vermauerte Thür liegt zwischen den beiden Kreuzgingen.
7) Ihre Mutter Barbara war eine Tochter des Rathsherm Hans Bir
altem (-{- 1502), dessen Grabstein noch am betr. Orte steht; s. B. Biographien
159 ff.
8) Ueber ihn s. ebend. S. 81. Das Dorf Hiltelingen, wo er Herr war,
lag nordöstlich yon Klein-Hüningen und wurde 1678 durch die Franzosen
zerstört; s. Karl Tschamber, Friedlingen und Hiltelingen, S. 74.
9) Nach Nikiaus Bischoffs 1488 erfolgtem Tode vermählte sie sich io
zweiter Ehe mit dem gleichfalls verwittweten Rathsherrn Hans Bar d.
altem; s. B. Biographien I 65. Falls sie nun die einzige Gemahlin Nlklau»
Bischoffs, also die rechte Mutter seines Sohnes Andreas war, so folgt
hieraus, dass die Gemahlin dieses Letztem, Barbara Bär, nur ihre Stief-
tochter kann gewesen sein, also eine Tochter Hans Bars aus erster Ehe.
10) Ueber ihn und seinen Vater, den 1485 verst. Mathias Eberler
gen. Grünenzwig zum Agstein, s. B. Biographien I 65, auch B. Chron.
m 415 ff:
1539—1577. 393
[4] Herr Adelbeig Meyer, buigeimeister der statt Basel, ist ^^ ^
gestorben uff Medardi, vor sant Johans tag, als man zalte 1548
jor^); lüt in Heman Meyers an der Steinen in sim grab auch
begraben 2). Geschriben durch mich Bernhard Meyer, burger-
& meister der statt Basel, uff Johannis im 1549 jor. Seines alters ^^ 24
herm Adelberg Meyer burgermeister 74 jähr. Herr Oszwaldus
Myconius, pfarrherr im münster, hielt die predigt ausz dem
3. capitel Esaya. Ist 28 jähr burgermeister gewesen ^j.
Item uff sontag vor lethare den 13. tag mertzen, uff die ,^^3
10 nüne znacht, anno 1558 jor, starb herr Bernhardt Meyer, burger-
meister der statt Basel, desz obgemelten herren, her Adelberg
Meyers seligen bruder. Und uff zinstag nach obgemeltem son- M&n is
tag ward er an den Steinen im doster, in der kilchery, inn
Heman Meyer seligen grab bestattet ^j.
15 Anno 1404 ist Heman Meyer begraben worden^). i404
Item uff sant Verena tag, den ersten tag September anno ^^| ^
1558 jor, nach mittnacht zwischen zweyen und dreyen starb
her Ajidres Bischoff, her Adelberg Meyers seligen schwiher.
Und uff frittag nach dem obgemeldten tag ward er zu Fryburg sept 2
120 im Briszgew in sin grab vergraben ^).
Auff samstag vor oculy, den 13. mertzen anno 63, zu nacht ]^ ^3
nach den einen starb her Hieronimus Frobenius, min schwiher 7);
und uff montag dornoch ward er im miinster begraben^). Gott
throst die liebe sei ; der wel unsz auch ein selig endt verlühen.
25 Seines alters 62 johr.
Auff den 23. december anno 1577 starb der ehrenvest ]^ 23
fürnehmm und weysz herr Hieronimus von Külch des rahtz,
seines alters Und den 27. disz monat starb auch Dee. 27
die ehr- und thugentreiche frauw Maximilla Meyerin, sein
9. Hl.: dem 13. tag. 28. In der Es. Baum gelassen Ar Angabe des Alters.
29. Hs.: die ebre thugentreiche.
1) Vgl. B. Chron. IV 104, auch Qasts Tagebuch, zum 8. Juni 1548.
2) lieber Henmann M. und sein Grab s. unten Beilage I. Adelbergs
Grabschxift s. bei Tonjola 8. 278.
3) Seit 1521; s. unten die Allg. Beilage.
4) Seine Grabsehrift s. bei Tonjola a. a. O.
5) Laut Wurstisen S. 553 starb er 1402.
6) S. B. Biogr. I 81.
7) Kfimlich der Schwiegerrater von Adelberg Meyers Sohn Hans
Ludwig; Tgl. unten S. 394.
8) Seine Grabschrift s. bei Tonjola S. 19.
394 Meyeiiiche FamilMnchronik.
ehegenauihly ihres alters 40 johr; ist her burgermeister Adelbeig
Meyer doohter gewesen. Qott geb innen fröliche aufferstend-
nusi. Ligen beide begraben zuo sant Marty^), neben dem
kleinen thürlei anffem külohhoff').
^ ^i&39 [1^] Am sontag yor der herren fasznacht ano 1539 jar i
wardt ich Hansz Ludtwig Meyer geboren').
^^ AufF mentag den 27. tag homung ano 1559 jar wardt mir
Hanss Ludtwig Meyer yermechlet jungfrow Anna Frobeny,
herren Hieronimuss Frobeni ehlich dochter, durch ansehickung
des allmechtigen gottes, suo der heyligen ehe. i*
Auf. 1 UfF zinstag den ersten tag augusti ano 1559, zwischen
zechen und elffen zuo nacht, genasz mein weib ires ersten
kindts, eines kneblin; hats nit lenger bey ire tragen dan
16 wuchen.
^ 1560 xJfF mentag den 5. augsten 1560 jähr, am morgen umb die u
5. stundt, gnasz mein frauw obgemelt ires andern kündts, wass
ein kneblin; wardt genandt Adelberg ^}. Warendt getty docter
Simon Sultzer<^} und herr Hansz Fillser, und gotten fiauw
Ursula ir hebam.
oet^s Uff sontag vor sant Gallen tag, den 12. octobrisz ano 1561, »
am morgen noch den 8. gnasz mein &auw ires 3. kindts, wa»
ein kneblein; wardt genandt Jeronimus*]. Wardt gettin herr
Rudolff Schenokh, undt Koszman mein dischmaoher, undt
gotten die Bärbel, die den alten Polle^) hat.
^662 XTff mitwuchen vor wienaoht ano 1562, umb die drey nooh^
mittag, genasz mein &auw ires 4. kindts, wasz ein kneblein;
wardt genandt Hansz Ludtwig^). Warendt getty herr Jerg
Züohle und herr Frantz Ulrich Wasserhun*), und gotten frauw
Anna F&ckleren.
1) Ihre gemeinsame Grabschrüt s. bei Tonjola S. 223.
2) Also neben der Thür, 'welche jetst vom St. Martingplati in den
Chor ftLhrt.
- 3) Vgl. oben S. 392.
4) Ueber ihn s. B. Chron. V 455, A. 6, auch unten S. 401 ; seinen Haus-
stand s. S. 419.
5) Seit 1552 war er Antistes der baslerischen Kirche, als Nachfolger
Yon Oswald Myconius. Seine Grabsohrift s. bei Tonjola S. 33.
6) 8. unten S. 396.
7) Gewöhnlich: BoUi.
8) 8. unten S. 397.
9) S. Tonjola 8. 189.
1539—1569. 395
Uff oder noch judica ano 1564 gnan mein &auw irer um
zweyer kinder, das 5. und 6., watend bede knaben. Ist der
eist an die weit kommen uff änstag den 21. merts, sobenian}!
swischen 4 und 5 uhren; wardt genandt Bemhart^). Waren
jgettin herr AUezander Löffel') und her Gilg WerenfelsE, und
gotten jung&auw Bärbel Zügerin. Der andere knab an die
weit kommen am mittwuchen, am anderen tag, auch zwischen lOn 22
4 und 5 uhren zoben; hat in die hebam thaufft, und ist glich
yerscheiden.
14 [1^^] Uff freitag den 7. december ano 1565 genasz meinj^^
&auw ires 7. kindts, am morgen uff die fierte stundt; war ein
kneblin, wardt genandt Nidausz^). Warendt gettin junckher
Niclausz von Wendelstorff und herr Hansz Schwartz der schult-
hesz^), und gotten Katereina Riecherin.
t5 Uff fireitag den 14. tag martii anno 1567 gnas mein frauw Js^L 4.
ires 8. kindts, am morgen zwischen 7 und 8 uhren; war ein
meitlein, ward genembt Ester. War gettin herr Heinrich
Lutterburger^), und gotten frauw Helena Gebhartin und jung-
frauw Anna, des zum Faickhen seligen dochter ^).
20 Uff mentag den 24. meyen anno 1568 gnas mein &&uw is^
ires 9. kindts, am morgen zwischen 7 und 8 uhren; war ein
kneblein, wardt genandt Jacob ^]. Warendt gettin herr Hansz
Friderich Mentzinger Stattschreiber ^), und herr Ulrich Schult-
hesz'}, und gotten frauw Magdtlen Jeckhelmenin ^^}.
25 Uff zinstag den 29. noyember anno 1569 gnasz mein frauw im9
ires 10. kindts, am morgen noch 4 uhren; war ein kneblein,
5. Hfl.: Allwuider Laffel. 19. Hi.: Beliffl doekt«r.
1) Ueber ihn und seinen HauBStand s. unten 8. 420.
2) Er wurde 1565 Rathsherr; 8. Rathsbesatsungen, Bd. II.
3) 8. unten 8. 397 ff.
4] S. Tonjola 8. 224.
5) Er wurde 1578 Zunftmeister sum Schlflssel; 8. Bathibesatsungen,
Bd. II, auch Tonjola 8. 145.
6) Ausser dem Hause »sum goldenen Falken«, jetst Freie 8tra88e
No. 9, wurde auoh das ebendort No. 51 gelegene Haus sum Falkenberg
schon damals oft einfach »lum Falken« genannt Laut gQtiger Mittheilung
von Dr. K. Stehlin gehörte letiteres Haus 1561 einem Hans Meyer, und
dieser ist vielleicht derselbe wie jener Hans Rudolf M., welcher 1564 starb
und bei 8t. Leonhard begraben liegt; s. Tonjola 8. 182. Zu welchem Ge-
schlechte Meyer er jodoch gehörte, ist mir nicht bekannt.
7] Vgl unten 8. 397.
8) Ueber ihn s. B. Chron. IV 141 und Tonjola 8. 33.
9) Er wurde 1575 Oberstzunftmeister, 1579 BQrgermeister und starb
1599; B. Tonjola 8. 142.
10) Doetor Felix Flatters Frau; s. ebend. 8. 57.
396 Meyerische Familienchronik.
waid genent Andres. Waren gettin herr Jacob Hoffman der
alt^), und herr Jacob Mereda'), und gotten Balthasar Migels
hauss&auw').
1571 XJff sontag den 6. meyen anno 1571 gnasz mein £row ires
11. kindts, zu nacht nach den 11 uhren; war ein meitlein, s
wardt genent Madien. Und war gettin herr Ulrich Essig,
und gotten Hansz Jacob Gumans frauw, und die Mattisenen
XU Benckhen. Wardt auch suo Benckhen gedaufit^).
1573 Uff sontag den 13. September^) anno 1573 gnasz mein firauw
ires 12. kindts; wasz ein meitlein, wardt genent Ester. Waszi«
der gettin herr Margs Russinger ^}, und gotten jungfrauw
Helenna Dann, herr Christoffel Daunen dochter ^), und herr
Fetter Steckhlein &auw von Therwiller ^). Wardt zu Benckhen
oct 12 gedaufit, starb den 12. october ano 1573 johr.
A ^^30 ^^ ^^'^ ^^' ^^^^^ anno 1574 johr genasz mein frauwi:*
ires 13. kindts, was ein meitlin, starb an der geburdt
sepi"! [^^^^] Uff sontag den 18. September») ano 1575 johr,
zwischen 9 und 10 uhren, genasz mein frauw ires 14. kindts;
war ein meittelin, ward genandt Anna. Was gettin hen
Jacob Hechtmeyer, und gotten jungfrauw Anna Wagnerin, %■
und Anna ir forgengerin.
^ 1576 XTff den 25. augsten anno 1576 starb mein söhn Iionimus
Yorgemelt, zuo Neiiwenburg am See. Gott drest die liebe seil.
Seines alters 15. johr ^»).
^1576 XJff sontag den 9. december anno 1576 johr, uff den obeni^
zwischen 5 und 6 uhren, starb mein hausz&auw Anna Frobeni,
diser aller yorgemelter kinderen mutter, an der geburdt ires
9. Hl.: 12. MptembQr. 17. Hb.: 17. MpiemlMr.
1) Et war Rathsherr und starb 1572; 8. Tonjola S. 222.
2) Ueber den Kauf hausschreiber Jacob Merede s. Gteering S. 513 und
Tonjola S. 189.
3) B. Meiels Ehefrau Margaretha, geb. Krieg yon Bellikon, starb 1576;
8. ebend. S. 223.
4) Hans Ludwig Meyer hatte das Schloss su Benken 1568 durch Rauf
erworben; s. Brückner IV 315.
5) Nicht der 12. Sept., wie die Hs. hat, war 1573 ein Sonntag, sondern
der 13.
6) Ein Rathsherr; s. Tonjola S. 133.
7) Ueber Christo£f d'Annone, auch »Danon« genannt, s. Geering
S. 453 u. 478.
8) Der Titel »herr« l&sst yermuthen, dass Peter Stöeklin in dem da-
mals noch reformierten Terwil Pfarrer war.
9) Der 17. Sept., wie die Hs. hat, war 1575 kein Sonntag, wohl aber
der 18.
10) S. oben S. 394.
1671—1587. 397
15. kindts; und bleibt alles bey einander, ligt begraben in dei
külchen bey sant Martin^). Gott diest die glaibige seil; der
verlieh iren undt unfiz allen ein &eliche ufferstendtnusz am
jüngsten tag, amen.
5 Uff den 17. juli ano 1577 starb mein söhn Jacob vor-^^^^
gemelt^); wardt auch begraben zuo sant Martin. Gott trest
die liebe seil.
Uff den 20. tag februari ano 1583 jar starb mein söhn ^^^ ^
Hansz Ludwig forgemelt*) zuo Seelen^) in Flanderen, alsz er
10 mit hauptman herr Hansz Heinrich Irmme seligen^) in die
Niderlandt gezogen und sein Schreiber gewesen; und ist do-
selbsten erlich bestattet worden. Gott drest die glaibige seil.
Uff den 15. tag*) october 1607 johr ist der ehrenvest fiir-o^j5
nem und weisz herr ELansz Ludtwig Meyer des rahtz, alsz
15 obgmelten kindern vatter, seliglichen im herrn yerscheiden.
Der almechtig gott wolle imme und unsz allen zuo seiner zeitt
am jüngsten tag ein freliche aufferstendtnusz verliehen, amen.
Seines alters im 68. johr. Ligt in sant Martis külchen be-
graben, bey seiner iErauwen Anna Frobenin selig. Hatt dry
^sohn und ein dochter verlassen, so auch in den standt der
heyligen ehe sindt kommen, mit namen Adelberg, Bernhardt,
Niclausz und Anna Meyer ^].
Laus deo semper.
[9*^] Auff moDtag den 15. maius anno 1587 ward mirjj[^^^^
25 Niclausz Meyer ^) vermächlet jungfrauw Salome Eckhenstein,
heren Hans Jerg Eckhenstein thumherenschaffioier®) und &auw
Elszbeta Speyrerin^*) ehelich dochter. Der allmechtig gott
23. Diese Uebenchrift steht i. d. He. nicht hier, soBdern Aber Bl. 10.
1) Vgl. Tonjola S. 223.
2) S. oben S. 395.
3} S. oben S. 394.
4) Vermuthlioh ist Seeland gemeint, das an Flandern gr&nzt und ur-
sprünglich dazu gehörte.
5) Ueber ihn und seine Werbung für Herzog Franz von Alen^on und
die aufstfindigen Niederländer s. B. Cluron. 1 184, auch B. Biographien I 47.
6) Vgl. Tonjola S. 228: 16. October.
7) Ueber alle 4 s. unten S. 419.
8) Vgl. oben S. 395.
9) S. Tonjola S. 61.
10) S. ebend. S. 65 und unten S. 419.
398 Meyerische Familienchronik.
welle unsz sein genaden und heyligen segen verleiehen,
amen.
jun?3 ^®^ ^' J^^^ anno 1571 ist mein hausifrauw Salome
Eckhenstein im minster gethaufit worden. Her docter Feligs
Plattner 1), frauw Margret Gebhardin^j und frauw Waldburg s
Obermeyerin^) waren gettin und gotten.
Febr.^ Uff soutag der heren fasznacht, den 18. februari anno 1588,
am morgen zwischen 6 und 7 uhren, gnsjßz mein hauss&auw
Salome ires ersten kindts, war ein knab; wardt genandt Adel-
berg^). War getti herr dooter Felix Plattner , herr Heinrich le
Jeust helffer bey St. Petter^}, und gotten jung&auw Coidula
Yon Eptingen.
Apru^i Uff sinstag den 1. aprillis anno 1589, am morgen zwischen
5 und 6 uhren, genas mein hausifrauw ires andern kindts,
war ein knab; wardt genempt Hans Conradt^). Sindt gottin i&
junckher Hans Conradt von Uilm, landvogt suo Röttellen, und
herr docter Hipolittus a Colibus stattschreyber^), und gotten
jung&auw Mareya Offenburgerin^).
jttU^ Uff zinstag den 7. juli anno 1590^), am morgen umb
5 uren, genasz mein hauszfrauw ires driten kindts, war ein y*
knab; war genandt Hans Ludwig. Sindt getin herr Bartlome
Merian des rahtz^^^), herr Samuwel Ubelle grichtschreyber^M,
und gotten jungfrauw Anna Grieneus, docter Jacob Grieneus
oet.^ dochter 12). [Ludwig ist den 26. october 1634 verscheiden.]
19. Hb.: den 8. jiüeL 21. Hb.: Abu» GreiBM
1) Felix Platter.
2) Es gab 2 Frauen d. N., welche 1585 und 1626 starben; s. Tonjola
S. 157 u. 186. Da die Letitere 31 Grosskinder hinterliess, so ist ihr Alter
Ton 26 Jahren, wie Tonjola hat, jedenfalls irrig, also vermuthlich entstellt aus 76.
3) Die Frau von Nikiaus Iselin; s. ebend. S. 197.
4) Ueber ihn, wie über die andern Kinder von Nikiaus M., s. unten
Beilage II.
5) Ueber H. Jeust oder Just s. B. Jahrbuch 1879, S. 180, und TonjoU
S. 141.
6) S. unten S. 402 ff.
7) Dieses Amt bekleidete H. a Collibus nur 1589—1593; s. Geering
S. 478, und Thommen, Gesch. d. Universitftt Basel, S. 182 ff.
8) VgL unten S. 402 : Margreta von Offenburg.
9) Nicht der 8. Juli, wie die Hs. hat, war 1590 ein Dienstag, sondern
der 7. Juli.
10) Er starb zu Liestal 1609; s. Tonjola 8. 329.
11) S. Uebelin wurde Rathsherr und starb 1609, s. ebend. 8.52.
12) Anna Polybia, des Antistes Joh. Jakob Gryn&us Tochter, yenn&hite
ivich bald nachher mit Oberstsunftmeister Bonaventura von Brunn ; s. Thom-
men 8« 951, A. 1.
1571—1598. 399
Uff sontag den 17. december^) ano 1592, zu nacht umbj^^^
9 uhien, genasz mein haussfirauw ires fierten kindts, wai ein
dochter; wai genant Maieya. War gotten jungfrauw Sara
Deael ein Welsche doohter^), und &auw Margret Erlacher,
Sund gettin herr Andresz Reiff des raths^).' [Mareya ist den
9. tag septembris 1629 yerscheiden.]^} g^^ 9
Uff freitag den 18. october ano 1594, am morgen umbjjj^^^
6 uhren, genasz mein frauw ires fiinfften kindts, war ein doch-
ter; war genandt Salome. War gotten frauw Salome Scherer
10 und des herrn Beadt Hallen^) dochter, und gettin herr Hans
Jacob Huober des rahtz zum Saffern ®). Ist im herrn entschloffen
den 30. october ano 1600. ^^3^
[10] Auff freitag den 14. may anno 1596, am morgen umb ^^^
11 uhren, gnasz mein frauw Salome ires 6. kindts, war ein
15 dochter; wardt genantt Elszbett^j. Waren gotten herr docter
Bohinusz hausz&auw®} und jung^auw Elszbett Reichnerin,
herr docter Friderich Reichner seligen^) hinderlossene eheliche
dochter, und gettin herr docter Martin Schmilatzgie der Polag^<^).
Uff mitwuchen den 31. may ano 1598, zu mitag umb^3j
20 12 uhren, genasz mein frauw ires 7. kindts, war ein dochter,
genandt Anna^^). Und war gotten ^2) .... [Anna ist auff
donerstag den 15. januarius 1629 yerscheiden.] ^3)
1. Hb. : 14. deeemb«r. 18. Nach »BoUaun Iwiuzfiraiiir« Baum gel. ftr d. Namcii.
1) Nicht der 14. Dec., wie die Hs. hat, war 1592 ein Sonntag, sondern
der 17. Dieses richtige Datum hat Hans Konrad Meyer auf BL 7; s.
oben S. 389.
2} YieUeioht D^sal?
3) lieber Andreas Ryff s. Beiträge IX 1 ff u. XIII 1 ff., auch B.
Chron. I 198.
4) Ihre Verheirathung s. unten S.421.
5) Ueber den Rector Joh. Beat Häl oder Helius s. Th. BurcUiardt-
BiedexmanD, Qesch. d. Gymnasiums zu Basel, S. 62.
6) D. h. Rathsherr der Safranzunft; über ihn s. Tonjola S. 147.
7) Ueber ihre Verheirathung s. unten Beilage 11, i. J. 1615.
8] Kaspar Bauhin war seit dem 2. Febr. 1596 in zweiter Ehe yer-
mahlt mit Maria BrOggler von Bern, welche schon 1597 starb; s. Beiträge
Vn 115ff. u. 148, auch Tonjola S. 44.
9} F. Ryhiner der Arzt war Zunftmeister zu Gärtnern, aber zeitweise
auch Oberst eines Schweizerregiments im Heere der Hugenotten.
10) Ueber M. Chmielecky s. Thommen 8. 361, auch Tonjola S. 73 und
Boxtorf-Falkeisen II 2 S. 2.
11) Sie yerehelichte sich mit Theodor Burckhardt; s. Tonjola S. 235.
12) Hier folgen in der Hb. dieselben 3 Namen wie nachher beim
8. Kinde; doch sind sie durchgestrichen.
13} S. Tonjola S. 235.
400 Meyeriflche Familienchroiiik.
sept^ U^ montag den 8. septembei ano 1600, umb 1 uhien nach
mitag, genasK mein &auw ires 8. kindto, war ein dochter; war
genant Madien. Und war gotten Jungfrau w Kleff Kerlerin,
des provisor dochter i], und frauw Judit Jestetterin [herr Carli
Zellari haussfrauw] >], und gettin herr Melchior Hertenstein^). ^
ii^*^[l8t den 14. tag mertz 1628 verscheiden.]
^^603 xjff den ersten october anno 1603, umb 2 uren nach mitag.
genass sie ires 9. kindts; war ein dochter, genant Judit.
Wai gotten jungfrauw Chrischan Freyin, herr Emanuwel
Freyen dochter, frauw Caterina Wonlein % und gettin freyhen i
von Stredein.
Jnu^ Uff sontag den 14. juli ano 1605, umb 11 uhren zor
mitag, genasz mein hauszfrauw ires 10. kindts; war ein söhn,
genandt Niclauss. War gettin herr docter Johan Friderich
Reichner stattschreyber^), herr Johan Beitan, und jungfrauw :'
Gertrutt Burkartin, herren Samuwel Burkhart<^} dochter. [Ist
Aag.^ie d^^ 16. äugst en anno 1626 verscheiden.]
NoT^ Auff den 7. november ano 1608 ist mein hauszfrauw
Salome Eckhenstein, dieser aller vorgemelter 10 kindern
mutter, ist grosz schwanger des leibs gewesen, seliglichen auss :
diser weit verscheiden; ligt begraben in der külchen suo sant
Martin 7). Gott threst die glaibige sei; der verlieh iren und
unsz allen ein freliche ufferstendtnusz am jüngsten tag, amen.
Ires alters 37 jähr.
1629
Not. 8
[7] Uff^} sontag den 8. november ano 1629, uff den
oben zwischen 4 und 5 uliren, starb mein lieber vatter hen
7. Es.: Tor mitag. 1*2. Ha.: nacli mitag.
1) Cleopba, Heinrich Cherlers des Arftes Tochter.
2) Das Eingekl. erg. aus der vorhergehenden, in der Hb. z. Th. dorch-
gestr. Noti« über das 7. Kind; s. oben S. 399, A. 12. — Die Grabschriften
der Eheheute Cellarius s. bei Tonjola S. 90 u. 52.
3) Ein Rathsherr; s. ebend. S. 231.
4) Katharina Wohnlich, des Rathsherm Hans Ulrich Sohulthess Ehe-
frau; 8. Tonjola S. 154.
5) Dieses Amt bekleidete Ryhiner erst seit 1605; s. Ochs VI 35"^.
Sp&ter wurde er Bürgermeister und starb 1634; s. Tonjola 8. 79.
6) Ein Sohn Christoffs, des 1578 verst. Stammvaters der Burckhardte.
Ueber ihn und seine Tochter s. den 1893 gedr. Burckhardtischen Stamm-
baum, Taf. 1 u. 6, ferner Tonjola S. 85.
7) Ihre Qrabschrift s. bei TonjoU S. 229.
8) Ueber diese Notii s. oben S. 389, A. 2.
[
1600—1629. 401
NicIauBz Meyer, obgemelter kinder vatter, seines alters 64 johr ^j.
Gott geb imme ein freliche ufferstendtnusz, amen.
[6*»] Auflf den 25. januari 16082) ist frauw Cordula Truch- JJJ^ ^^^^
sessin von Reinfelden, herr Bernhart Meyers eheliche hausz-
s frauw 3}, seliglichen im herrn verscheiden, ires alters 34 johr;
ligt im miinster begraben.
Auff den 14. tag augsten 1610 ist frauw Anna Meyerin ^j, ^^^^ ^^
herrn Jacob Riedin*^) eheliche hauszfrauw, seliglichen im herrn
entschlaffen, ires alters 35 johr. Und den 17. dito ist herr Avg. i?
loJocob Riedin, das war 3 tag noch seiner lieben hauszfrauw*),
seliglichen im herrn entschlaffen. Gott drest die seil. Ligen
beyde im minster begraben^).
Den 25. october ano 1610 ist herr Bernhardt Meyer selig- oct. 25
liehen im herrn entschlaffen ; ligt bey seiner lieben hausz&auw
IS selig, Cordula Druchsessin, im minster begraben; sein alters
47 johl«).
Adelberg Meyer*), den 6. tag augsten ano 1629 seliglichen j^^^y ^^
ausz disem jamerthal verscheiden, seines alters 69 johr, ligt
zuo sant Theodoren begraben i<^).
1) Laut Tonjola 8. 234 starb er an der Pest. Diese Seuche herrschte
in Basel wirklich 1629, und nicht 1625, wie Tonjola a. a. O. angibt. Die
ächte Qrabschrift, mit richtigem Jahr und Tag seines Todes, s. ebend.
S. 235.
2} Vgl. ebend. S. 52: 27. Januar. Dieses Datum wird bestätigt durch
ein gedrucktes Oedenkblatt in der Hs. D II 1 der Kirchenbibliothek,
welches auf einem colorierten Holzschnitt die Wappen der Meyer und
Truchsess weist mit der Inschrift: Bernhard Meier, Cordula Truchsessin
von Rbeinfelden sein gemahe), 27. jan. 1608. Weiter enth< dieses Blatt
noch verschiedene Sprüche und Verse erbaulichen Inhalts.
3} Vgl. oben S. 395 und unten Beilage II.
4) Vgl. oben S. 396.
5) Jakob Raedin war Beisitzer am Stadtgericht und vermuthlich ein
Sohn des gleichnamigen, 1573 verstorbenen Oberstsunftmeisters; vgl. Ton-
jola S. 55 u. 125.
6) Dass er 3 Tage nach seiner Frau starb, sagen auch ihre Orab-
schriften; s. ebend. S. 54 u, 55. Ihre dortigen Todestage jedoch, 13. und
18. August, sind also jedenfalls ungenau.
7) Von diesem Ehepaar ist im Histor. Museum eine Wappenscheibe
¥on 1609 erhalten.
8) S. oben S. 395. Seine Orabschrift fehlt bei Tonjola.
9) S. oben S. 394 und unten Beilage II.
10) Seine Grabschrift fehlt bei Tonjola.
BmI» Chroniken. VL 26
402 Meyerisehe Familienchronik.
If'g [7^] Auff den 6. tag apprel anno 1589 johr bin ich Hansz
Conradt Meyer auff die weldt geboren i). Und sindt meine
thaufl^ttin junokher Hans Conradt yon Ulm, landtyogt suo
Röttelen, herr docter Heypoledus a ColipuB, Stattschreiber suo
Basel, und die edle jungfrauw Margreta yon Offenburg').
1^ Auff mentag den 18. december^) anno 1609 wardt mix
Hansi Cunradt Meyer junckfrauw Judit Schenauwerin, herren
Daniel Schenauwer selig ^) und &auw Mareya Iselein eheliche
dochter, durch Schickung des allmechtigen gottes suo der
heiligen ehe. t
1M2 Judit Schenauwerin war auff den 29. hornung ano 1592
geboren. War gettin herr Jacob Scherer, gotten frauw Beadtrigs
yon Offenburg und jungfrauw Mareya Grineus, herr doctei
Jacob Grineus dochter ^).
j u^ ^^ ^^^ mentag den 23. juli anno 1610, in der nacht umb i^
12 uren, genasz mein frauw ires ersten kindts; wardt genant
Mareyen Magdelena. Und wasz göttin herr docter Martein
Schmoletzgein*) und Hansz Jacob Sotzein^], und gotenen frauw
Margret Schenauwerin und jungfrauw Mareien Magdelena
Falckhnerin, herr Sebastian Falckhner^) ehlich dochter; und»*
war im minster gethaufft worden^),
j Bi^28 ^^ ^^^ sontag den 28. juni anno 1612, in der nacht umb
2 uren, genass mein &auw ires anderen kindts; wardt genant
Salomea. Und waren göttin herr Apolinariss Eckhenstein des
rahtz ^®} und herr Michel Angelos Zenoin ^^), und gotenen &auw ^
6. Ha.: 8. 4eo«iiiber.
1) Vgl oben S. 398.
2) Vgl. ebend.: Mareya Offenburgerin.
3) Auf den 8. Dec., wie die Hs. hat, fiel 1609 kein Montag, wohl aber
auf den 18.
4) D. Sohönauer, Dompropsteischafiner, starb 1599; s. Tonjola S. 45.
5) Vgl. oben S. 398, A. 12.
6) M. Chmieleoky; s. oben S. 399, A. 10.
7) Jakob Socin starb gleich nachher, am 23. Aug. d. J., erst 24jfthrig;
s. Tonjok S. 149.
8) S. ebend. S. 308.
9) Hier folgt in der Hs. ein Zusatz Ober ihren Tod; s. unten S. 407.
E. J. 1656.
10) 8. Tonjola S. 60.
11) Ueber den Seidenfärber M. A. Zenoini s. Qeering 8. 479. £r war
vernifthlt mit Anna Maria Eckenstein; s. Toigola 8. 270.
1589—1619. 403
Madien Scherb^) und jungfrauw Mareyen Obeieidt^), hen
HansE Heinrich Obereidt') ehliche doohter; und war im
minster gethaufft worden.
Uff den freitag den 17. juni anno 1614, vor mitag ^n^^ j^i7
5 halber swelff uren, genasz mein frauw ires driten kindts; ward
genant Elszbeth. Und waren gelte herr HansB Jundt, meiner
gnecÜg herren meyer suo Bottlingen^), und göten frauw Anna
▼on Kiileh, und mein Schwester jungfrauw Elszbeth Meyerin ^);
and war im minster gethaufft worden*].
10 [8] Uff den donerstag den 13. juni anno 1616, in d®'j^i3
nacht umb 2 uren, genasz mein frauw ires vierten kindts;
wardt genant Judit. Und wasz göttin herr Samuwel Burck-
hart der elter ^), und gotten frauw Elszbeth Kuderin und jung-
frauw Susanna yon Brun^); und war im minster gethaufft
IS worden •).
Uff den samstag den 23. januari anno 1619, vor mitag i^|^^^
umb halber zwelffe, genaaz mein &auw iresz fiinfften kindts;
wardt genandt Niclausz. Und wasz göttin der hoch undt wohl
geborenen graven undt herren, herren Rudolph grave zuo Sultz,
3D landgraye in Clegeüw^®) ec., und herr Heinrich Brukhner,
meiner gnedig herren rahtschreiber, hatz in namen iro gnaden
verrichtet ^i], und herr Hansz Casper Friesz ^^). Und war gotten
jungfrauw Elszbeth Iselein zuo Sant Martein, herr Lucasz
4. Hb.: nacb mitag. 16. Hi.: naeh mitag.
1) Leonbard Felbera Ehefrau; s. Tonjola S. 206.
2) Später die Gemahlin des Landyog^ Hans Jakob Uebelin; s. ebend.
S. 248.
3) Rathsherr Hans Heinrieh Obeniedt; s. ebend. 8. 235.
4} Bottmingen?
5j S. oben S. 399.
6) Hier folgt in der Hs. ein Zusatz über ihren Tod; s. unten S. 406.
7) Ein Sohn des oben S. 400 erwähnten Samuel B. Ueber ihn s. den
Burckhardtischen Stammbaum, Taf. 6, auch Tonjola S. 247.
8} Qeb. 1599, verehelichte sie sich später mit Jakob Sehultfaess und
starb 1629; s. Tonjola S. 160.
9) Hier folgt in der Hs. ein Zusatz Aber ihren Tod; s. unten S. 406.
10) Yermuthlich ein Bruder des regierenden Grafen Alwig VII, von
der Klettgauer Linie; s. Grotefend, Stammtafeln, S. 118.
11) Ein Rathsherr; s. Tonjola S. 204.
12) D. h. er war Pathe in Vertretung des Raths.
26*
404 Meyerisohe Familienchronik.
Iselein^) eheliche dochter; und wai zuo sant Fetter gelhaufii
worden').
yj^l Uff den mentag den 5. februari ano 1621, nach mitag umb
zwo uren, genasz mein frauw ires Begasten kindts; wardt ge-
nant Hansz Cunradt. Waren göttin herr Lucas liechtenhan'] i
und herr Hansz Ulrich Burckhart, mein ach woger ^)y und gotten
&auw Engel Iselein, mein baaz; und war im minater gethauft
worden.
Dttc^u ^^ mittwuchen den morgen umb halber achte, den
11. december ano 1622, genaaz mein frauw irea aibenden kindta: i'
wardt genant Anna. Waren göttin herren Hieronimuas ron
Brun ^] und frauw Saren von Speyr ^), jung&auw Mareya Resch-
pingerein, herre Lienhart Reachpinger ^] eheliche dochter; und
war im minster gethaufft worden.
1*23 Auff aontag zuo nacht umb 10 uhren, den 19. tag jenern
ano 1623, iat mein lieba dechterlein Anna Meyerin im herren
entachlaffen, aeinea altera 5 wuchen ; ligt im minater in meinei
baaz Anna Eokhenateinnin grabatein begraben®). Grott wolle
innen und unaz allen ein frelichen aufferatendtnuas im herren
verliehen, amen.
jiuü^ [8^] Uff aontag den 6. juni ano 1624, den morgen umb
7 uhren, genaaz mein liebe hauazfrauw irea achten kindts;
wardt genent Emanuwel. Und waa gettin herren Sebastion
Sperlein burgermeiater *), herre Emanuwel Schenauwer i®), und
1) Hans Lucas Iselin der jüngere, seit 1607 Rathsherr der Schmie-
denzunft, starb 1626; s. Tonjola S. 66. »Zu St. Martin« hieas er zum
Unterschied yon Hans Lucas J. d. altern, der seit 1605 Rathaherr zum
Safran war und bei St. Feter wohnte; s. unten S. 406. In der St. Martins-
gasse wohnte er im Bärenfelserhof, jetzt No. 18, und yon ihm stammt aus
diesem Hause das vertäfelte Zimmer, welches sieh jetzt im Histor. Museum
befindet.
2) Hier folgt in der Hs. ein Zusatz über seinen Tod ; s. unten S. 406,
z. J. 1646.
3) Seit 1606 yermählt mit der oben S. 400 erw&hnten Gertrud Buiek-
hardt; s. den Burckhardtischen Stammbaum, Taf. 6, auch Tonjola S. 82.
4) Ein Sohn Samuels und Enkel Ghristoffs des Stammvaters, also ein
Schwager L. Liechtenhans. Seit 1614 war er yermShlt mit Hans Konia^
Meyers Schwester Maria; s. unten Beilage H, ferner den Burckhardtischen
Stammbaum, Taf. 6, auch Tonjola S. 239.
5) S. Tonjola S. 310.
6) Rudolf Kuders Ehefrau; s. ebend. S. 192.
7] S. ebend. S. 158.
8) Die Grabschrift dieser Anna Eckenstein fehlt bei Tonjola.
9) Seb. Spörlin ; s. ebend. S. 243.
10) Ein Rathsherr; s. ebend. S. 100.
1621--1631. 405
jungfiauw Mareyen Sohwartz, heim Maige Schwartsen ^) eh-
liehe dochter. Und war zuo sant Theoderen gedaufR duioh
herren Jacob Brandtmüllei^).
Uff montag den 4. juni 1627, den morgen umb 2 uhren, ^^^ ^
sgenass mein liebe hauszfrauw ires neinten kindts; war genant
Daniel. Und was gettin herr hauptman Sebastian Ramspeekh,
Blesznischer amptman^), herr Jacob Rieden zuo sant Fetter^),
und jungfrauw Katterein Hoffmanin, herr Heinrich Hoffman
seligen^} eheliche dochter. Und war zuo sant Theoderen ge*
ludauffl durch herrn Jacob Brandtmüller ^).
Uff &eitag den 15. tag meyen anno 1629 johr, den ii^or-^^l^
gen umb 8 uhren, genasz mein liebe hauszfrauw ires zehnten
kindta; war genandt Anna Margret. Und wasz gettin junckher
Haniball von Berenfelsz zuo Krentzach, frauw Maigredt Ram-
i'vspekh und jungfrauw Magdelena Sperlein^), herre burger-
meister Sebastion Sperlin eheliche dochter. Und war zuo
sant Theoder durch herre Jacob Brandtmüller der jünger ^) ge-
thaufft worden. Grott gebe seinen heyligen reichen segen, hier
zeitlich und dort ewiglich, amen.
2) [9] Uff donerstag den 6. october ano 1631, in der nacht J^^^g
umb 9 uhren — wie man das freidenfeir auff dem Rein auff
zwey grosen schüffen anzindt hat, wie die herren Staden dem
künig ausz Spanien*) ein grose schiff-aimada eroberet und be-
kommen haben ^^) — ist mein liebe hauszfrauw mit irem elffben
^'> kindt genesen; war ein söhn, heiszt Hansz Lucas. Und wasz
4. Ha.: den moren amb 12 ahren. 9. Ha.: Mlige ehelielie.
1) 8. ToDJola S. 239.
2) Pfarrer Jakob Brandmüller d. ältere storb am 1. Nov. 1629; 8.
ebend. S. 308.
3) Das Kloster St. Blasien hatte in Basel einen Amtmann, der im
St. Bläaierhof wohnte, jetzt Untere Rebgasse No. 23.
4} Hans Jakob Rüedin, Dompropsteischaffner, starb 1652; s. Tonjola
8. 96. Seine Wohnung bei St. Feter vermag ich nicht nachzuweisen.
5) Dieser, ein Rathsherr, war erst im Sept. 1626 verstorben; s. ebend.
S. 157.
6) Hier folgt in der Hs. ein Zusatz über Daniels Tod; s. unten S.406,
s. J. 1634.
7) M. Spörlin verehelichte sich 1630 mit Andreas Burckhardt, dem
spätem Bürgermeister; s. Burckhardtischer Stammbaum, Taf. III a.
8) J. Brandmüllers des altem Sohn; s. Tonjola S. 308, und vgl. oben
Anm. 2.
9) Die Generalstaaten im Kriege mit Philipp IV.
10) In der Seeschlacht vom 12. Sept. d. J., an der Mündung der
Scheide.
406 Meyerisehe Familienchronik.
gettin hen rahtxherr Hanss Lucan Iselein luo sant Fetter^),
herr magister Hanss Jacob Grets, und frauw Elsbeta Wollebin,
herrn magister Samuwel Kessler hausi&auw. Und was sno
sant Theodeien durch herrn magister Niolausz Hertiog gedanft
worden. Oott gebe seinen heyligen reichen segen suo allen &
christgleübigen seien, amen.
^^ Auff den heyligen pfüngstag, den 14. tag meyen anno
1654, zoben umb 8 nhren, ist mein hertiliebe hausi&auw und
ehegemahl frauw Judit Sohenauwerin, obgemelte elff kinder
mutter, seliglichen im herren entsohloffen^), nachdem sie in k>
dieser seitt 62 johr, 13 wuchen und 3 tag') christelich gelebt
hatt. Der allmechtig gott wolle iro an dem jüngsten tag ein
freliohe aufferstendtnusz verliehen, amen. Im ehestandt 45 johr^).
sei^ [S^] Auff zinstag in der nacht, den 30. September anno
1634, starb mein söhn Daniel ^) selliglichen in gott dem herren; i»
ist in sant Martins kiilche begraben. Was 7 johr 4 monet alt.
]fftn% t^^l ^^^ ^^' ^ merts ano 1641 ist mein dochter obge-
melt^) in seiner langwürigen kranckheit den morgen umb
8 uhren verscheiden. Gott geh imme ein freliohe aufferstendt-
nusz am jingsten tag, amen. Ligt zuo sant Martin in der kulch %
1034 bq^aben, so ich die selbige begrebnusz ano 1634 gekaufit hab.
Seines alters 26 johr 9 monet.
^^^ [8] Auff den 4. merts ano 1646 ist mein son Niclausz^
zuo Pareysz gestorben, demnach er 10 gantzer johr dem goldt-
schmidthandtwerg nochzogen undt etlich hundert meill wegss
gereiszt, und zuo Pareisz begraben; seines alters 27 johr.
Mai 15 Auff freitag zuo nacht umb 12 uhren, den 15. tag meyen
ano 1646, ist mein liebe dochter Judita ^) im herren verschei-
Mai 17 den; auff den heiligen pfingstag zuo sant Martin begraben.
Herr schwager Johan Rudolff Dieterich, pfarherr zuo sant::«
1) Vgl. oben S. 404, A. 1, und s. Toigola S. 163.
2) S. Tonjola S. 246.
3) Von ihrem Geburtstag, 29. Febr. 1592, bis zum Todestng, 14. Mai
1654, sind es genauer 62 Jabre, 10 Wooben und 5 Tage; vgL oben
S. 402.
4) Damit schliesst auf Bl. 9 der Hausstand Hans Konrads. Ueber die
Zusfttse auf Bl. 7. u. 8, die wir hier noch folgen lassen, s. oben S. 389.
5) S. oben S. 405.
6) N&mliob Elsbeth. Denn unmittelbar auf die Geburt dieser lets-
tem folgt in der Hs. auf Bl. 7^ diese Todesnaobricht; TgL oben S. 403.
7) 8. ebend.
8) S. ebend.
1634—1656. 407
Theodei, hat ime die leichtpredig gehalten. Grott geh imme
ein freliche auffeistendtnusz. Seines alteis 30 johr.
[7^] Auff mitwuchen [ssoben] den 13. augsten ano 1656^^^,3
ist mein dochter Mareya Magdelena i) seliglichen verscheiden,
^ demnach es seines alters 46 jar gelebt hat, [und ist auff
Mareya himelfardt in sant Martins külchen zur erden be- Ang. t5
stattedt.] Und ist ime zur letze von [ansechelichen dechtern
und jung&auwen basen] 21 schenne krentzlin vereit worden.
[Man hat sie alle auff die todtenbai-tuch geneit, und zuo im
lo au/f die todenbor gelegt worden.] ^j
7. SUU des Eingekl. lubt die Ha. »vf BL 7b nur: ron gfaiten f rinden.
1) 8. oben S. 402.
2) Das Eingekl. erg. aus der Wappentafel; 8. oben S. 389.
Beilagen.
I.
Der Meyer Jahrzeit und Begräbniss.
Die nachfolgende Urkunde von 1515, über die Jabrzeitstiftung
des Oescblechtes Meyer, ist im Original verloren und auch in unsrer i
Handschrift insofern unvollständig, als ihr Tagesdatum fehlt. Statt
dessen ist am Schluss eine Bemerkung beigefügt, welche nach ihrem
Inhalt von einem Anhänger des alten Glaubens herzurühren scheint,
da sie von der »zerstArung der kilchen« spricht. Zu dieser Ur-
kunde, welche von Berlingers Hand auf Bl. 5 — 6 der Beinheimiaehen i»
Hs. eingetragen ist, setzte Hans Konrad Meyer eine Randbemerkung,
in welcher er eine ältere, seither verlorne Stiftungsurkunde der
Meyerischen Jahrzeit von 1402 erwähnt^). Weiter noch, auf Bl. 6,
Hess er auf diese Urkunde eine Inschrift folgen, welche den gewalt-
samen Tod seines Vorfahren Nikiaus Meyers von Büren meldet ü
Vermuthlich fand er diese Inschrift auf einem Gedenkstein, welcher
bei Gundoldingen die Unglücksstätte bezeichnete, aber bereits so
verwittert war, dass das Datum nicht mehr konnte gelesen werden.
Diese Inschrift auf Bl. 6 überklebte Hans Konrad später selber
noch mit einem Blatt, auf welchem er in Kürze die im Steinen- Se
kloster vorhandenen Grabmäler seiner Vorfahren beschreibt'}. Dabei
verweist er mehrmals auf »der custerey bermentbuechlein« und neben-
hin erwähnt er auch »der custery jarzeitbuch«. Diese beiden Bücher
des Steinenklosters sind nicht mehr vorhanden; doch aus beiden
sind uns in Wurstisens Analekten noch Auszüge erhalten. Voms^
Jahrzeitbuche berichtet dieser Sammler, dass es von der Nonne
Ursula von Stoffeln, welche 1526 starb, »ganz fieissig compoi^
tiert« worden sei^). Ueber das Geschlecht der Meyer jedoch sind
Wurstisens Auszüge aus diesem Buche sehr kurz^); denn abgesehen
1) S. unten S. 409, A 6, u. 411.
2) 6. unten S. 412.
3) S. Wurstisens Analekten S. 326 ff. u. 335.
4) S. ebend. B. 330.
Beilage L 409
von einigen Todesjahren *) ist alles, was sie enthalten, auch im oben
erwähnten Jahrzeitbriefe von 1515 zu finden. Konrad Meyer hin-
gegen verweist auf dieses Buch einzig fftr die Angabe, dass seiner
Vorfahren Jahrzeit allj&hrlich am 23. Mai sei begangen worden').
5 Im übrigen stimmt er meist wörtlich überein mit den Auszügen,
welche Wurstisen aus einem 1519 geschriebenen »libellus sepultu-
rarum seu monumentorum« gibt^), also aus einem Gräberbuche, und
nur dieses kann somit gemeint sein mit dem von Meyer mehrmals
erwähnten »der custerey bermentbuechlein«.
10 Vergleichen wir Meyers Text mit diesen Auszügen Wurstisens,
welche zwischen 1580 und }588 entstanden sind, so bemerken wir
bei Ersterem allerdings verschiedene Zusätze, die sich jedoch theils
auf die schon erwähnten Hinweise auf das Jahrzeitbuch und das
Gräberbuch, theils auf die etwas ausführlichere Beschreibung der
i& Grabsteine beschränken, und wofür eine Besichtigung an Ort und
Stelle genüg^. In der Aufzählung der Gräber hingegen ist Wurstisen
ungleich vollständiger, und deshalb legen wir hier nicht Meyers
Text, sondern diese Auszüge Wurstisens zu Grunde. Alle Zusätze
jedoch, welche Meyer aufweist, behalten wir bei, indem wir sie
2u vom Grundtexte durch eckige Klammem unterscheiden, und ebenso
setzen wir über das Ganze auch Meyers Ueberschrift. Diese Gräber-
beachreibung überhaupt aber ist umso werthvoUer, als seit dem 1874
erfolgten Abbruch des Steinenklosters von den beschriebenen Grab-
steinen nur ein einziger noch erhalten ist, welcher sich jetzt im
2& Kreuzgang des Münsters befindet^).
a.
[5] Von stifftung der Meiger jftrzit.
Wir die priorin und convent des gotshuss sanet Maria
Magdalenen an Steinen^) zu Basel thunt kunth allermengk-
3u liehen mit disem brieff: Als dann das geschleoht der Meyer
von alter har in unserem gotshusz ir begrebnusz by der hin-
deren thür in der kilchen ^) erweit und ir järzit mer dann vor
1) Diese Jahrzahlen hat W. auch in seiner gedr. Chronik verwerthet,
nämlich in der Stammtafel der Meyer, S. 553.
2) 8. unten S. 412.
3) S. Analekten S. 359 iL
4) S. unten S. 413, A. 3.
5) Ueber dieses Kloster, auf dessen Areal jetit das Theater steht, s.
Fechters Top. S. 108 ff. Als Priorin erscheint 1517 Ita Frey; s. Mülinen,
Helvetia Sacra n 166.
6) YgL unten S. 412: bey der grosen thür, da man uszhin gehet. —
In der Hb. steht hier am Rand eine Bemerkung von Hans Konrad Meyers
Hand; s. oben S. 408 und unten S. 411.
410 Meyerisch« Familienolironik.
hundert jären gestifflet^]; do dann die frommen fümemen heir
Adelberg Meyer und herr Bernhard Meyer gebrfldere sollich
jftrzit ernüweret und erbesseret haben, wie es nun hinfor ge-
halten werden soll; und haben uns zusampt den drissig pfun-
den und andern guttäten, mit stürung ettlicher meszgewinder, s
so unsere vorelteren von iren vereiteren empfangen, und be-
(1402) wisen ist anno viertzechenhundert'], witter haben sy uns
yetz geben zwey pfundt ein Schilling ewigs zinses uff einem
eygenthumb. Demnach so haben wir mit einhelligem rhät
unsres gemeinen versamleten capitels für uns und unsere i»
eewig n&ohkomen sollich jftrzitt nun hinfur j&rlioh nBchvolgen-
der wysz zu halten und zu begand zugesagt:
Des ersten so sollen wir alle jär allen Meigeren dee ge-
schlechts das jftrzit') dry tag .vorhin ze husz und hoff verkün-
den lassen, wie dann im alten jftrzit euch stät^). *^
Zum anderen soll unser sigerist am oben und am tag des
järzits, sodann ann unser kilchwichung und momdis am mor-
NoT. ia.2gen, deszglichen an aller seien äbent und am tag, der Meiger
grab by der hinderen thüren mit dem bläwen tuch und den
zweyen kertzen, so sy darzu verordnet hand, bedecken und^'
bezünden.
[5^] Zum dritten so soUent wir uff den tag dess jftnits
für sechs Schilling wyszbrot armen lüten by der Meiger grab
uszteilen. Für solliche mflg sol man jftrlich dem sigeristen ze
Ion geben zwen Schilling. ^
Zum vierden sollen wir am nechsten Sonnentag vor dem
jftrzit, deszglichen ann dem tag unserer kilchwychung, an un-
serem cantzel durch den priester öffentlich lesen und verkün-
den die Meiger harnSch gemeldt, die dann inn unserem gots-
hus begraben ligen und also im seibuch geschriben stand,»
nämlich: Junckher Henman Meiger, und frow Anna AJexinen
sin gemachel und kinden^); juncUier Nidaus Meiger*) von
22. Hl.: wir niMr dem Ug.
32. Hl.: imer g«fliMh«l.
1) Genauer 1402; 8. unten S. 411. •
2) Yeimuthlich ist 1402 lu erg&nzen; b. die vorige Anm.
3) Diese Jahrieit fiel auf den 23. Mai; s. unten S. 412, A. 9.
Aj Im seither verlornen Briefe von 1402; s. unten S. 411.
5) Als Ehepaar erscheinen sie schon 1380; s. unten Beilage II. Laut
Wurstisen S. 553 starb er 1402. Doch trug sein Grabstein die Jahrxahl
1404; s. unten 8.412.
6) Henmanns Sohn; s. unten Beilage Ü.
Beilage I. 411
Büren 1) iind Heinrich sin kneoht (die bed zu Gundeltingen
im yeld zu rosz erschlagen wurden] 2), und frow Anna Stftrin
sin gemacheP); junckher Hanns Ludwig Meyer, und frow
Catherin von Mutzwiler sin gemachel und kinden^); junckher
sNiclaus Meiger^], und frow Barbara zum Lufit sin gemachel^),
und Jacob Meiger und Ludwig sine sün, und frow Anna
von Lüterszdorff^), Jacob Meigers gemachel. Für sollich ver-
künden soll man dem priester geben zwen Schilling.
Zum fänfften sollen wir am äbent des järzits ein gesungne
lovigil haben, und morndis am tag ein gesungen seelampt, mit
zechen gesprochen seehnessen, und yedem priester geben ein
Schilling sechs pfennig.
Zum lotsten sollen wir die zwo kertzen, die do wegen
fonff pfundt, für und für in der schwSry behalten, wie sy
IS y atzen sind, also ze verston: wann der dritteil abgebronnen
ist, soll man sy wider ernüweren und machen Ion.
[6] Desz zu wärem urkhund mit unserem insigel verwaret.
Datum im funffzechenhundertisten und funfftzechenden järe. t6i5
Disz jftrzit ist alle jär also, wie gemeldet, gehalten wor-
» den, bisz uff die zitt der zerstfirung der kilchen^).
[5] NB. Anno 1402 jähr ist disses jarzeit gestifilet worden, 1402
lauth einem bergamendbrieff, sampt des gottshausz und frauw
eptissin insigel doran gehengt*).
6. Hl.: tiMr itncn.
1) Mit dem Dorf und Schloss Büren, halbwegs swischen Liestal und
Grellingen, wurde er 1420 durch Graf Hans von Tierstein belehnt.
2) Hierüber 8. unten S. 412 die Inschrift des Gedenksteins. Das in der
Hs. Eingeklammerte gehört jedenfalls nicht sum Text der Urkunde, son-
dern war ursprünglich wohl nur eine Randbemerkung sur ersten Abschrift.
3) Er verehelichte sich 1420 und starb frühestens 1426; ygl. unten
Beilage 11 und Wurstisen S. 553.
4) Er war des Vorigen Sohn und starb noch Tor 1454, wo sein Sohn
Nikiaus als Waise erscheint; s. unten Beilage 11 und Sohönberg S. 618.
5) Ueber ihn s. B. Chron. II 225, m 534 ff., IV 139 u. Y 332. Dass er
identisch ist mit dem Rathschreiber d. N., ergibt sich aus dem Schlüssel-
zunftbuch lU 128 b. Laut Wurstisen S. 553 starb er 1500.
6) Als Ehepaar erscheinen sie schon 1473; s. unten Beilage IL Bar-
bara war die Tochter des Rathsherm Ulrich und Schwester des Domherrn
Arnold sum Luft, mit welchem 1517 das Geschlecht erlosch ; s. Wurstisen S. 439.
7) Sie war von Delsberg; s. unten Beilage U.
8) Bis sur Reformation. Ueber diesen Zusatssur Urkunde s. oben S. 408.
9) Ueber diese von Hans Konrad Meyers Hand geschriebene Rand-
bemerkung sur Urkimde Ton 1515 s. ebend.
412 Meyerisehe Familienchronik.
b.
Die Inschrift zu Gundoldingen.
[6] Hie^) ward der fiom eienhaft Niclaus Meyer, seshafit
zuo Büren im schlosz, und Heinrich sin knecht, bed suo roaz,
M»M2^) ^^^ etlichen einen underthonen erschlagen am . . . tag des &
meyen anno 14 . ..3).
c.
[Der Meyer begrabtnusz, im gottshausz sancta Maria
Magdalena an der Steinen zue Basel.]').
Zu nidrest in der kilchen, bey der grossen thür [da man *..
uszhin gehet^), ligen drey grabstein neben einander.] Ein stein
[der erst, liget] auf der lincken seiten, [neben dem gestüelj
darauf Meiers wapen, [ein schilt mit einem halben monen und
ein pfeil darauf, und hat der schilt ein heim, als man das
findet in der custerey bermentbuechlein entworffen^j bey demts
buchstaben K.
U04 macht 1404<^)
Darinn ligt junckher Henman Meier, ist ge-
als man das findet geschriben auf dem grab-
stein.] Item junckher Claus Meier und Henrich sein knecht,
1426 die beid auf dem feld erschlagen wurden anno 1426'). Item
frauw Anna Störin sein gmahel, junckher Hans Ludwig Meiei >
sein söhn, jungfrauw Margret Meierin sein tochter^), junckher
Claus Meier des gedachten Hans Ludwig Meiers söhn, hei
Ludwig Meier des bestimpten Clausen söhn. [Die begräbtnus
findet man in der custery jarzeitbuch bey decimo calendas
1U123 junii»). s
1) Im Felde bei Qundoldingen ; s. oben S. 411. Ueber diese Insehrift
s. oben S. 408.
2) Vennuthlich ist dieses Datum auf den 23. Mai 1426 su erginsen.
da auf diesen Tag die Jahiseit begangen wurde ; 8. unten Anm. 9.
3) Ueber das Folgende s. oben S. 408 ff.
4) Vgl. oben S. 409: by der hinderen thür in der kilchen.
5) D. h. abgebildet.
6) Laut Wurstiaen S. 553 starb er schon 1402.
7) Vgl oben S. 411.
8) Diese wird im Jabneitbriefe von 1515 nicht erwähnt; s. ebend.
9) Die Jahrzeit der Meyer wurde somit am 23. Mai begangen.
Beilage IL 418
Der ander stein, darauf eins kaufmans schilt, genant herr
Hans Grallician ^). Darinn ligt Helena Meierin, herr Hansen
Gallicians gemaheP).
Der dritt stein [der do ligt] auf der rechten Seiten [neben
&dem gestüel. Uff dem ist gdxauwen ein schilt, dorin ein
halben mon mit eim gefüderten pfeil, und ein heim uf dem
schildt, auch mit eim gefüderten pfeil, und an den orten des
Steins vier schilten, stondt uff zweyen iedem ein halben mon
mit eim gefüderten pfeil, auf den andern zweyen uf iedem
10 ein berlin^], als man disz eigentlich an der custery berment-
biechlin findet endtworffen zu letst bey dem buchstaben X.]
Da ligt Helena Bärin, junckher Bernhart Meiers &auw^].
Darnach nit weit davon [neben den dreyen vorgedachten
grabsteinen ligt an der linckhen seithen nechst dem gestüel ein
15 klein steinlein, drey schuo lang, mit einem schiltlin, dorin ein
halber mon mit einem pfeil ; stotk nit entworffen in der custery
büechlin, das da berment ist. Dorunder ligt] jungfrauw
Gladia Meierin, junckher Adelberg Meiers ehliche tochter von
3 jaren*).
20 II.
Der Meyer Wappentafeln.
In den Wappentafeln, welche in der Beinheimischen Hand-
schzift auf Bl. 1 9 ff. von Adelberg Meyer angelegt und von seinem
Urenkel Hans Konrad fortgeführt wurden, sind nur die verheiratheten
1) In der Hs. der Analekten idt hier das Wappen der Qallizian ab-
gebildet.
2) Yennuthlioh eine Tochter Nikiaus Meyers, also Adelbergs Schwester.
Sie starb i wischen 1515 und 1519, da sie im Jahrzeitbriefe d. J. noch nicht
erwähnt wird. Ueber Hans Qallizian, der sich nach ihrem Tode wieder
verheirathete, jedoch bald nach 1522 starb, s. oben S. 196, A. 7.
3) Das Wappen des Qerchlechtes Bär, welchem Bernhard Meyers
Gemahlin Helena entstammte. Dieser Grabstein befindet sich seit Abbruch
des Steinenklosters im Kreuzgang des Münsters; s. B. Biographien I 82.
4) Sie verehelichte sich 1514 und starb noch vor 1517, da in diesem
Jahre Bernhard Meyer sich wieder verheirathete; s. B. Biographien a. a. O.,
und vgl. unten Beilage IL
5) Da diese Claudia unter Adelbergs Kindern aus dritter Ehe nicht
erwähnt wird, so stammt sie aus erster oder zweiter Ehe; vgl. oben
S. 386 ff. und unten S. 416.
414 Meyerische Familienchronik.
Familienglieder beraeksichtigi ^), wobei immer die Wappen toh Mann
und Frau neben einander stehen und von den Namen der Betreffen-
den begleitet sind. Die ersten Tier Seiten, die noch von Adelbexg
herrühren, enthalten zunächst dessen Ahnen bis hinauf ins vierte
Glied, femer seine drei Frauen, sowie auch seine zwei yerheiratixeten ^
Brüder. Der weitere Inhalt, von Hans Konrad hinzugefügt, um-
fasst zunftchst die Kinder und Enkel von Adelbergs Bruder Bern-
hard, und verfolgt hierauf die Nachkommen Adelbergs bis herab
auf Hans Konrads Kinder. Die einzige Störung aber, die wir an
dieser einfachen Reihenfolge bemerken, besteht darin, dasa die te
Kinder von Bernhards Sohn zweiter Ehe, Beat, erst hinter den-
jenigen Adelbergs aufgeführt werden, und diese Verschiebung heben
wir in der Druckausgabe auf.
Die gemalten Wappen sind durchweg sauber ausgeführt. Doch
stehen diejenigen der vier ersten Seiten (BL 19 — 20^), die noeh^^
unter Adelberg entstanden sind, künatlexisch bedeutend höher als
alle spätem, welche erst von Hans Konrad hinzugefügt wurden.
Besonders bemerkenswerth ist auf Bl. 20, oberhalb der Wappen von
Adelbergs drei Frauen, das einzeln stehende Wappen der Mejer
zwischen zwei wilden Männern als Schildhaltem. Von diesen trägt ^'
der eine, mit Eichenlaub bekränzt und mit braunem Bart, den ge-
wohnten Baumstamm, während der andre, ein bärtiger Graukopf ohne
Kranz, mit Köcher und Bogen bewaffnet ist Während im übrigen
die unter Adelberg gemalten Wappen über dem Schilde noch durch-
weg den geschlossenen Stechhelm aufweisen, gibt Hans Konrad ^
diesen nur den bürgerlichen Geschlechtern, dem Adel hingegen den
offenen Tumierhelm. Ausserdem ist noch zu bemerken, dass auf
Bl. 22 das Wappen von Beat Meyers Gemahlin Chrischona Bischoff
überklebt ist, und zwar mit dem bischofdschen Wappen in blauem
Felde. An seiner Stelle stand also vorher vermutÜich dasjenige 3(
mit dem Bischofsstab in weiss und sdiwarz getheiltem Felde, wie
es auf Bl. 21^ als Wappen des Eusebius Bischoff erscheint.
Wie die Wappen aus Adelbergs Zeit vor denjenigen Hans
Konrads in künstlerischer Hinsicht den Vorzug verdienen, so
zeichnen sich auch die von Berlinger in rother Schrift beigefügten 3^
Namen und Ueberschriften vor denjenigen Hans Konrads durch ihre
Zierlichkeit aus. ffingegen war es Letzterer, der bei den meisten
Ehepaaren nachträglich noch das Hochzeitsjahr hinzufüg^te, und der
auch in seiner Fortsetzung neben den Wappen, Namen und Jahrzahlen
noch allerlei sonstige Notizen über die betreffenden Personen anbrachte, ^
Wiewohl nun z. B. Adelbergs vier Ahnen schon im Jahrzeit-
briefe von 1515 genannt sind^j, auch vom übrigen Inhalte manches
1] Eine Ausnahme macht Hans Konrad erst gegen den Schlus«, wo
er neben seinen ledigen BrQdern auch seine sämmtHchen Kinder je mit
einem Wappen aufführt.
2] Vgl oben S. 410, und unten S. 415.
Beilage IL 415
flchon in der Fanulienohronik sich findet, so wird immerbin dieseb
letztere Sehriftstflck durch die Aufschriften und Zusätze der Wappen-
tafeln noch vielfach ergänzt. Wir lassen daher die Namen und
Jahrsahlen, welche unter den Wappen stehen, l^er alle folgen, und
iauch die nachträglichen Zusätze behalten wir alle bei, soweit sie
nicht gleichlautend schon in der Familienchronik sich vorfinden.
In dem noch von Adelberg herrührenden Theil unterscheiden wir
die von Hans Konrad beigefügten Jahrzahlen und sonstigen Zusätze
durch eckige Klammem. In Konrads Fortsetzung hingegen fassen
10 wir in runde Klammem nur diejenigen Zusätze, welche für sich
allein keinen selbständigen Satz bilden. Da die vorhandenen Ueber-
schriften die Uebersicht sehr erleichtem, so glaubten wir eine solche,
welche in der Hs. offenbar nur aus Versehen fehlt, in Cursivschrift
ergänzen zu sollen^). ELingegen kürzen wir, soweit in der Hs.
IS Hans Konrads Hand reicht, einige sich stets wiederholende Wörter
im Drucke durchweg ab, indem wir setzen: M. für Meyer, h. für
herr, fr. für frauw, s. g. für sein gemaheL Für die gemalten
Wappenpaare aber, die in der Hs. immer oberhalb der Namen
stehen, setzen wir stets nur in Cursiv: 2 W.
20 [19] 2 TF.'): Dis sind herr Adelberg Meiger burger-
meisters vier anen, als vatter, grossvatter, ane und
uräne, sampt iren eefrowen; und ligen all vier mann
an Steynen im closter in der kilchen begraben, wie
dann ir jarsitt harnoch meldet').
a 2 W,: Henman Meiger, und frow Anna Alezinen sin ge- i38o
maohel^) [eine von Masemünster ^), anno 1380].
2 W,\ Niclaus Meiger von Buren, und frow Anna StArin uio
sin gemachel. [anno 1420.]
2W,\ Hans Ludwig Meiger, und frow Katherin von 1449
M>Mutsiwiler sin gemachel. [anno 1449.]
1) S. unten 8. 418.
2) Diese 2 Wappen sind Meyer und Bischoff, also von Adelberg
H. und seiner dritten Gemahlin; vgl. unten S. 416.
3) Von dieser Jahrzeit findet sich in der Hs. weiter hinten niohts
mehr. Hingegen steht weiter vom auf Bl. 5 die hierauf besügliohe Ur-
kunde von 1515; s. oben S. 409. Dass aber die Reihenfolge der Blätter
unprünglich überhaupt eine andre war, darüber s. oben S. 381, A 2.
4) lieber dieses und die folgenden Ehepaare s. oben S. 410 ff.
5) D. h. von dort gebOrtig. Denn das Wappen der Ehefrau ist nicht
dasjenige der Edeln von MasmOnster (2 silberne Leoparden im rothen
Felde), sondern ein mir unbekanntes, gold und schwars schräg getheilt
und im Gold eine rothe KugeL
416 Meyerische Familienchronik.
117 j 2 TV,: Niolaus Meiger, und &ow Barbara sum Lufit sin
gemaohel. [anno 1473.]
[19^] 2 W.^): Dia sind herr Adelberg Meigers
dry mftteren'], und frow Katherinen Bischoffin siner
gemachel ouoh dry mftteren. ^
1473 1 TV.: Sin muter: frow Barbara zum LuA. [anno 1473.]
1 W.: Sin groszmuter: frow Elszbeth Grflnenzwigin^).
1 W,\ Sin &nenen: frow Katherin von Boaseck^).
1506 / TF.: Ir muter frow Bärbel B&renen. [anno 1506.]^;.
1 W,\ \x grossmuter: frow Anna Grftnenswigin *). :«>
t TV.: li &nenen: frow Lucia Peygerin^).
[20] t TV.^): Dis sind herr Adelberg Meigers dry
eefrowen, so im gott der herr zugeordnet hat.
/ TV.: Die ersti: frow Katherin, herr Balthasar Hütschis ^
eeliche tochter, Ton Basel. ^^
1509 1 TV: Die andere: frow Margareth, herr Hans Truttmann
obersten zunfitmeisters von Basel eeliche tochter [anno 1509].
]5:)3 1 TV: Die dritte: frow Katherin, herr Andres Bischoffs
von Hiltelingen eeliche tochter [anno 1533].
[Herr Hans Truttmann war ano 1499 sechser zum Schlissel^^
ano 1503 rahtzherr, und ano 1508 zunfflimeister.]^^^].
[20^] Dis sind herr Adelberg Meigers beide brftder, so
in den standt der ee kommen sind, wieharnäch stSt
2 TV. : Jacob Meiger und frow Anna von Lüterszdorff, Ton
Tellsperg, sin gemacheP^). '^
1) Die Wappen yon Meyer und Bischoff; vgl. oben S. 415, A. 2.
2) D. h. die weiblichen Ahnen auf mütterlicher Seite.
3) Laut Wurstisen S. 439 hiess Ulrich lum Lufts Ehefrau nicht
Elsbeth, sondern Magdalena Eberler, gen. Grüneniwig.
4) Vermuthlich eine Tochter Heinrich Roseoks, des Anuneisters tod
1385 und 1389. Unter den Eberler gen. Qrünenzwig vermag ich ihren
Gemahl nicht n&her su bestimmen.
5) S. B. Biographien I 81.
6) Das8 diese zweite Gemahlin Hans Bars d. altem wahrscheinlich
nur Barbaras Stiefmutter war, s. oben S. 392, A. 9.
7) Die Gemahlin Nikiaus Eberlers, gen. Grüneniwig; s. ebend. Anm. 10.
8) Ueber dieses Wappen s. oben S. 414.
9) Ueber diesen Ratiisherm und Wechsler s. B. Chron. III 406 ff.
10) D. h. im Amtsjahre 1507/8; s. unten die AUg. Beilage.
11) S. oben S. 411.
n. 417
3 TV,: Bernhard Meiger, &ow Helena Bärenen und frow
Marge Wßlfflenen, sine beyde gemachel [1514, 15171].] |5U
[21] Bernhart Meyer burgermeister einiger son^)
und dochter.
i 2 W,: Niclaus M. (fr. Helena Bärin söhn) und Catterin
Riedein 8. g.
2 W,: Hans Ulrich Egglin^) und fr. Barbara M. 9. g.
Niclaus Meyers einiger son und drey dechteren.
2 W,: Hans Jacob M. und &. Margred Huberin s. g., i&64
10 1564.
[21*] 2 W.: Esebius Bischoff *) und fr. Angnes M. s. g.»).
2 W,: h. Baschen Krug, burgermeisters sohn<^), und fr.
Doredea M. s. g.
2 TV,: h. Rudolf Huber burgermeister 7], und &. Elena
uM. s. g.
[22] 2 W.^}: Batt M.») {h. Bernhardt M. und fr. Margret
Wölfflein söhn) und fr. Crischon Bischoffin s. g. (h. Andresz
Bischoff 7on HültelingeQ und fr. Bärbel Bärin ehelich doch-
ter) ^o). — Diser Batt M. ligt im münster auff dem kleinen
20 külchhoffii) begraben, doruff ein grabstein mit dem Meyer-
wapen ^^j.
1) Diese 2 Jahrzahlen belieben sich auf Bernhards zweimalige Ver-
heirathung; vgl oben S. 413, A. 4.
2) D. h. der einzige aus erster Ehe; vgl. unten Beat M. — Mit dieser
Ueberschrift beginnen die Einträge Hans Konrads; s. oben S. 414.
3) Ueber Hans Ulrich Oeuglin vgl B. Chron. I 229.
4) Ueber diesen Buchdrucker, meistens Episcopius genannt, s. R. Wacker-
nagel, Das Rechnungsbuch der Proben und Episcopius, S. 89 fL
5) 8. Tonjola S. 129.
6) Sebastian Krug d. jüngere, ein Sohn des Bürgermeisters Kaspar
Krug, wurde sp&ter Rathsherr; s. Tonjola S. 185 u. 186.
7] Joh. Bud. Huber wurde Bürgermeister 1594.
8) Das eine dieser 2 Wappen (Bischoff) ist in der H. überklebt; s.
oben S. 414.
9) Ueber Beat M. s. Gast, zum 2^. April 1551.
10) Christiana Bisohoff war mithin eine Schwester Katharinas, der
dritten Gemahlin Bürgermeister Adelbergs; Tgl. oben 8. 392.
11) Im kleinem Kreuzgang, gegen den äiein.
12} Seine Qrabschrift fehlt bei Tonjola.
BmIot CDivoniktiL Tl. 27
418 Meyerisohe FamilienchTonik.
[22^] Batt Meyei einiger son und swon dechteren^).
2 W,: Andres M. dei hatt zuo Liesteil gewont^ hat ein
Ringleren von geschlecht gehapt (und &. Froneck Reichnerin
8. g.2).
[23] 2 W,: h. Lucas Gebhart burgermeister '), und fr.
Mareya M. s. g.^].
•
i5i6 2 W,: Hans Jacob Keller und fr. Bärbel M. s. g., anno 1 556.
[22] Adelberg Meyer hurgermeisters einiger son und ztöon
dechteren^).
1559 2 W.\ Hans Ludwig M. und £r. Anna Frobeni s. g., 1559^}. t«
2 W?)\ Disz sindt h. Hansz Ludwig M. schwecher und
schwiger: Hieronimusz Frobeniusz der war der erst Eydt-
gnosz, so zum heylig thauff ist dragen worden, wie die statt
1601 Basel in bundt mit der Eydtgnoszschafit ist komen anno 1501 \
NB. : Das ist das alte Frobeniwapen, ob sie sindt gadlet wot- u
den, haben so gefürt*).
[22^] 2 IT.^o]: Hans Ryspach und fr. Barbara M. s. g.,
1550^^). — Im meyen ano 1552 ist sie verscheiden.
1650
1552
Mai
IS. Hf.: cum heylig thaff.
1) Vgl. oben S. 414 und unten S. 419, A. 1.
2) Veronika Byhiner var mithin dieses Andreas zweite Frau. Die
2 Wappen sind diejenigen der Meyer und Bingler.
3) Bürgermeister wurde er erst 1592; über ihn s. Tonjola 8. 139.
4) S. ebend. S. 35.
5) Diese Ueberschrift fehlt in der Hs. Auch hier folgen, wie immer.
nur die y erehelichten ELinder; s. oben S. 413&
6) S. oben S. 394 ff.
7) Diese 2 Wappen sind das alte Frobenische und dasjenige Ton
H. Frobens erster Frau, Anna Laehner, deren Name hier fehlt; s. R. Wacker-
nagel, Das Bechnungsbnch der Frohen und Episcopius, S. 80.
8} Er wurde erst am 6. August d. J. geboren, nachdem der Bundes-
schwur schon am 13. Juli erfolgt war; s. seine Grabschrift in Wurstisens
Epitome, Ausg. in den Scriptores rerum BasiL minores S. 113, wo sie ge-
nauer ist als bei Tonjola S. 19. .
9) VgL oben Anm. 7. Vorher, bei Hans Ludwig M. und Anna Froben«
steht das sp&tere Frobenische Wappen mit dem Schlangenstab.
10} Das Wappen der Riesbach ist genau dasselbe, welches später die
Siuber führten; vgl. B. Meyers Wappenbuch der Stadt Basel, Taf. 36.
11} S. oben S. 391.
Beilage iL 419
2 W.: Hieronimus von Külch und fr. Mazimilla M. s. g., isss
1553 1).
[23] Herr Hans Ludwig Meyer drey sin und einige
dochter, so in die ehe komen sind.
5 3 TT.»): Adelberg M.») und fr. Ursel Mentelin*), fr. Els-
beth Speyrerin^), zwo ehefrauwen.
[23^] 2 W,: Bemhart M. und fr. Cordula Druckses von
Reinfelden <^).
2 W,\ Dis sindt Bernhart M. schwecher und sohwiger:
i6Juncher Jacob Sigmund Truchsessen von Keinfelden^} und
fr. Salomea von Andlauw.
2 W,\ Niclaus M. und fr. Salomea Eckensteinin s. g., iss7
1587 8).
[24] 2 Wr. Disz sind Niolausz M. schwecher und schwi-
ll ger: Gerg Eckenstein und fr. Eisbett Speyrerin s. g.^). —
Den 10. tag augsten 1625 ist mein liebe frauw groszmutter ^®) ^^^ ^^
selig von diser weit verscheiden, ires alters 78 johr, und hat
68 kinder, kindeskinder undt anckhel erlebt ^^]. Iren vatter
Johannes Speyrer, ire mutter
20 2 W.: Jacob Riedin und fr. Anna M. s. g.^).
Disz sindt Adelberg M. zwen sin und zwon dechteren.
2 W.: Hans Ludwig M.^'] und fr. Anna Biesingerin s. g.^^), icos
1608.
[24^] 2 WA^): Disz sind Hansz Ludwig M. schwecher
1) S. oben S. 391. — In der Hb. folgen hier die ELinder yon Beat M.;
8. oben 8. 418.
2) Das Wappen der von Speyr ist hier nicht das jetzige, sondern es
weift eine Lilie in schräg getheiltem Feld, halb weiss und halb blau.
3) S. oben S. 394.
4) S. Tonjola S. 241 u. 245.
5) Ueber die gleichnamige Schwiegermutter yon Niklaus M. s. unten.
6) S. oben S. 395 u. 401.
7) S. Tonjola S. 51 u. 52.
8] S. oben S. 395 u. 397 ff.
9] S. oben 8. 397.
10) Elsbeth, geb. Yon Speyr, Hans Konrad Meyers Groasmutter. .
11) Vgl. Tonjola S. 65: 14 Kinder und 55 Enkel
12) S. oben S. 401.
13) Dieser Enkel Hans Ludwigs d. altem starb 1637; s. Tonjola S. 241.
14) Anna Russinger; s. ebend. S. 245.
15) Das Wappen der Wagner, ist hier keines der jetzigen, sondern es
27»
420 Meyerisohe Familienchronik.
1606 und sohwiger: Theodor Businger^) und fr. Anna Wagnerin s. g.,
1608.
1607 2 W.i Hieronimusx M. und fr. Margret Schulthes s.g., 1607.
2 W.: BonifaciuB Iselein und fr. Sara M. 8. g., 1607. —
jn^ Den 9. tag juni 1630 ist fr. Sara seliglichen verscheiden, seines &
alters 43 johr.
1611 [25] 2 W,\ Cristoffel Burkhart und Ursel M. s. g.*), 1611.
Disz sindt Bernhart M. 3) drey sin und zwon dechtereo.
2 W, : Jacob M. und Ursula Battierin s. g.
1629 2 W. : Bemhart M. und Catterina Schererin von Strub- u
hard, 1629.
[25^] 2 JV.: Ernst Ludwig M. und fr. Engel Elbe s. g.
1613 2 W.: Rudolff Burckhart und fr. Salome M. s. g.^), 1613.
1630 2 W.i Hans Ludwig Ringler ^) und fr. Eva M. s. g., 1630.
[26] Disz sind Niciausz Meyers und frauw Sallome i^
Eckenstein fier söhn und fünff dechteren,
wie hernach folgt<^).
1 W. : Adelberg M., bestelter hauptman der herschafft Venedig.
1609 2 W,: Hans Conrad M. und &. Judit Schenauwer s. g.,
1609. — Ir vatter Daniel Schenauwer, ir mutter Mareya Iselein; ^
ir groszvatter Theobaldt Schenauwer 7), ir groszmutter
2 W, : Disz sindt Hansz Conradt M. schwecher und achwi-
ger: Danniell Schenauwer und fr. Mareya Iselin s. g.^. —
JnU
^^^ Anno 1569 den 24. juli war die frauw Mareya Iselin auff die
weit geboren. War gettin herr Frantz Gernler, und gottens
^ [^ Margret Brunerin ^) und Catterina Zügerin. Starb anno 1 634
den 1 5. october.
weift in rothem Felde einen weiblichen Centauren mit DrachenflOgeln statt
der Arme.
1) £r starb als Rathsherr 1610; s. Tonjola S. 53. Das hier wiederholte
Jahr 1608 bezieht sich also nur auf die Vereheliehung seiner Tochter Anna.
2) Ein Enkel des gleichnamigen Stammvater?; s. den Burckhardtischeo
Stammbaum, Taf. IV a, auch Tonjola S. 235 u. 242.
3) S. oben S. 419.
4) Des obigen Christoff Bruder; s. den Burckhardtischen Stammbaum.
Taf. IV a,
5) Er war Salzschreiber und starb 1634; 6. Tonjola S. 165.
6) S. oben S. 398 ff.
7) S. Tonjola S. 50.
8) S. oben S. 402.
9) Die Gemahlin Andreas Ryffs; s. Tonjola S. 50.
Beilage IL 421
[26^] 1 W.i Ludwig M., bestelter hauptman dei herschafft
Venedig.
1 W,: Nidaus J4. — Den 16. tag augsten 1626 ist mein ^^^ ^^
lieber biuder Niclausz M. zuo Bressa in Itallien in kriegs-
5 diensten seliglichen gestorben, ligt bey andern soltatten auff
dem wähl begraben ^j. Der allmechtig gott wolle ime und
einem jeden zuo seiner zeitt ein frelich aufferstentnusz ver-
liehen, amen. Seines alters 22 johr.
2 W.\ Hans Ulrich Burckhart und fr. Mareya M. s. g.^), leu
10 1614. — Den 9. septembris 1629 ist mein Schwester Mareya M. J^^
verscheiden, seines alters 36 johr'), ligt in sant Martin külchen
b^^aben. Gott verlieh imme ein freliche aufferstendtnusz.
[27] 2W.\ Lucas Gebhart und fr. Elsbet M. s. g., 1615. ms
2W,: Theoder Burckhart und fr. Anna M. s. g.^), 1614. leu
i& 2 W.^): Matteus Haltmeyer pfarherr zuo Sant Gallen, und i62o
fr. Madien M. s. g., 1620. — Den 14. mertz 1628 ist meinJJ^j^
Schwester zuo Sant Gallen verscheiden, seines alters 28 jor.
[21^] 2 fV.\ Jacob Leffel, Judit M., 1621. i82i
2 W.: Hans Conrad Meyer und Judita Schenauwerin
20 eheliche kinder, wie volgt, anno 1609 johr®). looo
1 W.: Niclausz M., 1619. 1619
[28] 2 W,: Hans Conrad M. der apotecker, 1621, Ursula 1021
Judita Meyerin vom Hürtzen.
2 WJ)\ Emanuwell M., 1624, Margareta Jäcklein, 1621. 1624
1) Da am 16. Aug. 1626 bei Brescia kein Treffen geliefert wurde, so
kann dieser Nikiaus M. nicht auf der Walstatt gefallen sein. Wohl aber
wurde in der altem Basler Mundart »Wahl« für Wall gesprochen, und so
mögen hier die Schanzen von Breseia als Grabstätte gemeint sein.
2) YgL oben S. 404, A. 4.
3) Vgl. oben S. 399.
4) Dass Anna M. als Wittwe eines Theodor B. starb, wird bestätigt
durch Tonjola S. 235. Jedoch kann hier nicht der 1623 verst. Bathsherr
Thu B., der Sohn Christoffs des Stammvaters, gemeint sein, da dieser ver-
mählt war mit Maria Oberried, welche ihn überlebte; s. den Burckhardtischen
Stammbaum, Taf. I. Vielleicht aber ist hier dessen Neffe gemeint, nämlich
jener Theodor, Sohn des Hieronymus, von welchem der Stammbaum Taf. lUa
nur angibt: »starb ledig« — was somit su berichtigen wäre.
5) Das Wappen des Ehemanns ist nicht ausgeführt.
6) 1609 ist Hans Konrads Hochzeitsjahr, während die weiter folgen-
den Zahlen bei seinen Kindern durchweg das Gfeburtsjahr beseichnen; vgl.
oben S. 402 ff.
7) Bas Wappen der Jäcklin ist hier nicht das jetzige, sondern weist
in schwarzem Felde einen Schifferstachel sammt angehängtem Salm, und
daneben ein Z.
422 Meyerische Familienohronik.
ie27 1W.\ Danniell, 1627.
1631 / W,\ Hans Lucas, 1631.
1610 [28^] 1 W.i Mareya Magtelena, 1610.
1612 1 TV.: Salomea, 1612.
16U 1 W.\ Elisabet, 1614. s
1616 [29] 1 W.: Judita, 1616.
1622 1 W.\ Anna, 1622.
16» S W^): Isaoh Schilling, Hans Michel Riedin ^), Anna
Margredta M., 1629.
[29^] 2W.: Hans Conrad M. der glaszer^), Elisabethaio
Freyin.
1) Das Wappen der Schilling ist hier nicht das jetzige, sondern das-
jenige des schon damals erloschenen AchtbOrgergeschlechts d. N.
2) Dieser Rüdin war also Anna Margarethas zweiter Ehemann.
3} Vermuthlioh ein Sohn Hans Konrads des Apothekers, oder Emanuels.
X.
Die Chronik
in Ludwig Kilchnianns ScliuldbucL
1468—1518.
Einleitung.
Jjudwig Eilchmann, dei uns in seinem Schuld- oder Zins- kaci^iILi
buch einige Aufzeichnungen über die Ereignisse seiner Zeit^^^^
hinterlassen hat, gehörte einem Geschlechte an, welches aus
s dem Städtchen Mellingen im Argau stammte ^). Der erste
Kilchmann, der nach Basel kam, war Rudolf, welcher 1412
auf dem Zuge gegen Fürstenstein das unentgeldliche Bürger-
recht verdiente, von dem wir aber sonst nichts wissen, als dass
er in Klein Basel wohnte^]. Ihm folgte bald nachher Konrad,
10 welcher ebenfalls in der Kleinen Stadt sich niederliess und
sein Bürgerrecht 1424 auf dem Zuge nach Mühlburg erlangte^).
Dieser Konrad, seines Berufs ein Bäcker, gehörte schon um
1429 2u den wohlhabenderen Gliedern seiner Zunft, indem er
ein Vermögen von 2 bis 300 Gulden versteuerte^), und von
15 1440 an sass er als Zunftmeister im Rath^]. Um diese Zeit
aber — wenn nicht schon früher — fiel ihm von einer Seite,
die uns nicht mit Namen genannt wird, eine sehr beträcht-
liche Erbschaft zu% in Folge welcher der bisherige Bäcker-
meister fortan ein Vermögen von 10 000 Gulden versteuerte^).
1) Ueber die dortigen Vorfahren, wie über da« Geschlecht überhaupt,
s. R Wackemagel, im Histor. Festbuch sur Basler Vereinigungsfeier 1892,
S. 258 ff.
2) S. Eothes Buch S. 350.. — Ein Enkel dieses Rudolf moehte jener
Henslin K. der B&cker sein, in dessen Hause beim Riehenthor .1475 eine
Feuersbmnst ausbrach, welche 5 H&user yersehrte, und welcher schon 1453
erwfthnt wird; s. B. Chron. II 306, und Schönb. S. 687. Ebenso gehört hier-
her wohl auch jener Hans K., der sich 1528 um das SLornschreiberamt be-
warb; s. Oeb. VII 230.
3) S. Rothes Buch 8. 283. In Klein Basel wohnte er noch 1464; s.
Schönb. S. 683.
4) 8. ebend. 8. 540.
5) 8. ebend. 8. 785 ff.
6) 8. unten 8. 456 die Angabe L. SLilchmanns, dass bei den Augusti-
nern Einer begraben liege, »von dem .wir unsser guot band«.
7) 8. 8chönberg 8. 575 u. 683, s. J. 1446 u. 1453. .
426 Ludwig Kilohmann.
Mit seinem Gelde scheint Koniad bald auch die Grünst des
neu erwählten Reichsoberhauptes, König Friedrichs, erlangt zu
haben. Denn als dieser im September 1442 durch das Elsass
reiste, doch ohne Basel zu berühren, da stellte er ihm zu Tann
für sich und seine Nachkommen einen Wappenbrief aus^]. ^
Von 1446 an sass er im Rathe nicht mehr als Zunftmeister,
sondern als Rathsherr^), und da er bei der Rathsbesatsung vom
Juni 1454 zum ersten Mal fehlt, so starb er vermuthlich zu
Anfang dieses Jahres').
Von seiner Ehefrau Agnes, deren Geschlechtsnamen wiri»
nicht kennen, die aber als Wittwe noch 1476 lebte ^}, hatte
Konrad 4 Töchter*) und 4 Söhne. Von den Töchtern keimen
wir einzig Ursula^ welche 1452 als Ehefrau von Lorenz Schlier-
bach, einem Sohne des Rathsherm Heinrich Schlierbach, er-
wähnt wird®). Unter den Söhnen wurde der älteste, Hans, »
1457 für 1 Jahr verbannt, weil er, im Verein mit Rudolf
Schlierbach und Mathias Grünenzwig, Martin den Schreiber
▼on Klein Basel bei Nacht und Nebel angefallen hatte; doch
wurde ihm wie seinen Mitschuldigen gestattet, diese Strafe mit
12 Gulden abzukaufen^). Sein Bruder Hans Konrad hingegen»
wurde 1461 auf der neu errichteten Universität immatrikuliert®).
Auch er wurde 1466 für 2 Jahre verbannt, weil er g^en Hans
Heinrich Grieb, den Zunftmeister zum Schlüssel, das Messer
gezückt hatte ^). Als er hierauf in die Dienste des Markgrafen
Karl von Baden getreten war, wurde er nach seiner Rückkehr i^
angefordert, entweder dieses Dienstverhältniss aufiiugeben, oder
mit seiner Familie die Stadt zu verlassen i^). Trotzig wählte
er 1470 das letztere; jedoch schon 1473 musste ihn der Rath
»uff sin demätig bitte wieder ins Bürgerrecht aufnehmen ^^j,
und 2 Jahre später, 1475, erscheint seine Frau als Wittwe^).»
1) S. St A., Karihaus, Urk. No. 154, vom 10. Sept — Ueber 6m»
Wappen s. R. Wackemagel a. a. O., S. 258..
2) S. Sohönberg S. 787 ff.
3) Er encheint noch auf der Steuerliste Ton 1453/54; s. Sehdoberg
S. 683.
4) S. Wuritiaens Analekten S. 511, auch Schönb. S. 770.
5) S. unten S. 456.
6) S, WurstUens Chronik S. 435.
7) S. Oeffnungsb. m 60 und Leistungsb. II 139. . .
8) S. UniTersitätsmatrikel s. J. 1461.
9) S. Oeffnungsb. IV 74.
10) S. ebend. V 52 b.
11) S. ebend. V 93b und Rothb. S. 231.
12} S. Schönb. S. 768.
Einleitung. 427
Er hinteiliess eine Tochter Ursula und einen Sohn Lien-
hard^).
Konrads dritter Sohn, Friedrich, gab schon 1462 sein
Bürgerrecht auf, um mit Jakob ze Rin im Dienste Kurfürst
5 Friedrichs V in die pfalzische Fehde ziehn zu können^). Später
trat er in den Dienst des Basel feindlich gesinnten Grafen
Oswald von Tierstein, und für diesen überfiel er im Frühjahr
1469 mit einigen Helfershelfern auf dem Rhein bei Hüningen
einen spanischen Gesandten, der von Basel kam und nach
10 England reisen wollte. Mit gespannter Armbrust zwang er
dessen Schiff, bei Klein Hüningen zu landen, und hierauf nahm
er den Gesandten gefangen, führte ihn auf einem Weidling
über den Rhein ans linke Ufer, und von dort weiter zu seinem
Herrn nach Pfeffingen, wo der Gefangene erst später, auf die
15 Vorstellungen des Raths von Basel hin, seine Freiheit wieder
erlangte 3). Friedrich Kichmann aber blieb im Dienste Graf
Oswalds^), und so erscheint er z. B. auf dem Fehdebrief,
welchen dieser am 6. Oct. 1485 dem Bischof von Basel sandte^).
Noch 1489 finden wir ihn auch im Verzeichnisse derer, welche
20 in der Stadt ihr Absteigequartier hatten und hier aus- und
einritten, aber doch nicht Bürger waren ^). Nachdem seine
erste Gemahlin, Katharina von Neuhausen, noch vor 1484
gestorben war 7], vermählte er sich in zweiter Ehe mit Elsbeth,
der Tochter Hans Philipps und Schwester des spätem Bürger-
25 meisters Henmann Offenburg ^), welche nach seinem noch vor
1496 erfolgten Tode^) sich in zweiter Ehe mit Egloff von
Wessenberg verheirathete ^^). Er hinterliess zwei Söhne, Martin
und Ulrich ^^), und eine Tochter Ottilia, welche diesen Namen
vermuthlich zu Ehren der Gemahlin seines Herrn, des Grafen
1) 8. unten S. 446 u. 456, A. 11.
2) S. Oeb. m 128, und TgL ebend. IV 29 b, .. j. U65.
3] S. ebend. V 25 b
4] S. ebend. VI 26b, s. J. 1479.
5) Biesen Fehdebrief 8. im St. A., AdelBarchiT Tierstein, Akten II.
6) S. Oeb. VI 116.
7) 8. im St A., St Theodor C das Jahrzeitb. BL 45 b und Karthaus,
Urk. No. 333, vom 4. Dec. 1484.
8) 8. B. Chron. V 309.
9) 1496 erscheint seine Tochter Ottilia unter Vormimdschaft; s. im
St A., Stadtgericht, Appellationen, BL 159 b, und den Kleinbasler Steuer*
rodel von 1497 für die Beichssteuer.
10) 8. B. Chron. V 310.
11} Ueber diese s. imten 8. 431.
428 Ludwig Kilohmann.
▼on Tieistein trug i). Diese seine Tochter, bei des Vaters Tode
noch minderjährig, erbte von ihm das Schloss Angenstein^),
ein tiersteinisches Lehen, das er vermuthlich von Graf Oswald
als Belohnung für geleistete Dienste empfangen hatte. Schon
1496 jedoch wurde diese Burg durch eine Feuersbrunst be- s
schädigt^), und 20 Jahre später, am 23. April 1516, wurde sie
durch Ottiliens Gemahl, Junker Wolfgang von lichtenfels, um
200 Gulden an Solothurn verpfändet^). Kaum aber war diese
Verpfändung gefertigt, so wurde Angenstein am 14. August
d. J. neuerdings ein Raub der Flammen, und Wolfgang von u
Lichtenfels, der das Schloss noch bewohnte, verlor dabei sein
Leben*). Seine Gemahlin hingegen überlebte dieses Unglück
und heirathete später Hans Lochmann, den Grerichtschreiber
von Klein Basel ^),
Vor ihrer ersten Verheirathung hatte Friedrich Kilchmanus i»
Tochter unter der Vormundschaft ihres Oheims gestanden,
nämlich Ludwig Kilchmanns^), des Verfassers der vorliegenden
Aufiteichnungen. Unter des alten Konrad Kilchmanns vier
Söhnen war Ludwig wohl der jüngste, luf^eich aber ruhigeren
Sinnes als seine drei Brüder. Vermuthlich war er am St Ludwigs- «
tag (25. August) geboren; denn noch in späterer Zeit gehörten
zum Silberschats des Kilchmannisohen Hauses twei Schalen,
die »der lieb heilig sant Ludwig« seiner Mutter geschenkt
hatte % ohne Zweifel also das Geschenk eines Tau^then cur
Geburt dieses Sohnes. Ludwig war jedenfalls noch sehr»
jung, als er 1454 seinen Vater verlor; denn erst 1468 ver-
mählte er sich mit Elsbeth, der 19 jährigen Tochter des fiaths-
herrn und nachherigen Oberstsunftmeisters Hans Zschecken-
bürlin, und von dieser wurde ihm 1470 sein Sohn Hans
1) Graf Oswald von Tierstein war yennählt mit Ottilia von Nusau;
8. M. Birmann im B. Jahrbuoh 1883, S. 64.
2) S. die oben S. 427, A. 9, erwähnte Urkunde Ton 1496.
3) S. ebend.
4) S. M. Luti, Gescb. d. Herrschaften l^effingen und Birseck, 8. 297,
und vgl. AdelsarchiY Tierstein, Urk. No. 129, vom 8. Aug. 1517.
5) S. R. Wackernagel im B. Jahrbuch 1891, 8. 33.
6) S. im St. A., Elendenherberge, Akten 10% das datumlose Verseieh-
niss der Kilchmannischen Verwandten, welche yom Rath Entschftdigongen
erhielten, nachdem in Folge der Reformation das Vermögen der von Ladwig
und -Hans Kilchmann gestifteten Pilgerherberge auf andre Anstalten Tcr^
theilt worden war.
7) S. die oben erwähnte Urk. Ton 1496.
8) S. Hans Kilchmanns Testament, vom 22. April 1621, im St. A^
Karthaus No. 468 ».
Einleitung. 429
geboren 1) und später noch eine Tochter Margreth, die jedoch
frühe starbt). Um diese Zeit, d. h. zwischen 1470 und 1474,
wurde er wegen einer geringfügigen Sache vom burgundischen
Landvogt Peter von Hagenbach vor Gericht geladen und, als
5 er sich stellte, einige Zeit lang gefangen gehalten^). Gleich
nachher aber, d. h. jedenfalls noch vor 1476, wurde er Meister
der Kleinbasler Gesellschaft zum Greifen; denn als solcher
erscheint er unter den Kriegsräthen des Basler Zuzuges, welcher
1476 bei Murten kämpfte«).
10 Nachdem 1477 sein Schwiegervater gestorben war^), trat
er 1481 mit einem Kapital von 1200 Gulden als stiller Theil-
haber in eine Handelsgesellschaft, welche seine zwei Schwäger
Ludwig und Hans Zscheckenbürlin mit Hans Bär gebildet hatten,
um hauptsächlich den Handel mit Tuch und mit »Bulffer«,
15 d. h. mit Spezerei zu betreiben^). Inzwischen aber starb 1484
auch seine Schwiegermutter, Margaretha Zcheckenbiirlin^), und
von dieser erbte er neben anderem Besitzthum auch einen bedeu-
tenden Antheil an den Bergwerken von Plancher-les-Mines,
von Masmünster und von Todtnau^]. Wie einst seine Eltern
30 ihre und ihrer verstorbenen Kinder Jahrzeit im Kloster Klingen-
thal gestiftet hatten'), woselbst sie auch sammt 2 Söhnen und
4 Töchtern begraben lagen ^^), so stiftete jetzt Ludwig am
4. Dec. 1484 für sich, seine Eltern, seinen Sohn und seinen
Bruder Friedrich eine Jahrzeit in der Pfarrkirche zu St. Theodor ^i),
SS und zugleich bedachte er mit reichen Vergabungen auch die
Karthaus ^3), wo bald nachher, 1487, sein Schwager Hieronymus
1) 8. im St A., das Jahrseitbuch von St. Theodor, C, Bl. 45t>, auch
B. Chron. I 331, A. 4, und vgl unten S. 443.
2) S. die Urk. im St A., Karthaus No. 333, und vgl. unten S. 456, A. 8.
3) S. B. Chron. III 374 ff.
4] S. im St. A. Bd. AG 8, S. 111, das Verzeichniss der mitiiehenden
Rathe.
5) B. 6. Chron. I 331, A. 4.
6) S. sein Schuldbuch Bl. 40 b.
7) S. die Urk. im St. A., Karthaus No. 329 u. 330.
8) S. sein Schuldbuch BL 100—108.
9) S. im St. A. die Jahrseitbacher, Klingenthal H., sum 13. Nov., und
St. Theodor C, Bl. 45 ^u. 48.
10) S, unten j3. 456.
11) S. die Urk. Karthaus No. 333, oder das Jahrieitb. St Theodor C,
BL70ff:
12) S. Karthaus, Urk. No.332, und ebendortden Liber benefaotorum L,
BL 335.
430 Ludwig Kilohmann.
in den Orden tiat^j. Ebenso stiftete er 1485 für sich und
seine Frau eine Jabrzeit im Steinenkloster 2).
Seinen Sohn Hans verheirathete Ludwig schon 1487, also
erst siebzehnjährig, mit Anastasia, der Tochter des OberstEonft-
meisters Thomann Sürlin^), und fortan wohnte das junge s
Ehepaar in der jetzigen Greifengasse, damals »Burgergaese«
genannt^), während Ludwig im Hause an der Rheingasse blieb ^},
wo schon der alte Konrad Kilchmann gewohnt hatte ^). Die
Heirath des jungen Hans Kilchmann war eine vornehmere als
die seines Vaters; denn die Sürlin gehörten von jeher zur »
Hohen Stube, was bei den Zscheckenbiirlin so wenig der Fall
war wie bei den Kilchmann ^j. Nun aber wurde diese Ehe
die Veranlassung, dass beide Kilchmann, Vater und Sohn, sich
ebenfalls in die Hohe Stube aufnehmen liessen. Als Glieder
dieser Gesellschaft gelangten sie beide auch bald in den Rath; u
doch ist es bezeichnend, dass zuerst 1490 der kaum zwanzig-
jährige Sohn gewählt wurde, und erst im folgenden Jahre der
Vater®). Dieser verkaufte hierauf 1494, nachdem seine beiden
Schwäger Hans und Ludwig Zscheckenbiirlin'] gestorben
waren, seinen Antheil an deren Tuch- und Spezereigeschäft »
um 1400 Gulden an Hans Bär^o).
Der Sohn aber wollte noch höher steigen, und deshalb
unternahm er 1496 die Pilgerfahrt nach Jerusalem, um dort den
Ritterschlag zu empfangen ^^). Nach seiner glücklichen Rück-
kehr hatte er als Ritter fortan im Rathe den Vorrang vor den s
Achtbürgern, also auch vor seinem Vater. Wiewohl nun beide
Kilchmann vom Rathe hin und wieder mit besondern Sen-
dungen betraut wurden ^2), so fielen immerhin die wichtigem
1) 8. B. Chron. I 347.
2) S. Wurstisens Analekten 8. 332.
3) S. L. K. in seinem Schuldbuch, Bl. 7, 9, 24 u. 30, und vgl. Hansens
Testament, Karthaus No. 468^
4) S. im St. A. den Kleinbasier Steueriodel für die Reichssteaer
von 1497.
5) Jetzt Obere Rheingasse No. 5, 7 u. 9; s. R. Wackemagel, im Histor.
Festbuch 1892, S. 258.
6) S. Sohönb. S. 575, s. J. 1446.
7] Die einzige Ausnahme unter den Zscheckenbürlin bildet Ludwig
Kilohmanns Schwager Hans; s. B. Chron. I 332 L d. Anm.
8) S. unten die Allg. Beilage.
9) Hans starb 1490, und Ludwig 1492; s. B. Chron. a. a. O.
10) S. L^Küchmanns Schuldbuch BL 40 b.
11) S. unten S. 443.
12) Fflr Ludwig s. solche Sendungen s. J. 1497, 1502, 1505, 1506 u.
1507, in Eidg. Absoh. UI 1, S. 548, B. Chron. IV 87 u. 89, und Bnn^sa
Einleitung. 431
Auftiäge und Ernennungen vorzugsweise dem Erfahrenem zu,
also dem Vater. Dieser war es daher, welcher im März 1497
in den Neunerausschuss zur Yorberathung einer Yerfassungs-
reyision gewählt wurde ^), und als im Juni 1500 kein andrer
s Ritter mehr im Rathe sass als sein Sohn, so wurde dennoch
nicht dieser zum Bürgermeister gewählt, sondern man behalf
sich mit dem Auswege, dass der Vater zum »Statthalter des
Bürgermeisterthums« ernannt wurde^).
Da Ludwig Kilchmann alle seine Geschwister überlebte,
IV so war er der gegebene Beschützer ihrer Hinterlassenen. Von
den Kindern seines Bruders Hans Konrad, als deren Vogt er
bereits 1476 erscheint^), starb Lienhard schon 1493, und für
diesen stiftete er zu St Theodor eine Jahrzeit ^). Dessen
Schwester Ursula hingegen verheirathete er 1494 mit Eucharius
15 Holzach, dem spätem Kathsherm und Zunftmeister der Haus-
genossen; doch starb sie schon 1499, und ihre zwei Kinder
folgten ihr bald*). Von Ottilia, seines Bruders Friedrichs
Tochter, sahen wir Ludwig als Vormund schon oben*). Von
Friedrichs beiden Söhnen aber, Martin und Ulrich, nahm
30 wenigstens der ältere, Martin, die Hilfe seines Oheims Ludwig
in Anspruch. Denn dieser setzte ihm ein Leibgeding aus, doch
mit dem Vorbehalt: »so fer er sig haltet in mim willen«.
Schon 1496 jedoch zog Ludwig die Hand von ihm ab, »dorumb,
daz er het ein wib genomen wider min willen« 7). Den Jüngern
25 Neffen hingegen, Ulrich oder Elly, nahm er in sein Haus auf
als seinen »Diener«, und als dieser 1504 starb®), nachdem sein
Bruder Martin ihm schon 1499 im Tode vorangegangen war'),
da stiftete Ludwig am 13. Dec. 1505 für beide Neffen eine
Jahrseit zu St. Theodor lo).
XVII 1993 u. XXIII 2704. — Für Hans s. Oeb. VEI 93, auch B. Chron.
IV 88 u. 89, 8. J. 1503 u. 1507.
1) S. Eikanntniflsb. 1 159 und vgl. Heusler S. 419.
2) S. unten die Allg. Beilage und ygL Heusler S. 417, — Ein for-
meUes Bedenken gegen die TVaU des Sohnes zum Bürgermeister mochte
allwidings darin liegen, dass dieser wohl Ritter war, aber nicht bischöflicher
Lehentrftger; Tgl. Oeb. VII 93 und Heusler S. 416.
3) S. Stadt Urk. 1476 Aug. 31.
4) 8. im St A., St Theodor C, Bl. 86,. und unten S. 456..
5) 8. unten S. 445.
6) S. oben S. 428.
7) S. Ludwigs Schuldbuch, BL 30.
8] S. unten S. 447 u. 456.
9) S. Ludwigs Schuldbuch, Bl. 20t>.
10) S. St Theodor C, BL 75. .
432 Ludwig Kilehnuum.
Am 4. Juli 1499 starb Ludwigs £he£rma Ekbeth^}, und
die Ehe des einzigen Sohnes blieb kinderlos. Schon 1502
scheinen Vater und Sohn jede Hoffiiung auf Nachkommen-
schaft au%egeben zu haben; denn durch eine Urkunde Tom
1 8. Juli d. J. bestimmten sie beide für den Fall ihres Ablebens *
ihr Stammhaus an der Bheingasse^), sammt dem grössten Heil
ihres sonstigen Vermögens, zur Errichtung einer Herberge für
arme Pilger. Zugleich schrieben sie auch die Hausordnung
dieser Anstalt genau vor und bezeichneten als deren künftige
Pfleger den jeweiligen Schultheissen von Klein Basel, die i»
Meister der dortigen drei Oesellschaften und den P&rrherm
zu St. Theodor»).
Dass Vater und Sohn übereinkamen, eine Pilgerherberge
zu stiften, das erklärt sich namentlich beim Sohne schon daraus,
dass er selber ein weitgereister Pilger war. Denn nachdem «s
er 1496 in Jerusalem den Ritterschlag erlangt hatte, war er
1499 nach St. Jago geritten, dann im Jubeljahre 1500 nach
Som, und wahrscheinlich schon im folgenden Jahre hatte er
in Oesellschaft seines Vaters auch eine Wallfahrt nach Aachen
unternommen, von wo aus sie dann beide noch weiter bis nadi a
Antwerpen reisten und die dortige Messe besuchten^). Bald
nachher, als im Frühjahr 1503 die Eidgenossen über den
Gotthard zogen und Locarno belagerten, befanden sich beim
Zuzüge Basels wiederum die beiden Kilchmann*), und als 1507
die Eidgenossen Ludwig XII zu seinem Zuge nach Italien s
4000 Söldner bewilligten <^), da war es Hans Kilchmann, welcher
den mitziehenden Baslern vom Rathe zum Hauptmann gegeben
wurde 7). Wiewohl nach der Meinung der Tagsatzung dieser
Zug nur nach Mailand gehen sollte, so willigte auch Kiloh*
mann gleich den andern Hauptleuten dennoch ein, mit aeiner 3.j
Schaar bis Genua zu ziehen, und dort betheiligte er sich am
25. April bei der Erstürmung der verschanzten, die Stadt be-
herrschenden Anhöhen, sowie an dem für die Genuesen gleich-
falls ungünstigen Gefechte des nächsten Tages, welches die
Uebergabe der Stadt zur Folge hatte ^). Vom Könige reich •&
1) S. unten S. 443.
2) VgL oben S. 430, A. 6.
3) Die Urk. s. im St A., Elendenherberge No. 100».
4) 8. unten S. 443.
5) S. unten S. 446.
6) S. Eidg. Absch. XU 2, S. 363.
7) S. unten S. 448.
8) S. seinen Brief vom 29. April, im St. A., Bd. 8t 91 (10).
Einleitung. 433
beschenkt und mit einem lebenslänglichen Jahrgeld bedacht i),
kehrte er hierauf mit seiner Schaar nach Basel zurück. Aus
diesen Söldnern aber waren s. Z. auf dem Hinwege, zu Alt-
dorf bei der Musterung, von dem französischen Bevollmächtigten
»Karl von Amboise 24 Mann als überzählig zurückgewiesen
worden 3), und wiewohl sie eine theilweise Entschädigung be-
reits erhalten hatten, so erhoben sie doch gegen Kilchmann
noch weitere Forderungen. Der Kechtsstreit, der sich nun
hieraus entspann, wurde erst im Januar 1508 dahin beigel^t,
10 dass der Beklagte jedem dieser Kläger noch 2 Gulden aus-
zahlen musste^).
Inzwischen wurden, noch bevor dieser Streit erledigt war,
im Juli 1507 die eidgenössischen Bünde von sämmtlichen Orten
gegenseitig neu beschworen^), und hiezu wurde als Vertreter Basels
» nach Bern, Freiburg und Solothurn Hans Kilchmann abgeordnet,
während sein Vater in gleicher Eigenschaft nach Luzern sich
begabt). Nur wenige Wochen jedoch nach seiner Rückkehr,
im September, begieng Hans Kilchmann in der Nähe von Klein
Hüningen, beim Neuen Hause ^), an einem jener gegen ihn
20 klagenden Söldner, Hans Nadler gen. Sprengler, einen Tod-
schlag "^j, und gleich nach der That floh er mit seinem Knecht
in die »Freiheit« des Frauenklosters St. Clara. Sofort jedoch
liess der Rath diesen Ort bewachen, bis am 28. Sept. die bei-
den Eingeschlossenen sich eidlich verpflichteten, in das Kilch-
2s mannsche Haus zu gehen und dort das Urtheil des Raths über
den von ihnen verübten Friedbruch und Todschlag zu gewär-
tigen. Auch der an der That unbetheiligte Vater musste sich
eidlich verbürgen, dass sein Sohn sich der strafenden Gerechtig-
keit nicht entziehen werde. Das Urtheil, dessen Datum wir
30 nicht kennen, lautete auf ewige Verbannung aus der Stadt und
ihren Umkreis von 5 Meilen ^). Jedoch Hans Kilchmann hatte
einflussreiche Freunde unter den Eidgenossen, und so wurde
am 13. Oct. zu Zürich auf der Tagsatzung beschlossen, beim
Käthe von Basel durch eine Gesandtschaft sich für ihn zu
1) S. unten S. 448.
2) S. hieraber im Bd. St 91 (10) die Briefe Hans K.'s vom 18. März
und 12. April, auch denjenigen Amboises von letsteim Datum.
3) 8. Oeb. VII 124.
4) S. Eidg. Absch. III 2, S. 383.
5) S. B. Gbron. IV 89, und unten S. 449.
6) Ueber dieses Wirthshaus s. B. Chron. IV 82, A. 3.
7) S. Diebold Schillings d. Luzemers Chronik, S. 189, femer eine Notiz
in M^urstisens Analekten S. 241.
8) S. Oeb. Vn 122b u. 123.
BMler Chroniken. VI. 28
434 Ludwig Kilehmann.
verwenden, damit die Yerbannnng in eine Geldbiuse um-
gewandelt würde ^]. Diese letztere Zumuthung swar wurde
vom Rathe abgewiesen. Doch erlangten die Boten der Eid-
genossen, dass am 20. Nov. die Verbannung auf 5 Jahre und
auf die Stadt und ihre Bannmeile ermässigt wurde, als ob der %
Schuldige nur einen »schlechten Todsehlag«, d. h. ohne er-
schwerende Umstände, b^angen hätte 2). Da jedoch der Tod-
schlag beim Neuen Hause geschehen war, d. h. auf dem
Gebiete des Markgrafen Christoff von Baden, so musste Kileh-
mann auch mit diesem sich abfinden, und swar durch Zahlung tt
einer Busse von 210 Gulden'). Die Stadt aber musste er nun
5 Jahre lang meiden^), und auch nachher wurde er nicht mehr
in den Bath gewählt, während sein Vater in dieser Behörde
bis SU seinem Tode blieb ^).
Ludwig Kilchmann starb am 24. Sept. 1518*), und sein:»
Sohn Hans, der Letste seines Stammes, überlebte ihn nur
wenige Jahre. Schon im Frühjahr 1521 fühlte er sich »sins
lybes ettwas bloid, swach und kranke und berief deshalb am
22. April SU sich in sein Krankensimmer das Stadtgeri^t von
Klein Basel sur Bestätigung seines Testaments, in welchem er >>
eine lange Beihe von Verfügungen zu Gunsten seiner Ehefran
und verschiedener Basen und Nichten traf, daneben auch
seinen »alten Diener« Hans Beinhart gen. Strecknot bedachte*;.
Schon im nächsten Jahre, am 26. Mars 1522, erfolgte sein
Tod^), und wie sein Vater und sein Oheim Friedrich, so wurde :^
auch er bei der PfEirrkirche St. Theodor bestattet, während alle
altern Glieder des Greschlechtes Kilchmann ihre Gräber im
Klingenthal hatten*). Seine Wittwe aber finden wir schon
1526 wieder verheirathet, und swar mit dem frühem Stadt-
Schreiber von Gebweiler, der in diesem Jahre Stadtsohreiber 3^
von Klein Basel wurde. Seinen Namen jedoch kennen wir
nicht, da er im Oeffiiungsbuehe nur als »der Kylchmannin man«
beseichnet wird^*).
1) & Eidg. Abseh. UI 2, S. 383.
2) S. Oeb. VU 123.
Z] S. die oben S.433, A. 7 enrihnte Notis in WnrstiBeiis Analekten 8. 241.
4> Im Dee. 1512 war er wieder in Basel; s. Stidt. Urk. 1512 BealG.
5' S. Oeb. Vn 133^ ff. die RathsbeMtnngen von 1509 ff.
6) 8. TonjoU S. 298.
7) Dieses Testament s. im St. A.^ Karthsus No. 468 ^ — Ueber Hans
Strecknot vgl. ebend., Elendenherberge No. 110«.
8) S. TonjoU S. 298.
9^ S. unten S. 450.
10) S. Oebw VII 214b
Einleitimg. 435
Gemäss der Stiftung von 1502 wurde nach Hans Kilch-
manns Tod in seinem Hause die Filgeiheiberge eingerichtet,
jedoch nicht für lange. Denn in Folge dei Befoimation, die
nichts mehr von Wallfahrten wissen wollte, wurde diese An-
5 stalt aufgehoben, und ihr Vermögen fiel zu drei gleichen
Theilen dem städtischen Spital, der Elendenherberge auf dem
St. Petersberg und dem Siechenhause zu St. Jakob zu^). Noch
heute aber prangt das Wappen der Kilchmann sowohl an ihrem
einstigen Hause an der Rheingasse ^j als auch an der von
10 ihnen gestifteten Kanzel zu St. Theodor, und ebenso auf ihren
beiden Todtenschilden, welche früher gleichfalls in dieser
Kirche hiengen und jetzt im Historischen Museum sich befin-
den'). Noch werth voller jedoch sind fiir uns die wenigen
Au&eichnungen, welche Ludwig Kilchmann in seinem Schuld-
15 buche hinterlassen hat.
Dieses Buch, welches jetzt sich im Basler Staatsarchiv ^2™«^^^
befindet und dort die Bezeichnung »Karthaus B« trägt, gelangte
aus Hans Kilchmanns Hinterlassenschaft veimuthlich durch
den Prior Eüeronymus Zscheckenbürlin, Hansens Oheim und
30 TestamentsvoUstrecker^], in das Archiv der Karthaus. Wohl
erst nachdem 1557 das Besitzthum dieses Klosters vollständig
unter weltliche Verwaltung gekommen war^], erhielt das Buch
von einer Hand des XVI Jahrhunderts die Aufschrift: »Schuld-
buch hern Ludwig Kilchmans, 00 wegen seiner affection an
25 das gottshausz Carthaus komen«. Der ganze Band, aus welchem
15 Blätter ausgeschnitten sind^], umfasste ursprünglich gegen
250 Papier blätter kl. folio (Wasserzeichen: Ochsenkopf mit
Stern), wovon die vordersten 24 das alphabethische Register
der Schuldner mit Angabe ihres Blattes enthalten, während die
30 übrigen eine mehrfach ungenaue, mit der Zahl 323 schliessende
Foliatur tragen. Der Einband besteht aus Holzdeckeln, die
mit blassrothem Leder überzogen sind. Das Buch scheint von
Ludwig Kilchmann um 1484 angelegt zu sein, und zwar so,
1] S. hieraber einen Brief von 1535, im SU A., Elendenherberge,
Akten 10 a.
2) Ein Zimmer dieses Hauses hat noch spätgothisches Yertäfer aus
Kilchmannischer Zeit
3) Ueber einige weitere Reliquien dieser Art s. B. Wackernagel, im
Histor. Festbuch 1892, S. 26U
4) S. im St A., Karthaus No. 468», und vgl. oben S. 429.
5) S. B. Ghron. I 529.
6) Bl. 238—252.
28*
436 Ludwig Kilchmann.
dasa er für jeden Schuldner ein Blatt bestimmte, wo ei saeist
den Betrag des Hauptgutes sammt den Bedingungen eintrugt
und nachher Jahr für Jahr die eingegangenen Zinse und
Bücksahlungen. Wiewohl nun nach Ludwigs Tode sein Sohn
Hans diese Einträge fortführte ^), so füllen sie doch sunidist nur &
Bl. 1 — 54, und weiter folgen blos noch auf BI. 75 — 85 einige
Naturalzinse aus dem Sundgau, sowie auf Bl. 100 — 108 die
Antheile an verschiedenen Bergwerken. Von den übrigen
Blättern aber sind nur die 8 loteten beschrieben, nämlich
Bl. 316^ — 323, und hier erst finden wir das Wenige, wasi
Ludwig Ki Ichmann über sich selbst, über seine Familie und
über die Kreignisse seiner Zeit berichtet.
ciiro^kftier Der Inhalt dieser 8 Blätter ist ein sehr gemischter, indem
sie neben den ohronikalen Aufseichnungen auch solche übei
Kilchmanns kirchliche Stiftungen imd die dadurch erworbenes i^
Rechte enthalten. Noch mehr aber erscheint die äussere An-
ordnung als eine rein zufällige, indem der Schreiber offenbar
die hintersten Blätter suerst beschrieb und dann von dort aus,
also von hinten nach vorn, im Lauf der Jahre immer weiter
vorrückte. Während wir nämlich die jüngsten Eintrage z. J. ^^
1515 und 1518 auf Bl. 316^ finden, sind wohl als die ältesten
dieser Aufzeichnungen zwei Notizen auf Bl. 323^ zu betrachten,
worin Kilchmann z. J. 1494 und 1499 die Verheirathung und
den Tod seiner Nichte Ursula erwähnt. Unmittelbar auf diese
aber folgt dort der Feldzug von 1503 nach Locarno, sodann 2»
erst Basels Aufnahme in die Eidgenossenschaft, z. J. 1501 , und
schliesslich noch z. J. 1504 der Tod Ulrich Kilchmanns, de»
Neffen unsres Chronisten '). Aus dieser Zeit, d. h. jedenfalls
nicht jünger, sind ferner die Einträge auf Bl. 320, wo er
baslerische Begebenheiten von 1470 bis 1499 zusammenstellte. ^'
und ebenso diejenigen auf Bl. 321, wo er aus demselben Zeit-
raum Einiges über seinen Hausstand und namentlich über
seinen Sohn Hans berichtet. Die folgenden Blätter aber, bis
Bl. 323, füllte er hierauf, d. h. frühestens um 1506'}, mit Ein-
trägen über seine kirchlichen Stiftungen und die damit ver-s
bundenen Rechte.
1) Der letEte dieser Einträge ist Yom 23. April 1521, also aus der Zeit
wo Hans bereits erkrankt war und sein Testament bestätigen liess; s. im
Sckuldbuch Bl. 9, und ygl. oben S. 434.
2) Letstere Notis auf der Vorderseite von BL 323.
. 3) Diese Einträge erwähnen bereits die erst im Dee. 1505 gestiftete
Jahrzeit für Ubich und Martin Silohmann; s. oben S. 431.
Einleitung. 437
Schon bei diesen letztern Aufzeichnungen rückte Kilch-
mann von hinten nach vorn vor, indem er augenscheinlich auf
BI. 322^ begann und dann Seite für Seite bis Bl. 321^ gelangte.
Da nun die Vorderseite dieses Blattes schon mit den Nach-
5 richten über seinen Hausstand angefüllt war, so finden wir
den Schluss der kirchlichen Stiftungen wieder hinten ein-
getragen, nämlich am Fuss von BI. 323 und 322^. Nachdem
hierauf Kilchmann noch auf BI. 320^ eine chronikale Notiz
z. J. 1506, sowie auch ein Gräberverzeichniss seiner Verwandten
10 eingetragen hatte, da war auf den letzten Blättern des Buches,
▼on Bl. 320 an, für weitere Aufzeichnungen kaum noch irgend-
wo Raum vorhanden. Deshalb finden wir die Begebenheiten
der folgenden Jahre auf Bl. 316^ — 319^ eingetragen, und zwar
wiederum so, dass sie mit 1507 auf letzterm Blatt beginnen
IS und auf Bl. 316^ mit 1515 schliessen.
Mitten unter diesen Aufzeichnungen Ki Ichmanns finden
sich auf Bl. 316^ und 317 von unbekannter Hand einige Ein-
träge über die Kälte und das Erdbeben vom Januar 1514,
sowie auch über frühere Erdstösse von 1498 und 1499. Ausser-
20 dem sind noch von Eüchmanns Hand zwei kurze Einträge am
Fuss von Bl. 318^ und 321 zu erwähnen, nämlich über eine
kirchliche Stiftung von 1484 und über die Schlacht bei
Murten^). Den Schluss des Ganzen aber bildet auf Bl. 316^
die von seinem Sohne Hans geschriebene Notiz z. J. 1518 über
25 Ludwig Kilchmanns Tod.
Da die auf BI. 321 verzeichneten Nachrichten über Kilch- Wftrdiffuir.
manns Hausstand mit seiner schon 1468 erfolgten Verheirathung
beginnen, so umfassen diese Aufzeichnungen im Ganzen, bis
1518, einen Zeitraum von 50 Jahren. Der chronikale Inhalt
»0 ist jedoch sehr ungleich und theilweise recht dürftig. Denn
während der Verfasser e. B. beim Zuge von 1503 nach Locarno
es nicht verrä.umt, auch seine und seines Sohnes Betheiligung
zu erwähnen, begnügt er sich über die Schlacht bei Murten
mit einer ganz kurzen Notiz, aus welcher wohl Niemand er-
35 rathen würde, dass er auch dort dabei war und mithin genug
davon zu erzählen wüsste^]. Begreiflicher erscheint es hin-
gegen, wenn er die Pilgerreisen und Kriegszüge seines Sohnes
bis 1507 gerne erwähnt, nachher aber von ihm ^mzlich
1} Wie der vorausgehende Inhalt der betr. Seiten zeigt, so wurde die
erstere Notiz, z. J. 1484, erst 1510 geschrieben, und die letztere, ^. J. 1476,
jedenfalls erst nach 1500. . .
2) S. oben S. 429, A. 4.
438 Ludwig Kilchmaiiii.
schweigt, da er BonBt von dessen im Herbste d. J. yerübtem
Todsohlag und seiner Verbannung hätte berichten müssen«
So ungenügend jedoch seine Aufseiohnungen yieifach ersehei-
nen mögen, so enthält schon der chronikale Theil doch Mandies,
was wir bei andern Basler Chronisten vergeblich suchen wär-^
den, und auch die Mittheilungen über Kilchmanns kirchliche
Stiftungen sind namentlich für die Kulturgeschichte durchaas
nicht ohne Werth. Zugleich aber erscheint der Inhalt dieser
8 Blätter auch in sprachlicher Hinsicht beachtensweith, indem
bei keinem andern Bajsler Chronisten der Einfluss der Mundart t-
sich in der Rechtschreibung so sehr geltend macht wie bei
Kilchmann.
s%okmi6 ^^^ schon bemerkt, so gelangte dajs Sohuldbuch, welches
des Schuld- diese Aufzeichnungen enthält, nach dem Erlöschen des Kilch-
mannischen Greschlechts in den Besitz der Karthäuser ^). Dai^
jedoch dieses Buch nach seinem sonstigen Inhalte Torwiegend
geschäftlichen Zwecken diente, so wurde es nicht der Bibliothek
dieses Klosters einyerleibt, sondern dem Archiv derselben.
Während nun erstere schon 1590 mit der Oeffentlichen Bibliothek
yereinigt und dadurch der Forschung zugänglich gemacht s
wurde'), blieb Kilchmanns Schuldbuch in der Verborgeuheit,
bei den Archivalien der Karthaus, bis es mit diesen 1856 ins
Staatsarchiv gelangte. Der einzige Geschichtsforscher aber,
welcher dieses Buch kannte und als Geschichtsquelle beachtete,
war der schon 1588 verstorbene Christian Wurstisen, der daraus 2i
einen kurzen Auszug in seine handschriftlichen Analekten
aufnahm ').
▲usfau. ^ d^ vorliegenden Ausgabe von Kilchmanns AufiKich-
nungen stellen wir an den Anfang die auf Bl. 321 eingetragenen »
Nachrichten über seinen Hausstand, die von 1468 bis 1500
reichen. Auf diese erst lassen wk den Hauptinhalt folgen,
nämlich die von 1470 bis 1515 reichende Reihe von chroni-
kalen Nachrichten, die sich aus der Zusammenstellung des
Inhalts von Bl. 316^—320 ergibt, sobald wir mit BL 320 be-3»
ginnen und mit BL 316^ schliessen. Dabei schalten wir die
vereinzelten Notizen aus den Jahren 1476 und 1494 — 1504,
die sich auf BL 321 und 323 finden, hinter dem Inhalt von
BL 320 ein, also zwischen die Nachrichten von 1499 und 1506.
1) SL oben 8. 435.
2) 8. B. duton. I 532.
31 S. in der OeffentL BibUothek die Hs. 1 H 14, S. 193 a. 198.
Einleitung. 439
Hierauf erat lassen wir die kirchlichen Stiftungen folgen,
wie sie ohne Jahizahlen auf Bl. 321^ — 323 sich finden, und
woBu noch ein Eintrag auf BI. 318^ gehört. Die gleichfalls
datumlosen Notizen über die Gräber der Verwandten hingegen,
5 am Fuss von Bl. 320^, schalten wir noch vor diesen Stiftungen
ein, also gleich hinter den mit 1515 schliessenden Chronikalien.
Den Schluss des Ganzen aber, also hinter diesen Stiftungen,
bildet die auf Bl. 316^ von des Sohnes Hand geschriebene
Notiz z. J. 1518 über Ludwig Kilchmanns Tod. Die lieber-
10 Schrift L H. S., die in der Hs. über jeder Seite steht, behalten
wir nur über dem Anfang bei, also über Kilchmanns Haus-
stand auf Bl. 321. Die Zusätze aber, womit er einzelne Ab-
schnitte erst nachträglich ergänzte, trennen wir vom yoraus-
gehenden Texte nur durch einen Gedankenstrich. Die noch
15 durchweg römischen Ziffern ersetzen wir, wie gewohnt, durch
arabische.
In der Bechtschreibung setzen wir auch hier, wie immer, g^^buig
für das vokalisch anlautende v oder w im Drucke durchweg u.
Das überschriebene w aber lösen wir in wu oder uw auf, je
20 nachdem dasselbe vor oder hinter dem zugehörigen Vokal
steht; also z. B. für schwoger setzen wir im Drucke schwuo-
ger, für frow aber frouw. Im allgemeinen aber schreibt
£[ilchmann sehr nachlässig und flüchtig, so dass er z. B. in
Wörtern wie min, in und im, auch in den Endungen em
25 und en, sehr häufig n für m setzt und umgekehrt Diese
Verwechslungen von m und n sind so häufig, dass wir im
Druck ohne weitere Bemerkung sie kurzweg ändern. Die
sonstigen einfachen Schreibfehler hingegen, soweit sie keine
sprachliche Bedeutung haben, verbessern wir zwar ebenfalls im
ao Texte, bemerken sie aber zugleich unter den Varianten. Im
übrigen jedoch ist Kilchmanns Rechtschreibung gerade deshalb
beachtenswerth, weil in ihren vielfachen Schwankungen und
Eigenthümlichkeiten, wie schon bemerkt, der Einfluss der
mundartlichen Aussprache sich stärker fühlbar macht als bei
35 jedem andern Basler Chronisten. Wollten wir nun hier in
ähnlicher Weise wie z. B. bei Konrad Schnitt verfahren und
alle das Verständniss erschwerenden Besonderheiten unter die
Varianten verweisen, so käme diess einer völligen Freisgabe
der Sprache unsres Textes gleich. Wir halten es daher für
40 geboten, sie hier im Text unverändert beizubehalten, obschon
wir uns nicht verhehlen, wie sehr dadurch für manche Leser
das Verständniss erschwert wird. Um jedoch diesem Uebel-
stand wenigstens einigermassen zu begegnen, versuchen wir
440 Ludwig Kilehmann.
zum Schlu88, über Kilohmanns Eigenart im Schreiben uns in
Kürze Rechenachaft zu geben.
Beginnen wir mit den Vokalen, so spricht und schreibt
Kilehmann, der Basler Mundart gemäss, für das gedehnte a
immer o, also z. B. Kloren für Klara, und ebenso für den &
Umlaut von o stets e, also elly für öl, abzülessen für ab-
zulösen, gent für gegönt, kenen für können, machte
für möchte, u. s. w. Zwischen o und uo aber fühlt sein Ohr
keinen deutlichen Unterschied, und deshalb schreibt er meistens
don für dün (thun), fos für füsz, stol für stül, schlog foito
schlug, rotten für rüten, foder für füder, aber umgekehrt
auch tuog für tod, und züogen für zugen oder zogen.
Ueberhaupt setzt er für uo niemals &, sondern meistens uo^
oder auch ü, so z. B. immer zu für zuo. Da femer in der
Mundart schon das volle u mehr oder weniger zu ü wird, und »
der Umlaut immer zu i, so schreibt er fir, kritz, xniller,
minster, king, zig, ermirt, ferkinden u. s. w. Wo aber
dieses i für ü im Anlaut steht, da setzt er ihm stets ein w
Tor und schreibt daher wich für üch, wier für üwer, und
wibber für über, auch nwig für nüw. %
Der Diphthong ei wird bei Kiehmann häufig zum gedehn-
ten e, und so schreibt er metlin für meitlin, geset für
geseit, gelet für geleit, gemen für gemein, hen fax
hein oder heim, reszen für reisen, u. s. w. Den Diphthong
ie hingegen behält er zwar bei in Wörtern wie die, fier^^
brief , lieb, und setzt für ihn hie und da nur ein einfadies i,
wie z. B. in winacht, diner und Linhart. Jedoch in Wor-
tern wie krieg, ietlich, priester, gieng u. s. w. wird der-
selbe — ähnlich wie ei — zum gedehnten e, also zu kreg.
etlich, prester, gen (gengj. Da nun in der Mundart nicht«
nur ü zu i wird, sondern auch üe zu ie, so erstreckt sieb
diese Verwandlung von ie in das gedehnte e auch auf Wörter
wie früe, füeren, hüener, stüel, tüecher, Uely und
rüeffen, für welche wir deshalb freg, feren, hener, stel,
teger, Elly und reffen finden. s
Bei den Consonanten ist vor allem die häufige Verwen-
dung von g im Auslaut hervorzuheben. Für das gedehnte i
nämlich schwankt Kilehmann beständig zwischen y und ig,
also z. B. zwischen sy und sig, oder zwischen ally (alle} und
allig, und dem entsprechend schreibt er auch umgekehrt etwai^
hertzy statt hertzig (hertzog), woraus wir deutlich ersehen
können, dass in der Mundart dieses auslautende g meistens
nicht ausgesprochen wurde. Wenn er sodann eigig setst für
Einleitung. 441
ewig, und nwig für nüw, so muss mithin die Aussprache
wie eyig odei ejy, und wie nüy gelautet haben. Weiter
noch setzt er g sowohl für ch als für h in Wörtern wie segen,
v^erjegen, beschegen, ziegen, bruogen, wugen, er-
.^schogen (erstochen), buog und tuog. Hier überall nun
mochte dieses g wohl wie schwaches h gesprochen werden.
Das6 es aber vor t, s und z für die Aussprache ganz wegfiel,
das zeigen Kilchmanns Schwankungen zwischen liechtmesz
und lietmisz, schlacht und schlat, wachsz und wasz,
1^ hogzit und hotzit. Ebenso schreibt er g für das im Auslaut
stehende, jedoch nicht gesprochene d und w in Wörtern wie
tuog für tod, oder bug für buw, und selbst an solche fügt
er dieses g, die sonst auch in der Schriftsprache ganz ohne
Consonant auslauten, wie z. B. zwei und zwo, wofür er
15 z weg und zwog schreibt. Da ferner in der Mundart k
sich zu g erweicht, oder genauer zu gg, so schreibt er
z. B. schigen, schegen, schog, ertrungeü, frangen für
schicken, stecken, stock, ertruncken, francken. Doch
umgekehrt wird die Vorsylbe ge, wo sie Tor einem mit h
26 beginnenden Worte steht, mit diesem h zusammengezogen in k,
also z. B. gehan in kan, und geheissen in keissen.
Zwischen dem auslautenden cht und ch fühlt Kilchmanns
Ohr keinen rechten Unterschied, d. h. er sprach es wohl durch-
weg nur wie ch, und deshalb schreibt er z. B. Holtzacht,
25 Tornacht, Ocht (Aachen), Frangenricht, wichtbischoff.
Doch umgekehrt erklärt sich hieraus auch z. B. der Schreib-
fehler liechmisz, wo er dem schriftdeutschen liechtmesz
vor dem mundartlichen lietmisz den Vorzug geben wollte.
Da nun ch, wie schon bemerkt, in manchen Fällen kaum
30 gesprochen und deshalb durch g ersetzt wurde, so schreibt er
z. B. für t ocht er nicht etwa nur tocher, sondern durchweg
toger. Andrerseits aber scheint ck theilweise wie ch ge-
sprochen worden zu sein, und diess mag die Ursache sein,
warum Kilchmann sowohl für cht als für ch oft ck setzt, so
35 z. B. durck, jock, gesprocken, aber auch reck für recht,
und gerick für gerichtet.
Wie noch heute die Mundart das auslautende st wie seh
spricht, also z. B. isch für ist, so gehen bei Kilchmann st
und seh sowohl im An- als im Auslaut in einander über. Er
40 schreibt daher z. B. schellen, schegen, schift, schog,
dchrds, Schubben, schuol, erschogen, geschorbben für
stellen, stecken, stift, stock, stros, Stuben, stuol, er-
stochen, gestorben, aber auch umgekehrt gewesten und
442 Ludwig Kilchmann.
mensten für geweschen und menschen, und linst und
remist fui linisch und lömisch. Wie sehr überhaupt st
für ihn dasselbe war wie seh, das zeigt sich schon darin, dass
er 2. B. den Wochentag donstag, der in der Mundart donsch-
tig heisst, stets mit tt schreibt, also donsttag. Nach seinem &
Gefühl gehörte somit ein zweites t hinein, damit nicht
donschag gelesen werde. Weiter noch schreibt er für st
mehrmals auch ss, also s. B. Bassion und schwesser, und
umgekehrt ablost für ablosz, sowie auch sz für seh in fisz-
mert, fleisz, menszen, biszof und eszmitwugen. ^^
Da n theil weise wie ng gesprochen wurde, so schreibt
Kilchmann namentlich für nn öfter ng, so z. B. gewungen,
entrungen und rang, aber auch umgekehrt statt ng nur n,
also z. B. genen für giengen, geganen für gegangen,
gescheut für geschenkt, gesunen, sint und sogar sindi^
für gesungen und singt. Zugleich wird auch, wie noch in
der heutigen Mundart, im Auslaut auf nd oft das d weg-
gelassen und mithin hau, sin und abgen geschrieben fdi
band, sind und abgönd, sowie auch im Zwischenlaut z. B.
in elenen für elenden. Bezeichnend für die mundartliche ä-
Aussprache ist femer die Schreibung speng für spend, sowie
auch ma für man, stoü für stoünd oder stuond. Weiter
wird noch b ausgestossen Tor t und st in Wörtern wie blit
für blibt, und bost für hobst, und ebenso hinter r z. B. in
erworen für erworben. Das t hingegen fallt w^ vor bs
oder p z. B. in librester, und ebenso hinter b z. B. in hoüb-
man. Dasselbe geschieht auch mit 1 vor t in sotten und
wotten für selten und weiten, mit 1 vor b in haby für
halby, und mit r vor t in geliffet, Kattisser und Gitlei
für geliffert, Kartüser und Gürtler. Femer noch wird wsi
ausgestossen hinter seh z. B. in Schitz und geschoren for
Schwitz und geschworen, und ebenso fehlt durchw^ das
genitivische s in den Wochentagen zigtag oder zittag und
samtag.
I. H. S.
[321] Item ich Ludwig Kilchman han min frouwen^) ge-
nomen am zinstag vor sant Marttis tag im 68 jor. — Was sy J|*^ g
in irem altter 19 jor, do ich sy nam.
5 Item min frouw ist genessen minsz suns Hanszen uf men- ]^ ^^
tag noch der alltten fasnacht im 70 jor.
Item min frouw seilig ist gestorbben uf sant Ullrichs tag^^^^
im 99 jor.
Item uf donsttag for dem meitag im 96 jor ist her Hansz ^^^ ^g
10 min sun zu dem Helgen Grab gefaren, und ist wider komen
uf sunentag for sant Kattrinen tag, oüch im 96 jor; irachtNoT. 20
29 wugen und 3 tag. Und ist zu Jerusziem uf die zit ritter
geschlagen.
Item uf mentag noch unszy frowen tag der liechmesz im ^^^ ^
15 99 jor ist her Hansz zu dem feren Sant Jocop') ritten, und
ist 19 wugen uszgesin.
Item her Hansz ist geritten uf zittag noch sant Franciscus ]^ ^
tag im 1500 jor gon Rom in das jubbeljor, und ist 12 wugen
underwegen blibben.
20 Item her Hansz und ich sind mit einander geritten zu
unszy frowen gon Ocht^), und uf die selbi zit euch gon Anttorf
in die mesz^j.
[320] Item keisser Fridrich ist zii Bassel ingritten uf frittag ^^^^ ^
noch sant Freuen tag im 73 jor, wol mit tussig pferden^).
25 Item esz wasz ein groszer ertbidem am nechsten frittag ^^^^ ^^
noch sant Felttis tag®} im 70 jor.
1) Elsbeth Zscheckenbarlin; s. im St. A., St. Theodor, das Jahrseit-
buck C, BL 45b, ferner die Urk. Karthaus No. 333, und Tgl. oben S. 428.
2) Santiago de Compostella.
3) Aachen.
4) «Antwerpen.
5) Diese Zahl ist jedenfalls su hoch. Im übrigen 8. B. Chron. 1 1 ff.,
lY 69 ff. u. 358, und V 440.
6) St. Valentinstag. Ueber dieses Erdbeben Tgl. oben S. 285.
444 Ludwig Kilchxnann.
s«pt^u Item disz mort ist beschegen zu Bassel: Uf desz helgen
critz tag im herbs im 75 jor, zu dem Sternen i) gegen dem
Rosengartten wibber^), by dem Bluomen^), do wurden ermiit
die frouw im husz^) und ein knecht, und ein metlin, und ein
armmer ma. Das mort het man nie kenen fernemen^). &
Jaii^li Item uf mentag vor sant Jocop tag im SO jor ist der Rin
so grosz gesin, das man het die hend uf der Rinbruck ge-
westen •).
Aug. 22 Item uf zigtag vor sant Barttelmeusz tag ^) im 80 jor bin
ich Ludwig Kilchman gesin zii Mentz, und han doselb gesegen iv
turnieren.
jaiii^26 ^^°^ ^^ ^^ ®^^ groszer hagel gesin uf zigtag noch sant
Johansz tag desz toffers, im 87 jor, und sind stein gefallen
alsz grosz alsz ganseier und henereier under einander^].
Dec^to ^tem uf donsttag for sant Tommansz tag im 76 jor wottem^
200 knecht zii dem hertzig von Lüttren ^) in kreg sigen, und
sossen zii Bassel in ein schif. Und do sig kommen zii dem
Saltzturn, do gen das schif under, und ertrungen wol by den
60 manen ^%
2. Ha.: im henb.
1) Genauer zum rothen Stern; 8. St&dt. Urk. 1489 Febr. 25. Es iit
das jetsige Haus >zum Korb«, Schwanengasse Ko. 2.
2} Zum Rosengarten, später zum Rosenkranz, hiess da« jetzt ab-
getragene Eckhaus zw. Schwanengasse und Schiffl&nde.
3) Das Gasthaus zum Blumen (nicht zu Tcrwechseln mit dem jetzigen
Gasthause d. N.) bildete mit der St. Brandolfskapelle eine freiztehemle
Häuserinsel mitten auf dem Areal des jetzigen Blumenrains.
4) Die Wittwe des Mathias zum Sternen ; s. B. Chron. II 287 und TgL
Schönberg S. 628 u. 759.
5) Ueber die vergeblichen Nachforschungen s. B. Chron. II 288 u. 299,
femer Basels Briefe vom 18., 19. u. 21. Sept d. J. an Terschiedene Städte,
im Missiyenb. XIV 179 ff. Noch 1489 fiel ein Verdacht auf den Krämer
Mathias Walter, der jedoch bald wieder aus der Haft entlassen wurde; s.
Stadt Urk. 1489. Febr. 25.
6) Ueber diese Rheingrösse s. B. Chron. V 531 ff., auch oben 8. 324.
7) Dieses Datum (22. August) zum Turnier su Mains wird bestätigt
durch Ritter Ludwig von Eptingen, im Stammbuche dieses Geschlechts.
Die Mainzer Chronik hingegen, in Chron. d. d« Städte XVIIL84, setzt dieses
Turnier auf Sonntag nach Bartholomäus (27. August). Ueber das StaxniB-
buch der Herren von Eptingen (jetzt im Besitz der Familie Ton Sonnen-
berg in Luzernj s. Th. von Liebenau im Anzeiger f. Schweiz. Alterthinns-
künde 1878, S. 835 ff:
8) Vgl B. Chron. V 535, auch oben S. 305.
9) Lothringen.
10) Vgl. B. Chron. m 85 u. 477 ff.
1475--1499. 445
Item ess wasz ein strit for Nansze uf mentag ^) foi dem ^^]^ .^v
XII tag im 77 jor; doselb ward erschlagen der hertzy von
Burggung.
Item uf unszy frowen ebben in der Tasten ^j im 99 jor ^ ^2
5 beschag die schlat uf dem Bruoderholtz. Und dornoch uf sant
Maria Madlenen tag beschag euch in dissem jor die schlat zu Jau 22
Tornacht»).
[321] Item uf samtag vor sant Johansz tag im 76 jor wasz ^^^
der strit zii Murtten, und komen dem hertzy von Burg^^ fil
10 litten umb, by den 22 tussig man, und uf unszer sitten nit
30 man^].
[323^] Item ich han gen Irsslin^), minsz brüoders Hansz
Conrats seiligen toger, ein man, Kariusz Holtzacht®), uf frittag i^o^
for sant Paulusz bekerd tag im 94 jor; uf den selben tag
15 genen sig zu kilchen.
Item Irssilin ist gestorben uf mitwugen in der nacht, do ^^ ^7
esz 12 schlog, for sant Andresz tag im 99 jor; [lit zii sant
Joder fergrabben vor sant Felttis alttar^) und het zweg kind
ferloszen, sind metlin. — Diszy bedy kind sind tod.
1. Hb.: ein strit for lanixe. 4. Hi.: in der waeten. 12. Ha.: Hann Cosrai
Belügen.
1) Auf einen Montag fiel 1477 allerdings der Dreikönigstag oder
zwölfte Tag (nach Weihnachten). Die Schlacht bei Nancy geschah jedoch
Tags BUYor, d. h. Sonntags den 5. Januar.
2) ^u diesem Datum ygU Anshelm 11 153: Uf den 22. merzen, was
fritsg Yorm Palmtag, und zu Basel unser frowen abent. — Nach dem all-
gemeinen Kalender fiel 1499 die Vigilie Ton Mari& Verkündigung (24. März)
auf den Palmsonntag. Um nun dieses zu yermeiden, wurde im Bisthum
Basel — soYiel sich aus obiger Angahe Anshelms ergibt — in solchen
Fällen das Marienfest Yor die Vigilie des Palmsonntags Yerschohen, also
auf den 23. März, und somit fiel die Vigilie des ersteren Festes auf den 22.
Das Yorliegende Datum zum Treffen am Bruderholz steht daher keineswegs
im Widerspruch zu demjenigen der Chronik des Schwabenkrieges; s. ohen S.S.
3) Ueber die Schlacht bei Domach s. oben S. 11. — Ueber die Erd-
beben Yon 1498 u. 1499 s. unten S. 455.
4) Vgl B. Chron. III 14 u. 37.
5) Ueber Ursula Kilohmanns Vater Hans Konrad s. oben S. 426.
6) Eucharius, ein Sohn des Oberstzunftmeisters Oswald Holzach, wurde
1507 Rathsherr; s. B. Chron. I 30 u. 213, ferner im St. A., St. Theodor C,
BL 74. Er war Wittwer und hatte einen Sohn erster Ehe, Eucharius d. Jüngern,
den spfttem Arzt, geb. 1486; s. B. Chron. I 416, A.4, und Tonjola S. 300.
7) Das Eingekl. ist ergänzt aus einem durchgestrichenen Duplikat dieser
Notiz auf BL 323. — Ueber die Pfarrkirche St. Theodor und den dortigen
St. Valentinsaltar s. R. Wackemagel im Histor. Festbuoh 1892, S. 278 ff.
446 Ludwig Kildimanii.
Wozu ^^™ ^^ zigtag in dei fronfasten in der fasten i), im 1503
jor, sind min herren von Bassel gezogen gon Beltxentz^} mit
500 man'), und hend die selben 500 man geliffet in irem
kosten^}; und sind min sun her Hanss und ich ouch mitzogen.
Und ist min schwuoger Fetter Offenburg ^J und Fridrich züi i
Linden <^) hoblit gesin, und lifferher Willem Zegler^), und Hana
Stoltz und Fetter Brieffer^) fettermeister*) und wibber die
wegenlit. Und sind 16 tag gelten for ein schlosz, hiest
Luggariss ^<^), wasz 2 mil fir Beltzentc hinuss; und sind by
5 wugen uszgesin und 3 tag ^^). i«
JoiMi Item uf sunentag for sant keisser Henrichsz tag^} im
1501 jor hend wir den Eignoszen geschoren, und sig unss oüch,
noch der pintbrieffen lut und sag, und ist ein eigig pindss.
Disz schweren beschag an offem Kormert von ein gantzen
gemeiny. w
13. Hb.: lat und Mt.
1) Genauer: nach der fronfasten. Die Frühjahnfrohnfasten, welehe
immer in die n&chste Woche nach Aschermittwoch fetUen [daher hier: in
der fasten) und erst am Mittwoch beginnen, fielen 1503 auf den 8. bis
11. M&rs. Der hier erwähnte Auszug hingegen erfolgte Dienstags den
14. Mftrs; s. den Eeisrodel dieses Zuges, im St. A., Bd. St 91 (8).
2) Bellinzona, deutsch: Bellents.
3) Genauer 600; ygL oben S. 19, und femer Anshelm 11 375.
4) D. h. die Verpflegung geschah auf Kosten Basels und nicht der
3 Waldstädte, auf deren Gesuch hin der Zug geschah.
5) Peter O. der jüngere, seit 1501 Bürgermeister, war in erster Ehe
vermählt mit Juliana Ton Schönenberg, welche 1484 noch lebte, aber sp&tei
nicht mehr erwähnt wird; s. B. Chron. V 310. Da nun L. K. ihn hier seinen
Schwager nennt, so mag er in zweiter Ehe eine yon dessen 4 Schwest^n
geheirathet haben ; vgl. oben S. 426.
6) Friedrich Hartmann gen. sur Linden, seit 1501 Oberstsanftmeister,
wohnte schon 1475 an der Eisengasse, wo das Haus No. 23 zur Linde heisst;
s. Schönb. S. 768, und vgl oben S. 19.
7) W. Zeigler, seit 1487 im Rathe als Aohtbürger, wurde im Juni 1503
Bürgermeister.
8) Stoltz und Briefer waren Rathsglieder und beide zünftig zur Gelten.
9) Nach des Verfassers Schreibart ist »fettermeisterc wohl dasselbe,
was sonst fiettermeister oder f&ttermeister lauten würde, also ein Beamter,
der für die Pferdeverpflegung zu sorgen hat
10) Die Basler erreichten Locamo am 27. März, und am 10. April hoben
sie ihr Lager wieder auf; s. den oben in Anm. 1 erwähnten ReisrodeL Im
Texte mag daher »XVI tag« verschrieben sein für XIV.
11) Vom 14. März bis 21. April; s. den Reisrodel und vgl. oben
Anm. 1.
12) Auf diesen Tag trafen die Gesandten der Eidgenossen in Basel
ein, worauf am 13. Juli der Bundessohwur erfolgte; s. £ädg. Absch. IQ, 2,
S. 121 u. 126, und vgl. oben S. 18.
1501—1506. 447
[323] Item Elly Kilchmani) ist gestorben uf sant Andresz ^ ^
obben im 1504 jor; lit zu sant Joder fergrabben for sant Andresz
altter^), do min bruoder Fridrich sellig lit^).
[320^] Item uf samtag vor sant Nigklausz tag^} im 1^<)6i)^5(P)
s jor het man Frantz von Brun fir recht gesteh zu Bassel^). Do
het er ferjegen, das er sin fatter hab fergebben mit gift®);
und het einer im geholffen, het keissen Jery Linder^}, wasz
ein tuogscherer. Do het man Frantzen gerick, und ist mit
der urttel erkent, das man in seil brenen mit heissen zangen,
ö und in uf ein karren setzen und durck die stat feren, und
5 moUen in der stat brenen: einist am Kormert, und das ander
mol for der Gensz an den Spalten ^), und das ander mol am
Fiszmerty und das drit mol an der Rinbruck, und das fiert mol
abber am Kormert*), und das 5. mol for dem spitteP®). Und
15 dornoch het man in uf ein rad geleit ^^).
1) Ueber Ulrich K. s. oben S. 431.
2) Ueber diesen Altar s. Ulstor. Festbuch 1892, S. 280.
3) Ueber Friedrich K. s. oben S. 427.
4) Sollte vielleicht heissen: nach s. Nikiaus, oder: vor s. Luden tag
(12. Dec). Wenigstens wurden die Kosten der Hinrichtung erst Samstags
den 19. Dee. verrechnet; s. Wochenausgabenb. XII 974.
5) Ueber diesen Mord vgl. bei Buxtorf-Falkeisen, Basler Stadt- und
Landgeschichten aus dem XVI Jahrhundert, 8. 8 ff. den Inhalt eines hand-
schrifü* Fragments, welches seither verschollen ist. Demnach war der
Mörder, der dort nicht genannt wird, der einsige Sohn, und sein Vater
Wittwer; auch verstrichen zwischen des Vaters Tode und der Entdeckung
des Verbrechens mehrere Jahre. Nun lebte 1506 vom Geschleohte von
Brann ausser Franz einsig noch Morand, welcher gleich seinem schon 1491
Tcrstorbenen Vater Heinrich im Rathe sass und durch seine Gemahlin Maria
Zscheckenbürlin mit L. Kilchmann verschwägert war; s. B. Chron.1331,
A. 4 und Tonjola S. 116. Der von Franz vergiftete Vater hingegen war
vermuthlioh Jakob von Brunn, welcher 1473 das Bürgerrecht kaufte und
im Juli 1502 starb; s. Oeb. V 105<> und Tonjola a. a. O.
6) NSheres über die Vergiftung s. bei Buxtorf-Falkeisen a. a. O.
7) Georg Linder.
8) Das Stammhaus des schon damals erloschenen Geschlechts zur
Gense (Gans), jetzt Schneidergasse No. 34, an der Kreuzung dieser Gasse
und des Spalenberges mit der Hutgasse.
9) Der beschriebene Weg bildet mit seinen Haltstellen ungefSEÜir ein
Viereck. Wenn aber auf dem Markte der Verbrecher wirklich beide Mal
gebrannt wurde, so geschah das im Ganzen nicht 5, sondern 6 mal. Doch auch
die Bechnung über diese Hinrichtung, im Wochenausgabenb. XII 974, erwähnt
nur 5 maliges Brennen, und L. K. selber schreibt oben zweimal nach ein-
ander >da8 ander mol«, und kommt deshalb am Sohluss nur auf »das 5. mol«.
10) Der Spital lag an der Freien Strasse gegenüber dem Münsterberg,
also am Wege vom Kommarkt zur Richtstätte vor dem St. Albanthor.
11) Ueber die Hinrichtung s. Näheres im Wochenausgabenb. XII a.a.O.
448 Ludwig Kilehmann.
De&a Item uf mitwugen noob sant Andreas tag im 1506 joi
wasz der Rin so grosz^}, das er mir in min keller^] gen,
wibber ally fasz und biss uf die haby siegen, in beden kellet.
Und gen der Rin zu der Kronen'] in das huaz. Und in
dissem jor stou ein kommet am himmel, alsz ein groszy rotten^), s
Und woren wol fier ertbidem ouch in dissem jor^), undworen
ally wasser grosz. Und uf dissy zit rang denen von Seinen ^)
ein jock uf der brück enweg.
Wknl [319**] Item uf zigtag noch sant Fridlinsz tag im 1507 jor'i
ist min sun, her Hansz Kilchman ritter, miner heren vom«
Bassel hoübman worden, und het kan 250 man under im^,
und ist mit den selben 250 knecht zogen zu dem king von
Frangenrich gon Meiland in kreg^). Und han kan min henen
von Eignoszen by den 6 tussig knecht i<^j, und sind zogen fir
die stat Jenouw^i). Doselb band siggewungen 3 letzy^), undt
1) VgL Strassburgei Archivchronik, im Code historiqae de Strasbouig
II 217, wo ebenfalls z. J. 1506 ein Austreten des Rheines erw&hnt vird.
jedoch »umb Agnetis«, also sum 21. Januar.
2) In seinem Haus an der Rheingasse; s. oben S. 430, A. 5.
3) Der Gasthof d. N., an der Schifflände.
4) VgL hierüber Brilingers Chronik, cum 13. August 1506.
5) Zwei derselben s. oben S. 192.
6) Seckingen.
7) Dieses Datum scheint sich nicht auf Kilchmanns Ernennung, son-
dern auf den Aufbruch von Basel su Besiehen. Denn schon am 14. Man
sollte die Schaar in Altdorf eintreffen; s. Eidg. Absch. UI 2, S. 364. — Ueber
diesen Zug vgl. oben S. 30.
8) Diese Zahl sollte Basel eu den 4000 Söldnern stellen, welche die
Eidgenossen auf der Tagsatsung vom 24. Febr. Ludwig XII als Begleitung
für seine angebliche Reise nach Mailand bewilligt hatten; s. Eidg. Abseh.
UI 2, S. 362 ff. In Wirklichkeit sogen jedoch von Basel 284 Mann aus, und
von diesen wurden su Altdorf 24 ausgemustert, so dass noch 260 blieben;
B. im St A. Bd. St 91 (10) die Briefe Karls von Amboise und Hans Kilch-
manns, beide vom 12. April, und Tgl. ebend. den Musterro^el Tom 22. Man.
9) Die Basier zogen mit den Zürchem und Schaffhausem über den
Gotthard nach Varese, wo sie auf die andern Zusüge warten mnssten; s.
Anshelm lU 43 ff.
10) Diese Zahl, im Gegensatz su den bewilligten 4000, hat auch Htns
Kilchmanns Brief vom 12. April, und ebenso Anshelm III 45.
11) Von Varese wurden sie zuerst nach Alessandria geführt, angeblieh
um dort den König zu erwarten, nachher aber weiter bis Genua; s. Ans-
helm in 44 und Schillings des Luserners Chronik S. 174 ff., femer Eidg-
Absch. III 2, S. 366 ff. und Küohmanns Brief vom 12. April.
12) Ueber diesen Sturm, yom 25. April, vgl. im Bd. St 91 (10) Hans
Kilchmanns Brief vom 29., auch Eidg. Absch. III 2, S. 367, und Anshebs
III 45. Laut Hans Kilehmann waren es »3 starck pastien und letiin«-
Diese Verschansungen lagen auf den die Stadt beherrschenden Höhen.
1506—1607. 449
hend under dristen^] denen von Jenouw erschlagen by den
tüssig man, eischogen und wund macht. Dornoch hend sig
die von Jenouw an desz kingsz von Frangenrich gnod gebben.
Und sind uf unszer sitten by den 100 wund worden und.er-
"^ schogen^], und sind unszer lit 10 wugen by dem king im feld
gesin. Und het der king gebben eim fosknecht 4^2 gülden
Binst, imd eim houbman 6felttigen sold, ein monet; und het
mim sun gescheut zum sim sold by den 200 Rinster gülden,
und im zügeset, alsz lang min sun leb, alli jor uf unszy frowen Febr. 2
in tag zii der lietmisz zu gebben 180 frangen^). Und het ein
gnedigen king; und die herren, die by dem king, sind im
ouch gnedig gesin.
Item uf sunentag vor sant keisser Henrichsz tag im 1507 ^^7^^
jor hend wir Eignoszen den bunt geschoren, den wir ally 5 jor
1» seilen tuon. Item und sind disz die hotten gesin, die von ort
zu ort geritten sind^):
Her Lienhart Greb alltter ziinfmeister, gon Zürich und
gon Schoffhussen.
Her Hansz Kilchman ritter, gon Solturn und gon Bern
2i» und gon Frigbürg.
Ludwig Kilchman, gon Lutzern.
Hansz Grof, Ury.
Waltter Hamesch, Switz.
Mattis Yselin, Underwalden ob dem Wald.
Ludwig Striib, Underwalden nid dem Wald.
Fridrich Hartman, Zug.
Hansz Stoltz, Glarisz.
Item ich gib den zu der Herren^) ally jor 10 s noch dem
XII tag, nochdem und ich von inen ein schrift hau usz irem
4. Hs: um«» ritten. 10. Es: kü gebben C und LXXX frangen sft gen.
27. Hb.: GUrin Huiez StoltE.
1) AUe in der Yorigen Anm. erwähnten Berichte wisaen ausser dem
Sturm vom 25. April nur noch von einem Gefechte des folgenden Tages,
auf welches am 27. die Uebergabe der Stadt erfolgte.
2) Vgl. Hans Kilchmanns Brief vom 29. April: von allen Eidgnossen
nit ob 100 man dot und wunt und geschossen.
3) Diese Belohnungen rührten wohl daher, dass neben Zürich und
Unterwaiden die Basler die ersten waren, welche sich bereden Hessen, von
Varese nach Alessandria und weiter noch gegen Genua 2u ziehen, obschon
sie von der Tagsatsung hiezu keineswegs ermächtigt waren; s. den Brief
der Solothumer Hauptleute rom 12. April, in Eidg. Absch. UI 2, S. 366.
4] Vgl. B. Chron. IV 89 ff., wo auch dasselbe Verzeichniss wie hier.
5) Die Kleinbasler Gesellschaft zur Häre (zum Netz). Ueber ihr Haus
an der Rheingasse, neben der St. Niklauskapelle, s. R. Wackemagel im
Festbuch 1892, S. 257.
Basier Chroniken. YI. 29
2.1
naoh
Jan. 6
450 Ludwig Kilehmaiin.
buoch^), min lebtag lang und nit lengei^), und bin inen nit
witer schuldig mit keinen dingen.
se t^ l^^^] ^^^ uf samtag foi sant Matheus tag im 1508 jor
sind min herren von Lutsren und Underwalden komen, und
by 18 von Zwing, imd einer von Schiti und einer von Wury, s
imd hend bruoder Fritien wider hen gefert'). Und sind disser
von Lutzren und Underwalden und Zwirig aller gesin bj den
250 man^), und hend die selben gessen zürn Brunen und uf
der Schmiden hüsz. und zu dem Safren ; doselb hei man erlich
kocht. Und hend die ret al by inen gessen uf etlicher schub- u
ben, und min gpiediger her von Bassel und der wichtbiszot
und min her von Litzel oüch^], und al tomherren Ton der
bogen schift. Und het min her von Bassel inen gesdient ein
halb foder win, und das kappitel 12 mosz maisiger ^), und min
her von Litzel 4 mosz maisiger Und het min beren diasu
8«pti6hogzit kost by den 800 Ib. ^). Und sind am samtag, alsz for
sept 20 stot, gon Bassel kommen, und sind am mitwugen wider hein
zogen; wasz by den 5 tagen. — Me, das man nochicb fand,
das oüch wibber den Fritzen ist ganen, macht by den 40 Ib.
aber uszgen^]. 9
Not. (4) Item in der mesz uf sant Marttis tag im 1508 jor ist ein
schif underganen ob Klinouw in dem Rin*), und sin doselb
ertrungen by den 40 menszen, und sind ebben fil usskommen.
Die schiflit von Zwirig hend das schif ferfert. Do hend min
herren von Zwirg den einen schiffman gefanen, und hend ab»
1. Hs.: bis imer nÜ witer 9. Hs.: der Scluiiden hftts und ift den Safrea.
15. He.: und liet min her.
1) Es handelt sich also hier um die mit der OeseUschaft Terbundene
Bruderschaft
2) Von den noch erhaltenen Büchern dieser Gesellschaft reicht kerne«
weiter surflck als 1554.
3) Vgl. B. Chron. IV 92 ff.
4) Diese Zahl scheint Terschrieben aus 150; vgL ebend. S. 94. Laut
D. Schilling d. Lusemer S. 229 kamen Ton Lusem nur 50 aus der Stadt
und 50 Tom Lande. Neben den 18 Zürohem sind somit nur noch etwa
30 Unterwaldner lu rechnen.
5) Bischof Chrifltoff von Utenheim) sein Weihbisehof Telamonius
Limpurger und Diebold Hyllweg, der Abt Ton Lütsel.
6) Malvasier. — Laut B. Chron. IV 96 wurde Vs Fuder Wein Tom Abt
. von Latsel geschenkt, und der Malyasier Tom Bischof und dem Weihbischot
7) Vgl. die Rechnung in B. Chron. IV 161 ff.
8) Die Gesammtkosten beliefen sich auf 840 Ib.; s. ebend. S. 162.
9) Dieses Unglack geschah 8 Tage vor Martini, Samstags den 4. Not.,
am ZttsammenfluBS Ton limmat und Atfe, also 1 Stunde oberhalb Klingnto«
8. D. Schilling d. Lusemer S. 235 u. 237.
1508—1511. 451
im gerick; der ander ist inen entrungen i). Und for diszem
mol hend sig oüch ein schif ferfert, ist by den 7 jor for
dissem^). Und for diesen joren eisz ouch ferfert, ist by den
2 joren, und sind alwegen lit umbkomen.
5 [318^] Item uf zigtag for sant Lorentzen tag im 1510 jor 3) ^^jo
sind min herren gemenen Eignoszen uszgezogen mit 6 tussJg
man zii unszrem helgen fatter dem bost^). Und sind min
heren von Bassel mit iren emtern uszgelet mit 300 man^). Und
het der bost eim gen al monet 4 gülden ein ort^), und weller
10 ein bigsen het kan, eisz gülden me. Und ist der bost mit
unsz Eignoszen 5 jor in ein binttis ganen, und git ally jor eim
ort tussig gülden die 5 jor lang^.
Item ich bin zu hüsz zogen uf winacht im 1510 jor inDec.2s
das klein husz^). Forhin han ich lang husz kan, do ich min
15 frouw sellig han kan.
Item Fetter Gitler, Hansz Girtler sun •), ist uf sant Jerisz *|»J^ ^
tag im 1511 jor erschogen uf Willer feld*®). Und sind uf
den selben tag wol fier wund worden, nit sinentalb, sust die
einander schlagen hend.
Jo [318] Item im 1510 jor uf den balmobben ist Remist J*J^ 23
gnod gesin zu sant Joder ^i). Und het die selby Bemist gnod
gewert nit me den 5 wugen, und ist in den stog gefallen
400 gülden, 5 s. und ein Ib. fir den gülden ^2). Dovon ist sant
Joder geworden der 5. pfenig, macht 65 gülden, 5 s. und ein Ib
2s fir den gülden, und 5 s.^').
7. Hb.: sind min her. 18. Es.: stnst die einander schslgen hend.
1) Ueber beide Schiffleute, Peter Wunderlich und Infried, s. D. Schilling
d. Luzemer S. 237.
2) Bei Wettingen. Der Schiffmann hiess Waser; s. ebend. S. 235.
3) Statt »for« 1.: nach sant Lorentaen tag (13. Aug.); b. Eidg. Absch.
III 2, S. 497, auch oben S. 31.
4) Julius U.
5) S. den Anschlag vom 31. Juli, in Eidg. Absch. m 2, S. 497.
6) Also 41/4 Gulden.
7) S. oben S. 31, A. 2.
8) VermuthUch eines der 3 Häuser, in welche die Kilchmannische
Liegenschaft an der Rheingasse jetzt getheilt ist; s. oben S. 430, A. 5.
9) Gürtler.
10) Das Feld hieher dem Dorfe Weil, 1 St von Basel
11) Ueber frühere der Pfarrkirche St. Theodor yeriiehene Ablässe s.
Histor. Festbuoh 1892, 8. 279.
12) 400 GL zu 1 Ib und 5 s., also 500 Ib.
13) Also 81 Ib 10 s. Dieser Betrag bildet jedoch nicht Vsi sondern an-
nähernd Va d^ obigen Summe von 500 Ib.
29*
452 Ludwig Kilchmann.
1510 Item im 1510 jor ist Remist gnod genn zu saut Lienhait,
. ^**Jund het gewert bisz acht tag noch ostren im 1511 jor. Und
ist in den schog gefallen 374 Ib; dovon ist iingkost ganen
120 Ib. Und ist diss gelt, das in schog ist kommen, sant
Lienhart halb worden an iren bug^]; dovon hend sig gen der ^
ellenherberg 20 gülden 2).
Not. 21 Itcm uf frittag for sant Kattrinen tag^) im 1511 jor sind
gemein Eignoszen ziiogen wibber den king von Frangenrich.
Und hend min herren von Bassel 300 man kan: usz den
emtren 200, und usz der stat eisz^). Disz lit sind wider heinen^
Dec 31 kommen uf den VIII obben*), wasz 6 wugen minder 3 tag.
Dm. 26 Dornoch hatten min heren abber uszgeleit uf frittag for dem
Vin tag 120 man^); die setten inen die schros uftuon, das man
zu den unszren mechty wonen^] usz und in mit botten. Die
selben 120 man sind nit uszzogen, und die gemein Eignoszen ^
sind oüch dohemmen blibben. Disz reszen wer w^er fermitten.
Und hend die Eignoszen dem king fil lantz ferbrend^); wer
ouch weger fermitten, der armmen litten halb.
jm!*2o Item uf sant Basion tag •) im 1512 jor han ich sant Basion
bruoderschaft ^^) koft, und han inen gen 4 s, und dem knecht .''
4 d. Und sol ich nunhin inen gen 4 s. uf sant Bassion tag £t
ally ding. Dorumb han ich ein abschrift von inen, das ich
8. Hs.: sind gemeinen Eignen s&eg. 11. Hb.: VI wngen mider HI tag.
12. Bm.: min her »bber in wngeleit. 15. Hb.: gemein Eignoss sind.
IH. Hb.: weger fermii.
1) Ueber den Neubau des Schiffs zu St. liconhard, der 1489 begonnen
wurde, aber 1521 noch nicht vollendet war, s. K. Stehlin in der Festschrirt
von 1901, S. 341 ff.
2) Ueber die Elendenherberge auf dem St. Petersberg s. B. Chzoo
IV 284, A. 8.
3) Dieses Datum gilt für den Aussug der Basler; s. oben S. 33, A. 5.
4) Genauer: 212 aus den Aemtem, und 98 aus der Stadt; s. den Rodel
im St. A., Bd. St 91 (9).
5) Am Vorabend des 8. Tages nach Weihnachten, also am 31. Der
Zu diesem Datum vgl. den Brief der Basler Hauptl. vom 28. Dec, iffi
Bd. St 91 (10).
6) Gemäss einem Beschluss der Tagsatsung vom 17. Dec.; s. Eidg.
Absch. III 2, S. 590, und vgl. den Rodel im Bd. St 91 No. 4, BL 5 ff.
7) D. h. in Verbindung bleiben.
8) Im Herzogthum Mailand; vgl. Anshelm III 261.
9) St. Sebastian. — Dieser Abschnitt steht hier als Ersatx für eine
frühere, vom Verf. wieder durchgestrichene Notii auf Bl. 322»», laut welcher
er damals allj&hrlich dieser Bruderschaft 2 s. schenkte, doch ohne ihr Mit-
glied zu sein.
10) Ueber diese und andre Bruderschaften s. R. Wackernagel in
B. Jahrbuch 1883, S. 220 ff.
1510—1512. 453
aller dingen ledig bin, wen ich inen die 4 8. gib, und seilen
mich haltten wie ein ander bruoder, mit folgen ^j und mit
irem joiziten. Diszy bruoderschaft bischig zu den Augsteiner,
do sig ii ding hegend.
s [317^] Item uf winacht im 1512 jor han ich der karier- {)"* 25
knecht bruoderschaft koft, und gib in ally jor uf Vity Modesti Juni 15
4 8. fir ally ding. Und wie sig ir bruoderschaft halten mit
allen dingen, seilen sig mich ouch halten, und bin inen nit
witer schuldig den die 4 s. fir allig ding. Und noch mim tuog
10 seilen sig mir folgen und ally fronfasten duon wieg eim an-
dren bruoder. Und han ein kantnisz usz irem buog, wasz sig
mir don seilen; und bin nit schuldig zii opffer gon und zu
irem bot.
Item im 1512 jor noch der altten fasnacht ist sant Mattis ^'l^^^^ ^
15 tag gesin uf zigtag in der Kleinen Stat zii Bassel, und uf den
selben ebben hend wir kein fleisz gössen. Und uf den zigtag
hend die usz der Groszen Stat ouch kein fleisz gessen, und
in der eszmitwugen hend sig sant Mattis tag kan, und hend Febr. 25
ouch sant Mattis gefirt uf die eszmitwugen >).
20 Item uf sunentag remniscere im 1512 jor han ich derM&n?
millerknecht bruoderschaft 3) koft, und gib inen ally jor 4 s.,
wieg hie obstot^), fir ally ding. Und wie sig ir bruoderschaft
halten mit allen dingen, seilen sig mich ouch haltten, und
bin inen nit witter schuldig den die 4 s. fir alli ding. Und
25 noch mim tuog seilen sig mir folgen und al fronfasten duon
wieg eim andren bruoder. Und han ein kantnisz usz irem
6. Statt »Yity Modesti« kat die Hb.: »uf winacht«, jedoch dorchgeBtrichen und statt
dessen am Rande: remniscere Yity Modesti. 17. Hs.: nsz der grossen stag.
1) D. h. mit der sog. Folge, am 8. und am 30. Tag nach dem Begräbniss.
2) Da 1512 ein Sehaltjahr war, so fiel Matthias (sonst am 24. Febr.)
von Hechts wegen auf den 25. Februar. Auf letztem Tag jedoch fiel 1512
zugleich der Aschermittwoch, und diess war wohl der Orund, warum im
Bisthum Constanz, wozu Klein Basel gehörte, Matthias in diesem Jahr am
vorausgehenden Tage gefeiert wurde, also wie gewohnt am 24. Februar.
Im Bisthum Basel hingegen scheint diese Collision kein Bedenken erregt
zu haben, und so wurde in Gross Basel Matthias am 25. gefeiert. Bald
nachher, 1516, erhielt abrigens Klein Basel vom päpstlichen Legaten Ennius
Filonardi die Erlaubniss, in allen kirchlichen Dingen künftighin der Ord-
nung des Bisthums Basel zu folgen; s. Histor. Festbuch 1892, S. 281.
3) Diese Bruderschaft hielt ihre Gottesdienste im Klingenthal, in
dessen Nähe wegen des Teiches sämmtliche Mühlen Klein Basels lagen ;
s. B. Jahrbuch 1883, S. 227 u. 233.
4) 8. oben S. 452, über die Bruderschaften St. Sebastians und der
Karrerknechte.
454 Ludwig Kilcbmann.
buog, wasz sig mir don seilen; und bin nit schuldig xü opffer
isisgon, noch zii irem bot — Die 4 s. han ich gen im 1513 jor.
Mad^e [^^^] ^^^^ u^ donsttag noch dem meitag im 1512 jor sind
min heren von Bassel abber uszsogen mit 4 hundert man, halb
U8Z der etat, die andren usc iren emtren^), abber wibber den ^
king von Frangenricht gon Meiland BÜog, und in dess bost
sold. Und sind der Eignoszen by den 20 tussig oder me^).
und ist des bost folg euch by inen, und die Feneter oüch.
mit grosser macht und guotem zig^). — Item diszy knecht
Aiig!"2^^°^ uszblibben 12 wugen und 4 tag^). i
1613 Item im 1513 jor ist Remist gnod gesin zii sant Joder^);
het min her von Kostentz^] erworen von unszem helgen fatter
dem bost. Der selb ablost sol 3 jor weren, alwen in der
fasten. Und ist der ablosz anganen in der fasten; uf mitwugen
Febr. 16 in der fasten^) im 1513 jor ist der ablosz der erst. ^
1514 [317] Item 8) im 1514 jor uf den zwenysten obenn^) ist
der Rin uberfrorenn by der Pfaltz und gegen der Karthüs,
bis herab gegen Klyngental; und ist also hert gesin, das jung
und alt darüber ist gangen, ob der brück und under der brück;
und het man ennys uff dem Rin ein tysch gehebt, und doruff^
gesen und triinoken. Dis geschach als uff den zwenigisten
obenn.
Noy!^io I^cm dysse kelte ist angangen uff sant Martinsz oben, und
Jan ^31 ^^^^ gewert bysz uff zinstag vor unser frowenn tag der lieeht-
mes; und do must man wol 200 man^^) han, die das ysi''
4. Ha.: sind nin her. 7. Hs.: XX tussig oder men nnd ist des bost föl obcL
1) Zu diesen 400, welche aufgeboten wurden, kamen noch gegen 200
Freiwillige; s. den Brief der Basler Hauptl. vom 13. Mai 1512, aus Chur.
im St. A., Bd. St 91 (9). Im übrigen s. über diesen Feldsug oben S. 34 ff.
2) Vgl. oben S. 35, A. 4.
3] Das päpstliche Heer eroberte im Juni die Komagna, während die
Venesiancr sich unterhalb Verona mit den Eidgenossen Tereinigteo; s
Ch. Kohler, Les Suisses dans les guerres dltalie, S. 395, femer oben S. 35,
A. 4 u. 5.
4) Bis zum 2. August; s. oben S. 37, A. 6.
5) Vgl. oben S. 451, jb. J. 1510.
6) Bischof Hugo von Landenberg.
7) D. h. in den Frühjahrsfrohnfasten; Tgl. oben S. 446, A. 1.
8) Dieser und die folgenden Abschnitte über die Erdbeben ron 149S,
1499 u. 1514 sind nicht Ton Kilchmanns Hand geschrieben; s. oben S. 437.
9) Der Rhein überfror schon am 6. Januar; aber am 12. fand das hier
erwähnte Eisfest statt; s. B. Ghron. I 20, ferner oben S. 59.
10) Wohl eher nur 100; s. oben S. 60, A. 3.
1498—1515. 456
abbroohen^), domit das der brück kein schaden beschenn
mocht.
Item uff sdnstag in der nacht ^j for sant Martins tag imjj'^^^^
98 jor, umb das ein, was ein grosser erdbiedem.
& Item uff mit wiichenn in der nacht umb die 1 1 % nach dem j^ 2/3
achisten tag im 99 jor, was aber ein erdbiedem.
[316*] Item im 1&14 jor ufffrytag, uff sant Sebaschtyions i*J^* 20
tag) zwyschen 6 und 7 in der nacht ^), was ein grosser erd-
biedem, das es sich als in einander erschydlef^).
10 Item im 1514 jor in der fasten ist abber Bemist gnod Mtn/Aprii
gesin zu sant Joder ^]. Der selb ablosz het gewert finf wugen,
und ist in schog gefallen 500 Ib. miner 5 Ib.
Item im 1514 jor uf mentag for sant Nigklausz tag, ini>M. 4
der nacht umb die zweg, ist geschorbben min schuoger Fetter
15 Offenburg, derzit burgermeister , dem got barmhertzig und
gneddig sin welle und unsz allen.
Item uf mitwugen noch des helgen kritz tag im meien^j^^P^
sind min herren von Basel abber in kreg zogen mit 200 man,
die halbben von Basel, die andren us den emter, gon Meiland '
20 und gon Genow^); und het man eim ein monet gen 4 gülden
sold. — Und tussig gülden hend wir gen^) Hemman Offen-
burg ^<>); sol unsz der hertzig von Meyland wider schigen, wen
sig zu im kommen.
19. Ha. : nf dem emter.
1) Diese Arbeit begann schon am 25. Januar; s. oben S. 60.
2) In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (6./7. Nov.); vgL oben S. 191.
3) In der Nacht vom 2./3. Januar; vgl. ebend.
4) Vgl B.Chron. 1 20: zwischen 7 und 8; ferner oben S.330: umb die 7.
5} Hier schliessen die Einträge von unbekannter Hand; vgl. oben
S. 454, A. 8.
6) Vgl. oben S. 451 u. 454, z. J. 1510 u. 1513.
7) Nämlich 1515; s. oben S. 65 ff.
8) Das ursprüngliche Ziel dieses Zuges war allerdings Genua, das sich
mit Frankreich verbunden hatte. Jedoch wurde dieser Plan bald aufgegeben;
s. Eidg. Absch. III 2, S. 886.
9) D. h. der Rath gab dem Hauptmann diese 1000 Gulden als Vor-
schuss, damit er auf dem Marsche der Mannschaft den yersprochenen Sold
bezahle, den der Hersog von Mailand nach der Ankunft des Heeres zurück-
erstatten sollte; s. die Instruction für den Hauptmann dieses Zuges, im
St. A., Bd. St. 91 No. 4, Bl. 24 ff.
10) H. Offenburg, der spätere Bürgermeister, war Hauptmann dieses
Zuzuges; s. oben S. 66. Er war ein Neffe von Ludwig Kilchmanns Schwager
Feter O., und zugleich durch seine Schwester Elsbeth der Schwager yon
Ludwigs verstorbenem Bruder Friedrich Kilchmann; s. B. Chron. V 309 ff.,
und vgl. oben S. 427 u. 446, A. 5.
456 Ludwig KUchmann.
[320^] Item zu Klineltal^) han ich ligen min £atter imd
min muotter^j, und 4 schwesser^) und 2 biieder^), und miner
muotter fatter und muotter^); und zu den Augstiner ein, von
dem wir unszei guot hand^).
Item zu sant Joder han ich Ludwig Kilchman ligen min ^
hüszfrow sellig^) und min toger ^], und min bruoger Fridiich
seilig und Elly Kilchman, der unszer diner ist gesin. Hend
ally ir joizit do; dorumb han ich brief und sigel.
[322^] Item die zu sant Joder seilen ally jor mir ein joi-
nach zit han, mir und allen min fordren und nachkomen, uf frittag ^
noch sant Kattrinen tag, mit einer selmesz gesunen, und
9 gesprooken meszen, und am morgen fr^ ein gesunen figil;
und ein Ib. armen litten umb brot, mit einer reffen speng^).
Und seilen sig es ally jor ferkinden uf dem kantzel am sunen-
tag dorfor, und seilen kertzen uf bedy greber stellen in irem a
kosten. Dorumb han ich guot brief und sigel von den pfleget;
sind for reck ufgericht, und fint man esz in irem jondtbuoch
ouch ston^^). Und wasz brot wibber blit, sol man den Bar-
fuoszen bringen und sig bitten, das sig got fir die seilen bitten.
Item dornoch mornisz seilen sig ouch han Linhart Kilch- ^
mansz^^) jorzit mit 10 meszen ^^); ist ouch uf im brief schribben,
1) Klingenthal.
2) Ueber Konrad und Agnes Kilchmann 8. oben S. 425 ff.
3) Ueber 2 dieser 4 Schwestern s. oben S. 426 u. 446, A. 5.
4) Hans und Hans Konrad; über beide s. ebend.
5) Da wir von Ludwigs Mutter nur den Taufnamen kennen, so lassen
sich deren Eltern nicht ermitteln.
6) Vgl. oben S. 425.
7) Vgl. oben 8. 443.
8) Diese hiess Margaretha, nach ihrer Grossmutter Zscheckenbüilim
und starb vor 1484; s. die Urk. v. 4. Dec. d. J., im St. A., Karthaus No. 333,
und Tgl. B. Chron. I 331, A. 4.
9) VgL unten S. 459: mit einer reffencn speng — also mit einer
Spende, die vorher ausgerufen wurde.
10) S. die oben in Anm. 8 erwähnte Urk. und ihre Copie im Jahrieitb.
St Theodor C, Bl. 70 ff. Ferner vgl. ebend. eine Noti« auf Bl. 48, sowie
auch Kilchmanns Sehuldbuch Bl. 44—56.
11) Dieser war vermuthlich ein Sohn Hans Konrads, da Letsterer, tod
dem wir sonst nur die Tochter Ursula kennen, laut St&dt Urk. 1476 Aug. 31
jedenfalls 2 Kinder hinterliess.
12] D. h. mit 1 gesungenen und 9 gesprochenen Messen; vgl. ohen.
Stiftungen. 457
fint man ouch in irem jorzitbuoch ^) und des libbiester buoch.
Uf diszy jorzit, wie obstot, sind die meistei uf dem Bebhusz^)
ufseger, und die Kattisser^) oüch. — Den zwen meister, alt
und dem nuigen^), sol man eim gen 2 s., macht inen beden
ö 4 8. sant Joder ^).
[322] Item die pfleger zu sant Joder seilen ally jor uf
donsttag nechst noch unszy frowen tag ii empfencknis ein ^\
joTzit han Marty Kilchman und Olrich Kilchmansz^), mit einer
gesunen selmesz, und 9 gesprocken meszen leszen. Disz fint
10 man in irem jorzitbuoch geschribben ^), und uf mim jorzitbrie£
Und send zu dem jorzit kertzen uf das grab schellen in irem
kosten, und mit tegren uf das grab. Sellisz jorzit sol ein lip-
prester ally jor uf sunentag dorfor ferkinden. Dorumb het er
3 s., das amt zu han, und ein prester 10 rappen, der die mesz
t5 list; gen die pfleger. Ouch send die pfleger zii sant Joder uf
sant Moritzen tag^) und uf aller seilen tag ouch kertzen ^i^^^'P
die grebber stellen in irem kosten ; stot im minen briefien oüch.
Item ich Ludwig Kilchman gib ally jor in der fasten
8 kertzen: uf die 3 altar 6 kertzen, und 2 kertzen uf die
20 2 engel fir unszy frowen altar zu sant Nichlausz^), wen man
das salve sind ^^) ; wegen al 2 Ib. wasz, tuog einy ein fierlin.
Des geliehen sol die amblen brenen al samtag zii nacht und
in dem salve ouch, und in der fasten zum salve, und nit zu
nacht, in mim kosten. Und ich gib das elli dar, oder Ion es
16. Ht.: oach Vertun.
1] S. im Jahrzeitb. St Theodor C, Bl. 86, die Urk. vom ll.Dec. 1493.
2) Dieses Haus, jetzt Riehenthorstrasse Nr. 11, war der Sits der Klein-
basler Gesellschaft der Bebleute; s. Histor. Festbuch 1892, S. 276.
3) Die Karthäuser.
4) Wie alle Ehrenämter in Basel, so wechselten auch die Meister
dieser Gesellschaften alljährlich, wobei dann der »altec Meister im nächst-
folgenden Jahr in der Begel wieder an die Stelle des > neuen c trat
5) Dies ist yermuthlich so zu verstehen, dass die Meister der Reb-
leute diese 4 s. von der Kirchenpflege yon St Theodor erhalten sollten.
6} Ueber Martin und Ulrich, die Söhne Friedrich Kilchmanns, s. oben
S. 431 u. 447.
7} S. im Jahrzeitb. St Theodor C, Bl. 75, die Stiftung vom 13.Dec.l505.
8) Auf diesen Tag wurde alljährlich zu St Theodor die Jahrzeit der
in Schlachten gefallenen Kleinbasler begangen; s. das Jahrzeitb. von St
Theodor C, Bl. 43.
9) Ueber die St. Niklauskapelle, welche dem Kilchmannischen Hause
schräg gegenüber auf dem Areal des jetzigen Gesellschaftshauses an der
Rheingasse lag, s. Histor. Festbuch 1892, S. 255 ff.
10} Ueber das Salve regina, welches in dieser Kapelle seit 1481 gesungen
wurde, s. ebend. S. 256.
458 Ludwig Kilohmann.
machten oder koft es. — Oüch han ich zwen stel in der
kilchen, dorin send ir und wier frow ston^); han ich
bezalt.
Item al nacht sol brenen ein ambbelen in mim hun^;
for unszers hergotz liden for miner Stubben, got zu lob, an :
der sul.
Jm. 17 Item uf sant Tony tag gib ich ally jor zwog kertzen,
wegen ein halb Ib., in der Kleinen Stat^)-; sol man ouch gen.
Juli 26 Aber 2 kertzen uf sant Anen tag sol man oüch gen by sant
Blesisz tor^), sol etlich han ein fierlin; ist ouch min wil. i<
Not. 1 [321^] Item ich han ally jor fier army menster: uf aller
!>•«. 25 helgen tag fiery, uf winacht fiery, uf ostren fiery und uf
pfinsten fiery, und fiery uf das jorzit zu sant Joder, und fiery
uf das jorzit zii Klineltal^), macht zum jor 24 mensten; sol
man oüch tuon^). r>
Item zu sant Joder seilen 9 amppelen brenen: 5 im kor
al firttag und hotzzit, wen man sind oder list, und fier herusz^l.
Uo sol einy im kor nacht und tag brenen for dem sagerment,
und husz for unszy frowen altar einy ouch nacht und tag
brenen. Und in der fasten^) sol man leszen for unszeraz her->
7. Hs: BUit blMenifz tor.
1) »Oüch han ich« u. 8. w. wurde hier vom Verf. erst nschtr&glieh
beigefügt, nachdem er bereits auf BL 323 die Jahrseit im Klingenthal be-
schrieben hatte; s. unten S. 459. Dort aber wendet er sich in direkter
Anrede an den Meister der von ihm gestifteten Pilgerherberge, und eben
dieser und dessen Frau sind auch hier gemeint
2) Ueber dieses Haus s. oben S. 430, A. 5.
3) Qemeint ist hier vermuthlich die Kapelle des Antoniterhauses in
Klein Basel, jetxt Obere Rheingasse No. 39, 41 u. 43, zum Unterschied von
dem altern Hause dieses Ordens in Gross Basel, jetzt St JohannTorstadt
No. 35. Ueber ersteres Haus s. Histor. Festbueh 1892, S. 266 ff., und aber
letzteres Fechters Top. S. 127.
4) K&mlich in der St Annenkapelle beim St Bl&sithor; aber diese i.
Histor. Festbuch 1892, S. 228.
5) Die Kilohmannische Jahrseit wurde lu St Theodor am Freitag nach
dem 25. Nov. begangen, und im Klingenthal am 8. Nov.; s. oben S. 456,
und unten S. 459.
6) Dieser Abschnitt ist in der Hs. durchgestrichen. Es scheint somit
Kilchmann in seinen letzten Lebensjahren diese regelmlssigen Spenden
eingestellt zu haben.
7) Nämlich Tor 4 Alt&ren im Schiff; s. Näheres in der Stiftun$r^
Urkunde vom 4. Dcc. 1484, Karthaus No. 333, und vgl. Kilchmanns Sehuld-
buch Bl. 75 b, 77 bu. 80»>.
8) Nämlich vom Charfreitag Abend bis zum Ostermorgen; a. die
Stiftungsurk.
SüftuDgen. 459
gütz g^ab^], wieg man im minster uf Burg list^); wist min
brief und ir joizitbuoch. Oüch sint man.
Item ich ban zu sant Joder 3 manenstel und zwen frowen-
8tel; han ich loszen machen in mim kosten, und sind al min
&und miner naohkomen. Do sol man wiszen: wen ich und her
Hansz abgen mit tod, das den ein meister in der ellenen her-
bergS) sol ein manenstol nemen, und die frouw ein frowenstol
nemen, welly sig wend. Die andren drig stel seilen die
kilohenpfleger nemen und sig ferkoffen; doch seilen die stel
la ungferendret blibben mit allen ding, das man seg, wesz sig
sind gesin^}. Dorumb han ich brief.
[323] Item die frowen zii Klineltal seilen mir ui^d allen
min fordren und nochkommen ein jorzit halten, 8 tag noch aller not. b
helgen tag, mit einer selmesz gesunen und 12 gesprocken
15 meszen, und ein Ib. armen litten umb brot gen mit einer reffenen
speng. Und wasz wibber blit, sol man tragen zU den Bar-
fuoszen und sig bitten, das sig got fir die seilen bitten. Umb
disz jorzit han ich brief und sigel von inen, und stot in irem
jorzitbuog ouch; fint man, wen man esz bedarf ^]. Ouch seilen
20 sig am sunentag dorfor esz ferkinden, und uf bedy grebber
kertzen schegen in irem kosten; wiszen die brief. Und am
obben seilen sig figil hallten. Lieber meistert), han uf disz
jorzit ein grosz ufsegen, do bit ich wich umb; den esz tarf-
fensz Ludwig Kilchman. Han dschrift^).
10. Hs.: nngferendre. 19. Es.: Onoli seilen ng es am sunentag dorfor esz fer-
kinden. 24. Hs.: band sclirift.
1] lieber diese Stiftung vgl. unten S. 460. Für die Beleuchtung dieses
Hl. Grabes sorgte er noch durch eine besondre Vergabung vom 18. Januar
1508; s. auf der Urk. Karthaus No. 333 den Bweiten Nachtrag auf der
Kück Seite.
2) S. B. Chron. IV 309, s. J. 1452.
3) Nämlich in der vom Verf. und seinem Sohne schon 1502 gestifte-
ten, jedoch erst nach beider Tod in ihrem Hause zu errichtenden Pilger-
herberge; s. oben S. 432. Die Amtsordnung für den Herbergmeister und
seine Frau s. in der Stiftungsurkunde, im St A., Elendenherberge No. 100».
4) D. h. das Kilchmannische Wappen, wo et an diesen Stühlen an-
gebracht war, sollte bleiben.
5) Im Jahneitbuch Klingenthal H finde ich nur zum 13. Not. (St.
Briceius) eine Jahrzeit für Ludwigs Vater: meister Künrat Kilchmann.
Wohl aber ist die im Text erwähnte Klingenthaler Jahneit vom 8. Nov.,
welche von Ludwigs Mutter Agnes gestiftet wurde, noch erhalten im Jahr-
seitb. St Theodor C, Bl. 45 \
6) Dieser und die folgenden Abschnitte sind offenbar an den schon
oben erwähnten Herbergmeister gerichtet; Tgl. oben S. 458 u. unten S. 460.
7) D. h. die urkundliche Zusage des Klosters.
460 Ludwig Kilchmann.
Item zu Klineltal sol die amblen brenen for mim schüol
alttag zii der fron mesz, und ally samtag zii nacht ouch, in
mim kosten, und han das elly im mim schuol; Ion ich mach-
ten oder ich koft esz. Doruf bit ich ouch acht zu han. Ouch
han ich ein manenstol in der kilchen, und ein frowenstol euch. ^
Dorin send ir und wier frouw in ston; stot ouch im mim biief,
das er min ist.
[322 ^] Item ich han ouch ein stol in der kilchen zii sant
Kloren 1]; han ich loszen machen. Dorin send ir ouch aton;
han ich bezalt, und hend mir min frowen^] das gent. Und i
dohinden in der kilchen han ich ein frowenstol; seilen ii ouch
bruogen mit wier frowen.
[318^] Item ich han angefanen zii sant Joder for dem
April i6^ii!n^®^8^^ grab zii lessen in der fasten im 84 jor^), und ist das
erst lessen zu sant Joder. Und han gen, das man ally jor do y^
list, 2 Ib. geltz uf meister Ludwig Finisz dem karer, noch des
brief sag. Sellig 2 Ib. geltz sind abzulessen mit 40 gülden in
gold^).
Item dornoch han ich den pflegen gen 8 Ib. bar, das sig
oiich an disz lessen seilen gen, und 4 Ib.^) den Reblitten, das^u
sig ein ufsegen send han an disz lessen und an miny jorzit
oiich ^); mach alsz 12 Ib. Von den 8 Ib., alsz obstot, send sig
gen 8 s. an das lessen, zii den zweg Ib. alsz obstot
sept^"! [316^] Item im 1518 jor uff frittag frieg zuo sechsen vor
mittag, noch sant Matheus tag, ist min lieber vatter sellig :&
Ludwig Kilchman gestorben. Got helff der seilen und sy im
barmhertzig.
6. Hb.: wieer frotf. 11. Hb.: im der küehen. 20. Hb.: 4 az den reMitteiL
'li. Hb.: sao BeBolien.
IJ Ueber das Frauenkloster St. Clara s. Histor. Festbach 1892, S.317ff.
2) Der Convent von St Clara.
3) Nämlich am Charfreitag und stillen Samstag, also 1484 am 16. u.
17. April; s. oben S. 458, A. 8.
4) Vgl. hiezu Kilchmanns Schuldbuch Bl. 40. Dort wird dieser
L. Finisz, der in der Aeschenvorstadt wohnte, als »landfarerc bezeichnet
5) Dass es nicht 4 s. heissen soll, wie die Hs. hat, sondern 4 Ib., er-
gibt sich aus dem Folgenden: mach alsz 12 Ib.
6J Vgl. oben S. 456.
XI.
Heinricli Ryhiiiers Cliroiiik des
Bauernkrieges.
1525.
Einleitung.
Auf Eilchmanne Chronik in seinem Schuldbuch lassen h. Ryhinsr.
wir als letztes Stück dieses Bandes noch die Beschreibung des
Bauernkrieges von 1525 folgen, welche wir dem damaligen
5 Rathschieiber und späteren Stadtschreiber Heinrich Ryhinez
▼erdanken. Wie über den Bürgermeister Adelberg Meyer, unter
welchem er diente, so liegt seit Kurzem auch über Ryhiner eine
eingehende Lebensbeschreibung vor ^), von der wir hoffen dürfen,
dass sie in absehbarer Zeit im Druck erscheinen werde ^). Wie
10 bei Meyer, so können und sollen wir mithin auch hier uns
kurz fassen, indem wir aus Ry hiners Lebenslauf nur das Wesent^
lichste mittheilen.
Heinrich Ryhiner, gebürtig von Brugg im Argau, bezog
1508 in Basel die Universität'] und wurde 1515 — wenn nicht
15 schon früher — hier bischöflicher Procurator*). Vermuthlich
war es in dieser Eigenschaft, dass er der Stadt einen wichtigen
Dienst erwies, so dass am 24. Juli 1518 ihm vom Rathe »umb
siner getanen dienst willen t das Bürgerrecht geschenkt wurde ^).
Als nun im folgenden Jahre die Rathschreiberstelle frei wurde,
20 bewarb er sich um diese, doch ohne Erfolg*). Schon 1524
jedoch war dieses Amt neuerdings erledigt, und diesmal war
1) Von Dr. August Burokhardt; vgl. oben S. 383, A. 1.
2) Vorausrichtlieh in den Basier Biographien, doch jedenfalls erst im
III. Bande.
3) S. die Uniyersit&Umatrikel, Bl. 120.
4) S. im St. A. das Urtheilbuch des Stadtgerichts z. J. 1515
und 1517.
5) S. Oeb. VII 171.
6] S. ebend. Bl. 174b.
464 Heinrich Ryhiner.
er der Erwählte, während der bisherige Inhaber, Kaspar
Schaller, zum Siadtschreiber vorrückte. Als sodann Letzterer
1534 seines Amtes entsetzt wurde, trat Ryhiner an dessen
Stelle, die er fortan bis zu seinem Lebensende bekleidete^).
Aus seiner Amtsthätigkeit heben wir nur hervor, dass er ^
schon als Rathschreiber sehr oft mit diplomatischen Sen-
dungen betraut wurde. Auf der Kanzlei aber schuf er wenig-
stens theilweise eine neue Ordnung der Dinge, indem er z. B.
1524 zur Sammlung der wichtigeren Rathsbeschliisse das sog.
Schwarze Buch anlegte, und ebenso 1534, als er Stadtschreiber i»
wurde, das Eid- und Ordnungenbuch 2). Er starb, von der ganzen
Stadt betrauert, am 18. April 1553^). Aus seiner Ehe mit
Elsbeth Kessler^) hinterliess er mehrere Söhne, und durch diese
wurde er der Stammvater eines zahlreichen, noch jetzt blähenden
Geschlechts. iv
HanddchrifL Die einzige Handschrift, welche Byhiners Beschreibung
des Bauernkriegs von 1525 enthält, ist von seiner Hand ge-
fertigt und befindet sich jetzt als Cod. O 9 auf der Vater-
ländischen Bibliothek. Sie umfasst 104 Blätter in FoUo, welche
als Wasserzeichen theils den Bären, theils den Baselstab auf-;?
weisen. Da die vordersten 2 Blätter nur Titel enthalten, so be-
ginnt die alte Foliatur mit 1 erst auf dem dritten Blatt und
umfasst überhaupt nur 14 Blätter <^], indem die übrigen, bis 102,
blos eine moderne Foliatur tragen. "Wie der bräunliche Ton
des vordersten und hintersten Blattes zeigen, so blieb die Schrift
lange Zeit ungebunden, und der jetzige Einband stammt in
der That erst aus dem XVIQ Jahrhundert. Ein Eintrag auf
der vordem Innenseite bezeugt, dass dieses Buch 1848 von
Prof. Jakob Burckhardt der Vaterländischen Bibliothek ge-
schenkt wurde.
a^de^Blä. ^le Entstehungszeit dieser Schrift steht ausser Zweifel, <k
wir an einer Stelle lesen: >in g^enwärtigem jar, dorin man
1) S. B. Chron. IV 140 ff.
2) S. ebend. S. 141. — Chronikale Aufzeichnungen von RyhincTf aas
dem Kl. Weissbuch, von 1527 bis 1548, sowie auch aus dem Schwan-
buch I. J. 1530, 8. ebend. S. 98 ff u. 103 ff., u. oben S. 179. — Eine Schriftprobe
von seiner Hand s. bei R. Thommen, Schriftproben des XIV — XVI Jahr-
hunderts, Taf. 20.
3) S. Thomas Platters Briefe, Ausg. t. Achilles Burckhardt S. 25.
4) S. St&dt. Urk. 1530 Not. 8.
5) Diese enthalten ausser der Widmung nur die Eri&hlung des Auf-
standes in der Landschaft Basel.
t*
Einleitung. 465
1525 zeit« ^]. Den Anfang jedoch bildet eine Widmung an den
Rath^), in welcher dei Veifassei mit »ich Heiniich Kyhiner«
sich einfühlt und seine gnädigen Heuen bittet, sein Werk als
eine Dankesbezeugung für seine im Jahr zuvor erfolgte Er-
5 nennung zum Bathschreiber anzunehmen. Zugleich aber ent-
schuldigt er sich, dass er zum Gegenstande seiner Darstellung
gerade »die erschreckenliche erpörung« gewählt habe, indem
er versichert, dass er zwar lieber »etwas gütter thäten, dan
ditz verhasste Sachen« beschrieben hätte, dass aber schon die
10 Alten geschehenes Uebel ebenso fleissig beschrieben hätten wie
das Gute, weil, wie letzteres zum Vorbilde, so jenes zur War-
nung dienen müsse. Auch tröstet er sich mit der Hoffnung,
dass bei schlichter Darstellung des Herganges die Wahrheit
Niemanden verdriessen werde.
15 Am Schlüsse dieser Widmung steht keine Unterschrift, Bedenken
sondern nur die Worte: »Datum den.« Schon dieses unaus-verfaMen.
gefüllte Datum zeigt wohl deutlich genug, dass dieses Buch,
trotz seiner Widmung, dem Bathe niemals übergeben wurde.
Auch macht der jetzige Schluss des Werkes den Eindruck des
20 Unfertigen, indem vom Aufstand im Sundgau das Ende nicht
erzahlt wird und auch die bei Kyhiner sonst unvermeidliche
Schlussbetrachtung gänzlich fehlt. Vollends undenkbar er-
scheint aber diese Uebergabe, sobald wir beachten, wie Kyhiner
9 Jahre später, in seiner 1534 geschriebenen Widmung des Eid-
25 und Ordnungenbuches'), über den Bauernkrieg von 1525 sich
äussert. Dort nämlich gibt er an, dass er früher allerdings,
zur Warnung künftiger Geschlechter, diesen Aufstand habe
beschreiben wollen, dass er jedoch keine Chronik gefunden
habe, an die er seine Erzählung hätte anschliessen können,
30 also keine, die gerade bis 1525 gereicht hätte, aber nicht über
dieses Jahr hinaus. Weiter jedoch fügt er noch bei: »Und
dann angeregter purenkri^ mer dann ein verhasste sach, dessen
hystory nit one viler Verletzung mit warheit beschriben werden
möcht, hab ich die selbigen tragedien andern, so vilicht bessern
35lust dann ich darzu tragend, ze beschriben sparen.« Er ver-
leugnet also förmlich seine frühere Arbeit, indem er sich so
stellt, als ob er sie wohl einst beabsichtigt, aber niemals aus-
geführt hätte. Diese Sprache aber hätte er 15M unmöglich
1) 8. unten S. 472.
2) S. unten S. 470.
3) Diese Widmung ist abgedr. in Brückners Fortsetiung zu Wurstisens
Baslerchronik, in der Vorrede lum IV Buche, S. 112 ff.
BMler Chronik«!!. VI. 30
466 Heinrich Ryhiner.
fiihien können, wenn ei dem Rathe sein Werk früher jemals
angeboten hätte.
Die Ursache, warum Ky hiner 1525 sein ursprünglich dem
Sath gewidmetes und nahem vollendetes Werk für sich be-
hielt, lag jedenfalls nicht in der Art und Weise seiner Dar- »
Stellung; denn durchweg ist er sichtlich darauf bedacht, den
Standpunkt des Bathes zu vertreten. Dessen ungeachtet war
und blieb jedoch der Aufstand der baslerischen Unterthanen
schon wegen der Concessionen, die der Rath hatte machen
müssen, für diesen eine Thatsache höchst verdriesslichen An-i«
gedenkens. Wohl manchem Bathsherm mochte es daher —
wo nicht geradezu ärgerlich — doch jedenfsdls höchst über-
flüssig erscheinen, wenn durch eine ausführliche Beschreibung
auch noch die Nachwelt daran erinnert würde, wie 1525 der
weise und gestrenge Rath gegenüber den Forderungen seiner»
Unterthanen hatte nachgeben müssen. Hatte nun Byhinei
seine Arbeit b^^nnen in der Hoffiiung, dass die sehlichte
Wahrheit Niemanden verdriessen werde ^], so mochte er doch
in der Folge zur Erkenntniss gelangt sein, dass mehr als Einer
im Bathe sitze, der ihm für seine Arbeit wenig Dank wissen^
werde. Alsdann aber hatte sein Werk seinen Zweck verfehlt
und so erschien es für den jungen Bathschreiber allerdings
klüger, das unerwünschte Geschenk zurückzubehalten, als durch
dessen Ueberreichung die bisherige Gunst des Bathes sich zu
schmälern. So blieb denn das nahezu vollendete Werk im^s
Besitze des Verfassers und seiner Nachkommen, als ein ver-
borgener Schatz. Doch verdanken wir vielleicht gerade dieser
Verborgenheit seine Erhaltung. Denn wäre das Buch dem
Bathe übergeben worden, so wäre es vermuthlich demselben
Schicksal anheimgefallen wie später die Chronik Konrad 33
Schnitts 2). Doch im Gegensatz zu letzterm Werke wäre hier
der Verlust ein vollständiger gewesen, da keinerlei Abschrifiten
vorhanden waren.
Inhalt und Aussor der schon erwähnten Widmung zerfällt Byhiners
Werk, das er selber als eine »Chronik« bezeichnet'), in zwei$&
Theile, von welchen der erste vom Aufstande der baslerisdiea
Unterthanen, der zweite aber vom Bauernkrieg im Elsass und
von Basels deshalbigen Vermittlungsversuchen handelt. In jedem
dieser Theile sind verschiedene Briefe und Urkunden, die im
1) S. oben S. 465.
2} S. oben S. 95 ff u. 99.
3) S. unten, im SchluBSwort des ersten Theils.
Einleitung. 467
Archive meistens noch jetzt sich vorfinden i), in ihrem vollen
Wortlaut eingeschaltet. Doch auch im erzählenden Texte
dienten einzelne solcher Aktenstücke als Quellen, welche theil-
weise von Wort zu Wort ausgeschrieben wurden. Hierher ge-
shört zunächst der gleichfalls im Archiv noch vorhandene Be-
richt des Bürgermeisters Meltinger über seiüe Sendung vom
25. Mai nach Ensisheim, sowie auch die Instruction für die
später, im August, dorthin abgeordnete Gesandtschaft 3}. Zwei
Briefe des Strassburgers Peter Butz hingegen, die wir in der-
10 selben Weise hier verwertet finden, erhielt Kyhiner ohne Zweifel
vom Stadtschreiber Schaller, an den sie gerichtet waren ^j.
Lassen sich somit auch in den erzählenden Theilen einzelne Wftrdignng.
Stellen auf noch vorhandene Quellen zurückführen, so behält
immerhin, im Grossen und Ganzen betrachtet, Kyhiners Dar-
i& Stellung des Bauernkrieges ihren selbständigen Werth. Da er
in seiner amtlichen Stellung bei mancher Verhandlung per-
sönlich mitwirkte, so stand er selber inmitten der Ereignisse,
welche er beschreibt. Sowohl für den Aufstand der basleri-
schen ünterthanen als auch für Basels Vermittlungsversuche
^ in den Nachbarländern erweist sich deshalb sein Werk als eine
Hauptquelle. An die Erzählung der Thatsachen aber knüpft
er gerne seine Betrachtungen, in welchen er übrigens durchweg,
als ächter Bathschreiber, den Standpunkt des Bathes vertritt.
In ihnen spiegelt sich daher gleichsam die Denkweise der da-
2^ maligen Obrigkeit, und schon deshalb sind auch sie für uns
nicht ohne Bedeutung. So schätzbar jedoch das ganze Werk
hinsichtlich seines Inhalts erscheinen muss, so ist andrerseits
nicht zu leugnen, dass auch Kyhiner, gleich den meisten seiner
Berufsgenossen, im schwerfälligen Kanzleistyl jener Zeit sich
30 ergeht und deshalb oft durch einen unsäglich langathmigen
Satzbau den Leser ermüdet und ihm das Verständniss seiner
Schrift erschwert.
Wie schon bemerkt, so blieb das Werk im Verborgenen^),
1) Im 8t. A. nicht su finden sind einsig die Artikel, welche die Bauern
der Stadt Neuenbürg a. B. vorlegten, und ferner die Hegauer UnterwerfungB-
artikel; doch letztere 8. auch bei Schreiber, Urkunden z. Bauernkrieg III 3 ff.
Die flonatigen Briefe und Urkunden, welche Kyhiner mittheilt, finden sich
alle theils im Bd. L 169, 1 u. 1^, theils in St&dt. Urk. 1525.
2) Beide AktenstQcke s. im St. A., Bd L 169, 1 ; doch nur das erstere,
der Bericht Meltingers, ist abgedr. bei Schreiber, Urkunden z. Bauern-
krieg n 137 ff.
3] Diese 2 Briefe, vom 17. u. 24. Mai, s. bei Virck, Polit. Correspon-
denz d. Stadt Strassburg I 167 u. 179.
4) a oben S. 466.
30»
468 Heinrich Byhiner.
und deshalb finden wir seine Spur weder bei Wurstisen noch
bei Ochs, sondern der einzige Besitzer, den wir kennen, ist
Jakob Burckhardt, der es 1848 der Vaterländischen Bibliothek
schenkte^). Ueberhaupt finden wir seinen Inhalt bis jetzt in
einer einzigen Schrift yerwerthet, nämlich in Paul Burck- ^
hardts Politik der Stadt Basel im Bauernkriege, welche 1896
erschien ^),
Aufgabe. In der vorliegenden Ausgabe lassen wir einige umfang-
reiche Aktenstücke weg, für deren Veröffentlichung schon ander-
wärts genügend gesorgt ist. Die 5 Freibriefe nämlich, welche h^
der Rath von Basel zur Beilegung des Aufstandes den ein-
zelnen Vogteien seines Landgebiets ertheilte'), werden in ab-
sehbarer Zeit im X Bande des Basler Urkundenbuches in ihrem
vollständigen Wortlaut zum Druck gelangen. Und ebenso
können wir für den Abschied des Tages zu Basel, vom 14. Juli u
auf die sorgfältigen Ausgaben sowohl in der Sammlung der
Eidgenössischen Abschiede als auch in Schreibers Urkunden
zum Bauernkriege verweisen ^). Die sonstigen Briefe und Akten-
stücke hingegen, welche Ryhiners Werk enthält, behalten wir
alle bei, indem wir für ihre Texte die Urschriften zu Grunde ^
legen ^), soweit diese im Archiv sich noch vorfinden ^'j.
Wiewohl uns das ganze Werk in der Urschrift des Ver-
fassers erhalten ist, so finden sich doch im Text einzelne augen-
scheinliche Schreibfehler, die wir unter die Varianten ver-
weisen. Auch ergänzen wir in Cursiv einzelne fehlende Wörter, rs
Solche Fehler hingegen, welche aus der Mundart sich erklären,
lassen wir unverändert bestehen, so z. B. wenn Ry hiner hie
und da' für den Accusativ den Nominativ setzt und >der adel«
schreibt statt > den adel «. Ebenso behalten wir die Klammem
bei, in welche er hin und wieder einzelne Zwischensätze fasst ^
Die Zahlen aber, die er noch durchweg mit römischen Ziffern
schreibt, geben wir auch hier, wie immer, in arabischen Ziffern.
schMibun« ^^® eiuzigc Vereinfachung, die wir hinsichtlich Ryhiners
Rechtschreibung uns erlauben, betrifft die sehr häufige Verdopp-
lung von n vor d, t und s — also in und, uns u. s. w. — sowie s»
1) S. oben S. 464.
2) S. dort namentlich S. 6.
3) Diese 6 Freibriefe, vom 30. Mai bis 2. Juni 1525 datirt, s. im
St Archiv, Stadt. Urkunden No. 2863 ff.
4) Vgl. Eidg. Absch. IV 1 a, S. 735 ff. und Schreiber III 32 ff.
5) Doch behalten wir auch für diese die fortlaufenden Blattiahlen
von Ryhiners Hs. bei.
6) Vgl. oben S. 467, A. 1.
Einleitimg. 469
auch in der Endsylbe en, indem wir hier überall, soweit diese
Veidopplong nicht durch die mundartliche Aussprache be-
gründet ist, nur das einfache n setzen. In Betreff der Vokale
ist zu bemerken, dass in den sonst sehr leserlichen Schrift-
5 zügen einzig e und o zuweilen kaum zu unterscheiden sind.
Ueber dem u sodann lassen sich nur zweierlei Zeichen deut-
lich unterscheiden, nämlich zwei Punkte oder Strichlein für
den Umlaut ü, und ein Häkchen oder halbes Ringlein auf
allen übrigen u, soweit sie nicht im Anlaut stehen und des-
to halb als v geschrieben sind. Das erstere Zeichen aber gilt auch
für den Diphthongen üe, und ebenso das letztere für uo. Wir
geben daher im Druck einzig das Umlautzeichen ü, soweit es
in der Hs. vorkommt, und setzen im übrigen durchweg nur ein-
faches u. Dasselbe gilt auch von den eingeschalteten Akten-
15 stücken, für deren Rechtschreibung wir den noch vorhandenen
Originalien folgen.
Baselischer underthaiien empörung und wider-
begnadigung anno 1525.
Wie sich löblicher statt Basell underthonen der
ämpteien Liestall, Waidenburg, Varnsperg, Homburg
und Munchenstein wider ire herren burgermeyster i
und rath der statt Basell empört, für die stat Basel
gezogen, doch ze letst widerumb betragen sind, und
was sich dorunder verlouffen.
Item wie sich ein statt Basell in den uffruren
zwuschen f. d. ^) von Osterich, deren regiment zu £n-ii
siszheim, adel, rytterschafft und prelaten, dorzu dem
hochgepornen fursten und herren Ernsten marggraven
zu Baden und Hochperg, herren zu Kotlen und Baden-
wiler, landgraven zu Susenburg als an eynem, sodan
gemeyner pursam in Obern Elsas, Sontgow, Bryszgowis
und der Obern Marggrafschafft gehalten, und was
dancks sy by allen theylen erholet hatt.
Den edlen strengen frommen vesten fursichtigen ersamen
wysen herren burgermeyster und rath der stat Basell, mynen
inn sonders gnedigen herren, wünsch ich Heinrich Ryhinei»
rathschryber den ewigen fryden, mit undertheniger erbietung
myner gutwilligen diensten. Ich hab, gnedig min herren, mer
dan einest begert, das ich des gnedigen willens, den U. S. E. W^j
nit alein mit begabung des rathschryberampts'), sonder euch
mit gnediger besserung myner besoldung^) so richlich gegen 2s
1) Abküriung für: fürstlich durchlucht.
2} Abküriung für: uwer streng eren wysiheit.
3) Dieses Amt bekleidete Ryhiner erst seit 1524; s. 6. Chron, IV 141.
4) Wann diese Gehaltserhöhung erfolgt war, lässt sich nicht mäii
genau ermitteln, da die im Staatsarchiv allerdings noch vorhandenen Frohn-
fasten- und Jahresreohnungen von 1524 u. 1525 in Folge früherer Yer-
wahrlosung sich in so schadhaftem Zustande befinden, d&ss sie grossentheiis
unlesbar sind.
1525. 471
mir enoigt, mit etwas myner aibeit by uwei wyszheyt mieh
als ein danekbaren ze sehen lassen uisach hette, uff das ich
empfangener gutthat nit vergessen haben, sonder vylmer, ob
es glich nit mit hocher gesohicklichkeyt, yedoch nach der gab
smjmes Verstands beschehen, by den danekbaren geselt wurde.
Und wiewol ich us dem, das U. S. E. W. iren von got
empfolenen gewalt und oberkheyt mit gemeyner burgerschafft
gehorsame bitzhar und (wyl es gott) furter mit hocher ver-
nunSl wol und wyszlieh geregiert, so ich denocht neben dem
10 so hoch verrumpter stat Basell mit lufft, erdtrioh und wasser
wol temperiert und gezierte gelegenheyt mit stillschwygen
fnrgan, ze schryben ursach gehept, yedoch hat es mir nit ge-
lieben wollen das, damit uwer wyszheit und ein stat Basell
von vyl anderen zun offtern malen gelobt (wiewol es billicher
15 dann billich vyl rümens wert), yetzt widerumb harfur ze bringen.
Und so ich mich aber, was uns zu erzoigung eins danekbaren
gemuts die federen ze pruchen bewegen werde, erinneren, be-
gegnet mir, gnedig min herren, die erschreckenliche unver-
sehene erpörung, in die sich U. S. E. W. underthonen der
20 ämptern Liestal, Waidenburg, Vamsperg, Homburg und Mun-
chenstein wider üch ir naturliche ordenlich oberkheyt, dorzu
die pursame der landschaffben Ober Elsas, Sontgow, Bryszgouw
und andere glicher gestalt wider ire herschafiEten bewegt;
welichs myner achtung, diewyl [1^] sich derglichen fal in vyl
25 hundert jaren nit begeben, zu kunfftiger gedechtniis billich
inzeschryben.
Ich were, gnedig herren, etwas gutter thäten dan ditz
verhasste Sachen ze beschryben begiriger gsin. Diewyl es sich
aber leyder also zutragen, bin ich gutter hoffnung, wan diso
3ohandlung lutter, wie die ergangen, (als dann myn wyll ist)
der schryft bevolhen, es werde der warheyt niemands verdruss
emphohen. Es habend die alten nit mit minderem vlysz das,
so übel gehandlet, dan die wolthaten beschryben. Denen ich
euch anhang. Dan glich wie wir durch die gute, fromkheyt
35 und dapfferkheyt unserer voreiteren ire fuszstapffen mit glichen
gutthaten zu erreichen belustiget, also euch werden wir durch
verwissenliche geschichten anderer menschen, wie in einem
Spiegel uns dorin ze ersehen und mit hilff gottes davor
ze verhüten, gewarnet. Dennenhar wir den nit unbillich
40 glucksälig nemend, den frombde schaden fursichtig gemacht.
Demnach, gnedig herren, hab ich mir furgefaszt, mit der
26. Hb : bUlicli ingeschryben. ■
472 Heinrich Ryhiner.
hilff gottes dise uneihoite geschiehten sovil möglich also an
tag ze pringen, das der lesei wider die underthon^i lu
dheinem wytheren Unwillen, dan sovil ir Verhandlung selbe hit
bergen wyll, bewegt, euch in erzellung diser geschieht ü. E. W.
hoch Vernunft, guttigkheyt und miltigkheyt gepryszt, tuid dorby s
gemeyner burgerschafft der statt Basell wyllige gehorsam, die
sy U. S. B. W. in disen schweren louff'en unverdrossen ersoigt,
nit verholt werde.
So ich mit der hilff gottes ditz min fumemen ervolgen
möchte, were ich ungezwyveleter hoffnung, by vylen danck zu »
erholen. Harumb, gnedig myn herren, ist an ü. S. E. W. myn
underthenigst b^ern, sy wolle ditz myn arbeyt nit nach siner
klein fug oder unachtbar kheyt, sonder nach der begirlidien
gutwilligkhey t mynes gemuts zu gnedigen wolgefaUen annemen
und [2] mich, iren willigen diener, in gnaden bevolhen haben. i^
Das begere ich umb uwer streng ersame wyszheyt (die der
almechtig got alzeyt in hochen eeren ze bewaren geruche) in
aller underthenigkheit gutwillig ze verdienen.
Datum den^)
1526 [2^] Es ist niemandem verborgen, was erschrockenlicher se
schwerer ungehorter louffen in gegenwurtigem jar, dorin man
nach der gepurt Cristi unser seligmachers tusend funffliundert
funff und zwentzig zeit, sich allenthalb in Tutscher nacion be-
geben; also das gemeyne underthonen an vyl enden usz eifern
fumemen sich erhept, zusamengehuffet, mit eidtspflichten in 2^
ein bruderschafft verpunden und anfangs die closter und geyst-
lichen, demnach den adell, dorzu die oberkheyten angryffen,
mengklichen in ir bruderschafft ze pringen mit der thatt under-
standen. Und wiewol sich befunden, das ir furnemmen eigen-
nutzig und deszhalb unzimblich gesin — dan sy allein irs libs ■»
fryheyt und zitlicher beschwerden (die wir doch vylmer nach
dem geheis gottes, wo sy unseren seelen nit nachteylig, se
dulden schuldig, dan mit gewalt von uns werffien soUen) ab-
zekomen und erringeret ze werden, und nit die eer gottes und
liebe des nechsten gesucht — so haben sy doch ditz ir fui-sj
nemen mit dem helgen gottswort (das doch dhein grossere dan
solche vyandt hatt], als ob sy dem selbigen anhangen und das
handthaben wölten, beschonen und bedecken wollen. Damit
33. Hl.: von mm« zb werffen loUen.
1) Ueber dieses unausgefflllte Datum s. oben S. 465.
1525. 473
sy menchen einfältigen menschen, der das verborgen gyffb ires
fumemens nit verstanden, inen anhengig gemacht und zu Ver-
lust lyb, lebens und gutz gepracht habend.
[3] Ditz erpörung hat dahin gereicht, das vyl cristenplutz
& unbarmhertzenklichen vergossen, wie dan nach vyl orten, ouch
by unserer landsarten zu Elsas-Zaberen, Lupffstein und Scher wir
in Elsas — da, got erbarms, bitz in die drissigtausent puwers-
personen ellengklich erschlagen — beschechen ist^]. Dann
wiewol ein ieder liechtlich bedencken mögen, das denocht der
10 arm gemein man an vyl orten eben treffenlichen beschwert,
und billlch gsin were, in untreglicher burdinen abzehelffen —
yedoch, diewyl sich die underthonen der selbigen us eignem
gewalt selbs entschutten und an vyl orten die angebottene
gnad der oberkheiten verschmacht und ire fryheit mit dem
15 Schwert erholen wollen, ist man so gar widder sy ergrymt, das
sy irer beschwerden an merertheyls orten nit alein nit ge-
ringeret, sonder, nachdem iren in allen landen vyl und vyll
todgeschlagen, sich darzu uff der oberkheyten gnad und un-
gnad ergeben und wyttere beschwerden tragen müssen.
2i) Hie wyll ich alle oberkheyten in gantzen truwen ge-
warnet haben, das sy ires ampts der regierung, von gott inen
bevolhen, nit vergessen und gedencken, das sy ouch ein herren
haben, der sy glich wie ire underthonen richten wirdeth, und
by dem edlen louwen, der us natur lieber inpflantzung denen,
2s so er überwunden hat, miltigkheyt bewyset, iren beherscheten
underthonen gnad zu erzeigen ein ebenbild nemen, und nit
böser begird der räch für und für statt geben.
[3^] Die erweckung diser ufiruren wirdeth in mencherley
wysz angezogen. Etliche vermeynen, sy sye dahar erwachsen,
30 das an vyl orten das gottlich wort pur und klar ze verkünden
verbotten. Die anderen geben den unfursichtigen predigem,
so die cristenliche fryheyt nit uff den geist, sonder alein uff
die usserliche ding als des fleiscbs fryheyt, daruss dan un-
gehorsam und verachtunge aller oberkheyt erwachsett, die
35 schuld. So sind dan andere, die dise ufiruren den ungerechtig-
kheyten und bosheyten, damit leyder mereitheyls alle stend
der obern und der underthonen befleckt, zumessen. Und so
wir ja die Sachen recht betrachten, so finden wir, das dise die
houptursach, usz deren jhene zwo fliessend, ist. Dan umb
1) Ueber das Blutbad bei Zabern und im nahen Lupf stein, sowie über
die Niederlage bei Scherweiler, unweit Schlettstadt , s. unten den Anfang
des II Theils.
474 Heinrioh Ryhiner.
unser sunden willen itt der som gottes nach der gerechtigkheyt
billioh über uns erweckt und hat jhene, das sy die gereehtig-
kheyt und guttigkeyt gottes nit erkhennen und denhalb sin
heylsam wort verbieten, und dise, das sy in glicher blindtheyt
stecken, die selbigen heylsam ding alein uff fryheyt des fleischs &
usskunden, verplent, und on iwivel dise erschrockenliehe uff-
ruren über uns ergon lassen, uff das wir unser boeshejrt in-
gedenck und nach der gerechtigkheyt und guttigkirit gottes
durstig werden.
In disen schweren louffen hat ein ersamer rath der statt»
Basel zu hertzen gnomen, erwogen und bedacht, das ire ander-
thonen der ämpteren Liestal, Waidenburg, Vamsperg, Homburg
und Munchenstein der lybeigensohafit und anderer dingen sich
vylicbt ouch beschweren und in diser erporung zu ufiuor be-
wegt möchten werden, wie dann ein ersamer rath durch einen is
iren truwen diener gewarnet worden^). [4] Dem selbigen (als
ir ersam wyszheit vermeynt) vorzesin, hat ein ersamer rath uff
April 29 sampstag den 29. tag aprillis allen iren vögten obgenanter
ämptern geschryben^) und den underthonen le sagen berolhen:
das sy von yedem dorff zwen erbar man von den geschwomen %
und iwen von der gemeinde uff mitwochen den dritten tag
Mal 3 meyens gon Syssach schicken, so wolt ein ersamer rath sin
botschafft dahin verordnen, inen den underthonen ein gnedige
meynung anzeigen lassen und demnach von inen den under-
thonen gutlich vememen, was inen darumb angelten, und:s
wess sy sich beschweren mochten; mit dem anhang: so ire
beschwerden gehört, das dan ein ersamer rath ire underthonen
so gnedengklich bedencken, das sy ben\igen solte, und sy mit
inen zu dheiner widerwertigkheyt, wie leider an vyl orten be-
scheohe, komen wurden. Und diewyl ein ersamer rath sich??
gentzlich versehen, es were ditz ir gnedigs erbieten von den
underthonen zu danck angenommen und der tag besucht
werden, sind von eynem ersamen rath die fromen furtiehtigen
ersamen wysen her Adelberg Meyger, der zyt alter buiger-
meyster, Hanns Graff und Cunrad David'] zu der pursame^
1) Vgl. oben S. 124 ff. u. 195.
2) Dieses Schreiben an die Vögte ist in keinem Missivenbuch erhalten.
3) Statt Konrad Davids, des Zunftmeisters lum Safran, nennt Schnitt
den Maler Kaspar Koch, Rathsherrn der Zunft sum Himmel, und weiter
noch als vierten Gesandten Hans Bratteler, den Zunftmeister der Metsger;
s. oben S. 125.
1525. 475
ze ritten, den tag zu Syssach zu besuoohen und, wie vorstat,
ze handien verordnet.
Und als diser tag zu Syssach uff mitwochen den dritten Mai s
tag meyens geleystet sin solt, deszhalb die gemelten ratz-
5 botten am zinstag den anderen tag meyens uff den abend xu 2
gon Liestal, in willens am mitwochen £rug zu Syssach iren
bevelch uszzerichten, komen, sind die ämptere obgemelt durch
etlich uffwygler, die den [4^] underthonen by den eiden,
damit sy einer stat Basell verbunden, und also under dem
10 schein, ab ob es usz bevelch der oberkh^yt bescheohe, mit
gewerter band gon Liestall ze ziehen den selbigen zinstag,
euch die nacht, gemant worden^). Deszhalb sy gemeinlich uff-
geprochen, habend den tag zu Syssach ernempt nit besuocht,
sonder mit gewerter band gon Liestal zusamen gezogen, den
15 thumherren der styfit Basel iren pfrundkeller daselbst uff-
gebrochen und by driizehen soum wyns usq^etruncken^). Das
nun die gesandten der stat Basell, und nit unbillich, zu treffen-
lichem misfallen angenomen; dann sy nit wussen möchten, was
daxusi werden wölte.
20 Desterwenigemit habend sy, die gesandthen, nachdem sy
dess mitt einanderen rättig worden, am mitwochen &üg die ibi 3
pursame usz Varnsperger ampt, als deren am meesten gsin, in
Hemman Offenburgs hoff^) zu Liestal für sich berufft und, das
sy widerumb anheimsch zu iren husem ziehen, einen uszschuss
25 von inen, wie sy hievor bescheiden, den tag zu besuochen und
ire beschwerden, ob sy einiche trügend, ze eroffnen verordnen
selten, angesucht; so weiten sy, die gesandten, die selben gut-
lich vernemen, und nit abscheiden nach erwinden, bitz sy, die
underthonen, mit iren herren und oberen deren gutlich geeint
:w werend; mit fruntlicher erzellung, wie gnedengklich ein er-
samer rath der statt Basell sy, die underthonen, bitzhar in
hungers-, feuwers- und kriegszloiiffen und nötten gehalten, da
man inen al wegen lyb, eer und gutt truwlich zugesetzt, euch
furer ze thun geneigt sye. Dan so wir glichwol vergangner
35gutthätten, die ein stat Basell iren [5] underthonen gthon.
1) Schon Montags den J. Mai war ein Haufe nach Liestal gekommen
und hatte dort Ausschreitungen begangen; s. oben S. 124, A. 5.
2) Diess geschah schon Montags den 1. Mai; s. Stefian Störs Ver-
theidigungssehrift, im St. A., Bd.L 169, 1^, No. 10, und im Ausiug bei
P. Burokhardt, Politik Basels im Bauernkrieg, S. 16.
3) H. Offenburg, der spätere Bürgermeister, damals Vogt von Fams-
burg, besass su liestal den sog. Freihof, auf dessen Areal das jetiige
Regierungsgebäude steht.
476 HeiDrich Ryhiner.
geschwygen, so ist doch war, das ein ersamer lath ixen undei-
thonen eben in disem jar wyt über tusend yieinsel guti in irer
hangersnot furgestieckt und geliehen^). Item und als sy su
Gelterohingen, JBusz^}, Frick') und andersohwo veibiunnen, hat
ein ersamer rath inen tieffenliche hilff, damit sy pliben und &
buwen möchten, mit gelt, kom, holtz, saltz und anderem truw-
lieh gethon. Es hat euch ein stat Basell ire underthonen zu
vergangnen kriegen, die ein lobliche Eidtgnosohafft wider ein
krön Franckreich gehept^), wie die burger us der stat ver-
soldet, da aber andere unser Eidtgnossen underthonen iedeii«
uff sin eignen seckell und costen ziehen müssen.
Es ist aber ditz und derglichen fruntlich ermanen alles
vergeben, unverfengklich gesin. Dan sich die underthonen ge-
meinlich von allen ämpteren, sovil deren zu Liestall werend,
für die stat hienus gethon^), eignen frevels gemeinden gehalten »
und sich mit eydtpflicht zusamen verpunden. Und als die ver-
ordneten ratsbotten einen zu der pursame an die gemeind ge-
schickt und für die gantze gemeinde, mit inen ze handien und
inen eins ersamen raths bevelch ze enttecken, ze komen be-
gert, hat die gemeine pursame der bottschafll an ir gemeind 2a
ze komen abgeschlagen und sy nit hören wollen. Das in war-
heit ein grosser tratz, schmach und hochmut gewesen; doch
habend es die verordneten der zyt gedulden müssen.
Dise gemeinde hat gewert bitz zu mittag, das erst die
pursame ab der gemeinde komen *). Doch ist den hotten gantz
dhein antwurt noch bescheyd worden, waB die pursame thun
oder handien wolte. Deszhalb die verordneten herren bede [5^]
schultheissen zu liestalP) (so euch an der gemeinde gsin} be-
schickt und befragt, wessz sich die pursame vereinigt hettes.
21. Es.: das ein warli«it «in grosMr trati.
1) Hierüber 8. im Migsiyenb. XXVIII 24 Basels Brief vom 11. Jan. 152S
an den Vogt von Farniburg.
2) Gelterkinden und Buus, beide in der Vogtei Famsburg.
3) Frick gehörte lum östreichisohen Gebiet; doch wohnten dort eine
Ansah! Höriger der Vogtei Famsburg.
4) In den Feldsügen von 1503 u. 1510 bis 1515; s. oben S. 31 ff u. 328 ff.
5) Vor das Obere Thor; s. oben S. 126.
6) Ueber diese Volksyersanunlung s. die Verhöre, im St A., Bd.L 169, 1^
No. 11—14, u. im Ausiug bei P. Burckhardt S. 17 ff u. 32.
7) Wie Basel 2 Bürgermeister, so hatte bis lum Bauernkriege tod
1653 Liestal 2 Schultheissen, welche allj&hrlich vor Johannis wechselten,
so dass der eine »neue, der andre »alt« wurde. Regierender Schultheisi
war 1524/25 Nikiaus Brötlin, der schon 1518 dieses Amt bekleidet hatte;
8. F. Burckhardt S. 18 u. Brückner IX 1019.
^
1525. 477
Die habend geantwurtet: die Sachen standen woU und recht;
es sind die puisame an der gemeinde eins worden, das sy von
iedem ampt ein uszschussz verordnen, ire beschwerden uff-
schryben und die inen, den botten, übergeben und gutlich
5 handien wollen ^). Dess sind die gesandten zu guttem fryden
gsin, habend solich antwurt einem ersamen rath der stat Basel
ilends zugeschryben^) und damit das imbismal nemen und er-
warten wollen, das inen die underthonen ire beschwerden uber-
antwurten solten. Ditz ist gestanden ein halbe stund; da ist
10 einer mit einer trockenen trummen dahar zogen, der hat umb-
geschlagen und gebotten, das die underthonen by den eiden,
so sy an der gemeinde zusamen geschworen, ilends dem nidern
thor zu ziehen solten ^j. Das nun beschechen, und sind ouch
die underthonen demnach mit gewerter band strittslouffs herab
15 fuT die stat Basell gezogen. Ob wölchem die verordneten ein
mercklrch miszfal gehept, doch haben sy ire dien er und soldner,
so vil sy deren gehept^), ilends der stat zugeschickt und ein
ersamen rath der stat Basel solchen Überzugs warnen lassen.
Die verordneten sind ouch alsbald, wie sy gemögen, der stat
20 Basel zu geylt und (got sy lob) on einichen schaden in die
stat komen.
In disen dingen habend Steffan Störr, [6] der etwan lut-
priester zu Liestall, aber der zyt der selbigen pfrunden us ur-
sach entsetzt^), doch in diser uffruor widerumb dohin zu der
'iöpursame komen was^), Heinrich Soder, Fridlin Muller, bede
von Liestal und des raths daselbst^}, ein anschlag gthonn. Und
hat der selb Steffan Stör einen brief mit eigner band vergryffen,
aber umb willen das sin schryfft — die doch nachmals inn
einem barret (so er nachts uff der wacht ab sinem kopff ver-
30 loren) befunden ^) — nit erkhandt solt werden, den einen an-
deren, nemlich her Hansen Feelix capplanen zu Liestal ^) , ab-
schryben und demnach den gemelten brieff Peter Wechteren
1) Vgl. oben S. 126.
2) Dieser Brief ist nicht mehr vorhanden.
3) Auf die Strasse nach Basel.
4) Vgl. oben S. 126, wonach einzig Ulrich Wiglin entsandt wurde.
5) Ueber seine Absetzung s. P. Burckhardt S. 13.
6) Von Basel war er erst am 1. Mai wieder nach Liestal gekommen;
s. ebend. S. 16.
7) Ueber diese Beiden s. ihre Verhöre, im St. A., Bd. L 169, 1^,
No. 11—14 u. 20—26.
8) Vgl. oben S. 128.
9) Ueber Hans Felix und diesen Brief s. die Verhöre im St A.,
Bd.L 169, Ib, No. 11—14.
478 Heinrieh Ryhiner.
von Liestal dem diflchmacher und Wolffen von Busz alhai in
unser stat Basel ze tragen, und den unsem gemeinden *] sn
uberantwurten bevolhen und %\x banden gesteh; alles über und
wider das ein ersamen raths bottsohafft eben des tags zu
Liestall in stetter ubung was, dise erporung in ruw ze pringen. >
Und diewyl aber die selbige geschryfft dermassen vortheylig
b^yffen, das sy under dem schyn des gotlichen worts (wo
es got, der die synen nie verliesz, nit so gnedengklich für-
komen) yyl grossen ubels und blutvergiessens anrichten mögen,
hat uns für not und gut ansehen wollen, die selbige von wort i»
KU wort zu inserieren, uff das das gyfit der boszhafflen an tag
gelegt und demnach, wie wysslich und dapfferlich ein ersamer
rath der loblichen stat Basell dorgegen gehandlet, vermerckt
werde. Und lutet die schryfft also:^)
[6^] Unsem lieben und getruwen mittchristen, den ge-r>
meinden von allen zunfilen der stat Basell.
Unsem lieben imd getruwen brudem, gemeinen von allen
zunfflen der stat Basell, empieten wir gemein imd alle, so in
unser hern von Basell allen und yeden emptern, unser dienst
imd grutz zuvor. Geliepten bruder und mitcristen, es iat dier<
zit hie, das got der almechtig die synen usz allerley beswerden
und drang nach seiner unermessen gutigkeit erlosen wilL In
seinem geist sind wir (ob got will) alle versamlet und uns mit
eyd verpflicht zu einander, entlich ze bliben verbündet. Und
als uns dan vill und mengerley angelten ist, dorin wir uns»
vermeynendt imbillich beswert sein, und zudem taglich nuw
beschwerdt uff uns wachsen, demnach sint wir einhellig rattig
worden, solch unser beswertt und anligen unsem gnedigen
und lieben oberhern uff das allerdemütigst in bittwisz fuize-
halten, in hoffhung ein gnedige antwurtt, wie cristenlichen 3»
hern geburt, zu erlangen. Und so wir aber mögen gedencken,
ja zum theyll ein gut wussens haut, das ir in der statt nit
weniger dan wir uff dem landt auch merglich beswert seint^},
haben wir guter meynung, als unsem geliepten [7] mitbaszlem,
ze wissen thun, und ist unser der gantzen gemeinen land-ss
schafft flissig und &untlich beger, uns ze erschinen und uff
1) D. h. der B0rger8chaft, im Gegensats lum Rath.
2) Diesen Brief geben wir hier nach einer Gopie im St. A., Bd. L 169, 1^
No. 10.
3) Ueber die theilweise Uniufriedenhieit unter den Handwerkern in
der Stadt 8. Qeering, Handel und Industrie der Stadt Basel, S. 372 tt, auch
F. Burckhardt S. 23 ff.
1525. 479
das erst so ir mogent kunt ze thum, wes wii uns su euch vei-
sehen sollent, und wie und ob und wo wii mochten zusamen
komen und uns mit einander der dingen vereinigen. Dan wir
uch hiemit zugesagt haben wollent, unser leben, gutt, lyb und
& alles, so wir sint und haut, zu uch ze setzen. Datum in ill,
uff zinstag den andren tag may im 25. jor. M»i 2
Euwer alzit willigen von allen gemeinden der empter in
unser hern von Basell gebieten gelegen.
Es ist dhein wunder, das sich alle from hertzen ab diser
lovergyfiten schryfft, so sich im anfang mit dem süssen namen
Cristi hören laszt und aber so schnell wider das geheisz Cristi
die irdischen ding, mit denen der geyst gottes (in welichs
namen sy versamlet sin berumend) dhein gemeinschafft hat,
begert und im beschlus zu ervolgung der selbigen lyb, leben,
15 gut und alles, was sy sind, darzestrecken erbuttet, mergklich
entsetzend. Dan ein ieder liechtlich zu ermessen hat, wo ditz
schryben volzogen, was grossen blutvergiessens darus erwachsen,
ouch wie gar ubell mit einer ersammen oberkheyt, wo sich
ein gemeine der stat Basel uff ditz schryben wider sy bewegen
20 lassen, gehandlet worden; das doch der almechtig got gnedengk-
lich furkomen. Und wiewol sich ein ersame gemeinde der
stat Basell iren herren und oberen inn disen schweren louffen
gantz gehorsamlieh und gutwillig erzeigt [7^] und gehalten, so
hat doch solichs schryben by vylen ein grosz miszvertruwen
25 und argkwon, als ob das nit on verstand an die gemeinden be-
schechen, gepracht. Deszhalp vermeint und besorgt worden,
es were etwas vereteryen vor ougen gsin; dorum dan eben vyl
burger der stat Basel gefängklich angenomen^). Doch so ist
diser unwyll (got sy lob) also hingelegt, das ein ersamer rath
30 und gemeinde der stat Basel inn gutter einigkheyt gelept,
truwlich zusamen gesetzt und alle sachen zu guttem end ge-
pracht haben.
By disem schryben ist wol zu hertzen ze nemen, wie
listengklich und mit was hochem betrug und velschung got-
35 lieber warheyt die gesteh. Es wirdeth dorin gemeldet: die zyt
sy hie, das got der allmechtig die sinen us allerley beschwerden
und trang, nach siner unnermessenen guttigkheyt, erlosen wolle.
Das eben sovil geredt sin gedocht werden möcht, als ob ein
gemeyne stat Basell vonn iren oberkheyten, wie die kinder von
31. Hb.: tnrlioh zQMmen.
1) Vgl B. Chron. I 50 ff u. 393 ff., auch oben S. 128.
480 Heinrich Ryhiner.
Israel vonn dem Pharaone, zu uncristenlichen dingen, die zu-
wider der eer gottes dienten, getrengt wurde, vonn welchen
beschwerden got der her die sinen erlösen solte. Ditz wirdeth
einer loblichen stat Basel oberkheyt unnbillich Eugemessen.
Dan es ein warheit und niemanden verborgen ist, das ein er- ;
samer rath umb vorderiing der eer gottes und pflantzung brüder-
licher liebe so ein cristenlich mandat uszgon lassen und Abb
heilig gotteswort (damit die cristgloubige seil gespysst) pur und
klar ze verkünden allen dienern des worts gebotten haben ^;.
Dorumb hat es [8] des bos^hafftigen verhetzens, als ob dise uff- «
ruren zu erlosung der kinder gottes, glich were inen das heylig
wort vorgehalten, dienen solte, gantz nutzit bedorffen. So aber
dise schryfft verner ersehen, befindet sich, das von w^en got-
lichen worts dhein beschwerd, aber das der mangel gsin, das, '
glich wie die pursame sich wider ir ordenlich oberkheyt er-E
port, ungehorsam worden, zehenden, zins, stur, ungelt, zoll und
derglichen ze geben unwillig, also ouch die gemeinde der stat
Basell umb erlidigung diser beschwerden sich gegen iren ober-
kheyten abwerffen, wider die selben bewegen und us eignem
frevel und böszhafiften furnämen solche ding und vyll gelobtes
gehorsame von inen schütten solten. Dann sich die pursame
zu erstattung ditz uncristenlichen furnemens ir lyb und leben
darzestrecken by end irs schrybens erbuttet. O du falscher
wurm, wie hastu so gyfTtengklichen gehandlet I Die schry^
lert uns, allen creaturen umb gottes willen underthenig siD,^
und bezugt witther, das wir nit alein von w^en des zoms.
sonder ouch umb willen unserer conscienntzen den oberkejten
gehorsamen, dorzu allen menschen, denen wir schuldig, wider-
kerung thun sollen. Es heiszt uns ouch Cristus unser selig-
macher zins, zoll und tribut, als ding, die des keysers, das isti
weltlicher oberkheyt zugehörig, geben. Und du wilt ein g^
meinde verhetzen und underm sohyn gotlichen wortz halstarig
machen, das sy wider die schryfft ungehorsam sin und in
summam die beschwerden zittlichen gutz, die uns doch die
Schrift, als lang uns die von got nit abziehen, tragen heiszt,]
eignen frevels und gewalts von inen abwerffen! O herre, [S-
gyb den dinen, das gyfft diser falschen hertzen zu erkhennen
uff das sy vor solchem schaden verhüttet und nit betrogen werden!
38. Hl.: Tor aolehtn Mli*d«ii.
1) Dieses datumlose Mandat s. B. Chron. I 38 ff. Den Nachweis, dasi
es ins Jahr 1523 gehört, s. bei Burckhardt- Biedermann im Anxeigei -■
Schweisergesoh. 1894, S. 117 ff.
1526. 481
Als nun dise bosshafile schiyfit uff mitwochen des helgen ubi s
crutses erfindung, was der dryt tag meyens, für klein und grosi
räih, so man nempt die sechst), der stat Basel geprooht und
v-erlesen, ward in schneller ill geratten und vokogen, das bede,
& klein und gros räth, ein gelerten eyde suw got und den beigen
schweren und sich damit zusamen verbinden selten, das sy in
disen schweren sorgkUchen louffen ir lyb, leben, eer und gutt
truwlich zusamen setzen, dheiner den anderen verlassen nach
von ime wichen, sonder bitz in den tod by einanderen pliben,
»die stat mit hochem vlysz bewaren und behalten wölten. Es
ward ouoh wyther für gut angesehen, das uff die zwolffte stund
zu mittagzyt alle bürgere und hindersassen ieder uff siner
zunfit erschynen und glicher gestalt, by einem ersamen rath
in disen sorgklichen louffen ze pliben, den selbigen gewertig
^und gehorsam ze sin, und von inen bitz in den tod nit ze
wichen, einem rath gelerte eyd schweren selten >}.
Es habend euch unsere herren in schneller ill alle ire
Schlosser mit knechten us der stat Basell besetzt^), darzu mit
geschos, und was zu solchen dingen gehört, wol versehen, und
) wyther verordnet, das die kriegsherren^) nunme tag und nacht
uff dem richthus pliben [9] und alles, was da furviel und sy
anlangt, nach nutz und eer der stat Basell zum truwliohisten
abzerichten gewalt haben selten; das alles (got sy lob) gluck-
lich volzogen und von mengklichem gutwiUig erstattet worden.
ftlnn dem, beschach des obgemelten tags die erste stund nach
mittag, kham unsem herren warnung^), wie die pursame us den
ämpteren liestal, Homburg, Varnsperg, Waidenburg und
Munchenstein uffgebrochen, verruckt und die stat Basel zu be-
legeren willens werend; als sich euch gar bald darnach war
^ sin erfand. Daruff ein ersamer rath die thor ilend versorgt,
etliche gaz beschlossen, die anderen^), bitz die puren zu der
capellen vor Eschamerthor kamen — beschach umb die drü
tS. Ha.: nit gewichan. 17. Hf.: untere henen allein schneller ill alle ire sehloMer.
18. Hb.: Basell gesetzt
1} Der Grosse Rath bestand aus den Sechsem der 15 Zünfte, und
da jede Zunft 6 alte und 6 neue Sechser hatte, so zählte er 180 Mitglieder;
8. Heosler S. 382 ff.
2) Die betr. Eidforxnel s. im St. A., Bd. L 169, 1^, Nr. 1.
3) Vgl. hierüber Wochenausgabenb. 1525, S. 569.
4] Dieser Ausschuss, früher »die Heimlicher« genannt, bestand ur-
sprünglich aus 5 und später aus 4 Rathsgliedem; s. Heusler S. 384.
5] VgL oben S. 126.
6) Nämlich 3; s. oben S. 128.
Basler Chroniken. ^L 31
4M Heinrieh Ryhiner.
des abendi — mit staroker hut bewaren und demnach glieher
gestalt luschlieMen lassen. Es sind ouoh die geordneten uff
die thum und letainen gehorsamlich ieder an sin^n ort er-
sohynen. So habend sich die andere purgere an den Korn-
marckt zu der paner, wie die Ordnung inhalt^), mit wer und &
hämisch uberusi wol geruseht, zusamen gthonn und da eins
ersamen raths bescheids gehorsamlioh und willig erwartet
Man hat ouch schnei etliche ring stuck buchsen us dem werck-
hoff an den Kommarckt zu der paner gefurt, knecht dorzu
▼erordnet, ouch den werckhoff besetzt. Und ist desterweniger- 1«
nit ein ersamer rath (so alle mit irem harnisch angethonn) sampt
den kriegsherren inn der rathstuben') by einander gesin. Die
habend die hutten und wachten, so eben starck, und das alle
nacht der vier houpteren eins mitsampt vier rathsfreunden und
▼on ieder [9^] zunfft acht man, was die wacht uff dem ricfathus, u
und sunst under iedem thor ein rathsfreund mit sehen per-
sonen wachen selten, angesehen, und anders, so die notdiirfit
erhoischen uszzerichten, angeschafft. Und furwar hat ein er-
samer rath nach obgemelten iren ratzbotten, die im uffbruch
der pursame nach zu Liestall dise emporung gutlichen abweg»
ze thund warend'), ein grosz verlangen gehept. Aber got fugt
es, das bedachte ratzfrundth ilends mit gutter wolfiirt an-
heimsch und in den rath kamend; welichs einem ersamen rath
und gantzer gemeinde ein gantz grosse freud was.
Als sich nun die pursame vor der statt und die bnrgere^»
in der stat gesamlet, und gemeyne burgerschafft die ungehor-
samen pursame mit der band abzewysen, sy umb ir ubelthat
ze straffen, gantz begirig und willig warend, gefugt sich, das
zu allem gluck Peter Heboldt schultheisz mit sampt anderen
ratzfreunden von Solothorn irer herren geschefften halb in ein »
stat Basell komen. Die habend sich ilends zu den houpteren,
und sovil der rathen danzumal in Eschamer vorstat by einem
deren versamlet^), gthonn. Und demnach sy sich ze vordrist
vernemen lassen, das inen ditz erporung leyd, habend sy unsere
räth als ir getruw lieb eidtgnossen zu dem fruntlichisten an-^
gesuocht, inen ze ver willigen, das sy mit der ungehorsamen
pursame reden möchten, so weiten sy die selbigen widerumb
ab und anheimsch ze ziehen understan ze bewegen. Wo sj
1) Die Allarmordnung bei Feindes- und Fenersnoth.
2) Im jetsigen Situmgaeaal des Regierungsraths.
3) S. oben S. 474 ff.
4) In der AeschenToratadt, im Hause lum Hinen ( jetst No. 50), wohnte
Oberstiunftmeister Jakob Meyer.
' 1525. 488
■
dann soliehs in der guite erlangen, were das besser [10] und
danra dienlich, das plutvergiessen und anderer unradth, so
hierus erwachsen, verhüttet Wo aber die pursame uff irem
stanigen furnämmen beharren, und desshalb mit der that wider
5 8y musste gehandlet werden, so erbutten sich die gesandten
von Solothorn, ir lyb und gut zu einer stat Basell ze setzen
und ditz erporung iren herren und oberen (so deren nach
dhein wussen trügend) ilends ze verkünden, der ungezwiveleten
Zuversicht, es wurdend ire herren ab solchem ein grosz misz-
10 fallen empfohen und nit minder dann sy, die hotten, gutwillig
sin, inn denen schweren louffen ir lyb und gut zu einer stat
Basell ze setzen. Ditz erpieten ward von einem rath der stat
Basel zu wolgefallen mit fruntlicher dancksagung angenomen,
und den hotten von Solothorn ire furgefaszte meynung, doch
isalein für sich selbs und nit in namen der stat Basell, by der
pursame ze suchen bewilligt Doruff die bedachten von Solo*
thorn US der stat gelassen, zu der pursame komen, die ussert-
halb dem capellin vor Eschamerthor in ein ring zusamen be-
ruffk. Do nun der puren ungevorlich by 1600 erschynen und
20 sovil mit inen gehandlet, das sy nach des selbigen tags widerumb
zurück gönn Mututzi) und von der stat abzogen. Und ward
verabsoheidet, das die hotten von Solothorn morndis uff donnstag lui 4
widerumb by der pursame erschynen und verner, was zu hin*
legung diser erporung dienlich, handien selten. [10^] Es habend
2s euch die puren vor der stat unsere herren gebetten: diewyl
sy mit liverung nit versehen, das man inen wyn und brot zu-
schicke, weiten sy es erbarlich bezalen. Das aber durch ein
rath der stat Basel gantz abgeschlagen, und ist der pursame
weder wyn nach brot zugeschickt worden.
30 Als nun diso handlung bitz donstag trug den vierdten tag lui 4
meyens angestanden, hat ein ersamer rath der stat Basel, zu-
sampt den sechsen, der pursame, vor und ee die betten von
Solothorn zu inen gen Mututz komen, eben ernstlich ze schryben
und, das sy anheimsch ziehen, by iren eyden ze ervorderen
35 für gut angesehen. Das ist nun beschechen und geschryben
worden, wie hienach volgt').
Den gemeinen unsern underthonen, wie die ietzt by ein-
andren versandet sind, sampt und sonders.
17. Hf.: komen, ns die veeerthalb.
1) Muttens.
2) Diesen Brief geben wir hier nach dem Original im St A.,
Bd. L 169, Ib, No. 8.
31»
484 Heinrioh Ryhmer.
Wir Heinrich Melünger buTgerineisier, nuw und alle lath
zusampt dem giosaen lath, so man nempt die sechs, und gantze
gemeinde der stat Basel fugend uch zu wussen, das wir alle
gants dhein gefallen tragend, das ir uch über uwer eer und
eide, damit ir uns gebunden sind, und über so vil guts, gnad %
und fruntschafit, so wir uch zu vil molen mit darstrecken
unserer lyben und guts unverdrossen gethon, on alle not [11]
empören, und uch also vyandtlich wider und gegen uns in-
sohicken, das uch nit unpillich von uns verarget würdet, so
wir doch sollichs umb uch nit verdient. Aber wie dem, die- 1«
wyl wir unser eeren botschafft by uch gehept, und ir die
selbigen so schlechtlich abgefertigt band, darzu uch über alles
g&tlich ansuchen also wider uns inrichten, do wir wol füg
hetten gegen uch als unseren vyanden ze handien, so ist nach-
mals unser gantz ernstlich meynung, das ir uch angesicht dits »
brieffs erheben und widerumb heim zu uweren husern ziehend,
euch uns und allen den unseren, weder an lyb nach g&t, gants
dheinen schaden zufügend. Desz wollen wir uch by uweren
eeren und eiden ervorderet haben, dorzü uns versehen, ir werdend
gehorsam sin. Wurdend ir aber das nit thün, so müssend und ^
wollend wir gegen uch als unsern vyanden, wiewol wir des
lieber vertragen sin weiten, handien. Des wussen uch zu
Um 4 halten. Datum ilends, donstags nach des heiigen crutses tag
im meyen anno ec. 25.
Neben diser schryfit sind die hotten von Solothom widtt:^
zu der pursame gönn Mututz geritten; die habend ein abschryft
von obgemeltem brieff*, der an die gemeinden der stat Basel
geschryben^), gehept. Und nachdem die bemelten hotten von
Solothorn allerley mit der pursame geredt und inen, wie un-
recht sy gthonn, das sy sich wider ire herren, die inen al-s»
wegen gnedig inn iren anligenden nöten hilfflich und ratlich
gsin, gesetzt und erport, angezeigt, habend sy gemeyner pur-
same berurte copien öffentlich [11^] verlesen lassen und sy,
die puren, diser schantli6hen schry fiten, dorinnen sy ein ge-
meinde wider die oberkeyt verhetzen wollen, mit worten hoch $
und hart gestraft. Und als die gemeyne pursame merentheyk
solchen brieffs dhein wussen gehept und sich deszhalb ent-
schuldiget, habend berurt hotten sovil gehandlet, das sidi die
pursame anrucks nach der tagzyt wider zu hus und hoff ze
31. Hb.: inn irem anligondtn nflt«n. S5. Hb.: wider die oberkejt TeiMtc««.
1) S. oben S. 478.
1525. 486
siehen und ein uszschuss, so iie beschwer den fuibiingen sollen,
Yon allen ämpteren ze veiordnen bewilligt und zugesagt. Es
ist aber disem zusagen nit stat beschechen. Dann die pursame
disen donnstag nit wythei dan gon Liestal gezogen, daselbst lui 4
5 sy oueh den frytag bitz nachmittag verharret. Deszhalb inen Mai 5
durch einen rath der stat Basel wyter, als hienach volgt,
gschryben worden^).
Wir Heinrich Meltinger burgermeister, nuw und alt räth
zusampt dem grossen rath, den man nempt die sechs, und ein
10 gantze gemeinde unser stat Basel fügend uch den gemeinden
unseren underthonen von allen unseren ämptern, wie ir ietzt
zu Liestal by und mit eynandern versamlet sind, ze wussen,
das wir uns gentzlich versehen und getrost hetten, ir werend
unserm schriben nach, so wir uch ufT gesterigen tag gethon,
15 widerumb heim, und ieder in sin husz zogen; das doch, als
wir bericht, nach nit beschehen. Nun hat uns schulthes Hebold
von Solothurn anzeigt, [12] wie er usz getruwer meynung,
nachdem uch unser brieff zukommen, sich z& uch gethon und
wiewol wir nut darvon gewuszt, so vil mit uch gehandlet, das
» ir in uwere huser zu ziehen z&gesagt, und wie ir ein uszschutz
machen, den selben zu Liestall lossen und uff huttigen tag
uwere besohwerden uns, so wir ein botschafft zu uch verordnen,
anzoigen weiten. Er hat uns euch darby enteckt, wie er uch
die coppy des brieffs, den ir von allen gemeinden unserer
25 ämpteren an uns die gemeinden aller zunfften hie zu Basel
hinder und zb rugk uwerer und unserer herren gethon — das
uns von den gemeinden zum höchsten beschwert, dan ir nit
die lut by uns finden sollen — furgehalten und habe hören
Ion. Doruff sich nun ettliche under uch entschuldiget und,
30 wie sy des brieffs dhein wussen nach gefallens trügen, mercken
lossen — darab wir alle ein grosz gefallen empfangen, wollend
ouch den selben dessz in gnaden und guttem niemer vergessen —
und hieruff an uns begert, das wir ein bottschafft gon Liechtstal
schicken und mit uch handien lossen weiten, üff sollich sin
35 des schulthessen beger, ouch das ir unserm schriben ungehor-
sam gsin, gebend wir uch witter zu erkennen : diewyl wir- usz
uwerem brieff, den uch der schultes vor hat lesen Ion, ouch
sust gungsamlich bericht, das ir uch mit eidspflicht zusamen
yerpunden habend, das uns gar nit gelegen utzit gütlichs mit
1) Dieser Brief, den wir hier nach dem Original im StA., Bd.L 169, 1 ^,
No. 5, geben, trftgt keine Adresse.
486 Heinrich Ryhiner.
uoh se handlen. Es ist abei unser ernstlioh beger, das ir die
eidspflicht, [12^] so ii undei einandem gethon, uff heben und
uoh deren under einandern erlössen, und uoh widerumb, als
billioh ist, in die eidspflioht, damit ir uns gebunden sind^ und
unser gehorsame on alles verziehen stellen. So ir das gethon, s
dan wollend wir bewilligen, das ir von iedem ampt zwen man
usssohiessen und uns uwer anligen an gelegner molstat und
tag, wie wir die benommen werden, berichten lossen. Daruff
wir euch, wie sich erberer oberkeyt gehurt, alle billicheit
handlen wollend und uch geniessen Ion. Dann uns gar nit i?
swivelt, es syg nach menger biderman under uch, dem ditz
uwer unfruntlich empörung in truwen und von hertzen leid
der vilicht usz torheit oder zwang der andern, uns allen zu-
wider, ufferweokt sye. Dem allem nach ist unser ernstlich
meynung, ir wellend uns by bringen ditz brieffs entlieh, oni^
alles verziehen, mit antwort berichten, was uch uff dits unser
b^er wolle gelegen sin, uns verner gegen uch wussen ze
halten. Zu urkundt mit unser furgetrucktem secret bewart
ibi ft Geben den funfften tag meyens anno ec. 25.
Nach disem schryben ist die pursame gar abgezogen. Doch i
habend sy iren eyde, den sy zusamen geschworen, einanderen
nit abgethon nach uffgehept, aber ein uszschutz verordnet und
ein ersamen rath zu dem underthenigisten gebetten, [13] iie
beschwerden ze vernemen und demnach sy in den selben be-
schwerden gnedengklioh ze bedencken, wie die schryft, ao der s
uszschuss an ein stat Basel gthon und also lutet, uazwyszt^.
Den edlen strengen frommen vesten fürsichtigen ersammen
wysen burgermeister und radt der statt Basell, unsern gnädigen
lieben herren.
Edlen strengen frommen vesten fiirsichtigen ersammen ^
wysen gnedigen lieben herren, unser schuldig willig dienst
zevor. Demnach uwer gnad uns verschriben, wie das wir mitt
schulthes HebelP) verlossen, und aber dem mitt heynizaechen
nitt nachkommen, das ist nun im allerbesten underlossen, bitten
wir*üwer gnod solichs nitt zuo argem messen; denn uss im-s^
verstand das bescheohen. Und haben haruff solichen usschutz
gemacht, inn hoffnung zuo handlen nach üwer gnaden willen.
1) Dieser datumlose Brief, den -wir hier nach dem Original im St. A.,
Bd. L 169, 1^, No. 15, geben, kann wohl nur am 6. Mai geschrieben sein.
2) Hebold; s. oben S. 485.
1525. 487
Und den brieff, so gemacht sin sol und uns vorgelesen, nitt
allen gefellig noch wissen getragen, des ü. g. gtitt geüillen,
dorinnen wir uwern gnedigen willen spüren, das zuo grossen
gnoden und danck empfangen; mit demfittiger ernstlicher pitt,
& üwer gnod geruche disen handell und euch solichen brieff
gnedeklioh nachlassen und verzychen denen ^ so haiinn ver-
docht oder schuld tragen, nitt stroffen, sunder g&tteklich noch*
zelossen, [13^] begeren wir mitt aller undertänikeit, als wir
billich schuldig sind, verdienen. Der ey dspflicht halb, so wir
10 gethon und zuosammen geschworen, dorinn und mitt haben
wir alle üwer gnoden eyd unvergriffen gethon und ü. g. allzyt
vorbehalten, und inn dheinen weg von u. g. pflicht gangen
noch gon wellen; dorumb vermeineu wir, das solicher ü. g.
unnapprüchlich. Denn wir allzyt ü. g. für unser gnedig lieb
15 herren erkennent und verjechen; wellen ouöh unser lyb, leben,
eer und gütt zuo ü. g. setzen, und in ü. g. schütz und schirm
stellen; denn wir ü. g. undertenikeit und gehorssame bewysen
und thun. Haruff ist an üwer gnod unser demflttig pitt, uns,
die üweren armen ludt, nitt ze verlossen; dann dise ding uss
20 torheit oder verhengniss gotts, als denn an vil orten sich solichs
begibt, beschechen. Deshalb wir begeren gnad, und das ü. g.
unsz tag ansetzen, uns ze verhören; wellen wir uns als getrüw
fromm underthonen halten. Haruff so warten hie zuo Liestall
die uszgeschossenen üwerer gnoden, und begeren demflteklich
25 ü. g. antwort unverzogen.
Üwer gnaden undertänigen usschutz von aller üwer gnaden
empteren und einhäligen gmeinden.
Hieruff ein stat Basel vermeynen wollen, nutzit mit den
ixen ze handien, sy betten sich dan zevor wider in ir gehör-
30 same ergeben. Aber diewyl sy dergegen bedacht, wann dhein
theyl dem anderen [14] wichen, das by disen louffen sich bald
ein grosser ungluck zugetragen, sind sy die milteren gsin,
habend ein trefenliche ratzbotschafft gönn Liestal zu der puren
uszschutz verordnet. Und als sy inn bysin der verordneten
'ib ratsbotschafitten loblicher Eidtgnoschaffb orten, Zürich, Bern,
liUtzern, Fryburg und Solothorn, die alle einer stat Basel zu
gut und trost. by solcher tagleistung erschy nen i), der pursame
19. Hs.: nitt se verUeasen.
9
1) lieber diese Gesandten, die am 8. Mai zu Liestal tagten, s. Eidg.
Absch. IV 1», S. 641 ff, auch P. Burekhardt S. 40 u. 47.
488 Ueinrioh Ryhiner.
besohwerden^) gehört, doruber ouch ein beredung uff hiBdei-
nohpringen beseheohen, doch der zyt enntlioh nüt beflchlossen'),
sind demnach zu anderen tagen der stat Basel Terordaeten
betten by der pursame ussschus wyther ersohynen^). Die
habend durch hilff gottes die spenn und erporung se letst be- &
tragen, gesänt, gericht, brieff und sigill darumb u%ericht, wie
von wort lu wort hienach volgt, also lutende:
[Folgen Bl, 15 — 56 die 5 Urkunden für die Aemter Lie$t^,
Waldenhurgy Famsburg Homburg und Münchemtein*].
[56] In voerlutterter masz ist ein lobliche stat Basel mitto
iren underthonen der obberurten ämpteren vertragen. Und wie-
wol unserer truwen lieben Eidtgnossen von Zürich, Bern,
Lutzern, Fryburg und Solothorn eerliche ratzbotschaA by der
ersten tagleistung, so mit der pursame [56 ^'J alein uff hinder-
siohbringen gehalten, erschynen, so ist doch die selb under-is
handlung nit zu wurckung komen, sonder hat sich ein stat
Basel mit den iren für sich selbs onn mengklichs zuthun, wie
davor gar eigentlich beschryben ist, vertragen >). Es hat ouch
iedes ampt, wie sines Vertrags datum wyset®), sich des eides,
damit sy einanderen gebunden woren, entschlagen und einer»
stat Basel widerumb geschworen und gehorsam gemacht.
Es mocht wol iemanden, und nit unbillich, wunder nemen,
worumb ein stat Basel so milt gegen den iren gewesen, das
sy die, irem wolverdienen nach, nit alein nit gestrafft, sonder
irer besch werden und furnemens eben vyl geringeret und nach-s
geben hat, so doch ein stat Basel ire imderthonen, für sich
selbs oder mit gemeiner Eidgnossen hilff, mit der hand wol
straffen mögen. Nun härzu, ditz ist mit hocher vemunA,
1) Diese Beschwerden b. bei P. Burckhardt S. 41 ff.
2) S. ebend. S. 47 ff.
3) Ueber die weiteren Unterhandlungen, die erst am 29. Mai ihren
AbechluBS fanden, s. ebend. 8. 52 ff.
4) Diese Urkunden, vom 30. Mai bis 2. Juni datiert, s. im St A..
St&dt Urk. No. 2863 ff, und vgl. oben S. 468, A. 3. Ihren Inhalt s. im Aus-
lug bei P. Burckhardt S. 58 ff. Eine vollständige Ausgabe ihres Textes
wird im X. Bande des Basler Urkundenbuches erscheinen.
5) Inmierhin bildeten die Vermittlungsvorschlftge der eidgendssischen
Gesandten die Grimdlage für die schliesslich vereinbarten Yertragsbriefe;
s. P. Burckhardt S. 52 ff.
6) Der Brief fOr Liestal ist vom 30. Mai, die für Waldenburg und
Homburg vom 31., der für Farnsburg tom I.Juni, und fQr Münehenstein
vom 2, JunL
1525. 489
wynheit und fuitregklicheit beschechen. Es warend denyt
gainaoh duioh alles Tutsch land die underthonen widei iie
obeikeiten inn ungehorsame bewegt. Die haltend sich oueh
inn ein solche bruderschaA zusamen verbunden, das die, wie
5 im anderen teyl diser oronick bescheidet, gar schwerlich, ja
mit grossem costen, blutvergiessung und landsverhergung, wider
inn gehorsame gepracht werden möchten. Das hat ein er-
samer rath der stat Basel zu hertzen genomen, wyszlich be-
dacht und erwogen: wann ire underthanen nit solten widerumb
10 zu gnaden angenomen und mit irer oberkeit versunt werden,
[57] das die — wie dann von der pursame huffen, so der zyt am
Blouwen^), im Sontgouw und MarggraffschafFb zu feld lagen,
aiin der stat Basel underthonen geworben ward') — sich gar bald
zu benanten huffen verbinden, in ir bruderschafft komen und
15 SU inen verpflichten, dorzu andere unser Eidtgnossen under-
thonen inen hilfflich zu sin bewegen möchten; darusz, wo das
beschechen, vyl unradts erwachsen. Dann mit solcher wysz
werend der statt Basel underthonen nut iren herren alein,
sonder ouch anderer herren und ober keilen, mit der under-
ao thonen sy sich verbruderschaffl, ungehorsam und vyand worden ;
welichs ungestrafEt nit furgangen were. Und so aber solche
straff, obglich der oberkeit wider die underthonen gelungen,
mit der oberkeyt . grossem und schwerem costen, mug, arbeit,
Verlust der underthonen und verhergung irs eignen lands be-
26 schechen müssen , hat ein ersamer rath als das nutzlichist be-
schlossen und erwelet, das sy mit iren underthonen lieber die
gutlicheit an die band nemen, inn zytiichen dingen miltigkeit
bewysen, dann mit ruhe sich selbs und ire underthonen zu
verderben pringen wolle. Ach wolte gott, das alle oberkheiten
30 eines solchen gutten gemüts gewesen, so were vyl blutver-
giessens erspart worden! Es hatt ouch ein statt Basel hoffnung
gehept, wann ire underthonen zu ruwen gepracht, das andere
oberkheiten mit den iren dester basz zu fryden komen wurden.
Deszhalb ein ersamer rath der stat Basell iren nachpuren zu
3:> gut sich [57^] dester ee mit iren underthonen vertragen, damit
der pursame bruderschafit mit der stat Basel underthonen nit
gemert, und das ein statt Basel nachmals dester statlicher
3. Hb.: ins gehoname 1>ewegt. 15. Hb.: ander« niiBere eidtgsosBen nnderUionen.
27. Hb.: bo die liAiid i« nemen. 29. acht wolte gott.
1) Am Jura -Blauen standen die aufttftndisohen Unterthanen des
Bischofs.
2) S. hierüber den Brief Henmann Offenburgs an den Bath, vom 6. Mai,
im St A., Bd. L 169, Ib, No. 4, auch P. Burokhardt S, 38,
490 Heinrich Ryhiner.
zwusohen den oberkeiten und underthonen bedei landen^ Sont-
gouws und Bryszgouws, was zu fiiden und einigkeit dienen,
gutlich handien möchte.
Dises eerlioh furnem^n dei etat Basell, ouch das By so
gnedengklich mit den iren gefaien, ist hoch zu loben; aber s
hingegen wol ze beduren, das die underthonen der ämpteren
Liestal, Waidenburg, Homburg, Yamsperg, Munchensiein und
Mututz^) der vilf altigen gnaden und gutthatten, die ein stat
Basel inen in kriegsz-, feuwers- und hungersnoten manig£altig
erzeigt, so gar vergessen, das sy sich, furwar on alle not, von i^
iren herren abgeworfen und ein stat Basel so schmelich über-
zogen haben, und das alles eben der zyt, do ein stat Basel,
wie davor beschryben ist, ir erlich treffenlich rathsbottschafit
iren underthonen entgegengschickt^], die selben zu verhaming
in gehorsame ze ermanen und, ob inen etwas beschwerlich an- ii
gelegen, das selbig gutlich vonn inen ze vernemen.
Wolann, wir wöUends got bevelhen und ergeben, dem
gefalt die barmhertzigkeyt, und darby ingedenck sin, das wir
umb der sunde willen ein solche schmach und übel wol ver-
dient. Der himelsch vatter geb gnad, das ein lobliche stat 21
Basel und ire underthonen hinfur ewigklich in guttem fryden,
einigkheyt [58] und gehorsame lebend, und was durch die
underthonen ietst miszhandlet, volgender zyt mit ir aller un-
verdrossenen gehorsame wydergepracht werde. Amen.
[58^] Das ander theyl ditz buochs, darinnen, wie sich %
ein stat Basell in den Sontgow- und Prysgowischen
uffruren gehalten, und was dancks sy by allen theylen
erholett hat, begryffen.
Es ist in dem ersten theyl dises buochs, wie sich die under-
thonen garnach in allem Tutschen land erhept und wider ires>
oberkeyten erport haben, angezeigt^). So ist ouch davor, was
die grundlich ursach diser erschreckenlicher unerhörter erporung
sye, zum theil gemeldeth, wurdet ouch volgends bas ercleret
werden. Und (Uewyl wir dann bitzhar furnemblich, was sich
zwuschen loblicher stat Basel und iren underthonen verlouffen, ^
beschryben, und aben ietzt mit gotlicher hilff ouch die Sont-
1) Muttene bildete kein besonderes Amt, sondern gehörte zu Mün-
chenstein.
2) S. oben S. 474 ff.
3) S. oben. S. 472 C
1525. 491
gouwiBohe, Pryfligouwiflche handlungen der sohryfft ze bevelhen
willens, hat uns gelieben wollen, zu einem gemeinen ingang
und verstand eiweoktei ufi&uien die artigkel und verein, deren
sich der gepursame huffen berumpt, die sy (als sy sagten)
s handthaben weiten, hie inzeliben mit den werten, wie die
pursame (so darinnen reden) uszgesohryben hat. Und ist ir
inhaJt also^}:
[59] Dem allmechtigen vatter zii lob und eer, zu erofTnung
des heyligen evangeliums und gottlicher warheit, euch «ii by-
10 stand der götlichen gerechtigkeit, ist ein oristenliche Vereinigung
angeüangen und niemandts, er sig geistlich oder weltlich, zu
verdryesz oder nachtheyl, sonder, sovil das heylig evangelium
und gottlich recht uszwyset, innhalt und anzoygt, zu merung
und widderbringung bruderlicher liebe.
15 Erstlich erbut sich ein ersame lantschaft diser cristenlicher
yereynigung: was man geystlicher oder weltlicher oberkeyt vonn
göttlichen rechten zu thun schuldig ist, das selbig alles inn
alle weg getruwlich und gehorsamlich halten und bewysen.
Zum anderen ist einer ersamen lantschafft endtlicher will
20 und meynung, das ein gemeiner lands&yd gehalten und nie-
mants dem andern widder recht thug. Ob sich aber begeben
wurd, das yemands mit dem andern zu krieg und uffrur keme,
so soll sich niemants parthyen noch rotten in deheynen weg,
sonder die nechsten person, inn was standts die sint, macht
25 haben fryd zii bieten. Der soll vonn stund an by dem ersten
frydgebietten oder ruffen gehalten werden. Wellicher aber
solichen fryden nit hielt, der soll nach siner Verschuldung ge-
strafft werden.
Item was bekändtlicher schuld seynn, [59^] oder dorumb
30 man brieff und innsigel oder sunst gloublich urkhund hat,
sollen bezalt werden. Ob aber yemands wither innred zu haben
vermeynt, soll im das recht offen sin; doch yederman uff sin
costen, gemeyner lantschafit und diser vereynigung unvergriffen.
Es sollend ouch hinfur keyn zinsz mer ewig oder unablosig sin.
1. Ub.: se b6Tell«n willens. ft. Hb.: hi« iiiselieb«n.
1) Diese Artikel geben wir hier nach einer Copie im St. A., Bd. L
169, 1, YgL damit Schreiber, Urkunden z. Bauernkrieg II 18 ff, dessen
Vorlage swsr weniger vollständig ist, dafOr aber die Ueberschrift trftgt:
Handlung und feldartikel, so ftLrgenommen worden sind uff montag nach
der alten fassnacht (6 März) von allen hufen und raten, so sich zusammen
verpflicht in dem namen der heyligen unierteilten dryyaltigkeit, anno 1525.
492 Heinrich Kyhiner.
Item wo dienstlüt weien, die fursien und herren dienten«
sollen ire eyd uffsagen, und so sy das thund, sollen sy inn
dise vereynigung angenomen werden. Und welcher das nit
thun will, soll wyb und kind zu im nemen und ein lantschafii
unbetruebt lassen. %
Wo aber ein her, amptman oder pfleger einen, so in diset
vereynigung ist, erfordert, soll der selbig erschinen, doch zwey
oder dry zu im nemen, die verhören, was mit im gehandelt
werde, uff das nit, als bitzhar, der gemeyn man inn gefengk-
nusz geworffen und, so er will ledig werden, sin schuld, wie- i«
wol mit unschuldt, bekennen und verurfechden musz.
Item wo pfarrer weren (dann der vicarien wollen wir
gar nit), sollen &untlich ersucht und gebetten werden, das
heylig evangelium furohin zä verkünden und iren irsal be-
kennen und abstellen. Welche das thun wollen, denen sollt»
die selbige pfarr zimlioh und irem ampt gepurliche [60] under-
haltung geben, welliche aber sollichs nit thun wollen, die
selbigen geurlobt werden, und die pfarr durch die wal der
pfarrgenossen mit einem andern versehen werden.
Uff das euch aller zanck und hader inn geystlichen Sachen 29
abgleit werde, und nit einer den andern uff der cantsel für
ein ketzer, wie bitzhar beschechen, uszschry und schelte, soll
allein, wie obgemellt, das gottlich wort on allen menschenza-
satz gepredigt werden. Wo sich aber ye sollicher span be-
gebe, sollen die priester der selben lantschafft und flecken mit ^s
iren biblien züsamen berüfft werden, und die handlung nach
innhalt der heyligen geschrifft, und nit nach menschlichem
beduncken, entscheyden und enntlich uszgesprochen werden,
inn bywesen gemeyner kirchgenossen der selben enden.
Item ob sich yemant mit siner oberkeyt vertragen wollt, »
so soll er on wissen gemeyner lantschafft diser vereynigung
nichts beschlyessen. Und ob schon mit wissen gemeyner ver-
eynigung beschlossen wurd, nichtsdester weniger sollen die
selbigen inn ewiger pflicht by der cristenlichen vereynigung
bcliben, uff das nit mit zertrennung inngefurt werd, das die 3^
lotsten inn der not bestecken müszten.
Item es sollen vonn yedem huffen diser vereynigung ein
oberster und vier rät geordnet und gesetzt werden. Die sollen
[60 ^'j gewalt haben mit sampt andern obersten und raten zu
handeln und Ordnung mit stürmen, uffbietten und zuziehen ^
21. Beide Be».: abgleint werde. 40. Beide Hae.: olblkMetUa «ad sftsleh*Q.
1526. 493
fimünemen, damit die gemeyndt nit all züsamen müssen, noch
inn uncosten gefurt werden.
Item es sollen kein roubige gütter, so den mitveiwanten
diser vereynigung entweit weren, underhalten, behuset, noch
2^ passiert werden; sonder, alsbald man soUiohs innen wurt, mit
ylend fusz oder stürm das volck berüfTen nachjagen, uff das
den beschedigten ii gütter widder zükomen. Wo man aber
die rouber oder roubgütter behuset oder gevorlicher wyss für- '
schickt, sollen die selben inn die fuszstapffen der rouber ge-
10 stelt werden.
Item weliche hantwerckslüt ir arbeit nach usz dem land
ziehen wollten, die sollen ir pfarrhouptman angeloben, sich
i^dder dise cristenliche vereynigung nit bestellen lassen; sonder
wo einer hört, das diser lantschafft widderwertigkeyt ziiston
15 wellt, soll er das diser vereynigung zu wissen thun, und wo
es Tonn noten wurd, vonn stund an synem vatterland zuziehen
und helfTen retten.
Deszglichen sollen die kriegsliit ouch verbunden sin; welche
dann dise vereynigung inn allen iren diensten vorbehalten und
20 uszdingen sollen.
Item gericht und recht sollen ouch einen furgang haben,
und niemant, so umb [61] gerechtigkeit angerüfit, on recht ge^
lassen werden. Doch soll keiner mit frömbden uszlendigen
geiichten ersucht noch bekumbert werden.
25 Item die oberkeyt sollen niemant lassen annemen, thurnen
noch plogen^), er sig dann im malefitz verlumbdet.
Item unzimlich spyl, zütrincken und gotzlesterung soll
ernstlich abgstelt sin, die ubelthatter nach gelegenheyt gestrafft
werden.
30 Item ein yeder soll den andern lassen belyben in siner
sprach und kleydung, oder er soll als ein ungehorsamer ge-
strafft werden.
Item 2) es sollend ouch hinfur ein yeder fry sin inn der
ee^ im todfal, im abziehen und der eygenschafik; deszglichen
35 soll, umbgellt und andere derglichen gefell an gemeynen nutz,
Steg und weg ec. bewennt werden. Damit wir uns hiemit
vorbehalten haben wollen alles das, so wir under anderen
unsern beschwerden finden, das zum landsfryden und ruw der
22. on fehlt in beiden Hss.
1) Byhiner liest: plagen; doch vgi Schreiber n 20: blocken, d. h. in
den Block legen.
2) Alles Folgende bis »davon wysen lassen« fehlt bei Schreiber.
494 Heinrich Ryhiner.
armen dienen und mit der geschriffk besteen mag, als: der geist-
lichen gütter, wohin die hinfur bewennt werden soUen, des-
glichen das wir den kleynen zehenden gar nit geben wollen,
oueh frontauwen, Tischen, voglen und Jagens halber. Darby
erbotten haben, das wir inn unserm fumemmen alles des, so ^
uns mit der geschriffk unförmlich oder gar zu nichten erkennt
werden mag, gütlich abston und darvon wysen lassen wollen.
[61^] Darmit solche cristenliche vereynigung, durch die
gottlich gnad angefangen, dester furnemlicher und unzerbrechen-
licher gehalten werd, sollen demnach uff das allererst, so esis
immer fuglich sin mag, brieff und sigel von allen neniblicheii
stetten, flecken und landtschafften uffgericht werden, mit in-
lybung obgemelter artigkel, an sichere ort gelegt werden.
So sind ditz harnachvolgend die artigkel, so die purachafit
einem rath und gemeinde der stat Nuwenburg am Rhyn, alsu
die zu inen geschworen ^)^ uberlifert; luttend also:
Der erst artigkell, das wir nun furohin gewalt haben ein
pfarrer ze setzen von einer gemeind; und ob er sich unzimb-
lieh und ungeburlich hielte, so mag ein gemeinde inn widenimb
entsetzen. Und der selbig pCe^rer sol uns nun furohin predigen ^'
das evangelium on aller menschenzusatz.
Der ander ist, das wir dhein zehenden geben wollen,
dann alein den grossen zehenden; und sol man geben [62]
einem pfarher, so das gotcwort verkundt, euch wie es geburt,
im und den seinen. Ob aber sach were, das inn der selbigen ^
stat oder dorff arm huszlüt weren und ein uberschuts von den
zehenden were, soll mann inen mittheilen. Ouch ob es sach
wurde sein, das mann solt reisen, soll mann den ubexigen
theil an die reysz geben, damit dem armen nit ein sehatsong
uffgeleit werde. %>
Der dryt, das wir nun hinfur wend, das der vogel und
der visch in dem fliessenden wasser, och das gewild in dem
wald frey sey; wann got hat uns das erschaffen.
Der rierd ist, das wir den wald frey ledig wend haben,
damit der arm und der rych mann mögen haben ir nottuifft^s
zu brennen. Und wo es not wurde sein ze buwen, sol mann
X Beide Hm.: dergUcben das wir. 36. Hf.: not wnrd« eein g<»b«ra.
1) Die Uebergabe dieses Städtehens an die Bauern erfolgte bald nacJi
dem 9. Mai; s. Schreiber a. a. 0., II 90 u. III 225, auch Hartfelder, Zm
Oeieh. d. Bauernkriegs, S. 297.
1525. 495
in dem selbigen ein innsehen haben vor einer gemeind, denen
solches empfolhen ist,
Der funfit ist, das wir nun hinfur den todfal nit mer
schuldig wollen sin ; wann es ist ein zusatz der menschen und
5 ein nntöglich ding. Wann sy hand uns geschunden und ge-
schaben, und hetten sy mer gewalt gehept, so hetten sy das
gar genomen.
Der sechst ist, das etliche gutter synd, die zugeeignet
sind von der almend und nit erkoufiEl sind; darinn sol man
loinsehens [62^] hann nach bruderlicher truw. Ob aber sach
wer, das aoker oder wysen redlich erkoufft werend, sol man
sich zimblich und bruderlich verglichen.
Der sibend ist, das wir dheim herren nichtz schuldig wend
sin, denn wie es geburt. Aber nit, das wir nit oberkeit wellen
15 han; dann das evangelium lert uns das nit.
Der achtend ist, das wir überladen sind gsin bitzhar mit
den diensten, und das inn der belonung; wann wir wollen,
das man diene wie unsere altvorderen. Ouch wollen wir der
oberkeit nit dienen, so der arm man zu arbeyten hat uff dem
20 veld. Wo aber wer, das er im wolte dienen, sol er im be-
lonung geben zimblich, wie es geburt ; dann ein ieglicher tag^
loner ist seins Ions würdig.
Der nündt ist, das ettliche gutter sind erkoufit und die
selbigen uberleit mit zinsen, das der arm man gantz oder gar
25 nüt han mag. Desglichen, wo gutter weren also unzimlich
erkoufft, sol man sich bruderlich darinn verglichen.
Der zehend ist, das wir den kleinen zehenden gar nit
geben wollen.
Der einlfft ist, das wir gantz und gar [63] frey ledig wend
30 sin, wie uns got der herre erkou£Fl hat mit sinem kostbarlichen
Tosenfarben bliit und in der schrifft erfunden ist.
Der beschlusz ist, das wir uns in denen artigklen wollen
verglichen und halten, wie uns das evangelium wyszt; wie-
viel, khann man uns des uilderrichten und anzeigen us der
36 geschri£Fl, wend wir uns ab lossen wysen. Ouch wither, wurd
es befinden inn dem evangelio mer artigkel, die götlich weren,
die uns got anzeigt, wennd wir uns ouch vorbehalten. Grot geb
uns £ryd und gnad, amen.
So man diso handlung mit glichem urthell im grund er-
40 wigt, mag ein ieder liechtlich verstau, das die jhenigen, so
IS. Hfl.: das man dine. 33. Hi.: wie und daa evangelium.
496 Hemrich Ryhiner.
man geistlich nempt, nit die kleinste ursach gewesen sind,
derohalb ein so ungehorte eipörung und ufiur inn Tutseher
nacion erweckt ist. Dan es ist der gemein arm man der leer
Cristi unsers heylands, die uns sin gotlich guttigkheyt durch
die fröliohe bottschafit des helgen evangelis geoffenbart, su heil ^
irer seien se yernemen ganti durstig und beging gsyn. und
furwar, wann die den oristenliohen hertzen truwlich furgetragen,
were nut anders davon erwachsen dann ein rechter, ja gott-
licher fryd und einigkeit. Dann wie Cristus [63^] ein kunig
des frydens, also bringt euch sin heylsam wort (das er sinen i«
gloubigen so truwlich bevolhen und, wann sy es hörend und
behalten, die Seligkeit verheyssen hatt) ein ungeswyfelten
Stareken fryden, der so creffbig ist, das er vonn der höchsten
trubsai und anfechtung (deren die weit toI) nit verrückt werden
mag. Es habend aber die, so man geistlich nempt und doch i^
mit irer fulkeit dem armen gemeinen man, des bluttigen
schweyss sy inn Üppigkeit versert, hoch uberlestig gewesen,
die evangelische warheit'nit hören m(^en, von w^en das ir
stadth, leben und wesen dem bevelch gottes so unglich gsin,
das, so du den namen, domit man sy geistlich gescholten, hin- »
fürst, nut wenigers dan geistlichs by inen findest. Nun hat
aber das gottlich wort die art, das es die laster strafft, uffdeckt
und deren erkandtnus gyt; und so die erkandtnus der sund
mit ruwen angenomen, alsdann soigt uns die fröliohe bottschafft
des evangelis die barmhertsigkeit gottes, uns durch Ciistuma
den gnadenstul erworben. Solches erfrouwt nun die eristen-
liche hertzen, so durch die gnad gottes irer erkandten Un-
gerechtigkeiten abzeston und der leer Cristi mit unstrefflichem
leben anzuhangen begirig synd. Die aber von dem himelischen
vatter nit gezogen, ein solcher fursats und willen von des»
lästeren abzestonn nit empfinden, denen ist das goUicb wort
nit alein nit anmuttig, sonder sy vervolgends, truckens nider,
und darumb, das sy es nit annemend, understand sy es [64]
euch anderen zu entziehen und ze verbieten; das doch die
höchste ursach, derenhalb der zom gottes erweckt wurt. Dwyl )»
nun der genant geistlich stadth nit am wenigisten vom evangeÜo
abgetretten, ja das geistlich schwort, welichs nach der leer
Pauli nut anders ist dann das gottlich wort, fallen lassen und
an stat des selbigen ein zytlich schwort, das sy durch grosse
list mit vyl landen und lütten gesterckt, angenomen, ouoh inn «
irdischen eeren und gutteren so hoch erwachsen, das die welt-
liche gewalt und oberkeyt, so von gott inngesetzt, (dann sy
ietz selbs fursten worden) irem erdichten gewalt widien und
1525. 497
gehorsame sin müssen, dorzu sich des nit settigen lassen, sonder
habend sy inen furgenomen die oonscientsen der mensehen,
die doch alein mit dem gottlichen wort geregiert werden sollen,
mit vylen untregliohen Satzungen ze beschweren, alles wider
5 die fryheit des geists, inn welche Cristus sine gloubigen mit
vergiessung sines allerhelgisten plutz dür erkouffl und brufft
hatt, habend sy zu bestetung irs furnemens, dwyl innen das
gotlich wort solchen gewalt und pracht nit zugybt, yyl und vyl
satsungen uffgericht und usz eignem won und gutbeduncken
10 neben dem gotzwort inngefurt, das sy inn ein so verkerten
synn komen, das sy usz dingen, so den cristgloubigen fry sind,
sünd gemacht haben. Und so nun am vordersten not gewesen,
den genanten geistlichen ire laster, ouch wie ferr sy vonn der
regel cristenlichen lebens abgewichen, und wie [64^] übel sy
15 die gotzgaben und gutter der armen yerzerend, mit gottlichem
wort ze entdecken und anzuzeigen, habend sy (wie dann ir
art bruderlicher straff unlydlich ist) sich des evangelis gespert.
Dann sy ietzt wol mercken mochten, wann sy nach dem wort
gottes leben, das inen ir angenomen gewalt, ouch zittlicher
20 pracht und richthumb abgon und empfallen wurden. Dem (als
sy vermeinten) vorzusin, habend sy umb erhaltung irs gewalts
und richthumb vyll unrouw erweckt, mit weltlichen fursten
und oberkeiten buntnis lud Vereinigung gemacht, die sy ouch
nachmals beredth: wann ir angenomener geistlicher Stadt und
25 gewalt durch das gotlich wort (des sich die pursame berumpte)
geschmeleret, das es dann umb die weltliche gewalt und ober-
keit ouch beschechen, und das die zu grund gestossen wurde.
Sy haben ouch by vylen fursten und oberkeiten nit alein die
unruwigen puren, sonder ouch das heillig evangelium so ver-
:to hasset gemacht, das sich des evangelis an vyl orten die cristen
nit dorffen on gevorligkeit lybs und leben berumen. Sy haben
ouch vyl der oberkeiten bewegt und vermögen, grym und
hertenglich mit unbarmhertziger vergiesiiung cristenlichen bluts
wider die underthonen ze handien. Und hat aber gantz nit
35 die meynung, das mit reformierung des geistlichen stadts die
weltliche go^alt undergetruckt. Dann ir angenomener geist-
licher gwalt nit also vonn got verordnet; deszhalb ist er und
wurt nit bestendig synn. [65] So ist aber hingegen die welt-
liche gwalt und oberkeyt von got verordnet, also das, wer der
40 selbigen widerstrebt, der widerstot der Ordnung gottes. Desz-
halb wirt die weltlich oberkeyt als ein werck gottes unverruckt
pliben, von dheinem cristen verachtet nach umbgestossen,
sonder geliebt und geeret. Ach got, das alle oberkheyten
Bsder Cluroiüken. VL 32
498 Heinrich Ryhiner.
solches bedocht oder nach zu hertzen nemen, so wurde durch
sy, als ein verordneten werckzug gottes, vyll Ungerechtigkeit
abgestelt, und der arm gemein man (des seufftsen, gschrey und
eilend in himel tringt) vyl untreglioher burdinen mit gutten
fugen erringert. s
Hieby khann und mag ich aber die underthonen irs für-
nemens, das geweitig, freven und eigennützig gsin, nit alein
nit rümen, sonder musz ich sy darumb straffen. Dann wiewol
niemand lougnen mag, das dye yorgehorten ire artigkell der-
massen gestalt, das bruderliche lieb und billicheit ein insehen i«
und milterung darinnen zugeben, yedoch widerstrebt der Ord-
nung gottes, das die armen lut mit eignem gewalt und frevel
ire beschwerden (deren sy yyl on schaden irer seelen tragen
mögen) von inen werffen und nit alein des geists, eonder ouch
firyheit des fleischs erholen wollen. Es gepurt allen cristen, n
in gehorsame und in der gedult ze leben, und gants nit mit
gewalt sich selbs zu rechen. Dann wo du ein crist seyn und
aber dich selbs rechen wilt, was darff es dann bettens? Gott
ist richter, dem sollend wir unser [65^] anligen bevelchen und
in bitten uns zu erlösen. Wolan, es wurd zu vil allen mangel 2^
anzuzeigen. Aber die somm ist, das wir alle gesündiget, und
umb der sünde willen ist der zorn gottes über uns erwegt,
Der hat ouch frylich dheyner anderen Ursachen willen ein so
erschrockenliche uffruren über uns ergon lassen, uff das wir
alle unserer boszheit inngedenck, deren abstundent und nach 3
der barmhertzig- und guttigkeyt gottes on underlasz mit em-
sigem gebett sohrüwent.
]{«i In denen zytten, ist gsin inn dem monat meyes des funff-
undzwentzigsten jars, hat sich ein grosse menge der puren umb
Elsas-Zabern versamlet^). Die sind hienin inn das Westerich ^^^.v:
ouch die anstossende Lotrinschen grense gezogen, habend etr
liehe closter beroubet, zerstöret, ouch der Lotringischen puren
eins theils ann sich ghenck'). Welichs dem hertzogen inn
Lotringen ze dulden untreglich. Deszhalb sin fürstlich gnad
iren bruder den herren von Güsz^j, so mit einem dapferenj»
kriegsvolok zu rossz und fusz uff der Schampanyen inn des
Parlaments zu Franckrich dienst gelegen, (dan es was Franciscus
1) Vgl. B. Chron. I 49, u. Hartfelder, Gesch. d. Bauernkriegs S. 122 ff.
2) Der aüdwestliohe Theil der jetiigen Rheinpfals.
3) Vgl hierüber Hartfelder S. 119.
4) Claudius von Guise, französischer Statthalter der Champagne, mird«
Ton Heriog Anton schon Anfangs Mai um Hilfe ersucht; a. ebend. S. US.
1525. 499
konig SU Fianckiich kurts davor, am 24. tag februaiii des F^br. u
funfiiindzwentBigsten jars, toi Paphyen ^) inn Lombaidi in offhei
Teldflchlaoht gefangen worden] ime inn Lotringen susesiehen
beschryben. Der ouch sinem bruder gewilüiut, mit allem krieg»-
5 volgt, Frantzo8en, ayentnrier^), stradiotten') und landknechten
onn Terzug zugesogen. [66] Also hat sich der hertzog usz Lott-
ringen mit einem starcken zug zu rosz und fusz bitz inn die
zwentsigtusend erhept, und eigner person den huffen, so im
Westerich gelegen, straffen, ouch die abgefalnen buren wider
10 inn gehorsame pringen und, so das beschehen, alsdann hat sin
f. g.^) zu ruwen sin und widerumb inn Lottringen anheimsch
ziehen wollen. Da aber der buren huff im Westerich des
hertzogen anzogs berichtet worden, hat er siner zukunfft nit
toollen erwarten, sonder sind die buren ufijgfebrochen, usz dem
IS Weeterich yerruckt und widerrumb zurück uff Elsas-Zabern zu
gesogen. Es habend die puren dem bischoff von Straszpurg
die stat Zabern ingenomen und die bürgere zu inen schweren
lassen^). Das hat den bischoff von Straszpurg bewegt, das der
sin bottschafit zu dem hertzogen inn Lotringen geschickt, den
20 hertzogen geworben lud bekommen hat, das sin f. g. eigner
person, sampt dem herren von Güsz und dem cardinal in Lot-
ringen*), beden sinen bruderen, mit allem zug uffgebroohen
und (des doch sin f. g. davor nit willens gewesen) für Elsas-
Zabern gezogen, die pursame, so by den zweyundzwentzigk-
25 tusend starck darin gelegen, yxS mentag nach dem sonntag can- lui 15
täte belegert und treffenlich inn die stat geschossen hat^j.
In solcher belegerung ist der hertzigk usz Lottringen mit
der pursame in der stat Zaberen in red und handlung komen^],
2. Ha.: Tor Phaphyen.
1) Pavia.
2) So hieBB in Frankreich das FuBBVolk, im Oegensati sn den QenB-
darmei oder Reisigen.
3) Leichte Reiterei, meist aus Albanesen bestehend; vgl. oben S. 80, A. 6.
4) Abkflrsung fOr: fürstlich gnad.
5) Vgl Hartfelder S. 122 ff.
6) Johann von Lothringen, Bischof von Mets und Verdun, sp&ter auch
Enbischof Ton Reims, war seit 1518 Cardinal von 8t. OnofriuB.
7) Vgl. Hartfelder S. 124 ff.
8) Die Uebergabe wurde am 16. Mai Tcreinbart, in Folge der Nieder- '
läge der lum Entsats herbeigeiogenen Bauern bei Lupfstein; s. ebend.
S. 126 ff und vgl. unten 8. 501. — Das Folgende, bis »irer herschafft ge-
horsam SU sin«, stimmt wörtlich überein mit dem Briefe des 8tras8burgers
Peter Bats an seinen 8chwager, den Basier 8tadt8chreiber Kaspar Sehaller,
vom 17. Mai; s. Hans Virck, Politische Correspondeni der Stadt Strassburg
im Zeitalter der Reformation, I 167.
32*
500 Heinrioh Ryhiner.
[66^] also das die puren sich uff gnad^) ergeben und uff ein
irostung, das sy ir gewer und hämisch von inen leg^i und
mit wyssen steblin sicher use der stat ziehen, donu schweren
sollen ir leben lang dhein gewer nie ztragen und irer her-
schafft gehorsam zu sin. Dargegen hat inen der hertzig fristung &
lybs und lebens, euch sicheren abzug zugesagt'). Es ist aber
den armen lütten ditz zusagen nit gehalten, sonder zu grossen
11^ 17 unstatten erschossen. Dann als sy am mitwoohen nach cantate
£ruer tagzyt uff vermelte Sicherung ir gewer und harnasoh inn
der stat Zabem, wie des hertiogen beyelch und abred was, by u
der burger rathhus von inen gelegt, sich des zugesagten ver-
sicherten abzugs vertröstet, dorzu die bürgere zu Zabem sedi-
zigk die besten bürgere dem hertzogen zu gysel und bürgen
zugeschickt'), und die buren mit iren wyssen steblin on alle
gewer us der stat uff den platz, der inen bescheiden was, da ti
sy den vermeinten eyd schweren selten, gezogen und by dry-
tusend daruff gewesen, sind des hertzogen Niderlendiaohe fosi-
knecht in die buren gefallen, und alle so hie ussen, oach inn
der stat gewesen, erstochen, alles über und wider das der
hertzog und ritterschafit den knechten gesagt und trungenlich 2«
angeschrüwen haben, der pursame den glouben, so inen der
hertzigk zugesagt, ze halten; es ist aber alles vergeben gzin,
hat nut gehulffen. Und sind der puren, under denen — die
radlfurer, uffwygler und [67] houptsecher hindangesetzt — vyl
fromer junger und alter luten gewesen, ob den zwentsigtusend^) ^
also ellengklich und werlosz erschlagen und erwürgt worden.
Das fiuwar hoch ze erbarmen und wol zu gedencken, das gott
solchen jamer, an disen puren über beschehen zusagen be-
gangen, nit werde ungestrafft lassen. Wiewol der bischoff von
Straszpurg und sine edelliit, deren ein gutter theil by demie
hertzogen vor der stat gewesen, inn diser handlung durch die
Lottringischen (die sy doch als ire frund in das land gebracht]
an zittlichem gut hoch gestrafft. Dann da die pursame er-
1) Statt »uff gnad«, wie Ryhiner sclueibt, aagt Buta im schon er-
wähnten Briefe: on gnad; s. Virok a. &. O.
2) Von diesen angeblichen Zusagen weiss Buti in jenem Briefe nichts.
VgL Hartfelder S. 129, wonach der Heriog hlos milde Behandlung in Aus-
sicht stellte.
3) Das Folgende, bis »ryl fromer junger und alter luten gewesene,
stammt nahem wOrtlieh mit Buti überein; s. Virek a. a. O.
4) Diese runde Sehfttiung gibt auch ein Brief Ton Buta an SehaDer
Tom 24. Mai; s. Virek I 179. Dass sie die wirkliehe Zahl der Oe&Uenes
jedenfalls nur um Weniges übersteigt, ergibt sich aus den genaueren An-
gaben bei Hartfelder S. 131.
1525. 501
achlagen, habend die Welflchen die 8tat Zabem, inn deren mer
dann vyll gute gewesen, geplündert und glich den biflohoffi-
sehen, so inn des hertzogen leger warend, als den bürgeren
und bnren, was sy inn der stat (als sy yyl darinnen) gehept,
s genomen; ndem das dem bischoff sine bürgere in der stat
Zabem merertheils erstochen worden, das nit ein kleine straff
▼on frnnden ist.
Es hat ouoh der hertzog us Lottringen bj drytusend buren,
die den belegerten zu Zabern zuziehen und retten wollen, mit
lo nnem kriegkszvolck zu Lupffstein überfallen i), das dorff umb-
geben und, was darin gewesen, buren, wyb und kind, sampt
dem dorff verbrent und zu eschen geleyt. Uff solches habend
die Welschen yyl hochmutz getryben, yyl junge knaben, acht-
oder [67^] zehenjärig, erstochen ^j, frouwen und jungk&ouwen
15 gesohwecht, yyl dorffer allenthalb angestossen und yerbrent,
das ein semlichs jamerlichs brennen und würgen inn der
selben landart gewesen, derglichen nit yyl mer erhört worden ist.
Nach solchem ist der hertz(^ zu Zabem yerruckt, durch
das Elsässer gebirg haruff gezogen, als man sagt des willens,
20 den hocken durch das LeberthaJ, Lothringen zu, ze schlahen').
Als er aber haruff bitz gon Stotzen^) komen, hat sich ein huff
puren us dem Elsas, ungeyorUch uff die achttusend starck*),
susamen gthon. Die habend das übel, an irn mitbruderen zu
Zaberen begangen, rechen wollen, sind dem hertzogen (der
25 inen doch mit sinem reissigen und fusz-zug, euch treffenlichen
geschutz, yyl zu schwer und überlegen was) froidengklich ent^
gegen gezogen. Und wiewol sy mit irem nutz und yortheil
den landgraben innemen mögen*), so habend sy doch allen
vortheil yerachtet und sich uff alle wytte und ebne enet dem
30 wasser, das by Kestenholtz luz dem thal harusz fleuszt, gegen
6. Hb.: in der lUt Buell (Btatt: Zabtrn.). 30. Hb.: Ktutanholte.
1) Lupf stein, 2 St. ösÜ. t. Zabern. Ueber diese Niederlage Tgl.
Hartfelder S. 127 ff.
2) Dieses berichtet auch Buts in seinem Briefe vom 17. Mai; s.
Virck I 167.
3) D. h. Ton Zabem sog er zuerst südwärts bis Kestenholz bei Schlett-
Stadt, in der Absieht, Ton dort westwärts durch das Leberthal nach Loth-
ringen zurückzukehren; vgL Hartfelder S. 135 ff.
4) Stotzheim, 3 St. nördl. ▼. Schlettstadt
5) Ueber diese Zahl ygl. Hartfelder S. 138, A. 3.
6) Der Landgraben längs dem Eckenbach, 1 St. südl. von Schlett-
stadt, bildete die Grenze zw. Ober- und Unter-Elsass, und hier hatten die
Bauern sich anfänglich gesammelt; s. ebend. S. 137.
502 Heinrich Ryhiner.
Scherwyi zu gesielt und daselbst gelegeret^}. Do nun der
heitiog uss Lotringen iren gewar worden, ouoh mit etüieken
ringen pferden ir leger besichtigen und iren huffen über-
schlagen lassen, und wol bedencken mögen, so die puren nadi
des naohtz nit angryffen, sonder byts uff den volgenden tag *
rüwig gelassen, das bj sich hefftig stercken und nachmals
kummerlich geschlagen werden möchten, [68] ist sin f. g. ilend
rettig worden, die puren nach des abends, wiewol es gantz
spett im tag was'], amsegryffen. Das euch volsogen, und ist
lui 20. von beden parthyen uff sampstag nach cantate ein froideger u
angryff und schlagen beschechen; das hat als lang gewert,
bita die nacht den fryden gepracht. Doch hat der hertsigk,
aber nit on schaden, das veld behalten, die Schlacht eroberet.
Und sind by vier tusend der puren, ouch des hertiogen zugs
ein gut theU, darunder ein her vonn Ysenburg, des hertiogen u
oberster houptman über die reysigen, dorzu ein Welscher edel-
man und by den 500 Niderlandischen knechten erstodien und
umbkomen'); got wolle sich ir aUer erbarmen. Die armen lui
habend zu fast geylt; hetten sy iren vortheil des obends inn-
behept und irer mitverwanten bitz an den morgen erwartet^], 2^<
es were der hertzig usz Lotringen nit ungestrafft usz Tutschem
land komen. Wiewol diso puren so mannlich under ougen ge-
zogen, das der hertzig usz Lothringen glich momdrisz am sontag
exaudi^) sich von stund an umbgewendeth und durch das
Wylerthal annheimsch inn Lothringen gezogen, unangesehen 2:^
das die regenten in Ober-Elsäs sinen gnaden zu dem tningen-
lichisten angehangen, das er inn das Sontgouw rucken und
die selbigen puren ouch straffen solte*).
Li denen dingen, als sich die ietzgehorten [68^] saohen
verlouffen, hat sich ein grosser huff der Sontgouwischen puren se
13. Es.: die selüftdit eroberet biU d und nnd. 16. Hb.: de« bertsegBB obcnien.
1) D. h. sie übersohritten den (HeBsen, der bei Kettenholi das Leber-
thal TerläsBt, und belogen auf seinem nördlichen Ufer bei Scherweila,
1 St T. Schlettstadt, eine neue Stellung; Ygl. Hartfelder S. 138 ff.
2) Es war gegen 6 Uhr Abends; s. ebend. S. 139.
8) Dieselben Angaben aber die Gefallenen s. in Butlern Brief Tom
24. Mai, bei Virck I 179.
4) D.h. wenn sie am Landgraben geblieben wftren; vgl. oben 8. $01, A.6.
5) Das Folgende, bis »ouch straffen solte«, stimmt wörtlich mit
Butiens Brief Tom 24. Mai; s. Virck I 179.
6) Ueber diese Gesandtschaft s. Hartfelder S. 142.
1525. 503
versamlet ^). Die habend nun anfangs die dosier ubeifEillen,
geplundeiet, zenyssen, und glich darnach die weltlichen priester
ouch geschediget, der adel und oberkeyt euch angryffen und
inn ii bruderschafit ze tringen understanden. Des sich aber
5 der adel gewideret, sich gon Ensisssheim in f. d.^) vonn Oster-
rieh stat gthonn, vilicht des willens, gegen der ungehorsamen
pursame thätlioh ze handien. Es hatten aber die puren den
adel und oberkeyt so schnell und unfursehenlich überfallen,
das der adel zu dheiner stattlichen gegenwer komen möcht.
10 Deezhalb der adell zu Ennsiszheim gantz ingethann und der-
massen geenstiget was, das er sich darin nit lang enthalten
mögen. Das hat nun der pursame zu irem furnemen ein
grossen halszstarch geben, das sy inn ubermut so gar erhoben,
das sy nun dhein gutliche Unterhandlung vonn den stetten
t5 Schietstat, Colmar, Brysach ec. hören, sonder alle stett, schlosz
und gebiet inn ir bruderschaffl; ze zwingen vermeinten.
Als aber diser huff der purschafft berioht empfangen, wie
es Iren mitbruderen zu Zabem, Lupfiistein und Scherwir er-
gangen, und aber nit gewuszt, das der hertzog usz Lothringen
20 wider hindersich zogen, sonder grosse fursorg gehept, das sin
f. g. yylicht ouch des willens sin mocht, sy (die solcher zit
zu Battenheim^) lagen) ouch ze besuchen, ist ein grosser schreck
in sy komen, ja sy sind so gar erhaset worden, das sy vom
gemeinen helen huffien uff donstag den uffarttag [69] JhesuMaiss
asCristi fruer ratzyt^) ein schryft^) und bottschafft zu einem er-
samen rath der stat Basell geschickt und zu dem trungenlichisten
gebetten haben, das ein statt Basell sich in disen handel legen,
verhelffen und schaffen wolte, das der hertzig usz Lotringen
wider inn sin land zuge und sy, die pursame, mit f d. von
30 Osterrioh irem gnedigsten landszfursten, ouch iren herren und
dem adel zu gnaden komen und vertragen werden möchten,
damit das land (so einer stat Basell kornkasten) nit verherg^t,
darzu wither plutvergiessens erspart wurde.
Uff disen tag habend das regiment zu Ensiszheim, ge-
35 meiner adel, ritterschafft und prelaten im Sontgouw und Elsas,
als die wol gewuszt, das der hertzig usz Lotringen (uff den sy
IJ Ueber diesen Aufstand, der Mitte April begann, b. Hans Stolts,
Chronik v. Gebweiler, Ausg. t. J. See, S. 25 ff, auch Hartfelder S. 24 ff.
2) Abkürzung für: fürstlich durchlucht
3) Battenheim, ssw. Ensisheim u. Mülhausen.
4] Morgens frühe, bei Beginn der Rathsitzung.
5) Diesen Brief, v. 25. Mai, s. bei Schreiber, Urk. i. Bauernkrieg II 139,
auch Eidg. Absch. IV 1 a, S. 666.
504 Heinrich Ryhiner.
allen trost gehept) iie puien nit straffen, sonder wider an-
heimsch ziehen wollen i), ir treffenlich bottschaffi, glich wie
die pursame, wyderumb (dan sy dayoi ein stat Basel umb ein
truw nffsehen und hilff ouoh einmal angerufii)^) su einem er-
samen rath der stat Basell geschickt, die nun frager tagsyt &
vor gesessenem rath erschynen'). Und glich wie sy Torhin
ouoh gthonn, also habend sy in namen f. d. von Osteridi irs
gnedi^sten herren^), darzu gemeinen adels, ritterschafft und
prelaten, ein ersamen rath nit alein umb ein truw uflbehen,
sonder vylmer umb hilff angesucht und gebetten, das ein stat i#
Basel sich f. d., gemeinem adel und pursame zu dienstlichem
gefallen und gut diser schweren uffrurischen handlung [69**]
undernemen, helffen und ratthen weiten, damit die erporung der
pursame abgestelt, die irnmg vertragen, das land vor Terhergung
und sy zu beden theilen, die oberkeiten und underthonen, vor u
vemerem blutvergiessen verhüttet wiuden. Darby sy ouoh ein
stat Basell der erbeinung, so das husz Osterich mit gemeiner
EÜdtgnoschafft hette^), zu dem ernstliohisten ermanten. Glioher
gestalt habend der bischoff von Straszpurg*), abt von Murbach '),
her Hanns von Morsperg®) und andere mer ein ersamen rath 2»
der stat Basell umb underhandlung und hilff angesuocht, wie
dann ir aller missieven, einer stat Basel zugeschickt, besugend
Hieruff ein ersamer rath loblicher stat Basel retig worden:
dwyll bede theil, die oberkeit und underthonen, des fridens
begerten, wiewol das regiment zu Ennsiszheim, gemeiner adel, s
ritterschafft und prelaten sich hievor der spönnen, so ein statt
Basell mit den iren gehept, nutzit angenomen, sondei durch
die finger und zugesehen, dorzu die Sontgowischen puren lieber
11. Es.: gtafliiitii »del. 16. Hs.: Duby sich onek.
1) Vgl oben S. 502.
2) Ueber diese frühere Gesandtschaft, welche Mitte Mai in Basel er-
sehienen war, s. Woohenausgabenb. 1525, S. 544, auch unten S. 516, femer
H. Meltingen Bericht aber seine Sendung vom 25. Mai, abg^edr. in £idg.
AbscL IV 1 a, S. 664 ff, u. bei Schreiber H 137 ff.
3) Diese Gesandten, die am 25. Mai vor dem Rath erschienen, waren
Hans Bexthold von Reinach und Hans Jakob Waldner; s. unten S. 516.
4) Enhenog Ferdinand, der sp&tere Kaiser.
5) Die Erbeinung vom 7. Febr. 1511 8. Eidg. Absch. UI 2, S. 1343 0.
6) S. den Brief seines Kanslers Dr. Itelhans Rechburger, Tom 10. Mai|
bei Schreiber II 91.
7) Georg Ton Masmünster.
8) Den Brief Hans Christoffs von Mdrsberg, Tom 18. Mai, s. im St. A«
Bd. L. 169, 1, auch bei F. Burckhardt S. 76.
1525. 505
mer unfridens zwuschen dei stat Basell und Iren undeithonen,
denn das sy also gütlich geeint wiuden, gesehen — jedoch
weiten sy als liebhabei fridens und einigkheyt sich nunmer
dei Sachen annemen, ii treffenlich botsohaffit zu beden theilen
5 schicken, ein anstand machen und versuchen, den hertaogen
usi Lothringen toIs usz dem land ze pringen.
Es ist euch darby geratten und erstattet worden, das ein
stat Basel nunme ir lieb Eidgnossen von den ortten Zürich,
Bemn, Solothom [70] und Schaffhusen, ir bottschafit abhar zu
10 schicken 1), beschryben und bitten solle: diewyl die louff sich
eben schwer und sorgklich zutrugen, und ze besorgen, das
Elsas und Sontgouw (so gemeiner Eidtgnoschafft wynnkeller
und komkasten weren) verborgt werden möchten, das sy dann
ii bottschafften ilend gen Basel schicken und rathschlagen
15 verhelffen, das dise lender nit verderbt, und furer blutvergiessen
erspart wurde. Das nun disen orten ilends zugeschryben.
Nach solchem sind von stund an inn schneller ill an ge-
melte end ze ritten verordnet worden her Heinrich Meltinger
buTgeimeister, Wol%ang Hutschin, Hans Stoltz und Joder
20 Brand, alle des raths']. Und als zu allem gluck unser truw
lieb eidtgnossen von Zürich meister Clauws Setzstaben, und
unser eidtgnossen vonn Solothornn irn seckelmeister Ochsen-
bein') anderer Sachen halb zu einer stat Basell geschickt, hat
sych ein ersamer rath der selben beden hotten gemechtiget und
25 vexm<^n , das sy , damit dester fruchtbarer mit merer dapfer-
keit gehandelt, sampt den obgenanten eins raths verordneten
verritten. Und sind dise verordneten alle nach ditz tags gönn
Battenhin zu der pursame inn das veld und demnach gönn
Ensissheim geritten , und dise donstagsnacht daselbst gelegen, Mai 25
30 von dem r^iment und adel eerUch empüangen, tractiert und
gehalten.
Momdrisz am firitag^) habend die verordnete ein abscheid lui 26
und anstand zwuschen f. d. von Osterich unsers gnedigsten
herren regiment zu Ensiszheim, als in irer durchlucht, des
35regiments, gemeinen adels und [70^] ritterschafft, darzu aller
3^ Hfl.: als Uflbehabflr. 10. Hi.: besehxyben und bitte solle.
1) £b wurde ein Tag angesetit anf den 30. Mai; b. Eidg. Absoh. IV 1 a,
S. 677 ff.
2) Ihre Instruction s. im St. A., Bd. L 169, 1, s. Th. abgedr. bei
P. Buxekhardt S. 80, A. 1.
3) Niklaug Oobsenbein.
4) Ueber die Verhandlungen dieses Tages s. Meltingers Berieht, bei
Schreiber n 138 ff.
506 Heinrieh Ryhiner.
deren namen, die f. d. regierung inn Obei Elaas und Sontgouw
undeithon sind, die syend glich geistlich oder weltlich, den-
glichen dem bischoff vonn Straaibuig und heiren abt von Mui-
bach an einem, sodan gemeynei pursame inn Ober Ebaas,
Sontgouw, Montat^}, BeflPeit, RosenfelBertalP) und allen anderen »
inen anhengig, als den huffen im Prjssgouw, am anderen theill
dergestalten gemacht, das ietigemelte paithjen verwilget haben
den dryen orten Zürich, Basel und Solothomn, und wer sieh
von Eidtgnossen diser Sachen mit inen, als man dan etlidier
warten was, beladen wölte, swuschen inen allen obvermelten i«
theilen umb ire spenn, erporung und ansprachen gutlich se
handien und, wo aber die gutlicheit nit verfahen möchte, sj
deren mit recht se entscheiden. Dits hat das regiment xu
Ensissheim, gemeiner adel und ritterschafit in namen f. A. und
iro selbs vertruwt und sugesagt, wiewol sy anfangs vermeinten, u
das recht') alein für ire personen und nit von ires fursten
wegen ze bewilligen^). Aber da her Heinrich Meltinger burger-
meister zu inen sagt: »wo ist ietzt uwer fürst, wer hilfil uch
ietst? wollend ir es nit thun, sagends, damit wir es den puren
anzeigen, dann wir sy nit verkurtzen wollen« — stiessend der 2n
landvogt*) samt etlichen vom r^ment die kopff zusamen, und
bald sagten sy: »nit also, lieben herren! wie ir (der dryer orten
gesandten vermeinende) das begerend, also wollend wir es an-
nemenc. Hieruff ist nun der anstand gemacht*).
Diso pursame ist [71] uff des adels gehört verwilligen ab-s
gezogen 7), und haben alle theyl, nemblich die oberkeiten den
underthonen, und hinwider die underthonen den oberkheyten^
fry sicher verschryben gleit, wie die hinder ein stat Baseli
6^ Hb.: an uid«r«ii UitiUen. 11. Es.: eipomng nad ■pnchm.
24. Hb.: HiBraiT ir niia der UBtud gemBclit.
1) Die obere Mundat, das bisohöflich StrASsborgische Gebiet von
Rufach.
2) Das ndrdL von Beifort gelegene Thal Ton Rougemont, auch Rosen-
matthal genannt
3) D. h. die BehiedBrichterliche Entscheidung, im Gegensati zur güt-
lichen Vermittlung.
4) Das Folgende, bis > anstand gemacht c, stimmt naheiu wGrÜidi mit
Meltingers Berieht; b. Schreiber II 139.
5) Wilhelm von Rappoltstein; 8. nnten S. 509.
6) D. h. auf Grund dieser Verhandlungen vom 26. Mai wurden auf
dem Tage su Basel, der vom 30. Mai bis 5. Juni währte, die niheren Be-
dingungen des Waffenstülatandes Tereinbart; s. Eidg. Absch.rV la, S. 677 ff.
7) Zunftchst sogen sie nur von Battenheim sich nach Habaheim lu«
rück, also südwfirts, weiter weg Ton Ensisheim; s. P.Burokhardt S. 80.
1525. 507
eilegt, übergeben, und usz sorgen gelassen ^j. Und ist da ob-
vermelten parthyen ein tag, uff Udalrioi bald darnaoh kunfitig JiUi 4
in der stat Basell ze ersehenen und lut irs yerwilligens ze
handlen, zugeschryben, ernempt und verkundeth worden 2). Es
5 sind euch von stund an der dryer orten loblicher Eidtgnoschafft
gesandten^) zu dem hertzigen inn Lottringen geritten^), sin
f. g. gegen den puren abzestan und nit wither wider sy ze
handien angesucht und vermögen.
ELie kann ich mit dheinen fugen unangezoigt lassen, das
10 f. d« von Osterich landvogt, regenten und rath inn Obern Elsas
xnitler zytty als der dryer orten Zürich, Basell und Solothornn
gsandthen by dem hertzogen inn Lottringen gsinn, der Eidt-
gnossen raths- und sandbotten, die solcher zyt zu Basell by
einanderen waren, ein schryfft zugeschickt, darinn sy gantz
15 heitter erkhennen, das sy in namen der f. d. von Osterich,
ouch für sy selbs, den Eidtgnossen zu eeren und gefallen den
obgenanten von Zürich, Basel und Solothornn gesandten uff ir
underhandlung den anstand, und was zu &iden, ruw und hin-
legung irer und der pursame spenn und erborung dient, ze
20 handien verwilligt haben. Und darumb ich solches anzoig,
verursacht mich, das die regenten nachmals uff [7 1 ^] dem tag,
zwuschen inen und der pursame uff Udalrici gehalten, (vilicht Jnu 4
von wegen das die buren allenthalb niderlagen, grossen unfal,
und der adel den fall und gluck inn siner hand hat) heSteng-
25 klich verneint und gantz nit bekandthlich sin wollen, das sy
von f. d. wegen utzit bewilliget, sonder alein für ire personen
die Sachen hinzelegen und mit recht ze entscheiden zugeben
haben ^). Da aber usz diser missiven gar heitter verstanden,
was sy zugesagt, das das inn f. d. und ir selbs namen be-
30 schechen, und dwyll dann dises zusagens halb nachmals ein
grosser miszverstand und Unwillen erwachsen, hat uns ge-
lieben wollen solche missiven hie zu inserieren. Der Inhalt
ist also^):
1) Gem&SB dem Vertrage vom 5. Juni; b. Eidg. Absch. a. a. O.
2) S. ebend. S. 678.
3) Nämlich die Gesandten von Zürich, Solothum u. Basel, die lu
Ensisbeim unterhandelt hatten; b. oben S. 505.
4) Für diese GesandtBchaft zum Hersog von Lothringen b. die In-
Btruction im St. A., Bd. L 169, 1, u. vgl. unten S. 509, sowie auch Meltingers
Bericht bei Schreiber n 139.
5) S. die Verhandlungen vom 4. — 14. Juli im Eidg. Absch. IV la,
S. 735 ff.
6] Diesen Brief geben wir hier nach dem Original im StA., Bd. L 169, 1.
506 Heinrich Ryhiner.
Den funichtigen eisamen und wjsen, gemeyner Gidt-
gnossohafft latha- und sandbotten, 60 yetst by einanderea
lu Baael >yn^), unsem besonderen lieben und guten
freunden.
ünsei frunüich wyUig dienst sigen uch alsit butot. Für- s
siohtigen ersamen wysen, besonderen lieben und guten frnndt
Wiewol diser tagen ewer ersam trelSenlich ratsbotschafü von
Zürich, Basell und Solothuren vor uns ersohinen und Ton
ewem wegen uff ein anstandt iwuschen uns an stat der £ d.
unsers gnedigisten hern, gemeynem adel und den nadi be-i»
stendigen des lobUohen haus Osterriohs, euch anderer [72]
oberkeyten underthonen an eynem, sodann den uffirurigen under-
thonen, die zu yeld zogen und an dryen huffen, su Batten-
heym und daselbst umb, im Bryssgow, und im Rosenfelaser
thal oder euch daselbst umbiigen sollen, gehandelt, also dasts
alle theyl, bys das die obgemelt ewer bottschaffl wyderumben
von unserm gnedigen hem von Lothringen, zu dem ey Ton
uoh gefertiget, sygen komen, das, so die selb by ime erlangt,
uoh berichten, und ir furer inn der Sachen, was zu fryde, ruw
und hynlegung der selben dient, handien mögen, mitt tbatth-»
licher handlung styl ston und nichts verrer fumemen noch zn
thun gestatten sollen, und wir als die, so zu fryde und eyn^
keyt geneygt, des in namen der obgemelten f. d., ouoh für uns
selbst, uch zu eren und gefallen bewylligt, und uns die ob-
gemelt ewer bottsohafft dorgegen als für gewysz vertroet und»
zugesagt, das solhs von den berurten dryen huffen ouch be-
scheen und gehalten werden solle — so gelangt doch an uns,
das der huff im Bryszgow das selbig nit thun, besonder sidi
gegen Brysach annemen und arbeiten, wie sy das euch su
irem wyllen bewegen mochten']. Wo nun, wann das also seinsd
solt, von inen nit glouben gehalten und uch, wie uns nit
zwyvelt, als liebhaber gloubens fryde und eynigkeit, byUicher
zuwyder und zu gestatten nit gemeint were, das ir und ewerer
gesandten handlung dermassen veracht und [72^] zurück gestelt
werden solt, so begeren wir an stat f. d. mit aUem emet an 35
uch, und für uns selbst vlysdg und &untlich bitten, ir woH
zu stundt gestragks und on verziehen ewer treffenlich boti-
schafft zu dem huffen inn das Bryszgow schicken und, so ir
•. Beid^ Hi.: iwueliM uitr.
1) Auf dem lum SO. Mai angesagten Tage; s. oben S. 506, A. 6.
2) Die Regierung lu Ensisheim 'wusste also noeh nicht, dass Bieisaeb
am 26. Mai mit den Bauern kapituliert hatte; b. Hartfelder S. 917.
1525. 600
die Sachen dennaasen, wie wir bericht syn, gestalt fynden, by
dem dazob sin, den daztsu halten und vermögen, den ab-
geredten anstandt zu halten, wythei fumemens Stil su ston und
ewer undeihandlung zu erwarten, und uch und ewerer ge-
s sandten inn irer handlung nit also zu yerachten und zurück
zu stellen, darmit ir nit anderer gestalten inn die Sachen zu
griffen und zu handien yerursaohet So haben wir gentzlichen
dofur, ir werdet sy vermögen, still zu ston und glouben zu
halten. Das wollen wir, zusambt dem das wir des von ewern
10 gesandten vertrost seyn und uns donnit zu dem anstandt euch
vermögen lassen haben, umb uch gantz fruntlich und gutwyUig
verdienen. Datum Enszheim, den 28. tag may anno ec. 25. luias
Fürstlicher d. ec. unsers gnedigisten hern landtvogt,
regenten und rathe inn Obern Elsas.
i& Wilhelm her zu Roppoltzstein,
lantvogt 1},
N. Babst, cantzler.
[73] Als nun vilgenante gesandten usz Lothringen komen^),
wider gon Basel und anheimsch komen, sind der obgenanten
20 vier orten, nemblich Zürich, Bernn, Solothorn und Schaffhusen
treffenlich ratzbotschafften uff einer stat Basell schryben er-
schinen'); das nun ein stat Basell zu hochem danck und wol-
gefallen angenomen. Disen botten ist anzeigt, was durch der
dryer orten gesandten by dem adel, pursame und hertzogen
25 usz Lothringen gehandlet, und darüber abgescheiden^), das die
genanten vier ort uff üdalrici widerumb ir bottschafften gon jqu 4
Basel schicken und, wie vorgemelt, handien verhelffen selten.
In denen wylen, als sich vorerzelte Sachen verlouffen,
habend sich die pursame der Obern und Nideren Marggra-
30 schafit euch nit gesumpt, sonder irem herren marggraff Ernsten
ditz bede land^) sampt den schlössen Bottlen, Badenwyler,
1) Im Brief folgt hier noch eine zweite, für mich unlesbare Unter-
schrift, die in Ryhiners Abschrift fehlt
2) Vgl oben & 507.
3) Auf den 30. Mai; TgL oben S. 505, A. 1.
4) Den Abschied dieses Tages, Tom 5. Juni, s. Eidg. Absch. IV la,
S. 677 fL
5) Ernst regierte nur in der Obern Markgrafsohaft, wo der Aufstand
Anfangs liai ausbrach. In der Untern Markgrafschaft, wo seine Brüder
Bernhard und Philipp regierten, wShrte die Empörung Ton Mitte April
nur bis Ende Mai; s. Hartfelder S. 208 ff u. 284 ff.
510 Heinrich Ryhiner.
Hochperg^) und anderen ingenomen, zu iien handen gepracht,
und henen marggrayen daiuas yeitriben^). Deaihalb sich die
stett Straflzpuig, Biysach und Offenburg inn solche spenn ge-
legt') und, das ein ersame stat Basell inen ietatgehorte hand-
lung abstellen und yerthedingen behulffe, begert und gebetten. &
Es haben oueh bede, maiggraff Philips und marggraff Ernst
[73*'] yon Baden gebrudere, ein stat Basel sich diser sachen
ze undernemen sohryfftlichen angesuocht^). Darinn ein satt
Basell hern marggrayen, euch 'sinen underthonen, zu gutem
nachpurlichem wolgefallen gewilfort. Und als her marggraff i^
Ernst zu Offenburg, und siner gnaden underthonen yor Offen-
burg zu yeld lagen ^), hat ein stat Basell sich diser saoh under-
nomen, yon stund an ir treffenlich ratzbotschafft gon Offenbuig
zu der yorbenanten stetten Straszpurg, Brysach und Offenburg
gesandten geschickt*]. Die habend zwuschen herren marg-is
graff Ernsten und siner fürstlichen gnaden underthonen und
yerwandten ein abscheid gemacht ^j, die parthien inn ein uss-
jaii (18) treglich recht yeranlaszt, tag uff Margarethe^), zu Basell se
erschinen, gutlich und rechtlich ze handien, ernempt und an-
gesetzt. ^
J«u 4 Dem allem nach ist der angesetzt tag uff Udalrici') von
f. d. yon Osterich regiment zu Ensiszheim, gemeynem adel,
7. Hs.: Entt tob bedeii g«bnid«r«ii. 14. Hs.: sn den Torb«Baat«n atotteiL
17. Hb.: dl« putlü« inii «in.
1) D. h. für Röteln erzwangen sie die Aufnahme einer bftnerlichen
Besatsung. Dasselbe gesohah TieUeioht aueh mit Badenweiler, mit Hodi-
berg aber sicher nicht; s. Schreiber, Urk. s. Bauernkrieg II 110 u. 185.
2) Schon am 5. Mai hatte er sich yon Hochberg nach Freiburg be-
geben, spftter Ton dort nach Breisaoh und schliesslich nach Strassbmg;
8. Hartfelder S. 286 u. 333.
3) Ueber diese 3 St&dte und über den ersten Tag lu Offenbuig, Tom
5. Juni, s. ebend. S. 333 ff.
4) S. ihre Briefe vom 7. u. 13. Mai, im St A., Bd. L 169, 1.
5) Ueber den beabsichtigten Zug der Bauern in die Nahe Ton Offen-
burg, der allerdings nur theilweise ausgeführt wurde, s. Hartfelder 8. 336.
6) Ueber diese Gesandtschaft s. ebend. S. 337 ff, auch Schreiber, Urk.
2. Bauernkrieg n 180 ff.
7) Diesen TorlSufigen Vertrag, Tom 13. Juni, s. im Aussug bei Hsit*
felder S. 338 ff.
8) Genauer Dienstags nach Margaretha (18. Juli). Denn erst an diesem
Tage sollte die rechtliche Verhandlung beginnen, falls bis dorthin swisehen
Markgraf Ernst und seinen Unterthanen keine endgiltige Verständigung er^
folgt war; s. ebend. S. 341.
9) Ueber dieten Tag zu Basel, der bis 14. Juli wfthrte, s« Eidg.
Absch. IV la, S. 735 ff, ferner Schreiber III 13 ff, auch unten 8. 517.
1525. 511
ritterschafft und prelaten, ouch henn abbt yon Murbaoh an
einem, sodann gemeynei puisame in Ober Elsas, Sontgouw,
Montat, Rosenfelsesthal, Beffort, iren mitverwanten am anderen
besuocht, und durch loblicher Eidtgnosohafil funff orten Zürich,
5 Bern, Basel, Solothorn und Schaff husen z wuschen den [74]
parthyen gehandlet, wie der abscheid, desdialber yergryffen
und allen theilen zu banden gestelt worden, den wir hie inn-
zelyben verursacht, gar eigentlichen uszwiszt. Und lutet also ^}«
(Folgt Bl. 74 — 90^ der Abschied dieses TagesJ.
10 [90^] Diewyll nun der obgemelt abscheyd under anderem
des inhalts, das sich die funff ort loblicher EidgnoschafEt uff
der pursame ansuochen ein bottschafft zu f. d. von Oesterich
zu schicken yerwilligt^), sind demnach zu irer d. ze ritten ver-
ordnet worden von Basel die fromen ersamen wysen her Jacob
15 Meyger der zyt alt oberster zunStmeister ') und Heinrich Bihiner
rattschryber der statt Basel, und von Schaffhusen der from und
wys her Hanns Jacob Muorbach zunfftmeister. Die sind den
17. tag Julii yerritten^), und wiewol sy f. d. im Etschland, jniicis?)
[91] Algouw und Beyerland gesuocht, habend sy doch ir d.
30 erst inn Schwaben zu Ougspurg den ersten tag augusti er- Avg. i
gryffen, by irer d. sich von stund angesagt und bescheid em-
pfangen, momdrisz den anderen tag augusti uff die sibende Avg. 2
stund vor irer d. zu erschynen und ir anligen anzuzoigen.
Als nun die gesandten der funff orten loblicher Eidtr
25 gnoschaffb uff die bestimpte stund gon hove komen, hat die
f. d. von Osterich sy gantz gnedengklich empfangen und sampt
irer d. räthen gnedige audientz gegeben. Also habend die
gesandthen iren bevelch furtragen und irer d. alle handlung,
wie sich die zwuschen irer d. adel und purschafft zugetragen,
30 wie ouch und was bede theyl den funff orten der gutlichen
underhandlung und rechtsprechens verwilget, was der funff
orten gesandten uff üdalrici verschynen zwuschen allen par- Jnii 4
thyen gehandlet und für mittel uff irer d. gnedigs gefallen
abgeredth^), mit den geschicktesten fugen anzeigt, und ir f. d.
26. Hb.: gnedengldich angafangen.
1) Den Wortlaut diesefl Abschieds s. bei Schreiber III 32 ff; fenier
8. Eidg. Absch a. a. O.
2) S. Schreiber ÜI 48.
3) Jakob Meyer zum Hirzen, der spfttere Bürgermeister.
4) Ihr Beglaubigungsschreiben ist yom 18. Juli datiert und nennt nur
die swei Basler, nicht aber den Schaff hauser; s. Schreiber III 52.
5) Diese YermittlungSTorschlftge s. bei Schreiber III 35 ff.
512 Heinrieh Ryhiner.
lum underiheiiigiBten gebetten, das sy ab besehehener under-
handlang ein gnedigs gefallen haben, oueh in ansehen der
▼ilüaltigen mug, arbeyt und costen, so diae fnnff ort irer d.
zu gants guttem nachpuilioben gfallen umb erhaltung fryden«,
damit daa land nit yerhörgt und blutveigiessen [91^] erspart ^
wurde, inn solcher erporung uff des adels beger unyadionen
gthon, oueh furer ze thun gneigt weren, iren gnedigen willen,
dise spenn gutlich und entlich zu entscheyden, dorzu die stnff
der pursame zu der funff orten banden ze stellen und gnedigk-
lich ze vertruwen; so weiten die Eidtgnossen sich mit ent-f«
Scheidung der spenn, oueh der straff gegen den underthonen^
so geburlich halten, das ir f. d. sonders zwivel ein gnedigs
gefallen darab haben sollte.
Daruff ir f. d. den gesandten mit antwurt beg^net: wie
sy ab der frundtliohen underhandlung, deren sidi die taaSü
ort inn disen erporungen geupt, ein sonder guedigs wolgefallen
hette; wolle oueh soUohs, wo es sich zu beschulden zutrüge,
nit yergessen. Aber iren willen zu gutlichem und entUehem
usztrag ze geben, wiewol sy den funff orten ze wilfkm gneigt,
iedoch were es iren der Ursachen schwer, das iier d. die 31
artigkel, so durch die funff ort in mittlungswyse zu hinl^:aBg
der Sachen für gut angesehen, von dem adel hieyor über-
schickt, die werend dermassen hochwichtig, das sy yerneren
bedachts, dann ir f. d. bitzhar geschefften halb gehept, oudi
erkundung der landsarten bedurfftig. Deszhalb ir d. in willen, s
sich furderlich in ire vordere erbland ze thun, gelegenhejt
allerdingen selbe ze erkunden unil, so das beschehen, akdann
den funff orten obgemelter beger ein so geburliohe [92] ant-
wurt geben, das die dem fursten unverwiszlich und den funff
orten gefellig sin solte. Es hat euch ir f. d. den anstand, inoji
Aug. 20. obberürtem abscheyd yergryffen, yerner bitz den 20. tag augusti
erstreckt^) und solches irer d. regiment zu Ensiszheim sampt
irer d. antwurt, den gesandten wie yorgemelt gegeben, eigent-
lich zugeschryben^)« Es hat oueh ir f. d. der funff orten ge-
sandten zu Ougspurg funff tag an der herberig eerlich und^^
cost&y gehalten und so gnedengklich abscheiden Ion, das sich
die gesandten dbeins anderen yersehen, daxm ir d. hette den
funff orten irer beger gnedengklich gewillfort
26. Hf.: in wüIm tich,
1) Im Abschied Tom 14. Juli war als letstes Ziel der 10. August be-
stimmt worden; s. Schreiber HI 47.
2) Diesen Brief, yom 2. August, s. ebend. S. 72.
1525. 513
Als sich aber mitlei sitt zugetragen, das der Schwäbisch
pund (darinnen vyl fursten, bischoff, appt und Schwebische
stett vergryffen) sich wider die puren, so sich garnach durch
alles Tutsch land erport, die selbigen zu straffen und in ge-
s horsam se pringen mit einem wolgerusten kriegsvolgk su rossi
und fiiosz erhept, euch die puren an vyl orten, als under
anderem im Würtembergischen land^] zu Herrenberg ^], item
und zwuschen Sindelfingen und Bäblingen'), sodan in Schwaben
by Gimtzenhusen^), deszglichen im Allgow^) und vyl mer
10 anderen orten mit öffentlichen veldstritten und [92^] schlachten
überwunden, ja der puren inn Tutschem land so vil erwürgt
und umbbracht, das mann gewuszlich aeitj die zall der ent-
libien were ob den hunderttusend mannen, und demnach, was
der pursame uberpliben, nit anders dann uff der herren gnad
15 und ungnad ufi^enomen, ouch hertengklich an lyb und gut
gestrafft worden — hat solcher der pursame unfal den Sont-
gouweren ein grossen schrecken, aber hinwiderumb dem adel
ein grosz hertz, halsstarch und lust, ire puren, glich wie an-
deren beschehen, mit der that ze straffen, geben. Dann es
20 hat sich der adel und ritterschafft inn Ober- Elsas und Sont-
gouw, nachdem der anstand zwischen inen und der pursame
ixS fntag nach dem uffarttag gemacht*), und sy der puren lu 26
unfal und niderlag, so inen allenthalb begegnet, vemomen,
treffenlich gerust^}, mit kriegksknechten beworben, die stat
26 Ennsiszheim und ire schlosz besetzt, sich mit proband, muni-
cion, tmd was zu der artallary und kriegszubung not ist, zu
dem besten sy gemogen versehen. Aber dorgegen sind die
Sontgouwischen puren (vylicht des unnfals halb, der iren mit-
bruderen allenthalb begegnet) under inen selbs geteylt und
30 Bweyspeltig worden, also das ein theyl der puren nit me
1) Dieses Heisogthum stund damals unter östreichischer Verwaltung;
8. oben 8. 62.
2) Heirenberg, nordw. von Tübingen, wurde von den Bauern am
8. Mai eingenommen, aber beim Anrücken des schwftbischen Bundesheeres
schon am 10. wieder aufgegeben; s. St&lin, Wirtemberg. Oeseh. IV 299 ff.
3) Zwiseben Sindelfingen und Böblingen, südw. von Stuttgart, erlitten
sie eine seh were Niederlage am 12. Mai; s. ebend.
4) Ghmsenhausen liegt nicht in Sehwaben, sondern in Franken. Viel-
leicht aber ist Güniburg gemeint, in dessen Nähe, bei Leipheim, die
Bauern am 4. April eine Niederlage erlitten; s. ebend. S. 277.
5) Im Allgan wurde der Aufstand erst im Juli unterdrückt; s. ebend.
S. 306£
6) VgL oben S. 505 ff.
7) Vgl. Basels Brief Tom 20. August an die Ostreich. Regierung in
Ensisheim, bei Schreiber, III 91 ff, auch Hartfelder S. 44 ff.
Bul«r Chroniken. VI. 33
514 Heinrieh Ryhiner.
kriegen toöüenj aber an iiei henen, adels und rittendiafit,
gnad sich ergeben. Die [93] anderen haben solichs nit thun,
sonder f. d. antwurt, uff der funff orten beger se geben su-
gesagt^), erwarten und, obglich ir d. rieh gnediger antwoit nit
entsdiliessen, ir fumemen mit der band und gewalt eroberen s
wollen. Darun gevolgt, das der puren rieh eben vyl by iren
herren und junokhem widerumb zug^than und von dem ge-
meinen huffen abzogen sind.
Es hat ouoh dem Sontgouwisohen huffen schaden bracht,
das die MarggräTcr mit irem herren, wie da oben gehört, inn i«
ein usitreglioh yeranlasst recht komen und irer spennen uff
jvii (18) sant Maxgrethen tag^} inn der statt Basell durch die gesandten
ratsbotten der stetten Straszpurg, Basell, Offenbiirg und Bry-
sach guttlich und rechtlich entscheiden und befridiget worden
sind. Dann der Sontgouwisch huff mit etlich Brysigouweren, n
so f . d. Yon Osterich angehorig gewesen, alein inn sorgen 9md
irer Sachen unvertragen pliben sind.
▲ug. 20 Und ab nun der iwentsigist tag augusti') dergestalten
Terschynen, das f. d. den funff orten, wie sy su Ougspurg unn-
Terwussenliche antwurt ze geben zugesagt, khein bescheyd zu- »
geschryben, und der Eidtgnossen Werbung weder yerwilliget
nach abgeschlagen, sonder, als die red was, in das Wurten-
bergisch land geruckt^), (daselbst [93^] bewarb sich ir d. mit
einem zug, vilicht der meynung die Sontgou wischen mit der
Aug. (23) band ze straffen) ist der adel und ritterschafft glich den 21. tag ^
augusti^) des morgens, etwan ein oder zwo stund vor tag, zu
Ennsiszheim harusz geruckt, hat das dorff Battenhin uberÜBillen
und geplündert, der pursame etlich erwürgt, die anderen ge-
fangen und wider sy gehandlet, wie man dann inn kriegks-
fallen ze thun pflicht*}. s»
1) Vgl. oben S 512.
2) Ueber dieses Datum Tgl. oben S. 510, A. 8.
3) Der Tag, bis wohin der Vertrag yom 14. Juli war yerlingert worden;
B. oben S. 512.
4) Von Augsburg sog Ferdinand Mitte August nach TClbingen, wo
er 3 Monate lang blieb; s. St&lin IV 309.
5) Vom 21. August ist ein Brief der Bauern datiert, worin diese über
allerlei bisherige Verletsungen des Waffenstillstandes sieh beklagen; si
Schreiber, Urk. i. Bauernkrieg III 95 ff« Den hier eriihlten Ueberfidl
jedoch datiert Hans Stohi in seiner Gtebweilerohronik 8. 30 erst auf
»St Bartolome abent« (23. Aug.), und dieses Datum Terdient wohl den
VoTing Tor dem 21. August, wie Ryhiner hat Denn auch die absehligige
Antwort der Ensisheimer Kegierung auf Basels Einladung tu dem auf den
21. angesetaten Reehtstag erfolgte erst am 22. Aug.; s. Schreiber lU 100.
6) Ueber die Flucht nach Basel, welche hierauf erfolgte, s. B. Chionl 53.
1525. 516
Darab sich die pursame hoch beschwert. Deszhalb sy ir
tieffenlich bottschaffi; gon Basel fui ein ersamen lath geschickt^))
des uberfials und besohedigung von dem adel ernstlich beclagt,
angerufft und gebetten: Diewill sich der adel anfangs, als die
5 pursame ir furnemen wol wider sy schaffen mögen, diser er-
porung und spönnen uff die Eidtgnossen zu gutlichem und
rechtlichem usitrag bewilliget, daruff die puren uss dem Teld
gesogen und inen das recht hierumb wol und wee thun lassen
nach gutwillig weren, das dann ein statt Basell dem land
10 und den armen lütten zu gut nochmals so wol thun und den
adel und ritterschafit dem verwilligten rechten nachzekomen
und irer dhatlichen handlung abzeston yermogen wolten. Dann
wo das nit beschechen, so kondthen sich die armen lut nit
also erwürgen und fahen lonn, sonder muszten sy widerumb
i&zusamen [94] ziehen, sich in ein gegenwer schicken. Wan
dann das selbig an die band genomen, were sich gewussers
nut ze versehen, denn das zu grossem blutvergiessen und yer-
hergung des lands dienen wurde.
Uff solich ansuochen hat ein ersamer rath der statt Basell
20 ditz anbringen ilends iren gemeinden, so man nempt die
sechst), furgehalten, und mit inen ein bottschafft gon Ensisz-
heim zu dem regiment und adel ze schickien und ernstlich irs
tätlichen fumemens abzeston ze vermanen erkhandth und be-
schlossen. Es ist euch hieby geratten: diewyl sich dise hand-
i5 lung also erzoige, das ze besorgen, es mochten das Elsas und
Sontgouw verderbt und inn eschen glegt werden, das aber
einer stat Basel, euch gemeiner Eidtgnoschafft (der kornkast
und winkeller sy weren) nit lidenlich, das dann ein stat Basell
nunme schnei und on Verzug gemein Eidtgnossen alhar uff
10 den ersten tag septembris ze beschryben'), inen dise handlung, 8«pt. i
und was einer stat Basel an verenderung diser landen gelegen,
anzeigen und mit irem rath und hilff insehens thun selten,
damit blutvergiessen erspart und die lender nit verderbt wurden.
Das alles ist beschechen, die Eidgnossen [94^] gemeinlich sind
(5 von ort zu ort beschryben %
17. Hb.: su g;roMem blntreigiessnng und ferhergiing.
1) Sie hatten in Basel ibre Gesandten schon seit dem 21. Augast,
wegen des angesetzten Rechtstages; s. F. Burckhardt 8. 102.
2) Der aus den Sechsern der Zünfte bestehende Grosse Rath.
3] Ueber diesen Tag zu Basel, der bis 9. Sept. wfihrte, s. Eidg.
Abflch. IV 1 a, S. 767 ff.
4) Diese Briefe sind yom 24. Aug.; s. ebend. S. 761.
33*
516 Heinrich Ryhiner.
E8 sind oueh gon Ensiszheiin ze ritten verordnet worden
von kleinen und grossen rathen der stat Basell, namblich die
fromen Testen fursiohtigen ersamen und wysen her Heinrich
Meltinger burgermeyster, Wolfl^angHutschin und Joder Brand ^),
aUe des raths, und von den seohsen Bemhart Meiger^)^ Jacob i
von Eylchen') und BudolfF Supper ^). Die habend sich des
obgemelten tags^) erhept, gönn Rnsisghein geritten und mom-
Aug. (24) diss den 21. tag augusti<^) mit dem regiment, adel und ritter-
schafft gehandlety wie naohvolgt^).
Anfangs habend gemelte verordneten dem rq^ent, adeli»
und ritterschafft eins ersamen raths der statt Basell, von dem
sy zu inen volgender Sachen halben gesandt, fruntÜchen und
willigen dienst anzeigt, und darby wyther enteokt: Ein er-
samer rath der statt Basell sye zwyvels on, sy die herren vom
regiment, adel und ritterschafi hottend nach in frischer ge- ^
dechtnüs, das sy anfangs, do sich die erporung zwuschen inen
dem adel und pursame zugetragen, ir treffenliche [95] bot-
schafit zu dem zweyten mal, nemlich des ersten her Hannsen
Tmber von Gylgenburg rittern statthalteren^) und Hana Jacoben
Waldner, und zu dem anderen mal Hansen Bechtolden. von^i
Bynach und Hans Jacoben Waldneren, für' einen ersamei
rath loblicher stat Basell geschickt*) und zu dem trungen-
lichisten angerufft und gebetten betten, in den selben schweren
louffen ein truw uffsehen uff sy ze haben, inen rathlich und
hilfflich ze sin, damit vermelte erporung zu ruwen geprachti»
Darby sy ouch ein stat Basell der erbeinung zu dem höchsten
vermant und damit ein stat Basell bewegt hetteuj das sy zu-
19. Hb.: Oylgengboig.
1) Theodor Brand, der sp&tere BOrgermeister.
2) Ueber B. Meyer tum Pfeil, den spftteren BOrgermeister, e. oben S. 386.
3) Vermuthlioh ein Sohn des 1503 yerttorbenen Rathahezm d. N^
der zum Schlatsel sflnftig war; 8. B. Chron. IV 404, A. 5.
4) Dieser wurde 1526 Zunftmeister der Brodbeeken.
5) Also nach Ryhiner am 21. August, oder richtiger am 23.; a. oben
S. 57, A. 1.
6) Dieses Datum stimmt nicht einmal lu Ryhiners Bericht. Wohl
richtiger wäre der 24. August; s. die yorige Anm.
7) Die nachfolgenden Eröffnungen der Basler Gesandtschaft atimmea
s. Th. wörtlich mit ihrer noch erhaltenen Instruction im St. A., Bd. L 169 1.
8) Ueber Hans Imer von Gilgenberg, Basels froheren Bürgexmeister,
der jetit Statthalter des östr eichischen Landvogts war, Tgl. oben & 13, A. 4.
9) Ueber diese zwei Gesandtschaften, von welchen die erste Anfangs
Mai, und die iweite am 25. vor Rath erschien; vgl. oben 8. 44, femer
Meltingers Bericht, bei Schreiber II 137 ff.
1525. 617
Yordrist £ d. von Osterich zu undeithenigem geÜEtUen, gemeinem
adel und rittei8cha£ft (die selbiger zytt nit in kleiner vorcht
und sorgen, diewyl sy von niemandem dhein hil£f hatten,
stunden) zu gut und trost gutwillig undemomen, die pursame
s der selbigen zyt^ do sy iren willen gegen dem adel schaffen
mögen, irs furnemens abgestelt und uff das zusagen, so sy zu
beden syten, der adel in f. d., ouch sin selbs namen, und die
pursame dergestalten gthon, das sy den dryen orten Zürich,
Basel und Solothornn, ouch andern Eidtgnossen, so sich mit
10 bemelten [95^] dryen orten diser Sachen beladen, gutlich inn
iien speimen zu handien und, wo die gutlicheit nit yerfahen
wurde, alsdann die selbigen mit recht ze entscheiden, an-
heimsch us dem yeld ze ziehen, bethediget hette ^). Und wie-
wol der schryffUioh anstall, der inen den funfiten tag junii Juki 5
15 anno 25 zugeschickt^) — Ton wegen das der schryber, wie sich
der adel nit inn die gute alein, sonder ouch zu dem rechten
verwilliget, dhein wussen gehept — des rechtlichen üstragk
nit meidung thette*), so were doch die warheyt, das sy die
harren vom regiment, adel und ritterschafit von wegen f. d.
70 Ton Osterich, dorzu ir selbs, zu gutlicher und rechtlicher hand-
lang fry, on Torbehaltung, bewilligt betten^). Wiewol, ab der
tag uf Udalrici zu Basel! geleistet worden 5), hetten sich dieJQU4
harren vom regiment und adel im artigkel des selben ab-
scheids, anfohende »Als aber f. d. regimentsherren«^'), lutter
35 entschlossen und begeben: was sy für ire personen berurte und
sy zu berechtigen hetten, das sy darumb gutlicher underhand-
lung und, so aber die gutlicheit nit verfahen wurde, alsdann
der Eidtgnossen rechtlichen entscheids darüber zu erwarten;
doch f. d. weitend sy nutzit hingeben, nach [96] verthedinget
30 hetten. Daruff nun der spann des rechtsprechens im selben
abscheid, beden theilen an irem rechten und beschehenen ab-
scheid und zusagen unabbruchig, nebendsich gesteh. Und als
dar Sachen zu gut und umb fridens willen die gesandten der
funff orten 7), nit mit kleiner müg, arbeit und oosten, etliche
32. Hl.: absdieid and «mahgiii.
1) Ueber Basels Yennittlung, Tom 25. u. 26. Mai, vgL oben 8. 505 ff.
2) Den Abschied Tom 5. Juni s. Eidg. Absoh. IV 1 a, S. 677 ff.
3) Ueber die Ursache dieses Versehens s. Basels Brief yom 19. Juni
an die Begierung lu Ensisheim, in Eidg. Abseh. IV la, 6. 737.
4) VgL oben S. 506 die Verhandlungen yom 26. Mai.
5) V^. oben S. 510.
6) Diesen Artikel des Abschieds Tom 14. Juli s. bei Schreiber III 34.
7] Die Namen dieser 5 Orte b. oben 8. 511.
518 Heinrieh Ryhiner.
•
mittel, 80 8y SU hinlegung irer und der pursame spannen far
gut und fruchtbar sin bedunckt, beratschlagt^), und umb willen,
das es des rechtsprechens dheiner witeren erörterung bedorffte,
ein bottsobaffl; su f. d., die selbige umb bewilligping enntlichei
handlung umb ergebung der pursame straff ansesuochen, ver- i
ordnet. Da die f. d. die selben hotten gnedengklich empfiemgen,
ouch sich yememen lassen, wie sy ab der funff orten undei-
handlung ein gnedigs gefallen trüge, hette ouch die artigkel,
inn mitlungswyse für gut angesehen, behendigt Diewil abei
die selbigen hochwichtig, und irei d. der vorderen eiblaadeni^
arten sich withei ze erkunden not, were ir d. wiUens sich
fuiderlich inn ire vordere land se thun, withem bericht ze
empfohen und, wo not, den ougenschin erlernen, und demnadi
den funff orten antwurt geben wolte, die irer d. unverwissen-
lieh und den funff orten gefellig sin solt>). Diewyll [96^] nunu
die f. d. von Osterich dits unverwissenliche antwurt den funff
orten nach nit geben, sonder man deren inn kunffUgem warten
were, darsu der spann des verwilligten rechtens im gemelten
abscheid iedem theill an sinem rechten unverletzlich nebend-
sich gesteh 3), und dann das gleyt, so sy die herren vomr^-%
ment, adel und ritterschafft der pursame mit iren furgetruckten
siglen bewart von wegen f. d. und für sich selbs gegeben^),
sich bitz zu end der Eidtgnossen underhandlung erstrackte
— welich gleyt im lotsten abscheid, daa es by krefflen pliben
solle, im artigkel » Nemblich das diser anstand < ec. lutter toi- r
behalten^}, und aber der Eidtgnossen underhandlung, von
wegen das f. d. ir unverwissenlich antwurt nach nit geben,
ouch der span des rechtlichen entscheids nach unerörieret,
nach nit zu end gloffen — darumb das vermelt ir gegeben gleit
nach by krefften, also das inen vom adel und ritterschafit nit%)
gebure nach zur zit utzit thattlichs wider die pursame xe
handien. So sy dem allem nach in namen eins ersamen raths
der stat Basel ire der gesandten gantz fruntlich bitt und beger,
das sy die herren vom r^ment, adel und ritterschafft zu
hertzen nemen, erwegen und bedencken, wie sy mit irem zwi- 35
fiachen ansuochen ein statt Basell inn dise handlung gepraeht,
8. Hb.: «in gnedigi gefUleu. 18. Es.: dM Tenrillgten reokiens.
J) Diese Vorsohl&ge 8. bei Sehreiberlll 35 ff.
2) Vgl oben 8. 512 ff.
3) 8. Schreiber m 34.
4) Vgl. oben 8. 506.
5} S. Schreiber III 47.
1525. 519
und was verwiBsens einei stat Basel [97] usz dem, das sy doch
alein uff ir ansuochen, begem und yerwilligen mit der pui-
same gehandlet, diewyll der pursame das selbig yom adeÜ nit
erstattet, begegnen wolle; ouch den schweren costen, mug und
5 arbeit, so ein stat Basell inen zu gut diser erporung halb er-
litten und gehept. Und wollend im thätliehen handlung, so
sy gegen der pursame ietzt angefengt und furgenomen, abston
und nachmals ein witteren tag, zwuschen inen und der pur-
same ze handien, den funff orten yerwilligen. So wollend sy
10 mit hilff gottes sich so truwlich und ernstlich bearbeiten, das
sy gentzlich yerhoffen, alle spenn und irrung mit gutten fugen
hin und ab weg ze thun, damit yerhörg^ung des lands (so einer
Eidtgnoschafft und in sonders der stat Basell, darzu inen selbs
unlidlich) underlassen und yerner blutyergiessen erspart und
15 foikomen. Wann dann einer stat Basell diser beger gewilfort,
wollend sy dester gneigter sin, f. d., dem regiment, adel und
ritterschafit auch hienach, ob sich glich das gluck, so ietzt inn
des adels banden stunde, yon inen (als möglich) zu der pur-
same wenden solt, dienstlichen willen ze bewysen, mit mer
20 fxuntlichen werten.
Dorgegen die regenten, adel und [97^] ritterschafil den
gesandten der stat Basell in namen irer herren und obem zu
dem firuntlichesten ghapter mug, arbeyt und costens bedanokt,
und habend sich solches umb ein stat Basel ze beschulden er-
25 betten, ouch wither darby gemeldet: Diewyll die puren den
adel und ritterschaffb yon irem yatterlichen erbgut eignen ge-
walts, freyeis und mutwillens, on eryolgung alles rechten yer-
jagt und yertriben, dorzu dhein anstand nie gehalten, ouch
f. d. stat Ensiszheym uffgeyorderet^), geistlich und weltlich
30 wider alle billicheit beschedigt, so were f. d. wyll und meinung,
die pursame ires mutwilligen bösen furnemens ze straffen. Und
so dann der anstal, den f. d. bitz den zwentzigisten tag augusti Aug. 20
volstreckt^), uszgangen und yerschinen, so geburt inen gantz
und gar nit, einichen withern anstand oder tagsatzung an-
35 zenemen, sonder muszten sy f. d. beyelch nach mit straff g^en
den puren furfaren. Deszhalb ir bitt, das ein stat Basell
solichs nit yerargen, sonder im besten annemen weiten.
Daruff die gesandten der stat Basell wither geantwurtet:
Diso antwort sy der regenten und adell zusagen, hieyor, wie
11. Hs.: spenn nnd ixtnng. 18. Hb.: und rittenehaift nnd hitnMb.
1) Vor Ensisheim waren sie am 4. Mai ersehienen; 8. Hartfelder S. 35.
2) Vgl oben S. 512 u. 514. n
520 Heinrieh Ryhiner.
gehört ist, inn irem erBien furtrag beschechen, [98] ouoh dem
gegebnen gleyt unglich. Und so sy Tom adel des willens ge-
wesen, were einer stat Basell am liebsten gsin, das sy ein er-
samen rath, sich diser handlung ze undendehen, anfengklieh
iinersuocht und zu ruwen gelassen, damit ire herren die pur- s
same nit uss dem veld belediget ^), sonder in irem fumemen
furCaren lassen, damit ein ersame stat Basell yetxunder von
den puren dhein yerwysens haben dorfft Zu dem kondten
die verordneten nit gedencken, das die f. d. inen die iren se
straffen und also thattlich gegen inen ze handien bevelch su- t%
geschryben, in ansehen das sy den Eidtgnossen ir unverwissen-
liche antwurt nach nit geben und also nach nutzit abgeschlagen
hette. Deszhalb einer stat Basell verordneten beger: es wolte
der adell nach hutbytag das harkomen diser sacken, ir gthon
zusagen, gegeben gleit und anders, wie obstat, euch bedeneken, u
so die buren inen glich vill schaden zugefugt, das der add
des aUen im rechten woU wider ergetzt werden möcht, und
den Eidtgnossen wither, wie vor begert, ze handien verwilligen,
oder inen den gesandten f. d. bevelch, dermassen mit den armen
lütten ze handien, erzoigen wölten. >
Hiewidei die regenten imd adel [98^] geantwuitet: Sy
habend ietzt eben vylmal verstanden, wie sy für die f. d. und
sich selbs zu rechtlichem usztrag verwilliget imd zugesagt
haben sollen; dessz sy doch gantz nit gestanden. Es syend
euch iren vil da, die eyd schweren dörften, das solichs nie ir s
wyll nach meynung ze thund gsin sye; habends oueh nit
gthon. Das reden sy als &om lut, die euch gern die warheyt
bruchen, wollend doch hiemit niemanden gescholten han. Es
redt euch der von Gylgenberg hieby: »Ist es geredth und ver-
willigt, so ist es doch nit in unserm gemüt nach hertaen gdn <. »
Und als dann die gesandten der stat Basell inen f. d. bevdch
zu erzoigen begerten, were von unnöten; dan als wenig sy vom
adel ein stat Basel solcher dingen ze ersuoehen ketten. Der
fürst straffe die sinen und handle gegen inen, wie sy woll
verschuldet und sin d. ze thun gut fug habe. Und wiewol sy ss
die legenten und adel gut fug und ursach haben, gegen der
ufi&urigen pursame mit straff, wie angefengt, die f. d. furae&ren
Ion tmd nit ze verhindern, iedoch einer stat Basell su ge-
fallen habend sy sich entschlossen: sover sich die puren uff
gnad und ungnad nach inhalt des Heugou wischen vertragksi«
84. Hl.: vad kandlm gegwn inen.
1) Vgl oben 8. 506.
1526. 521
ergeben^), das sy die also, und sunst zu dheinei withein tag-
leistung, annemen wollen.
Daiuff der stat Basell gesandten [99] wither geredt: Das
sy ein gross befrömbden hetten, das die regenten und adel
sires gethonen zusagen dhein wussen haben wolten, »so doch
ein warheit, das ich (sagt her Heinrich Meltinger burgermeyster)
am fritag nach dem ufEuttag, hie in diser Stuben, als ir alein mu 26
für uwer personen und nit von wegen f. d. zu usztreglichen
rechten yerwilligen weiten, zu uch öffentlich redet: wo ist nun
10 uwer fürst, wer hilfft uch ietzt? wond irs nit thun (verstand,
inn das rechtsprechen yerwilligen) so sagends, das wirs den
puren anzeigen; dann wir nieman yerkurtzen wollen. Daruff
uwer vier oder funff die kopff zusamen stiessend und redten
glich: lieben herren, es hat nit den verstand; wie irs begeren,
15 also wollend wir es annemen']. Das haben ir also verwilligt;
das red ich (sagt genanter her burgermeister] und wenn ich
iets von diser zyt scheiden solt! Zu dem sind ir doch uff dem
gehaltenea tag zu Basell anred und bekandthlich gsin, das
ir uch, umb sovil und uwere personen treff und ir ze berechten
20 haben, zu gutlicher und rechtlicher underhandlung uff die
Eidtgnossen verwilget^}. Nun sagend ir witter, die f. d. straff
die iren, das ir nit verhinderen können. Das ist uns ein
seltzams; dann aUes, was wider die puren gehandlet, thund ir
selbs und die uwern, und nit [99^) der fürst. Dann die f. d.
25 hat den Eidtgnossen nach nit geantwurtet und deszhalb nutzit
abgeschlagen. So ist niemands frömbder im land; aber ir
handien wider die armen lut, wider uwer gegeben gleyt er-
würgend ir sy. Ir hencken sy, fahend und erwürgend sy, das
woU zu erbarmen ist. Und diewyl ir dann unsem herren nit
30 wilforn, euch die buren nit anders dann lut des Hegouwyschen
vertragks uff gnad und ungnad annemen, wollend wir solichs
unsem herren der stat Basel anbringen, euch den buren uwer
gemut anziehen, und was gfallens unsere herren ob beschehener
handlung empfohen, inen heimsetzen!« Damit die gesandten
35 der statt Basell abgescheiden.
Das regiment, adell und ritterschafft habend der stat Basel
so eerlich treffenlich bottschafit ditzmals gantz unfruntlich ge-
halten, inen weder den wyn geschenckt, nach geselschafft in
•
1) Die harten Friedenibedingungen, welehe im Juli der Sehwftbisehe
Bund den besiegten Bauern des Hegau stellte, s. unten 8. 523.
2) Vgl oben S. 506.
3) S. den Absehied vom 14. Juli bei Schreiber III 34, und oben S. 517.
522 Heinrioh Ryhiner.
der herbeig geleistet, wie sy dann davor, als dei schieck inn
inen was, gants fruntlioh und vilfaltig gthonn hatten. Welichs
ein ersamen rath dei stat Basell grosslich yerdxossen. Den-
halb ir streng ersam wyssheit, nachdem dise hotten wider an-
heimsch komen, wassE sy mit dem r^;iment [100] und litter- %
schafft, wie da vorstat, gehandlet, beden kleinen und grossen
räthen erzalt j erkhandt haben: das ein stat Basell dem legi-
ment Ton Enssheim nun hinfur su ewigen litten den wjn, so
sy harkomen, niemergmer schencken nach yereren, sonder aller
^ser handlung und schmach, so einer stat BaseU yon demi«
adel ietst begegnet, solte man ingedenck sin und sich kixnff-
tiger litt, so das regiment und adel utiit ann ein stat Basell
begem, des adels nit me beladen, aber iren mussig gonn^).
Es ward euch von den gesandten anzeigt, wie der adell
des tags, als dise hotten Tonn Ensissheim Mulhusen sn ritten i&
wollen, dry puren an einen boum an der strasE, da dise ge-
sandten yerritten müssten, hencken lassen. Ob das den Ter-
ordneten von Basell su lieb oder trats beschechen, mocht man
nit wussen.
Es ist euch der pursame im Sontgouw, die iren treffen- 2b
liehen usssschuts und bottschaffl; inn der stat Basel gehept^),
was by dem adel gehandlet und wie nunme dhein anders
vorhanden sye, denn das sy sich uff f. d. und des adels gnad
und ungnad ergeben, den Heugouwischen yertrag annemen,
oder sich selbs mit der gegenwer des adels entschütten mussten, s
anzeigt worden. [100^] Daruff die pursame einer stat Basel
aller gehapten mug, arbeit und costen zu dem fhmtliohisten
gdanckt und gebetten: diewyl der adell sin zusagen, des reoht-
sprechen halb gthon, lougne und nit halte, und sy aber, was
sy zugesagt, gern halten, euch inen recht wol und we thunsi
lassen weiten, doch solichs ir ubergnugsam erbieten nit wolle
von inen angenomen werden, deszhalb sy getrengt sieh wider
ze huffen und zu veld geschlagen — das dan ein stat Basell
sy nit verlassen, sonder alweg für bevolhen haben und nach-
mals verhelffen wolle, damit die sach zu friden gepracht; dann»
schlecht so wollend sy die schantliche Hegouwische rielitnng
nit annemen, sonder ee alle den tod darüber liden.
Es was ein schwere richtung, so die armen lut im Hegouw
angenomen; und diewyl solche nit mer erhört, hat uns gelieben
wollen, deb inhalt selbiger inzeschryben. m
1) Dieser Rathsbesohluss findet sieh nicht hn Erkanntnissbaeh.
2) Vgl. oben 8. 615.
1525. 523
Aitigkel, 80 der pundt^] gegen der puisame brudei-
schafft straf fBwjBe furgenomen^}.
Anfangs sollend sich die puren [101] an irer herren gnad
und ungnad ergeben, alle gewer, hämisch und buchsen den
5 oberkeyten zu banden stellen, und niemermer keyne haben
nach tragen on wissen der oberkeyt.
Zu dem andern sollend sy globen und schweren iren
herren und oberkeiten alles das ze thun, wie von alterhar Ton
inen beschechen ist, und niemer inn dhein bruderschafft oder
10 geselschafit zu komen , oder einiche puntnis wider ir ober-
keyten zu ewigen zytten furnemen oder machen, und dheinen
anderen vertrag bewillgen oder annemen.
Zum dritten sollend sy sich umb den uberzug und schaden
mit iren oberkeiten on alles uszziehen yertragen, und on alle
15 entgeltnus wider insetzen.
Zum yierdten sollend sy dem fursten usz Osterich umb
den uberzug, den sy im haben zugefugt, von einem yegklichen
husz insonderheyt sechsz gülden geben on alles verziehen, damit
die herschaflEten mit brand und nam nit verbergt werden.
20 Zum funAen sollend sy die jhenen, so principal, und die
mutwilligen, so dise erborung uffgericht und gefurdert haben,
dem pund uberantwurten und zu banden stellen.
[101^] Zu dem sechsten, welcher abtrinnig und uszwyt
sich fluchtig macht und in die straff nit ergeben wül, dem
25 selben soll man wyb und kindt nachschicken, sin hus ab-
brechen, verbrennen, und niemergmer zu gnaden uffhemen.
Zum sibenden so wirdeth man liit verordnen, die die
glocken usz den kylchen thun, die kylchthurn und kylchhoff
abbrechen.
30 Zu dem achten soll man das entwert gut, so den kylchen
genomen, widerumb uberantwurten.
Ditz obgemelt artigkell sollend die puren globen und
schweren zu eewigen zitten zu halten und niemerg darwider
ze thun.
35 Und als nun die Sontgouwischen puren dise artigkell
nit annemen wollen, habend sy sich von stund an erhept und
8. Es,: wie Ton alUr hur.
1) Der Sohwftbisohe Bund, dessen Heer gegen die Bauern zu Felde
gesogen war; Tgl. oben S. 521, A. 1.
2) Vgl. bei Sehreiber, Urk. s. Bauernkrieg HI 3 ff, den Unterwerf ungs-
vertrag der Qrafsehaft Fürstenberg, der die hier folgenden 8 Artikel eben-
falls enthftlt.
524 Heinrich Ryhiner.
sind, uff das best sy gemogen geiust, gon Habsdieim *) su-
samen geiogen^).
Und wie davor gesagt, das die Sontgouwischen puien
inn syt des anstands under inen [102] selbs sweyspeltig und
getheUt worden'), das hat inen selbs grossen schaden und nach- s
teil gebracht. Sy habend ouoh ir selbs trennung erst diser litt
befunden, da sich die handlung su einem ernst geschickt.
Dann als sy sich ietst su der wer insohicken und yermeint,
sy wurden alle, wie sy Busamen geschworen, inn lieb und leid
by einanderen pliben, sind die stet Thann, Altkylch, Watrt»
wyler und Sennhin von den puren abgetretten, den eide, so
sy davor susamen gthon, ufl^^esagt und sich zu dem adel ge-
henckt. Es habend euch des bischofi von Strasipurgs under-
thonen der Obern Montat, desglichen die pursame lu Beffert,
Rosenfelserthal und vyl andere sich an ire herren ergeben, u
also das alein das landvolck im Sontgouw (von denen denocht
euch vill abgeCallen und lu dem adel kernen waren) by
einanderen pliben^).
1) 1 St Ö8tl. Ton Malhauisn.
2) Ueber ihre weiteren Unternehmungen s. Hartfelder 8. 47 ff.
3) Vgl. oben 8. 513.
4) Ueber den Auegang dieses neuen Aufstandes s. P. Burekhardt
S. 116 ff. — Die Ursaohe, warum derselbe hier fehlt, s. oben 8. 455 ff.
Allgemeine Beilage.
Die Bathsb es atznngen
der Jahre 1482 — 1532.
Die RathsbesatBungen des XIY Jahihunderts, soweit sie
noch erhalten sind, wurden im yoiigen Bande yeiöffentlioht^)),
und diejenigen des XY, bis 1481, finden sich bei Sehönbeig^).
Da nun dei Inhalt des yoiliegenden Bandes yorzugsweise den
5 Ausgang dieses und den Anfang des XYI Jahrhunderts berührt,
so wird es nicht unpassend erscheinen, wenn wir hier als all-
gemeine Beilage einen weiteren Theil dieser Rathsbesatzungen
folgen lassen, nämlich yon 1482 an bis sur Reformation. Den
Sieg dieser letzteren Bewegung bezeichnet der Bildersturm
10 Tom Februar 1529, der auch eine eingreifende Aenderung des
Raths zur Folge hatte ^j. Vier Jahre sjMlter jedoch, im
Februar 1533, folgte eine neue Verfassungsänderung^}, und
diese, die durch den im Juni 1532 gewählten Rath beschlossen
wurde, blieb fortan für lange Zeit die letzte. Dem entsprechend
15 führen wir die Rathsbesatzungen hier noch über 1529 hinaus
bis 1532, d. h. bis zum Verzeichnisse derer, durch welche die
Verfassungsänderung yom Februar 1533 ins Werk gesetzt wurde.
Auf eine weitere Fortsetzung hingegen müssen wir schon aus
räumlichen Gründen durchaus yerzichten.
20 Von 1490 bis 1522 sind uns die Rathsbesatzungen im
Oeffiiungsbuche VQ erhalten, mit einziger Ausnahme der Jahre
1493 und 1507, welche dort fehlen. Ihre Fortsetzung hin-
g^en, yon 1523 an, findet sich lückenlos im Schwarzen Buche.
Zugleich aber wurde alljährlich vor der Rathswahl das Namens-
25 yerzeichniss des bisherigen Rathes auf ein Blatt geschrieben,
d. h. sowohl dasjenige des » alten c Rathes, der jetzt wieder
wählbar war, als auch das des bisherigen »neuen«, der nim
zum alten wurde. Diesen zwei Listen wurde sodann nach er-
folgter Wahl noch als dritte die des neugewählten Rathes bei-
30 gefügt. Von diesen Wahlblättern sind nun diejenigen von 1487
1) S. B. Chron. V 548 ff.
2) Sohönberg S. 772 iL
3) S. oben S. 118 ff.
4) S. Heusler S. 444 ff.
528 Allgem. Beilage.
bis 1494 und Yon 1502 bis 1519 noch erhalten, und da jedes der-
selben auch die Rathslisten dei zwei yorausgehenden Amtsjahie
enthält, so lassen sich hieraus nicht allein die schon erwähnten
Lacken z. J. 1493 und 1507 ergänzen, sondern ebenso die im Oeff-
nungsbuche gänzlich fehlenden Rathsbesatzungen von 1485 bis &
1489. Es fehlen somit nur noch die Jahre 1482 bis 1484, und für
diese sind wir einzig auf die in den sog. Kerbbüchlein er-
haltenen Listen der Siebener angewiesen. Da dieser Ausschuss
für das Finanzwesen jedes Vierteljahr neu bestellt wurde, so
umfassen diese Verzeichnisse für jedes Jahr mindestens dien
Hälfte des ganzen Käthes^). Von den übrigen Namen aber
lassen sich manche — dank der regelmässigen Wiederwahl der
meisten Rathsglieder — mit ziemlicher Sicherheit aus den
Rathsbesatzungen der yorausgehenden und nachfolgenden Jahre
er^Lnzen. Denn wenn wir z. B. für 1480 und 1486 an der-is
selben Stelle denselben Namen linden, so lässt sich kaum be-
zweifeln, dass der Betreffende diese Stelle auch 1482 und 1484
bekleidet habe. Lnmerhin unterscheiden wir diese Ergänzungen,
welche nicht durch die Siebenerlisten gesichert sind, im Drucke
durch Cursiyschrift^). An solchen Stellen aber, wo z. B. 1480»
und 1484 yerschiedene Namen aufweisen, yersuchen wir
keinerlei Erg^änzung, sondern setzen nur ein Frageseichen.
Vergleichen wir diese Rathsbesatzungen mit den früheren,
wie sie theils im yorigen Bande, theils bei Schönberg yor-
liegen, so ist yor Allem daran zu erinnern, wie der Bath 1382 s
durch die bleibende Zuziehung der 15 Zunftmeister belrachi-
lieh yerstärkt wurde'). Andrerseits aber nahm die Vertretung
der Hohen Stube im letzten Drittel des XV Jahrhunderts durch
Aussterben und Wegzug zusehends ab, so dass yon den sog.
Achtbürgem nur noch zur Seltenheit wirklich 8 vorhanden »
waren ^}. Von den Rittern aber fanden sich seit 1480 meistens
nur noch 2, und da an ihren Stand durch die Verfassung das
Bürgermeisteramt gebunden war, so tauschten diese alljährlich
nur die Stellen des » alten « und des » neuen « Bürgermeisters.
Als Ritter waren sie beide höheren Standes als der Oberst-»
Zunftmeister, der nach altem Herkommen das eine Jahr aus
1) Diese Siebenerlisten, jedoch nur bis 1482, s. bei SehOnberg S. 804 ff.
— Zwei vereinselte Ergänsungen aus dem Zunftbuoh der Gftrtner s. unten
in Anm. 7 u. 8 su S. 534.
2) Dem entsprechend setsen wir in solchen Fällen bei der Batht-
besatiung von 1484 das Wiederholungsieiohen in Klammem; a. unten S. S34.
3) Vgl. B. Chron. V 544.
4) S. SehOnberg S. 792 ff.
Rathsbeiatzungen. 529
den Aohtbüigem und das andere aus den Zünften genommen
wurde, und dieser Umstand mochte der Grund sein, weshalb
die Rathsbesatzungen yon 1490 an gleich nach dem Bürger-
meister den Altbürgermeister und dann erst den Oberstzunft-
& meister aufführen.
Diese den Standesunterschied berücksichtigende Reihen-
folge fiel jedoch dahin, als im Jahre 1500 die beiden bisherigen
Bürgermeister die Stadt verliessen und in Folge dessen ein
Achtbürger, Ludwig Kilchmann, das Bürgermeisterthum als
:u »Statthalter« versehen musste^). Denn als nun 1501 in diesem
Amte ihm ein anderer Achtbürger folgte, nämlich der bisherige
Oberstzunftmeister Peter Offenburg, da wurde in der Raths-
besatzung allerdings Kilchmann als »alter Statthalter« auf-
geführt, jedoch nicht mehr yor dem neuen Oberstzunftmeister,
15 sondern erst nach diesem 2). Bei dieser neuen Rangordnung
aber blieb es auch in der Folge, wiewohl inzwischen zwei
Achtbürger die Ritterwürde erlangt hatten und deshalb von
1502 an das oberste Amt nicht mehr als »Statthalter«, sondern
als regelrechte Bürgermeister ritterlichen Standes yersahen.
211 Wie der Altbürgermeister, so wurde fortan auch der Alt-
Oberstzunftmeister, sofern er Achtbürger war, in den Raths-
besatzungen als viertes Haupt der Stadtgemeinde aufgeführt.
Diejenigen Träger dieses Amts hingegen, welche einer Zunft
angehörten, erscheinen in den Rathsbesatzungen nach wie vor
25 nur als Rathsherren ihrer Zünfte. Nachdem aber die Ver-
fassungsänderung vom März 1515 alle bisherigen Vorrechte der
Hohen Stube vollends aufgehoben hatte '), wurden die zünftigen
Oberstzunftmeister ihren achtbürgerlichen Amtsgenossen auch
hierin gleichgestellt, so dass in den Rathsbesatzungen hinter
30 dem Altbürgermeister fortan regelmässig als viertes Haupt der
Alt-Oberstzunftmeister erscheint, gleichviel ob er der Hohen
Stube oder nur einer Zunft angehörte.
Die zünft%en Rathsglieder, welche 'Häupterstellen be-
kleideten, wurden für diejenigen Amtsjahre, in welchen sie
35 nur Altbürgermeister oder Alt- Oberstzunftmeister waren, in
ihren Zünften als Rathsherren nicht ersetzt. Sobald nun in
den Rathsbesatzungen ihre Namen bei den Häuptern ein-
getragen wurden, so musste selbstverständlich die Rathsherren-
stelle ihrer Zunft leer bleiben, und daraus erklären sich die
1) S. oben S. 13 u. 431, auoh Heusler S. 417.
2) 8. unten S. 540.
3) 8. HeuBler 8. 423 ff.
BMltr Chroniken. YI. 34
530 Allgem. Beflagg.
Lücken, die wir von 1517 an unter den Rathsherren einzelner
Zünfte bemerken. Die einzige Lücke aber, welche die Reihe
der »neuen« Oberstzunftmeister aufweist, betrifft das Jahr 1483,
wo der von Bischof Kasper ze Rin für dieses Amt ernannte
Adam Walch vom Rathe zurückgewiesen wurde ^). &
In der Anordnung dieser Rathsbesatzungen zum Drucke
folgen wir in ähnlicher Weise, wie schon im Y Bande, dem
Vorgänge Schönbergs, indem wir je auf 2 Seiten 6 Jahrgänge
neben einander stellen und die jedes zweite Jahr sich wieder-
holenden Namen durch einfaches » ersetzen '). Da Ton 1500 i«*
an durchweg auf den Bürgermeister der Oberstzunftmeister
folgt, und erst nach diesem die beiden »alten« Bäupter, so
befolgen wir diese Rangordnung auch für die vorausgehenden
Jahre, obschon in den betreffenden Rathsbesatzungen der Alt-
bürgermeister, wie wir sahen, dem Oberstzunfbmeister TorauB- u
geht. Es nennt also zu jedem Jahre die erste Zeile den
Bürgermeister, die zweite den Oberstzunftmeister, die dritte
den Altbürgermeister und die vierte den Alt-Oberstzunftmeifiter.
Ausserdem jedoch enthält diese vierte Zeile auch die wenigen
Ritter, welche nicht Bürgermeister waren, die sieh aber von 2^
den Oberstzunftmeistern durch das beigefugte r. (Ritter) schon
genugsam unterscheiden. Weiter folgen sodann die übrigen
Vertreter der Hohen Stube, nämlich die Achtbürger. Die Grioss-
zahl der Rathsglieder jedoch bilden zunächst die 15 Raths-
herren der Zünfte sammt den 15 Zunftmeistern. Die Zünfte»
selbst aber bezeichnen wir nur nach ihrer herkömmlichen, in
den Rathsbesatzungen genau befolgten Rangordnung durch die
Zahlen 1 bis 1 5, die wir vor die Namen ihrer Vertreter setzen.
Von diesen Zahlen nun bedeutet:
1. kouff lütte'). 9. schnider, kursener. jo
2. huszgenossen. 10. gartner.
3. winlütte. 11. metzger.
4. crämer. 12. zimerlüt, murer.
5. reblütte. 13. scherer, moler, sattler.
6. brotpecken. 14. weber. ss
7. schmid. 15. schifflüt, visoher.
8. sohfünaoher, gerwer.
1) S. im 8t A., Erkanntnissbuoh I 22, auch Heualer S. 404.
2) Vgl B. CbroD. V 545.
3) Die Namen der 15 Zünfte geben wir hier naoh einem um 1490 ge-
flohriebenen Verieichniss im Oeffnungsb. VII 2.
RathsbeBatiiiDgeD .
631
Vor den Namen der 4 Häupter sowohl als der Ritter steht
immer der Titel »her«, den wir im Druck weglassen; die
übrigen Rathsglieder hingegen sind überhaupt nicht titulirt.
Die Bezeichnung »ritter«, welche stets hinter dem Namen des
5 Betreffenden steht, behalten wir wenigstens in der Abkürzung
bei, und ebenso auch »alter zunfftmeister« hinter solchen Namen
▼on Alt-Oberstzunftmeistern, welche im betreffenden Jahre nicht
unter den 4 Häuptern, sondern unter den Achtbürgern oder
unter den Rathsherren der Zünfte stehen. Ueberhaupt aber
10 gebrauchen wir zum Zwecke der Raumersparniss folgende Ab-
n:
IS
20
25
30
35
40
r. für rittei
• •
> .
a. z. >
St. 1
d. e. ]
alter zimfilmeister (d. h. Oberstzunftmeister).
> Statthalter des burgermeisterthumbs.
> der elter.
d. j. ^
dr. :
> der junger.
» doctor.
▼. j
> von.
sen. 3
> senior.
rec. 1
> recessit.
ren. :
» renunciayit.
Sodann bei den Taufnamen:
Anth. fi
Balth. 1
ir Anthenge, Anthenig oder Anthoni.
» Balthasar.
Barthol. ^
» Bartholomeus oder Bartlome.
Beruh. =
» Bemhart.
Burckh.
» Burckhart.
Christoff.
» Christoffel.
Crisoste.
> Crisostimus oder Crisostotnus.
Euchar. i
» Eucharius.
Hans ]
> Hanns oder Hans.
Heinr. >
> Heinrich.
Lienh. i
* Lienhart.
Ludw. 3
Mart. >
* Ludwig.
Martin.
Onof. »
Onoffrius.
R&d. 1
> Rüdolff.
Sebast. i
> Sebastean.
Theod. 1
> Theodor.
Thieb. i
► Thiebold.
Thom. 1
> Thoman.
Wilh. 1
> Wilhelm.
34*
532 Allgem. Beilage.
Einselne Namen sind in der Hs. durchgestrichen, meist mit
dem Zusatz »renunciavit« oder »lecessit«, und diese setxen
wir im Druck in Klammern. Bei solchen Rathsgliedern aber,
die während ihrer Amtsdauer starben, steht suweilen ein f
oder »obiit«) wofür wir ebenfalls ein f setien. Ausserdem h
noch bezeichnen wir in den Rathsbesatzungen yon 1527 u. 1528
mit einem '*' jene 12 Rathsglieder, welche als Anhanger des
alten Glaubens im Februar 1529 ausgeschlossen wurden^), und
ebenso auch in der Rathsbesatzung von 1530 alle diejenigen,
welche schon im Februar 1 529 als Ersatz für die Ausgeschlossenen i >
in den Rath des Amtsjahres 1528/29 waren gewählt worden'}.
Vor jede Rathsbesatzung setzen wir zudem die Blattzahl des
betreffenden Rathsbuches. wobei wir das Oeffhungsbuch VlI
mit Ob., das Schwarze Buch mit Sb., die Kerbbüchlein mit
K und die blosen Wahlblätter mit W bezeichnen. Im übrigen \i
verweisen wir noch auf die Anmerkungen, welche aus raum-
lichen Gründen hier den Verzeichnissen vorausgehen.
1) S. oben S. 118 ff.
2) Der ebenfalls im Februar 1529 gewählte Ooldschmied JörgSchweiKer,
der in der Rathsbeeatiung von 1530 fehlt, starb Termuthlich noch vor der
Neuwahl; s. oben S. 120, A. 4.
Anmerkungen zu S. 534 — 560.
S. 534 1) M. Meyer von Baldersdorf; 8. oben S. 326, A. 6.
2} H. Rieher der ältere; Tgl. S. 536, s. J. 1488.
3) Ueber den fehlenden Oberstsunftmeister d. J. 8. oben S. 530.
4) Wie sich aus den Siebenerüsten d. J. ergibt, so hiess einer der
Meister der 4 letzten Zünfte Jose Seyler. Doch bleibt es frag-
lich, welcher von diesen 4 Zünften er angehörte.
5) L. Qrieb der ältere; vgl. S. 538, i. J. 1495.
6) Dieser H. Meyer, »der gremper« (d. h. Obst- und Gemüsehändler),
war der Vater des nachmaligen Bürgermeisters Jakob Meyer,
gen. lum Hirien; s. das Meyerische Geschlechtsbüchlein, El. 7,
dessen Urschrift sich jetst in Mühlhausen im Privatbesiti be-
findet, und wovon eine Copie im Basler St. Archiv.
7) Dieser Name ist ergänzt aus dem Protokollbuch I der Gartnersunft.
8) Ebenso H. BÜlung.
> 535 1) H. Rieher der ältere; vgl. Anm. 2 zu S. 534.
> 540 1) Der Altbürgermeister d. J. fehlt, weil H. t. Andlo die Stadt ver-
lassen hatte; s. oben S. 529.
2) Die Ritter würde hatte P. Offenburg erst 1501 erlangt; s. Heusler
S. 417.
> 541 1} L. Grieb der jüngere; vgL S. 538, z. J. 1494.
» 543 1) J. Meyer zum Hasen.
» 544 1) M. M. von Baldersdorf; vgl. A. 1 zu S. 534.
2] H. B. M. von Baldersdorf; s. B. Cliron. I 82.
3) H. Murer, gen. zum Silberberg; s. oben S. 67.
4) Vermuthl. Job. von Tunsei, gen. Silberberg; s. unten S. 554 des
Naohtr. zu IV 140, 6.
5) A. Meyer zum Pfeil.
» 545 1) Der Altbürgermeister d. J. fehlt, weil P. Offenburg schon im
Deo. 1514 gestorben war; s. B. Chron. V 309, A. 2.
2) H. Richart) gen. Maser; s. oben S. 67, A. 9.
3) J. M. zum Hasen; vgl. oben A. 1 zu S. 543.
4) In der Hs. ist L. Kilchmanns Todestag beigefügt: anno 18, veneria
post Mathei; vgL oben S. 460.
5) J. M. zum Hirsen.
6) In der Hs. ist sein Todestag beigefügt: anno 18, jovis post
Frandsci (7. Oct).
> 546 1} Ebenso: anno 19, uff zinstag nach Dorothee (8. Febr.).
2) Ebenso : anno 19, umb Paulus bekerungtag (25. Jan.).
> 547 1) A. Meyer zum Pfeil; vgl. A. 4 zu S. 544.
2) J. M. zum Hirzen; vgL A. 5 zu S. 545. — Die alten Häupter
d. J. sind nicht aufgeführt, weil der eine, Oberstzunftmeister
Falkner, wegen seiner Umtriebe damals im Gefängniss sass;
s. seine Urfehde, in Stadt. Urk. 1525 Juli 7.
» 548 1) H. Seh. gen. von Brunn; s. B. Chron. I 83.
> 549 ]) Ueber die * z. J. 1527, 1528 u. 1530 s. oben S. 532.
2) Der Altbürgermeister fehlt, weil H. Meltinger zu den Aus-
geschlossenen vom Februar d. J. gehörte.
> 550 1) J. M. zum Hirzen; vgl. A. 5 zu S. 645.
2) B. M. zum Pfeil; s. oben S. 386.
534
AUgem. Beilage.
[K]
1482.
[K] 1483.
Hans T. Berenfels r.^.
Peter Rot r.
Bemh. Schilling. —
Hans T. Berenfels r. Peter Rot r.
[K]
1484.
Peter Rot r.
Lienhait Orieb.
Hans ▼. Berenfeb r.
Völmy T. Uetingen.
Jacob Isenlin.
Jörg Schönkint.
Hans Zeigler.
Hans Heinr. Qrieb.
R&dolf Schlierbach.
Lienhart Grieb^^).
Heinr. Isenlin.
Semh. V, Louffen,
Thoman Surlin.
FBter SehönkwU.
Claus Murer.
Laurents SurUn.
>
1. Heinr. t. Brunnen.
Josi HugUn.
2. Michel Meigert).
Heinr. Zchach.
3. Uolrieh mm iMfft.
Hans Ton ThunseL
4. Ludw.Zschakepurlin.
Heinr. y. Sennhein.
i*/
5. ?
Heinr, Sehriber.
Martin Flach.
6. Clau9 ü. OeUpüt,
Heinr. Werdenberg.
(>)
7. Uolrieh Zschap.
?
8. Hans Bratteler.
Heinr. Galdenknopf.
9. ?
Hans Plarer.
Hans Ton BaseL
10. Heinr. Rieher >).
Heinr. Meiger«).
11. ?
Lienh, SinfaUig.
12. Hans Amberg.
Hans Brieffer.
13. Ham v. Asminlun.
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14. ?
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15. Oswald Holtsach.
Heinr. Meder.
(»)
1. ?
Uolr. Meltinger.
Mathis Eberler.
2. Hans v. Geringen.
Ludw. Peyger.
Ham Hütprand.
3. PeUr Sans Wecker.
Peter Brieffer.
»
4. Hans Isenlin.
Hans Irmy.
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5. ?
Mathis Blauumer.
9
6. Hans ThAmpringer.
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7. Hans Hurling.
Hans T. Olttngen.
Hans Yischer.
8. Heinr. Clingenberg.
P
»
9. Güg Adel
Haas T. Handel.
Claus Gebhart.
10. Heinr. Billung.
Heinr. Spiti^.
»8
11. Uolr. wum WaUL
Lienk. Mamaeh,
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12. ?«)
P
9
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13. ?
Harn lUfwIy.
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14. ?
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15. ?
Hans Grindely.
?
RathsbesatsaageD.
535
[W]
1485.
[W]
1486.
Hans T. Berenfels r. Peter Rot r.
Heinr. Rieher^). Lienh. Grieb.
Peter Rot r. Hans t. Berenfeh r.
[W]
1487.
Hans Y. Berenfels r.
Heinr. Rieher.
Peter Rot r.
Härtung t. Andlo r.
Wilh. Zeigler.
»
lienh. Iselin.
>
Haxu Surün.
—
»
1.
2. Heinr. Rieher d. j.
>
»
>
3. >
»
Hans Jungerman.
4. Hanf Irmj.
5 >
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Balthasar Irmy.
6.
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• +
9
Hans Th&mbringer.
7. Hans t. Küchen.
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8.
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9.
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9
10.
>
»
11.
Walther Hämischer.
Lienh. Da^id.
12. »
>
>
13. Barthol Ruteniwig.
>
>
14. Wetiel Sutter.
Heinr. Sutter.
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16.
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1.
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>
2.
3 >
»
Hans T. Geringen.
4. Hans Bftr.
>
Heinr. v. Sennhen.
>
5. >
Erhart Renninger.
Hans Sigenant.
6. Cunradt Wisihoupt.
Symon Sumer.
Heinr. Werdenberg.
7. Hans Ritterisen.
»
>
8. Jacob Joner.
»
> +
9. >
>
Paulus Löwenstein.
10. Hans Grassi.
>
»
11. <
»
»
12. Claus Bymiinger.
Heinr. Waleh.
»
13. >
Hans Ballouff.
>
14. Burokh. Raterstorf.
Jeorgius Lejderer.
>
16. >
Michel Möry.
Heim. Merstein.
536
Allgem. Beilage.
[W]
1488.
[W]
1489.
Härtung y. Andlo r. Hans v. Berenfels r.
Thoman Sürlin. Heinr. Rieher.
«
. Hans Y. BerenfeU r. Härtung y. Andlo r.
[Ob. VIII] 1490,
Härtung y. Andlo r.
Thoman Sürlin.
Hans Y. Berenfels r.
Jacob Ysenlin.
Jörg Schönkint
Lorenti Sürlin.
Hans Heinr. Qrieb.
Rud. Slierbach.
Thomman SOrlin.
Heinr. Yselin.
Fetter Sohönkind.
Clauws Murer.
Lienhart Grieb.
Wilhelm Zeigler«
Hans Kilehman.
1. Heinr. y. Brunn.
Jobs Hüglin.
«
2. Michel Meyger.
Heinr. Rieher d.j.
»
3. Peterhans Wecker.
Hans Jungerman.
»
4. Ludw.Zsohakepurlin
. Mathis Yselin.
»
5. Martin Flach.
Clauws Sigenant.
»
6. Hans Buman.
Hans Thftmbringer. f
V
7. Hans Vischer.
Hans Y. Kilchen.
»
8. Hans Brattier.
Heinr. Ghildenknopf.
»t
9. Hans y. Kandel.
Hans Plarer.
>
10. Heinr. Rieher sen.
Heinr. Meiger.
- a. 1.
11. Walther Harnisch.
Lienh. DaYid.
»
12. Hans Amberg f.
Hans Briefer.
Jacob Labahurlin. f
13. Hans y. Armssen.
Barthol. Ruttenswig.
»
14. Heinr. Sutter.
Wetiel Sutter.
»
15. Oswald Holtiach.
Heinr. Meder.
>
1. Mathis Eberler.
Uolrich Meltinger.
Friderich Hartman.
2. Hans Hiltprand.
Hans Y. Oeringen.
3. Hans Vollrot.
Peter Brieffer.
4. Heinr. y. Senhen.
Hans Bftr.
5. Erhart Renninger.
Mathis Bloüner.
6. Symon Somer.
Heinr. Werdenberg.
7. Claus Spetty.
Hans Ritterisen.
^
8. Hans Steinsulti.
Claus Herr.
9. Claus Oebhart.
Paulus Löwenstein.
10. Heinr. Billung.
Hans Grassi.
11. UolriohiAm Wald.
Lienh. Momach.
12. Heinr. Walch.
Claus Bynninger.
13. Hans Balloff.
Hans Röwly
«
4
14. Jeorgius Lederer.
Burokh. Raterstorf.
Heinr. Eglin.
15. Michel Möry.
Heinr. Merstein.
»
Rathsbesatiungen.
537
[Ob. 8] 1491.
[Ob. 14^] 1492.
[W]
1493.
Hans T. BarenfeU r.
Heinr. Rieher.
Härtung ▼. Andlo.
Härtung y. Andlo r.
Jaeob Yselin.
Hans y. Berenfels
Hans y. Berenfels r.
Heinr. Rieher sen.
Härtung y. Andlo.
Ludwig Kilchman.
»
WUh. Zeigler.
>
»
>
»
»
>
>
Veltin Murer.
—
»
Lux Zeigler.
Jaoob Yselin.
1.
2.
3.
4.
5. »
6. Uolrich Bumhart.
7.
8.
9 »
Mathifl Eberler.
»
>
Clauws Houwenstein.
Heinr. y. Sennhen.
>
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1
»
Petter Ringysen.
Ludwig Strub.
Heinr. Werdenberg.
>
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11.
12.
13.
14.
15.
1.
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»
Symon Glaser.
Hans y. Armflhen.
>
Hans Stosikorb.
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9
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Ludwig Vinis.
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2.
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6.
7.
8.
9. Martin Säger.
10. >
11.
1 2. Roman Väsoh, rec.
13.
14.
15. >
»
>
Ludw. Zschakepürly. f
Hans Hirt.
>
»
>
Heinr. Z&szly.
Hanf Toppenrtein.
Hani Valkner.
>
Peter Kösy.
•
»
>
Oswalt Holtiaoh.
Hans Lampreeht
Hans Böoklin.
Hans Vischer. f
Jacob Bratteler.
>
»
Heinr. Walch.
Hans Röuwlin.
Hans Zschan.
Clauws Hagast.
538
Allgem. BeiUge.
[Ob. 38] 1494.
[35b]
1495.
[41b]
1496.
Härtung y. Andlo r. Härtung v. Audio r., st HansImerT.Gügenbergr.
Jacob Yfenlin. Hans Jungerman. Fetter Offenburg.
Hans T. Berenfels r. — —
— Hans Imery. Gilgenberg r. Härtung ▼. Andlo r.
Jörg Schönkind.
Lorenti Sürlin.
Hans Heinr. Qrieb.
Liexdi. Grieb d. j.
Wilhelm Zeigler.
Hans Kijohman.
Peter Offenburg.
Peter Sohönkindt.
Veitin Murer.
Lienh. Grieb d. e.
Lux Zeigler.
Ludwig Kilohman.
1. Jacob T. Küchen.
2. Michel Meiger.
3. ClauwsHöuwenstein.
4. Heinr. y. Sennhen.
5. Martin Flach.
6. Hans Buwman.
7. Petter Ringysen.
8. Ludwig Strub.
9. Jacob Rysi.
1 0. Heinr.Rieher d.e., a. i.
11. Walther Hamesch.
12. Symmon Glaser.
13. Hans t. Armsshen.
14. Heinr. Eglin.
15. Hans Stosikorb.
Thom. Zschakepurlin.
Hans Murer.
Hans Stolti.
Mathis Isenlin.
Hans Lampreoht.
Heinr. Werdenberg.
Hans y. Kilohen
Heinr. Guldenknopf.
Hans Plarer.
Ludwig Yynis.
Cunradt Dayid.
Hans Brieffer.
Caspar Koch d. moler.
Wetsel Sutter.
Peter Kösy.
Heinr. Einfaltig.
>
Hans Jungermann,
a. z.
>
Symon Sununer.
Uolr. Ysenflam.
Bemh. Brand.
»
1. Heinr. Einfaltig.
2. Hans HUtprand.
3. Hans Volliot
4. Baltsasar Yrmy.
5 Hans Hirt
6. Symon Somer.
7. Cunradt Wftsily.
8. Hans Steinsults.
9. Claus Gebhart.
10. Heinr. BiUung.
11. Heinr. ZAsily.
12. Hans Toppenstein.
13. Heinrich Valkner.
14. Burckh. RAtterstorf.
}5. Hans Besserer.
Friderioh Hartman.
Hans y. Geringen.
Peter Brieffer.
Hans Breitschwert.
Hans Byenti.
Hans Böckly.
Antheny Scherman.
Jacob BratÜer.
Martin Seger.
Hans Grassi.
Uolzich lem Wald.
Heinr. Walch.
Hans Röwly.
Wilhelm Dietrich.
Claus Hagast
Niclaufl Kesilar.
»
Bemh. Blowner.
C&nradt Lieber.
Martin Beringer.
Mart Dachaifelder.
»
»
Rathsbesatnmgen.
539
[49b]
1497.
[58]
1498.
[65 b]
1499.
Härtung t. Andlo r. HanBlmery.Gilgenbergr. Härtung v. Andlo r.
NidauB RüBch. Peter Offenburg. Nielaus Rüseh.
H.Imery.Gügenbergr. Härtung y. Andlo r. Hans Imery. Gilgenberg r.
— Hans Kilehman. —
» a. 8. >
— »
(Wilh. Grieb).
» a. 8.
Henman Offenburg
Heinr. Hugly.
9 9
Zeiffler), ren. >
9
Morand y. Brunn.
1. Jacob y.
2.
Kilehen.
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>
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6.
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Bemh. Blowner.
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Benedict Hirtl^r.
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Martin Dachsfeld.
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14.
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Jacob Wissenburg
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5. Benedict Hirtlin.
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Mathis Suracher.
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12. Peter Beringer.
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14. WUhelm Gerwer.
>
Claus Heydelly.
15
»
Bernh. Näwer.
640
Allgem. Beilage.
[Ob. 7S] 1 500.
[82] 1501.
[87] 1502.
Ludw.Küchmann, st.
Peter Offenburg, st
Peter Offenburg r.':
Peter Offenburg.
Friderich Hartman.
Lorenti Surlin.
—
Ludwig Kilchman.
—
Hani Kilchman r.<).
—
Hans Küchman r.
Lienb. Isenlin.
Jacob Yselin.
>
Jörg Sohönkindt
Henman Offenburg.
Lorenti Sarlin.
Heinr. Huglin.
Hans Heinr. Grieb.
Veltin Murer.
Morand t. Brun.
>
läeiÜL Grieb cLj.
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»
WUbelm Zeigler.
—
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1. Heinr. Einfaltig.
Jacob T. Küchen, f
2. Michel Mejger.
Hans ▼. Oeringen. -}-
>
3. Hans Jungerman.
Hans Stolts.
»
4. Niolaua Rusch.
Mathis Yseli.
>
5. Bemh. Blouner.
Benedict HirtU.
Bemh. Ytelheinrieh
6. Symon Somer.
Heinr. Werdenberg.
Hans BöchlL
7. Peter Ringysen.
Hans T. Kilchen.
»
8. Ludwig Strub.
Peter Krieg.
>
9. Jacob RysM.
Hans Plorer. f
»
10. Mart Daohflf eider.
Ludwig Vinis.
»
11. Walther Harnisch.
Cunrat Davit
»
12. Symon Glaser.
Hans Brieffer.
»
13. Bemh. Brand.
Caspar Koch.
»
14. Heinr. Eglin.
Jacob y. Wissenburg.
>
15. Hans Stosikorb.
Heinr. M&der.
»
1. Friderich Hartman.
Thom. Zseheckenbürli. -f Heinr. Einfaltig.
2. Hans Hiltprand.
Hans Murer.
»
3. Heinr. Symon.
Peter Brieffer.
»
4. Heinr. y. Sennhen.
Hans Breitswert
>
5. Bemh. Ittelheinricb
i. Lienh. Bienti.
Lienh. Blouwner.
6. Conradt Lieber.
FridU Veltpach.
Clauai Bomhart
7. Martin Beringer.
Anthony Scherman. f
»
8. Mathis Suracher.
Jacob Stech.
>
9. Claus Qebhart.
Fridli Belti.
»
10. Uolr. Isenflamm.
Hans Grassi.
»
11. Heinr. Zäsily.
Clausi Einfaltig.
»
12. Hans Toppenstein.
Peter Beringer.
»
13. Heinr. Valkner.
Jörg Tüll.
»
14. Burokh. R&tterstorf. Claus Heideli.
Gorius Leiderer.
15. Ludy Zwilchbart
Heinr. Mersteiner.
»
Rathsbesatiungen.
541
[95; 1503.
Wüh. Zeigler r.
Nidaas RuBch.
Peter Offenbuig r.
Lorants Surli.
[102]
1504.
Peter Offenburg r.
Lienb. Grieb^).
Wilh. Zeigler r.
Hans Kilchman r.
[109]
1505.
Wüb. Zeigler r.
Niclaug Riuch f.
Peter Offenburg r.
Lienh. Ghrieb.
Lux Zeigler.
Ludw. Kilohman.
FrantB Offenburg.
Veitin Murer.
Lorentf Surlin.
»
»
»
1. Hans Trutman.
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2. Lorentz Halbysen,
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3. >
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4. *
> a. E.
»
5. Lienh. Bienti.
>
6.
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>
9. Asinius Vorburger.
>
10. »
Ludw. Kop.
11.
>
12. BarthoL Brieffer.
>
13.
»
14.
Heinr. Herli.
Mang Snitier.
15. >
Ulrich Kösy.
1. NüdauBf Resiler.
» +
>
2.
»
3.
Hans Graff.
4.
Heinr. Tremer.
5.
Bemh. Blowner.
Benedict Hirtlin.
6.
>
7. Jacob Hurling.
»
8.
>
9.
Hans Heilman.
10. »
»
11. Marti Tampfrion.
>
12. Claun Einiger.
Hans V. Musibac
13. »
Bl&sy Zyper.
>
14. Mang Schnitier.
Heinr. Sutter.
15.
Hans Bondorf.
542
Allgem. Beilage.
[Ob. 117] 1506.
Peter Offenburg r.
Lienh. Orieb.
Wilh. Zeigler r.
Hans Kilehman r.
m
1507.
Wilh. Zeigler r.
Hans Truttman.
Peter Offenburg r.
Lienh. Orieb.
[Ob. 127 b] 1508.
Peter Offenburg r.
Lienh. Grieb.
Wilh. Zeigler r.
Franti Offenburg.
Veitin Murer.
Lorentz Surlin.
Lux Zeigler.
Ludw. Küehman.
Morand y. Brunn.
Hans Offenburg.
1. Friderich Hartman.
2. Michel Meyer.
3. Heinr. Symon.
4. Balthasar Yrmy.
5. Bemh. Ytelheinrioh.
6. Hang Bucklin.
7. Peter Ringysen.
8. Ludwig Strub.
9. Jacob BisB.
10. Mart. ▼. Taehsfelden.
11. Walther Harnesch.
12. Symon Glaser.
13. Bemh. Brand.
14. Heinr. Herlin.
15. Hans Stoszkorb.
Niclaus Kessler.
Euehar. Holtxach.
Hans StoltB.
Mathias Yselin.
Lienh. Bients.
Heinr. Werdenberg.
Joss Ysenflam.
Peter Krieg.
Asinius Vorburger.
Lienh. Billing.
Martin Dampfrion.
Barthol. Briefer.
Caspar Koch.
Mang Schnitser.
Uolrieh Kesy.
Hans Trutman, a. s.
»
Balthasar Juget.
1. Hans Lumpart.
2. Hans Hiltprand.
3. Bemh. sum Gleygen.
4. Heinr. y. Senhein.
5. Bemh. Blouwner.
6. Clauss Bomhart.
7. Martin Beringer.
8. Mathis Suracher.
9. Clauss Qebhart
10. Ulr. Ysenflam.
11. Heinr. Zessli.
12. Hans Toppenstein.
13. Bl&sy Zyper.
14. Gorius Leiderer.
15. Ludy Zwilohenbart
Hans Murer.
Hans Graf.
Heinr. Turmer. f
Benedict Hirtlin.
Fridlin Veltpaoh.
Jacob Hurling.
Jacob Steh.
Hans Heylman.
Hans Grass.
Thom. Herttenstein.
Jerg Füll.
Heinr. Suter.
Hans Bondorf.
Fridrich Hartman.
Uolrieh Valkner.
Hans Heinr
Gebhart
Rathsbesatfungen.
543
[133b] 1509.
Wüh. Zeigler r.
Hans Truttman.
Peter Offenburg r.
Lienh. Grieb.
[138)
IMO.
Feter Offenburg r.
Lienh. Qrieb.
Wüh. Zeigler r.
[141]
1511.
Wüh. Zeigler r.
Hans Truttman.
Peter Offenburg r.
Lienh. Grieb.
Frants Offenburg.
Henman Offenburg.
1. Hans Lumbart.
> a. z.
2.
»
3.
>
4.
>
5.
>
6. >
>
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8.
► +
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9.
>
10.
>
11.
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12.
>
13.
»
14. >
Gorius
Leyderer.
15.
>
1. Melchior HutiBchi.
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2.
Jacob
Mcygeri).
3.
>
4. Conrat Dayid.
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5.
>
6.
» +
7. Mattern Swyngysen.
»
8.
• -h
9.
>
10.
»
11. Hrns Bratler.
Hanf Vischer.
12.
>
13.
»
14.
Thieb.
Rodersidorf.
15.
»
Onofr.
Jungermann.
Lienh. Aiynius
Allgem. Beilage.
[Ob. 146] 1512.
Peter Offenburg r.
Lienh. Grieb.
Wüh. Zeigler r.
[150]
1513.
Wilh. Zeigler r.
Hans Truttman.
Peter Offenburg r.
Lienh. Orieb.
1164]
1514.
Peter Offenbarg r.
Lienh. Orieb.
Wah. Zeigler r.
Hans Offenburg.
Veitin Murer.
Michel Meyger^).
Heinr. Meltinger.
Laurenti Surlin.
Lux Zeigler.
Ludwig Kilchman.
Morant v. Brunn, f
HanB Bemh. Meyger^.
(Hans Silberberg dr.«
1. Hans Truttman, a i.
>. Andres Bischoff
3. Balthasar Juget
4. Balthasar Yrmi.
5. Bernh. Blowner.
6. Hans Böcklin.
7. Peter Kingysen.
8. Ludwig Strub.
9. Martin y. Seltz.
10. Mart T. Tachsfelden.
11. Hans Vischer.
12. Symon Glaser
13. Bernh. Brand.
14. Gorius Leiderer.
15. Hans Stosskorb.
Hans Lombart.
Euchar. Holtsaoh.
Hans Stolts.
Hans Obenryet.
Benedict Hirtlin.
Heinr. Werdenberg.
Joss Ysenflam.
Lienh. Aiynius.
Asynius Vorburger. f
Lienhart Billing.
Martin Dampffrion.
BarthoL Brieffer.
Caspar Koch.
Mang Schnytier. f
Symon Zwilohenbart.
» a. z.
Adelberg Meyger^
»
»
Hans Summer3r8en.
>
»
1. Friderich Hartmann.
2. Jacob Meyger.
3. Ulrich Valckner.
4. Hans Ghillicion.
5. Hans t. Hertten.
6. Hans Varnower.
7. Martin Beringer.
8. Jaeob Suracher.
9. Hans Heinr. Gebhart.
10. Ulr. Ysenflam.
11. Heinr. Zesilin.
12. Hans Toppenstein.
13. Blasius Zypper.
14. Thieb. Redersidorf.
15. Onoffr. Jungermann.
Melchior Hutisohy.
Hans Murer').
Hans Graff.
Conrat David.
Hans Fryeg.
Fridlin Velpach.
Mattem Spryngysen.
Hans Zschudy.
Hans Heilmann.
Hans Grass.
Hans Bratler.
Them. Herttenstein.
Olaus Kugelin.
Heinr. Suter.
Hans Bondorff.
Bartholome Selimid.
Bernh. Ytelheinrich.
>
Hans Lutielmum.
Hans Zymerling.
Rathsbesatsungen.
545
[159b] 1515.
WUh. Zeigler r.
Hans Truttman.
Lienh. Orieb^).
[162b] 1516.
Jacob Meyger^).
Heinr. Meltinger.
Wilh. Zeigler r.
[165b] 1517.
Wilh. Zeigler r.
Hant Truttman.
Jacob Meyger.
Heinr. Meltinger.
>
»
i3)
»
Hans Thuring Hug.
—
»
»
1.
>
.1..
2.
»
Jacob Meyger^).
3.
Ulrich Vaickner.
Hans Grak
4.
»
>
5. Hana Frye.
>
»
6.
>
» f»)
7.
>
>
8.
Balthasar Strub.
»
9. Cristan Behem.
»
>
10. >
»
>
11.
»
>
12.
Hana Toppenatein.
»
13.
>
»
14. Anth. Qhronenwald f.
»
Jacob V. Wissenbi
15.
»
»
1.
Franti Her.
>
2. »
Mauritz y. Geringen.
Euchar. Holtiach
3. Uans Riohart f 2).
Balthasar Jugent.
Hans Stolts.
4.
»
5. Euchar. Winlemlin.
»
6. >
»
7. Anthenge Dichtler.
»
8.
Urban v. Brun.
9.
Ulrich Hertsog.
10.
>
11.
^
>
12.
Hans Ruly.
»
13.
»
14. Jacob V. Wissenburg.
Marx Heydelin.
15. >
Theodor Zymerlinff.
»
Bftal«r Cbroniken. YL
35
546
Allgem. Beilage.
[Ob. 171] 1518.
[175b] 1519.
[181 bl 1520.
Jacob Meyger.
Wylh. Zeigler r.
Jacob Meyger.
Heinr. Meltinger.
Ulrich Valckner.
Heinr. Meltinger.
Wilh. Zeiglei r.
Jacob Meiger.
Wüh. Zeigler r. *
—
Heinr. Meltinger.
Ulrich Valckner.
Laurenti Burlin.
Hans Bernh. Meiger.
»
Wolff YgeUn.
Hans Thüring Hug.
■
Michel Meyger.
^—
1. Hans Trattmann.
»
»
2. Andres Bisohoff.
Jacob Meiger.
EUns Murer.
3. Ulrich Valokner.
Hans Qraff.
—
4. Adelberg Meyger
Hans Oberriet.
»
5. Bernh. Blowner.
Hans Frig.
»
6. Conrat Bomhart
Fridly Veltpaoh.
»
7. Hans Sommerysen.
Anthengi Dichtler.
»
8. Balthasar Strub.
Lienh. Atxynius.
»
9. Martin v. Beltz.
Cristan Behem.
>
10. Mart. y. Taohsfelden.
Lienh. Billung.
Ulrich Ysenflam.
11. Hans Visoher.
Martin Dunpfrion.
»
12. Hans Ruly.
Bartlome Brieffer.
>
13. Bernh. Brand.
Caspar Koch.
Theodor Brand.
14. QoriusLeyderer fi).
Jacob y. Wyssembuig.
Mang Schnitaer.
15. HansStosikorbf^.
Symon Zwylchenbart
Hans Bonndorff.
1. Frantf Ber.
Jacob Breytsohwert.
>
2. Hans Murer.
Euchar. Holtiaeh.
Wolff Oeder.
3. Balthasar Jugent.
Ludwig Zt -'her.
>
4. Hans Qallicion.
Conrat Da
>
5. Burekart Blowner.
Euchar. Wysslemly.
>
6. Hans Hunner.
Marx Werdenberg.
»
7. Martin Beringer.
Jacob Hurling.
»
8. Jacob Suracher.
Urban y. Brunn.
»
9. Hans Heinr. Qebhart.
Ulrich Hertiog.
»
10. Ulrich Ysenflamm.
Hans Grasi.
Hans Qemler.
11. Wolfgang Harnest.
Hans Bratteller.
»
12. Hans Ougst
Thom. Herttenstein.
»
13. Blasius Zypper.
Claus Kugely.
»
14. Anth. Qronenwald.
Marx Heidely.
»
15. Theod. Zymmerling.
Hans Veldner.
y
1
KathBbesatzungen.
547
187]
1521.
[191]
1522.
Adelberg Meygeri). Heim. Meltinger.
Ulrich Valekner. Jacob Mejger'}.
Jacob Meyger. —
Heim. Meltinger. —
[8b. 1] 1523.
Adelberg Mejger.
Lux Zeigler.
Heim. Meltinger.
Jacob Meyger.
Hans Bernh. Meyger.
1. >
Franti Ber.
>
2.
»
Andres Bischoff.
3. >
Urbann Schwarte.
»
4.
» a. b.
»
5. Eokar. Wyulembly.
»
»
6. >
>
» •
7. »
»
Jacob Hurling.
8.
» •»
Melchior Rysi.
9.
Adam Hechele.
»
10. Hans Qrass.
>
Hans Oemler.
11.
»
>
12.
>
>
13. >
>
»
14.
Anthoni Orienwald.
»
15.
>
»
1. »
Hans Schaffner.
Wolffgang Hutsehy,
2.
>
1
Balth. Angelrott.
3.
Heim. A|n;^ein.
4.
Crisoflt. C v^enbach.
5. Jacob Besserer.
6.
r »
7.
Caspar Turnysen.
Bartholeme Zinck.
8.
Hans Nager.
9.
Clans Gebhart.
10. Matheus Qebhart.
Burekart Meiger.
11.
>
12.
»
13. Jacob Linder.
»
14. >
Peter Ryff.
15.
>
35*
548
Allgem. Beilage.
[Sb. 2] 1524.
Heinr. Meltinger.
Jaoob Meyger.
Adelberg Meyger.
Lux Zeigler.
m
1626.
1526.
Adelberg Mejger.
Lux Zeigler.
Ueinrioh Meltinger.
Jacob Meyger.
[12]
Heinr. Mehinger.
Jacob Meyger.
Adelb. Meyger.
Lux Zeigler.
Hans Bemh. Meyger. Eglin Offenburg.
Hani Berah. Meyger.
1. Frantg Ber.
2. Hans Murer.
3. Hans Stolts.
4. —
5. Bemh. Blowner.
6. Cunradt Bomhart.
7. Caspar Tumysen.
8. Baltasar Strub.
9. Adam Hugkele.
10. Ulrich Isenflam.
11. Hans Viseher.
12. Jaoob Ghigker.
13. Joder Brand.
14. Anth. Grunenwald.
15. Anthoni GSbele.
1. Hans Schaffner^).
2. Wolfgang Oeder.
3. Heinr. Am Reyn.
4. ChrisostGengenbach.
5. Burekh. Blouwner.
6. Hans Huoner.
7. Dieboldt Wyssach.
8. Hans Nager.
%. Claus Gebhart.
10. Burekhart Meyger.
11. Wolfgang Hamasch.
12. Jörg Spörlin.
13. Blesin Zypper.
14. Peter Ryff.
15. Joder Ziemeriing.
Andres Bischoff.
Hans Graff.
»
Hans Obeiriedt
—
Jacob Besserer.
»
Fridlin Veltpach«
»
Bartl. Sehönenberg.
>
Melchior Ryss.
Hans Steck.
Christan Behem.
»
Hans Gemler.
>
Martin Dampfrion.
»
Caspar Zeu.
>
Caspar Koch.
»
Jacob y. Wissenburg.
»
Simon Zwilhenbart
>
Wolfgang Hutschy.
»
Balth. Angelrot
»
Ludwig Züricher.
Nidaus Lengfeld.
Cunrad David.
»
Hans Bients.
>
Marx Werdenberg.
Rudolf Supper.
Basohion Krug.
>
Urban y. Brunn.
»
Ulrich Henog.
Jacob Lutenbaeh.
Matheus Gebhart
»
Hans Brateier.
>
Thom. HertensteiiL
»
Jacob Linder.
»
Marx fieidelin.
»
Hans Veldner.
>
RathsbeMtsungen.
549
[14] 1527.
Adelb. Meyger.
Lux Zeigler * i}.
Heiiir. Meltinger.
Jaeob Meyger.
[16]
1528.
[18]
1529.
Heinr. Meltinger. * Adelb. Meyger.
Jacob Meyger. Marx Heydelin.
Adelb. Meyger. —
Lux Zeigler. Jaeob Meyger^.
Eglin Offenburg. * Hans Bemh. Meyger.*
1. —
» *
—
2. . *
^ •
Baltb. Angelrot.
3. »
» «
Jaeob Gots.
4. > *
Jeronim. v. Kylcben.
5. —
Hans Byenti.
6.
Batb Summer.
7. Hans Oltinger. >
» *
»
8.
>
9.
Hans Heinr. Qebhart
10.
Alban Gemler.
11.
»
12. Jacob Steyner. '
»
13. Hans Schölly. >
»
14.
»
15.
»
1. >
^ «
»
2.
Ludwig Beoherer.
3. Jacob Oöts. 1
Urban Schwarti.
4. > Lux Iselin.
*
Simon Albrecbt.
5. >
Peter Zulle.
6. Bath Summer. '
Ullin Hunlin.
7. »
»
8. Anthoni Sohmid. <
»
9. Wolffgang Krafit. >
»
10. FridHn Grasi.
Heinr. Ghreble.
11.
>
12. Heinr. Zeller. i
»
13.
»
14.
Peter Ryeher.
15. » a
»
550
Allgem. Beilage.
[Sb. 21] 1530.
[22] 1531.
[26] 1532.
Jftoob Meiger^).
Adelb. Meyger.
Jaoob Meyger.
Balth. Hiltprand. *
Marx Heydelin.
Balth Hiltprand.
Adelberg Meiger.
Jacob Meyger.
Adelb. Meyger.
Marx Heidelin.
Balth. Hiltprand.
^^
Cristoff Offenburg.
—
Christ Offenburg.
1. Bemh. Meiger *<;.
— .
>
2. Hans SpoL
Balth. Angelrot.
>
3. Ludwig Züricher. *
Jacob Oöts.
»
4. —
Jeronim. v. Kylohen.
—
5. Bemh. Blowner.
Hans Bienti.
»
6. Connt Bomhart.
Bath Summer.
Rud. Supper.
7. Rudolf Schenck. *
Hans Oltinger.
»
8. Hans Steek.
Melchior Ryss.
»
9. Adam Huckele.
Hans Heinr. Qebhart
»
10. Buiokhart Meiger.
Alban Gernler.
>
11. Hans Viseher.
Hans Bratteler.
Hans Burckhart.
12. Sebast Hertenstein.
Jacob 8te3mer.
»
13. Jod er Brand.
Hans Scholle.
>
14. —
Jaoob V. Wissenburg.
Anth. Grunenwald.
15. Anthoni Göbele.
Simon Zwilohenbart.
>
1. Rudolf Frig. *
Wolfgang Hutsche.
>
2. Heinr. David.
Hans Schaler.
»
3. Niclaus Lengfeld.
Hans BotsehOoh.
—
4. Hans Irmi. *
Simon Albrecht.
>
5. BuTckart Blouwner.
Peter ZuUe.
»
6. Rudolf Supper.
Mathis Muller.
UUe Hunle.
7. Lienh. Grunnagel.
Basehion Krug.
»
8. Hans NageL
Anthoni Schmid.
»
9. Jacob Lutenbach.
Jacob Bart
>
10. Oonrat Ritter.
Heinrich Gröble.
Jaoob Lumbart.
11. Hans Burekart.
Lienh. Pfirter.
Heinr. Hamasch.
12. Hans Luxenhoffer.
Lux Tynum.
>
13. Conrat Schnitt
Cunrat Grebel.
»
14. Fridli Riff. *
Balth. Soheltner.
»
15. Joder Ziemerling.
Hans Veldner.
»
Berichtigungen und Nachträge.
Zu Band I.
S. 21, 31 bis S. 22, 24. Sowohl die Stärke der einselnen Zusage Ton
1515 als auch die Namen ihrer Hauptleute und Lieferherren sind hier
ungenau; Tgl. im St A., Bd. St 91 No. 4, Bl. 11^27, auch B. Chron. VI 66ff.
S. 37, Anm. ($. lieber dieses Reformationsmandat s. B. Chron. VI
480, A. 1.
8. 159, 25. Statt Dazelstein lies Doppelstein oder Doppenstein; s.
Brückner XIII 1454. Dieser Sebastian D. wurde 1564 Bürgermeister.
Zu Band II.
S. 118, |33. Von Lusem sogen gegen H6rioourt nicht 400, sondern
1400 Mann; s. Zürichs Brief vom 2. Juni 1475, im St A., Bd. St 91 (5).
S. 217, 1. lieber den hier erwähnten Streif sug s. einen Brief vom
2. Mai 1475, im Missivenb. XIV 103.
S. 275, A. 3. Das irrige Datum bei Knebel entspricht dem ursprüng-
lichen Feldsugsplan, wonach das Heer schon 8. Juli bei Dammerkirch sich
hatte Tersammdn sollen; s. Missivenb. XIV 138.
S. 287, A. 5. Gemeint ist das Haus sum Bothen Stern, jetst >sum
Xorb« genannt, an der Sehwanengasse No. 2. lieber dieses Haus, sowie
über die damidigen Wirthshäuser sum Blumen und sum Rosengarten s.
B. Chron. VI 444, A. 1—3.
8. 362, 27. Statt 80 Gehenkter lies 180, da mit Einsohluss von über
200 Ertränkten im Gänsen 412 umkamen; s. S. 362, A. 3.
Zu Band III.
S. 4, A. 6. Das Verhältniss der 2 Venner ist so lu verstehen, dass
der sünftige J. v. Sennheim das Panner des Fussvolks trug, der Aeht-
bürger Sürlin hingegen das Fähnlein der Reisigen.
S. 26, 15. Die Sohwyser ftthrte bei Murten ihr Alt- Landammann
Dietrich In der Halden; s. G. Tobler im Anseiger f. Schweisergesoh. 1898.
S. 95 ff.
S. 26, A. 5. Das hier Bemerkte ist unhaltbar geworden durch die
seither erschienene Forschung von Hans Watteiet in den Freiburger Ge-
schichtsblättem L Dort wird in Anm. 146* nachgewiesen, dass der sog.
Ghrünhag nicht bei der Kapelle oberhalb Cressier su suchen ist, sondern
weit näher, bei Salvenaoh, wo noch jetst der Flurname »unteren Käppeli«
vom einstigen Dasein einer Kapelle leugt. Da übrigens die Schwyser sur
Vorhut gehörten, die den rechten Flügel bildete, so ist der »deolivus
montis€, durch welchen In der Halden sie führte, wohl nichts anderes als
552 Berichtigungen und Nachtrüge.
die steile Schlucht des sog. Barggrabens, welche die linke Flanke der
feindlichen Stellung deckte. Es handelte sich somit um eine Umgebung.
S. 83, A. 1. Den Söldner Ulrich Mellinger nennt SLnebel niemals
Meltinger; sondern wo letiterer Name steht, ist stets der Zunftmeister
zum Schlüssel gemeint, und dieser ist es auch, den das Oeb. V 170^ erwihnt.
S. 86, 27. Die Zahl 500 ist richtig für Basels gesammten Zuzug, wosu
jedoch die Landschaft nur die Hfilfte stellte; s. den Aussugsrodel im StA.,
Bd. A. 0. 8, S. 113.
S. 102, 3. Dieser »Heir von Schansinonc ist Hugo von ChAlon, Herr
Ton Ch^lteau-Quyon; ygL B. Chron. V 526, A. 8.
S. 117, 10. »Agathe« (5. Febr.) scheint yerschrieben lu sein aus:
Agnetis (21. Jan.). Denn bei der Eroberung von Maiche wirkte jedenfalls
auch die dem Bischof von der Stadt Basel geliehene Hauptbüchae mit, die
»Rennerin«, und diese war schon am 1. Februar wieder in Basel; s. Woefaen-
ausgabenb. XI 177.
S. 281, 14. RQsobs erste Frau hiess Ottilie, und sein Sohn Johannes
starb schon 1482, doch mit Hinterlassung eines Knaben Beat; s. im Ge-
richtsarohiy, Fertigungsbuoh B 11. Ein anderer Sohn, Adolf, erscheint 1488
als Chorherr su St Peter; s. Wurstisens Analekten S. 241.
S. 315, 27. Vallant ist dieselbe Burg wie Fallon.
S. 324, 17. Statt »buehssen, pulver« lies: buchssenpulver; denn die
erbeuteten Büchsen werden schon vorher S. 323 erw&hnt
S. 649 (Register). Ch&lon, Hugo von. Erg.: lu 102, 3 (Schansinon;.
S.653. Fallon. Ergfinse: Vallant, Vallung III 315, 27. 426, 31; a,
oben su S. 315.
S. 665. Mellinger. Statt »s. Meltinger« ergftnse: Ulrich, SdldnerÜ 151,9.
367, 4. ni 83, 1. — Diese 3 Stellen sind bei Meltinger, Ulrich, su streichen.
S. 676. Sehansinon ist Ch4teau-Qugon und gehört daher su Chilon,
Hugo von; s. oben die Naehtr. su S. 102 u. 649.
S. 682. Vallant ist Fallon; s. oben d. Nachtrag zu S. 653.
Zu Band IV.
S. 34, A. 3. Mathias Eberler gen. Schlosser, der Sohn Eberlins
des Juden, erwarb 1393 auf dem Zuge nach Muttens das Bürgerrecht und
wurde 1414 Rathsherr; s. Rothb. S. 305 und SohOnberg S. 777.
S. 52, A. 6. Ueber Friedriehs HI. Besueh in Basel vgL auch daa von
Seemflller edierte Itinerar in den Mittheilungen d. Instituts für Oestreich.
GeschiehUforschung XVII 653.
S. 59, A. 1. Hans Münch v. Landskron reiste nach Jerusalem, Da-
masous und Alexandrien, starb jedoch 1454 auf der Rückfahrt von letiterer
Stadt naeh Oypem; s. Georgs v. Ehingen Reise naeh der Ritteridiaft,
i. d. Bibliothek d. litterar. Vereins I 13 ff.
S. 79, A. 2. Ueber H^ricourts Lehensverh<niss lu Oestreich s.
B. Chron. V 58, A. 12.
8. 98, 1. Dieselbe Nachricht vom Einzüge Bischof Philipps, wie im
Oeffnungsbuohe, findet sich auch im Schwarzen Buch BL 15^.
S. 132, 14. Des Stadtschreibers Schüler wird schon 1339 erwähnt;
8. B. Urkundenb. IV 136.
S. 134, 3. Job. Vamower ist vermuthlich identisch mit jenem
»Johannes genant von Egra«, welcher i. J. 1377 als »unser diener« und seit
Berichtigungen und Nachträge. 553
Ende Juni 1382 neben JFoh. yon Altdorf als »subnotarius« erscheint; 8.
B. Urkb. IV 405 u. 421, u. V 7 u. 10. VgL auch oben S. 268, A. 6.
S. 134, 20. Als Unterschreiber folgte auf Job. Varnowcr Henselin
Hüninger, welcher 1383 »unser diener« genannt wird und vor August 1389
als Unterschreiber starb; s. B. Urkb. V 26 u. 126. Konrad Wyenhart hin-
gegen, der in letzterem Amte nur i. J. 1390 erscheint und schon 1391 durch
Konrad Kilwart ersetit wurde, erwarb 1393 das Bürgerrecht auf dem Zuge
nach Muttenz ; s. Rothb. S. 309. Die Ursache seines Bücktritts als Unter-
Schreiber ist undekannt.
S. 135, 3. Konrad Kilwart blieb nicht bis zu seinem Tod im Amte.
Denn »der alt stattschriber« , der auf einer Liste von 1409/11 erscheint,
kann kein anderer sein als er; s. im St A., Bd. St 91 No. 2, Bl. 21, abgedr.
in Vischer- Merlans Henmann Seevogel S. 82. Auch hatte Steinegker, der
auf ihn als Stadtschreiber folgte, als Unterschreiber einen Nachfolger schon
im Januar 1411; s. B. Urkb. VI 42.
S. 135, 6. Konrad Steinegker erscheint als Stadtschreiber noch im
Mai 1428; s. B. Urkb. VI 257. Er hinterliess eine Wittwe Agnes, und
zwei Söhne Heinrich und Konrad; s. Wurstisens Analekten S. 492.
S. 135, 10. Als Unterschreiber folgte auf Steinegker zuerst Konrad
Currifex, der in diesem Amte im Januar 1411 erscheint und später, 1432,
als verstorbener »Stadtschreiber« erwähnt wird; s. B. Urkb. VI 42 u. 306.
Diese Bezeichnung als Stadtschreiber jedoch ist umso eher als ein Irrthum
aufzufassen, als die betr. Urkunde von einem Auswärtigen ausgestellt ist
S. 135, 1 3. Job. von Bingen hiess eigentlich Job. Zegk ; s. B. Urkb. VI 257.
Seine Heimat war vermuthlich nicht Bingen a. Rhein , sondern das Dorf
Biengen, südwestl. v. Freiburg i. B.
S. 137, 8. Buchholz in Westphalen ist das jetzige Bocholt
S. 138, 23. Nikiaus Rüsch stand im Dienste Basels schon 1458; s.
B. Urkb. VIH 55. Er mag daher schon 1456 dem Substituten Nikiaus Meyer
im Amte gefolgt und hier geblieben sein, bis er 1459 Stadtschreiber von
Mülhausen wurde; vgl. B. Chron. III 276 u. IV 141.
8. 139, 10. Auf W. Baumgarter folgte als Unterschreiber nur für
kurze Zeit Andreas Helmut, der im Mai 1481 in diesem Apit erseheint,
und erst auf diesen 1482 N. Meyer, der Vater des spätem Bürgermeisters
Adelberg Meyer; s, B. Urkb. VTII 477 u. B. Chron. VI 384, A. 8 u. 10.
S. 139, 20. Jener ältere Nikiaus Meyer, welcher 1453 als Substitut
erscheint, war ein Neffe Henmanns, des Stammvaters der Meyer zum Pfeil,
lt. gef. Mittheilung von Dr. Aug. Burckhardt.
S. 139, 25. Neue und wichtige Aufschlüsse über Job. Qerster und
seine Familie gibt R. Wackemagel i. d. Zeitschr. f. Gesch. des Oberrheins,
N. F. XI 444 ff. Ueber seine Verdienste um die Neuordnung des Archivs
s. ebenfalls Wackemagel, i. d. Inventaren Schweizerischer Archive I 8.
S. 140, 1. Oerster wurde im Dec. 1523 pensioniert und starb erst im
August 1531; s. Erkanntnissb. III 208 b u. Wochenausgabenb. 1531, 8. 211
u. 213. Sein Sohn Wolf gang studierte in Basel schon 1511 und erhielt
1516 den einen der 2 von Franz I für Basel gewährten Freiplätze an der
Pariser Universität; s. die B. Universitätsmatrikel Bl. 129ii, u. Oeb. VII
164^. Ein andrer Sohn hingegen, Paulus, wurde in Folge eines Rauf-
handels 1519 für ein Jahr verbannt; s. im St. A. das Todbueh S. 33.
S. 140, 6. Burkhard Baltheimer studierte in Basel schon 1490, ver-
ehelichte sieh später mit Apollonia, der Tochter von Dr. Job. von Thuniiel
gen. Silberberg, und lebte noch 1508; s. Matrikel Bl. 82 b u. Urtheilbücher
554 BeiichtiguDgen und Nachtrftge.
i. J. 1506 und 1508. AU Rathsohreiber folgte ihm sohon 1505 der Iris-
herige Substitut Marquart Müller, weleher 1508 Geriehtiehreiber wurde;
8. im St. A. das Handbuch I der Oelteniunft 8. 223 und 243. sowie auch
die Urtheilbacher von 1508 bis 1513. Dureh seine Gemahlin Veronika war
Joh. Maller Oersters Schwiegersohn; s. St&dt. Urk. 1512, Min 27.
S. 140, 10. N. Malier starb 1519 im Februar oder Mftn; s. Erkannt-
nissb. m 190 und Oeb. VII 174 b. Als Notar der UniTcrsitftt erscheint er
schon 1507. und in diesem Jahr wurde sein Sohn Bernhard immatrikuliert;
8. Matrikel Bl. 118.
S. 141 , 9. H. Falkner, geb. 1506, bezog die Universittt schon 1520
und Term&hlte sich sp&ter mit Ursula, der Tochter des Ritters Sebastian
vom Stein, die jedoch schon 1539 starb; s. Matrikel Bl. 150^, auch Gross,
Kl. Basler Chronik 8. 137, und Tonjola S. 299.
S. 141, 15. Die späteren Stadtschreiber und Rathsehreiber bis um
1600 s. bei Ochs VI 357.
S 141, 23. Z. J. 1465 erseheint in der UniversiUtsmatrikel als »&•
mulus prothonotarii« Mathias Hörn von £ltingen, der in Heidelberg Baeea-
laureus geworden war.
8. 141, 25. Joh. Harnesch studierte in Basel schon 1469; s. Matrikel
S. 142, 1. G. Ertsberg war Substitut von 1488 bis 1494; s. oben 8. 314.
8. 142, 3. Hans Baumann von Sehaff hausen war luerst Substitut des
Gerichtschreibers, dann seit 1506 des Stadtsohreibers, worauf er im Juli 1515
Gerichtschreiber wurde. Nachdem er letzteres Amt bis 1542 verseheo,
wurde er pensioniert Als Substitut folgte 1515 auf ihn Joaehim Sehenck;
8. die Urtheilbacher des Stadtgerichts, femer Geb. VII 159b und StAdt.
Urk. 1542 Mai 3 t und Juni 3.
S. 142, 5. Hans Jakob Wild, geb. 1504 und Substitut seit 1524,
wurde im Juni 1530 Oeriehtschreiber und starb 1573; s. Tonjola 8. 223.
8. 169, 15. Noch 1516 lebte Martin Sperrer gen. BrQglinger; s. das
Urtheilb. d. Stadtgeriehts.
8. 258, A. 4. Die Tradition, dass Holbein das Haus »zum Tans« an
der Eisengasse (jetzt Nr. 20) bemalt habe, ist durch neuere Fonehongen
als irrig erwiesen. Vielmehr war es das am Fischmarkt gelegene Haus d.
N., welches die fraglichen, jetzt nur noch in Copien erhaltenen Male-
reien trug.
S. 292, A. 2. Statt 8. 83 lies: 8. 56.
8. 309, 19. Ueber diese Stiftung s. das Jahneitb. des Müngters
BL 16 ii (jetzt im Landesarehiv in Karlsruhe.
S. 369, 11. In Schnitts compilierter Weltchronik BL 248 lautet diese
Stelle: und im underen teil gel und rott über ort, und uff dem heim ein
guldin merkatzen uff einnem bkuwen hAt. — Diese Aenderung des Textes
stützt sich offenbar auf die Abbildung dieses Wappens in Schnitte Wappen-
buch BL 123 b.
8. 369, A. 1. Die Angabe der Annales Basilienses, dass Basels Be-
lagerung durch Rudolf von Habsburg 1273 »oirea festum s. Margarethae«
erfolgte, wird bestätigt durch die von Lemmens in der RAm. Quartal-
Schrift 1900 8. 241 edierte und um 1325 in Basel verfasste Chronik eines
BarfQssers: tempore messium, scilioet in vigilia beatae Margarethae, 5vcl
6 diebus (also vom 14. Juli an). Die Datierung Wurstisens (S. 132) »um
des hl. Kreuzes tag zu herbst« (14. Sept) ist somit irrig. Auoh beseht
sich die Angabe einer Zorioher Chronik (Ausg. von Dierener 8. 29 , L d.
Berichtigungen und Nachtrftge. 5ÖÖ
Anm.) »und lagend da 6 wuehen tot der statt« nicht auf die eigentliche
Belagerung, sondern auf die Dauer des Feldsuges überhaupt.
S. 398, 25. Hans Wiler der Vater reiste mit Jakob Ton Kilehen und
dem Buchdrucker Michael Wensler schon 1489 nach England mit einer
Sendung von Büchern; s. Histor. Festschrift 1901, 8. 269. Der Sohn aber
muss den Vater frühe Terloren haben, da er bis 1513 unter Vormundschaft
stand; s. Stadt. Urk. 1513 Mai 25.
8. 398, 36. Hans Wiler starb im Mai 1541, und da seine Toohter
Helena schon Tor ihm gestorben war, so fiel sein hinterlassenes Vermögen
als erbloses Gut der Stadt anheim; s. Stadt Urk. 1541 Mai 31, sowie auch
unter den Akten der Elendenherberge (10*) den undatierten Brief Ton Ur-
sula Nagel Ton der Alten Schönstein an den Rath.
S. 405, 1. Götterscherberg hiess ein Bergwerk bei Planeher-les-Mines,
nach einem seiner früheren Besitier, Hans Götterscher, der um 1477 lebte;
8. L. Kilchmanns Schuldbuch, im St-A., Karthaus B, Bl. 102.
S. 405, 10. Statt >Michel Vender mit Bucherer« lies: Michel Wensler
mit bucheren; s. oben d. Nachtr. zu S. 398, 25.
8. 490 (Kegister} > Bucherer« ist zu streichen.
Zu Band V.
8. 136, A. 3. Gemeint ist hier der Winter von 1431/32 ; Tcrgl. Zürcher-
chronik 8. 192, wonach im Januar 1432 sowohl Menschen als Vögel erfroren.
Die eingeklammerte Jahnahl 1430 am Rande ist mithin zu streichen.
8. 136, A. 5. Julian Cesarini, Kardinal Ton St. Angeli, kam naöh
Basel am 9. September 1431 und prftsidierte die erste allgemeine Sitzung
des Concils am 14. Deeember; s. Haller, Concüium Basiliense ü 13 und 19.
8. 136, A. 6. >Und begunde das wetter suber abegAn« ist wohl so
zu yerstehen, dass bald nach dem 14. Deeember, wo die erste Concils-
sitzung stattfand, das Wetter aufhellte, worauf dann >Tor wihennachten«
die strenge Kälte eintrat
8. 193, A. 6. Das Landgericht im Leimenthal gehörte den Grafen Ton
Würtemberg, die es 1324 sammt den Herrschaften Horburg und Reiohen-
weiler von den Freiherren von Horburg gekauft hatten ; s. Stalin, Wirtem-
berg. Gesch. III 178.
8. 204, A. 9. Anna, Henmann Offenburgs Schwester, starb 1454 in
SLlingenthal als Nonne; s. die Klingenthaler Urk. Nr. 2118.
8. 206, A. 4. Schon 1417 stellte Sigismund für H. Offenburg auch
einen Wappenbrief aus; s. Altmann, Regesten Sigismunds Nr. 2104, u. vgL
abend. Nr. 2340 u. 2665.
8. 209, 16. Am 7. September 1433 war H. Offenburg wieder in Basel
und erschien vor dem Concil; s. Haller, Ooncilium Basiliense U 477.
8. 235, A. 3 — 5. Konrad Marti , Chorherr des St. Mauritiusstiftes in
Zofingen, starb 1426; s. Anzeiger f. Schweizergesch. 1897, 8. 498. Die
Jahrsahl 14 . . ist mitliin zu ergftnien in 1426 oder 1427.
8. 249, A. 2. Sicher ist Oberlin zu lesen; vgl. B. Chron. 11 229, 14:
Studenoberlin von Waidenburg.
8. 303 A. 6. Hans Schlierbach wurde 1494 ermordet; s. oben S. 235, AI.
8. 305, A. 1. H. Offenburgs Vater hiess Albreeht, sein Gross vater
Heinrich, und beide waren Apotheker; lt. gef. Mittheilung von Dr. August
Burckhardt
556 Beriohtigaogen und Naehtrtge.
S. 306, A. 20. Anna, Henmann Offenburgs Tochter, starb 1493 alt
Nonne im Steinenkloater ; s. d. Jahrieitb. dieses Klosters in WuntUens
Analekten, S. 334.
S. 30S, A. 4. Dieser Kardinal Ton St. Potentiana and Bischof Ton
Tortosa hiess Otto Ton Moncada, was hier entstellt ist in »Manthonw«.
S. 310, A. 1. Statt IV lies: V 116.
S. 310, A. 10. Konrad Tuttelin der Karrer wurde am 29. April 1494
in contumaciam verurtheilt, weil er Hans Schlierbaeh auf offener Land-
Strasse ermordet hatte; s. St&dt. Urk. Nr. 2411. Yermuthlich war es der>
selbe K.T., der schon 1475 wegen eines Mordes TerortheUt worden war; s.
Wochenausgabenb. XI 70.
S. 316, 7. Ueber die hier erwähnte Chronik s. Anieiger f. Schweiser-
gesch. 1899, S. 235.
S. 344, 10. Der alte Name der Kapelle »tum elenden ELreus« war
schon um 1517 verdrängt durch den neuen »sam heiligen Kreus«; s.
Oeb. VII 167 : >die pfrund tum heiligen eruti enet Rinc. Vor »heiligenc
steht dort noch »eilenden«, jedoch durchgestrichen.
S. 361 , A. 3. Dieser Kardinal von St Calixtus war nieht Joh. tod
Torquemada, sondern Joh. Alfonsi von Segovia, Enbischof von Caesarea;
Ober ihn s. Haller, Concilium Bas. I 20 ff.
S. 407, A. 3. »Bischof« ist lu streichen; s. den vorigen Nachtr.
SU S. 361.
S. 442, A. 1. Die sog. Beinheimische Hs. trägt jetst die Signatar HI 1.
S.449, 1. Statt 1491 Ues: 1489.
S. 453, 15. Diese 35 Blätter, welche jetst den vordersten Thöl der
Hs. bilden, waren ursprünglich dem Sohluss beigeheftet ; s. oben S. 381, A. 1
S. 454, 22. Statt 1548 lies: 1547.
S. 455, 24. Bernhard M., der 1610 verstorbene Enkel des Bürger-
meisters Adelberg, hatte mehrere Sohne, und deshalb ist die hi«r geftusserte
Vermuthung betr. die Vererbung der Hs. lu streichen; s. oben 8. 381, A 3,
und S. 420, 8.
S. 493, A. 2. Das Benediktinerpriorat Ayton, wohin Johann Alfonsi
von Segovia sich surücksog, liegt nicht in Spanien, sondern bei AiguebeUe
in Savoyen.
S. 494. Zwei weitere Aktenstücke tum Einiug Papst Feliz V., aus
dem St. A. mitgetheilt von R. Thommen, s. im Anseiger f. Sehweiser-
gesck 1895, S. 218 ff.
S. 512, A. 8. Die Rückkunft nach Basel erfolgte schon Dienstags
vor St Magdalenentag, also nicht am 22., sondern am 18. Juli; a MissiTen-
buch KIV 155.
S. 514, A. 4. Orbe wurde nieht am 2. Mai erstürmt, sondern Diens-
tags den 3.; s. im St. A. Bd. St. 91 (5) den Brief Berns an Basel, vom
4. Mai, wonach der Sturm »gestern« geschah.
S. 515, A. 3. Auf seinen Antheil an Orandson, Orbe und Jongne
versiohtete Basel schon im Juli 1475; s. Missivenb. XIV 157.
S. 523, A. 2. SUtt S. 29 lies: S. 20.
S. 523, A. 7. Da alle sonstigen Berichte nur von 30 Reisigen wissea,
so dürfte die Zahl 78 enUtellt sein aus 28 (LXXVIH aus XXVIII).
Berichtigungen und Nachträge. 557
8. 524 , A. 5. Der Sold von 4 OL, wie der Text hat, wird bestätigt
durch Eidg. Absch. 11 632, und demnach ist Etterlin im Inthum.
8. 525, 12. Statt 200 lies: 2000.
8. 545, 10. Das hier in Aussicht gestellte Verieichniss der Bürger-
meister kann erst im Schlussband erscheinen.
8. 560, Nachtrag lu Bd. IV 140. Statt Erkanntnissb. II lies: III.
8. 592 (Register) Segovia. Statt »Eribischof Joh, Ton Torrequemada«
lies: Johann Alfonsi Ton, Ersbischof von Caesarea.
Zu Band VL
8. 16, A. 6. Der hier erwähnte Lienhard Qrieb d. jüngere war der
Sohn des gleichnamigen Oberstiunftmeisters von 1484 und bekleidete 1504
gleichfalls dieses Amt; s. B. Chron, IV 89, A. 2.
8. 49, A. 7. Andreas Bischoffs Vater hiess Nikiaus, und dieser war
ein Sohn jenes Andreas d. altem; s. oben 8. 392, 19.
S. 15, 18. Ueber dieses Panner, jetit im Landesmuseum, s. Zeller-
WerdmflUer im Anieiger f. Schweif. Alterthumskunde 1901, S. 183 ff.
S. 92, A. 6. Ueber Th. Brand, den späteren Bürgermeister, s. Joh.
Rudolf Burckhardt im B. Taschenb. 1858, S. 71ff.
^ 8. 127, 3 u. A. 3. Peter Wächter von Liestal hiess »Tischmacher«
nach seinem Beruf; s. oben S. 477.
8. 128, A. 4. Dieses Schriftstück s. oben S. 478.
8. 162, A. 1. Ueber Christoff Baumgarter Tgl. auch Anshelm VI 163,
wodurch die Basler Berichte vielfach ergänst werden.
8. 180, A. 6. Masi (spaniseh: mazas) sind Amtstäbe lum Vortragen.
8. 201 , 20. >Alfurt hj Haltprun« ist vermuthlieh Adolf fürt, 4 St.
öatL Ton Heilbronn.
S. 203, A. 8. Mit »80 tag« stimmt auch Anshelm VI 165, laut welchem
dieser Comet vom August bis October gesehen wurde.
8. 205, 4, A. 1. Das richtige Datum dieses Brandes ist Sonntag Jubi-
late (18. April); vgl. B. Chron. IV 99 und den ausführlichen Bericht bei
Anshelm VI 228 ff.
8. 220, A. 3. »Menger« bedeutet nicht nur Unruhestifter, sondern
aueh Trödler and Hausierer.
8. 229, A. 11. Zu »vesser« vgl. helmvas, s. B. in den Nibelungen.
8. 250, A. 6. Hierzu s. oben den Nachtrag lu Bd. V 545.
8.254, A. 3. »Angster« ist möglicherweise entstanden aus: nummus
angustus; s. Dueange: Angusti.
S. 277, 13. Der Basler Bischof Lfltold oder Lupoid, welcher um 1197
regierte, war kein Freiherr von Röteln, wie früher allgemein angenommen
wurde, sondern von Aarburg; s. R. Wackernagel, im Anseiger f. Schweiser-
gesch. 1889, 8. 357.
8. 326, A. 6. Hans Bernhard M. v. B. war Michaels Bruder.
8. 359, A. 5. A. v. Rotberg hatte 1476 als Ritter dem fiath angehört;
«. Schönbeig, 8. 797:
S. 383, 25. Henmann Meyer der Weber, der Stammvater der M. sum
Pfeil, war von Wolfswiler, erwarb 1372 das Bürgerrecht auf dem Zuge
gegen Istein und sass später im Rathe bis 1412; s. Leistungsb. 1 127 und
Schönberg 8. 474 ff. Sein Vater Nikiaus erscheint 1367—1381 als Meier
568 Berichtigungen und Nachtrfige.
des Klosteri Ottmanheim lu Oetlingen ; laut gef . Mitiheilung t. Dr. Aug.
Burekhardt.
S. 392, A. 9. Diese ganie Anm. ist tu streiehen. Denn Nlklauf
Bischoffs Frau war nicht Anna Orüneniwig, sondern Verena Zangenberg,
die ihn aberlebte; s. im St. A. die UrtheilbQcher i. J. 1521 u. 1541. Immeihiii
war Anna GrOnenswig, als Gemahlin Hans Bars d. ftlteren, der Kathaxina
Bischoff Grossmutter mütterlicherseits ; s. B. Biographien I 65. Hingegen
war sie nicht Nikiaus Grünem wig^ Tochter, sondern dessen Schwester; i.
im St A. das Urkundenb. V 126, s. J. 1511, das Urtheilb. «. J. 1512 und das
Zinsbuch s. J. 1484.
S. 395, A. 6. Hans Rudolf war der Sohn des Bürgermeiaters Jakob
Meyer zum Hirsen ; s. Meyerisohes Gesehlechtsbüchlein, Copie im St. Arehir.
S. 416, 21. Hier folgt in der Hs. die oben S. 381, A. 2 angefühlte
Verweisung auf Bl. 295.
S. 416, A. 3. Anna Magdalena Eberler gen. Grüneniwig, Tcrm. mit
Ulrich sum Luft, war die Tochter Mathias Eberlers, des Rathaherm der
Weinleuteniunft (i* 1454), also die Schwester des gleichnamigen Ratha-
herm, der sum Agstein wohnte (i* 1485), und eine Enkelin des Rathsherro
Mathias Eberler gen. Schlosser; laut Mittheilung von Dr. Aug. Burekhardt
S. 416, A. 4. Katharina Roseggs Gemahl war yermuthiieh Heinrich,
ein Sohn Mathias Eberlers gen. Schlosser. Denn die einsige Frau einei
Eberler, deren Name noch unbekannt wftre, ist die erste Frau dieses Hein-
rich, welcher nachweisbar sweimal sich Tcrehelichte.
S. 416, A. 6. Diese Anm. ist su streichen; s. oben den NaehUag sa
S. 392.
S. 416, A. 7. Statt »Nikiaus« lies: Biathiaa; s. den Nachtrag su
S. 392. — Die Mutter Annas, also die Ehefrau Mathias Eberlera sum
Agstein, hiess nieht Lucia, sondern Anna Peyer; s. Welti, Die Urkunden
des Stadtarchirs su Baden, 8. 881 ff., a. J. 1483.
Personen- nnd Ortsyerzelchniss.
NB. In di«Mm TeneiduÜM ist die Allgemeine Beilage mit den BatliabeMtznngen (8. 525 ff.)
niclit berftcloiehtigtt nnd ebeneo sind Tom Qeechleclite Meyer som Pfeü alle diejenigen Glieder
weggelassen, welcne nnr in der Meyerisohen Familieneliromk (8. 391—407) oder m der Wappen-
tafef (B. 415 — IS) Torkommen. Ton allen Xhepaaren, welche letztere QneUe anffUirt^ enwUt
es somit stets nnr den angeheirateten Theil , der kein geborener Meyer ist. Im ftbngen gilt
fbr dieses Yeruiehniss dasselbe, was sdlion im Bd. IV, 8. 483 bemerkt wnrde.
Aachen, Auch, Ocht 153, 29 A. 4.
228 A. 4. 432, 19. 443, 21.
Aarau 129, 12. 139 A 6. 159 A. 3.
160 A. 1.
Aare 229, 8. 265, U. 450 A. 9.
Aargau, Ergeuw 7 A. 7. 266, 1.
272 A. 1.
AaTwangen 265, 13.
Abyberff, Fridolin, der Sohwyzer
129 l2.
Adda'35'A. 10. 36, 3 A. 1.
Adolsfart, Alfurt 201, 20. 557 Nach-
trag Bu 201.
Africa 205, 11.
Agstein, Peter lum, d. R. 260, 11,
A. 6. 261, 14 A. 6.
Aiguesmortee 217, 5.
Albis 141, 6—16. 142 A.9. 143 A. 2.
199, 9. 201, 4.
AlbuU, Elbling 34 A. 9.
Alen^on, Herzog Franz von 397 A. 5.
Alessandria 30 A. 4. 36 A. 10. 37,
5 A. 5. 44, 8. 47 A. 12. 446 A. 11.
Alezandrien 552 Nacbtrag tu IV 59.
Alfonzi, Johann, s. Born, A.ardinäle.
Allgau 511, 19. 513, 9.
AlUchwil 376, 9.
Altdorf 38 A. 6. 40 A. 6. 433 , 3.
448 A. 7, 8.
— Johann Ton, Stadtsehr. 268, 14
A. 6, 7. 553 Nachtrag zu IV 134, 3.
Altkireh 8, 2. 257, 4 A. 3. 280, 6.
361, 13. 524, 10.
Altreu 265, 13.
Amboise, Karl von 433, 5.
Amerbach, Bonifaoius 91, 22.
Ammersweiler 216, 10.
AmmianuB Marcellinus 354, 1 A. 3, 4.
Ampringen, Konrad Ton 8, 20.
Anaelfingen, Angelingen 52, 3.
Andlau, Andlo 265, 1.
— Edle Ton 213 A. 2.
Hartmann, Bgrmr 13, 10, 14. 80,
4, 11. 325, 10.
Barbara, s. Gilgenberg.
Angelrot, Balthasar, d. K., u. Gem.
Dorothea 391, 9 A. 1.
Angelus, Bischof y. Sessa, päpstl.
Legat 304 A. 16.
Angenstein 428, 2—11.
St. Angiolo, Angalm 36, 10.
Anhalt, Fürst Wolfgang Ton 150, 18.
200, 3.
Anjou s. M^zi^res.
Anna, Magd 396, 21.
d^Annone, Daun, Christoff, u. Tochter
Helena 396, 12.
Antigorio s. Eschenthal.
Antwerpen, Antorf 432, 21, 443, 21.
Anwil, Friedrich Yon 111, 1.
Appenzell, 27, 23. 39, 7. 54, 21.
65 A. 2. 72, 1. 137, 21. 138, 27.
146, 19.
Aragon, Könige:
Jacob II. 249, 14.— Tochter: Elisa-
beth, s. Deutschland, König
Friedrieh d. Schöne.
Ferdinand d. Katholische 65 A. 1,
6, 7. — Tochter: Katharina s.
England, König Heinrich VIII.
Archa s. Elgg.
Argent, Arsent, Wilhehn 212—213.
115, 7 A. 7. 369—370. 371 A. 7.
373—374.
— Jakob, Bastard 212, 5. 370—372.
Armagnacken, Jacken, Delfinische,
Schinder 171, 27. 224, 24. 229, 15
A. 10. 230, 1 A. 2, 3. 281, 4.
282, 12. 362—364.
von Arx, Diebold, Basler 34 A. 4.
56Ü
Personen- und OrtsTerzeiehnias.
von Ars, Heinrieh, Solothurner
206 21
Asü 36, 19. 37, 4 A. 1. 43, 18. 44, 7.
47 A. 12. 55, 18. 58 A. 1. 66,
12 A. 10.
Auer, Ouwer, Daniel 281, 2 A. 1.
Augsburg 100, 22 A. 1. 150, 12 A. 1.
3. 153, 13. 194,4. 197,4. 199,24.
252, 11. 277, 21--36. 511, 20.
512, 35. 514. 19.
Äugst 126 A. 3. 267, 11.
Ayton, Kloster in SaToyen 556 Nach-
trag lu V 493.
Baar 137, 17. 141 A. 2. 143 A. 5, 6.
— Baarer Boden 143, 15 A. 8.
144 A. 4 7.
Babst, N., Kanzler d. östreich. Land-
TOgts 509, 17.
Baden im Aargau, Oberes Baden 7
A. 7. 9, 7. 13, 5. 38 A. 3. 50, 16.
136,21. 137 A. 5. 139 A. 2. 147,9.
175, 32 A. 2. 196, 4. 207, 11. 253,
7, 9 A. 5. 272, 6 A. 4. 385. 23.
— Schultheiss s. Eberler, Nikiaus.
Baden s. Markgrafschaft
— Markgrafen:
Karl 426, 25.
Qeorg s. Mets, Bischof.
Christoff 179, 28. 231, 16. 434,9.
Ernst 123, 11 A. 5. 146, 18. 470,
13. 509, 30 A. 5. 510, 2—16 A. 8.
514, 10.
Bernhard 509 A. 5.
Philipp 509 A. 5. 510, 6.
Baden, von, Qötsmann 267, 3.
— Hans Heinrich 359, 8.
Badenweiler, Schloss und Herrschaft
123 A. 4. 256, 14. 274, 9. 509, 31.
510 A. 1.
B&r, Ber, Hans d. ältere, d. K. 392,
15, 18. 420, 13. 430, 21. 558 Nach-
trag zu 392. — Gem. : Anna Eberler
gen. Orünenzwig 392, 19. 558 Nach-
trag zu 392.
— Frans, d. R. 118, 18. 120 A. 2.
416, 10.
— Hans d. jQngere 67, 2, 69, 19.
118 A. 10. 331, 13.
— Barbara s. Bischof, Andreas.
— Helena s. Meyer z. Pfeil, Bern-
hard.
B&renfels, Berenfels, Edlevon 308, 10.
— Arnold d. jüngere, Bgimr 299
A. 5.
— Adelberir 299, 8.
— Hans, Bgrmr 80, 3, 6. 325, 9.
— Dessen Tochter 325, 12.
— Hannibal 405, 14.
Baiem 511, 19.
Baldegg, von, Marquard 300. 3.
^ Hans 9, 5. 300 A. 3.
Baldersdorf s. Meyer von B.
Balm, Palm, Ulrich von 249, 11.
Balstal 156—157.
Baltheimer, Hans, Oberstrathsknecht,
45, 1 A. 3.
— Burkhard, Rathsehreiber, n. Gem.
Apolionia von Tunsel 553 Nach-
trag zu IV 140, 6.
BamMrg, Bischof: Weigand t. Bed-
witz 197, 9 A. 3.
Barbarossa, Haireddin, Corsa r 205, 1 1.
Bartenheim 10, 17.
Basel, Sudt:
Aeschenthor, Esehenmarthor 84,
15. 126, 24. 331, 26. 358, 11.
Aesohenvorstftdt 85, 1. 482, 32.
St. Alban, Kloster und Kirchge-
meinde 202, 30. 262, 8. — Propst:
Simon 248, 1.
St. Albanthor 84, 15. 262, 18 A. 6.
331, 26.
St Alban vorstodt 84, 21. 85, 3.
219, 16, 23. 332, 1. 354, 14.
368, 22.
St Andreaskapelle 281, 11 A. 6.
St Annakapeue beim 8t. BUsi-
thor 458, 10 A. 4.
Antoniterhaus in Kl. Basel ^
Ziegelhof.
Augustinerkloster 90, 10. 11 1 A. 4.
112, 5, 10. 122, 3. 328, 1. 453, 3.
456, 3. — St Sebastians Bruder-
schaft daselbst 452, 19.
B&ren, zum, Zunft d. Hauagenomen
133 A. 3. 178, 2. 386, 31.
Bärenfelserhof zu St. Martin 404
A. 1.
Barfasserkloster 10, 10. 112, 7.
114, 5. 115 A. 4. 132, 7. 261.
3. 283, 5. 296, 12. 357 A. 3. 456,
18. 459, 16.
BarfUsserplatz 177, 28. 357, 4.
Bischofshof 308, 2. 309, 7. 310.
20 A. 1. 392, 14.
St Bl&serhof 405 A. 3.
St BUsithor 274 A. 1. 372, 11.
458, 10.
Blumen, Gasthaus zum 132, 10.
444, 3.
Bock, zum Rothen 93, 22, 26.
Bollwerk an Spalen, Waaenboll-
werk, u. zu ot Clara 85, 25.
St BrandolfskapeUe 132 A. 7. 444
A. 3.
Brodbeckenzunft 133, 4.
Brodlaube 133, 7 A. 7.
FeTsonen- nnd OrtsTeneiohniBS.
561
Brunnen, Stube zum, Obere Stube
18, 28. 450, 8.
Burg, auf, Atrium ecclesiae Basi-
Uensis, Mansterplats 5, 7. 116,
7, 10 A. 4, 7. 121, 4. 122, 10,
202, 28. 203, 8. 247, 1. 252.
18. 267,2. 268, 11, 13. 283, 5.
309, 17, 23. 357, 6. ~ Brunnen
daielbst 268, 13.
BurgergMse , jetst Greifengasse
430, 6.
St Clara, Kloster 387 , 24. 433,
22. 460, 9.
St. Clarabollwerk s. Bollwerk.
CoUegium, Unteres, Zibolerhof,
UmVersitfttsgebäude 60, 17. 111,
19 A. 4.
Deutscbordenshans 85, 4.
Dolder, Tolden, Haus tum, am
Spalenberg 217, 22. 252 A. 12.
— iimi Hohen D., Haus d. Vor-
stadtgesellscbaft lu St. Alban,
auch i^en. sum Esel 219, 17 A. 7.
Eberstein, Haus tum 162, 13, 19.
203, 6. 337, 11. .
Blendenherberge 435, 6. 452, 6.
St Elsbethen 261, 10.
Eptingerhof bei St. Martin 74 A. 4.
Esel s. Dolder. .
Eselthurm 132, 6, 12. 177, 28.
336, 15.
Falken, Falkeoberg, Haus sum
395, 19 A. 6.
Falkensteinerhof 302 A. 7.
Fanen, tum Koten 34 A. 7.
Fischersunft 60, 6, 13 A. 3.
FiBcbmarktl32— 133. 134 A.l. 178,
4, 11 A. 8. 199,18. 259,16. 279,
17. 280, 1. 299, 15. 301 A. 1.
324, 12. 447, 13. •— Brunnen
daselbst 133, 10. 279 A. 8.
Freie Strasse 116 A. 1. 132 A. 9.
133 A. 3. 178, 2 A. 1, 8.
Fröwler, Haus der, s. Gunaoh.
Galgen auf dem Geliert 261, 2. 262.
10. 337, 26.
Oartneriunfr 113, 3, 12.
Geliert s. Galgen.
Gelten, sur, Zunft der Weinleute
18, 12.
Gens, Haus sur 447, 12 A. 5.
Gerbergasse 116 A. 1. 132, 7.
177 29.
Gerbenunft 315, 14.
Gieren, Klayen, Haus zum 301, 1.
Greifen, sum, Kleinbasler Gesell-
schaft 429, 7.
Greifengasse i. Burgergasse.
Gunach, Hof, der Fröwler Haus,
BMltT duronUten VI.
jetit ium Tiöweniom 326 A. 6.
360, 3.
Hftren, sur, Kleinbasler Gesell-
schaft 449, 28.
Hasen, Haus sum 18, 13. 268, 15
A. 7. S. auch Mejer s. Hasen.
Hausgenosseniunft s. Bären.
Heisser Stein s. Kommarkt.
Helm, sum Grünen 360, 3.
Heuberg 326, 23. 360, 2.
Himmel, sum, Zunft d. Maler 90,
1, 27. 93, 11, 30. 134, 10.
Hirsen, Gasthaus lum 66. 5 A. 3.
482 A. 4. S. auch BilUng und
Meyer s. Hirsen.
Hohe Stube 119 A. 10. 120 A. 1.
355, 9. 356, 2—19. 430, 11, 14.
529. 27. 8. auch Brunnen, Mücke
u. Seufsen.
Hutgasse 49, 20. 116 A. 1.
Imbergässlein 132, 9.
St Jakobsbrunnen in der Aeschen-
Torstadt 358, 10 A. 6.
St Johanns, Johanniterhaus 273, 18.
St Johannsthor 279, 18. 368, 19.
370, 11. 371, 1.
St JohannsTor Stadt, sum Crütze
219, 21. 262, 19.
Kapitelhaus beim Münster 202, 28.
Karrerknechte, Bruderschaft der
453, 5.
KarthauB 121 A. 5. 219, 19. 284, 6.
332, 1. 341, 11. 368, 15, 27. 429,
26. 435, 20, 25. 438, 15, 22. 454,
17. 457,3. — Prior s. Zsohecken-
pürlin, Hieronymus.
St Katharinenkapelle vor dem
Aesohenthor 84, 20. 126, 23.
331.28. 363 A.5. 481,32. 483, 18.
Kaufhaus 133, 5. 134, 11. 203, 6.
336, 8—14. 337, 12.
Kaufleutensunft s. Schlüssel.
Kilchmann, Hans sum 430, 7.
432, 6. 433, 25. 435, 2, 9 A. 2.
448 A. 2. 451, 14. 458, 4.
Klagen s. Gleyen.
Klein Basel, Kleine Stadt, Min-
der Basel, über Bin, 59, 1 2. 113
2—18. 114, 15. 250,5. 253,11'
259, 10. 268, 1. 274, 1. 280, 1.
297, 7. 301, 5. 304 A. 2. 324,
12. 332, 1. 368, 14—27. 375
A. 1. 377, 12. 425, 9. 432, 10.
434, 20, 31. 453, 15 A. 2. 457
A. 8. 458, 8. — Die drei Gesell-
schaften 432, 11. S. auch Greifen.
B[ären u. Rebhaus.
Kleinbasier Richthaus 113, 6. 375
A. 1.
36
662
Personen- and OiUreneicliniM.
Klingenthal 121 A. 5. 284, 14.
286, 13. 301—302. 334, 14. 429,
20. 434, 28. 453 A. 3. 454, 18.
456, 1. 458, 14. 459, 12 A. 5.
460 , 1 . 555 Nachtrag su V 204.
— Bruderschaft der Müller-
kneehte daselbst 453, 21.
Kohlenberg 261 A. 7. 300, 18.
Korb, B. Sternen, zum RoÜien.
Kornmarkt, jetzt Marktplatz 18,
11, 13. 115, 22. 116, 1—15, 132
—134. 149, 10. 162, 22. 178,
1. 199, 18. 259, 17. 266, 12, 15.
267 A. 4. 268, 16. 269 A. 1.
301, 1. 334, 27. 336 A. 1. 357, 4.
362, 19. 377, 13. 446, 14. 447,
5, 14. 482, 4, 9. — Brunnen da-
selbst 132, 8 A. 4, 5. 133, 3 A. 2.
135 A. 1. 259, 18. 267, 5. 336,
12. — Heisser Stein 281, 17.
Krähe, Kreigen, lur, Vorstadtge-
sellschaft 113, 13 A. 6.
Krämergasse, jetzt Schneidergasse
132 A. 6. 178, 3.
Krämer zun ft s. Safran.
KreuB, zum Elenden, Kapelle 274,
1 A. 2. 315, 1. 556 Nachtrag zu
V 344.
Krone, Gasthaus zur 50, 1. 132, 11.
448, 4.
Lachs, zum, Emmerichs Haus 133,
12 A. 10.
St. Leonhard, Lienhard 112, 7, 11.
122, 10. 171, 15. 246, 5. 247 A. 9.
248, 4. 276, 11. 452, 1, 5 A. 1.
linde, Haus zur 446 A. 6.
Löwonzom s. Gunach.
Lützelhof a. d. Freien Strasse 133,
4 A. 4.
Luft, Haus zum 209, 15.
Malsgasse 84, 20.
St. Martin 111, 22 A. 3, 6. 112, 10.
202, 29. 359 A. 2. 392, 1, 8. 394,
3. 397, 2, 6) 18. 400, 22. 406, 16,
20, 29. 407, 6. 421, 11.
St.MartinsBergll2,5. 134,9. 403,
23. 404 A. 1.
Macke, Stube zur 270, 1. 272, 12.
355, 7 A. 4. 358, 7.
Müllerknechte , Bruderschaft , s.
KlingenthaL
Münster, Hohe Stift auf Burg 5, 7.
42,7. 91, 15. 114,14. 116—117.
202, 28 A. 6. 203, 8. 209, 16. 246,
2. 247, 1 A. 1,3. 252,4. 258, 5.
262 A. 5. 270, 11. 271, 1. 283,
17 A. 10, 11. 303, 19. 305, 1.
309 A. 4. 334, 3. 336 A. 1.
357, 6. 393, 7, 23. 398, 4. 401,
6, 12. 402, 21. 403, 9, 14. 404
7—17. 450, 12. 459, 1. — Chor.
116, 11. 305, 4. — Lettner 116.
13. — Galluspf orte 296, UA.6.
— Papstglocke 281, 12 A. 7.
339, 9. 340, 15. — Kreuzgang
201, 12. 392, 13. 409, 25. 413
A. 3. 417, 19.
Münsterplatz s. Burg.
Nadelberg 261, 15 A. 7.
St Niklauskapelle in KL Basel 264.
13. 324, 13. 457, 20. 4^8, 2.
Oberes Thor s. Ridienthor.
Offenbnrgerhof 358, 9.
St Oswafdskapelle 247 A. 9. 24S,
4 A. 4.
Pantier, Haus zum 384, 28.
St Peter 114, 14. 121,10. 122,11.
262, 23. 281 A. 6. 315, 11. 39S,
11. 404, 1 A. 1. 405, 7. 552 Nach-
trag zu III 281.
St Peters Berg 435, 7.
St Peters Platz 196, 9. 279, 18 A.
6. 310, 10.
Pfalz 59, %. 252,3. 284,6. 340, S.
368, 17, 18. 454, 17.
Platz s. St Peters Plats.
Predigerkloster 60, 8. 114, 4 A. 3.
301, 6. 302, 7. 11 A. 5. 303 A. 1.
PuWerthurm, Zeugthuim, Schnei*
derthurm 84. 16 A 6. 331, 25.
Bathaus, lUchthaus 113 A. 5. 115,
18, 20. 133, 6. 134 A. 4. 304 A
2. 308, 12. 309, 1, 5. 310 A L
327, 4. 337, 21. 481, 21, 482.
15. — Oberes Gewölbe 176, 10.
— Rathstube 482, 12.
Rebhaus, Kleinbasler Qoiellaehaft
d. Rebleute 457, 2. 460, 20.
Rheinbrücke 33, 12 A. 4. 59, 9.
14. 60, 15, 21. 255, 3. 259, 13
A. 5. 280, 15. 284, 6. 314, 11.
341, 11. 368, 15. 444, 7. 447, 13.
454, 19. 455, 1. — Kapelle da-
rauf 59 , 18. 368, 14, 19.
Rheingasse 280, 1. 324, 13. 430, 7.
432, 6.
Rheinsprung, Sprung 279, 17 A 6.
Riehenthor, Oberes Thor 274, 1.
315, 1. 425 A 2.
Rosengarten, Haus zum 444, 3.
Safran, zum, Zunft d. Krämer 281
A. 6. 385,15. 387, 15. 399,11.
450, 9.
Salzhaus, Salzthurm 33, 8. 286, 10.
444, 18.
Schalen s. SchoL
Schererzunft s. Stern, warn Golde-
nen.
Penonen- und Ortrreneiohniss.
563
Sehiffleuteniunft 33, 13 A. 4l 60,
6 A. 3. 368, 26. 387 18.
Schiassel, Eum, Zunft der Kauf-
leute 386, 35.
Schmiedensunft 387, 25. 450, 9.
Schnabel, Gasthaus sum 132, 8.
Schneidergasse s. BLrämergasse.
Schneiderthurm s. FulTerthurm.
Schneidersunft 84 A. 6.
Schol, Schalen, die 132— 134. 178,4.
Schürhof 268, 11.
Schützenhaus der Stachelschütsen
310 A. 2.
St« Sebastians Braderschaft s.
Augustiner kloster.
Seufsen, Stube sum 355, 8.
Silberberg, Haus zum 67, 3 A. 4.
Spalen, an den, jetzt Spalenberg
217, 22. 266, 16 A. 7. 447, 12.
Spalenthor, inneres 130, 29. 304, 3.
Spalenyorstadt 113, 13.
Spital 112, 6, 10. 131 A. 1. 435,
6. 447, 14.
Sprung B. Rheinsprung.
Steinenkloster 132, 5. 172, 17.
261, 13. 279, 11 A. 3. 335, 22.
383, 24. 393, 3, 13. 408—413.
415, 23. 430, 2. 556 Nachtrag
zu V 306. — Priorin: Ita Frey
409, 28.
Steinenthor 133, 15 A. 11. 134, 25.
135, 9, 14. 136, 4—6. 323, 20.
328, 1. 335, 12.
Steinen, Steinenyorstadt 132, 3
A. 2. 177, 25. 199, 20. 335 A. 8.
Sternen, Gasthaus z., i. d. Aesohen-
Yorstadt 49, 17 A. 8.
— sum Goldenen, Zunft d. Scherer
313 A. 5. 314, 11. 333, 16.
— zum Reihen, jetst zum Korb
444, 2. 551 Nachtrag zu II 287.
— zum Schwarzen, GhMthaus in
der Hutgasse 49, 20 A. 9.
Stiftshaus am Münsterplats, jetzt
Lesegesellschaft 309, 11, 20 A 2.
Storchen, Gasthaus sum 301, 16.
Tanz, Haus zum, an der Eisen-
gasse 391 , 9 A. 1. 554 Nach-
trag zu IV 258.
— zum Yordem, am Fischmarkt
554 Nachtrag zu IV 258.
St Theodor, St. Joder 85, 6. 114,
15. 122, 11. 401, 19. 405, 2—17.
406,4. 407,1. 429,24. 431,13,
29. 432, 12. 434, 26. 435, 10.
445, 18. 447, 2. 451, 21, 24.
454—460.
St Thomasthurm 219, 21 A. 9.
Uetingens Badstube 59, 9.
8t Ulrich 202, 30. 261 A. 4.
UnlYersitätsgebäude s. Collegium.
St. Urbansbrunnen 358, 11.
Wasenbollwerk s. Bollwerk.
Webersunft 315, 13.
Weinleutenzunft s. Gelten.
Weisse Gasse 177, 29.
Werkhaus auf Burg 262 A. 11.
309 A 2
Werkhof 60, 24. 373, 7. 482, 8, 10.
Wildeck im Leinenthal, jetzt Lohn-
hof 246, 9.
Zeugthurm s. Pulyerthurm.
Zibolerhof s. Collegium.
Ziegelhof, Oberer, das spätere An-
toniterhaus in Kl. Basel 324, 14.
458, 8 A. 3.
Zimmerleute u. Maurer, Zunft der
260, 12.
Basel, Bischöfe 11, 11. 123, 19.
Fantalus 245, 3 A. 5.
Haito 276, 10.
Rudolf (+ Yor 895) 277, 1, 10.
Rudolf, Graf y. Froburg 246 , 7
A. 5.
Heinrich y. Horburg 277, 4, 11.
Lütold Y. Aarburg 277, 7, 13. 557
Nachtrag zu VI 277.
Peter y. Aspelt 248. 9, A. 6, 7.
Johann y. Vienne, Veiand 257, 8
A. 1, 4, 5. 259 A. 3. 260 A. 2.
263 A. 10. 264 A. 2, 5. 265
A. 10. 267 A. 10.
Imer y. Ramstein 272, 13.
Friedrich y. Blankenheim, Pfleger
des Bistums 272, 11, 15.
Konrad Münch y. Landskron 267
A. 3. 273 1.
Friedrich ze Rin 283, 8. 357, 9.
358, 2.
Johann y. Venningen 364, 24 A. 6.
365, 17. 552 Nachtrag zu HI 1 1 7.
Kaspar ze Rin 427, 18.
Christoff Y. Utenheim 123 A. 10.
450, 11, 13 A. 6.
Philipp YOD Gundelsheim 387, 1.
552 Nachtrag zu IV 98.
Basel, die Aemter, das Landgebiet
18, 17. 44, 1. 47, 13: 75, 16. 91,
26. 92, 15, 23. 100, 2. 124—129.
136, 1. 156 A. 2. 374, 29, 376—
378. 385, 26. 452, 10 A. 4. 454,
5. 455, 19. 476—490. 552 Nach-
trag zu III 86. S. auch Fams-
burg, Homburg, Liestal, München-
stein, Waldenourg.
Battenheim 5, 2. 503, 22. 505, 28.
508, 13, 514, 27.
Battier, Ursula 420, 9.
36»
664
Pertonen- und OrtsreneidiniM.
Bauhin, Bohinus, Kaspar n. Oem.
Maria Brüggler 399, 16.
Baumann, Hans, Substitut 171, 16.
554 Nachtrag lu IV 142, 3.
Baume-les-Dames, Barn 76, 10.
Baumgarter, Christoff 162— 163. 203,
2. 337—338. 557 Naehtr. zu VI 162.
— Gem.: Elsbeth Dayid 162—163.
203, 3. 337, 13. — Tochter: Els-
beth 162—163. 203, 4. 337, 15.
Bechburg, HenmannTon, auf Falken-
stein 257 A. 4. 263, 2 A. 2, 5, 7.
Beinheim, Heinrich Ton 384, 4, 30.
Beitan (?), Johann, 400, 15.
Beifort, Beffert 264, 1. 280, 6 A. 4.
506, 5. 511, 3. 524, 14.
Bellikon s. Krieg.
BeUingen 371, 14. 372, 13. — Schult-
heiss: Kreoklin, Ambrosius 213 —
215. 370,9—12. 372,6—21. 373 A. 1.
Belliniona, BeUenti, Beltienti 19,
9. 31, 11 A. 4, 10. 33, 20 A. 6.
35, 6. 82 A. 5. 192, 14. 329, 1.
446, 2, 10.
Benken 396, 8, 13 A. 4.
Berlinger, Magister 23, 5, 25. 28, 34.
103, 13. 106, 14.
Bern 6 A. 4. 7, 11, 19. 10, 6 A. 4
—7. 11, 12—28 A. 3. 12 A. 2.
31, 9 A. 3. 43 A. 6. 44 A. 5.
48, 14 A. 7, 9. 57, 20 A. 8. 58,
15. 63 A. 5. 68, 5. 71, 20. 77, 2
—12. 81 A. 4. 82, 7. 91, 9. 100
A. 1. 113, 21 A. 1,8. 117,5. 127,
16. 131, 14—24 A. 4. 136—146.
153, 17, 20. 154—159. 196, 7. 198,
16. 199, 3 A. 1, 2. 201, 14. 205,
5. 208, 2 A. 2—4. 218, 8. 256
A. 8. 257, 1. 266, 3, 8. 267, 7.
272 A. 4. 285, 20. 286 A. 1. 296,
2. 298, 5, 11 A. 6. 325 A. 9. 332,
6. 357, 7. 399 A. 8. 433, 15. 449,
19. 487,35. 488,12. 505,9. 509,
20. 511, 5. 557 Naehtr. zu VI 205.
Berona (Beromünster?) 340, 11 A. 3.
Bertsehi, Bersy, Marcus 112, 4.
Besanfon, Bisants 48, 19 A. 9. 49,
14. 76—77.
Bettingen, Betticken 376, 25. 377, 11.
Bettken s. Bockten.
Beuggen, Bütken, Deutschordens-
haus 123, 14. — Comthur: Lud-
wig Yon Reischaoh 123, 14 A. 8.
Biberach 149, 10. 150, 22.
Biel63A. 5. 137, 13. 156, 18. 157,
20. 158 A. 1. 199, 4.
Biengen s.' Bingen.
Billens, Humbert Ton, Dompropst
267 A. 1.
Billing Lienhard, gen. zum Hinen,
d. K. 66. 5 A. 3.
Bingen, Biengen, Joh. Zegk yon,
Stadtschr. 553 Nachtrag zu IV
135, 13.
Binningen 135, 10. 136, 4, 8.
Bipperfin, Fuperlin, Thomann 305, 21 .
Birs, 8, 25. 10, 4. 12, 13. 154 A 5.
155, 6. 368, 17. — Birsrein s.
St. Jakob.
Birdg, Birseck 101, 18. 102, 1. 109,
33. 132—136. 161,28—33. 176-^
178. 199, 17. 202,24. 246, 13. 251,
10. 259, 15. 299, 14. 301 A. 1.
324 A. 7. 335, 8. 336, 5, 19 A. h.
Bischoff, Andreas d. altere (f 1482.)
49 A. 7. 557 Naehtr. zu VI 49.
— Nikiaus 392, 19. 557 Naehtr. zu
VI 49. — Gem.: Verena Zangen-
berg 558 Naehtr. tu VI 392.
— Andreas d. Wechsler, d. R., Herr
zu Hiltalingen 49, 16. 118 A. 4.
386, 25. 392, 17. 393, 18. 416, IS
417, 18. 557 Naehtr. zu VI 49. —
Gem. : Barbara B&r 392, 18. 416,
9 A. 6. 417, 18.
— Katharina s. Meyer z. Pfeil, Adel-
berg.
— Chrischona 417, 9.
— Eusebius, Buchdrucker 417, 11.
Bitsch, Graf Eckrich von 12, 8.
Blamont, Blaumont 253, 4. 254 A. 6.
286, 8 A. 4.
Blauen, Kette d. Jura 354, 11 A. 7.
489, 12.
Blauenstein 257, 9 A. 5.
— Rutsehmann von 257 A. 5.
Blaurock, Georg 129, 11.
Blochmont 326, 1. S. auch Eptingen.
Blodelsheim 370 A. 3.
Blost. Kunzmann 284, 19.
Blotsneim, Blattheim, Flotten S, 6.
10, 15. 361, 5.
Blöwer, Bluwer, Konrad 206, 22.
Blndent, Pluditi 6, 18 A. 7.
Blumfelden, jettt Blumegg 9 A. 6.
Boche. Ulrich, Schifimann 255, 2 A. 1.
Bocholt, Buchholi 553 Nachtrag zu
IV 137.
Bodensee 6 A. 1, 8. 27, 29. 258, 10.
Böblingen, Bähungen 513, 8.
Bockten, Bettken, 234, 11.
Böhmen, KönigFerdinand s.I>eut8ch-
land, Kaiser.
Böttberg 267, 9.
Bolli, PoUe, der alte, u. Qem. Bar-
bara 394, 24.
Bologna, Bononia 103, 20. 109, 3S.
150, 9 A. 1. 180—184.
Fenonen- und OrtsTeneiehniss.
565
Bonboillon, Bolonin 76, 20, 22 A. 12.
Bondorf, Hans, d. R. 44, 2. 45 A. 4.
BothanuB, HieronYmus 91 , 30. 145, 15.
Bottmingen, Botuingen 403, 7.
Bourbon, riünz von, Heriog Yon
Ch&telleraud 69, 3 A. 1.
Brabant 194, 15. 200, 12.
Brand, Theodor, Bgrmr 92, 15 A. 6.
375, 30. 505, 20. 516, 4. 557 Naeh-
trae zu VI 92.
Branaenburg, Markgrafen:
Joachim ü. 179, 29. 180, 9 A. 4.
Albreoht s. Mainz, Eribischöfe.
Georgy. Ansbaoh 150, 18. 200, 1.
Brandis, Ludwig yon 6, 7, 9 A. 4.
Brandmüller, Jakob d. filtere, Pfarrer
405 3, 10.
— Jakob d^üngere, Pfarrer 405, 17.
Bratteler, Hans, ;d. R. 34, 1 A. 2.
125, 4. 474 A. 3.
BraunBohweig-Lüneburg, Hersöge:
Heinrich d. mittlere 150 A. 7.
Ernst der Bekenner 150, 18 A. 7.
200, 1.
Franz 200, 2.
Braunschweie-Wolfenbüttel, Herzog
Heinrich d. jüngere 197, 13 A. 7.
209, 4, 7.
Bregenz 6, 19 A. 8. 7, 2.
Breisach 256, 2, 7. 265 A. 5. 280, 5.
284, 22. 285 A. 4. 287, 11, 38.
288, 3, 5. [323, 13. 365, 16 A. 9.
366, 8. 503, 15. 508, 29 A. 2. 510,
3, 14 A. 2. 514, 13.
Breisgau 26, 23. 80, 14. 220, 3. 285,
20. 298, 16. 305, 7. 323, 12. 470,
15. 471, 22. 490, 2, 26. 491, 1.
506, 6. 508, 14—38. 514, 15.
Bremen 150, 21.
Bremenstein, Hans, Obzftmr. 298 A. 5.
Bremgarten 136, 21. 139 A. 6. 140
A. 2, 4. 143 A. 2, 5, 6. 145, 23
A. 7, 146, 7 A. 4—6.
Bresoia, Presz 35, 3 A 3. 421, 4.
Bres6, Robert yon, s. Johanniter.
Briefer, Peter, d. R. 446, 7.
— Bartholomäus, d. R. 34 A. 4.
— Nikiaus 94, 13.
Brittanier, Bretonisohe Söldner 255,
10. 264, 15.
Brötlin, Nikiaus, SohuUheiss y. Lies-
tal 476 A. 7.
Bruderholz, bei Basel 8 A. 1. 328,
10. 445, 5 A. 2.
Brügge, Brück in Flandern 324, 17
A. 8.
Brüggler, Anna s. Baubin.
Brüglinger, Martin Sperrer gen. B.
554 Nachtrag zu lY 169.
Brüstlin, Martin 49, 10.
BruggimAargau 7, 19. 229,8. 249,
7. 282, 13. 297, 14. 463, 13.
yon Brunn, Jakob 447, 6 A. 5.
— Franz 447, 5—15.
— Heinrich, d. R. 447 A. 5.
— Morand, d. R, u. Gem. Maria
Zscheckenbürlin 447 A. 5.
— Bonayentura, Bgrmr, und Gem.
Anna Folybia G&ynäus 398, 23
A. 12.
— Susanna s. Schulthess.
— Hieronymus 404, 12.
— Hans B. Scha£fher.
Brunnendrut s. Porrentruy.
Buchegg, Burkhard yon 263, 7 A. 2.
Buehsgau, Göw 63, 2 A. 3. 263 A. 2.
Budapest s. Ofen.
Büren a. d. Aare 207, 6. 266, 7.
— bei Domach 154, 9. 155 A. 4. 383,
29. 411, 1. 412, 4.
— bei Sursee 53 A. 3.
Burchard, Franz, kursftchsischer
Kanzler 222, 19.
Burckhardt, ChristofF d. Stammyater
400 A. 6.
— Samuel 400, 16. — Tochter: Gert-
rud s. Lieohtenhan.
— Samuel, dessen Sohn 403, 12.
— Theodor 399 A. 11. 421, 14 A. 4.
— Hans Ulrich 404, 6 A. 4. 421. 9.
— Andreas, Bgrmr., u. Gem. Magda-
lena Spörlin 405, 15 A. 7.
— Christoff d. jüngere 420, 7.
— Rudolf 420, 13.
Burgund, Herzogthum 48, 5. 55 A. 2.
56, 14.
— Freigrafsohaft 76, 18 A. 11. 289,
1. 361, 9.
— Klein Burgund, Landgfsch. 266, 1.
— Herzöge:
PhiHpp d. Gute 283, 14.
Karl d. Kühne 230, 12, 15. 231,
11. 285, 10 Au 8. 286, 12. 289,
2, 7. 314, 1. 323, 12. 324, 2, 7.
339, 23. 340, 2. 365—366. 445,
3. — Tochter: Maria s. Deutsch-
land, Kaiser Maximilian L
Butz, Peter 467, 9.
Butzer, Martin 222, 10.
Buus 127, 10. 476, 4. 478, 1.
Cajetanus s. Rom, Kardinal Thomas
de Vio.
Castelwart s. K.
Cellarius, Karl, u. Gem. Judith Je-
stetter 400^ 4.
Cesarini, Julian, s. Rom, Kardinftle.
Chilon, Ludwig yon 280 Ai 3, 4.
566
Personen" nnd Ortareneiehm«.
Ch&loD, Hugo Ton 552 Nachtrag lu
UI 102.
Ohamb^ry, Camaraoh 208, 5 A. 4.
Champagne, Schampanyen 498. 36.
Charomellis, Han«, gen. Apotneker
66, 7 A. 5.
Chitülon, Schatelloun 57, 16 A. 7.
Cherler, Kerler, Heinrich, Amt, nnd
Toehter Kieopha 400, 3.
Chmieleekf, Sohmilatigie , Martin,
Professor 399, 18. 402, 18.
Christliches Bnrgreoht, Bund der Re-
formierten 141, 9 A. 4. 147, 2 A.2.
158, 25. 199, 7 A 1.
Chur 34, 14 A. 9. 54, 12.
— Bischof: Heinrieh ▼. Höwen 5,
14 A. 7.
Clerval 76, 7.
Clus s. Veroneser Klause.
Cöln 153, 27 A. 4. 277, 37. 324
A. 8.
— Enbisehöfe:
Reinold ▼. Dassel 288, 1.
Hermann t. Wied 222, 15.
a CoUibus, Hippolvt, Stadtschr. 398,
17. 402, 4.
Colmar 229, 19 A. 13. 255, 12 A. 5.
265, 3. 357, 19. 365, 16 A. 5, 8.
503, 15.
Como, Kum 14, 7. 31, 13 A. 7. 37, 5.
Constantinopel 211, 20.
Constans 8, 27. 9, 3. 23, 24. 50, 6.
89, 19 A. 5. 129 A. 9. 150, 20.
157, 20 A. 7. 199, 4. 200, 9. 226,
6, 9. 275, 5, 9. 328, 12.
— Bischof: Hugo t. Landenberg 35,
I A. 1. 50,29. 110 A. 5. 111, 2.
454, 12.
Couey, Kussin, Ingelram ron 257
A. 3. 258 A. 2. 264, 18.
Cranmer, Erzbischof v. Caaterbury
205, 21 A. 9.
Cremona 35, 10 A. 8, 10. 37, 4. 43,
II A. 3. 55, 14.
Croix-auz-Mines, aum Crüti in Lot-
ringen 215, 8 A. 6.
Crütser s. Krütier.
Currifez, Konrad, Rathsehr. 553
Nachtrag su IV 135, 10.
Cypern 552 Nachtrsg lu IV 59.
Dachsfelden s. Taohsfelden.
Dänemark, König: Christian II., u.
Qem. Isabella y. Oestreieh 194,
16, 19.
Damasous 552 Nachtrag lu IV 59.
Dammerkireh 281, 4. 551 Nachtrag
lu U 275.
Dampfrion, Martin, d. B. 90, 5, 12.
Dattenried, Tattenriet, Delle 75, 5,
19. 285, 9 A. 9.
Daufin, Delfin, s. Frankreich, Kdnig
Ludwig XL
Dann s. d*Annone.
Dayid, Konrad, d. R. 34, 12. 474, 35.
— Heinrich, d. R. 162, 4 , 13 A. 2.
337, 14. -- Toehter: Elsbetfa s.
Baomgarter.
Delsberg, Telsperg, Deldmont 273,
11. 416, 25.
Denck, Johann 129, 14.
D4sal, Sara 399, 4.
Deutschland, Römisches Reich deut-
scher Nation 41, 3. 100, 21 A. 1.
110, 8. 123, 9. 124, 5. 150,5,11.
151, 7. 152, 38. 180, 9. 182, 3,
10. 191, 2. 195, 6. 204, 14, 19.
208, 19. 220, 9. 223, 5. 227, 16.
251, 5. 268, 4. 277, 35. 279, 13.
304 A. 3. 324, 18. 328, 12. 354.
4. 358, 19. 361, 10. 472, 23. 489,
2. 490, 30. 496^. 502, 21. 513,4,11.
— Kaiser und Könige:
Karl d. Grosse 167, 28. 168, 10.
Heinrich H. 246, 1.
Heinrich IV 168, 3.
Lothar r. Sachsen 168, 8.
Friedrich L 277, 2, 12.
Friedrich 11, König ▼. Sicilien 364
A. 6. 365. 4 A. 2. 372 A. 3.
Rudolf T. BLabsburg 172, 18. 28S,
7. 554 Nachtrag su IV 369. —
Gem. Anna v. Hohenberg 246
A. 10. 247, 1 A. 1, 3. ~ Söhne:
Hartmann u. Karl 247 A. 3, 4.
Albrecht I 168, 18. 249, 6 A. 2.
288, 6. 346, 9. 350, 27. — Gem.
Elisabeth t. Kfimten 288, 8. —
Tochter: Agnes s. Ungarn, Kö-
nige.
Friedrich d. Schöne 249, 12. —
Gem. ElisabethT. Aragon 349, 14.
Ludwig d. Baier 252 A. 3. 288, 3.
Karl IV 252, 5 A. 3. 254, 6. 260
A. 9.
Sigismund 275, 7 A. 4. 555 Nach-
trag zu V 206.
Friedrich IH 171, 25. 228, 11 A. 4.
281, 14. 303, lOr-23 A. 3, 6.
304 A. 3. 305 A. 5. 306, 1. 313,
23. 323, 7. 324, 18. 327 A. 1
426, 2. 443, 23. 552 Naehtrag
SU IV 52.
Maximilian I 5, 8. 13, 1. 15, 17,
27. 32, 13. 38, 10, 48, 4. 49, 1.
54, 27. 56, 12—28. 58, 4. 62, 12.
64, 31. 65, 8 A. 7. 69, 24. 75,
20. 76 A. 11. 82, 11. S3, 15.
Pertonen- und Ortsrerieiehniis.
567
169,3. 172,15. 191,12. 231,12.
286, 14 A. 8. 323, 8. 324, 16
A. 8. 325 A. 6. 327 A. 7. 328,
12. 360, 20 A. 13. — Gem.:
Maria y. Burgund 231, 14. Bi-
anca Maria Siorsa 5, 9 A. 5. —
Tochter: Margaretha s. Savoyen.
Karl V, König Ton Spanien 27, 10.
^ ' 62 A. 9. 103, 20. 150—153. 180
—184. 191, 17. 194, 11—22.
197, 15. 199, 25. 200, 11 A. 5.
205, 10. 208, 18. 209, 3. 211,
13 A. 2, 4. 216—217. 218, 11.
220—221. 222, 25. 373, 12. 374,
3, 25. — Gem.: Elisabeth v.
Portugal 218, 12.
Ferdinand I, König t. Ungarn u.
Böhmen 27, 10. 62, 16. 100
A. 1. 153, 26. 154 A. 2. 167,
12, 30. 204, 11. 211, 15. 220,
27. 223, 10, 14 A. 1. 470, 10.
503, 30. 504, 7 A. 4. 505, 34.
506, 14—18. 507, 15—29. 508,
10, 35. 511—512. 514, 3—23
A.4. 517—521. 522,23. 523,16.
Diegten, Dietken 234, 10 A. 5.
Diessbach, Nikiaus von, bischöfl.
Coadjutor 310 A. 8.
Diessenhofen 52, 16, 20. 258 A. 11.
Dietrich, Johann Itudolf, Pfarrer,
406, 30.
Dietrichsbern s. Verona.
Dijon 24, 1. 25, 23. 29, 10. 48, 12.
64_69. 74, 5. 77, 10 A. 7. 171,
31. 330, 12. 331, 6.
Dörfer, die fünf, s. Fünf Dörfer.
DQrmenach 254, 2.
Domo d'Ossola, Thum 44 A. 5. 225,
26. 226, 3. 330 A. 1.
Doppenstein, Hans, gen. Siebmaeher,
d. R. 34, 2 A. 3, 4.
— Sebastian, Bgrmr 551 Nachtrag
zu I 159.
Domach, Dorneok, Schloss u. Herr-
schaft 7—8. 10—12. 154, 9 A. 5.
155, 9. 328, 15. 359, 1. 445, 7.
Doubs 77, 4 A. 5. •>
Draye 211, 17 A. 9.
Dynesi (?), Markgraf von 75, 21.
Eberler, Mathias gen. Schlosser, d. R.
552 Nachtrag lu IV 34.
— Heinrich u. Gem. Katharina Ros-
egff 558 Nachtrag su VI 416.
— Mathias gen. Grüneniwig, d. R.
(f 1454) 558 Nachtrag zu VI 416.
— Tochter: Anna Magdalena (Els-
beth?) s. Luft, Ulrich sum.
— Mathias, lum Agstein, d. R. 392
A. 10. 426, 17. 558 Nachtrag zu
VI 416. — Gem.: Anna Peyer 416,
11. 558 Nachtrag zu VI 416. —
Tochter: Anna s. Bär, Hans d. ä.
— Nikiaus, Schuitheiss y. Ober-
Baden 392, 20. 416 A. 7. 558
Nachtrag zu VI 416.
Eberlin der Jude, Stammyater der
Eberler 552 Nachtrag zu IV 34.
Ebersheimmünster 265, 1. 282 A. 11.
Ehingen 89 A. 5.
Eck, Dr. Johann Meyer yon 196, 5.
222, 5.
Eckenbach s. Landgraben.
Eckenstein, Hans Georg, u. Gem. Eis-
beth Speyrer 397, 27. 419, 15. —
Tochter : Salome s. Meyer z. Pfeil,
Nikiaus. — Enkelin: Anna 404, 18.
— ApoUinaris, d. R. 402, 24.
Eger, Egra, Johann yon, s. Var-
nauer.
Egglin s. Oeuglin.
E{;Bsau 51, 40.
Eidgenossen, Schwitzer 5, 19. 26, 39.
27, 24, 33. 30—48. 50 A. 5. 54
—59. 62 A. 6. 64—73. 76, 16,
19. 81—83. 113, 20. 114, 7 A. 5.
117, 5, 12. 118, 15 A. 7. 128, 8
A. 8. 138, 23. 146, 9. 147, 10.
156—159. 171, 26. 172, 1—14.
191,12. 192,7—12. 193,2. 195,3.
196, 10, 207, 8. 214, 8. 215 A. 1.
226 A. 4. 229, 15. 232. 3. 258, 2.
272, 6, 10. 282, 14—22. 283, 3.
265—286. 297, 23. 298, 16. 302,
4, 13 A. 5, 8. 323, 17. 324, 4.
325, 21. 328—331. 336, 2 A. 1.
340, 18. 359, 1. 360, 13. 361-364.
369, 13—18. 373—374. 399 A. 9.
418, 12. 432—434. 446, 12 A. 12.
448, 14. 449, 14 A. 2. 451, 6—11.
462, 7—17. 454, 7 A. 3. 476, 8.
487—488. 489, 15. 504, 18. 505
—507. 508, 1. 511—512. 514—
515. 517—521. S. auch Oberland.
Einsiedebi 27, 31. 38,5. 272, 7 A. 6.
297, 10. 385, 23. — Abt: Rudolf
y. Hohensax 297, 16 A. 7.
Elbling s. Albula.
Elbs, Angelica 420, 12.
Elgg, Archa (?) 52, 7 A. 2.
Elsass 124 A. 2. 127 A. 9. 148, 8.
195, 9. 216, 6—10. 255, 9 A. 9.
258, 9. 264, 3. 265 A. 3. 267, 9.
271 A. 2. 285, 1, 19. 297, 4. 305
A. 7. 323, 12. 334, 28. 361. A. 10.
365, 10, 19. 367, 15, 17. 368, 5.
426, 3. 470, 15, 471, 22. 473, 7.
501, 22 A. 6. 502, 26. 505, 12.
568
Fenonen- und Orttyeneiehniss.
606, 1, 4. 507, 10. 509, 14. 511, 2.
513, 20. 515, 25.
Els&SBer Oebiig, Vogesen 501, 19.
Eltingen 554 Nachtrag lu IV 141, 23.
Empsei, Matth&u8 127, 11.
Endingen 256, 7.
Engadin 5, 13 A. 6. 34, 14 A. 9.
Engel, Knecht Chr. Baumgarters 162
7 A. 3.
England 58 A. 3. 205—206. 427,10.
555 Nachtoag lu IV 398, 25. —
Engländer als Söldner 255, 10, 18.
264—266.
— König: Heinrich VIII 58, 5 A. 3.
65, 1, 8 A. 1. 205—206.— Gem.:
Katharina y. Aragon u. Anna Bo-
leyn 205—206. — Tochter: Maria
205 A. 7.
Ensiaheim, Enstheim 5, 1. 12, 5, 10.
13 A. 4. 273 A. 3. 302, 3. 326,
17. 365, 18. 503, 5, 10. 505, 29.
509,12. 513,25. 514,27. 515,21.
516, 1, 7. 519, 29. 522, 15.
— Regiment tu, t. Oestreioh, Re-
gierung der yordem Lande.
Ents, Urs 206, 21.
Eptingen, Ruch Eptingen 234, 10
A. 5.
— Edle Yon: 234, 9 A. 5. 308, 10.
Gottfried, von Pratteln 269 A. 6.
Ludwig, von Pratteln 444 A. 7.
Hans Friedrich, von Pratteln 195
A. 10.
Peter gen. Huaer 269 A. 6.
GöU Heinrich, von Bigsaoh 359, 12.
Jacob, dessen Sohn 359, 12.
Hermann d. ältere, von Bloch-
mont 326, 3. 359 A. 2.
Hermann, dessen Sohn 359, 4.
Jakob, Hermanns d. altem Neffe
74 A. 4.
Petermann, dessen Sohn 74, 24.
— Gem. 75, 3.
Cordula 398, 12.
Erasmus t. Rotterdam 209 14 A. 5.
Erenfels s. Fröwler.
Erlaoh 300, 6.
Erlacher, Margreth 399, 4.
Ertsberg, Heinrich, Scherer 313, 16.
314, 12. 333, 4, 15. 334, 1.
— Cosmas 24, 21. 94, 4. 104, 32.
174, 6. 189, 20. 190, 16. 313 ff.
333, 6—15. 334, 2. 339, 5. 554
Nachtrag lu IV 142, 1.
— Heinrich, dessen Bruder 314, 9.
316, 7.
— Gregor, Cosmas Sohn 314, 25, 31.
— Sererin, Professor 31 5, 3. 319,23.
339y 15.
Ertsberg, Heinrich, Severins Soha,
Pfarrer 315. 9. 319, 28.
— Christoff, d. R. 315, 12.
— Cosmas, d. R. 315, 13.
— Hans, d. R. 315, 14.
Eschenbaeh, Walther Ton 249, 11.
Eschenthal, Val d^Antigorio 225 A. 4.
226, 1 A. 4. 330, 2.
Esseg 211, 17.
Essig, Ulrich 396, 6.
Etschland, SfldL Tirol 32, 14. 82,
13. 329, 15. 511, 18.
EttenheimmOnster 288, 15 A. 8.
Ettingen 376, 10.
St Exsuperantius 245, 7.
Faber, Dr. Johann 110, 20 A. 5.
Falkenstein, Neu- 263, 1—9.
— Freiherren von 218, 24.
Thomas 229, 9. 234, 1. 300, 1 A. 3.
Hans 299, 16 A. 9. 300 A. 1.
Falkner, Uhrioh, Obsftmr 44, X 533
A. 2 zu S. 547.
— Heinrich, Stadtschreiber, u. Oem.
Ursula vom Stein 554 Naehtrag su
IV 141, 9.
— Sebastian u. Tochter Magdsl«ia
402, 20.
— Margreth 391, 22.
— Bertschin, Bauer 259, 6.
Fallen 552 Nachtrag lu HI 315.
Famaner s. Vamauer.
Famsburg, Varsperg, Sdiloas und
Herrschaft 154 A. 5, 6. 156, 4.
190, 24, 29. 195, 21. 218, 19, 23.
225, 10. 232—235. 282, 15. 299,
17. 300, 3. 361, 21. 362, 2 A. 1.
364 A. 1. 376, 24. 377, 11. 470.
4. 471, 20. 474, 12. 475, 32 A. 3.
476 A. 3. 481, 27. 488, 9 A. 6.
490, 7.
Felber, Leonhard, u. Gem. Magda-
lena Scherb 403, 1.
Feldkireh im Vorarlberg 6, 3, 17
A. 1. 283, 20.
St. Felix 245, 6.
FeUx, Hans, Kaplan 177, 31.
Fickler, Martin 391, 8.
— Anna 394, 29.
Fillser, Hans 394, 18.
Finis, Ludwig, d. R. 460, 16.
Flachsland, Pantaleon von 359, 11.
Flandern 200, 13. 324, 17. 397, 9.
Floreni 65, 6.
Flae, Nikiaus von der 305, 6.
Folgensburg, Volckensperg 280, 8.
Frankfurt a. M. 150, 20. 268, 6.
Frankreich, Franiosen 13 — 15. 25—
27. 31^ 15 A. 3. 33, 24. 34, 9
Penonen* und Ortoveneiohniu.
569
A. 12. ae-'dS. 39 A. 6. 43, 20
A. 3. 4S-48. 49 A. 11. 55—59.
81 A 4. 82 A. 12. 171, 25. 172,
I. 191, 2. 192, 6. 197 A 7. 205
A. 4. 212, 11. 217 A. 1. 220, 20,
22. 283, 1. 300, 9. 330, 12, 16.
358, 16. 369—370. 386, 34. 476, 9.
498, 37. 499, 5 A. 2.
Frankreieh, Könige:
Ludwig XI, der Delfin 229, 15.
286 A. 8. 361, 9. 363 A 8.
Kall YIU 191 A. 1.
Ludwig XII, vorher Heriog yon
Orl&ms 13—15. 30, 9, 12. 33. 20.
37, 17. 38—39. 43—44. 48, 5. 55
A. 3. 5^—58. 64, 30. 65, 12. 75,
8. 77, 14. 81—82. 191, 14. 193, 2.
329—330. 360, 14. 432, 25, 35.
448—449. 452, 8—17. 454, 6.
Fran« I 65—66. 68—72. 195, 1, 4.
196 A. 7. 204, 12. 208, 11, 20.
209 A. 2. 211, 8, 14. 212, 9.
215,10. 216—217. 220,19. 331,
5. 369, 12—15. 374, 19. 455
A 8. 499, 1. 553 Nachtrag tu
IV 140, 1.
Karl IX 289, 21.
Fraubrunnen 266, 2.
Frauenfeld 52, 16.
Fregoso 8. Genua, Doge.
Freiamt 53, 19.
Freiberge im Jura 149, 18.
Freiburg i. B. 12, 5. 121, 6. 194, 5,
8. 256, 4—14. 386, 26. 393, 19.
510 A. 2.
— Graf: Egon VII 256, 2—14.
— i. S., im UechtlaDd 7, 11. 10, 6.
II, 29. 12 A. ]. 31, 9 A. 3. 44
A. 5. 48, 16 A 6. 63 A. 5. 68,
5. 71, 20. 75, 22. 77, 5. 81 A 4.
137,21. 138,26. 146,19. 156,18.
157,20. 196,11. 201,14. 208,10.
212, 5, 7. 218, 6. 286 A 1. 369,
11. 433, 15. 449, 20. 487, 36.
488, 13.
Frey, Fry, Hans Rudolf, d. R. 120, 3.
143, 3. 205, 7.
— Emanuel n. Tochter Chrischona
400, 9.
— Blsbeth 422, 10.
— Nidaus, Wiedertäufer, 129, 14.
Friek 476, 4.
Frickthal 123, 13. 195, 9. 272, 6.
Fridingen, Hans Benedikt von 40 A. 2.
Friedau 265, 13.
Fries, Hans Kaspar, d. R. 403, 22.
Frits, Joss 193, 7.
Frits, Fritschin, Strohpuppe 450,
6—19.
Froben, HieronTmus 209, 15. 354
A. 4. 393, 22. 394, 9. 418, 12
A. 8. — Gem.: Anna Laohner 418
A. 7. — Tochter: Anna s. Meyer
z. Pfeil, Hans Ludwig.
Froburg, Grafen 218 A. 8. — Ru-
dolf 8. Basel, Bischöfe.
Fröwler yon Erenfels, Hartmann,
Obaftmr 260, 8 A 4.
— Konrad, d. R. 360 A 3.
— Ton Hirsbach, Johann, Domherr
269 A. 2.
Frundsberg, Georg von 103, 19.
Fülinsdorf 126, 19.
Fünf Dörfer, die (Reinach, Oberwil,
AUschwil, Terwil u. Ettingen) 376
—378.
Fünf Orte, die (Luiem, Uri, Schwys,
Unterwaiden, Zug) 136—147. 198,
17. 201, 2.
Fürstenberg, Grafschaft 523 A. 2.
— Grafen:
Konrad 256 A. 8.
Heinrich d. jüngere 12, 7. 75 A. 7.
305, 19.
Wilhelm 75, 20 A. 9.
Fürstenstein 249, 4 A. 2. 425, 7.
Funek, Hans 218, 8.
St. Gallen, Stadt 13, 4. 39,6. 51,12.
71 A. 8. 73, 3. 137, 13. 144, 5.
146, 21. 157, 20 A 7. 198, 16. 199,
4. 201, 15. 421, 15, 17.
— Abtei 39, 7. 62, 13. 72, 2. 136
A 4. 143, 5. 153, 21.
Gallerate, Galleran, jetst Galliate 68
A 7. 70 8 17
GaUizian, Öans, d. R. 67, 1. 196, 15
A. 7. 413, 2 A. 2. — Gem.: He-
lena Meyer 413, 2 A. 2. Maria
JuDgermann 196, 15 A. 7. 197 A. 2.
— Hans Jakob 197 A. 2.
Gascogne 212. 12.
Gast, Hans, Pfarrer 91, 30. 392, 8.
Gaster, Castel 136, 20 A 5. 139 A. 2.
Gebelin, Anton, d. R. 66, 7 A 4. 137, 12.
Gebhart, Hans Heinrich, d. R. 34,
11. 83, 9.
— Lucas, Bgrmr 418, 5.
— Helena 395, 18.
— Margreth 398, 5.
— Lucas d. jüngere 421, 13.
Gebweiler 368, 23. 434, 30.
Geierfalk s. Geyerfalk.
Gelterkinden 130, 31. 476, 4.
Geltner, Hans 49, 10.
Gemar 357, 19.
Gemmingen, Wirioh Ton 213 A. 4.
214, 18 A 10. 371 A. 7. 374, 1.
670
Penonen- und OitiTerieiclmiM.
Qempen 8, 11. 154, 9. 155, 23. 160,
1—10.
Genf, Jenf 57 A. 8. 70, 6. 71, 11
A. 2—8, 72 A. 2. 118 A. 7. 207
—208.
— Bisehof: Feter v. Baume 207, 17
A. 10.
— Ofaf: 8. Savoyen, Philipp.
Gent, Jent 192, 1. 194, 21. 220, 23,
25. 231, 14. 374, 26.
Genua, Jannoa, Jenouw 30, 11. 43,
11 A. 3. 65, 15—20. 184, 12. 216,
27. 239, 6. 432, 31. 448—449.
455, 20. — Doge: OetaTian Fre-
g080 65, 15— 20, 8.
Gernler, Peter, d. B. 376, 22.
— Albau, d. K. 40 A. 7.
— Frans 420, 25.
Geroldseek, Burg bei Zabem 225,
A. 3.
— Hans Ton 225, 13. 21.
Gerster. Johann, Staatschr. 314, 13.
553 Nachtrag su IV 139, 25 u. 140,
1. — Sohne: Wolfgang und Paul
553 Nachtrag au IV 140 , 1. —
Tochter: Veronika s. Maller, Mar-
quard.
St. Gerrasitts 287, 38.
Geyerfalk, Thomas 112, 5 A. 1.
Giessen s. Leberthal.
Gilgenberg, Hans Imer von, erst
Bgrmr ▼. Basel, dann Ostreich. Rath
13, 11. 516, 19. 520, 29. — Gem.:
Barbara y. Andlau 13 A. 3.
Gilley s. Mamold.
Glarus 53, 30. 71, 20. 136 A. 5. 137,
20. 138, 26. 146, 18. 158, 14. 225,
25. 228, 9, 16. 272, 2. 449, 27.
Glaser, Simon, d. R. 49, 18.
Götterseher, Hans 555 Nachtrag su
IV 405, 1. 8. auch Plancher-les-
Mines.
GOts, Hans Jakob, Magister 406, 2.
Grab, Heiliges, s. Jerusalem.
Graff, Hans, d. R. 125, 3. 449, 22.
474. 35.
Grandson, Granse 231, 1. 324, 3.
384, 9. 556 Nachtrag lu V 515.
Grandvelle, Nikiaus Perrenot, Herr
▼on 221, 1.
Grass, Hans, d. R. 49, 20.
— Fridolin, d. R. 119 A. 10.
Grauer Bund, Graubüoden 5, 13 A 6.
13, 3. 54, 11, 15 A. 3. 71, 15.
137, 21. 201. 15.
Grebel, Konrad 129. 11.
Grebli, Heinrich, d. R. 119 A. 10.
120, 8.
Greifensee 50, 25. 229, 5.
(Jrensach, Krensaeh 405, 14.
Grensaeher Hom 364 A. 1.
Grieb, Hans Heinrich, d. R. 426, 23.
— Lienhard d. ftltere, Obzfbnr 550
Nachtrag lu VI 16.
— Lienhard d. jüngere, Obiftmr 16.
23 A. 6. 40, 18. 41, 12 A 5—6.
43, 3. 49, 15. 74, 10. 449, 17.
557 Nachtrag lu VI 16.
Griesheim, Grissen 80, 7. 267, 11.
— Rudolf von, Waldvogt 9, 6 A. 4.
Gropper, Dr. Johann 222, 6.
Grünenswig s. Eberler.
Ghraningen 51, 27.
Grynau 251, 1.
Grjnftus, Jakob, Antiste« 398, 23. —
Töchter: Maria 402, 13. Annas.
▼on Brunn, Bonayentura.
Gubel 90, 25. 144 A. 9.
Günsburg 513 A. 4.
GflrÜer, Qirtler, Hans und Peter
451, 16.
Guise, Gdsi, Claudius von 498, 35.
499, 21.
Guman, Hans Jakob u. Gem. 396« 7.
Gundoldingen 362 A. 7. 363 A. 6.
383, 30. 408, 17. 411, 1. 412 A. 1.
Gunsenhausen 513, 9.
Gutenberg 6, 2, 13 A. 1, 6.
Gysin, Anna 130, 31 A. 3. 131 A. 1.
Habsberg, Hans Wolf Ton, Wald-
TOfft 217, 32.
HabsbuTff, Grafen: 94, 14.
Rudolf s. Deutschland, Kaiser,
u. Tgl. Oestreieh.
Johann I t. Laufenburg 251, 1 A.1
Habsheim, Hapgesen 10, 18. 357,
15 A. 8. 506 A. 7. 524, 1.
Hadstadt 334, 28.
Häl, Helius, Johann Beat, Rector
399, 10.
H&singen s. Hesingen.
Hagen, Heinsmann 268, 1.
Hagenau 220, 27 A. 6. 361, 14.
Hagenbach, Anton Ton 299 A. 10.
— reter, burgund. LandTogt 288, 16.
299 A. 10. 323, 11. 366, 3 A. 1
429, 4
— eine Ton 299, 19.
Hall in Schwaben 150, 21.
Haller, Nikiaus, Rathschr., u. Sohn
Bernhard 554 Nachtrag sa IV
140, 10.
Hallwü, Thüring d. ftltere Ton 22S,
14 A. 5.
Haltingen 391, 14.
Haltmeyer, Matthftus, Pfarrer 421, 15.
Hard im Vorarlberg 6 A. 8. 7 A. 1«
Personen- und Ortoveneichniss.
671
Hardt,d.Untere5,2.213, 12.371--372.
Harlem 289, 15.
Harnesch, Harnisoher, Johann, Sub-
stitut 554 Nachtrag su IV 141, 25.
— Walter, d. R. 16, 23 A. 6. 17, 14.
449. 23.
Hartlieb, Gotthard 305, 20.
Uartmann, Friedrich, gen. Bur Linden,
Obsftmr 19, 6. 81, 11. 446, 5 A. 6.
449, 26.
Hasenburg. Asnel 260, 6.
— Hans Ulrich Ton 271, 6 A. 2.
Hass, Heinrich 222, 15.
Hauenstein, Oberer 263 A. 2. 265, 9.
— Nikiaus, Salimeister 327 A. 7.
Hauser, Ohiistoff, t. E.aufbeuren 40
A. 2.
— Jakob, y. Lehen 193 A. 6.
Hebold, Peter, Schulth. y. Solothurn
482, 29. 485, 16—35. 486, 33.
Hechtmeyer, Jakob 396, 20.
Hegau, Heugouw, 7, 10 A. 3. 10,
6 A. 4, 7. 40, 5. 520, 40. 521, 30
A. 1. 522, 24—40.
Heidelberg 209^210. 554 Nachtrag
su IV 141, 23.
Heidelin, Marcus, Obsftmr 375, 32.
376, 21.
Heilbronn, Haltprunn, 1 30, 2 1 . 201 , 20.
Heinrich, Niki. Meyers Knecht 411,1.
412, 4, 18.
Heitersheim, Johanniterhaus 80, 8 —
18. 298, 18. 325, 3. — Comthur
s. Johanniter.
Helmut, Andreas, Rathschr. 553
Nachtrag su IV 139, 10.
Her, Hans 44, 3 A. 4.
Hercken, Konrad oder Jakob yon 8,
23 A. 7.
H6ricourt, Ellekurt 285, 15. 289, 1.
323, 15. 551 Nachtrag su II 118.
Herrenberg 513, 7.
Herrschaft, die, s. Oestreich.
Hertenstein, Thomann, d. R. 49, 19.
— Melchior, d. R. 400^ 5.
Herzog, Nikiaus, Magister 406, 4.
— Agnes 391, 14.
Hesingen, Häsingen 8, 6. 9, 17 A. 10.
Hessen, Landgraf Philipp yon 147,
4, 6. 150, 17. 197, 8, 11. 199, 3
A. 1. 200, 2. 204, 13. 222, 21.
Hetser, Ludwig 129, 14.
Hiltalingen s. Bischoff, Andreas.
Hiltbrand, Hans, d. R. 16, 23 A. 6.
17, 14. 80, 18.
— Balthasar Obsftmr 120, 1 A. 7.
Hochberg 123 A. 4, 5. 510, 1 A. 2.
— Markgrafen von, und Herren zu
Röteln und Sausenberg:
Rudolf n 250, 10, 12. 358, 3.
Wilhelm 228, 13 A. 5.
Rudolf, dessen Sohn 302, 3.
Hochrdtner, Lorens 129, 11.
Hochwald 154, 9.
Hoffmann, Jakob d. alte, d. R. 396, 1.
— Heinrich, d. R, u. Tochter Ka-
tharina 405, 8.
— Melchior, Wiedertäufer 129, 15.
Hohenkdnigsburg 213 A. 4. 371
A. 7.
Hohenkr&hen 40, 5.
Holbein, Hans 554 Nachtrag zu IV
258.
Holland 200, 13. 289, 14. S. auch
Niederlande.
Homburg, Schloss u. Herrschaft 91,
31. 156, 5. 195, 21. 218, 20. 376,
24. 377, 11. 470, 4. 471, 20. 474,
12. 481, 27. 488, 9 A. 6. 490, 7.
— Grafen:
Wemher I 246, 7 A. 5.
Hermann 248, 9 A. 6.
Rudolf 248 A. 6.
Ita s. Toggenburg, Graf Friedrich.
Holsach, Oswald, Obsftmr 445 A. 6.
— Eucharius, d. R. 431, 15. 445, 13.
— Gem.: Ursula Kilohmann 427,
1. 431, 14. 445, 12, 16.
— Eucharius der jüngere, Arzt 445
A. 6.
Horburg 555 Nachtrag su V 193.
— Heinrich yon, s. Basel, Bischöfe.
Horgen 146, 2 A. 6.
Hom, Mathias, Substitut 554 Nach-
trag SU IV 141, 23.
Hort, Magdalena, Hebamme 391, 14.
Huber, Hans Jakob, d. R. 399, 11.
— Johann Rudolf, Bgrmr. 417, 14.
— Margreth 417, 9.
Hubler, Hans 206, 21.
Hubmaier. Balthasar 129. 12 A. 7.
Hügli, Sebastian, Ratnskneoht
391 13.
Haningen 212, 19. 213, 4. 360, 18.
370—371. 376, 25. 427, 8. — Ka-
pelle am St Nikiausrain 213, 1 A. 1.
Klein Hüningen 427, 11. S. auch
Neues Haus.
HüDinger,Han8,Unter8chr. 553 Nach-
trag SU IV 134, 20.
Hütsohin, Melchior, d. R. 34, 11.
83 A. 2.
— Balthasar, d. R. 3862 22. 416, 14.
— Tochter: Kathanna s. Meyer
z. Pfeil, Adelberg.
— Wolfgang, d. R. 505, 19. 516, 4.
Hug, Burkhard, Schulth. zu Liestal
155, 27.
572
Penonen* und OrtSTerseiehxiiis.
Hunnen 245, 12 A. 5. — König:
Attila 277, 18, 34.
Hunus, Mauiitg 58 A. 3.
Huse , Hans Ulrich vom 268 A/ 4.
Huttwil 209, 22.
mfart 254, 7 A. 6.
8t. Immerthal, Timerstal 48, 18 A. 9.
In der Gassen, Konrad 130, 21. 201,
20 A. 8.
In der Halden, Dietrich, Landamman
y. Schwyi 551 Nachtrag su III 26.
Infried, Schiffinann 450 A. 1.
Innsbruck 5, 11.
Interlacken, Hinderlappen und Se-
wen 131, 18—23 A. 4.
Irmi, Hans d. Altere, d. R. 66 A. 6.
120 A. 6.
— Balthasar 66 A. 6. 120 A. 6.
— Damian 66, 8 A. 6.
-- Hans Fridolin, d. R. 120, 6.
— Nikiaus, Oberst 232 A. 7.
— Hans Heinrich, Hauptmann
397, 10.
Iselin (Aohtbürger) Jakob, Obiftmr
235, 1, 3.
— (längeres Geschlecht), Mathias,
d. R. 449, 24.
— Hans Lucas, am Kommarkt, d. R.
119, 3. 120 A. 6. 336. 12 A. 4.
— Nikiaus u. Gem. Walburg Ober-
meyer 398, 6. A. 3.
— Maus Lucas d. <ere, bei 8t Peter,
d. R. 404 A. 1. 406, 1.
— Hans Lucas d. jQngere, bei St
Martin, d. R., u. Tochter Elsbeth
403, 23.
— Bonifacius u. Gem. Sara Meyer
420, 4.
— Angelica 404, 7.
Isenburg, ein Herr von 502, 15.
Is enflamm, Ulrich, d. R. 34, 3 A. 4.
Llsle-sur-Doubs, Lil 76, 6. 254, 7
A. 6.
Isny 150, 22.
Istein 257, 6 A. 4. 274, 13 A. 9. 557
Nachtrag zu VI 383.
Italien 37, 8. 81, 17. S. auch Lom-
bardei u. Welschland.
Ittingen, Uottingen 234, 11.
J&ckUn, Margreth 421, 24 A. 7.
St. Jago de Gompostella 40 A. 7.
432. 17. 443, 15.
St Jakob a. d. Birs 8, 25. 10, 7, 14.
12, 13. 224, 24. 229, 14. 282, 21
A. 11. 325, 24. 352, 9. 362 A. 7.
376,28. 377,3. 378,7. 435,7.—
Birsrein daselbst 362, 10.
St Jacob a. d. Sil, Sflfeld 228, 18.
229, 3.
Jacob. Henker 116, 8.
Jeckeimann, Magdalena, s. Platter,
Felix.
Jerusalem, Heiliges Grab 356, 11.
430, 23. 432, 16. 443, 10, 12. 552
Nachtrag su IV 59.
Jeust, Justy Heinrich, Pfarrer 396, 11.
Johanniter,Orden8meister in Deutsch-
land u. Oomthur m Heiteraheim:
Graf Rudolf v . Werdenberg-Troch-
telfingen 80, 8 A. 6. 325, 7.
— Ordensmeister in Frankreich:
Robert t. Bres6 283, 1 A. 1.
Jougne 556 Nachtrag su V 515.
Juden 171, 19. 183, 13. 247, 5. 250,
7. 252, 7. 262, 1—23. 480, 1. 552
Nachtrag su IV 34.
Jugent, Balthasar, lum Roten Fanen.
d. R. 34, 12 A. 7.
Juneermann, Maria, s. Gallisian.
Jundt, Hans 403, 6.
Kftmten, Hersog Meinrad von 2SS
A. 5. — Tochter: Elisabeth, a.
Deutschland, König Albrecht I.
Käser, Kesser. Jakob 217, 22.
Ka^eneck, Aroogast ron 12, 9 A. 7.
Kaiserisehe s. Oestreich«
Kaisersberg 268 A. 6.
Kaiserstuhl, Stidtchen 301, 2.
— Gebirge 220, 3.
Kappel 100, 32. 137, 14, 17. 141—
142. 143, 7 A. 3, 5, 6. 171, 7.
198, 17. — Buchwäldlein u. Senn-
hof daselbst 141, 17 A. 9, — SLap-
pelerkriege 90, 19. 100, 3. 101,
28. 105, 23. 107, 13. 332, 4.
Kastei wart Mathias von 12, 8 A. 5.
St Kathanna 245, 4.
Katsianner, Hans, Ton Katianstein
u. Fledeneok 212, 2.
Kaufbeuren 40^ 7 A. 2.
Keller, Hans Jakob, und Gem. Bar-
bara Meyer 418, 7.
— Fridolin, ▼. Seckingen 218, 2.
Kembs 8 A. 1. 213, 13, 17.
Kempten 150, 22.
Kessler, Samuel, Magister, n. Gem.
Elsbeth Wolleb 406, 2.
Kestenholi 501, 30 A« 3.
Kibuig 51, 35.
von Kilchen, Jakob, d. R. (f 1503)
516A.3. 555 Nachtrag lu IV 398, 25.
— Jakob d. jüngere 516, 6.
— Hieronymus, d. R. 391, 25. 393.
27. 419. 1.
— Anna 403^ 8.
Personen- und Ortsyerseiohnise.
573
EJlehmann, Rudolf 425, 6.
— Henalin, Bäcker^ u. Hans, dessen
Enkel 425 A. 2.
— Konrad, d. R. 425—426. 428, 18.
429, 19, 23. 430, 8. 456, 1. 459
A. 5. — Gem.: Agnes 426, 10.
428, 28. 456, 2. 459 A. 5. — Toch-
ter: Ursula s. Schlierbach.
— Hans, Sohn Konrads 426, 15.
456 A. 4.
— Hans Konrad 426, 20—30, 445,
12. 456 A. 4, 11. — Tochter: Ur-
sula s. Hollach.
— Lienhard 427, 1. 431, 12. 456,20.
— Friedrich 427—428. 429, 24. 434,
25. 447, 3. 456, 6. — Gem.: Ka-
tharina y. Neuhausen u. Elsbeth
Offenburg 427, 22. — Tochter:
Ottilia s. Lichtenfels und Loch-
mann.
— Martin 427, 27. 431, 20, 27. 457, 8.
— Ulrich 427, 28. 431, 25. 447, I.
456, 7. 457, 8.
— Ludwig, d. R. 425, 2. 428 ff. 443
-^60. 529, 9. — - Gem. : Elsbeth
ZscheokenpOrlin 428, 27. 430, 2.
432, 1. 443, 2—7. 451, 15. 456,
6. — Tochter: Margreth 429, 1.
456, 6.
— Hans, d. R. 30, 5. 356 A. 2. 428,
29. 429, 23. 430—435. 436, 5.
437, 24. 443, 5—20. 446, 4. 448,
10. 449,8— 19.— Gem.: Anastasia
Sürlin 430, 4. 434, 21—32.
Kilwart, Konrad, Stadtschr. 553 Nach-
trag SU lY 135, 3.
Kirehberg 340, 12.
Kirchen 257 A. 4.
Kirchhöfen 298, 21. 299, 1. — Rein-
berg daselbst 299, 1.
Klettgau 195 A. 4. 403, 20.
Klingnau 450, 22.
Kluber, Klauber, Geschlecht 418
A. 10.
Kl^beck, Klüben 368, 16.
Knipperdolling, Bernhard 205, 1.
Knoll, Hans 193 A. 6.
Koch, Kaspar, d. R. 125, 4. 474, A. 3.
Königische s. Oestreich.
Königsfelden 249, 7.
Konrad, Werkmeister 263, 4 A. 3.
Konrad, der arme 62, 2, 5. 193, 11.
Kossman. Schreiner 394, 23.
Krain, Bischof: Andreas 303—304.
Krechting, Krafit, Bernhard 204, 25
A. 8.
Krenklin s. Bellingen, Schultheiss*
Krensach s. Grensaoh.
Krieg, Margreth 391, 23.
Krieg von Bellikon s. Meiel.
Krotsingen 298, 19 A. 8.
Krütser, Johann, Domherr 283, 16.
Krug, Sebastian, d. R. 91, 6, 29.
— Kaspar, Bgrmr 417 A. 6.
— Sebastian o. Jüngere, d. R. 417, 12.
Kuder, Rudolf, u. Gem. Sara von
Speyr 404, 12 A. 6.
— Elsbeth 403, 13.
Käfer, Ludwig 206, 21.
KOssenberg 9, 10.
Kum s. Gomo.
Kutz, Jakob 129, 13.
Länder, die drei Waldst&dte 31 A. 4.
33, 23 A. 8. 84 A. 2. 332, 7. 446
A. 4. — S. auch Uri, Schys, Unter-
waiden u. Fünf Orte.
Lamparten, Lombardy 15 A. 1. 150,
8. 225, 26. 284, 21. 323, 18. 365
11. 499, 2. S. auch Italien und
Welsche.
Landenberg, Hohenlandenberg 251,
16 A. 8.
— Edle von: Beringer 252, 16.
Hugo s. Constanz, Bischöfe.
Landeron 300, 6.
Landgraben, der, beim Eckenbach
501, 28 A. 6.
Landser 213 A. 7.
Landskron 284, 18. 354. 9, 11 A. 6.
359 A. 8. S. auch Münch.
Languedoc 217, 4.
Laufen, Stadt u. Thal 123, 19. 195,
10. 219, 2. 376—378.
Laufen a. Neckar 204, 12.
Laufenburg, 8, 4. 218, 1, 4. 229, 12.
253, 1. 269, 7. 278, 19 A. 4. 282,
5. 298, 10. 300, 23. 357, 8. 365,
20. — Rheinbrücke 218, 2. 301, 2.
— Römer (?) 281, 8. 282, 7 —
Kirche 218, 3 A. 2.
Laupen 251, 8.
Leberthal 501, 20, 30 A. 3. — Giessen,
Bach daselbst 502 A. 1.
Lehen 193. 6 A. 6.
Leimenthai 336, 7, 19. 555 Nachtrag
zu y 193. S. auch Basel, Wildeck.
Leiva, Anton von 183, 1. 209, 2.
Leyden, Johann von 204, 17 — 25.
Lichtenfels, Wolfg^ng von, u. Gem.
Ottilia Kilchmann 427, 28 A. 9.
428, 1—16.
Liechtenhan, Lucas 404, 5. — Gem.:
Gertrud Burckhardt 400, 16. 404
A. 3.
Liestal, Stadt und Amt 75, 12.
124 A. 5. 125—127. 128, 4 A. 5.
154, 21. 156, 5. 196, 1. 204, 7.
574
Personenr und Ortsverseiehniss.
216, 7. 218—219. 248, 8 A. 6.
254, 9. 265 A. 10. 267, 15 A. IG.
282, 22 A. 10. 313, 15. 362, 1
A. 1. 362, 1 A. 1, 2. 376—378.
385, 25. 386, 17. 398 A. 10. 418,
2. 470, 4. 471, 20. 474, 12. 475
—478. 481, 27. 482, 20. 485,
4_33. 4S7, 23, 33 A. 1. 488, 8
A. 6. 490, 7. — Oberes Thor 126,
4—18. — Unteres Thor 126, 15.
477, 13. — Freihof 475, 23 A. 3.
— Schultheissen s. Brötlin u. Hug.
Liestal, Martin von 49, 17. 69, 21.
— Bartholom&us sum Sternen, dessen
Sohn 49. 17. 69, 21.
Lil 8. L'Isle.
Limpurger, Telamonius, Weihbischof,
auch Bischof ▼. Tripolis 334, 10
A. 3. 450, 11 A. 6.
Lindau 150, 22. 200, 10.
Linder, Georg, Tuehscherer 447, 7.
Linser, Georg 206, 22.
Locarno, Luggarus 19, 3 A. 4. 81, 2.
329, 1. 360, 13. 432, 23. 446, 9.
Lochmann, Hans, Geriehtschr. t. Kl.
Basel, u. Gem. Ottilia Rilehmann
428, 13.
Lodi, Loden 37, 4. 197, 17. 198, 3.
Löffel, Alexander, d. R. 395, 5.
— Jakob 421, 18.
LOwenber^ s. Manch.
Lombardei s. Lamparten.
London, der Tower su 206, 16.
Loredan, s. Venedig, Doge.
Lowerts s. Lugano.
Lothringen 215, 22. 289, 8. 365 A. 4.
374, 18. 498—502. 509, 18.
— Henöge:
Johann I 264, 2.
R^n6, Reinhardus289, 6, 9. 444, 16.
Anton 124, 6. 215, 9. 498—502.
503, 19—36. 505, 5. 506, 6. 507,
12. 518, 17. 509, 25. — Brüder:
Claudius s. Guise. Johann s.
Rom, Kardinftle.
Labeck 150, 21.
Lüneburg s. Braunschweig.
Lüttich 274, 7.
Lütiel, Abt: Diebold Hyllweg 450,
12, 15 A. 6.
Lütselmann, Hans, d. R. 66, 4. 69
A. 10. 331, 9.
Luft, Ulrich sum, d. R. 384, 7. 416
A. 3. — Gem. : Elsbeth (Magda-
lena?) Eber] er gen. Grünenzwig
416, 7 A. 3. 558 Nachtr. lu VI 416.
•^ Tochter: Barbara s« Meyer s.
PfeU, Nikiaus.
— Arnold, Domherr 411 A. 6.
Luggarus s. Locarno.
Lugano, Lowerts 31, 12 A. 7. 81
A. 4.
Lupfen, Graf Sigismund ron 195, 8.
Lupfstein 473, 6. 499 A. 8. 501, 10.
503, 18.
Lure, Lnder 365, 12 A. 5.
Luterburger, Heinrich, d. IL 395, iS.
— ein sp&terer d.N. (lebte noch 1623
287, 27.
Luther, Martin 100, 7. 110, 3 A. 1.
150, 16. 194, 3, 12 A. 7. 195, 16.
Lusem 6 A. 4. 7, 11 A. 4. 11, 28
A. 6. 12 A. 3. 17, 8, 12, 27 A. 2.
27, 34. 42, 23. 52, 31. 53, 1—18.
71, 20. 77, 12. 113, 21. 137 A. 5,
140 A. 2, 3. 145, 10. 157, 19 A. 6.
158, 14. 196, 10. 198, 17 A. 3. 20t
7. 202, 27. 225, 25. 228, 8, 16.
285, 15. 330 A. 2. 332 A. 1. 385,
23. 433, 16. 449, 21. 450, 4, 7 A. 4.
487, 36. 488, 13. 551 Nachtrag
SU II 118. — Stift St. Leodegar
171, 36. — Propst: Heinrich Vogt
334, 1.
St. Lusiensteig, die Steig 6, 2, 3
A. 1, 2.
Lyon 15, 13 A. 4. 217, 19.
Magdeburg 150, 21.
Maüand, Sudt 5, 10, 13 A. 8. 14, 6.
24, 8. 30, 6 A. 4. 33, 22 A. 8.
37, 5. 38, 17 A. 3. 39, 4, 16 A. 1.
42, 18. 44, 8. 68 A. 9. 69, 17.
83, 5 A. 2. 195, 1, 3. 287, 37.
329, 16. 432, 29. 455, 19. — Schloss
13, 24. 14, 9 A. 4. 39 A. 6. 43,
2, 11 A. 3. 55, 13. — Dom 5, 10.
— Palast 39, 21. — St Eustorgius
39 5 A. 1.
— Hersogthum 13, 19. 14, 12. 19,
10. 31 A. 5. 38 A. 3. 43, 14. 44,
11. 55, 15. 66—67. 70, 20. 81
—82. 191, 16. 208, 14, 18. 211,
13. 329—331. 448, 13 A. 8. 452
A. 8. 454, 6.
— Hen6ge:
Johann Maria Visoonti 226, 1, 4.
Philipp Maria Visconti 66 A. 10.
— Schwester: Valentina a. Or-
leans, Hersog.
Ludwig Sforza, gen. Moro 13 — 15.
192 3. 193 1,
Maximilian 38—39. 42, 18. 43, 19.
45 A. 4. 46 A. 5. 65, 9 A 7.
83, 16. 146, 17. 192, 23. 205,
13 A. 4. 314, 26. 331, 4. 455,
22 A. 9.
Frans Maria 205 A. 4.
Penonen- und Ortareneiehnka.
676
Bianca Maria s.^ Deutsehland, Kai-
ser Maximilian.
Maini 277, 21, 24. 444, 10 A. 7.
— Ersbischöfe:
Sonderold 276, 25.
Peter y. Aspelt s. Basel, Bisehöfe.
Albrecht ▼. Brandenburg 222, 13.
Maiser Heide 34, 14.
Mander8oheid,Qraf Dietrichy.222, 14.
ManseUa, Benedict, p&pstl. Legat
304. 12 A. 5. 305, 3.
Mansfeld, Grafen:
Albrecht 150, 19.
Ernst 290, 4.
Mantua 35, 2 A. 3.
MantB, Felix 129, 11.
Mariastein 284, 10.
Marignano 28, 12. 68 A. 8.
Marksrafsohaft, die Obere, Mark-
grafenland, das Gebiet d. Mark-
grafen V. Hochberg, später v. Ba-
den 12, 16. 123, 11. 195, 9. 216,
6. 217, 26. 301, 11. 368, 23. 470,
16. 489, 12. 509, 29 A. 5.
— die Niedere, das Gebiet d. Mark-
grafen y. Baden509, 29 A. 5. 514, 10.
Markolsheim 64, 22.
Mamold, Nikiaus y. Gilley, Herr zu
214, 14 A. 7. 373, 12.
Marquart, Paul 305, 21.
Marschalk, Hugo, Unteryogt 261, 5
A. 2.
Marseiile 208, 22 A. 11.
Marti, Konrad, Chorherr 555 Nach-
trag 2u Y 235.
Martui, Schreiber y. KL Basel 426, 17.
Maser s. Richart.
Masmanster 264 A. 8. 415, 26.
429, 19.
— Georg yon, s. Murbaeh, Abt.
Mattis, f'rau 396, 7.
Maulburg s. Mulburg.
Mecklenburg 95. 12.
Meiel, Migel, Balthasar, u. Gem.Mar-
garetha Krieg y. Bellikon 396, 3.
Meiger s. Meyer.
Melanehthon, Philipp 195, 17. 222, 9.
Melibach, Mölinbach 123, 13. 195, 9.
MeUingen 50, 21. 136, 21. 145, 22.
425, 5.
Mellinger, Ubdch, Söldner 552 Nach-
trag zu III 83.
Meltinger, Ulrich, d. R. 552 Nachtrag
zu m 83.
— Heinrich, Bgrmr 38, 27. 44, 12
A. 8. 67, 10. 69, 22 A. 11. 118,
12 A. 5. 120 A. 1. 331, 17. 386,
2. 467, 6. 484, 1. 485, 8. 505, 18.
. 506, 17. 516, 4. 521, 6, 16.
Menuningen 149, 9. 150, 22. 200, 9.
Mentelin, Ursula, s. Meyer s. Pfeil,
Adelberg d^.
Mentsinger, Hans Friedrich, Stadt-
schreiber 395, 23.
Meran 34, 15.
Merckler, Jost, Schreiner 392, 9.
Merede, Jakob, Kaufhaussehr. 396, 2.
Merian, Bartholomftus, d« B. 398, 22.
Mettely, Mötteli, Pancratius 212, 6
A. 5. 370, 16. 371, 3, 6.
Metsch, Gaudens yon, Graf lu Kirch-
berg 305. 17.
Mets, Bischöfe:
Georg y. Baden 231, 15 A. 14.
Johann yon Lothringen s. Rom,
Kardinäle.
Meyer yon Baldersdorf, Heinrich,
d. R. 326 A. 6.
— Michael, d. R. 326, 22 A. 7. 359
A. 3. 360, 2.
— ILbub Berabard, d. R. 32 A. 1.
67,. 2. 118, 17. 557 Nachtrag zu
VI 326.
Meyer zum Hasen, Jakob, Bgrmr 30,
5. 31, 18 A. 8. 32, 15. 34, 10. 38,
26. 49, 15. 77, 1 A, 2. 83, 10.
356 A. 4.
Meyer zum Hirzen, Jacob, Bgrmr 66,
A. 3. 120 A. 1. 209, 19 A. 8. 375
31. 385, 33. 386, 9, 13. 482 A. 4.
511, 15. 558 Nachtrag zu VI 395.
— Heinrich, d. R. 533 A. 6.
— Hans Rudolf 395 A. 6. 558 Nach-
trag zu VI 395. — Tochter: Anna
395, 19.
^ Ursula Judith 421, 23.
Meyer yon Hüningen, Hans Ulrich
8, 22. A. 6.
Meyer zum Pfeil, Geschlecht 383 ff.
409^413.
— Nikiaus, Meier zu Oettingen 557
Nachtrag zu VI 383.
— Henmann 383, 25. 393, 3—15.
410, 31. 412, 16. 415, 25. 553 u.
557 Nachtrag zu IV 139. 20 u. VI
383. — Gem.: Anna Alexin 410,
31. 415, 25.
— Nikiaus, Substitut '553 Nachtrag
zu IV 139 20.
— Nikiaus gen. yon Büren 382, 2.
383, 26—35. 408, 15. 410. 32. 411
A. 1. 412,4,18. 415, 27. — Gem.:
Anna Stör 411, 2. 412, 20. 415,
27. — Tochter: Margreth 412, 21.
— Hans Ludwig d. ältere 382, 12.
384,1. 411, 3 A. 4. 412, 20. 415,
29. — Gem.: Katharina y. Muti-
wiler 411, 4. 415, 29.
676
Fenonen- und OrtiyeneiehnisB.
Meyer zum PfeU, Nikiaus, Rathtehr.
32, 1. 350, 18. 382, 14. 384—385.
411, 5 A. 4. 412, 22. 413 A. 2.
416, 1. 553 Nachtrag su IV 139,
10. — Gem.: Barbara sum Luft
384, 6. 385, 6. 411, 5. 416, 1, 6.
— Tochter: Helena fl. QaUinan.
— Jakob u. Gem. Anna y. Luters-
dorf 411, 6. 416, 24.
— Ludwig 411, 6. 412, 23.
— Adelberg, Bgrmr 26, 1, 4. 93, 17.
102—104. 106,14. 125,3. 174,5.
310, 11. 345 ff. 375, 30. 376, 21.
381,3. 383,5—14. 385—386. 391
—393. 410, 2. 413—416. 418, 8.
474, 34. — Gem. : Katharina Hut-
schin und Margreth Trutman 386,
21. 416,14,16. Katharina Biichoff
386, 24. 391—392. 416, 4, 16. —
Töchter: Claudia 413, 18 A. 5.
Barbara s. Riespach. MazimiUa
t. Ton Küchen.
— Bernhard, Bgrmr 32, 1 A. 1. 120,
2. 214 A. 4. 373, 14 A. 3. 382,
38. 383, 11. 386—387. 393, 4, 10.
410. 2. 1417—418. 516, 5. — Gem.:
Helena B&r 120 A. 2. 413, 12 A. 3,
4. 417, 1, 5. Maria Wölflin 417, 2, 7.
— Jakob, Sohn Adelbergs 93, 18.
391 7.
— Hans Ludwig, d. R. 3S2, 40. 387,
15. 392, 7. 393 A. 7. 394—397.
418, 10. 419, 3. — Gem.: Anna
Frohen 394-397. 418, 10.
— Adelberg d. jüngere, d. R. 387,
1.7. 394, 17. 401, 17. 419, 5, 21.
- r. Gem. : Ursula Mentelin u. £l8-
.th von Speyr, 419, 5.
— Nikiaus, Hans Ludwigs Sohn 387,
21. 395, t, 397—401. 419. 12.
420, 15. -^ Gem.: Salome Ecken-
stein 397-r400. 419, 12. 420, 15.
— Bernhard d. jüngere 381 A. 3.
5%, 4. 401, 4. 13 A. 2. 419, 7. —
C '>m.: Cordula Truchsess von Rhein-
feiden; 401, 3, 15 A. 2. 419, 7.
— Hans Konrad, d. R. 381—383.
387, 23. 398, 15. 402—409. 413
—415. 42a. 19, 22. 421, 19. —
Gem.: JudiUi Schönauer 402—406.
420, 19. 421, 19.
Meyer, Hans, s. Pfister.
— Dr. Johann, s. Eck.
— Kilian, y. Lehen 193 A. 6.
Mesiäres, Maseyr 194, 22.
^ R6n6 y. Anjou, Herr| yon 56 A. 4.
j7, 13 A. 5. 58 A. 6.
St. Michel s. Mont St. Michel.
Mincio 35, 7 A. 6.
Mölln s. Melibach.
Mörsberg, Hans Christoff yon 504, 20.
Moncada, Otto yon, s. Rom, Kazdi-
näle.
Mötteli s. Mettely.
Montb^liard, Mümpelgart 75, 13. 76,
9 A. 1. 255, 17. 258, 1. 361, 12.
— Grafen:
Heinrich 253 A. 2.
Steffan 258, 2.
Montcenis, Montaniss 37 A. 1. 43,
17. 66, 11 A. 8.
Monte Cenere, Montkenel 31, 12 A. 5.
33, 21.
Montferrat, Markgraf Bonifacina II
yon 182, 12.
Montfort, Graf Hugo yon 272 A. 1.
Montgommery 282, 24 A. 11.
Mont St. Michel 300, 10 A. 5.
Moore, Thomas 206, 6.
Mülburg, Müiberg 280, 3, 11 A. 6.
425, 11.
Mülhausen 25, 2, 5. 27, 5, 20. 47
A. 10. 49, 9 A. 2. 67, 5 A. 6.
72—73. 75,16. 114 A. 2. 137, 12.
143, 5. 144, 5. 146, 21. 153, 21.
156, 18. 157, 20. 158 A. 1. 198,
16. 199, 4. 201, 15. 301, 13. 346,
6. 350, 16. 384, 7. 522, 15. 553
Nachtrag lu IV 138. — Rathans
289, 18.
Mülinen, Amelia yon 284, 14.
Müller, Marquard, Rathsehr., und
Gem. Veronika Gerster 553 Nach-
trag su IV 140, 6.
— Matth&us, bisehöil. Offtiial 340,
7 A. 2.
— Fridolin 477, 25.
Münch yon Landskron, Geschlecht
u. Wappen 554 Nachtraff lu IV 369.
— Burkhard d. filtere, Ritt^ 260,
13. 261 A. 2.
— Konrad s. Basel, Bisehöfe.
— Burkhardd.jüngeie,Ritter(fl431)
270, 1.
— Burkhard d. letite, Ritter 283, 2.
— Hans, Ritter 252 Nachtrag in
IV 59.
Münch yon Löwenberg od. München-
stein, Konrad 234, 13. 359 A. 4.
— Hans, dessen Bruder 359 A. 4.
— Hans Friedrich 359, 6.
Münchenstein, Schloss u. Herrachaft
156, 5. 195, 21 A. 10. 218, 20.
220, 6. 376, 25. 377, 11. 470, 5.
471, 20. 474, 13. 481, 28. 488, 9
A. 6. 490, 7 A. 1.
Münster in Granfelden, im Granwald,
MoatierGrandyalll,llA.3. 257,1.
FerBonen- imd Ortsverzeiehniss.
577
Manster i. Westfalen 204, 16, 20 A. 5.
— Bischof: Franz yon Waldeck 204
A. 5.
Mauser, Thomas 129, 10.
Mulburg, Maulburg, Hans Ton 259
A. 4. 296, 8.
— der Schuster 259, 9.
Mundat, diö Obere, 64, 2. 506, 5.
511, 3. 524, 14.
Mundbrott 9, 3.
Murbach, Abt: Georg v. Masmünster
504, 19. 506, 3. 511, 1.
Murbach, Hans Jakob 51 J, 17.
Murer, Hans, gen. Silberberg, d. R.
67, 3. 119, 1. 120 A. 4.
— GalluB, ▼. Liestal 75, 12.
Murten 231, 9. 300, 5. 324, 5. 429,
9. 445, 9. 551 Nachtrag su III 26.
Musso, Myss 189, 26. — Herr da-
selbst: Johann Jakob Medigino
201, 16.
Muttern, Mututz 10, 13. 75, 13. 126,
25. 127, 19. 129 A. 1. 220, 6.
362, 4, 6. 483, 21, 33. 484, 26.
490, 8. 553 Nachtrag zu IV 134.
Myconius, Oswald, Antistes 202, 26.
393, 7.
Kadler gen. Spengler, Hans 433, 20.
Nancy, Nanse 231, 11. 286, 12. 289,
8. 324, 8. 340, 3. 445, 1.
Nassau, Graf Heinrich von 180, 18.
208, 23. 209, 12.
— Ottilia s. Tierstein, Graf Oswald.
Neapel 191 A. 1. 197 A. 7, 9. 208, 18.
Neuenburg in Burgund, Neuch&tel,
Graf Diebold V von 253 A. 2.
Neuenbürg am Rhein 256, 7. 298,
17. 302 A. 4. 494, 15 A 1.
Neuenburg am See, Neuchdtel 300,
6. 396, 23.
Neues Haus, bei Klein Hüningen
433, 19. 434, 8.
Nidau, Grafen:
Rudolf m 251, 8.
Rudolf IV 233 A. 8. 263, 2 A. 2,
6, 7. 266, 8, 10 A. 4.— Schwester :
Verena s. Tierstein, Sigmund U.
Niederland, Niederländer 153, 30.
180, 8. 182, 2, 11. 183,6. 192,1.
200 A. 9. 211 A. 5. 220, 22. 374,
26. 397, IIA. 5. 500,17. 502,17.
— Generalstaaten 405, 22.
Nizza, Niss 216, 16. 217 A. 1.
Nonnandie, Normannen 276, 25.
300, 10.
Novara, Nawerren 13—15. 37, 5.
43— 46. 55, 16. 66, 3. 67, 15. 74,
20. 77, 11. 192,4. 330, 7 A. 5.
Basler Chroniken. VI.
Nürnberg 150, 20. 151, 16. 200, 4.
268, 5.
Oberland, das Gebiet d. Eidgenossen
153, 20. 265, 5.
Oberli, Tischmacher 555 Nachtrag zu
V 249.
Obermeyer s. Iselixi, Nikiaus.
Oberriedt, Hans, d.R. 83 A. 2. 119, 2.
— Hans Heinrich, d. R., u. Tochter
Maria 403, 1.
Oberwesel 247 A. 6.
Oberwü 376, 9.
Ochsenbein, Nikiaus 505, 22.
Ochsenfeld 366, 2.
Ochsenstein, Johann von 271, 5 A. 2.
Oechlin, Anton 44, 3.
Oekolampad, Johannes 99, 37. 11],
18 A. 2, 3, 6. 196, 5. 201, 11.
Oesi, Clara, s. Schnitt, Konrad.
Oestreich, »die Herrschaft«, d. h. das
Fürstenhaus und seine vordem
Lande 16, 2, 17. 228 A. 4. 234,
A. 1. 253, 5. 258 A. 2. 265 A. 10.
272, 1 A. 1. 288, 4. 300 A. 2. 302,
13. 325, 15 A. 6. 357, 10. 361
A. 10. 364 A. 2. 476 A. 3. 503,
5. 504', 17. 508, 11. 513 A. 1.
514, 16. — Oestreicher »Königi-
sche«, >Kaiserische« 6, 1. 7, 10.
55—56. 75—76. 325, 14.
— die Regierung der vorderen Lande,
»das Regiment zu Ensisheim« 123.
17. 193 A. 6. 214, 9. 360, 18. 373,
9 A. 5. 465, 7. 470, 10. 502, 26.
503, 34. 504, 25. 505, 34. 50^ 14.
507—509. 510,22. 512, 32^514
A. 5, 515, 22. 516—522.
— das Herzogthum, Inneröstreich
288, 8.
— Herzöge u. Erzherzöge:
Albrecht I s. Deutschland, Kösige.
Johann Parricida 249, 8.
Friedrich I d. Schöne s. De« "^ch-
land, Könige. i*V
Albrecht II d. Lahme 253, 6 A. 3.
Leopold m 257 A. 3. 258 A. 2.
260 A. 9. 264 A. 2, 5. 267, 15
A. 10. 271, 5. '
Leopold rV 273, 4 A. 3.
Friedrich V s. Deutschland, Kaiser
Friedrich IIl.
Albrecht VI d. Verschwender 298,
21. 299, 17. 300 A. 2. 358, 1.
Sigismund 171, 25. 231, 15. Wb,
6, 18. 300,2. 301, 18. 302 /-l,
5, 8. 305, 16. 325 A. 6. .
Maximilian I s. Deutschland,
Kaiser.
37
678
Pertonen- und OrtsreneiehniM.
Philipp d. Sehöne 191, 17. ~ Toch-
ter: Isabella s. D&nemark.
Ferdinand I. b. Deutsehland, Kaiser.
Leopold y. 290, 4.
Oetlingen, Oetliken, Schloss 299, 7.
— Dorf 558 Nachtrag su VI 383.
OeugUn, Egglin, Hans Ulridi 417, 7.
Ofen, Budapest 223, 11 A. 1.
Offenburg, dtadt 510, 3^14. 514, 13.
— Heinnch 555 Naohtr. bu V 305.
— Albreoht 555 Naehtraar su V 305.
— Henman d. Altere, Obsftmr 358
A. 5. 387 A. 3. 555 Nachtrag lu
V 206 u. 209. — Schwester: Anna
555 Nachtrag lu V 204. — Tochter:
Anna 556 Nachtrag au V 306.
— Peter d. &Itere, Landyogt 234, 2
A. 3, 4, 7.
— Peter d. jQngere, Bgnnr 17, 13.
18, 23. 19, 3 A. 3. 81, 3. 234, 3,
12 A. 3, 4. 235 A. 2. 325, 1. 356
A. 3. 446. 5. 455, 15. 529, 12. —
Gem.: Juliana v. Sohönenberg 446
A. 5.
— Hans Philipp 427, 24. — Tochter:
Elsbeth s. J^ilchmann, Friedrich,
u. Wessenberg.
— Henmann, Bgnnr 34, 1. 66, 4.
69, 22 A. 11. 118 A. 8. 155 A. 6.
157 A. 8. 232, 14—23. 235, 3, 4.
331, 8. 427, 25. 455, 21. 475, 23.
— Hans Egloff, d. R. 1 18, 16 A. 5, 8.
232 A. 6.
— Maria (Margaretha?) 398, 18.
402, 5.
-- Beatrix 402, 13.
Oglio 35, 15 A. 9.
Orbe 556 Nachtrag su V 514 u. 515.
OrUans, Hersöge:
Ludwig von (f 1407), u. Gem.
Valentine Visconti 66 A. 10.
Ludwig XII s. Frankreich, KOnige.
Ortenberg, Graf Hans von 10, 9.
Ottmarsheim 371, 4. 558 Nachtrag
su VI 383.
Ouwer 8. Auer.
Palm s. Balm.
Pamiers, Apamiensis dioecesis 212,
12 A. 7.
Paris 208, 24. 215, 22. 220, 19. 314,
30. 406, 24. 553 Nachtrag su IV
140, 1. — Parlament 43, 12 A. 4.
498, 37.
Parma 37, 4.
Paria, Paiy 36, 11 A. 6. 37 A. 5.
83 A. 2. 103, 18. 314, 27. 329, 20.
499 2.
Pellikan, Konrad 112, 6 A. 3.
Peter, BriefMger 267, 2 A. 1.
Pftfftkon s. Sjieicher.
Pfaligrafen bei Rhein:
Otto n ▼. Mosbach 231, 16.
Friedrich I 427, 5.
Ludwig V 62, 8 A. 4. 182 A. 4. 210,
14 A. 2. 222, 16.
Friedrich U 222, 2.
Otto Heinrich 182 A. 4.
Philipp 182, 13.
Pferingen 10, 4. 118 A. 8. 194, 9.
246, 3. 260, 5. 274, 5. 427, 14.
Pfirt 263, 10.
— Sigmund yon. Dompropst 121, 5.
Pfister Merer, Hans 129, 12.
Pflug, Julius, Bischof t. Zeiti oder
Naumburg 222, 7.
Pharao 480, 1.
Piacenia, Placenti 37, 4.
Picardie, Bichhardey 208, 22. 209.
11. 211, 7. — Pieaider 264, 15.
Piemont, Bemont 68, 1.
Pistorius, Johann 222, 11.
Piisighetone 35, 16.
Pianoher -les-Mines, 429, 18. —
Götterscherberg daselbst 555 Nach-
trag SU IV 405, 1.
Platter, Plattner, Felix 395 A. 10.
398, 5, 10. — Gem.: Magdaleca
Jeckelmann 395, 24.
St. Pol, Sampal 211, 9.
Polen 899, 18.
Pontecorvo 304, 13.
Ponteyico, Pantowiga 35, 13 A. 9, 10.
Prag 268, 4.
— Hieronymus yon 275, 9 A. 5.
Pratteln, Brattelen 195, 21 A. 10. 220,
6. 269, 12. 358, 4. 362, 3, 5.
Predigerorden 301, 9. 303. 3.
— Proyinsiale in Deutschland:
Giselbrecht v. Utrecht 279, 12.
Jakob y. Stubach 301 A. 4.
St Prothasius 287, 38.
Pruntrut, Brunn endrut, PorrentruT
76, 1 A. 1. 264, 10.
Püntiner, Bflntner, Hans, Landam-
mann y. Uri 39, 12.
Puer, Heinrich 271 A. 6.
Puperlin s. Bipperlin.
RagatB 52, 24 A. 4.
Bauen, Retsen 1 4, 23, 34 A. 6. 15, 9.
Ramspeck, Sebastian 405, 6.
— Marg^eth 405, 14.
Ramstein, Schloss und Herrschaft
156, 7. 196, 2 A. 2. 248, 6 A. 5.
376, 24.
— Freiherren von:
ThOring 248 A. 5.
Persoaen- und Ortsveneiehnits.
579
Imer s. Basel, Biichöfe.
Kudolf 357^ 10. 358, 3.
Harnstein, Edler von: Burkhard
W»nlier, Bgrmr 250 A. 6.
Randeck, Burckhardt und Heinrich
Ton 9, 2 A. 2.
Kapp, Kaspar 47, 9.
Kapperswii 6 A. 4. 52, 28.
Kappolstein, Wilhelm Ton, Ostreich.
iLandvogt 302 A. 2. 506, 21. 507,
10. 509, 15.
üatberg s. Rotherg.
Hathsamhausen, Botzenhusen, Hein-
rich von, Domherr, u. dessenMutter
262, 13 A. 5.
Rechberg, von der Hohen Rechberg,
Hans Yon 229, 9. 364, 2 A. 1.
Regensberg 51, 24.
Regensburg 154 A. 1. 221 , 10—38.
223, 15.
St. Rc^la 245, 6.
Reich von Reichenstein, Rieh, Ritter-
geschleeht 308, 10.
— Hans, Bgrmr 279, 14.
— Peter 359 A. 8.
— Marcus 359, 10.
Reichenau, Augia Major, Abt : Eddo
8. Strassburg, Bischöfe.
Reiohenweiler 216, 10. 555 Nachtrag
SU V 193.
Beinach i. Birsthai 376, 9.
— Edle von:
Melchior 57, 10 A. 7.
Hans Berthold 504 A. 3. 516, 20.
Reinberg s. Kirchhöfen.
Reinhart gen. Streoknot, Hans 433.
21. 434, 23 A. 7.
Reischach, Egon yon 211, 4.
Remsthal 193, 10.
Respinger, Lienhard, und Tochter
Maria 404, 12.
Retzen s. Raisen.
Reublin, Wilhelm 111 A. 2.
Reutlingen 62 A. 7. 150, 22. 200, 4.
Rhein 6, 12 A. 1. 7, 18, 22. 12, 16.
33, 5—16. 59—60. 85, 9. 132, 11,
13. 135—136. 161,28. 163, 22.
193, 16. 194, 7. 215, 21. 219, 16
—21. 228, 6. 232, 1. 246, 13. 247,
2 A. 3. 251, 8. 252, 4. 259, 12.
260, 3 A. 1. 265, 4. 269, 9. 271,
11. 279,20. 280, 14. 284,5. 286,
10. 288, 2. 300, 25. 304, 7. 324,
10. 334, 14 A. 4. 335, 19. 338, 3.
341, 10. 364, 3. 368, 13—26. 370
—372. 405, 21. 427, 8, 13. 444, 6.
448, 1— i. 450, 22. 454. 16, 20.
Rhein eck im Rheinthal 52, 25.
— bei Landskron s. Rineck.
Rheinfelden, Stein oder Sohloss 282,
18. 299, 10. 325, 20.
— Stadt 8, 3. 16, 7—16. 273, 9. 365,
20. 368. 22. — Rheinbraoke 301, 3.
Rheinthal, Vogtei, 52, 24. 136, 21.
Rieh 8. Reich.
Richart, Hans, gen. Maser, d. R. 67,
11 A. 9. 331, 17.
Riedin s. Ruedin.
Riehen, Riechein 196, 1 A. 2. 218,
20. 376, 25 A. 5. 377, 12.
Rieher, Heinrich d. ftltere, Obsftmr
327 A. 7.
— Heinrich d. jüngere, d. R. 327,
18. 328 A. 1.
— Lienhard 327 A. 7. 328 A. 1.
— Katharina 395, 14.
Riesinger s. Russin ger.
Riespach, Ryspach, Hans 391, 17.
418, 19.
Rin, ze (bu Rhein) Friedrich, s.
Basel, Bischöfe.
— Jakob, Bgrmr 427, 4.
— Kaspar, s. Basel, Bischöfe.
— Friedrich, Kaspars Bruder 9 A. 10.
— Bernhard 9 A. 10.
Rineck, Rheineck, bei Landskron
354 A. 6.
Ringler, Hans Ludwig, Salsschreiber
420, 14.
— Frau ▼. Andreas Meyer 418, 3.
Ritter, Valentin 66, 8.
Robur 354, 5—11.
Rocester, Kuffach, Bischof: Johann
Fisher 206, 9 A. 2.
Rochefort, Frans von 212— 213. 214,
13. 369—372.
— Sanctius, gen. yon Viviers 212,
12 A 8, 9. 214, 16. 215, 1 A. 2.
369—371. 373, 18 A. 11.
Röist, Röscb, Heinrich, Bgrmr yon
Zflrioh 18, 21.
Röteln 123, 12 A. 4, 5. 217, 29.
250, 9. 346, 8. 350, 25. 398, 16.
509, 31. 510 A. 1.
— Freiherren yon 250 A. 5.
— Markgrafen yon, s. Hochberg.
Röteler, Hannemann 260, 10 A. 5.
Röwlin, Hans, d. R. 333. 18
Roggenback, Hans u. Rudolf 206, 20.
Regier, Marcus 212, 13 A. 9. 214,
12 A. 6. 369 A. 10. 371, 13 A. 3.
373 A. 11.
Rom, Stadt 24, 8. 41—42. 182, 11.
283, 11. 303 A. 3. 356, 11. 432,
18. 443, 18.
— Stuhl SU, Römische Curie 37,
15. 56,5. 151,5. 451,20. 452, 1.
454, 11. 455, 10.
37*
580
Personen- und OrtsTerseichnisfl.
Rom, P&pste:
NiUaus IV 247 A. 9.
Bonifaciui IX 272 A. 5.
Felix V 5 A. 3. 281, 13. 340, 17.
556 Nachtrag lu V 494. — S.
auch Sayoyen, Henog Ama-
deuB Vm.
Sixtus IV 301 A. 4. 303 , 5—27.
304 A. 1—3 u. 7.
Innocens VUI 304, 11 A. 7.
Julius II 26, 7. 30, 17. 32, 2 A. 5.
37, 11. 38, 7, 18 A. 3. 41—42.
81—83. 329, 9, 17. 461, 7—10.
454, 6.
Leo X 49 A. 11. 50 A. 5. 65, 6
A 5. 331 21.
Clemens Vni50,'9. 151,6. 180—184.
Paul III 167, 12. 216, 26 A. 6.
217 A. 1.
— Kardinäle:
von St. Angeli, Julian Gesarini 555
Nachtrag su V 136.
Yon St. Calixtus, Johann Alfonsi,
y. Segoyia 556 Nachtrag su V
361 u. 493.
yon St. OnofriuB, Johann y. Loth-
ringen, Bischof y. Mets u. Ver-
dun 499, 21 A. 6.
von St. Potentiana, Otto y. Moncada,
Bischof y. Tortosa 556 Nachtrag
SU V 308.
— Matthäus Sehinner, Bisehof y.
Sitten 31, 1. 37, 11 A. 7. 38,
18. 329, 9, 15.
yon St Sixtus, Thomas de Vio, y.
Gaeta 194, 5 A. 4.
E6mer, alte 354, 1 A. 6.
Komische Kaiser:
Julius Caesar 167, 11, 26. 276, 9.
Philipp d. Araber 167, 17. 168, 37.
Julian 354, 3.
Valentinian I 245, 9. 277, 33. 354
A. 2 3.
Theodosius 167, 26.
Justinian I 168, 8.
Römisches Reich s. Deutschland.
Rosegg, Heinrich, Ammeister, und
Tochter Katharina 416, 8.
Rosenblatt, Hans 8, 24.
Roseneck, der Freiherr yon 9, 9
A. 6.
Rosenfelserthal s. Rougemont.
Rot, Hartmann, Bgrmr 260, 7. 356
A. 2.
— Hans, Bgrmr 356 A. 2. 363 A. 4.
— Peter, B^mr 301, 7. 302, 10 A. 7.
356 A. 2.
Rotberg, Ratberg, Schloss 354, 6.
— Bernhard yon, Bgrmr 283, 10.
Rotberg, Arnold yon, d. R. 359, 7.
557 Nachtrag su 359.
Rotenburg bei Lusem 53, 1.
Rotengatter, Lienhard 50, 5 A. 2.
Rotweil 72, 2.
Royeredo, Ruferiet 34, 15. 38, 9.
Rougemont, Rosenfelserthal 506, 5.
508, 14. 511, 3. 524 15.
Ruch Eptingen s. Eptingen.
Rad, Ryd, Eberhard 222, 13.
Ruedin, Riedin, Jakob, Obsftmr 401
A. 5.
— Jakob, dessen Sohn 401, 8 — 12.
419, 20.
— Hans Jakob , Dompropsteisehaff-
ner 405, 7 A. 4.
— Hans Michael 422, 8.
— Katharina 417, 5.
Rüsch, Ryss, Nikiaus, Stadtschr, dann
Obsftmr 17, 13 A. 2. 333, 11. 553
Nachtrag zu IV 138. — Gem.:
Ottilia, u. Söhne Johann u. Adolf
552 Nachtrag su III 281.
Ruffach 26, 22. 64, 2—23 A. 1. 506
A. 1. — Schloss Isenbui^ 64, 4,
6. — S. auch Rocester.
Russinger, Riesinger, Marcus, d. R.
396, 11.
— Theodor, d. R. 420, 1. — Gem.:
Anna Wagner 396, 20. 419 A. 15.
420, 1. — Tochter: Anna 419, 22
A. 1.
Riisswil 53, 15.
Ryff, Reiff, FridoHn, d. R 92, 23.
119 A. 7, 10. 120, 9.
— Peter, d. R. 119 A. 7, 10,
— Andreas, d. R. 399, 5. — Gem.:
Margreth Brunner 420, 26.
Ryhiner, Heinrich, Stadtschr. 177, 8.
179, 11. 354 A. 7. 373,15. 463 ff.
470, 20 A. 3. 511, 15. — Gem.:
Elsbeth Ressler 464, 13.
— Friedrich, d. R., u. Tochter Els-
beth 399, 16.
— Johann Friedrich, Bgrmr 400, 15.
— Veronika 418, 3.
Ryspach s. Riespach.
Sachsen 129, 10. 150, 21.
— Kurfürsten:
Johann d. Beständige 150, 16. 151.
4. 199, 28.
Johann Friedrieh 200, 3. 222, 19.
Säckingen s. Seekingen.
Salein, Salland oder Seeland? 200,
13.
Saler, Wemher 10, 11.
Salland s. Salein.
Sargans 52 A. 4.
Personen- und Ortaverieichniss.
681
Sausenberg 123 A. 4. — S. auch
Hochberg, Markgrafen.
Savoren 58 A. 1. 182, 11.
— Herzöge:
AmadeuB VIII 226 A. 4. — S. auch
Rom, Papst Felix V.
Philibert II, u. Gem. Margaretha
V. Oestreich 200, 23 A. 9.
Karl III 118, 15 A. 7. 146, 17.
182, 14. 207—208.
Philipp, Graf y. Genevois 208, 16
A. 7.
Jakob, dessen Sohn 208 A. 7.
Sax, ULnch yon 39, 11.
Schaffhausen 7 A. 4. 13, 4. 50, 14.
71, 15 A. 3. 114, 1. 117, 6. 127,
17 A. 9. 137, 20. 143—146. 149,
10. 153, 21. 157, 20 A. 6. 192, 12.
196, 8. 198, 16. 199, 3. 201, 14.
258, 10. 259, 1. 332, 6. 448 A. 9.
449, 18. 505, 9. 509, 20. 511, 5,
16 A. 4. 654 NachUag zu IV
142, 3.
Schaffner, gen. von Bronn, d. B. 118,
19. 120 A. 3.
Schaler, Wernher, Erzpriester und
GeKenbisohof 257, 7 A. 4.
SchaUer, Kaspar, Stadtschr. 464, 2.
467, 11.
Schauenberg, bei Winterthur 251, 16
A. 8. 252 A. 1.
Schauenburgerberg, bei Liestal 155,
2 23.
Schenck, Rudolf, (1529) d. R. 120, 7.
— Rudolf (1561) 394, 23.
Scherb s. Felber.
Scher oder Scherer, Peter, v. Strass-
bürg 214, 18. 374, 2.
Scherer, Jakob 402, 12.
— Salome 399, 9.
Scherer y. Strubhard, Katharina 420,
10.
Scherweiler 473, 6. 502, 1. 503, 18.
Schilling (Achtbürger) , Bernhard
Obzftnu- 234, 14.
Schilling (jüngeres Geschlecht), Isak
422, 8 A. 1.
Schinner, Matthäus, s. Rom, Kardi-
näle.
Schlettstadt 225, 12, 21. 265, 3. 327,
11, 14. 503, 15. — Stettmeister s.
Ulmann.
Schliengen 80, 14. 214, 15. 217, 24.
325 A. 8. 373, 11.
Schlierbach, Dorf 10, 18.
— Heinrich, d. R. 426, 14.
— Lorenz und Gem. Ursula Kileh-
mann 426, 13.
— Rudolf, d. R. 80, 12. 426, 17.
Sehlierbaoh, Hans, Ritter 80 A. 7.
135, 1 A. 4. 555 Nachtrag zu V
303 u. 310.
Sehmid, Bartholomäus, d. R. 67, 11.
69, 20.
— Hans, Landvogt 234, 13.
— Felix, Bgrmr y. Zürich 39, 12.
— Joh,, s. Faber.
Schnitt, Konrad, d. R. 23—25. 27,
27. 89—95. 97—105. 108-109.
165—176. 188, 3—25. 189, 34.
391, 8. — Gem.: Clara Oesy 90, 5.
93. 20, 25.
— Augustin 93, 26, 28. 95, 21. 98
—99. 175—176.
— Susanna s. Warinschlager.
— Hieronymus 92, 29.
Schnitzer, Mang, d. R. 44, 12.
Schönau, Hans Ottmar yon 211, 5.
Schönauer, Theobald 420, 21.
— Daniel, u. Gem. Maria Iselin 402,
8. 420, 20, 23. — Tochter: Judith
s. Meyer z. Pfeil, Hans Konrad.
— Emanuel, d. R. 404, 24.
— Margreth 402. 19.
Schönenberg, Edle yon 308, 10.
Schönkind, Thüring, gen. Moyses, d.
R. 260, 11 A. 6.
— Peter, d. R. 234, 14.
Schönthal, Kloster 93, 6.
Schorndorf 62 A. 2, 3, 5. 193, 9 A. 7.
Schott, Bartholomäus 44, 2.
Schotten 13 A. 9. 282, 24.
Schüelin, Gregor 67, 12.
Sehüpfer, Heinrich 250, 16.
SchulthesB, Ulrich, Bgrmr 395, 23.
— Hans Ulrich, d. R., u. Gem. Ka-
tharina Wonlich 400, 10 A. 4.
— Jakob, u. Gem. Susanna yonBrunn
403, 14 A. 7.
— Margreth 420, 3.
Schwaben 127, 12. 511, 20. 513, 8.
— Schwäbischer Bund 6, 1. 7, 9.
8, 26. 11, 19. 40, 7 A. 4. 62, 14.
197, 10. 513, 1 A. 2. 523, 1.
Schwartz, Hans, Schultheiss 395, 13.
— Marcus, u. Tochter Maria 405, 1 .
Sohwarzenburg i. Elsass 213, 5. 214,
11, 20 A. 3, 5. 371, 16. 373, 5,9
A. 5.
Schwarzer Haufe 68, 13.
Sohwarzmurer, Hans, Landammann
y. Zug 39, 13 A. 4.
Schwarzwald, >der Walde 195, 13.
284, 22. 365, 20. — Waldyögte s.
Griesheim u. Habsberg.
Schweiger, Georg, d. R. 120, 4.
Schwyz, Switz 12, 1. 17 A. 2. 33
A. 6. 54, 5. 71, 4, 14 A. 1, 3.
582
Personen* und Ortflreneiehniss.
73 A. 1. 81, 12 A. 4. 82 A. 5—7.
113, 21. 129 A. 5. 136 A. 5. 145,
11. 157, 19 A. 6. 192, 15. 196, 10.
198, 17. 201, 7. 225, 25. 228—229.
297, 21 A. 9. 298 A. 1. 449, 23.
450, 5. 551 Nachtrag su III 26.
— Landammann 8. In der Halden.
Schwyser, der, 8. Abvber^ir-
Seckingen 8, 4. 16, 13. 218, 2. 297,
13. 299, 19. 364 A. 1. 365, 20.—
Rheinbrücke 30 t, 2. 448, 7.
Seeland, Seelen 397, 9. — S. auch
Salein.
Seelbach e. Sempach.
Secwen 154, 9.
Segovia, Jonann von, s. Rom, Kar-
dinäle.
Seiler, Jobs, d. R. 533 A. 4 su 534.
Seibach, Lucas, Stadtschr. 384, 24.
Selts, Martin von, d. R. 66, 6.
Sempach, Seelbach (?) 53, 9 A. 3.
95, 6. 262 A. 5. 263 A. 5. 267
A. 2. 271, 4 A. 3.
Sennheim 524, 11.
— von, Jakob, d. R. 551 Nachtrag
zu III 4.
— Heinrieb, d. R. 80, 17.
Sessa, Suessa, Bischof von, s. Angelus.
Setzstab, Nikiaus 505, 21.
Sevilla, Hispalis 218, 14 A. 4.
Sc wen 8. Seewen, auch Interlacken.
Seyler s. Seiler.
Sibmacher 8. Doppenstein.
Sicilien, König von, s. Deutsehland,
Kaiser Friedrich U.
Sickingen, Edle von:
Schweiehard 215, 3. 373, 13.
Franz Konrad 373, 13.
Siena 184, 13.
Sierenz 10, 18.
Silberberg s. Murer u. Tunsei.
Silfeld s. St. Jakob a. d. Sil.
Siadelfingen 513, 8.
Sisgau 154, 7 A. 5, 6. 155, 4. 171,
14. 233, 6.
Sissach 125 A. 1. 130 A. 3. 234, 11.
474—475.
Sitten 31, 10 A. 3. — Bischof: Mat-
thäus Schinner s. Rom, Kardinäle.
Sitzenkirch 301, 11.
Socin, Hans Jakob 402, 18.
Soder, Heinrich 477, 25.
Solothurn 7—12. 26, 22. 44 A. 5.
48, 15 A. 6. 63, 1. 68, 5. 71, 20.
77, 5, 12. 91, 6. 100, 5. 113, 21.
117, 6. 127, 17 A. 9. 137, 21. 138,
26. 145, 21. 146, 19 A. 9. 154—
160. 201, 14. 204, 4 A. 2. 206—207.
219, 10. 275 A. 4. 281 A. 1. 284,
20. 296, 2. 296, 5, 11 A. 6. 325
A. 9. 357, 7. 361, 22. 428, 8. 433,
15. 449, 19. 482—483. 484, 25, 29.
485, 17. 487, 36. 488, 13. 505, 9,
22. 506, 8. 507, II, 17. 508, 8.
509,20. 511,5. 517, 9. — Schuh-
heisB 8. Hebold.
Sonnen, Konrad zur, Bgrmr 356 A. 2.
Spanien, Hispanien, 30, 9. 150 A. 1.
180, 8, 12. 182— J83. 194 A. 11.
216, 27. 217, 18. 427, 9. — S. auch
Aragon.
— Könige:
Karl 8. Deutschland, Kaiser.
Philipp IV 405, 23.
Speicher, jetzt Pfäffikon, am Züreher^
See 297, 22.
Speier 151, 16. 220 A. 6.
Spengler, s. Nadler.
Speyrer, von Speyr, Johann 419, 19.
— Elsbeth, dessen Tochter, s. Ecken-
stein.
— Elsbeth, deren Nichte, 8. Meyer
z. Pfeil, Adelberg d. jQngere.
— Sara s. Kuder.
Sperrer s. Brüglinger.
Spiess, Anna 305, 21.
Spörlin, Sperlin, Sebastian, Bgrmr
404, 24. — Tochter: Magdalena s.
Burckhardt, Andreas.
Stähelin, Stehelin, Hieronjmus 69,
20. 76, 14.
— Eucharius 212, 6 A. 4, 5.
Steig, 8. Luziensteig.
Stein a. Rhein 51, 29. 58 A. 3. 197
A. 1. 258, 10 A. 11.
Stein, Unser Frau zum, s. Mariastein.
Stein, Sebastian vom, Ritter 554
Nachtrag zu IV 141, 9. — Toch-
ter: Ursula s. Falkner, Heinrieh.
Steinegker, Konrad, Stadtschr., und
Gem. Agnes, u. Söhne Konrad u.
Heinrich 553 Nachtrag zu lY 135,
3 u. 6.
Sternen, Mathias zum, u. Frau 444,
4 A. 4.
Stöoklin, Peter 396, 13 A. 8.
Stör, Steffen 127, 1 A. 2, 3. 128,5.
11. 177, 22.
Stoffeln, Ursula von, Nonne 408, 27.
Stoltz, Hans, d. R. 38, 16. 44, 1 A 4.
45 A. 5. 58 A. 3. 119, 5. 120
A. 5. 446, 7. 449, 27. 505, 19.
Stotzheim 327 A. 5. 501, 21.
Strassburg, Argentina 12, 9 A. T.
114 A. 2. 129, 14. 137, 20. 138.
27. 147, 4, 7. 160, 20. 189, 2. 191,
4. 193, 18. 194, 6. 199, 3 A. 1.
200, 9. 203, 21. 224, 21. 227, 1.
«^
Personen- und Ortsveneiehnisfl.
583
230, 9 A. 2. 255, 12 A. 5. 260
A. 2. 268,6,9. 275 A. 4. 277,36.
285, 19. 287, 13. 288, 16. 289, 3.
328, 5. 374, 2. 384, 12. 467, 9.
510, 3, 14 A. 2. 514, 13. — Mün-
ster 203, 22. 269, 3. 288, 12. —
Spannbett, Oastnaus sum 191, 5.
328, 5. — Stettmeister s. Sturm.
Strassburg, Bisehöfe:
Witgem 288 A. 8.
Eddo, Abt von Keichenau 288, 14
A. 8.
Wilhelm v. Hohnstein 64, 15, 22
A. 4. 123, 18. 124,' 5, 8. 499,
16, 18. 500,30. 501,5. 504,19.
506, 3. 524^ 13.
Strecknot s. Heinhart.
Stredein (?), Freiherr von 400, 11.
Stritt, Jakob 305, 21.
Strub, Ludwig, d. R. 449, 25.
Stühlingen 9, 8.
Stumpf, Johann 94, 30. 95, 16. 105, 1.
Sturm, Jakob, Stettmeister ▼. Strass-
burg 222, 18.
Stuttgart 62, 6.
Sürlin, Thomann, Obzftmr 430, 5, 10.
551 Nachtrag zu III 4. — Toehter:
Anastasia s. Kilchmann, Hans.
Suessa s. Sessa.
Sulz bei Laufenburg 269 A. 5.
— in Schwaben , Graf Rudolf von
403, 19.
Sulzer, Simon, Antistes 394, 18.
Summer, Beat, d. R., u. Gem. Anna
392, 10.
Sundgau, Sontgouw 8, 3. 10 A. 3.
11, 10, 17 A. 5. 12, 16. 123, 16.
195, 8. 230 A. 2. 285 A. 7, 289,
3. 365, 10, 19. 436, 7. 470, 15.
471, 22. 489, 12. 490, 1—36. 502,
27, 30. 504, 28. 505, 12. 506, 1,
5. 511,2. 513,16—28. 514,9—
24. 515, 26. 522, 20. 523, 35. 524,
3, 16.
Supper, Rudolf, d. R. 516, 6.
Suracher, Jakob, d. R. 67, 13.
Sursee 53, 7. 189, 24. 330, 3.
Sutter, Kiklaus 206, 22.
Tachsfelden, Edle von 75, 6.
— Martin yon, Wirth zum Schwarzen
Stern, d. R. 49, 19 A. 9. 77, 2.
Tann 11, 5. 426, 3. 524, 10.
Tenniken 234, 11.
Terwil 376, 9. 396, 13.
Teufel s. Tüfel.
Tiengen, Tüngen 9, 4.
Tierstein, Schloss und Herrschaft
. 284, 19.
Tierstein, Grafen 218, 23 A. 7.
Sigmund oder Simon I und Gem.
Agnes T. Weissenburg 233, 21
A. 6, 7.
Otto I u. Gem. dementia ▼. Utzna-
berg 233 A. 6, 7.
Sigmund II 233, 20. 265, 10 A. 10,
11. 267 A. 10. — Gem.: Verena
y. Midan 233, 22.
Sigmund IH 265 A. 10.
Otto n 234 A. 1. 265 A. 10. 267,
4 A. 3. — Tochter: Claranna
234 A. 1.
Walraff d. ältere 260 A. 2. 269
A. 7.
Walraff d. jüngere 263 A. 5. 269,
13. 271, 6 A. 2.
Hans, dessen Bruder 263, 6 A. 2.
271, 6 A. 2.
Bernhard 274, 4.
Hans, dessen Bruder 274, 4. 411
A. 1.
Oswald 10 A. 2. 302, 2 A. 2. 305,
18. 427—428. — Gem.: Ottilia v.
Nassau 428 A. 1.
Heinrich 10 A. 2.
Todtmoos 297, 6, 8.
Todtnau 429, 19.
Toggenburg, Landschaft 54, 6. 136,
20. 137, 10. 143, 5. 144, 6.
— Grafen:
Friedrich u. Gem. Ita v. Homburir
248 A. 6.
Diethelm 251, 2 A. 2.
Tolden, Johann zum 252, 18 A. 12.
— Peter 252 A. 12.
Torberg, Peter von 272 A. 1.
Toulouse 212 A. 7.
Tours 212, 14.
Träutenberg, Truttenberg, Sigmund
von 213, 10. 214, 17. 374, 2.
Tr^mouiUe, Louis de la 55 A. 2, 3, 4.
Tresa 31 A. 7, 9.
Trient 34, 15.
Trier 313, 21.
Tripolis, Bischof von, s. Limpurger.
Truchsess von Rheinfelden, Jakob
. Sigismund, und Gem. Salome v.
Andlau419, 11. — Tochter: Cor-
dula s. Meyer z. Pfeil, Bernhard.
Truchsess von Wolhusen, Hans 213,
9. 214, 17. 370 A. 3. 374, 1.
Trübelmann, Georg 47 A. 5.
Trutenberg s. Trautenberg.
Trutmann, Hans, Obzftmr 64, 19. 66,
16. 331, 12. 386,23. 416, 16, 20.
— Tochter: Margaretha s. Meyer
z. Pfeil, Adelberg.
Tschudi 8. Zschudi.
584
Personen- und Ortsverxeichniss.
Tübingen 61 A. 2. 62, 7 A. 2, 4.
514 A. 4.
Tüfel, Johann zem, d. ältere, u. Joh.
d. jüngere 247, 10 A. 9. 248 A. 4.
Thüringen, Döringen 129, 10.
Türken 100 A. 1. 154, 1. 205, 12.
211, 17, 19. 223, 16.
Tunis 205, 11.
Tunsei, von, gen. Silberbere, Dr. Jo- I
hann 553 Naohtras su IV 140, 6.
— Tochter: Apollonia s. Halt- ,
heimer.
Turgau 136, 20. 137, 9. 143, 4. 144,
5. 212, 6. 272 A. 1. 1
Turin 208, 13, 21. 1
Turmann, Hans 192, 5, 7 A. 1.
Thumisen, Kaspar, d. K. 119, 4. 120
A. 7. '
Tuttelin, E.onrad 556 Nachtrag su
V 310.
üebelin, Samuel, Geriehtschr., dann
d. R. 398, 22.
Ueberlinsen 7 A. 5. 250, 7.
Ueohtland, Oechtland 205, 5. S. auch
Freiburg i. S.
Uettingen s. Ittingen.
Ulm 150, 20.
— Hans Ronrad von 398, 16. 402, 3.
Ulmann, Hans, Stettmeister ▼. Schlett-
Stadt 327, 13.
Ungarn 154 A. 2. 211, 16. 223, 11
Ä. 1. 245, 10 A. 5. 247, 1. 276,
11. 341, 2.
— Könige:
Agnes 247 A. 1.
Ludwig II u. Oem. Maria v. Oest-
reich 211, 10 A. 4.
Ferdinand I s. Deutschland, Kaiser.
Johann v. Zapolya, Gegenkönig 154
A. 2. 223 A. 1.
Ungersberg 327, 12.
Unterwaiden 11, 29 A. 1. 71,20. 157,
19 A. 6. 192, 15. 196, 10. 198, 18.
201, 7. 225, 25. 228, 8, 16. 298
A. 1. 305, 6. 449, 24 A. 3. 450,
4, 7 A. 4.
Urbino, Orbin, Heriog von: Franz
Maria della Rovere 182, 3.
Uri 12, 1. 13, 2. 53,27. 71, 14. 73
A. 1. 113, 21. 157, 19 A. 6. 192,
15 A. 1. 196, 10. 198, 17. 201, 7.
225, 25. 228, 8, 16. 298 A. 1. 449,
22. 450, 5. — Landammann s. Fun-
tiner.
St. UrsuUi 245, 2 A. 5.
Ursula, Hebamme 394, 19.
Utenheim, ChristofT von, s. Basel,
Bischöfe.
Utenheim, Konrad von 12, 8.
— Nikiaus 12 A. 6.
Utsnaberg, dementia von, s. Tier-
stein, Graf Otto I.
Tadui, Fudutz 6, 2, 7 A. 4, 6, 7.
52, 24 A. 4.
Valeggio, Valesa 35, 6—10.
Vamauer, Johann, von Eger, Unter-
schreiber 268, 15 A. 6. 553 Nach-
trag zu IV 134, 3.
Vaumarcus, Fammerkü, Claudius u.
Aim6 von 359, 5 A. 3.
Vehingen, Hans von 305, 20.
Venedig 24, 7. 32—33. 35 A. 5. 36.
11 A. 5, 10. 38, 7. 82, 16 A- 13.
182 A. 1. 197, 16 A. 7, 9. 329.
16. 420, 18. 421, 1. 454, 8 A. 3.
— Doge: Leonhard Loredan 32,
11 A. 4.
Vergy, Warse, Peter von 76, 1 7 A. 1 1.
Verona, Dietriehsbem 34, 16 A. 12.
35 A. 2, 5.
Veroneser Klause, Glus 34, 16.
Vey, Dr. Johann, hessischer Kanzler
222 21.
ViUafrancMEi 35, 2 A. 2—6. 36 A. 5.
82 A. 13.
Villeneuve, Humbert von 57, 19 A. 8.
58, 14 A. 7.
Vio, Thomas de, s. Rom, Kardinäle.
Viviers, Fifys» s. Rochefort
Vogesen s. Elsfissergebirg.
Vogt, Heinrich, s. Luzem, Stifts-
propst.
Wächter, Peter, Tischmaeher 127. 3
A. 3. 477, 32. 557 Nachtr.zu VI 127.
Wäglingen s. Weggis.
Wagger, Hans 75, 12.
Wagner, Anna, s. Russinger.
Walch, Adam 530, 5.
Wald, Waldvögte s. Schwarswald.
Waidenburg, Wallenburg, Schloss u.
Herrschaft 154 A. 7. 156, 5. 195.
21. 218,20,25. 265, 10 A. 10, 12.
281 A. 1. 283, 23. 361, 22. 376,
24. 377, 11. 470.4. 471, 20. 474.
12. 481, 27. 488, 9 A. 6. 490, 7.
Waldmann, Hans, Bgrmr v. Zürich
302, 4 A. 4. 326, 12.
Waldner, Hans Jakob 504 A. 3.
516, 20.
Waldshut 7, 17, 22. 129, 13. 361,
14. 365, 20.
Waldstädte, die 3, s. Länder.
— die 4 am Rhein 217, 32. — Vgl
Laufenburg. Rheinfelden, Seekin-
gen, Waldsnut.
Personen- und Ortsyeneichniss.
585
Walgau 6, 17. 9, 12.
Warnen s. Welsche.
Wallis, 31, 10. 44 A. 5. 48, 19. 66
A. 11. 68, 5. 71, 15 A. 8. 72, 1.
137, 16. 208, 6. — Bischof s. Sitten.
Waltenheim, Hans d. j., d. B. 283, 15.
Walter, Mathias, Krämer 444 A. 5.
Waltighofen 74, 24. 75 A. 2. 76, 15.
Wamrode 247 A. 6.
Warinschlager, Vergilius, und Gem.
Susanna Schnitt 93, 26, 28. 98, 41.
99, 1—20. 174, 14.
— Margaretha 93 A. 10.
Warse s. Vergy.
Wart, Rudolf von 249, 10.
Wartenberg 245, 11.
Waser, Schiffmann 450 A. 2.
Wasserhun, Franz Ulrich 394, 28.
Wattwüer 524, 10.
Weggis, Wäglingen (?) 53, 11 A. 4, 5.
Wehr 301, 12.
Weil, bei Basel 357, 14 A. 8. —
Weiler Feld 451, 17.
Weilerthal 365, 15 A. 8. 502, 25.
Weissenburg, Agnes von, s. Tierstein,
Graf Simon I.
Weissenburger, Wolfgang 112 A. 2.
Welsche, Walhen, Welschland 180—
183. 197, 16. 208, 19. 220, 8. 257,
4. 284,21. 303, 4. • 399, 4. 501—
502. S. auch Italien u. Lamparten.
Welsche Garde 11, 5—19. 14-15.
Wendelsdorf, Nikiaus von 395, 13.
Wensler, Michael 555 Nachträge su
IV 398, 25 u. 405, 10.
Wenu, Mathäus 45, 2 A. 3. 47 A. 8.
Werdenberg-Sargans, Grafen 80 A. 6.
Georg 305, 17.
Kudolf von Trochtelfingen, s. Jo-
hanniter.
Werenfels, Aegidius 395, 5.
Wernher, Knabe aus Wamrode 247,
6 A. 6.
Wesen, 136, 21. 272, 3.
Wessenberg, Egloff von 359, 9. 427,
27. — Gem.: Elsbeth Offenburg
427, 27.
Westerich 498, 30. 499, 9—15.
Wiedertäufer, Täufer 91, 26, 31. 100,
2. 129—131. 204, 18.
Wiedikon 259, 4.
Wien 154, 1, 3. 247 A. 3. 253 A. 3.
341, 2.
Wienhart, Konrad, Unterschr. 553
Nachtrag zu IV 134, 20.
Wiese 368, 13.
Wiglin, Ulrich 126, 17. 391, 21.
Wild, Hans Jakob, Substitut 554
Nachtrag zu IV 142, 5.
Wildenstein 327 A. 7.
Wiler, Hans, Ammeister 274, 10.
— Hans, Kaufmann 555 Nachtrag zu
IV 398, 25.
— Hans d. jüngere u. dessen Tochter
Helena 555 Nachtrag zu IV 398,
25 und 36.
Willisau 53, 5 A. 2.
Wind, der zem 284, 9.
— Peter 284 A. 3.
Winkler, Christian 305, 20.
Winterthur 51, 3. 273 A. 3.
Wirtenberg 26, 22. 27, 10. 61—62.
76, 3. 513, 7. 514, 22.
— Grafen 555 Nachtrag zu V 193.
— Herzöge:
Eberhard im Bart 231, 17.
Ulrich 66 A. 6. 61—62. 76, 3 A. 11.
193, 10. 204, 10.
Wittenberg HO, 3 A. 1.
Wittenheim 268, 9.
Wolff, von Buus 478. 1.
Wolfsweiler 557 Nachtr, zu VI 383.
Wolhusen s. Truchsess.
Wolleb s. Kessler.
Wonlich, Wonlein s. Schulthess, Hans
Ulrich.
Worms, Wurmbs 129, 13. 151, 14.
194, 11 A. 7, 8. 220, 33. 221, 6.
247, 6 A. 6. 277, 37.
Würzburg, Bischof: Konrad von
Thüngen 197, 9 A. 3.
Wunderlich, Peter, Sehiffmann 451
A. 1.
Wurzgarter, Emmerich, Scherer 133,
12 A. 10.
Y s. J.
Zabem i. Elsass 124, 7 A. 3. 255, 11.
264, 18 A. 8. 473, 6. 498—501.
503, 18.
Zäringen, Herzoge von 168, 35.
Zäsiin, Nikiaus, d. B. 143, 4 A. 4.
Zapolya, Joh., s. Ungarn, Könige.
Zegk s. Bingen, Joh. von.
Zeigler, Wilhelm, Bgrmr 64, 19. 118
A. 6. 446, 6.
— Lucas, Obzftmr 118, 13. 386, 2.
Zenoini, Michael 402, 25.
Zibol, Jakob, Bgrmr. 356 A. 2.
Ziegler, Nikiaus 327, 15.
Zimmern, Hans Wernher von 305, 19.
Zofingen 45 A. 3. 273, 7. 555 Nach-
trag zu V 235.
Zorn, der Herr von 76, 2.
Zscheckenpürlin, Hans, Obzftmr 428,
28. 429, 10. — Gem.: Margreth
von Basel 429, 16. — Töchter:
586
Penonen- und OrtSTerseiohniss.
Elflbetli B. Kilohmann, Ludwig.
Maria s. von Brunn, Morand.
Zcheokenpürlin , Uieronymus, Prior
429, 26. 435, 19.
— Ludwig, d. R. 429, 13. 430, 19.
— Hans d. jüngere 429, 13. 430,
19 A. 7.
Zschudi, Hans, d. R. 67, 13.
— Aegidius, y. Glarua 94, 29.
Züohle, Georg 394, 28.
Züger, Jobann, Substitut 177, 13.
— Barbara 395, 6.
— Katharina 420, 26.
Zürich 6, 9 A. 4. 7, tl. 11, 28. 12
A. 2. 16, 21 A. 5. 27, 31. 34, 13.
37, 23. 44 A. 6. 46, 6 A. 4. 60,
27. 61—52. 57 A. 5. 65 A. 3, 5.
71, 14 A. 3. 72,27. 77, 12. 91,9.
100, 8, 33. 101, 2. 105 A. 6. 110
—111. 113, 21 A. 1. 117, 5. 127,
16. 129, 10 A. 11. 136—146. 153,
16,20. 156, 17. 157, 19. 158 A. 3.
196, 7. 198, 16 A. 3, 7. 199, 3
A. 1, 2. 201, 3, 14. 207, 13. 225,
24. 228—229. 249, 1. 250—251.
252, 1—15. 253, 7 A. 3. 254, 4.
255 A. 1. 259, 5. 272, 5 A. 4. 282,
14 A. 7. 285, 16. 297—298. 326,
13. 332, 6. 361, 6. 385, 20. 433,
33. 448 A. 9. 449, 17 A. 3. 450,
5—24. 487, 35. 488, 12. 505—509.
511, 4. 517, 8. 557 Nachtrag n
VI 51. — Bürffermeister s. Röiat,
Schmid u. Waldmann.
Zürchersee 52, 29. 142, 7. 146, 3
A. 6.
Züricher, Ludwig, d. R. 120, 5.
Zug 11, 28. 12 A. 3. 53,24. 71,20.
113, 21. 138, 8. 141 A. 2. 145, 10.
157, 19 A. 6. 196, 11. 198, 18.
201, 7. 225, 25. 228, 9, 16. 258,
2. 332, 7. 449, 26. — Landam-
mann s. Schwanmurer.
Zugerberg 143, 9 A. 7. 144, 8 A. 4,
9. 199, 10. 201, 6.
Zugersee 143, 10.
Zunzgen 234, 11.
Zurzach 149, 13 A. 5.
Zwingli, CingliuB, Ulrich 110 A. 2.
111, 1. 142, 13. 199, 12. 201, 4.
Glossar.
Zusammengestellt von Dr. Wilhelm Brückner.
KB. Dieses Veneicliniss soll nur dem praktischen Bedftrfiusse dienen; es nmfksBt die heute
tmgebr&nchlich gewordenen oder nur noch in anderer Bedentnnff gebrauchten Wörter und
Wendnnsen, femer idterthümliche Yerbalformen , sofern sie nicht leicnt erkenntlich sind, nnd
endlich di<genigen mnndartlichen Wörter nnd Formen, die ausserhalb des idemannischen Dialect-
gebietes nicht ohne weiteres yerstftndlieh sein dürften. Dagegen wurde dayon abgesehen, alle
orthographisch abweichenden oder mundartlichen Formen aufsufUuren. VollstlAdiffkeii der
Belege ist nirgends erstrebt. — In Hinsicht auf die sich Tielfkch an den Dialect anscUiessende
Schreibweise sei hier hauptsächlich an Folgendes erinnert: o steht oft ffir nhd. a; e Ar k
und ö; i, woftr oft y gebraucht wird (im Begister stets unter i eingereiht), entspricht oft
einem nhd. ei; u oft einem nhd. au; ft^ auch geschrieben ü, u und seltener i, einem eu oder
&u; uo gelegentlich einem uj ch zwischen vocalen entspricht h&ufig einem einfachen nhd.
h; anlautendes d nicht selten einem t. — Anlautendes f siene unter r.
aber 42, 12 ferner , wiederum.
abhar 505, 9 herab,
absagen 207, 3 Fehde ankündigen.
abthon 129, 5 Part, Perf. ahgetnan,
beseitifft.
abston 111, 13 abetehn, ablassen.
alhar 515, 29 verstärktes her.
allweg 43, 1 forttßährend , immer;
allwegen 451, 4; alwen 454, 13
immer, jedesmal; inalwegllS, 8
in jeder Hinsicht
als 45, 9 so.
alterhar: von a. 301,17 von Alters-
her.
angeleyt 144, 22 Part. Perf. ge-
rüstet, gepanzert.
anckhel 419, 18 Enkel.
anbei msch 210, 15 ö. zu, nach
Hause.
ankerung 150, 5 Bemühung.
anlas z 157, 8 schiedsrichterlicher
Vertrag.
annemen 493, 25 festnehmen.
anrucks 484, 39 auf der Stelle, so-
gleich.
anschlag 39, 1 Plan^ Absicht.
anschlagen 48, 11 einen Plan
fassen, besehliessen,
anse ehelich 407, 7 angesehen.
ansechen 136, 11 ins Auge fassen.
ansprach 212, 8 Anspruch.
anstall 517, 14 Waffenstiüetand,
anstand 211, 11 IvaffensUllstandj
auch in Religionssachen 220, 31.
anstossen 501, 15 anzünden,
antworten 374, 5 ausliefern.
anfachen 221, 7 anfangen,
an weg 359, 3 hinweg.
ansiehen 155, 4 als Beweis an-
führen; 521, 33 einem etwas bei-
bringen, darüber Klage führen.
b.
bachens 377, 25 Gebackenes, Back-
werk.
banckart 370, 2 Bastard.
bannfa8t335, 3 gebotener Fasttag.
b&rlin 83, 7 Perlen.
begeben [reß.] 65, 17 auf etwas ein-
gehen.
begrebt 247, 4 Begräbnis.
begrifen372, 14 ergreifen; 478,7
verfassen.
behart 148, 23 PaH. Perf. v. be-
herten aushalten, bestehen lassen,
durchführen.
beheben, Praet. behüben 229, 1
behauen, behaupten.
behendigen 518, 9 zu Händen
nehmen.
behussen 306, 3 in sein Haus auf-
nehmen.
beyten 37, 1 warten.
688.
Glossar.
bekändtlich491, 29 wat man su-,
eingesteht.
bekerd 445, 14 Bekehrung.
belegern belagern.
beleytung 215, 2 Geleit
beleytten 216, 26 geleiten.
benf^gen 15, 27 Genügen, Befrie-
digung.
berechtigen 517, 26; berechten
521, 19 vor Gericht anmrechen,
beriohtbrieff 19, 10 Vertragsur-
kunde.
beriht 147, 9 gütliche Beilegung,
Vertrag.
besohegen 444, 1 /tf»* beschehen
geschehen, sich ereignen; 3 Sing.
Praes. bisohig 453, 3; Praet. be-
schag 445, 5.
besehonen 472, 38 beschönigen,
rechtfertigen.
beschriben, Praet. beschreib
150, 13 durch Ausschreiben ein-
berufen.
besohulden 519, 24 vergelten.
bestecken 492, 36 stecken bleiben.
bestellen 212, 10; 213 3 zur Stelle
bringen, gewinnen.
bet&digen 357, 9; bethedigen
517, 13 unierhandeln, vertrags-
mässig feststellen.
betragen 16, 10 beilegen; reßex.
470, 7 sich vertragen.
bewenden Part, bewennt 493,
36 an-, verwenden.
bewilgen 128, 8 einwilligen,
bewisen 410, 7 überweisen, be-
zahlen.
belügen {reßex.) 72, 9 von sich
zeugen; sich besügenundpro-
testieren4], 15 hoch und neilig
versichern
by 140, 7 zusammen mit; 127, 3
durch.
bieten: Sing. Praes. ich butt 308,
15; Plur. Praet. butten 126, 3!
bigsen 451, 10 Büchse.
bisehig s. beschegen.
bysin: inb. 209, 19 in Gegenwart;
by Wesen: in b. 298, 7 dasselbe.
bom Baum; Plur. b6m und bömen
282; bom 261, 10 Totenbaum,
Sarg.
br&tis 377, 23 Braten.
brufft 497, 6 Part. Perf. wn be-
rufen.
brüge 18, 12; brugk 181, 20
hölzernes Gerüst, Tribüne.
b r u g g e n 1 78, 1 2 überbrücken, mittelst
einer Brücke gangbar machen.
br&lin 377, 23 Brühe.
brüny 83, 20 Bräune (Diphthertits).
bülschaff 299, 19 Liebschaß, Ge-
liebte.
bug 452, 5 s. V, a. buw 254, 11
Bofi.
burdy, Plur. burdinen 498, 4
Bürde, Last.
butte40, 10 Hagebutte: nit einer
butten wert sin gar nichts teert
sein.
butt, butten s. bieten.
0« s. k.
daffel 116, 9 Tafel, Gemälde.
dan denn, weil.
danok 41, 16: für ein grossen
danok annemen einen Beweis
grosser Geneigtheit, in etwas er-
blicken.
dapffer 149, 14 tüchtig, bedeutend,
dapferkeit 505, 25 Gewichtigkeit
dar 80, 16 dahin, hin,
dar z wuschet 137, 20 dazwischen.
denn das 50, 11 ausser dass,
dennenhar 471, 39 daher.
destminder ^6, 26 nit d. nichts
destoweniger; d esterminder 75,
22 dasseAe,
dhein 472, 3 kein,
dh einest 178, 18 irgend einmal.
dick oft: zuo dem dickeren mal
125, 21 öfter.
dispendieren 222, 4 disputieren.
dodannen 365, 18 von dort.
donderschutz 84, 14 Donner-
schlag,
d5rste, dSrsten40, 6; 56, 16 ConJ.
Praet, von turren wagen,
dristen: under dri8ten449, 1 zu
drei Malen.
dugentlich 307, 25 tüchtig.
dunst 85, 1 Dampf.
dussen 67, 9 draussen,
dusch 220, 8 deutsch; vgl. tusch.
dwyL 15, 20 weil.
e.
eben gleich; ebben 450, 23.
ee 63, 8 eher, vorher; lieber.
eerlich s. erlich.
ehegemftcht 391, 25 Ehegatte,
eygensohaft 63, 13 Jueibeigen-
Schaft.
Glossar.
589
eigentlich 413, 10 ausdrücklich^
speeieÜ.
eigcr 326, 9 Plur. Eier.
eigig 446, 12 eioiq,
eisz 451, Z für eines.
elli 457, 24 Od,
empfeleh 56, 13 Auftrag.
emphohen 471, 32 empfangen»
emj^utten 362, 2 Praet. v, ent-
bieten sagen lassen,
enbdrn (sicn) 177, 24 sich erheben,
empöret,
end: an end 46, 3 an Ort und Stelle.
enet 368, 18; ennet 364, Sienseits,
ennys 454, 20 einst, einmal,
entooT 133, 9 empor.
enthalten 213, 5 zurückhalten, ge-
fangen halten', 150, 17 Aufenthalt
und Schutz gewähren; reflex, 153,
30. 502, 11 sich aufhalten, sich
behaupten.
entlich 153, 18 endailtig, definitiv;
Adv, 124, 24 durmaus, sicherlich.
entsohliessen 517, 25 erklären.
entschutten 473, 13 befreien.
entsohuttung 208, 3 JSntsatz.
entwern 493, 4 berauben, nehmen.
eppery 227, 7 Erdheere.
erbidmen 5, 4 erbeben,
erbitten 58, 12 durch Bitten be-
wegen.
ertbidem 5, 4 Erdbeben,
ergetsnng 205, 8 ^50^2, Ver-
gütung.
er ha 8 et 503, 23 furchtsam, zaghaft,
erkantnus 232, 4 Verordnung, Be-
schluss.
erki essen 119, 9 erwählen: Part,
eiko 8 en 355,10; Prae^.erkie8Z-
ten 309, 11.
erkosen 272, 16 erwählen.
erlegen 507, 1 hinterlegen.
erlernen, Part, erlern od 358, 17
seiner Kraft berauhen,
erlich 215, 2 ehrenvoll, 181, 7
prunkvoll; Adv. eerlichen 39,
16 mit Ehren,
ermorden: Praet. ermurte 162,
29; Part, ermurt 203, 10; ermirt
444, 3.
ern 148, 18 Ernte,
erschall 44, 6 Praet, von er-
sehe 11 en erschallen, kund werden,
ertodent 251, 2 Ph^r, Praet. von
ertoeten töten,
erfarnng 205, 16 Erforschung,
Nachfrage,
erYolgen 472, 9 erreichen.
ervolgung 479, 14 Erlangung.
erwerben an einem, I^aet, er-
würben 260, 12 von jemand er-
langen,
erwerffen266, 9 durch ein Wurf-
geschoss töten.
erwinden 475, 28 ablassen, ruhen.
erwis 271, 12 Erbse.
etwan 477, 22 vormals.
et wo 33, 23 ziemlich.
f« s. T«
IT-
gallen 217, 7 Galeere,
gan 114, 17 gehen; ganen 450, 19
Part, für gangen; ähnl, gen,
genen 444 /. für gieng etc.;
vgl, gon.
gar nach 115, 7 beinahe,
gebr&ti 8 377,24 Gebratenes, Braten,
gechy 161, 27 Schnelligkeit, Unge-
stüm,
gehept 371, 25 Part, Perf von
gehaben reflex, sich befinden,
gejigt 149, 26 Jagd.
gelegenheyt 471, 11 Lage.
gelert: §lerter eyd 481, 5 der
nach einer vorgesagten Formel ge-
sprochen wird,
gelten 262, 8 Gefäss für Flüssig-
keiten.
gemechte Plur, 262, 16 genitalia,
gemelt 43, 13 Part, Perf, von mel-
den; obgenannt.
gemut 521, 33 Gesinnung,
gen 417, 15 geben; auch Part, Perf
gen 445, 12.
genempt 137, 25 Part, Perf, von
nennen.
gerecht igkeyt 136, 32 Gerecht-
same.
geschoren 446, 12/tSr geschwo-
ren.
geschrift 17, 6 Schriftwechsel
geschruyen 184, 9, geschruwen
298, 20 Part. Perf von schreien.
gestracks 140, 23 -stracks.
gefiert 54, 22 tVi vier Felder ge-
teüt.
gCTorlieh 493, 8 hinterlistig,
gefrust 59, 6 Frost,
gewaltig der die Gewalt hat: einen
lu gewaltigem setzen 288, 8
in die Herrschaft einsetzen, be-
lehnen,
gewantman 203, 2 Tuehhändler,
geweit 8. wellen.
gewerf 124, 26 Abgabe, Steuer;
263, 8 Wurfmaschine,
590
Glossar.
gewyoht 181, 27 geweiht.
gezüg 8. sag.
glene 65, 20 Beiter, der eine Lanze
führte samnU Oefolge,
gfouben 500, 21 Treue,
gnXde: su gnUden gJLn 68, 11 zur
Ruhe gehen^ eich verabschieden,
gnedigelioh 9, 11 gnädiglieh.
gnod 451, 21 Gnade, Ahlaee.
gookler 226, 16 Gaukler.
goUer 183, 12 Koller, Haleheklei-
düng.
gon ^ehen; des gonds 59, 21.
gotti, g5tti, gSttin, getti, get-
tin 391 ff. Taufpate,
gotten, g6ttenen 391ff. Pätim,
gremper 120, 8 Kleinhändler, Ge-
müse' und Obsthändler.
grien 135, 8 Kies, Geschiebe; 219
aus solchem Geschiebe gebildete
Flussbank.
grublen 262. 17 grübeln, klauben.
grundtrür 199, 19 Berührung des
Bodens in einem Gewässer,
gthon 8, 18 Pari. J^f- von tun.
gudsohyman 341, 3 Kutscher,
guffe 262, 17 Stecknadel.
g&tliohkeit 154, 17 gütiiche Ver-
ständigung.
haby 448, 3 für halbe.
halssstaroh 503, 13 Halsstarrig-
keit, Widersetzlichkeit.
handel 221, 7, handlung 221, 9
Verhandlung.
handthaben 56, 12; 136, 25 unter-
stützen, schützen.
har her; auch in harab u. o.
heydenseh iferck309, XTinorien-
taliseher Art gewobene oder ge-
stickte Tücher und Teppiche {von
ächten Erzeugnissen une von den
im Lande verfertigten Nachahmun-
gen gebraucht),
heiltumb 269, 2, heylthfim 297,
17 Reliquien.
heimsetzen 521, 34 anheimstellen.
hevmf&rete 325, 12 HeimfÜhrung
der Braut.
h einer 452, 10 heimwärts, heim,
heitter 507, 15 klar, deutlich.
hellig 69, 8 ermüdet, abgemattet.
hemly 145, 1 Hemd.
herligkeyt: in irer herligkeyt-
ten 213, 20 im Gebiet ihrer Ge-
rechtsame.
hert 37, 2 hart, sehr.
hertiy 445, 3 Herzog.
himelse 39, 20 Baldaehin.
himelgfrist 367, 10 FrasL
hindernocher 12, 1 hinterher,
nachher.
hindersioh 301, 1 5. rückwärts.
hindersiohbringen: uff h. 488,
1 um nach Hause (an den Rat,
Beriet zu erstatten,
hinnSch 11, 16 hinterdrein.
hinffkrer 17, 19 hinfort
hinfuren 496, 21 wegführen, weg-
nehmen.
hocken 47, 6 Hackenbüehee.
h5ffen 306, 3 in seinen Hof auf -
nehmen, b^erbergen.
hogzit 450, 16 grosses Feti; auch
von hohen kircküchen Festen: h o t s-
lit 458, 17.
holtzsy 263, 8 hölzern.
h8r 10, 14 Heer, Kriegshaufe.
hdrssoraf ft 48, 12 Heeresmaeht.
ho upt secher 220, 15 Urheber, An-
stifter, HaubtbetheiUgter.
ho upt stuck 9, 1 grosses, schweres
Geschütz,
houptwee 83, 24 Kopfweh,
howen 60 hauen; IVaet. huwent
hurv 122, 14 Hurerei.
hutbytag 520, 14 heuU,
If ff h
yelich 112, ^2 jU^ich.
jevkei jederzeit, immer,
yemerdar 286, 1 immerdar.
yewelten 158, 32 von jeher.
yngeben 65, 17 Vergehen.
mgelipt 310, 6 einverleibt, ent-
halten,
ynlegen einlegen, auch ins Ge-
fängnis legen: 3 IVom. ynleit
61, 13; Part. Ferf. yngeleit
372, 19.
yn sprechung 153, 3 Hingebung.
irrung 176, 8 Streä, ZwtsUgkeä.
irsal 492, 14 Irrtum,
ysi Schemel 60, 10 Eieeehoüe,
jftrzit 409, 26 die kirchli^ie Jahres-
feier zum Andenken Vereterbener.
jooh 337, 6 und auch, und noch.
junckfrow 162, 20 Magd^
kabeskopff 323, 2 m JCbp/ IFew«-
koM.
kan 448, 11 für geh&n gehabt.
kantniss 453, 11 SrkezuUnis, ge-
naue Mitteilung.
Glossar.
591
karten 6, 16 Praei. von keren.
carthone 11, 21 Kartaune [Grosses
Geschütz).
kästen 194, 1 Komhaus.
kegelrisi 59, 20 Keaelspiel.
kein 356, 10 ff. irgend einer.
keissen 447, T fUr geheissen.
kemmy 296, 10 Kamin.
kieser, kiesser 309 Wähler, Wahl-
mann.
kilchengepreng 112, 11 kirch-
liehes Gepränge.
kilehenpruch 118, 1 kirehl. Ge-
brauch.
kilchwy 218, 16; kilchwichung
410, 17 Kirchweih.
clagen {iransit.) 205, 8 beklagen.
cleynltZI, 19 Kleinod: I^ur. klei-
netter 231, 4.
klyenbrott 149, 18 Kleienbrot.
kom 210, 26 kaum.
comenthür 80, 7 Comthur.
completlH, 8 die letzte kanonische
Hora des Tages, der letzte Hora-
gesang.
kong 204, 16 König.
oonscientze 480, 27 Gewissen,
kornsohlag 179, 2 der ofßeieU
festgesetzte Kornpreis.
corpel 201, 18 Körper, Leichnam.
kranohet 213, 14 Schwäche.
kranck 262, 20 schwach.
kriesy 217, 28 Kirschen', in die
kriesy gan Kirschen lesen gehen.
krntiganf? 226, 19 Procession.
külohe 406, 16 « kilohe Kirche.
kum 73, 2 mit Mühe.
kummerlich 501, 7 mit Mühe.
enmnne 303, 10 Gemeinde.
küngisch 6, 1 königlich.
kQpflein 290, 1 kleiner Becher.
chur 307, 21 Wahl.
kar isser 46, 13 Harinsdireiter,
eusterey 412, 15 Amt und Ver-
waltung eines Küsters (d. h. des-
jenigen Geistlichen, der die Auf^
sieht über die Pfarrgeschäfte, die
kirehl. Geräte und aal. hat).
kutshüt 283, 17 PeMut.
L
landartSOl, 17; landsavt 473, 6
Landschc^t.
landsesse 373, 2 im Lande ange-
sessen.
landvesti 136, 9 Uferbefestigung
zum Schutz gegen Hochwasser.
1 e ch 368, 2 Praet. von lieh e n leihen.
eger 77, 2 Lager.
egern (sich) 12, 13 sich lagern.
erman 211, 1 Auflauf, AUarm.
est letzt.
etie, letzy Ringmauer zwischen
zwei Thürmen, Thalsperre: letze
407, 7 Abschied, Abschiedsgeschenk.
ibbrester 457, 1 lippriester
127, 1 Leutpriester.
ibding 121, 25 Leibgedinge, LAb-
rente.
i die 57, 18 ledig, frei: 370, 2 un-
ehelich geboren.
ifern (einen): Part. Perf ge-
liffet 446, 3 mit Lebensmitteln
versehen, verpflegen.
ifferher 446, 6 der für die Ver-
pflegung der Truppen sorgt.
it 449, 5; litten 445, 10 Plur.
Leute, s. lut.
ogen 357, 8 Praet. für lagen,
on 411, 16 ö. für lan lassen.
08 lern 76, 20 logieren.
OBit 33, 3 Praet. von loeaen frei
halten (von der herberg).
onf 472, 21 Vorgang, Ereignis;
Plur. auch Zeitläufte 474, 10.
oufen: Praet lüff 84, 4, Plur.
luffent 113, 1; Part. Perf. ge-
lüffen 124, 21, laufen.
ouwe 473, 24 Löwe.
ugen 370, 5; 371, 18 sehen.
ustlich 19, 14 anmutig.
ut Laut: noch lut 19, 10 6. nach
dem Wortlaut, auch bloss lut
329 7.
ut 325, 16, lutt 210, 28 iYtir. Leute;
Gen. lütten 129, 17.
at 393, 3 s. v.a. Ut liegt.
ütener 44, 2 ö. Leutenant.
flter 355, 2, lutter 517, 24 klar,
deutlich.
uterung 160, 8 Erläuterung.
utten 308, 18 läuten: Praet. lutt
18, 27 ö.
lütten 139, 8 Part. Praes. v. lauten
m«
m ä oh ti gen und me cht igen (sich
mit Genit.) 505, 24 Gewalt oder
Befugnis Über etw. an sich nehmen;
auch eigenmächtig für einen ab-
wesenden handeln (mit Hoffnung
auf dessen Genehmigung) iSl, 18.
marataller 391, 21 StaUmeister.
megedftcht 39, 4 mehrerwähnt.
menger 220, 17 herumziehender
Händler, Trödler, Hausierer.
592
Glosiar.
menster 458, 11 Plur. Menachen,
mer 261, 13 Kunde, Nachrieht.
mercklioh 11, 22 beträchtlich.
meren 41, 5 abstimmen; mit Ace.
Ober etioaa 77, 15.
miBshelung 137, 38 Misshelligkeit.
mol statt 486, 7 Ortj wo Gesandte
zur Beratung zusammen kommen.
morndesi 75, 13; morndis 410,
17; mornist 116, 5 Morgens, fol-
genden Tages.
m&g 114, 2 Mühe.
m& ge n299, 5 beschweren, verdritssen.
mussiggan {mit Oenit) 376, 16 etwas
meiden, sich einer Sache enthalten.
m&ssigen (sich) 376, 4 dasselbe.
nach, nSoh b.noch\ naohhütby
tag 158, 33 noch heute,
nam 523, 19 Wegnahme, Raub.
nebendsioh 517, 32 bei Seite.
neohate der nächste: den neoh-
sten («ci7. weg) 115, 18 auf dem
nächsten Wege.
neien nähen; Part. Perf. gen ei t
407, 9.
nestler 44, 3 Nestelmacher.
niderlegy 124, 12 Niederlage.
nidertrucken 259, 3 niederdrücken.
niderwerfen 57, 20 gewaltsam auf-
halten und in Verhaft nehmen.
nidersünden Praet. nidersunt
267, 12 zu Bette leuchten.
nienan 152, 37, nienen nirgends",
nienenmer 16, 2 nirgends mehr.
nochlassen 16, 9 Nachsicht Üben,
nachgeben, ungeahndet lassen.
noch 367, 26 nochmals.
nochich 450, 18 nachher.
nomen 298, 17 Plur. Praet ^ nah-
men.
not schlänge 47, 5 ein Feldgeschütz
mit lanpem Bohr,
notye8tikeit272,15 Unerschrocken"
heit, Tüchtigkeit.
notiogen 2d5, 16 notzüchtigen.
nut, nüt, nüts, nutsit nuMs.
0.
ob 11, 20; 13, 2 über, mehr als:
418, 15 ehe, bevor.
obemelt 356, 1 oben genannt
oben Abend; Gen. obensi 76, 12;
auch Vorabend 410, 16.
obli^en 369, 14 (mit Dat.) siegen,
besiegen.
dlfaruw 360, 10 Ölfarbe.
on 13, 2; 33, 20 ohne, ausser.
on gejagt 282, 16 unterfolgt.
onwissen: ynen onwi88en46,Il
ohne ihr Wissen.
ort 135, 16 Bnde, Ecke; 327, 7 da-
tierte Teil einer ^Münze, eines
Masses, bes'. eines Gulden*.
passieren 493, 5 mitasunehmen er-
lauben, durchlassen.
pasE 35, 5 Durch', Übergang [au^
über einen Fluss).
pen, peen 152, 10 Strafe.
pf au wen Schwan ti 273, 14 Komet.
pfetsen: Part Perf gepfets 337,
24 zwicken.
pintbrieff 446, 13 Bundbrief.
pintiBS 446, 13 Bündnis.
poBt 69, 5 Nachricht.
pro band 513, 25 Proviant.
protestieren s. besügen.
qualleohtig 177, 28 nach Art einer
Quelle oder eines Wasserfalls.
r«
rachtung 55, 3 Vertrag.
rantsianen 146, 22 eine Cfeldent-
Schädigung auferlegen.
recht 506, 13 geriaMliches Verfah-
ren; uff recht 57, 20 mit AhsidU
einer gerichtlichen Erledigung^ fir
recht stellen 447, 5 vor Ge-
rieht stellen ; sich eins rechtens
erbieten 140, 14 sieh su einer
gerichtlichen Verhandlung bereit «r-
klären; reck 456, 17.
rechtlich 517, 17 gericktUch.
rechtvertigen 374, 25 einem ae-
riehtlichen Entscheid untereteuen.
rechtvertignng 369, 13 gericht-
liche Entscheidung.
reichen 60, 13 erreichen, holen.
reisen 494, 28 einen KHegsxug unter-
nehmen.
reit, reyt IVaet. von riten reUen.
remist 451, 20 r&misch^ päbstUch.
rennfänly 280, 9 Reiterfähnlein.
reszen 452, 16 «s reisen.
ret 450, 10 Plur. von rot Bat,
Ratsherr.
richten 13, 8; 298, 2 in Ordnung
bringen j schlichten; 192, 8 ^-
riehten: Part. Perf. gericht ö.;
gerick 447, 8.
Okitgar.
598
rieh tun g 48, 9 AuHtag, Fr<$deM^
rjrffen 867 j 10 Reif,
rinjjf: ke iing 84, 22 itn Kreise^
ring 482, 8 leicht.
rott roi: der rott aehaden 208,
25 roU Bukr.
rotten 448, Ö RuU.
roubig 493, S gerauht,
ruchlen 63, 7 im Geheimen reden^
munkeln,
rüd 54, 8 Bnde, Meithund.
rugk Rücken: hinder und 8u
rugV 485, 26 hint^ dem Rücken.
ruhe 489, 28 Härte, Strenge.
rumen räumen , wegräumen; Part.
Per/, gerümbt 118, 5.
runs 60, 17 Strömung.
rüsten: Praet. ruat 367, 5; Part.
Per/, gerust 113, 4.
rüwigen 176, 3 beruhigen, tufrieden
aielfen,
rüwung 177, 18 Reue,
8.
samen: als samen 117, 4 a/^su-
eammem.
eehachsabel 54, 16 Schachbrett,
scbanck 209, 9. 358, 5 Praet. wm
schenken.
sohati 265, S für sehatst Praet.
von sehfttzen.
schencky i^tfr. schenokinen 39,
25 Odbe, Oeäehenk,
I Chi er 32. 17 bald; 43, 22 beinahe.
sehimnfi 218, 27 Scherz, Kurzweil.
ach in 374, 16 Schein, Urkunde.
schlaohen 42, 10 schlagen; 61, 17
schlachten,
schlagen 5, 3 Hammer.
8chlange7,8<. o^^notschlange.
sehlangenbuehsse 231, 1 dass,
8 0 hl echt 522, 36 (Adverb.) schlech-
terdings,
sohlen gl y 115, 21 ein kleines Oe-
schütz,
sehlissen 245, 11 reissen, spalten,
zerstören: Praet. schleysz 60, 20.
schmarald 18t, 32 Smaragd.
schmeehen 137, iO schmlS^en,
schmeeher 139, 20 der Schmäh-
reden ßlhrt.
schmutzen 137, 30 beschimpfen.
seh mutz wort 138, 7 SehimpfuDort.
sehog s. stog.
dchrepffh8rnUn259, 11 Schröpf-
kopf,
Bailtr CliroiiikaiL YL
80hrawent498, 27 Conj. B-act. v,
schreien.
sohuoger 455, 14 Schwager,
achutz 135, 9 eine Auf Stauung des
Wkisers, über die es in einem Fall
herabstürzt.
8chiralt301, 1 iVa«^.«<m schwel-
len reflex. sich stauen.
schweeher 418, 11: schwiher
393, 18 Schwiegervater.
aeytten 207, 3 JPlur. Praet. von
sagen.
seilen, send, setten s. sollen.
semlich 16, 12 solch,
svdhar 151, 14 seit.
sig 493, 26 Conj. er seu — 444 ff. sie.
sod 252, 9 Sod-, Ziehbrunnm.
solemniteit 309, 23 Feierlichkeit.
iollen: 3 Phr, Praes. send 457, ],
seilen 449, 15 ö.; Praet. sott,
sotten; Cof|;. iVo^. setten 452,
13 sie häUen sollen.
som 61, 14 5. Saum.
somlich 142, 15 solch.
sorge: usz sorgen lassen 214,
19 nicht zur Rechenschaft ziehen,
sossen 357, 1 Plur, Aaet, für
Sassen.
sott, sotten s. sollen.
span, spann 517, 30 Spannung,
Zerwürfnis; Plur, spenne 154, 6.
spanbett 328, 5 Bett, dessen Pfühl
auf untergespannten Bändern liegt.
sparre 60, 9 Balken.
spisaen, spysen 10, 3; 43, 3 mit
Proviant versehen,
sporen Sporn; under dsporen
nemen 162) 9 einem zusetzen, um
ihn »um Geständnis zu bringen,
Spruch 374, 13 Anspruch,
s tackt 156, 7 Praet. von stecken.
stadth (ma«tf.) 496, 19 Stand, Lebens-
weise»
stalte 56, 15 Ih-aet, von stellen.
fltat, statt: stat thfin (mit Dat.)
303, 22 ausführen, auerichten,
stittigs, stettigs 72, 12. 143, 7
beständig,
statsecrett 115, 5 städtisches Se-
kretsiegel,
Steinbuchsse 231, 2 Geschütz, wo-
raus Steinkugeln geschossen werden,
steynhdrt 163, ^steinhart.
Btenny 258, 5 steinern.
sterbet 252, 13 das Sterben, Pest,
sticken 147, 16 mit Stecken ver-
sehen (die Reben).
stillen 357, 9 zu Ruhe bringen,
beilegen.
38
694
GloMMur«
fltog 46t, 22; Bchog 452, 3 Stock,
Opferstock.
Bton 8tehn. 3 Sgl, Praes, stott 249,
8; Praei. Bioü 448, 5; ston von
etwas 131, 20 abaiehen, turüek"
gUhsn.
stüg8ag47, 7 Steigzeug , Sturm-
gerät,
stülen 337, 22 Sitze bereiten.
8ul 458, 6 Säule,
8U8t 451, 13 Bonet,
t.
tHding 157, 7 Verhandlung,
t&dingen 80, 15, tedingen 302,
7 ufUerhandeln.
tagen 57, 11 unterhandeln,
tagleystung 81, 17 Verhandlung.
tarffenss 459, 24 « tarff ensz
bedarf dessen»
tauff: der Jungst tauff 262, 20
die letzte Ölung.
tegren s. tuog.
thon, thug 8. tun.
thümbher 121, 4 Domherr.
thury, thüry, thüre Teuerung;
Plur, in t hur inen 125, 23.
thurnen 493, 25 in den Thurm
legen.
tile 337, 27 Diele, BreU,
tottenbom 261, 1 Sarg,
trats 476, 22 Widersetzlichkeit.
treffenlich 134, 27 wichtig, be-
<2eu^en(i;treffenLich botschafft
505, 4 bevolltnächtigte Oesahdt-
schaß.
trem 234, 5 Plur. von tram Balken.
triplen 372, 6 anstiften , abkarten.
trostung 500, 2 SichersteUung.
trubel 227, 10, trübel 323, 5
Traube.
trungenlich 500, 20 dringend.
tun: tuog 457, 21 für tuot; Con-
junet. IVaes. thug 491, 21; Part.
Pers. gethon; gthon 8, 18;
thon 72, 18.
tuog 453, 9 8. y. a. tod.
tuog Tueh'.in tuogscherer 447,8;
dazu Plur. teger 457, 12.
tusch 77, 3; tutsch 76, 10 deutsch.
aber 16, 12, 155, 18 gegen, trotz;
über und wider das 478, 3
trotzdetn.
abeikomen (Part, Perf,) 152, 8
übereinkommen.
Überzug 523, 13 Überfall, f Eid-
licher Angriff,
Über8werchmuren282,ll Scheidt-
mauern der Grundstücke vor der
Stadt, die in verschiedenen Rich-
tungen laufen,
ubun g 478, 5 Ausübung, ThätigkeU.
uff 9, 6 bis auf, gegen.
uffflötsen 133, 10 aufreiesen und
fortspülen (vom Wasser),
uff geben 6, 7, 40, 13 über-, er-
a3>en,
uffgelSuff 110, 18 Au/lauf, Auf
rtihr.
uffheben 310, 18 erheben, ein-
fordern.
uffsati 229, 8 List, Hinterlist.
uffsechen 136, 7; ufsegen 459.
23 Aufsehen, Aufsicht, vorsorgliekt
Beachtung.
uff setzen 63, 3 auferlegen, ver-
ordnen.
uffwaekt 113, 17 PraH. von uff-
wecken.
uffwisen: Part. Perf. uff gewis-
sen 212, 10 antceisen, aufsüßen.
umbewerffen, sich 14, 12 sich
rasch umwenden, abfallen.
umbleyt 37, 7 Praet. von umb-
iegen umzingeln.
umbschlaohen 156, 15. -schla-
gen 477, 11 austrommeln.
underbringen361,ll unterteerfen.
underdediger 138, 26 Unterhänd-
ler, VermiUler.
undernemen, reflex. mit Genit
sieh einer Sache annehmen.
understan: Praet. underztund
62, 13 unternehmen.
underwylen 33, 16 von Zeit sti
Zeit
underwinden, reflex. mit Gen.
136, 18 es über sieh nehmen, für
etwas zu sorgen.
und er siechen, reßex. mit Gen.,
Praet. underzoeb 138, 15 dass.
unerkantlich 177, 18 unerkennbar.
ungelt Verbrauchssteuer,
ungestimmy 134, 18; uneestim-
migkeit85, 5; ungestumikeit
336, 20 ünpesiüm.
ungevorlicn 11, 4; -liehen 13,
16 ungefähr.
ungewarnet 335, 12 unvermutet;
unge warnet siner eeren 80, 9
ohne Fehde angesagt zu hüben.
ungkost 452, 3 Unkosten,
unrhadt 176, 13 Schaden^ Unheil
unrouw 497, 22 Unrtihe.
QloaMur.
595
anstatt 6 500, 8 Schaden,
untöglioh 495, 5 untauglich.
untreglich 497, 4 unerträglich,
unförmlich 494, 6 nicht überein-
stimmend.
unfur 366, 4 rohe Art, Unfug.
unTerwisilich 512, 29; unver-
wissenlich 518, 14 was keinen
Verweis verdient.
unti, untzs 263, 5 bis.
untrungen 121 , 6 nicht gedrängt^
freiwillig.
unvergriffen 491, 33 unbeschadet.
urber {Plur.) 124, 3 Urbar,
urlob 13, 13 urUb 209, 4 Ab-
schied.
url oben 492, 18 verabschieden, ent-
lassen.
Ursachen 31, 1 vsranlassenj nötigen.
ürthe 19, 2; ürti 377, 27 Wtrts-
hausrechnung, Zeche; 282, 4 auch
Schmaus, Oelage.
urttel 447, 9 UrteiL
usser 64, 7 draussen, heraus.
ustragk 517, 17 Austrag, Entschei-
dung,
usz gedingt 15, 20 ausbedungen,
ausdrücklich,
usigen 450, 20 Part, Perf. von aus-
geben,
uiilegen ausheben zu einem Feld-
9uge: Praet. leyten usz 65, 22;
Par/. u 81 geleit 43, 25; uszge-
let 451, 8.
usxmachen 45, 11 zu JBnde bringen;
10, 11 ausplündern {v. Gefallenen),
uflSBohuts 221, 17 Ausscnuss,
usztreglich 510^ 18: ein usztr.
recht ein Gerichtsverfahren, bei
dem eine Streitfrage zur JEntschei-
dunp kommt. ^ '
usz ziehen 523, 14 in die Länge
siehen,
utiit 485, 39 irgend etwas.
fachen 223, 8 vochen 361, 16 ge-
fangen nehmen.
fakünlin 49, 3 Falkonett, kleines
Geschütz.
faren 176, 6 verfahren, handeln,
fassen 145, 3 rüsten,
▼ ast 7, 15 ö. sehr.
vech 283, 17 gefleckt, bunt [bes. von
Pelzwerk),
Yeche 219, 5 Vieh.
y echten [transit.) 138, 3, 20 an-
fechten^ angreifen*
▼ enn'er 331, 8 ö. Fähndrich.
▼ eranloszen 154, W einem Schieds-
gericht zur Entscheidung übergebett,
verbauen 63, 18 unter Strafan-
drohung verbieten.
yerdechtnuBzbalb374, 4 des Ver-
dachtes wegen,
Tcrdutzen 155, 26 hintergehen,
f ere 443, 15 weit entfernt; vgl, ferr.
verein, vereyn32, 6; vereynung
32, 12 Übereinkommen, Eündmss.
vereinen {reflex.) ühereihkommen.
fergebben 447, 6 s.v.a. vergeben
vergiften.
verglichen 222, 24 sich verstän-
digen.
vergryffen 477, 27 schriftlich ab-
fassen.
verhafft 214, 6 Part. Perf, ver-
strickt, verwickelt.
verhalten 59, 1 zurückbehalten, ver-
heimlichen.
verbergen 503, 32; verborgen
bOb, \3 verheeren. DazuYeihör-
gung 519, 12.
verhütten 262, 7 Praet. von ver-
hüeten bewachen.
V e r j e h en gestehen : Praet. ve rj a ch
162, 11; verjachen 220, 13; Part.
Perf. verjeohen 267, 13; ver-
jegen 447, 6.
verkomen 82, 4 übereinkommen:
63, 21 sorgend verhüten.
verlassen 217, 23 hinterhssen; vgl.
verlon.
verleit 31, 16 Part, Perf. t?o» ver-
legen verzerren.
verlon 69, 15 verlassen; verlosscD
486, 33 vereinbaren.
verlouf en {reflex.) 160, 21 sieh er-
eignen,
verlühen 393, 24 s. v. a. verlihen
verleihen.
verlumbden 493, 26 verleumden.
verlutten 306, 2 durch Glocken-
geläute die Verbannung Jemandes
bekannt machen.
fermitten 452, 16 Part. Perf. von
vermiden unterlassen.
vernüti gen 361, 1 1 zunichtemachen.
verpensinierenl2],9j?en«ionferen.
teil fem; so ferr 16, 29 insofern.
verpient 474, 6 Part. Perf. von
verblenden.
verriten 125, 7 ausreiten.
verrücken 156, 16 ausrücken.
verrumpt 471, 10 berühmt,
verschaffen 303, 24 zum Ver-
derben schaffen, ausriMen.
38»
696
QkMMT«
verflobietsen 306, 3 preügekeft,
sieh von wiem o^end«»«
veriohinen 57, 5; 519, 33 ver-
gehen, ablaufen.
y er schmSoh en 112, i6o«rM&mäA«fi,
gerina schätzen^
versonriben [rejhx.) 2H, 20 eich
80hrifU%dk verpfliehien,
Tersenen (reJUx.) 474, 31 erwoHen^
rechnen auf,
Terstan: Praet, verstanden 58,
10 {von einem ^ande) verfallen.
verstand 479, 25 VerMmdigung^
Einveretändnisa,
verstelen: Fißri. Perf verstolUn
257, 4 heimlich wegnehmen.
vertbedingen 510, 5 vor Oerieht
verhandeln ^ zum Ausgleich bringen.
vertragen: vertragen sin {mü
Genit.) mit etw€u ver$4)hoM, einer
Sache iiberhaben sein; mit einem
vertragen werden 488^ 11 sich
mU einem aussöhnen.
vertruwen 506, 15 versprechen,
verungelten 61, 12 dae UnaeUy
die VerbrasKhssteuerfüretWttahlen.
verurfecbden 492, 11 Urfehde
schwären.
verfang[enl58,7 (unperslfni.) helfen^
zum ^el fuhren.
ferferen 450 24 irreführen.
verwant 141, 10 ö. verbündet y sv-
gehörig.
verw&nen367, 1 hoffen, erwarten:
auch transit einen glauben machen
(Pari. Perf varwent) 127, 6.
verwissen, verwysen519,'l; 520,
8 Tadel, Vorwurf.
verwisxgen 118. 4 überUindken.
veriie6n«n(8ion): Prae<.v er loeh
221, 9 sich hinziehen.
veriyoben [refiex. mdt Oenii.) 55,
19 verziehten: Part. Perf. ver-
sigen 147, 8.
veriiohnusi 306, 2 Verzeihung.
vestenklieh 152, Z^ feet.
vetterlioh 204, 14 väterlich.
fvejid, fygand ö* Feind.
figil 459, 22 r^, GoUesdienst
am Vorabend emee Festea.
villicbt 17, 1 selar leiohA, wahr-
scheinlich.
virne 149, 5 oft, vortähria.
fluobent 35, 8 Bur. Praet. von
flieken.
vooben s. faoben.
vol 40^ 8 vöOig, vollends.
valge, Plur. volgenen 111, 8 0.
Leichenfeier mü Messe.
volfieren 159, 22 durchfahret^^ zu
Ende bringen*
vor 43, 10; 82, 4 vorher^ fiiAer.
vorernampt 222, 23 vorgamasmt.
vorhuffen 142, 5 Vorhui.
vor sin 497, 21 vorbeugest.
vortbeylig 478, 6 tikisckend.
vor lüg 142, 1 Vorhut.
freuw 307, 23; freg 456, \2 fiüh.
frevel 480, 20 Vermessenkeü.
fr i Beb 40, 6 kühn.
from 283, 15 brav.
frontauwen494, 4 FrohtHurheä von
einem Tage.
vronvastengelt 136, 6 GMt,
das viert^iÜirUch [an dan vier
FroknfesUn) bezahlt wurde.
frant8chafft82, 4 Verwantaehafi.
furderliob 512^ 26 aMaid, sofort
fürerl78.26; fuver475,34/Elri2er^
hin; 363, 12 weiter.
furffang 223, 2 FertsiAriU, Er-
folg.
füreeben 158, 19 9orya5ei^ im Vor-
sMag bringen.
furkomen 479, 21 verhüten.
fürsieb 13, 21 ö. vorwärts.
f Qruff 284, 6 hina^f.
valdf er 1 112, 4 f «» vallfert HO,
6 Wallfahrt.
wand 250, 11; wann 45, 13, &ifei2,
denn.
wart 371, 10 Praet. vass u^cItm.
wasserrunai 368, 27 Strömung ist
Flusses,
wasi 457, 21 Wachs.
wegen 60, 10 bewegen^ in Bewegung
setzen; 411, 13 ö. lotf^Mi.
wegenlit 446, 8 Pkrr. FkArleute.
weger 452, 16 besser.
weiob 13, 20 Praet von wiebea
weichen.
weydner 162,, 28; 203, 9 Jagdr
messer, HirsAßtnger.
weisaen 148, 11; 179, 4 Weizen.
weld 219, 12 Plur. von wald.
wellen 131, 4 wollen^ Praet. Plitr.
wolten und wottent 139, 19;
Cas^. Ptaei. wet, wett 125, 21;
116,3; wetty42, 1); JPfMr. wei-
ten 115, 3; AH. Ptf/l geweit
T& 14.
weller 451, 9 welcher; Pbsr* welly.
wendig 280, 7 rüekgStsgig.
werben: i^^<. wuvbentt^ 2 «^
bemühen, bewerben.
GloMar.
597
w erschafft 327, 7 völltoerthig,
wideren {reßex,) 48, 7 ; 310, 19 sieh
weigern,
widerkerung 480, 29 Bücker-
Stauung,
wider ladete 325, 11 Oegenein-
iadung,
widerm&t 304, 5 Sehwermutf Ver-
togiheit,
wiTle: 330, 2 Wüle, Aheieht.
wynwdlffeili 369, 1 WMfeilkeit
des Weins.
wirdikeit 297, 17 ^r^, Auszeich-
nung.
w i 8 8 e n t h a f f t i g 157, 7 ^^'SmAtHMi^.
wyssgen 111, 10 toeiss tünchen.
wont 264, 8 Praet, von wftaen
glauben,
Wortzeichen 39, 17 Wahrzeichen,
wotten 8. wellen/
wuge 443, 12 Woche.
wurm 300, 20 Schlange^ Drache.
wusser 214, 3 Wisser, Mitwisser .
J 8. U
z«
leenwee 59, 19 2jahnweh.
zergan 219, 1 ein Ende nehmen^
verlaufen.
z er ho wen 376 geschlUzt {von Klei-
dern),
zerriten 153, 18 auseinanderreiten.
zertrennen 69, 14 auseinander-
treffen.
zerfallen 158, 11 ö. sich nicht
einigen können.
zewegen bringen 14, 5 zuwege-,
zusammenbringen,
zig 454, 9 8. zag.
zirck 134, 6 Bezirk, Gegend.
zittig 227, reif, ausgewachsen.
zolltrog 336, 9 Zollkasse.
zag 7, 1; 11, 2; gezüg 365, 15
Stre^aeht , kriegerische Aus-
rüstung.
za|[feB8terl62, 31 Aufzug am Est-
rich eines Mauses.
znht 17, 5 Höflichkeü.
z&reden: Par^. zu gerett 209, 12;
übel zureden Vonoürfe machen,
sehimpfen,
aurOsten: ^raet. znrust 147, 15.
ZQsammenstossen 197, 6 ü«r-
AfiMatt.
zweyling 204, 2 Zwülusg.
zweyung UO, 8 Entzweiung, Spal-
tung.
z we n y 8 1 1 z w en igi8t454 zwanzigst,
zwerchmure 133, 12 Quermauer.
9 wuschet 117, 7 zwischen.
Druckfeliler.
S. 14, 20. 8taU «) lies: ^).
16, A. 6. Statt Obentiunftner lies: OberitiunftmeiBter.
17, 19. Das , naeh »hinfOrer« gehört hinter »möcht«.
45, A. 2. Statt 1471 lies: 1473.
77, 21. Statt meugklich lies: mengklieh.
116, A. 6. Sutt Stots lies: Stolts.
123, A. 6. Stott 241 Ues: Nr. 241.
127, A. 5. Statt sadöstlioh lies: nordöstlich.
137, 12. >>)< ist lu streichen.
155, A. 6. Statt Herrmann lies: Henmann.
189, 12. Statt richtige lies: richtiger.
198, 13. Statt bopistisohen lies: bepistischen
205, A. 9. Statt Cauterburg lies: Canterburj.
213, A. 7. Statt Laudser lies: Landser.
231, 11. Sutt Nansse lies: Nansie.
249, 17. Sutt 7) lies: «).
255, A. 3. SUU Farnacht lies: Fasnaoht.
259, 3. Sutt niderstruckt lies: nidertruckt
263, A. 9. Sutt Geworf lies: Qewerf.
271, A. 2. Sutt Walroff lies: Walraff.
280, 22. Sutt mOndt lies: nOndt.
299, A. 7. sutt Allwende lies: Allmende.
364, A. 1. Sutt Qreniecherhorn lies: Greniacherhorn.
382, 1. Sutt nun lies: um.
392, A. 7. Vor ftltem erg.: des.
395, A. 6. Sutt jodooh Ues: jedoch.
398, A. 12. Sutt ObersUunftmelster lies: Bürgermeister.
403, A. 11 u. 12. Sutt 11) lies: 12, und sUtt 12) lies: 11).
417, 6. sutt Riedein lies: Riedin.
427, 5. Sutt Friedrichs V. lies : Friedrichs L
433, 20. Sutt Sprengler lies: Spengler.
438, 18. Sutt derselben lies: desselben.
490, 36. Sutt aben lies: aber.
496, 30. Sutt solcher lies : solchen.
510, 8. Statt satt lies: statt
556. Sutt S. 306, A. 20 lies: S. 306, 20.
557. Sutt S. 15, 18 lies: S. 51, 18.
eiie
Drnek tob finitkopf 4 Hiiiel in L«ipnf .
1^txla$ ttün S. 1|ir{el in XBtpitg.
kl Wplen ^Mt
iiimt 14» W» tu« 16» Jal|V(|unirBrt.
Stuf SBcranfaffung
l)craußi]Cöcbcn burcf) bic Ijiftürifctic (Jommiffion bei bev ilöuiglicfieu ^(fobcniic ber
.. ÄMffeiiic^Qften in 2Rün(^en.
Örrfter bis ricb£nunö|iDan|ig(itr ßani).
X'ic bißf)cr crfi^ieucncu Säiibc bcr ,,Dcuti^cn Stdbtcci^ronifciT*'
enthalten:
T)ic ß^roiüfen ber fräutifd^cii <2täbtc: ^iürnbcrg. .5 S55nbc. SDJit
1 gacfimile, Slartc unb ^Inn üon 9iMimbcrg. 1862/74.
>|3rci§: ufir 46.-
Xie 61)1 onif eil ber frfitoätifc^cu ©täbte: JlugSbürg. o.Sönbc. fflht
einem 5ßlan. 1865/96. ^:|}rciö: .# 62.—
T^ic 6f)ronifen ber tttcberfail^ftfc^cn ©tobte: St au nfcfttocig.
2 SBänbc. 1868/80. ^rci^.: Jf 24.-
2)ie Sdronifen ber ittcbcrfäd^ftfc^en (Stabtc: aWagbcburg. 2 ©anbc.
a«it 1 Pan. 1869 99. ?ßm^: •# 18.-
2^ie efironifcn ber uicbcrfÄc^ftfr^ctt ©täbte: Cübcrf. 1. unb 2. »anb.
1884 99. ' • ^reiS: uT 30.-
T^ie (5:f)l*omfcn ber obcrtl^ctntfc^en ©tSbtc: ©trogbürg. 2 ©onbc.
mt 1 Sorte unb 1 ?pIon. 1870^71. . ^reu3: Jf 20.—
2^ic ef)roni!en ber tticbcrt^ciiiifc^cn ©tobte: SBItt. 3 955nbc.
•1875/77. ' >$reiö: uT 44.—
2^ic.Sf)vonifen ber tticftfältfd^eu mib ttteberrl^cinif^en ©tobte. 3S3anbe.
1887 95. 2)ovtmunb..©ocft. 35uiS6urg. $rctö: Jf 40.—
Sie (Jfjromfen ber baicrifc^cu ©tobte: SfJegenöburg. Conb^^ut
SÜHif/fborf. aKünd)eu. ..1878. ^xtiä: jM lo.—
2^ie ei)ronifen ber imttdr^cinifi^ctt ©tobte: a»oinj. 2 Sanbc
188i;82.^ . ^retö: Jl 21.—
l|e{;el, Xiarl) Die entllcliuug bes bentf^en <ä^täbtenieren0. 1898.
^retö: .4 4.—.
Irud Don iBreittopf unb ^arttt in ^eip|ig.
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